Chaim Lax, HonestReporting, 13. Februar 2024
Studiert man Schlachten, Gebietsgewinne und -verluste oder die Auswirkungen auf die, die in einem Krieg direkt von der Gewalt betroffen sind, dann reicht das nicht für das volle Verständnis eines Konflikts. Man muss auch die ideologischen Wurzeln der Kriegsteilnehmer untersuchen, ebenso ihre Gründungsdokumente und Doktrinen, um die Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit der Anliegen jeder Seite abzuwägen.
Wenn man z.B. den amerikanischen Bürgerkrieg studiert, dann zeigt eine vergleichende Analyse der Verfassungen der Vereinigten Staaten von Amerika und der Konföderierten Staaten von Amerika sowie die Unabhängigkeitserklärungen/Sezessionserklärung die Werte, die jede Seite besaß und wie diese ihre Kriegsziele und -führung beeinflussten.
So auch im aktuellen Krieg zwischen Israel und der Hamas, damit man den Konflikt vollständig verstehen kann, ist es wichtig die Unterschiede hinsichtlich der ideologischen Grundlagen als auch der Kampfmoral des israelischen Militärs wie der Terrororganisationen im Gazastreifen zu untersuchen.
Es wird deutlich, dass dieser Krieg ein asymmetrischer Kampf zwischen einer militärischen Streitmacht ist, die Leben und Menschenwürde an die erste Stelle setzt und einer Organisation, die alles menschliche Leben als in ihrem ewigen Kampf gegen den jüdischen Staat entbehrlich findet.
Reinheit der Waffen: Die israelische Kampfmoral
Die Kampfmoral der IDF, allgemein als „Reinheit der Waffen“ bezeichnet, geht noch auf die Zeit vor der Gründung des Staates Israel zurück, als die jüdische Gemeinschaft während der Großen Arabischen Revolte in den 1930-er Jahren gegen marodierende Aufständische die Waffen aufnahm.
Nach der Gründung des Staats und der Einrichtung der Israelischen Verteidigungskräfte integrierte Israels Militärethik die Doktrin der Reinheit der Waffen (den Einsatz von Waffen, um den Auftrag zu erfüllen und nur einzusetzen, wenn notwendig) in die vom Völkerrecht festgelegten Normen.
In den 1990-er Jahren wurde diese Ethik im Geist der IDF verankert, in dem die leitenden moralischen Prinzipien und Werte ausdrücklich dargelegt wurden.
Diesem Kodes zufolge ist einer der Kernwerte, für die die IDF eintritt die Menschenwürde; dazu wird festgehalten: „Jede Person besitzt einen inhärenten Wert, ungeachtet seiner ethnischen Zugehörigkeit, Religion, Nationalität, Geschlecht oder Status.“
Aus diesem Kernwert ergibt sich die Reinheit der Waffen, die besagt: „Der Soldat wird seine Waffe nicht einsetzen, um unbeteiligte Zivilisten und Gefangene zu schädigen und wird alles in seiner Macht Stehende unternehmen, um Schaden für deren Leben, Leibern, Würde und Eigentum zu verhindern.“
Entsprechend dieser Werte ist eines der Hauptprinzipien der IDF, dass „die in der IDF Dienenden jedes Mitglied von Feindtruppen und Zivilisten in Bereichen, die die IDF kontrolliert, in Übereinstimmung mit dem Buchstaben und Geist des Kriegsrechts erfolgt und die Grenzen seiner Befugnisse nicht überschreitet.“
Diese moralischen Grundwerte und -Prinzipien sind von der IDF-Führung bewahrt worden und haben als Grundlage für Verweise durch das Armeekommando gedient, wenn Soldaten außerhalb der vom Moralkodex festgelegten Parameter gehandelt haben.
Selbst heute, während Israel gegen Hamas-Terroristen kämpft, die sich in die Zivilbevölkerung des Gazastreifens eingebettet haben, führt der ethische Kodex der IDF diese bei dem Erreichen der Ziele das Terror-Netzwerk der Hamas zu beschädigen und gleichzeitig die Zahl der zivilen Opfer gering zu halten.
Als John Spencer, ein amerikanischer Militärveteran und der Vorsitzende der Studien zu Kriegsführung im Häuserkampf am Modern War Institute in West Point, schrieb vor kurzem: „Israel hat mehr Maßnahmen getroffen, um unnötigen zivilen Schaden zu vermeiden, als praktisch jede andere Nation, die eine Krieg in urbanem Umfeld geführt hat.“
Die Hamas-Doktrin der willkürlichen Grausamkeit und Barbarei
‚Für das Verstehen der Kampfethik der Hamas ist eines der Schlüsseldokumente „Anleitung für den Krieger: Jihadisten-Version“, ein achtseitiges Heft, das nach dem barbarischen Einmarsch der Hamas nach Südisrael am 7. Oktober an der Leiche eines toten Terroristen geborgen wurde.
Diese Anleitung, die erstmals von Israels Präsident Isaac Herzog in einem Interview mit CCN bekannt gemacht wurde, beinhaltete eine detaillierte Grafik der IDF-Hierarchie, tief gehende Analyse der Waffen und Technologie des israelischen Militärs sowie schrittweise Anweisungen dafür, wie israelische Geiseln zu nehmen sind.
Zu dem neunstufigen Prozess gehörten Anweisungen, wie man mit Drohungen, Elektroschocks, Schüssen und lähmenden Granaten, wenn nötig mit dem Töten von Geiseln Gefangene unter Kontrolle bekommt und wie Geiseln als menschliche Schutzschilde verwendet werden, egal, welches Geschlecht, Alter oder ethnische Zugehörigkeit sie besitzen.
Dieser barbarische Führer hat seine Wurzeln in den ideologischen Dokumenten der Haas – ihrer Charta von 1988, die den „bewaffneten Kampf gegen die Juden“ fordert und ich ihrer Erklärung der Allgemeinen Prinzipien und Politik von 2017, die bestätigt, dass Widerstand gegen Israel „mit allen Mitteln und Methoden ein legitimes Recht ist, das von göttlichen Gesetzen und durch internationale Normen und Gesetze garantiert wird“ (Hervorhebung hinzugefügt).
Damit wird klar, dass mit Israels Bemühungen zivile Opfer zu vermeiden und der abscheulichen Verwendung israelischer wie palästinensischer Zivilisten als Pfand für ihre eigenen verachtenswerten Zwecke, die mit den Texten der IDF und der Hamas vermittelten Werte von beiden Seiten auf dem Schlachtfeld voll zum Ausdruck gebracht werden.
Fotos via Flash90
David Cohen
Abed Rahim Khatib
Yonatan Sindel


































































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