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Zeigt es, aber sagt nichts: Medien verschweigen die Anwesenheit der Hisbollah im Libanon

5. Mai 2026

Sharon Levy, HonestReporting, 23. April 2026

Als der zehntägige Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah in Kraft trat, begannen tausende Libanesen in ihre Dörfer im Süden zurückzukehren. Trotz Warnungen des israelischen Militärs, nicht in Gebiete südlich des Litani zurückzukehren, füllten sich die Straßen schnell mit heimatvertriebenen Zivilisten auf dem Weg nach Hause.

Doch das war nicht nur eine Geschichte von Rückkehr.

Neben den Menschenmengen kam eine Flut von Hisbollah-Fahnen, Devotionalien und Postern von „Märtyrern“, darunter auch des früheren Führers Hassan Nasrallah – unübersehbare Symbole der tief verankerten Präsenz der Terrororganisation. (Hinweis: Die Hisbollah wird von zahlreichen Staaten und internationalen Organisationen als terroristische Gruppe und verantwortlich für schwere Gewalt und Menschenrechtsverletzungen eingestuft.)

Doch ein großer Teil der internationalen Medien sah einfach weg.

CNN zeigte über Reuters Aufnahmen, die als herzerwärmende Heimkehr inszeniert waren. Doch in dem 45 Sekunden langen Clip ist Hisbollah-Propaganda in nahezu jedem Bild präsent – Fahnen, Poster, Symbole – und bleibt sowohl im Video als auch im Begleittext vollständig unerwähnt.

Dasselbe Muster wiederholte sich in vielen anderen Medien, darunter BBC, The Guardian, NBC und The Washington Post. Bilder von zurückkehrenden Bewohnern wurden ohne Kontext präsentiert – ohne die Details, die die Realität vor Ort verdeutlichen.

Doch Bilder sind nicht neutral. Sie zeigen, wer den Raum kontrolliert, welche Narrative dominieren und wie Macht ausgeübt wird. Wenn Medien diesen Kontext ausblenden, vereinfachen sie die Geschichte nicht – sie verzerren sie.

Dieses Versagen ist in von Terrororganisationen geprägten Umgebungen noch auffälliger. Wie bereits dokumentiert, beeinflusst die Hisbollah die Arbeitsbedingungen von Journalisten. Diese Realität macht Kontext nicht optional, sondern notwendig.

Doch auch die New York Times ging über die sichtbare Präsenz der Hisbollah hinweg und stellte keine Verbindung zwischen den Bildern und der Dominanz der Gruppe in dem Gebiet her.

Selbst die grundlegendsten Folgerungen werden ignoriert. Von Kindern geschwenkte Hisbollah-Fahnen, Poster zur Verherrlichung von Kämpfern und die Normalisierung von Terrorsymbolik werden ebenso als irrelevant oder schlicht unsichtbar behandelt wie der Einsatz menschlicher Schutzschilde durch die Hisbollah.

Das ist kein Versehen. Es ist eine Entscheidung über das Narrativ.

Durch die Entfernung des Kontextes der Präsenz der Hisbollah, erscheinen israelische Handlungen als willkürlich und unverhältnismäßig, statt als Reaktionen auf eine verankerte terroristische Infrastruktur, die in zivile Gebiete eingebettet ist.

Nichts davon bestreitet, dass Zivilisten im Süden des Libanon leben. Doch diese Gemeinden zu porträtieren ohne das Umfeld zu benennen, in dem sie existieren, erzeugt ein grundsätzlich unvollständiges Bild.

Medien sprechen häufig von „Hisbollah-Hochburgen“. Doch ohne zu erklären, was das bedeutet, bleibt der Begriff hohl.

Eine Hochburg ist nicht nur ein Gebiet der Unterstützung. Sie ist ein Raum, in dem die Hisbollah Kontrolle über das zivile, soziale, wirtschaftliche und militärische Leben ausübt, sich in die Alltags- Infrastruktur einbettet und die Grenze zwischen ziviler und Kampf-Umgebung verwischt.

Seit der Islamischen Revolution von 1979 arbeitet der Iran daran, seine Ideologie in den Libanon zu exportieren und die Hisbollah zu einer mächtigen Stellvertreter-Streitkraft aufzubauen. Die Gruppe hat die staatlichen Institutionen des Libanon systematisch untergraben und sich tief im Süden und in den Vororten Beiruts verankert.

Das ist die Realität, die den Zuschauern nicht gezeigt wird.

Denn Bilder ohne Kontext klären die Story nicht – sie verschleiern sie.

Das iranische Regime hat im Westen ein tödliches Netzwerk an Terrorzellen aufgebaut hat

30. April 2026

Rachel O’Donoghue, HonestReporting, 24. März 2026

Die Explosionen, die am frühen Montagmorgen in Golders Green im Nordwesten Londons vier Krankenwagen der jüdischen Hilfsorganisation Hatzola zerstörten, waren ohrenbetäubend. Sie waren so heftig, dass sie die Fenster umliegender Gebäude zersplitterten, darunter auch die einer Synagoge, deren Buntglasscheiben herausgesprengt wurden. Rauchwolken zogen sich über die gesamte Umgebung und sendeten eine klare und unmissverständliche Botschaft.

Drei vermummte Verdächtige werden nun im Zusammenhang mit dem Anschlag gesucht. Es war – zumindest zum jetzigen Zeitpunkt – kein Anschlag mit vielen Opfern geplant. Vielmehr scheint er darauf abgezielt gewesen zu sein Angst zu verbreiten und zu demonstrieren, dass jüdische Gemeinschaften im Westen jederzeit erreicht, ins Visier genommen, terrorisiert und sogar ermordet werden können.

Die Gruppe, die sich zu dem Anschlag bekannte, die Islamische Bewegung des Volkes der Rechten Hand, ist kein Einzeltäter. Sie wurde bereits mit ähnlichen Angriffen in ganz Europa in Verbindung gebracht, darunter ein Bombenanschlag auf eine Synagoge in Belgien am 9. März und ist Teil eines größeren Netzwerks von mit dem iranischen Regime verbündeten Agenten, vor denen westliche Behörden seit Jahren gewarnt wurden – Warnungen, die selten mit der gebotenen Dringlichkeit behandelt wurden.

Auch jetzt noch scheinen die britischen Behörden bereit zu sein, das als einen isolierten antisemitischen Vorfall zu behandeln. Obwohl sich die Gruppe zu dem Anschlag bekannte, behaupteten Polizeiberichte hin, dass der Angriff noch nicht eindeutig dem iranischen Regime zugeschrieben werden könne. Sir Mark Rowley räumte am Montag beim jährlichen Abendessen des Community Security Trust (CST), der in Großbritannien Antisemitismus beobachtet, ein, dass der „rasante Anstieg der staatlich iranischen Drohungen in den letzten Jahren gravierend“ sei, fügte aber hinzu, es sei „noch zu früh“, diesen Anschlag mit dem Staat selbst in Verbindung zu bringen.

Das Ergebnis ist bekannt: eine sofortige Fokussierung und die Bereitschaft, zur Tagesordnung überzugehen, ohne sich mit dem größeren Muster auseinanderzusetzen, in das sich dieser Anschlag eindeutig einfügt.

Seit Beginn des Krieges der USA und Israels gegen den Iran ist diese Bedrohung deutlich in den Vordergrund gerückt. Angriffe auf jüdische Gemeinden haben in ganz Europa und den Vereinigten Staaten zugenommen. Nicht alle lassen sich eindeutig auf Teheran zurückführen, doch tragen genügend die Handschrift des Irans, um eine anhaltende Leugnung zunehmend zu erschweren.

Nur wenige Stunden nach den Anschlägen, bei denen Ayatollah Ali Khamenei getötet wurde, begann die weltweite Ausstrahlung ein neues Kurzwellenradiosignals. Zweimal täglich, in präzisen Abständen, beginnt eine verzerrte Männerstimme mit einem einzigen persischen Wort, „Tavajjoh“ („Achtung“), bevor sie Zahlenfolgen vorträgt, die sich bisher jeder Entschlüsselung entzogen haben.

Das Signal weist die Merkmale einer „Zahlenstation“ aus der Zeit des Kalten Krieges auf, die historisch von Geheimdiensten genutzt wurde, um verschlüsselte Anweisungen an Agenten im Feld zu übermitteln. Es gab auch Anzeichen von Störungen, darunter Störversuche und Frequenzwechsel, was darauf hindeutet, dass es sich eher um einen laufenden Geheimdienstwettlauf als um ein zufälliges Ereignis handelt.

Anfängliche Spekulationen konzentrierten sich auf den Iran, da man vermutete, das Regime versuche, mit ausländischen Agenten zu kommunizieren. Neuere Analysen weisen jedoch in eine weniger eindeutige Richtung und legen nahe, dass die Übertragung von einem mit den USA verbundenen Militärstützpunkt in Europa stammen könnte. Bislang hat jedoch keine Behörde bestätigt, wer dahintersteckt oder wer die beabsichtigten Empfänger sind.

Diese Unsicherheit wird dadurch verstärkt, dass US-Bundesbehörden die örtlichen Strafverfolgungsbehörden davor warnten, dass das Signal als „operativer Auslöser“ für Schläferagenten dienen könnte. Sollte die Übertragung tatsächlich von einer US-amerikanischen Quelle stammen, lässt sich diese Warnung nur schwer damit in Einklang bringen und wirft die Frage auf, warum die Behörden sie als potenzielle Bedrohung einstufen sollten, wenn sie Teil ihrer eigenen Operationen wären.

Dies mindert nicht die Bedrohung durch mit dem Iran verbundene Netzwerke im Westen. Im Gegenteil, es deutet auf ein komplexeres und beunruhigenderes Bild hin, in dem sichtbare Gewalttaten und Einschüchterungen neben einer weitgehend unsichtbaren Ebene nachrichtendienstlicher Aktivitäten stattfinden.

Die Angriffe sind nicht zufällig, doch die dahinterstehende Struktur ist noch nicht vollständig erkennbar.

Warum also brauchte es einen Krieg mit dem Iran, damit die Medien und in vielen Fällen auch die Behörden eine Bedrohung anerkennen, die seit Jahren dokumentiert, vor der gewarnt und die konsequent heruntergespielt wurde?

In den letzten Wochen warnten Schlagzeilen vermehrt vor der „Möglichkeit“, dass iranische Terrorzellen sowohl in den USA als auch in Europa aktiv seien.

Am 9. März titelte ABC News unter Bezugnahme auf eine persischsprachige Übertragung: „Der Iran aktiviert möglicherweise Schläferzellen im Ausland, so eine Warnung.

Am 13. März lautet eine Schlagzeile der New York Post: „Iranischer Angriff auf US-amerikanischem Boden wahrscheinlich, mit ‚Tausenden‘ rachsüchtigen Schläferzellen im Land: ‚Nicht die Frage, ob, sondern wann‘.

Einen Tag später lautete die Schlagzeile der New York Times: „‚Schläferzellen‘ und Einzeltäter: Sicherheitsexperten warnen vor weiterer Gewalt im eigenen Land.

Was in diesen Berichten weitgehend fehlt, ist die Erkenntnis, dass solche Netzwerke schon lange vor dem aktuellen Krieg gegen das iranische Regime aktiv waren.

Die Beweislage ist lang und gut dokumentiert – für alle, die bereit sind sie zu prüfen. Das wohl deutlichste Beispiel für die Aktivitäten des Regimes auf westlichem Boden ist die Assadi-Affäre, in deren Verlauf der iranische Diplomat Assadollah Assadi als erster iranischer Beamter seit der Revolution von 1979 wegen terroristischer Handlungen angeklagt und inhaftiert wurde.

Der in Wien ansässige Assadi nutzte seinen diplomatischen Posten, um eine mit Triacetontriperoxid (TATP) gefüllte Bombe aus Teheran in einem diplomatischen Kurierbeutel zu schmuggeln. Anschließend übergab er sie einem belgisch-iranischen Paar mit der Anweisung, im Juni 2018 einen Bombenanschlag auf eine Kundgebung des Nationalen Widerstandsrates des Iran in der Nähe von Paris zu verüben. An der Veranstaltung nahmen rund 25.000 Menschen teil, darunter britische und amerikanische Persönlichkeiten. Der Anschlag wurde jedoch durch eine koordinierte, länderübergreifende Anti-Terror-Operation vereitelt.

Die belgische Staatsanwaltschaft stellte nach dem Urteil klar, dass der Fall „die Verantwortung des iranischen Staates für das belegt, was ein Blutbad hätte sein können“. Die Europäische Union zog jedoch nicht denselben Schluss und stufte den versuchten Anschlag als Einzeltat und nicht als staatlich geförderten Terrorismus ein. Assadi selbst wurde nur zwei Jahre später im Rahmen eines Gefangenenaustauschs gegen einen im Iran inhaftierten belgischen Entwicklungshelfer freigelassen.

Der Fall Assadi war keine Anomalie. Er war Teil einer umfassenderen Strategie.

Der Fall des britisch-indischen Autors Salman Rushdie ist ein weiteres prominentes Beispiel für die Vorgehensweise des Regimes. 1989 erließ Ayatollah Ruhollah Khomeini eine Fatwa (ein religiöses Dekret) in der er Rushdies Tod wegen der „Satanischen Verse“ forderte. 1998 distanzierte sich die iranische Regierung unter Präsident Mohammad Khatami öffentlich von dem Dekret und erweckte so den Eindruck, die Bedrohung sei vorüber.

Faktisch wurde die Fatwa nie zurückgenommen und Ali Khamenei bezeichnete sie später als „unumstößlich und unwiderruflich“. Als Rushdie 2022 in New York beinahe einem brutalen Messerangriff zum Opfer fiel und auf einem Auge erblindete, leugneten offizielle Vertreter des Iran jegliche Beteiligung, während Hardliner-Zeitungen den Angreifer lobten.

Das ist keine Distanzierung von Gewalt. Es ist das bevorzugte Vorgehen des Regimes: die Hetze aufrechterhalten, die operative Verantwortung leugnen und anderen die Tat überlassen.

Diese Vorgehensweise wird zunehmend kombiniert mit dem Einsatz von Stellvertretern.

Nach dem vereitelten Assadi-Anschlag von 2018 stützten sich die iranischen Streitkräfte, insbesondere die Revolutionsgarden und das Geheimdienstministerium, verstärkt auf kriminelle Netzwerke, um Anschläge im Ausland zu verüben und so die Distanz Teherans zu seinen Aktivitäten zu wahren.

In Deutschland warf 2022 ein Mitglied der Hells Angels in Bochum im Auftrag der Revolutionsgarden einen Molotowcocktail auf eine Synagoge. Im Jahr 2024 erhoben die französischen Behörden Anklage gegen zwei Verdächtige, die mit einem vom Iran gesteuerten Komplott in Verbindung standen, das sich gegen Israelis und Juden in Paris, München und Berlin richtete.

In den Vereinigten Staaten leitete der iranische Geheimdienstmitarbeiter Alireza Shavaroghi Farahani ein Netzwerk, das einen iranisch-amerikanischen Staatsbürger in Kalifornien und ahnungslose Privatdetektive einsetzte, um Informationen über die iranisch-amerikanische Aktivistin Masih Alinejad zu sammeln; das war Teil eines Komplotts sie zu entführen und von New York nach Venezuela und schließlich in den Iran zu bringen.

In den Jahren 2022 und 2023 wurden mehrere Anschläge auf ehemalige US-Beamte, darunter John Bolton und Mike Pompeo, vereitelt. Die Verbindungen ließen sich zum iranischen Regime zurückverfolgen. In Großbritannien gab der MI5 an, allein im Jahr 2025 mehr als 20 Anschläge mit iranischem Bezug vereitelt zu haben.

Nichts davon wurde verheimlicht. Es wurde dokumentiert, veröffentlicht und war für jeden Journalisten und jeden politischen Entscheidungsträger zugänglich. Die Frage ist nicht, ob die Bedrohung vor dem aktuellen Krieg existierte, sondern warum so wenige in Machtpositionen sie als solche behandelten.

Was aus diesen Aufzeichnungen hervorgeht, ist keine Unklarheit, sondern ein Muster, dem sich die westlichen Regierungen wiederholt nicht vollständig gestellt haben.

Immer wieder wurden Anschläge vereitelt, Agenten identifiziert und Verbindungen nach Teheran aufgedeckt. Doch anstatt die naheliegende Schlussfolgerung zu ziehen, dass das iranische Regime systematisch ein Netzwerk aufbaute, das zu Angriffen auf westlichem Boden fähig war, wurde jeder Fall als isoliert und beherrschbar behandelt.

Selbst als die Beweise eindeutig auf eine staatliche Beteiligung hindeuteten, beschränkte man sich darauf Einzelpersonen zu verfolgen, Zellen zu zerschlagen und die weitreichenderen Folgen zu ignorieren. Der Fall Assadi ist trotz seiner Bedeutung vielleicht das deutlichste Beispiel. Er wurde zwar zur Kenntnis genommen, aber nicht so behandelt, dass die darin enthaltenen Erkenntnisse über das Regime selbst angemessen gewesen wären.

Infolgedessen konnte die Infrastruktur fortbestehen. Netzwerke wurden nicht zerschlagen, sondern lediglich verwaltet. Die diplomatische, operative und logistische Präsenz des Regimes in westlichen Ländern blieb weitgehend intakt, obwohl es weiterhin Gewaltakte lenkte, ermöglichte oder inspirierte.

Auch die Medien trugen zu diesem Versagen bei. Erst jetzt, inmitten des offenen Konflikts zwischen dem Iran, den Vereinigten Staaten und Israel, sprechen die Schlagzeilen in dringlichen Worten von Schläferzellen und drohenden Anschlägen. Das erweckt den Eindruck, dass diese Bedrohung als Folge des Krieges plötzlich entstanden ist.

Was wir jetzt erleben, ist nicht die Entstehung einer neuen Bedrohung, sondern die Aufdeckung einer bereits bestehenden. Sie wurde jahrelang in Gerichtssälen, Geheimdienstberichten und vereinzelten Berichten dokumentiert, aber selten als zusammenhängende oder systemische Gefahr dargestellt.

Der Anschlag in Golders Green war nicht der Beginn dieser Entwicklung. Er war völlig vorhersehbar.

Doch erneut besteht die Gefahr, dass er missverstanden und als isolierter Akt antisemitischer Gewalt abgetan wird, anstatt als Teil einer tiefer liegenden, organisierten Bedrohung erkannt zu werden.

Die Frage ist nicht mehr, ob das iranische Regime die Fähigkeit entwickelt hat, Terror auf westlichem Boden zu verüben, sondern warum es dies so lange tun konnte und ob diejenigen, die ein klares und anhaltendes Muster regimegesteuerter Aktivitäten ignoriert haben, nun bereit sind sich diesem Versagen zu stellen.

Die unsichtbaren Toten im Iran: Wie die weltweiten Foto-Agenturen ein Massaker vor aller Augen vertuschen

22. Januar 2026

David Katz, HonestReporting, 19. Januar 2026

Der Iran befindet sich inmitten einer der größten und brutalsten Repressionskampagnen der modernen Geschichte. Demonstranten werden erschossen, gefoltert, geblendet und hingerichtet. Der Internetzugang ist über lange Zeiträume gesperrt. Journalisten werden inhaftiert. Kameras werden beschlagnahmt.

Doch wenn man sich allein auf die Bilder der großen Nachrichtenagenturen verlässt, entsteht ein ganz anderes Bild. Die vorherrschenden Bilder aus dem Iran zeigen geordnete regierungsfreundliche Kundgebungen, uniformierte Polizeiformationen, symbolische Protestaktionen gegen den Westen und sorgfältig inszenierte Szenen mit Kindern. Was fehlt, sind die Bilder von Massenrepression, Blutvergießen und Angst, die laut unabhängigen Quellen täglich stattfinden.

Das ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis davon, wie und von wem visuelle Macht kontrolliert.

Die visuellen Torwächter

Bevor man den Iran selbst betrachtet, ist es entscheidend zu verstehen, wer die Bilder kontrolliert, die die Welt erreichen.

Zwei Agenturen dominieren heute den visuellen Zugang innerhalb des Iran: NurPhoto und die Agentur Anadolu.

Die in Italien ansässige Fotoagentur NurPHoto verbreitet täglich Tausende von Bildern über Partnerschaften mit Getty Images, Reuters und Associated Press. Anadolu ist die staatliche Nachrichtenagentur der Türkei und direkt mit der Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdoğan in Einklang steht. Beide Agenturen haben Zugang zum Iran, wo die meisten ausländischen Journalistinnen, Journalisten und Fotografen keinen Zugang haben.

Dieser Zugang ist an Bedingungen geknüpft.

Fotografen, die im Iran arbeiten, müssen von den iranischen Behörden akkreditiert, überprüft und überwacht werden. Jeder Fotograf, der Gewalt durch Sicherheitskräfte oder Proteste dokumentiert, riskiert Verhaftung, lange Haftstrafen oder Schlimmeres. Dadurch gelangen nur Bilder nach außen, die innerhalb der Toleranzgrenzen des Regimes liegen.

Trotzdem veröffentlichen internationale Nachrichtenagenturen diese Bilder routinemäßig unter neutralen Byline-Bezeichnungen wie „Stringer/Getty Images“, ohne den Leserinnen und Lesern offenzulegen, welche Zugangsbeschränkungen, Zensur oder politische Ausrichtung dahinterstehen.

Das ist kein Versagen eines einzelnen Mediums, sondern ein strukturelles Versagen des gesamten internationalen Systems der Bildverbreitung.

Dieses System funktioniert durch Kontrolle, nicht durch Überzeugung. Im Iran unterliegt die visuelle Medienlandschaft der Aufsicht des Ministeriums für Kultur und Islamische Führung sowie Sicherheitsorganen, die mit den Revolutionsgarden verbunden sind. Akkreditierung entscheidet über Überleben. Fotografen, die von den genehmigten Narrativen abweichen, werden verhaftet, verschwinden oder ins Exil gezwungen. In diesem Umfeld dient regimetaugliches Bildmaterial zwei Herren: Es macht Zerstörung für ein westliches Publikum „verdaulich“ und sichert gleichzeitig die vollständige Kontrolle darüber, welche Formen von Dissens, Gewalt und Repression sichtbar werden dürfen.

Das Massaker, das Sie nicht sehen

Unabhängige Menschenrechtsorganisationen und geleaktes Filmmaterial bestätigen, dass die Sicherheitskräfte des Iran während anhaltender landesweiter Proteste Tausende getötet und verstümmelt haben. Zu den Opfern gehören Frauen, Jugendliche und Kinder. Vielen wurden gezielt in die Augen geschossen.

Während der heftigsten Gewalt verhängte die iranische Regierung nahezu vollständige Internetsperren, wodurch Bürgerjournalismus und Echtzeitdokumentation unterbunden wurden. Telefone wurden beschlagnahmt. VPNs blockiert. Messaging-Plattformen deaktiviert.

Das Ergebnis war ein Informationsvakuum, das nur von denen gefüllt werden konnte, die bereits mit staatlicher Genehmigung agierten.

Am aufschlussreichsten an den offiziellen Bildern aus dem Iran ist nicht das, was zu sehen ist, sondern das, was systematisch fehlt. Es gibt keine Bilder von Sicherheitskräften, die in Menschenmengen schießen, keine Fotos von Massenverhaftungen, keine Dokumentation von Krankenhausfluren voller Verletzter, keine visuellen Aufzeichnungen von Erblindungen, Hinrichtungen oder nächtlichen Razzien, wie sie unabhängige Menschenrechtsgruppen berichten. In einem Land mit mehr als 85 Millionen Einwohnern, das landesweite Unruhen erlebt, ist das nahezu vollständige Fehlen solcher Bilder selbst ein forensischer Beleg. Visuelle Stille in diesem Ausmaß entsteht nicht von selbst. Sie wird erzeugt.

Bilder, die die Wirklichkeit ersetzen

In dieses Vakuum strömte ein stetiger Strom offiziell genehmigter Bilder.

Von Getty verbreitete Aufnahmen zeigen große regierungsfreundliche Kundgebungen in Teheran. Polizeispezialeinheiten stehen auf gepanzerten Fahrzeugen. Kinder in Militäruniformen halten Spielzeugwaffen. Plakate zeigen mit amerikanischen und israelischen Flaggen bedeckte Särge.

Diese Bilder sind keine neutrale Dokumentation. Sie sind ideologische Stellungnahmen.

Eine genauere visuelle Betrachtung zeigt durchgehend eingesetzte Gestaltungstechniken, die darauf abzielen, Größe zu übertreiben und gleichzeitig Isolation zu verbergen. Weitwinkelobjektive werden zugunsten komprimierter Perspektiven vermieden, die Körper dicht aneinanderreihen. Erhöhte Kamerapositionen entfernen den umgebenden Kontext und verhindern, dass Betrachter die Tiefe oder Auflösung einer Menschenmenge einschätzen können. Hintergründe werden häufig auf Fahnen, Banner oder gepanzerte Fahrzeuge reduziert, wodurch räumliche Bezugspunkte verschwinden, die sonst zeigen würden, wie begrenzt diese Versammlungen tatsächlich sind. Das sind keine neutralen kompositorischen Entscheidungen. Es sind Techniken, die eingesetzt werden, um den Anschein massenhafter Beteiligung zu erzeugen, wo diese nicht unabhängig verifiziert werden kann.

Die Präsenz von Kindern in diesen Szenen ist besonders auffällig. Sie sind keine spontanen Teilnehmer organischer Versammlungen. Sie werden platziert, arrangiert und ins Bild gesetzt, um Loyalität, Kontinuität und moralische Legitimität für das Regime zu vermitteln.

In den verbreiteten Bilderserien ist die Anzahl der unterschiedlichen Kinder auffallend gering. Dieselben Kinder tauchen immer wieder in verschiedenen Szenen, Outfits und vor unterschiedlichen Hintergründen auf, wobei ihre Positionen so verändert werden, dass eine breitere Beteiligung suggeriert wird. Der enge Bildausschnitt verhindert, dass die Betrachter erkennen können, ob diese Kinder von Gleichaltrigen umgeben sind oder allein inmitten von Sicherheitspersonal stehen. Diese Wiederholung dient als visueller Anker. Kinder vermitteln Unschuld, Kontinuität und moralische Legitimität. Ihre wiederholte Verwendung ist kein Zufall. Sie ist ein gezieltes Erzählmittel.

Was den Betrachtern verborgen bleibt, ist der Kontext dieser Ereignisse, die Angst, der Zwang und die Unterdrückung, die sich direkt außerhalb des Bildausschnitts abspielen.

Der Gaza-Doppelstandard

Der Kontrast zum Gazastreifen ist unmöglich zu übersehen.

Im Gazastreifen argumentieren internationale Medien unablässig, dass Israel ausländischen Journalisten vollständigen Zugang gewähren müsse. Jede Einschränkung wird als Hinweis auf Vertuschung dargestellt. Von lokalen Stringern gelieferte Bilder werden als zuverlässig behandelt, obwohl sie unter der Kontrolle der Hamas entstehen.

Im Iran ist das Gegenteil der Fall.

Ausländische Journalisten sind ausgeschlossen. Lokale Fotografen arbeiten unter der ständigen Gefahr von Verhaftung. Dennoch gibt es kaum anhaltenden medialen Druck, der Zugang, Transparenz oder Rechenschaft fordert.

Die gleichen Nachrichtenagenturen, die in dem einen Konflikt auf Skepsis bestehen, akzeptieren in einem anderen vom Regime gefiltertes Bildmaterial ohne jede Nachfrage.

Der Unterschied ist nicht nur politischer Art. Er ist ein methodischer. Im Gazastreifen werden Bilder, die unter Hamas-Kontrolle entstehen, als Beweismaterial behandelt, verstärkt und emotional geframet, während Einschränkungen für ausländische Journalisten als Beweis für Vertuschung gelten. Im Iran hingegen, wo die Einschränkungen weitaus strenger und tödlicher sind, akzeptieren dieselben Agenturen staatlich genehmigte Bilder ohne vergleichbare Skepsis. Der Standard ist nicht Zugang. Es ist Bequemlichkeit.

Wie Nachrichtenagenturen Propaganda waschen

Dieser Prozess erfordert keine Koordination und keine Verschwörung. Er beruht auf Anreizen.

Nachrichtenagenturen brauchen Masse. Redakteure brauchen Bilder. Das ganze Jahr über, aber besonders in Phasen hoher Nachrichtenfrequenz, bevorzugen Agenturen Bilder, die visuell sauber, technisch stark und leicht zu betiteln sind.

Staatlich genehmigtes Bildmaterial erfüllt diese Anforderungen perfekt.

Sobald es verbreitet wird, normalisiert Wiederholung das Narrativ. Eine regierungsfreundliche Kundgebung wird zu „dem, was im Iran passiert“. Ein inszeniertes Kind wird zu „öffentlicher Stimmung“. Ein Plakat wird zur „nationalen Gemütslage“.

Kontext verschwindet. Verantwortung verflüchtigt sich. Das System macht weiter.

Sobald diese Bilder im Netzwerk der Nachrichtenagenturen akzeptiert sind, gewinnen sie durch Wiederholung exponentielle Autorität. Ein Foto mit der Zuschreibung „Stringer/Getty Images“ oder „Stringer/Reuters“ erscheint losgelöst von Herkunft, Zugangsbedingungen und asymmetrischem Risiko. Das Fehlen von Offenlegung wird Teil des Reinigungsprozesses. Leser erfahren nie, warum bestimmte Bilder existieren, während andere nicht existieren können. Was als staatlich gefiltertes Foto beginnt, wird durch Syndizierung zu einem globalen Stellvertreter für die Realität.

Was im Iran geschieht, ist nicht unsichtbar. Es wird aktiv ersetzt.

Globale Zuschauer sind nicht falsch informiert, weil keine Bilder existieren, sondern weil die existierenden Bilder gefiltert, ausgewählt und durch ein System verbreitet werden, das den Zugang über die Wahrheit stellt.

Die Geschichte zeigt, wenn massenhafte Repression in Echtzeit visuell verschleiert wird, dabb folgt Rechenschaft erst Jahrzehnte später – wenn überhaupt. Das Fehlen von Bildern mindert das Verbrechen nicht. Es verzögert die Anerkennung.

Das ist nicht nur eine iranische Geschichte. Es ist eine Warnung davor, wer kontrolliert, was die Welt zu sehen bekommt.

Warum braucht es einen iranischen Raketenangriff auf Israel, damit die Medien die Wahrheit berichten?

10. Oktober 2024

Rachel O’Donogue, HonestReporting, 2. Oktober 2024

Am Dienstagabend startete die Islamische Republik Iran einen groß angelegten Angriff mit ballistischen Raketen auf Israel, feuerte fast 200 Raketen auf das gesamte Land. Luftschutzsirenen erklangen überall in Israel, Zivilisten suchten Sicherheit, als das Trommelfeuer sich entfaltete.

Der Iran stellte den Angriff als Vergeltung für Israels jüngste Operationen, die bei einem Angriff in Beirut am 27. September ranghohe Hisbollah-Mitglieder eliminierte, darunter den Führer der Gruppe, Hassan Nasrallah, eliminierte. Während die Berichterstattung der Medien zu Nasrallahs Tod – besonders der verstörend mitfühlende Sprachgebrauch zur Beschreibung deines Terrorführers – war fehlerhaft, die Berichte zum Irans direktem Angriff auf Israel schlugen einen deutlich anderen Ton an.

Die Mehrheit der Medien hielt sich in ihrer Berichterstattung zum Vorfall an die Fakten gehalten, anerkannt, dass der beispiellose Angriff ist, was er war: eine bedeutende Eskalation, initiiert vom Iran. Trotzdem  gab es bemerkenswerte und enttäuschende Ausnahmen, die wir später besprechen werden.

Associated Press und Reuters veröffentlichten z.B. Berichte mit Schlagzeilen, die die Lage genau wiedergaben: Der Iran hatte Israel in einem Schritt angegriffen, der die Entzündung eines größeren regionalen Konflikts riskierte. Reuters brachte dazu eine Fotogalerie, die die Auswirkungen des Angriffs auf die israelischen Zivilisten dokumentierte, Bilder von Menschen zeigte, die am Straßenrand Schutz suchten und was ein Raketentreffer sich auf ein Schulgebäude in Gadera anrichtete.

Derweil widmete die New York Times einen Anteil ihrer Berichterstattung dem einzigen bestätigten Opfer – ein Arbeiter aus dem Gazastreifen – und hob seinen Tod hervor, wozu die Äußerung seines Vaters zitiert wurde, der Angriff „dient nicht den Interessen der Palästinenser“.

Stunden nach dem Angriff veröffentlichte The Telegraph einen Leitartikel, der den Iran unmissverständlich als den „Aggressor“ im Nahen Osten benannte – eine Tatsache, die offensichtlich sein sollte, aber regelmäßig von den meisten der Weltmedien in ihrer Berichterstattung über die Region übersehen wird.

Sky News und CNN widmeten beide den dramatischen Augenblicken Beiträge, ihre Livesendungen wurden abgebrochen und ihre Journalisten rannten in Deckung, als es Raketen regnete, was einen flüchtigen Blick in die harte Realität bot, denen sich israelische Zivilisten bei solchen Angriffen gegenüber sehen.

Matt Gutman berichtete für ABC News aus einem Schutzraum in Tel Aviv und beschrieb, wie die Zivilisten nach den Alarmen wegen eines kommenden Angriffs gezwungen gewesen waren in Deckung zu rennen

Wie aber schon erwähnt, gab es bei der Berichterstattung mehrere enttäuschende Ausnahmen. Ein solches Beispiel sind zwei separate Interviews der BBC mit sogenannten „Experten“ als Gästen. In einem wurde dem britischen Akademiker Andras Krieg eine unterbrechungslose Plattform gegeben, um zu warnen, die internationale Gemeinschaft müsse „sicherstellen, dass Israel die regionale Ordnung, wie wir sie kennen, nicht stört“, während es sich gegen Angriffe wehrt.

Noch verstörender war die Entscheidung der BBC den iranischen Akademiker Sayed Mohammad Marandi zu dem Angriff zu interviewen, nur Stunden, nachdem der Sender zugegeben hatte, dass er es versäumte Marandi während eines früheren Interviews mit Mischal Husain im BBC Radio 4 infrage zu stellen, in dem er Israel wiederhold beschuldigte Völkermord zu begehen.

Und in einem der unprofessionelleren Momente der Berichterstattung beschrieb Ben Wedeman von CNN die Menschen in Beirut als von dem Angriff auf Israel „getröstet“, den er dem sogenannten „bescheidenen“ iranischen Raketen- und Drohnenangriff auf Israel im April gegenüberstellte.

Ein letzter Punkt muss noch angeführt werden.

Während die Berichterstattung der internationalen Medien in diesem Fall ermutigend war, sollte sie jedoch keine Ausnahme bleiben – sie muss Standard werden.

Der Angriff auf Jenin: Der Kampf der IDF in der Westbank gegen den Iran

6. Juli 2023

Chaim Lax, HonestReporting, 3. Juli 2023

Der Angriff der IDF auf den Islamischen Jihad in Jenin, der am frühen Montag ist die neueste Schlacht in Israels anhaltendem Versuch die zunehmende Bedrohung der vom Iran gestützten palästinensischen Terrorgruppen in der Westbank einzudämmen.

Da diese israelische Operation nur wenige Tage nach der Ankündigung des Chefs des Islamischen Jihad kommt, die palästinensische Terrorgruppe würde mit Hilfe des Obersten Revolutionsführers Ayatollah Ali Khamenei ihre Präsenz in der Westbank ausweiten, ist die Verbindung der Islamischen Republik und die Zunahme der israelisch-palästinensischen Gewalt nie deutlicher gewesen.

Doch während Teherans schleichende Beteiligung an der Gewalt in der Westbank entscheidend ist, um das Wesen und den Umfang der Terrorbekämpfungsaktivitäten Israels zu verstehen, sind sich viele dieses entscheidenden Kontextes nicht bewusst, weil dieser von den internationalen Medien weitgehend übersehen wird.

Für eine angemessene Kontextualisierung der israelischen Terrorbekämpfungsaktivitäten in Jenin wir dieser Artikel einen Blick auf die Ausweitung des iranischen Einflusses in der Westbank werfen, seine Rolle mi zunehmend tödlichen palästinensischen Terrorismus und dass diese Unterstützung für Terrorismus von den Mainstream-Medien zu wenig berichtet wird.

Aufnahmen von IDF-Angriffen in Jenin diese Nacht. Findet direkt nach dem Interview des PIJ-Generalsekretärs statt, „den Zustand der Ruhe zu einem des Widerstands in der Westbank ändern“.

Schusswaffen, Bomben und Raketen: der Iran in der Westbank

Traditionell war Irans israelfeindlicher Einfluss auf den von der Hamas kontrollierten Gazastreifen, den von der Hisbollah dominierten Süd-Libanon und Assads Syrien beschränkt.

Allerdings begann Teheran sich beginnend Mitte 2021 auf seine Bemühungen zu konzentrieren die Aktivitäten der palästinensischen Terrororganisationen in der Westbank zu beeinflussen, einschließlich des Islamischen Jihad, der Hamas und der Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden.

Während Teheran bereits 2014 ein erklärtes Interesse daran gehabt hat, Einfluss auf das zu nehmen, was in der Westbank geschieht, gibt es mehrere Gründe dafür, dass die Hinwendung des Iran zur Westbank erst vor ein paar Jahren erfolgte: Eine geschwächte palästinensische Autonomiebehörde hinterließ ein Machtvakuum, das zu füllen der Iran bereit war, den „Rückgang des amerikanischen Einflusses in der Region“ und der Wunsch eine vierte Front gegen Israel in dem zu eröffnen, was als Irans „Zangenkrieg“ beschrieben worden ist.

Mit der Ausweitung seines Einflusses in der Region könnte der Iran erfolgreich einen Vielfronten-Angriff auf den jüdischen Staat vom Gazastreifen, dem Libanon, Syrien und der Westbank aus koordinieren. Ein Beispiel dafür war im April 2023 zu sehen, als innerhalb einer Woche aus dem Gazastreifen, dem Libanon und Syrien Raketen auf Israel geschossen wurden, während ein bedeutender Terroranschlag der Hamas in der nördlichen Westbank stattfand.

Dieser Vielfronten-Krieg ist für den Iran erforderlich, wenn er sein Ziel der Destabilisierung Israels und letztlich der Zerstörung des jüdischen Staats erreichen will.

Als Teil seines zunehmenden Einflusses innerhalb der Westbank hat der Iran geholfen:

  • die Terrorgruppe Löwengrube in Nablus zu bilden
  • den Schmuggel von Waffen aus dem Libanon n die Hände des Islamischen Jihad in der Westbank zu arrangieren
  • die Einflussbereich des Islamischen Jihad und der Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden in der nördlichen Westbank auszuweiten
  • die Entwicklung selbstgebauter Raketen in Jenin zu unterstützen
  • die Ausführung tödlicher Terroranschläge in der Region zu koordinieren

Insbesondere folgten nachTreffen zwischen Vertretern von Hamas, Islamischem Jihad und der Islamischen Republik in Teheran im Juni 2023 eine scharfe Zunahme von Terroranschlägen in der Westbank. Für regionale Analysten ist das Beleg für eine direkte Verbindung zwischen iranischen Mäzenatentums und palästinensischem Terror.

Führer des Islamischen Jihad kollaborieren offen mit dem islamischen Regime im Iran , das direkt Terrorismus in der Westbank koordiniert und palästinensische Terrorgruppen finanziert und mit Waffen versorgt hat.
Diesen Monat traf sich der PIJ mit Khamenei und sagte…

Die Blindheit der Medien gegenüber Irans Unterstützung für palästinensischen Terror

Gleichzeitig damit, dass die globalen Medien die schleichende Einflussnahme des Iran auf den palästinensischen Terrorismus in der Westbank zu beschönigen, haben sie den Beziehungen des Iran zu den USA und Europa eine beträchtliche Menge an Aufmerksamkeit gewidmet.

Aktuelle Artikel mehrerer internationaler Medienorgane haben über die Atomgespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran berichtet, über die Wahrscheinlichkeit, dass Großbritannien, Frankreich und Deutschland den Atomdeal von 2015 verletzen werden, indem sie die Sanktionen gegen den Einsatz von Raketen durch die Islamische Republik nicht aufheben und auf Teherans materielle Unterstützung des russischen Einmarschs in die Ukraine.

Mit der Konzentration auf diese Aspekte des iranischen Regimes bei der gleichzeitigen Ignorierung seiner Unterstützung für palästinensischen Terrorismus und die Destabilisierung der Westbank haben die internationalen Medien darin versagt ihrem Publikum ein komplettes Bild der aggressiven Absichten der Islamischen Republik und der Bedrohung der Stabilität innerhalb des Nahen Ostens und weltweit zu bieten.

Solange der Iran nicht für seine fortgesetzten Bemühungen zur Rechenschaft gezogen wird den jüdischen Staat zu destabilisieren, wird der palästinensische Terrorismus sein übles Haupt in der Westbank weiter erheben und die IDF wird weiter gezwungen sein Terrorbekämpfungs-Operationen zu betreiben, um israelisches Leben zu schützen.

Von Hitler und Stalin zu Putin und Raisi: Warum das Herunterspielen des Bösen durch die Medien so gefährlich ist.

11. August 2022

Gil Hoffman, HonestReporting, 21. Juli 2022

In ihrem neuen Buch „The Newspaper Axis“ (University of California) schreibt Davis-Geschichtsprofessorin Kathryn S. Olmsted, dass viele amerikanische und britische Zeitungen es versäumten, den Aufstieg Adolf Hitlers in den 1930-er Jahren ernst zu nehmen.

Olmsted beschuldigte sechs der mächtigsten englischsprachigen Verlage der Ära des Zweiten Weltkriegs, aktiv „Hitler ermöglicht“ und ihren Einfluss genutzt zu haben ihn herunterzuspielen und sogar seinen Aufstieg zu fördern. Sie schrieb, dass William Randolph Hearst, dem 28 Zeitungen und eine Nachrichtenagentur gehörten, Hitler und seinen Stellvertreter Hermann Göring bezahlte, um Propaganda für seine Zeitungen zu schreiben.

Einer der Gründe, die sie anführt, war die Unterstützung des Isolationismus und die amerikanische Angst vor dem Verlust an Leben, sollten die USA in einen Krieg in Europa verwickelt werden. Darüber hinaus war die redaktionelle Entscheidung dieser Zeitungsachse von der Gegnerschaft zum langjährigen Präsidenten Franklin Delano Roosevelt angetrieben.

Olmsted hält auch einen weitere Faktor fest: den Antisemitismus der Herausgeber der Zeitung.

„Sie machten sich Verschwörungstheorien zu jüdischer Einflussnahme auf die Regierung zu eigen und glaubten, die Juden selbst seien für den Antisemitismus verantwortlich zu machen“, erklärt eine Rezension der Washington Post zu „The Newspaper Axis“ und fügte hinzu: „Daher hatten sie wenig Verständnis dafür, dass die europäischen Juden durch Hitlers Hand litten und sie hatten den Verdacht, dass amerikanische Juden planten die Nation in einen Krieg zu zwingen – eine Unterstellung, die regelmäßig in ihren Leitartikeln auftauchten.“

Es ist kein Wunder, dass sogar der Molotow-Ribbentrop-Pakt vom August 1939, der es Berlin und Moskau ermöglichte Polen untereinander aufzuteilen und der Dreierpakt vom September 1940 zwischen Deutschland, Italien und Japan die Welt nicht aufweckte.

Das im Iran zur Schau gestellte Böse: Wo bleibt die Nachrichten-Berichterstattung?

Diese Woche, als der russische Präsident Wladimir Putin beschloss die Islamische Republik Iran als ersten Zielort für seine erste Auslandsreise außerhalb der ehemaligen Sowjetunion seit seinem Einmarsch in die Ukraine im Februar auszuwählen, machte er eine Pause von den Angriffen auf Zivilisten in der Ukraine, um ein Land zu besuchen, das an zahlreichenFronten kämpft, das regelmäßig Terroranschläge gegen Israel und den Jemen sponsert und Raketen auf ein amerikanisches Konsulat im nordirakischen Erbil schoss.

Haben die führenden Medienorganisationen der Welt es denn diesmal gut gemacht?

Die globale Nachrichtenagentur Reuters berichtete: „Ein aufkeimendes  Werben zwischen Russland und dem Iran ist eine unwillkommene Entwicklung für den Westen, die die USA mit Sorge beobachten wird, aber das ist noch längst keine geopolitische Veränderung.“

Die Wahrheit ist viel schlimmer, als die Art, wie Reuters das darstellt. Diese unheilige Allianz zwischen Moskau und Teheran gefährdet die gesamte Welt und wenn nicht bald gehandelt wird, könnte man sich an das Treffen später als an den charakterisierenden Augenblick im Versagen der internationalen Gemeinschaft die Welt sicher zu halten erinnern.

Derweil berichtete The Associated Press (AP), eine Nachrichtenagentur mit mehr als 130.000 Kunden, Putin habe die Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran gefordert, um eine „freie Entwicklung der Kooperation in allen Bereichen und ohne jegliche Diskriminierung“ zu gestatten.

„Vom Westen und seinen regionalen Rivalen in die Ecke gedrängt, hat die iranische Regierung die Urananreicherung intensiviert, ist hart gegen Dissens vorgegangen und macht Schlagzeilen mit optimistischen, unnachgiebigen Haltungen, die die iranische Währung Rial vor dem Absturz bewahren sollen“, hieß es in dem AP-Bericht. Er geht weiter: „Ohne eine Befreiung von den Sanktionen in Sicht ist die taktische Partnerschaft mit Russland zu einer des Überlebens geworden, während es so scheint, dass Moskau Teheran beim Schwarzmarkt-Ölhandel unterbietet.“

Das Framing und die Formulierung dieses Artikels löst Mitgefühl für den Iran aus und ganz so wie Reuters macht er den Westen zum eigentlichen Bösewicht.

In einem Text der New York Times, der sich auf Putin und den Iran als „gemeinsam Ausgestoßene“ bezieht, wird Israel nur einmal erwähnt – in einer Erklärung, warum Putin seine Beziehungen zum Iran nicht früher vertiefte.

Dass der Iran, unterstützt von Putin, Atomwaffen anstrebt und dabei beträchtliche Fortschritte macht, wird gar nicht erwähnt.

Ähnlich berichtete CNN, dass der iranische Präsident Ebrahim Raisi bei seinem Treffen mit Putin ein erhebliches Engagement für Sicherheitskooperation zwischen den beiden Ländern bejubelte; er sagte, die beiden Staaten hätten „gute Erfahrungen“ bei der Bekämpfung von Terrorismus.

Warum wird nicht erwähnt, dass der Iran der Top-Terrorsponsor der Welt ist? Vom Iran finanzierte Gruppen, darunter Hamas und Hisbollah, werden sowohl von den USA als auch der Europäischen Union als Terrororganisationen eingestuft.

Schließlich berichtete die weltweit tätige französische Nachrichtenagentur AFP in einem unkritischen Artikel, der als Posse hätte missverstanden werden können: „Teheran versicherte am Mittwoch, dass seine Atompolitik sich nicht verändert hat und dass es weiterhin an einer Fatwa festhält, die Massenvernichtungswaffen verbietet, nachdem ein offizieller Vertreter des Iran sagte, das Land sei in der Lage Atombomben zu bauen.“

Zu wenig berichtet: Die Verbindung zwischen Putins Iran-Besuch und Bidens Nahost-Reise

Zu Putins Iran-Besuch ist entscheidender Kontext ausgelassen worden, was ein durchsichtiger Versuch war US-Präsident Joe Bidens im Fokus der Öffentlichkeit stehender Reise bei Feinden der Islamischen Republik etwas entgegenzusetzen: Israel und Saudi-Arabien.

Während seiner Reise in den Nahen Osten bestätigte der Präsident die starke Allianz zwischen Amerika und dem jüdischen Staat und versuchte die Beziehungen zu den Saudis zu reparieren.

In krassem Gegensatz zu Putins Besuch in Teheran pries ein offizieller Twitter-Account mit Verbindung zum Obersten Revolutionsführer Ali Khamenei den russischen Präsidenten für seine „neuste Haltung gegen die Zionisten“.

Vom Präsidenten Russlands eingenommene aktuelle Standpunkte gegen die ZIonisten sind löblich.

Diese neue Weltordnung muss von den Medien anerkannt und darüber mit der nötigen Sorgfalt berichtet werden.

Jetzt, wo es offensichtlicher ist als je zuvor, dass die neue Achse des Bösen mit Wladimir Putin und dem Iran dabei kollaborieren die Welt zu einem gefährlicheren Ort zu machen, müssen die Medien die Welt wecken und dürfen das Böse nicht gewinnen lassen.

Das kann nur getan werden, wenn prominente Nachrichtenpublikationen aus der Geschichte etwas über die Gefahren der Verharmlosung des Bösen lernen, damit es sich nicht wiederholt.

Dem Iran vertrauen?

23. Juli 2015

HonestReporting Canada (Facebook), 21. Juli 2015

HRCanada_Iran-Atomdeal(crossposted mit abseits vom mainstream)

Der Iran erlernt die Sprache des Westens

4. Oktober 2013

Simon Plosker, HonestReporting.com, 2. Oktober 2013

Eine Meinungsumfrage von Washington Post und ABC News stellte vor kurzem fest, dass eine überwältigende Mehrheit der Amerikaner ihre Unterstützung für einen Plan der USA und Russlands zum Ausdruck brachte, Syriens Chemiewaffen abzubauen.

Und das, obwohl 68 Prozent derselben Menschen glauben, dass der Plan nicht wirklich funktionieren wird. Wie erklärt sich diese kognitive Dissonanz?

Es scheint so, dass der Wunsch jegliche Art von militärischer Verstrickung im Nahen Osten über alles andere triumphiert, wenn es um die öffentliche Meinung im Westen geht – selbst wenn die Menschen glauben, dass die Diplomatie zu Scheitern verurteilt ist.

Dieselbe Haltung scheint die Berichterstattung über den derzeitigen Public-Relations-Vorstoß des iranischen Präsidenten Rouhani zu dominieren. Werfen Sie einen Blick auf diesen Screenshot; er wurde von der britischen Zeitung The Independent gemacht:

Schlagzeile:
Benjamin Netanyahu fliegt in die USA und versucht
die Rückkehr des Iran in die Diplomatie abzublocken

Vergleichen Sie das Foto von Benjamin Netanyahu mit dem von Rouhani. Während der israelische Premierminister müde und vielleicht ein wenig aggressiv aussieht, strahlt der iranische Präsident Gelassenheit aus. So bis zum Unterschwelligen subtil das sein mag, es ist genau der Vergleich, den der Foto-Redakteur des Independent bei Ihnen erreichen will.

Und wie diese zu den syrischen Chemiewaffen befragten Amerikaner versuchen die internationalen Medien (und viele Politiker) ebenfalls verzweifelt den Konflikt mit dem Iran zu vermeiden. Also stellen sie Rouhani als den Führer dar, wie sie ihn gerne haben würden.

Sicher, Rouhanis Auftritt vor den Vereinten Nationen war herausragend, obwohl es nicht viel gab, dem er erwartungsgemäß gerecht werden musste. Der frühere Präsident Mahmud Ahmadinedschad stand auf dem Podium der Vollversammlung und leugnete den Holocaust, unterstützte 9/11-Verschwörungstheorien, bevor er behauptete er fühlte sich während seiner Rede „in Licht gebadet“ – gewiss kein der Gewinnung von PR-Punkten zuträglich.

Rouhanis Erscheinen vor der UNO erinnert mich an einen der berüchtigsten Momente der UNO (von denen es viel zu viele gibt), als 1974 PLO-Führer Yassir Arafat vor der Vollversammlung sprach und erklärte: „Ich bin mit einem Olivenzweig und der Waffe eines Freiheitskämpfers gekommen. Lassen Sie nicht den Olivenzweig aus meiner Hand fallen.“

Rouhani betrat die UNO mit dem Pendant einer Atombombe, die aus seiner Kleidung lugte. Doch wie bei Arafat vor ihm konzentrierte sich die Menge auf den „Olivenzweig“ und ignorierte die Waffe. In den Folgejahren war Arafats Schusswaffe für die Ermordung die Verwundung tausender Unschuldiger verantwortlich. Wird Rouhani es ihm gleich tun, nur mit furchtbareren Waffen?

Seit Nazi-Deutschland und der Sowjetunion ist Propaganda immer eine mächtige Waffe in der Hand von Diktatoren und Autokraten gewesen. Für westliches Publikum werden telegene öffentliche Auftritte, große Redekunst und clevere Zitate immer über trockene politische Mitteilungen triumphieren. Das ist etwas, das Rouhani klar erkennt. Selbst nachdem die USA jetzt angefangen haben den Iran anzugreifen, ist es Rouhanis anderer „Ton“, auf den verwiesen wird. Immerhin hat sich in der Substanz sehr wenig verändert.

Der Iran wird immer noch vom Willen des Obersten Führers Khamenei beherrscht. Menschenrechte und Freiheiten werden immer noch mit Füßen getreten, Homosexuelle verfolgt und Minderheiten unterjocht. Was immer Rouhani zu sagen haben mag, es ist immer noch derselbe Iran, der Syriens Präsident Assad unterstützt, die Terrororganisation Hisbollah bewaffnet und kontrolliert und Terror weltweit fördert.

Die Medien haben zu Rouhanis Rückkehr in den Iran berichtet, wo eine kleine Gruppe Demonstranten wegen seines offensichtlichen Entgegenkommens dem Westen ihn mit Schuhen und Schmähungen bewarfen. Doch selbst das hätte bewusst geplant worden sein und schaffte es Rouhani als den mutigen Pionier darzustellen, der die Unterstützung des Westens braucht, bevor sich ein Fenster der Gelegenheiten schließt. Könnte eine solche Demonstration tatsächlich ohne die stillschweigende Zustimmung des Regimes stattgefunden haben?

Vielleicht das Cleverste, das Rouhani erreichte, war ein weiterer erprobter und bewährter PR-Trick – die Neuausrichtung des Streits. Indem er einen atomwaffenfreien Nahen Osten forderte, lenkte Rouhani die Aufmerksam erfolgreich auf den einzigen anderen Staat in der Region, von dem man glaubt, dass er Atomwaffen besitzt – Israel.

Das wäre aber nicht ohne den vorherrschenden Zeitgeist möglich gewesen, der es vorzieht sich auf Israel und sein angenommenen Fehlbarkeiten zu konzentrieren, während man echte Probleme ignoriert oder Ausreden dafür findet, die auf der Prioritätenliste viel weiter oben stehen müssten, z.B. den syrischen Bürgerkrieg und – ja – das iranische Atomprogramm.

Während sich Benjamin Netanyahu also auf die Rede vor der UNO-Vollversammlung vorbereitet, findet er sich bereits als für die Rolle des Spielverderbers ausgewählt. Wird es, wie Rouhanis „Ton“, Netanyahus Ton sein, mit dem die Medien sich beschäftigen oder werden es substantielle Inhalte einer Rede sein, die die Welt an einschlägige Fakten erinnert will?

Leider scheint es so, dass der Iran den Nutzen der Ausübung weicher Macht durch effektive Kommunikation und PR gelernt hat. Wer braucht einen Atomsprengkopf?

„Schlag gegen den Islam“: Die provokative Headline der Daily Mail

29. Oktober 2012

HonestReporting Media BackSpin, 29. Oktober 2012

Ein Luftangriff auf eine sudanesische Waffenfabrik, angeblich von Israel durchgeführt, wurde als „Probelauf“ für eine mögliche zukünftige israelische Operation gegen iranische Atomanlagen beschrieben. Die Daily Mail scheint jedoch ein wenig neben sich zu stehen:

Israels ‚Probelauf‘ für einen Schlag gegen den Islam: Zwei Todesopfer nach Angriff auf sudanesische Raketenfabrik

Israel beabsichtigt natürlich nicht, irgendeine Religion anzugreifen.

Wie lange dauert es, bis die Daily Mail ihren Fauxpas bemerkt?


Update:
Daily Mail hat jetzt das Wort „Islam“ durch „Iran“ ersetzt.

EU-Sanktionen lassen Irans Press TV vom Äther verschwinden

16. Oktober 2012

HonestReporting Media BackSpin, 16. Oktober 2012

Dank der neuesten EU-Sanktionen gegen den Iran wurde gestern Press TV von den europäischen Satellitenprogrammen abgetrennt.

Eutelsat reagierte zuerst. Danach wurden 18 weitere iranische Staats-TV- und Radiosender wie Irib abgeschaltet.

Die Wut von Press TV war logisch und vorhersehbar:

Dies zeigt auch, dass die Europäische Union die Meinungsfreiheit nicht respektiert und keine Mühe scheut, um andere Medien zum Schweigen zu bringen.

Wie jedoch Houriya Ahmed letztes Jahr treffend anführte, ist das Prinzip der Meinungsfreiheit auf Press TV nicht anwendbar, weil „er [der Sender (bd)] vom iranischen Regime finanziert und als dessen Sprachrohr benutzt wird.“ Und weil „die Wahrheit verzerrt und seine Berichte im Sinne der Teheraner Agenda manipuliert werden.“

Tatsächlich aber übertreffen die Sünden von Press TV weit die anderer Sender:

1. Die britische Medienaufsichtsbehörde OFCOM zensierte unlängst Press TV wegen der Ausstrahlung eines erzwungenen Geständnisses von Maziar Bahari. (Der Sender hat vergeblich eine Klage gegen Bahari eingereicht. Heute wurde in Teheran weiterverhandelt.)

2. OFCOM stellte außerdem in seiner Entscheidung fest, dass George Galloways Talkshow lediglich als Vehikel zur Verunglimpfung Israels diente.

3. Press TV wurde dabei ertappt, dass es ein Märchen über 1.370 Todesfälle durch US-Drohnen in Somalia erfunden hatte.

4. Reporter Jody Sabral quittierte seinen Job und beschuldigte Press TV, absichtlich Nachrichten über den syrischen Aufstand unterbunden zu haben.

5. OFCOM zensierte außerdem Lauren Booth’s Berichterstattung zur Mavi-Marmara-Flotilla –; das passt, weil sie als Speerspitze der Gaza-Flotilla-Bewegung fungiert (Bitte runterscrollen bis Dishonest Reporter of 2008: Lauren Booth.

Also nur Propaganda und nichts Neues.

Und tschüss.

Leserbrief des Monats – März 2012

16. April 2012

HonestReporting Media BackSpin, 16. April 2012

Obwohl er sich im letzten September 2011 Meriten verdiente, hat Jacob Amir aus Jerusalem wieder einmal aufgetrumpft, als er sich mit zwei veröffentlichten Leserbriefen im März auseinandersetzte. Und just, als Jacobs Aktivitäten im Netz mehr und mehr Widerhall fanden, erschienen Leserbriefe in der LA Times und dem britischen Independent.

Am 15. März nahm Jacob diesen falschen Leserbeitrag im Independent aufs Korn:

Khalid Haneef (Leserbrief vom 15. März) behauptet, dass David Ben Gurion an seinen Sohn geschrieben hätte: „Wir werden die Araber vertreiben und ihren Platz einnehmen“.

Aber das Zitat ist falsch. Hier richtig gestellt, was Ben Gurion an seinen Sohn im Jahr 1937 schrieb: „Wir wollen die Araber nicht vertreiben geschweige denn ihren Platz einnehmen. Alle unsere Hoffnungen basieren auf der Annahme/Voraussetzung – bewiesen durch all unsere Aktivitäten im Land [Israel] -, dass im Land genügend Platz vorhanden ist für uns und die Araber“.

Wenige Tage später, am 22. März, nahm Jacob einen Gastkommentar Stephen Schlesingers zum Problem der nuklearen Aufrüstung des Iran auf:

Anders als in der Behauptung der Autoren ist Israel ist nicht eine „religiös definierte Nation.“ Es gibt keine Staatsreligion. Es ist der Nationalstaat des jüdischen Volkes, nicht einer der religiösen Juden.

Wir alle hoffen, dass diplomatischer Druck und Sanktionen das iranische Regime davon abhalten, Nuklearwaffen zu besitzen. Aber wenn das fehlschlägt, sollte die israelische Regierung unverzüglich Maßnahmen ergreifen, den Iran zu stoppen, da dies eine existenzielle Bedrohung für Israel und seine dort lebenden Menschen bedeutet.

Kompliment an Jacob, der von uns bald eine Antwort in Form einer persönlichen E-Mail bekommen wird.

Seien Sie ermutigt, auch selbst Leserbriefe zu schreiben, und unterrichten Sie uns davon, ob sie veröffentlicht worden sind!

Mahmud Zahar: Widersprüchliche Botschaften oder gezielte Fehlinformation?

8. März 2012

HonestReporting Media BackSpin, 8. März 2012

Entweder verkündet Mahmoud Zahar widersprüchliche Botschaften oder jemand verbreitet Fehlinformationen, was eine mögliche Beteiligung der Hamas am Schlachtgetümmel eines israelisch-iranischen Krieges betrifft.

Dazu die BBC:

Aber Mahmoud Zahar, hochrangiger Führer der Hamas in Gaza, verneinte eine Beteiligung der Gruppe, und er sagte gegenüber der BBC: Wir sind nicht Teil irgendeiner politischen Achse“

„Wenn Israel uns angreift, werden wir reagieren. Falls nicht, werden wir uns nicht in irgendeinen anderen regionalen Konflikt einmischen“, fügte er hinzu.

Zahar bezweifelte die Fähigkeit der Hamas, von den palästinensischen Gebieten aus den Süden Israel anzugreifen, selbst wenn sie es wollte.

Aber AP schreibt:

Am Mittwoch zitierte die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Fars Mahmoud Zahar, ein weiteres hochrangiges Hamas-Mitglied in Gaza, mit den Worten „Die Position der Hamas im Hinblick auf einen zionistischen Krieg gegen den Iran ist ultimative Vergeltung.“ Mittwochabend war Zahar für einen Kommentar nicht erreichbar.

AFP und Guardian haben bereits offiziell ihre eigenen Hamas-Quellen zitiert, was eine Nichtbeteiligung am Konflikt beträfe.

(Bild via YouTube/Emirabdlkdr)

Press TV: Iranischer Propagandasender Off the Air – wo er hingehört

23. Januar 2012

HonestReporting Media BackSpin, 23. Januar 2012

Das staatlich gelenkte iranische Propagandaorgan Press TV hatte Ende des Jahres 2008 eine Lizenz erworben, um via Satellit aus seinen Londoner Studios seine ganz speziellen „News“ in die Wohnzimmer von Millionen Briten auszustrahlen.

Wie ein Fernsehsender, der die Holocaustleugnung gefördert hatte und via seine iranischen Hintermänner eine bösartige Agenda gegen Israel betrieben hatte, eine britische Lizenz für Berichterstattung in der ersten Reihe bekommen konnte, ist ein Rätsel.

Aber seitdem sah sich Press TV mehrmals Ermittlungen von Ofcom, der britischen Regulierungsbehörde für Medien, ausgesetzt. Darunter fielen auch Berichterstattung und Kommentierung zu Israel durch die Star-Moderatoren Lauren Booth und George Galloway.

Darüber hinaus zog Press TV die Aufmerksamkeit von Ofcom auf sich wegen einer Beschwerde, dass er bei seiner Berichterstattung über die Versuche des iranischen Regimes im Anschluss an die Wahlen von 2009, die Dissidenten niederzuknüppeln, seine Verpflichtung zur Unparteilichkeit und sorgfältigen Berichterstattung verletzt hatte; und in jüngster Vergangenheit wurde der Sender wegen der Ausstrahlung dieses Interviews mit Newsweek-Journalist Maziar Bahari bestraft, weil es durch Folter zustande gekommen war. Bahari war wegen seiner Berichterstattung über die Demonstrationen nach den iranischen Präsidentschaftswahlen im Jahr 2009 inhaftiert worden. Der Sender zeigte auch einen Hang für Fortsetzungsgeschichten, die keine seriösen Medien bringen würden.

All dies gipfelte im Entzug der Sendelizenz für Press TV in Großbritannien durch Ofcom; augenscheinlich wegen Verletzung der britischen Rundfunkvorschriften bei der Berichterstattung aus Teheran. Der Guardian berichtet:

„Ofcom hat beschlossen, Press TV Limited mit sofortiger Wirkung die Lizenz zu entziehen“, so der Regulierungsbeauftragte in einer Erklärung. 

Ofcom schrieb Press TV in November einen Brief, in dem das Problem angesprochen und die Wahl aus zwei Rechtsmitteln angeboten wurde. 

Zum einen sollte die redaktionelle Aufsicht für das Programm von Press TV auf Großbritannien übertragen werden, oder aber an den Iran. 

„Die Rundfunkvorschriften setzen voraus, dass die Lizenz von der Person gehalten wird, die in der Regel die Kontrolle über die TV-Ausstrahlung besitzt, das heißt, die Person, die für die Programmauswahl des Senders zuständig ist und den Programmablauf organisiert“, so Ofcom. 

„Ofcom räumte Press TV die Möglichkeit ein, einen korrekt lizenzierten Antrag auf Ausübung seiner Tätigkeit in Teheran zu stellen und dabei behilflich zu sein“, sagte der Regulierungsbeauftragte. 

Ofcom sagte, dass Press TV auf keine der beiden Optionen reagierte bzw. keine davon implementierte. 

„Press TV hatte die Möglichkeit, seine Sicht der Dinge zu Ofcoms ’beabsichtigtem Lizenzentzug’ darzustellen“, so der Offizielle.

„Press TV versäumte, den notwendigen Antrag zu stellen, und Ofcom entzog deshalb Press TV die Lizenz für Ausstrahlungen in Großbritannien.“

Auch wenn Press TV online  immer noch abrufbar ist, bedeutet dies zweifellos einen schweren Schlag für den Sender. Statt gemeinsam eine Rundfunkplattform mit Sky News, CNN und BBC zu teilen, ist Press TV nun wieder an den Rand gedrängt worden – wo er hingehört.

Medien-Spickzettel 7. November 2011

7. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 7. November 2011

Alles, was Sie zur Medienberichterstattung über Israel wissen sollten.

Zur Dringlichkeit des iranischen Nuklearprogramms

Bis der IAEA-Bericht im Laufe dieser Woche veröffentlicht wird können wir nur Fragen stellen.

Dan Williams (Reuters) fragt: Hat der Iran den Begin-Doktrin ein Ende gesetzt?

• Amir Taheri fragt: Könnte den Mullahs zurzeit ein Angriff sogar gelegen kommen?

• Tim Marshall (Sky News) fragt: Irans Bombe: zu 90% fertig?

• Uzi Rubin fragt: Stellt die Shahab-3 Rakete wirklich einen Grund zur Besorgnis dar?

• Lesen Sie in der Washington Post über  die Helfershelfer beim iranischen Nuklearprogramm

AP: Die Staaten am Persischen Golf stimmen Israels Warnungen insgeheim zu.

Das Russell-Tribunal zu Palästina

• Das südafrikanische Schablonendenken ist gesund und munter wie eh und je, was sich daran zeigt, wie die Personen, die im selbstgerechten Russell Tribunal aktiv sind, nun auf Richter Richard Goldstone einprügeln. Er hatte die Stirn zu sagen, dass es in Israel keine Apartheid gibt. (Hat tip: Elder of Ziyon).

• Die Durban Daily News Features lässt zum Thema Russell Tribunal David Saks und Nurit Peled-Elhanan in ihren jeweiligen Gastbeiträgen gegeneinander antreten.

Weitere Beiträge bitte hier lesen. [In Englisch]

Medien-Spickzettel vom 3. November 2011

4. November 2011

HonestReporting Media BackSpin, 4. November 2011

Alles, was man zur Medienberichterstattung über Israel wissen sollte.

Großes Rätselraten über einen möglichen Angriff auf den Iran überschattete das Streben nach palästinensischer Eigenstaatlichkeit und die Meldungen zur neuen Gaza-Flottille.

Zum iranischen Nuklearprogramm

• Der Guardian machte sich (wieder einmal) ziemlich wichtig, als er berichtete, dass die IAEA iranische Nuklear-Tests aufgedeckt habe, die allein dazu dienten, eine Nuklearwaffe herzustellen. Seine Ergebnisse werden nächste Woche veröffentlicht*:

Der Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ist der neueste in einer Reihe von vierteljährlich erscheinenden Bulletins über die Aktivitäten des Iran; aber dieser wird ein noch nie dagewesenes Maß an Details zu im Iran durchgeführten Forschungen und Experimenten in den letzten Jahren enthalten, die Vermutungen westlicher Offiziellen zufolge nur für den Aufbau und die Entwicklung eines nuklearen Sprengkopfes dienen können. „Das wird eine Wende im iranischen Atomprogramm bedeuten“, sagte ein westlicher Offizieller voraus. „Moskau oder Peking werden sich schwer tun, diese Bedeutung herunterzuspielen.“

• Der Daily Telegraph erhellt, was im nächsten IAEA-Bericht zu lesen sein wird.

• Im Guardian wird auch berichtet, dass Großbritannien seine Krisenpläne für eine Aktion gegen iranische Atomanlagen vorantreibt.

• Wie kann es zu diametral anders formulierten Schlagzeilen bezüglich ein und derselben Umfrage kommen?



• Ein Leitartikel im Independent regt sich [dämlicherweise, aber alles andere als überraschend bei der seit gefühlt ewigen Zeiten antisemitischen Independent-Agenda (bd)] über Israels Raketentests auf:

So oder so: Die Tatsache, dass ein Angriff auf den Iran wieder in der Luft liegt, auch wenn anderswo der Optimismus des arabischen Frühlings vorherrscht, spiegelt Israel erhöhtes Bewusstsein für Verwundbarkeit wider. Und es wirft ein schlechtes Licht auf die israelischen Führer, dass sie bisher nicht in der Lage waren, auf die historischen Veränderungen zu reagieren, die um sie herum entstanden. Es ist nicht allein den Palästinensern zuzuschreiben, dass der Friedensprozess im Nahen Osten seit einem Jahr als erstarrt gilt.

Na ja, dieses überflüssige Geschwätz muss man nicht groß kommentieren, oder? (bd)

Alle weiteren Artikel bitte hier abrufen (In Englisch).

——————-
*Das ist er aber früh dran, der Guardian: Auf der Webseite Free Iran Now! wird das Thema schon seit 2009 erörtert. Einfach mal die Beiträge ab diesem Zeitpunkt durchsuchen.

From Iran, with Love

21. Juni 2011

HonestReporting Media BackSpin, 21. Juni 2011

Zehn mal ist der Iran beim Schmuggeln von Waffen an Terroristen ertappt worden.

Mich erstaunt schon, dass wir ein Video wie dieses nicht schon früher gesehen haben.

Sanktionen: Entscheidung des Volkes?

2. März 2011

HonestReporting Media BackSpin, 2. März 2011

So sähe es aus, wenn allein die Logik der NY Times gälte, falls es um härtere Maßnahmen gegen den Iran ginge:

Wir waren enttäuscht, vom Ministerpräsidenten der führenden islamischen Demokratie, der Türkei – also Recep Tayyip Erdogan – zu hören bekamen, dass jegliche Sanktion oder Einmischung  eine Bestrafung des libyschen Volkes bedeute. Wenn Libyens Menschen bereit sind, ihr Leben aufs Spiel zu setzen, sollten alle Demokratien zu ihnen stehen.

Das Gaddafi-Regime gibt jetzt ein leichtes Ziel ab. Aber sind die Iraner nicht weniger bereit, ihr Leben aufs Spiel setzen, und sollten die Demokratien also nicht auch ihnen zur Seite stehen?

Nee.

Wer ist der Iran, dass er Israel Vorhaltungen wegen Tränengaseinsatz macht?

22. Februar 2011

HonestReporting Media BackSpin, 22. Februar 2011

Eine Facebook-Gruppe namens IRAN: “Wir brauchen dringend Eure Hilfe” bittet „Netzbürger“ um Rat, wie man sich vor einem unbekannten neuen Tränengas schützt, das die iranischen Sicherheitskräfte gegen Freiheits-Demonstranten einsetzen.

Das erinnert mich an Jawaher Abu Rahma, deren Tod zu Unrecht israelischen Sicherheitskräften angelastet wurde. Letztendlich gaben die Palästinenser zu, dass die Frau an einer bereits bestehenden Krankheit gelitten hatte. Kein einziger Bilin-Protestler würde durch israelisches Tränengas getötet, aber Abu Rahmas Tod war Wasser auf die Mühlen heftiger Berichterstattung durch den iranischen Staatssender Press TV.

Nun wird der Iran derselben Sache bezichtigt – in einem ungleich größeren Maßstab. Ich gehe mal davon aus, dass Press TV den Anschuldigungen begegnen wird, indem er „beweist“, dass das iranische Gas normal sei, und dass jeder, der unter ungewöhnliche Folgewirkungen leide, bereits vorher gesundheitlich stark vorbelastet war.

Leseempfehlungen 23. Dezember 2010

23. Dezember 2010

HonestReporting Media BackSpin, 23. Dezember 2010

Die uncharmante PR-Offensive der Hamas
Die Boston Globe durchschaut eine PR-Kampagne der Hamas – vorher aufgegriffen von AP.

Der Iran rekrutiert Nuklearwissenschaftler für sein Waffenprogramm
Ein ehemaliger Diplomat packt aus, dass er ausländische Wissenschaftler angeheuert hatte, um für den Iran Nuklearwaffenfähigkeit zu erlangen und die Reichweite ballistischer Raketen zu verbessern.

Assange kündigt  Infos zu Mabhouh* und dem Libanonkrieg an.
Er bestreitet zudem Gerüchte über Wikileaks-Deals mit dem Mossad.

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*Als hilfreiche Hintergrundinformation hier ein paar Beiträge, die wir (HonestReporting) zum Thema Mabhouh (Dubai) gepostet hatten [bd].

Radio Canada: ‚Israel weist keinerlei Ähnlichkeit mit Iran und Sudan auf‘

14. Dezember 2010

HonestReporting Media BackSpin, 14. Dezember 2010

Es sollte eigentlich sonnenklar sein, dass Israel nichts mit dem Iran und Sudan gemeinsam hat. Nicht aber für Simon Durivage von Radio Canada.

Durivage entschuldigte sich für den unangebrachten Vergleich mit diesen Ländern, nachdem sich Leser von HonestReporting Canada eingeschaltet hatten.

Wichtiger als die Entschuldigung jedoch war der Bericht der Beschwerdestelle des Senders (pdf-Format), weil er einigen wichtigen Präzedenzfall darstellt:

„Radio Canada erkennt an, dass es unangemessen war, den Iran und Sudan als Beispiele dafür herzunehmen, die Risiken einer kanadischen Unterstützung für Israel zu darzustellen.“

„…indem er irrtümlicherweise Israel mit dem Iran und Sudan in Verbindung brachte, hielt sich Simon Durivage nicht an eine der Grundregeln für journalistische Standards und Praxis bei CBC/Radio Canada, nämlich die der Sorgfaltspflicht.“

„Die Assoziierung Israels mit dem Iran und Sudan bedeutete einen journalistischen Fehltritt.“

Damit ist also schriftlich festgelegt, dass eine moralische Gleichsetzung Israels mit Schurkenstaaten wie Iran, Sudan (Nordkorea und Kuba gehören auch dazu) unangemessener Journalismus ist.

Besuchen Sie HonestReporting Canada für relevante Videos, Links und weitere Infos.


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