Archive for the ‘Antisemitismus’ category

Albaneses jüngste Bemerkungen offenbaren ein Muster der UNO und die Medien dürfen das nicht länger ignorieren

19. Februar 2026

Dr. Rinat Harash, HonestReporting, 16. Februar 2026

Francesca Albanese hat es wieder getan.

Die Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen für die Palästinenser-Gebiete sieht sich erneut Rücktrittsforderungen ausgesetzt, nachdem ihre Äußerungen bei einem Al-Jazira-Forum in der letzten Woche Antisemitismus-Vorwürfe ausgelöst haben.

Albanese behauptet, ihre Worte seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. Doch wenn eine hochrangige UNO-Beamtin mit einer gut dokumentierten Vorgeschichte an aufrührerischer Rhetorik Formulierungen benutzt, die klassischen antisemitischen Sprachbildern auffallend ähneln, liegt das Problem nicht in Fehlzitaten. Es liegt im Urteilsvermögen.

Angesichts ihrer langen Vorgeschichte überrascht es kaum, dass ihre Bemerkungen beim der Al-Jazira-Event über den „gemeinsamen Feind“ der Weltgemeinschaft als Echo klassischer antisemitischer Sprachbilder über jüdische Macht und Einfluss verstanden wurden. Die vollständige Rede (zusätzlich zu einem gekürzten Clip) verbreitete sich rasch in den sozialen Medien. Anstatt klar zwischen Kritik an der Politik der israelischen Regierung und einer Rhetorik zu unterscheiden, die Juden als Kollektiv ins Visier nimmt, verwischte ihre Sprache diese Grenze — und zwar weder zufällig noch einmalig.

In einem peinlichen Versuch, sich selbst reinzuwaschen, postete Albanese später den vollständigen Clip ihrer Rede — versehen mit einer Bildunterschrift, die man nahezu wortgleich aus den Protokollen der Weisen von Zion hätte kopieren können.

Watch my AJ Forum speech last week: the common enemy of humanity is THE SYSTEM that has enabled the genocide in Palestine, including the financial capital that funds it, the algorithms that obscure it and the weapons that enable it.

Teil eines Musters

Einige Medien — etwa France24 — verteidigten Albanese und behaupteten, ihre Äußerungen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden, wobei sie unterschlugen, dass es sich nicht um einen einmaligen Ausrutscher einer sonst sorgfältigen Beamtin handelt. Es ist Teil eines Musters.

Albaneses Vorgeschichte an aufhetzerischen Aussagen und problematischen Verbindungen ist gut dokumentiert. Wir haben bereits ausführlich dargelegt, dass das Al-Jazira-Forum nicht nur Albanese eine Bühne bot, sondern auch Terroristen wie den Hamas‑Führer Khaled Maschaal. Dieser Kontext ist entscheidend.

Ebenso entscheidend ist, dass dies nicht das erste Mal ist, dass Albanese wegen ihrer Rhetorik Konsequenzen zu spüren bekommt. Wie wir zuvor festgehalten haben, wurde sie bereits von den Vereinigten Staaten sanktioniert — wegen Äußerungen, die Regierungsvertreter als antisemitisch und terrorverharmlosend beschrieben.

Diese Sanktionen wurden nicht leichtfertig verhängt. Sie folgten auf eine dokumentierte Reihe von Aussagen und Handlungen, die als Grenzüberschreitungen wahrgenommen wurden — weg von legitimer Kritik an Israel hin zu Feindseligkeit gegenüber Juden und offener Nähe zu Akteuren, die den USA feindlich gesinnt sind.

Wenn jemand mit einem solchen Hintergrund ein einer Weise von „Macht“ oder „Kontrolle“ spricht, die historische antisemitische Narrative anklingen lässt, ist es keineswegs unvernünftig, dass das Publikum hört, was die Geschichte es gelehrt hat zu hören.

Albaneses Verteidiger argumentieren, sie habe sich lediglich auf politische Lobbyarbeit oder staatliche Politik bezogen. Doch angesichts ihrer Vorgeschichte liegt die Verantwortung mit Präzision und Klarheit zu sprechen bei ihr. Stattdessen sprach sie auf einem Forum, das dafür bekannt ist, israelfeindliche Rhetorik zu verstärken — und verwendete Formulierungen, die erwartbar Empörung auslösten.

Überall in den sozialen Medien beeilten sich viele, die Kontroverse als Missverständnis darzustellen. Schlagzeilen betonten ihre Behauptung, sie sei selektiv zitiert worden. Andere suggerierten, die Kritik an ihren Äußerungen sei politisch motiviert. Was jedoch häufig fehlte, war ein schlichtes Eingeständnis ihrer dokumentierten Vorgeschichte und der kumulativen Wirkung ihrer Rhetorik im Verlauf der Jahre.

Das Thema ist nicht, ob UN‑Beamte Israel kritisieren dürfen. Natürlich dürfen sie das. Das Thema ist, ob eine UNO-Sonderberichterstatterin wiederholt Sprache verwenden kann, die antisemitische Sprachbilder anklingen lässt, bei Foren auftreten kann, die Terroristen eine Bühne bieten — und anschließend jede legitime Kritik als böswillig abtun darf.

Die Vereinten Nationen behaupten universelle Prinzipien zu vertreten und Antisemitismus in all seinen Formen zu bekämpfen. Dieser Maßstab muss auch für ihre eigenen Funktionäre gelten. Wenn mehrere demokratische Regierungen — Frankreich, Italien und Österreich — Albaneses Rücktritt fordern, dann nicht, weil ihre Formulierungen ungeschickt waren. Sondern weil ihr Verhaltensmuster das Vertrauen in ihre Fähigkeit untergraben hat, ihr Mandat unparteiisch auszuüben.

Die Frage ist inzwischen nicht mehr, ob ihre Worte gekürzt oder falsch zitiert wurden. Sondern ob die UNO bereit ist anzuerkennen, dass die Glaubwürdigkeit einer Sonderberichterstatterin mehr erfordert als technische Verteidigungen. Sie erfordert Urteilsvermögen, Verantwortungsbewusstsein und eine unmissverständliche Ablehnung jener Rhetorik, die sich historisch gegen Juden gerichtet hat.

Solange das nicht geschieht, wird die Kontroverse nicht abklingen. Und das sollte sie auch nicht.

Am Holocaust-Gedenktag entlarvt der Leitfaden der Hamas für eine „saubere“ Rhetorik die Lüge im Kern ihrer PR-Strategie

5. Februar 2026

Dr. Rinat Harash, HonestReporting, 27. Januar 2026

Während die Welt an diesem Internationalen Holocaust-Gedenktag innehält, um sich daran zu erinnern, was geschieht, wenn Hass offen ausgesprochen, öffentlich umgesetzt und zu lange ignoriert wird, soll dieser Tag moralische Klarheit schärfen. Genau deshalb ist ein neu aufgetauchtes Hamas-Dokument jetzt von Bedeutung.

Denn es zeigt, dass die Hamas den Holocaust sehr gut versteht. Nicht als Verbrechen, sondern als Kommunikationsproblem.

Ein internes Hamas-Dokument aus dem Jahr 2022, das während des Israel-Hamas-Krieges von der IDF im Gazastreifen beschlagnahmt und vor kurzem veröffentlicht wurde, legt eine ausgefeilte Strategie dar, wie westliche Zielgruppen manipuliert werden können, indem antisemitische Inhalte aus der externen Kommunikation entfernt, intern jedoch beibehalten werden. Das Ziel ist keine Mäßigung, sondern Verschleierung.

Das Heft mit dem Titel „Leitfaden für den Palästinenser-Sprecher in der Welt“ liest sich weniger wie Ideologie und mehr wie ein Handbuch für Öffentlichkeitsarbeit. Sein Zweck, so erklärt die Hamas, sei es, Sprecher dabei zu unterstützen, „positive mediale Aufmerksamkeit zu erzielen“ und Sympathie in westlichen Medienumgebungen zu gewinnen.

Die Methode ist bewusst doppeldeutig.

Auf Seite 7 weist der Leitfaden Hamas-Vertreter ausdrücklich an Begriffe zu vermeiden, die westliche Sensibilitäten auslösen, darunter Nationalsozialismus und Holocaust. „Man muss sich der großen Sensibilität und der schweren historischen Belastung bestimmter Begriffe in der westlichen Welt bewusst sein“, heißt es in dem Dokument, das davor warnt, bei nicht-muslimischen Zielgruppen von „Nazi-Praktiken“ oder „dem Holocaust“ zu sprechen.

Deckblatt des Hamas-Führers’ „Guide for the Palestinian Spokesman in the World“
Eine Seite aus dem Hamas-Führer „Guide for the Palestinian Spokesman in the World“
Dank an das Meir Amit Intelligence and Terrorism Information Center

Antisemitismus vs. Außenwirkung

Das Problem, so erklärt die Hamas, ist nicht der Antisemitismus. Das Problem ist die Außenwirkung.

Der Leitfaden geht aber weiter. Er warnt Sprecher davor, von „den Juden“ oder „der jüdischen Lobby“ zu sprechen – nicht, weil solche Behauptungen falsch wären, sondern weil sie „dem palästinensischen Diskurs schaden“, indem sie ihn rassistisch und extrem erscheinen lassen.

Er warnt ausdrücklich davor klassische antisemitische Verschwörungstheorien wie „jüdische Kontrolle der Medien“ zu verwenden oder auf die Protokolle der Weisen von Zion zu verweisen – nicht, weil sie Lügen wären, sondern weil sie dem Image der Hamas schaden und Israels „Propaganda“ helfen.

Mit anderen Worten: Hör nicht auf es zu denken. Sag es nur nicht laut.

Einer der aufschlussreichsten Abschnitte des Dokuments identifiziert das historische jüdische Leid offen als Hindernis für die weltweite Kampagne der Hamas. Der Leitfaden beklagt „den Einfluss des historischen Leidens der Juden in Europa“, besonders in Deutschland, wo Hinweise auf eine „historische Verpflichtung gegenüber Juden“ heute angeblich eine „unfaire Voreingenommenheit zugunsten der zionistischen Entität“ rechtfertigen.

Das ist keine Ablehnung von Antisemitismus. Es ist das Eingeständnis, dass Antisemitismus lästig ist.

Genehmigtes Glossar

Um damit umzugehen, liefert die Hamas sogar ein Glossar „falscher“ Begriffe und ihrer genehmigten Ersatzformulierungen. „Juden töten“ darf niemals gesagt werden. Der bevorzugte Ausdruck lautet „den zionistischen Besatzer töten“. Die Unterscheidung ist taktisch, nicht moralisch.

Daraus entsteht ein klares Bild davon, wie die Hamas ihre Sprache an westliche Ohren anpasst, während sie intern eine völkermörderische Weltanschauung beibehält. Es ist das rhetorische Äquivalent dazu Blutspuren aus einer Uniform zu waschen, bevor man vor eine Kamera tritt.

Das ist wichtig, weil es funktioniert.

Westliche Medien geben regelmäßig Personen mit Hamas-Bezug eine Plattform, die fließend in der bereinigten Sprache sprechen, die dieser Leitfaden vorgibt. Begriffe wie „koloniales Projekt“, „Widerstand“ und „Völkerrecht“ ersetzen offene Aufrufe zur Auslöschung von Juden. Das Ergebnis ist eine Bewegung, die sich als menschenrechtsorientiert präsentiert, während sie Massenmord praktiziert.

HonestReporting hat wiederholt dokumentiert, wie die Hamas globale Mediennarrative manipuliert, Journalisten im Gazastreifen unter Druck setzt und Berichterstattung durch Angst und disziplinierte Botschaften steuert. Der Leitfaden bestätigt, dass dies nicht zufällig geschieht. Es ist Politik.

Am Holocaust-Gedenktag sollte dieses Dokument als Warnung dienen.

Hass kündigt sich nicht immer mit Hakenkreuzen an. Manchmal kommt er in der Sprache der Menschenrechte daher, sorgfältig für westliche Ohren bearbeitet, während seine Sprecher angewiesen werden, über den Völkermord zu schweigen, den sie bewundern oder zu wiederholen hoffen.

Des Holocausts zu gedenken bedeutet nicht nur die Toten zu betrauern. Es bedeutet, die Verkleidungen zu erkennen, die das Böse zu tragen lernt.

Und die Hamas hat das Handbuch dazu geschrieben.

Von den 1930-er Jahren bis zu Bondi Beach: Wie False-Flag- Märchen Juden als Opfer auslöschen

23. Dezember 2025

Ben M. Freeman, HonestReporting, 18. Dezember 2025

Am 14. Dezember 2025 ereignete sich während einer Hanukka‑Feier am Bondi Beach in Sydney ein tödlicher antisemitischer Schusswaffenanschlag mit vielen Opfern. Mehr als ein Dutzend Menschen wurden ermordet, Dutzende weitere verletzt – ein Akt islamistischer Gewalt, den die australischen Behörden und internationale Medien als antisemitischen Terroranschlag beschrieben haben, inspiriert vom Islamischen Staat. Verdächtige wurden identifiziert, Zeugen befragt und physische Beweise sichergestellt. Politische Entscheidungsträger und Strafverfolgungsbehörden reagierten entsprechend.

False-Flag‑Vorwürfe

Doch nahezu unmittelbar nach dem Anschlag tauchte online ein vertrautes und beunruhigendes Narrativ auf. Es kursierten Behauptungen, das Massaker sei eine „False Flag“ gewesen – kein echter Terrorakt, sondern eine inszenierte Operation, die die Öffentlichkeit täuschen solle. Obwohl es nicht den geringsten Beleg für solche absurden Anschuldigungen gibt, verbreiteten sie sich dennoch rasch über soziale Medien und griffen auf ein tief verwurzeltes Reservoir antisemitischer Verschwörungsmythen zurück, das Juden beharrlich die Anerkennung als legitime Opfer von Gewalt verweigert.

Verifizierte Berichterstattung hat die grundlegenden Fakten des Anschlags eindeutig festgestellt. Die Behörden benannten die Täter, rekonstruierten den Ablauf der Ereignisse und stellten die Verbindung zur islamistischen Ideologie her. Einer der Angreifer wurde am Tatort getötet, ein weiterer unter Bewachung ins Krankenhaus eingeliefert. Ermittler stellten Material sicher, das die jihadistischen Motive bestätigte und der Anschlag wurde offiziell als Terrorismus eingestuft.

Doch soziale Medien waren noch nie ein Ort, an dem Fakten zählen. Auf X behaupteten einige Nutzer, die Aufnahmen seien gestellt, die Zeugen Schauspieler oder jüdische Organisationen und Medien hätten das Ereignis zu politischen Zwecken erfunden. In einem Austausch antwortete der Nutzer @MrHSuliman direkt auf einen Beitrag mit den Worten: „MOSSAD False Flag… fuck off jew.“ Das Massaker wurde nicht mehr als Gewaltakt verstanden, sondern als ausgeklügelte Täuschung – als angebliche Inszenierung statt als Opfererfahrung.

Andere Kommentatoren warnten vor diesem Phänomen. In einem Beitrag auf X vermerkte der Militäranalyst Andrew Fox, wie schnell nach dem Anschlag False‑Flag‑Vorwürfe aufkamen und mahnte, dass solche Narrative ein wiederkehrendes Element extremistischer Propaganda und moderner Informationskriegsführung seien.

Dieser Reflex jedoch ist weit älter als soziale Medien oder die geopolitische Gegenwart.

Wie Terroristen, die Juden ermorden, in der Berichterstattung stillschweigend vermenschlicht werden.
Nicht durch Lob – sondern durch geschickte Darstellung, Hervorhebung und Auslassung.
Hat man es einmal gesehen, kann man es nicht mehr ignorieren.

Historische und judenfeindliche Verschwörungen

Seit Jahrhunderten stehen Juden im Zentrum verschwörungsideologischer Fantasien, die sie als geheime Drahtzieher darstellen, die im Verborgenen Schaden anrichten. Im mittelalterlichen Europa beschuldigte man Juden, Brunnen zu vergiften und so Pestepidemien auszulösen. In Fällen von Ritualmord-Verschwörungen wurden sie fälschlich angeklagt, christliche Kinder entführt und getötet zu haben, um sie für religiöse Zwecke zu missbrauchen. Diese Mythen dämonisierten Juden nicht nur; sie verkehrten die Realität ins Gegenteil, indem sie jüdische Verwundbarkeit in vermeintliche kriminelle Handlungsmacht umdeuteten.

Spätere Verschwörungen folgten demselben Muster. „Die Protokolle der Weisen von Zion“, ein gefälschtes zaristisches Pamphlet aus dem frühen 20. Jahrhundert, behaupteten einen jüdischen Plan zur Kontrolle von Regierungen, Medien und Finanzwesen zu enthüllen. Obwohl das Dokument immer wieder als Fälschung entlarvt wurde, avancierte es zu einem der einflussreichsten antisemitischen Texte der Geschichte und befeuerte den Antisemitismus des 20. Jahrhunderts sowohl im nationalsozialistischen Deutschland als auch in der Sowjetunion. Sein zentraler Vorwurf lautete nicht, dass Juden Gewalt verübten, sondern dass sie Ereignisse im Hintergrund orchestrierten, während sie sich selbst als Opfer darstellten.

Dieses Muster setzt sich bis in die Gegenwart fort. Juden und Israel, der jüdische Staat, wurden beschuldigt, Organe von Nichtjuden zu entnehmen, Anschläge zu inszenieren, um militärische Maßnahmen zu rechtfertigen oder Gräueltaten zu erfinden, um die internationale Meinung zu manipulieren. Jede dieser Anschuldigungen beruht auf derselben Grundannahme: Jüdisches Leid ist niemals real. Es müsse strategisch, inszeniert oder betrügerisch sein.

False‑Flag‑Behauptungen nach Angriffen auf Juden fügen sich nahtlos in diese Tradition ein. Zu behaupten, ein antisemitisches Massaker sei inszeniert worden, bedeutet nicht einfach Fakten zu bestreiten; es reaktiviert eine uralte verschwörungsideologische Logik, die Juden den Status eindeutiger Opfer abspricht. Gewalt wird zum Komplott umgedeutet. Trauma wird zum Theater. Empathie weicht Misstrauen. Jüdische Erfahrung wird letztlich ausgelöscht.

Judenfeindliche Verschwörungen und KI

Moderne Technologien beschleunigen diesen Prozess. Nach dem Anschlag am Bondi Beach kursierte online ein KI-generiertes Bild, das angeblich den Menschenrechtsanwalt Arsen Ostrovsky zeigte, wie er nach der Schießerei lächelnd mit blutig geschminktem Gesicht posiert. Das Bild war nachweislich gefälscht, verbreitete sich jedoch rasch als vermeintlicher Beleg für jüdischen Zynismus oder angebliche Mitwirkung. Es sollte nicht informieren, sondern die moralische Reaktion auf jüdisches Leid zu vergiften.

Forschung zu Desinformation zeigt immer wieder, dass False‑Flag‑Narrative gerade deshalb gedeihen, weil sie nicht falsifizierbar sind. Jedes vorgelegte Beweismittel wird zum angeblichen Beweis für die Vertuschung. Diese zirkuläre Logik spiegelt ältere antisemitische Mythen wider, die sich ähnlich jeder Widerlegung entzogen, weil jüdisches Bestreiten selbst als Bestätigung der Schuld gedeutet wurde.

Die Folgen solcher Narrative sind keineswegs abstrakt. False‑Flag‑Vorwürfe geben den Opfern die Schuld, lenken die Aufmerksamkeit von den Tätern ab, traumatisieren Überlebende erneut und schüren Judenhass in Momenten kollektiver Trauer. Sie normalisieren die Vorstellung, jüdischer Schmerz sei inszeniert statt real.

Das Massaker am Bondi Beach war ein Akt judenfeindlichen Terrorismus. Behauptungen, es sei inszeniert oder erfunden worden, entbehren jeder Grundlage und wurzeln stattdessen in jahrhundertealten verschwörungsideologischen Fantasien über Juden. Diese Geschichten überdauern nicht, weil sie die Realität erklären, sondern weil sie jüdisches Opfersein auslöschen und die Welt von Verantwortung entbinden.

In Momenten des Traumas ist die Pflicht zwischen Tatsache und Fantasie zu unterscheiden nicht nur Aufgabe von Journalistinnen und Journalisten. Sie ist eine moralische. Wenn digitale Plattformen und KI‑gestützte Systeme Täuschung beschleunigen, können diejenigen, die sie entwickeln und von ihnen profitieren, keine Neutralität beanspruchen. Die Geschichte zeigt, was geschieht, wenn Verschwörung die Wahrheit ersetzt und jüdisches Leid als Lüge abgetan wird.

Jahrelang ignorierter Antisemitismus führte zum Terror in Australien – und die Medien halfen ihn zu normalisieren

20. Dezember 2025

Genauso verharmloste die BBC die Verbrechen der Terroristen, indem sie sich weigerte, sie überhaupt Terroristen zu nennen. Stattdessen wurden sie lediglich als „Bewaffnete“ bezeichnet – ein derart beschönigender Begriff, dass Leser aus der Schlagzeile nicht einmal erkennen konnten, dass sie einen tödlichen Angriff auf Juden verübt hatten.

Unterdessen verlagerte Sky News [UK] den Fokus von den jüdischen Opfern hin zu der Warnung, dass sich Muslime in Australien unsicher fühlen könnten. Das erzeugt eine moralische Umkehrung, die das Nachspiel eines antisemitischen Terroranschlags zu einer Geschichte über das mögliche Unbehagen einer völlig anderen Gemeinschaft umdeutet.

Diese Umkehrung vollendet ein vertrautes Muster: Jüdische Opfer verschwinden, Antisemitismus wird abstrakt und die Medien ziehen weiter, ohne sich jemals der Feindseligkeit zu stellen, die den Anschlag überhaupt erst möglich gemacht hat.

Wenn offene Aufrufe zum Mord an Juden als Einzelfälle abgetan werden, wenn Angriffe auf jüdische Einrichtungen verharmlost werden und wenn jüdische Angst als politische Übertreibung behandelt wird, wird Gewalt unausweichlich. Ein Terroranschlag gegen Juden in Australien ist die Folge von anhaltender Verleugnung, Gleichgültigkeit und moralischem Versagen. Die Verharmlosung antisemitischer Vorfälle und von Gewalt gegen das jüdische Volk in den Medien trägt zu diesem Teufelskreis bei.

Antisemitismus beginnt nicht mit Terroranschlägen. Er beginnt, wenn Warnzeichen ignoriert werden – und er wird so lange anhalten, bis Institutionen, Führungspersönlichkeiten und Medien bereit sind, klar und unmissverständlich zu sagen, dass Juden angegriffen wurden, weil sie Juden sind.

Von Mitgefühl zu Verachtung: Der Kampf gegen die Leugnung des 7. Oktobers in den Mainstream-Medien

9. Januar 2025

Rachel O’Donogue, HonestReporting, 6. Oktober 2025

Es gibt nur noch wenige Worte, die den blanken Horror des 7. Oktobers 2023 auf den Punkt bringen können – des Tages, ans Hamas-Terroristen zusammen mit palästinensischen Zivilisten eine unbegreifliche Welle der Barbarei und Blutrünstigkeit gegen wehrlose Männer, Frauen und Kinder entfesselten.

Die an den Tag gelegte Brutalität ist fast unbeschreiblich und die Angst und Qual, die die Opfer ertrugen, wird die Überlebenden weiter verfolgen.

Einige Überlebende sowie die im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln, die später ausgetauscht wurden, haben ihre Geschichte mutig ihre Geschichte erzählt; viele andere sind jedoch immer noch zu traumatisiert um zu sprechen. Untröstliche Familien, die letzte Worte mit ihren Lieben wechselten, die wegen der Terroristen in ihren Häusern festsaßen, haben ihre Trauer ebenfalls geteilt. Ersthelfer und Rettungskräfte, die zum Ort des Geschehens eilten, haben grob die Gräuel beschrieben, die sie miterlebten und die Leben, um die sie kämpften.

Aber die Stimmen, die wir nie hören werden, gehören denen, die das Schlimmste der Hamas-Grausamkeiten durchmachten – diejenigen, die kaltblütig gefoltert, vergewaltigt, verstümmelt und ermordet wurden. Viele dieser entsetzlichen Taten wurden von den Bodycams der Terroristen selbst aufgenommen, die nicht nur das Gemetzel filmten, sondern auch ihren widerwärtigen Stolz darauf diese Taten begangen zu haben. Ihr Tun und ihre sadistische Freude, mit der sie sich daran weideten, zeigen, wie tief die Grausamkeit und der Hass gehen, für die der 7. Oktober steht.

Der 7. Oktober war für das jüdische Volk der tödlichste einzelne Tag seit dem Holocaust. In den Stunden unmittelbar danach gab es einen flüchtigen Moment, an dem die Welt – oder zumindest die Medien – in Trauer vereint zu sein schien. Als Israelis und Juden in der gesamten Diaspora angesichts der unfassbaren Brutalität weinten, die ihrer Gemeinschaft zugefügt wurde, schien es so, als ob auch die Welt trauerte.

Manche Medienvertreter sollten allerdings die Worte „Nie wieder“ oder das mitschwingende „Nie wieder ist jetzt“, die nach dem 7. Oktober erklangen, nicht wörtlich nehmen. Sobald Israel seine verteidigende Reaktion gegen die Hamas begann – eine völkermörderische Terrororganisation, die sich offen der Wiederholung des Massakers verpflichtet hat, bis Israel uns en Volk vom Angesicht der Erde gewischt ist – begannen gewisse Medien zügig, unverhältnismäßig und erbarmungslos mit dem Gegenschlag. Das Narrativ wechselte von Trauer und Erschrecken zu scharfer Kritik an Israels Recht auf Selbstverteidigung und hinterging damit das kurze Gefühl der Solidarität, des vorübergehend aufgekommen war.

Tatsächlich waren kaum 72 Stunden seit dem Grenzdurchbruch der ersten Welle an Hamas-Terroristen vergangen, als die Medien anfingen die Grundlage für das zu legen, was schon bald eine weitverbreitete und unverantwortliche Anschuldigung werden sollte: dass Israel im Gazastreifen einen Völkermord begeht.

Die „Völkermord-Verleumdung“ ist nicht neu – ganz im Gegenteil. Aber das Tempo und die Leichtigkeit, mit der sie von denen aufgenommen wurde, die es besser wissen müssten, war niederschmetternd.

Nehmen wir Reuters am 10. Oktober, als sie einen Artikel mit einer Schlagzeile veröffentlichten, die der palästinensische UNO-Gesandte zitiert wurde, der Israel beschuldigte einen „Völkermord-Feldzug gegen den Gazastreifen“ zu beginnen. Diese Anschuldigung von Riyad H. Mansour gründete auf falschen Behauptungen – nichts von dem angeblichen, Völkermord gleichkommendem Handeln hatte stattgefunden, darunter der Einsatz von „Hunger als Methode der Kriegsführung“ oder ein „Versuch die nationale Existenz auszulöschen“. Dennoch brauchte Reuters unbekümmert diese hetzerische Schlagzeile. Von diesem Moment an war der Ton angeschlagen und das Narrativ begann Gestalt anzunehmen. Trotz aller gegenteiligen Fakten sollte die Völkermord-Anschuldigung ein Eigenleben entwickeln und sich hartnäckig im öffentlichen Diskurs halten.

Der Versuch des Mainstreamings des 7. Oktobers

Eine der Schlüsseltaktikten das Recht Israels auf Selbstverteidigung – und damit seines Existenzrechts – zu delegitimieren, ist die Verbreitung von Revisionismus vom 7. Oktobers. Diese Kampagne bestreitet entweder Teile der Hamas-Verbrechen oder spielt das Massaker insgesamt herunter. Diese Narrative entstehen zwar nicht unbedingt in den Medien, aber die, die Israel vernichten wollen, haben – ob unwissentlich oder absichtlich – willige Helfer in den Mainstream-Medien gefunden, die ihre Sache vorantreiben.

Diese Kampagne hat sich auf drei Hauptpunkte konzentriert: die Leugnung der sexuellen Gewalt, die Hamas-Terroristen begingen, die Darstellung des Angriffs als legitime Handlung und Widerstand und die Behauptung, Israel nutze den 7. Oktober aus um den Gazastreifen zu „besetzen“.

Leugnung der sexuellen Gewalt der Hamas

Die Leugnung der gut dokumentierten sexuellen Verbrechen der Hamas begann mit Verschwörungs-Verbreitern wie The Intercept und The Grayzone, aber diese Narrative gewannen durch eine Minderheit der Berichterstattung der Mainstream-Medien eine gewisse Legitimität. Zum Beispiel suggerierten politische Podcaster wie Brianna Joy Gray, zu glauben, israelische Frauen seien vergewaltigt worden, sei „übertrieben“, weil keine von ihnen „eine Aussage gemacht“ habe. Gray wurde später von The Hill entlassen, nachdem sie die Augen verdrehte, als Yarden Gonen, die Schwester der Geisel Romi Gonen, in ihrem Namen darum bat den Berichten israelischer Opfer zu glauben.

Masha Gessen trug im The New Yorker zu diesem Narrativ mit einem Feature bei, das vorgab die sexuelle Gewalt am 7. Oktober zu „untersuchen“, nur um am Ende Israel zu beschuldigen, es würde diese Verbrechen „als Waffe einsetzen“. Gessen bestritt zwar nicht rundheraus, dass es zu sexueller Gewalt kam, aber der Artikel spielte deren Ausmaß und Schwere herunter, zog eine von Pramila Patten geführte Ermittlung der UNO in Zweifel und verwarf Zeugenaussagen.

Organisationen wie HonestReporting traten dieser Leugnung jedoch schon früh entgegen und haben so verhindert, dass diese Unwahrheiten Fuß fassten oder sich in den Mainstream-Medien weit verbreiteten.

Das Hamas-Massaker zu einem legitimen Akt des „Widerstands“ darstellen

Einmal mehr wurde ein Narrativ, das seinen Ursprung in den antisemitischen Ecken des Internets hat, von Teilen der Mainstream-Medien verstärkt: die Behauptung, der Angriff der Hamas vom 7. Oktober sei ein legitimer Akt des Widerstands.

Insbesondere die BBC ist hier auf dem Prüfstand. Eine Analyse von vier Monaten ihrer Berichterstattung, beginnend mit dem 7. Oktober, deckte atemberaubende 1.500 Verstöße gegen ihre eigenen redaktionellen Richtlinien fest. Diese vom britischen Anwalt Trevor Asserson und seiner Firma angeführte Untersuchung beschäftigte ein Team aus 20 Anwälten und 20 Datenwissenschaftlern. Sie deckte systemisches Versagen beim Aufrechterhalt von Objektivität und Akkuratesse auf. Zu den Befunden gehört, dass die der Hamas von der BBC regelmäßig in wohlwollenden Begriffen dargestellt wird, besonders als „Widerstandsbewegung“, wobei ihre Kämpfer als „Soldaten“ bezeichnet werden. Eines der unerhörtesten Beispiele war eine Schlagzeile, die den Angriff der Hamas vom 7. Oktober als „spektakuläre“ Operation beschrieb.

Zahlreiche weitere Mainstream-Medien haben dieses Narrativ vom „Widerstand“ ebenfalls nachgeplappert. Anhaltende Bemühungen, dieser grotesken Darstellung entgegenzuwirken, haben allerdings zur Eindämmung der Verbreitung dieses gefährlichen Revisionismus beigetragen.

Andeuten, dass Israel den 7. Oktober als Vorwand benutzt den Gazastreifen zu besetzen

Von CCN bis zur BBC haben Teile der Medien das Narrativ vorangetrieben, Israel werde das Massaker der Hamsa als Ausrede benutzen den Gazastreifen einzunehmen. Diese irreführende Behauptung beruht auf Äußerungen einer kleinen Gruppe rechter israelischer Politiker, die weder die breite israelische Bevölkerung noch die Regierung repräsentieren, um zu unterstellen, Israels langfristige Strategie bestehe darin den Streifen zu besetzen.

Kolumnist Owen Jones vom Guardian, der auch die sexuelle Gewalt der Hamas in Zweifel zog, behauptete auf Good Morning Britain fälschlich, der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu habe den ersten Stein für eine neue Siedlung im Gazastreifen gelegt. Nachdem HonestReporting aufdeckte, dass Jones Netanyahus Rede falsch übersetzt hatte – tatsächlich ging es um einen zerstörten Kibbuz im Umfeld, außerhalb des Gazastreifens – veröffentlichte Jones eine Richtigstellung.

Die Verdrehungen zum 7. Oktober aufdecken und ihnen entgegentreten

Der Kampf gegen die Verdrehungen der Gräueltaten vom 7. Oktober hat demonstriert, dass rasches, entschiedenes Handeln essenziell ist, um zu verhindern, dass gefährliche Unwahrheiten Fuß fassen. Die Vorführung von Bearing Witness – ein Film, der Hamas-Bodycam-Aufnahmen des Massakers zeigt – war eine entschlossene und effektive Weise Journalisten die brutale Realität und die Schlüsselpersonen zu zeigen. Der Film schuf ein sorgfältig ausgewogenes Verhältnis zwischen der Ehrung der Opfer und Überlebenden und der Vermittlung der Wahrheit an eine breite Öffentlichkeit sicherzustellen.

Organisationen wie HonestReporting haben unermüdlich daran gearbeitet diejenigen zu entlarven, die revisionistische Lügen verbreiten, indem aktiv Einzelpersonen und Medien bloßgestellt werden, die die Realität der Hamas-Brutalität herunterspielen oder verzerren wollen. Lässt man sie unbehelligt, dann riskiert man, dass diese Unwahrheiten sich im öffentlichen Bewusstsein festsetzen, ganz ähnlich der heimtückischen „Völkermord-Verleumdung“.

Aber die Bemühungen von HonestReporting zeigen, dass es möglich ist diese Verzerrungen aufzuhalten, bevor sie in anerkannte Narrative metastasieren. Die Wahrheit ist nicht nur eine Gegenmaßnahme – sie ist eine Waffe gegen die online, in sozialen Medien und gedruckt verbreiteten Lügen.

Medien plappern blind Amnesty-Bericht nach, der Israel Völkermord vorwirft

7. Dezember 2024

Simon Plosker, HonestReporting, 5. Dezember 2024

Amnesty Internationals jüngster wichtiger Bericht „‘You Feel Like You Are Subhuman’: Israel’s Genocide Against Palestinians in Gaza“ [Du fühlst dich wie ein Untermensch: Israels Völkermord an den Palästinensern im Gazastreifen] beschuldigt den jüdischen Staat entsprechend der langen Geschichte der Feindseligkeit der Organisation gegenüber Israel des Völkermords im Gazastreifen.

Laut Amnesty wird in dem Bericht

Israels Handeln bei seiner Offensive vom 7. Oktober in den besetzten Gazastreifen dokumentiert. Er untersucht die Tötung von Zivilisten Schaden an und Zerstörung von ziviler Infrastruktur, Zwangsvertreibung, die Behinderung oder Verweigerung lebensrettender Güter und humanitärer Hilfe und die Einschränkung der Stromversorgung. Er analysiert Israels Absicht über Verhaltensmuster und Äußerungen israelischer Entscheidungsträger. Er kommt zu dem Schluss, dass Israel an den Palästinenser im Gazastreifen einen Völkermord begangen hat.

Amnestys Schlussfolgerung ist allerdings kategorisch falsch.

Amnesty definiert Völkermord um

So wie die Gruppe 2022 bereits auf eine völlig neue Definition dessen verfallen ist, was sie „das Verbrechen der Apartheid“ nennt, hat Amnesty die Definition für Völkermord verändert, damit sie zu ihren vorher festgelegten Schlussfolgerungen passt.

Unterstrichen: „Amnesty betrachtet das als eine allzu einengende Interpretation internationaler Rechtsprechung und als eine, die eine Feststellung von Völkermord im Kontext eines bewaffneten Konflikts praktisch ausschließt.“

Abgesehen davon demonstriert die Berichterstattung zu Amnestys Völkermord-Bericht, dass nur allzu viele Journalisten nicht bereit sind eigenes kritisches Denken zu üben.

Die Medien leiden bereits allgemein unter dem „Heiligenschein-Effekt“, über den Journalisten Nichtregierungs- und sogenannte Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty anführen, sie als über jeden Zweifel erhaben behandeln und davon ausgehen, dass ihre Informationen verlässlich sind.

Dieser Effekt wird von der Notwendigkeit verschärft, dass Medien die Story schnell veröffentlichen müssen. Es ist unwahrscheinlich, dass ein Journalist die Zeit damit verbringt die umfangreichen Amnesty-Bericht von 296 Seiten angemessen durchzusehen. Also wird das, was Amnesty als Hauptpunkte in seiner sechsseitigen Presseveröffentlichung oder an Äußerungen auf einer Pressekonferenz veröffentlicht das sein, was in den Medien erscheint.

Die Nachrichtenkreisläufe sind schnelllebig. Bis diejenigen, die auf den Bericht tiefer gehend antworten wollen, ihn zu Ende gelesen haben, wird die Amnesty-Story vorbei sein. Die Auswirkungen des Berichts und der Völkermord-Vorwurf hingegen werden viel länger anhalten, Teil des Mediennarrativs sein, während Israel aus zahlreichen Quellen unter anhaltenden Beschuss gerät, der sein Recht auf Selbstverteidigung und sogar sein Existenzrecht delegitimiert.

NGO Monitor schaffte es Amnesty Presseerklärung vorab zu erhalten und hielt in seiner vorläufigen Analyse fest, dass die sechs Seiten und 2.500 Worte lange, noch nicht zur Veröffentlichung freigegebene Zusammenfassung „die mangelnde Substanz und die Dominanz von Parolen und Mythen hervorhebt. Früherer Praxis folgend erklärt die Presseveröffentlichung Israel des Völkermords für schuldig, ohne sich um die Realität im Gazastreifen zu kümmern. Dieses Grundmuster ist durch Amnestys selektive Verwendung von ‚Beweisen‘ dokumentiert, darunter grundlegende Auslassung von Fakten, die ihre politische Linie nicht stützen sowie der eklatant manipulativen Diskussion ziviler Opfer.“

Diese Diskussion ziviler Opfer wird von Salo Aizenberg aufgenommen, der festhält, dass Amnesty es vermeidet sich mit der Zahl der getöteten Kombattanten und der sich daraus ergebende Verhältnis Zivilisten/Kombattanten zu beschäftigen; das hätte die Zielgenauigkeit der IDF gezeigt, was Amnestys Bericht bedeutungslos gemacht hätte.

Eine Möglichkeit schnell zu beweisen, dass Amnestys neuen „Bericht“ mit der Völkermord-Behauptung reiner Müll ist: Auf 296 Seiten sagt Amnesty nichts zur Zahl der getöteten Hamas-Leute (nicht einmal als israelische Behauptung) und sagt nie etwas zum Verhältnis Zivilisten/Kombattanten. Warum? Weil die Daten ihre gefälschte These vernichten würden.

NGO Monitor stellte auch fest, dass Amnesty „ausgesuchten Journalisten einen noch nicht zur Veröffentlichung freigegebenen Text und eine langatmige Presseerklärung zur Verfügung gestellt hatte, ein Versuch wohlwollende Medienberichte zu gewährleisten. Obwohl sie nicht verpflichtet sind sich an die Veröffentlichungstermine von Amnesty zu halten, sollten Journalisten, die über Amnestys Bericht berichten, diese Manipulation vermeiden und eine detaillierte kritische Analyse integrieren.

Dieser Zug scheint aber abgefahren zu sein, denn Medien wie Associated Press, CNN, Reuters, AFP, die BBC, The Guardian, die Washington Post and Sky News sind auf die Story aufgesprungen.

Amnesty Israel weist den Bericht zurück

Es ist also unwahrscheinlich, dass die internationale Presse Extraarbeit erledigen wird, Amnestys dehnbare Völkermord-Definition infrage zu stellen. Es ist ebenfalls unwahrscheinlich, dass irgendjemand sich hinsetzt und die Presseerklärung (auf Hebräisch) zur Kenntnis nehmen wird, die Amnestys Zweig in Israel veröffentlicht hat.

Amnesty Israel steht dem Handeln Israels im Gazastreifen zwar höchst kritisch gegenüber, erklärt aber, dass es „die Behauptung nicht akzeptiert, es sei bewiesen, dass im Gazastreifen ein Völkermord stattfindet und auch die operativen Erkenntnisse des Berichts werden nicht akzeptiert.“

Ha’aretz, der Auslandsmedien regelrecht religiös folgen, berichtet derweil in einer gemeinsamen Erklärung mehrerer Mitglieder von Amnesty Israel und jüdischen Mitgliedern von Amnesty International, sie:

argumentieren, dass die „künstliche Analyse“ des Berichts – besonders hinsichtlich der weitverbreiteten Zerstörung im Gazastreifen, die angeblich eine Völkermord-Absicht zeigt – nahelegt, dass die Autoren „zu einer vorher festgelegten Schlussfolgerung kommen – und keine Schlüsse auf Grundlage einer objektiven Überprüfung der Fakten und des Rechts zogen.

„Von Anfang an verwies der Bericht in interner Korrespondenz als ‚Völkermord-Bericht‘, obwohl die Recherche noch in ihren Anfangszügen steckte“, enthüllen die jüdischen Mitarbeiter.

„Das ist ein starker Hinweis auf Voreingenommenheit und außerdem ein Faktor, der weitere Einseitigkeit verursachen kann: Stellen Sie sich vor, wie schwierig es für einen Rechercheur ist Monate lang an einem Bericht mit dem Titel ‚Völkermord-Bericht‘ zu arbeiten und dann zu dem Schluss kommen zu müssen, dass es sie ‚nur‘ um Verbrechen gegen die Menschheit handelt. Vorher festgelegte Schlussfolgerungen dieser Art sind für andere Ermittlungen von Amnesty International untypisch.“

Die gemeinsame Erklärung besagt weiter, dass der Bericht „von einem Wunsch motiviert ist ein bei Amnesty Internationals Zielgruppe beliebtes Narrativ zu unterstützen“ und dass dies „leider einer Atmosphäre innerhalb von Amnesty International entstammt, die die Schwere des Massakers vom 7. Oktober bagatellisieren will.

Es war ein Versäumnis – und manchmal sogar die Weigerung – die israelischen Opfer auf persönliche und humane Weise zu thematisieren.“ Laut den jüdischen Mitarbeitern „ignorierte die internationale Organisation auch Bemühungen diese Bedenken anzusprechen“.

Aber werden Journalisten dem Beachtung schenken?

Holocaust-Vereinnahmung

Es sagt viel über die Denkweise eines Journalisten, wenn der Holocaust vereinnahmt wird, um unbewusst Israels Handeln im Gazastreifen, von dem Amnesty behauptet, es sei Völkermord, mit dem echten Nazi-Völkermord am jüdischen Volk in Verbindung zu bringen.

Leider haben sowohl Associated Press als auch der Guardian in ihren Artikeln zum Amnesty-Bericht diesen Weg eingeschlagen.

„Israel, das in der Folge des Holocaust gegründet wurde…“
„… wird wahrscheinlich in Israel mit Empörung begegnet werden und Antisemitismus-Vorwürfe hervorrufen…
Der Holocaust führte zur Gründung des jüdischen Staates…“

Der Guardian ging sogar so weit israelische Reaktionen auf den Amnesty-Bericht vorwegzunehmen und behauptete, er würde „Antisemitismus-Vorwürfe hervorrufen“, womit er Israelis und Juden quasi beschuldigte in böser Absicht Antisemitismus zur Waffe zu machen.

AFP machte sich nicht einmal die Mühe irgendeine israelische Reaktion auf den Bericht zu bringen, bis auf den Textbaustein „Israel hat Völkermord-Vorwürfe wiederholt und entschieden bestritten und die Hamas beschuldigt Zivilisten als menschliche Schutzschilde zu benutzen“.

Die Washington Post zitiert Paul O’Brien, Exekutivdirektor von Amnesty International USA, der sagt: „Was das Gesetz verlangt, dass wir – neben all den andren komplexen Absichten, die es im Krieg gibt – beweisen, hinreichend Beweise dafür gibt, dass [Völkermord-] Absicht besteht.“

Und das ist der Haken an der Sache: Die Zahl der Toten und die Zerstörung im Gazastreifen können als eine unvermeidliche und tragische Folge eines Krieges erklärt werden, in dem die Hamas alles ihr Mögliche getan hat, um die Zivilbevölkerung des Gazastreifens in Gefahr zu bringen. Und Israel hat jede Vorkehrung getroffen zivile Opfer zu vermeiden und gleichzeitig humanitäre Hilfe in den Gazastreifen kommen lassen.

Das unvermeidliche Ergebnis der Herangehensweise von Amnesty besteht darin, aus jedem Krieg einen Völkermord zu machen, womit dem Wort seine wahre Bedeutung genommen wird.

Israels Handeln ist nicht das eines Staates, der die Absicht zeigt Völkermord zu begehen und Israel ein solches Verbrechen vorzuwerfen zeigt einzig, wie fernab von aller Realität Amnesty International und seine Bejubler sind.

Leider haben die internationalen Medien dieser Verleumdung ohne sie zu hinterfragen eine Plattform gegeben

Ein weiterer israelfeindlicher Mythos widerlegt: Jüdische Selbstbestimmung ist kein „Kolonial-Unternehmen“

10. März 2022

Gidon Ben-Zvi, HonestReporting, 23. Februar 2022

Die Veröffentlichung des Berichts von Amnesty International im Februar, mit dem Israel der Unterhalt eines „grausamen Apartheid-Systems“ und des Versuchs der Einrichtung „jüdische Vorherrschaft und Kontrolle über bestimmte Bereiche von strategischer Bedeutung“ vorgeworfen wird – während gleichzeitig die Palästinenser und arabische Israelis als „minderwertige, nichtjüdische Rassengruppe(n)“ behandelt wird – löst eine Lawine an Anschuldigungen in den Medien aus, Israel bestehe aus Siedler-Eindringlingen. (siehe hier, hier und hier).

Tut es aber nicht.

Die unkritische Darstellung, dass Juden den Palästinensern gehörendes Land „gestohlen“ oder „kolonisiert“ hätten, ist offenkundig falsch. Und die ungenaue Darstellung löscht die uralte Verbindung des jüdischen Volks zu Israel aus, während sie eine Gefahr für den jüdischen Staat darstellt, indem die historischen und kulturellen Grundlagen delegitimiert, auf denen er nach 2.000 Jahren wiedergegründet wurde.

Eine kurze Geschichte des Kolonialismus

Kolonialismus ist eine Herrschaftspraxis, die durch die Unterwerfung eines Volkes durch ein anderes gekennzeichnet ist, was in der Regel den Transfer einer Bevölkerung in ein neues Territorium beinhaltet – wo die Ankömmlinge als dauerhafte Siedler leben, während sie politische Treue gegenüber ihrem Herkunftsland beibehalten.

Die Geschichte ist voller Beispiele einer Gesellschaft, die sich durch die Eroberung von Land ausweitet, in das sie in der Folge das eigene Volk hineinbringt. Die antiken Griechen schufen Kolonien, die Römer, die Mauren und die Osmanen machten es genauso. Allerdings wurde der Kolonialismus im 16. Jahrhundert infolge technologischer Fortschritte in der Navigation forciert. Bis 1914 war eine Mehrheit der Welt irgendwann durch europäische Mächte kolonisiert worden. Obwohl die Kolonialzeit mit dem Erfolg zahlreicher Nationalbewegungen von den 1940-er bis zu den 1960-er Jahren weitgehend endete, hinterließen fast vier Jahrhunderte fremder Kontrolle bei vielen Ländern Spuren.

Israel ist nicht Südafrika: Die Verbindung zwischen dem Mythos des Eindringlings und der Apartheid-Verleumdung

Amnesty Internationals 280 Seiten langes Dokument mit dem Titel „Israels Apartheid gegenüber den Palästinensern. Grausames Herrschaftssystem und Verbrechen gegen die Menschheit“ erzeugte breite Medienberichterstattung (siehe hier, hier and hier). Und der fehlerhaften Voraussetzung des Berichts liegt ein implizierter Vorwurf des Kolonialismus zugrunde, der von jüdischen Israelis begangen wird.

Tatsächlich haben agendagetriebene Gruppen argumentiert, dass der jüdische Staat ein koloniales Unternehmen ist, indem sie ihn mit der anglo-niederländischen Kontrolle über Südafrika gleichsetzten. Die Stichhaltigkeit dieser Analogie wird jedoch von der Geschichte widerlegt.

Als die niederländischen und englischen Imperien in Südafrika ankamen, verdrängten sie die Einwohner der Region. Aber diese Siedler hatten keine ‚Grundlagen für Besiedlung, keinen Grund für Krieg und weder Kenntnis noch Verbundenheit zu dem Territorium.

Im Gegensatz dazu haben Juden seit Jahrtausenden im Heiligen Land gelebt. Und diejenigen Juden, die vor kürzerer Zeit in das immigrierten, was der moderne Staat Israel werden sollte, kehrten genau genommen zu ihren Wurzeln zurück. Tatsächlich bestätigt die Forschung, dass eine jüdische Nation in der Levante erstmals vor rund 4.000 Jahren auftrat. Die damalige jüdische Bevölkerung kultivierte die Region Kanaan – die das israelische Territorium von vor 1967, die Westbank, den Gazastreifen und den Libanon umfasst – und schuf schließlich das Königreich Israel im Norden und das Königreich Judah im Süden.

Das Land Israel ist somit der Ort, wo die Juden zum Volk wurden. Dort erreichten sie Souveränität, lange bevor sie sie verloren, als das römische Imperium die Region schließlich kolonisierte, was im Lauf der Zeit zum Ergebnis hatte, dass ein Großteil der indigenen jüdischen Bevölkerung entweder ins Exil gezwungen oder getötet wurde.

Tatsächlich war es das römische Imperium, das die Gegend der Provinz Judäa neu organisierte – wo die Juden verfolgt wurden. Schließlich nahm Rom der Region diesen Namen und wies ihm einen neuen kolonialen Namen zu: Syria Palaestina. Dieser Schritt war ein Versuch die Verbindung zwischen Juden ihrer Heimat auszulöschen.

Obwohl die Römer das Land umbenannten, vergaß das jüdische Volk seine Herkunft nie. Über biblische Berichte hinaus sind archäologische Beweise jüdischen Lebens an mehr als 30.000 Stellen überall in Israel zu finden. Die Sprache, Kultur, Feiertage, Rituale, Liturgie, Geschichte des jüdischen Volks und sogar das Wort „Jude“ sind allesamt nicht vom Heiligen Land zu trennen.

Obwohl Juden von christlichen Kreuzrittern oder arabischen oder osmanischen Invasoren massakriert wurden, wurde die Bindung zu der Gegend niemals unterbrochen.

Kein Vaterland: Geburt des modernen Israel

Einige haben die moderne Wiedergeburt jüdischer Selbstbestimmung auf den 67 Worte langen Brief zurück, der vom damaligen britischen Außenminister Arthur Balfour an Lord Walter Rothschild geschrieben wurde.

Bei ihrer Veröffentlichung wurde die Balfour-Erklärung 1917 tatsächlich von einigen im britischen Mandat Palästina lebenden Arabern unterstützt. Viele davon wollten friedliche Koexistenz, um von dem wirtschaftlichen Boom zu profizieren, der von der jüdischen Bevölkerung angeführt wurde. Im Gegenzug versprachen jüdische Leiter die wirtschaftliche Lebensfähigkeit der angrenzenden arabischen Staaten abzuwägen und wenn möglich bei der Entwicklung ihrer Ressourcen zu helfen.

Der Geist der Kooperation sollte auf dem Versprechen der Balfour-Erklärung aufbauen, dass „nichts getan wird, was die bürgerlichen und religiösen Rechte der bestehenden nichtjüdischen Gemeinschaften in Palästina [Mandat] beeinträchtigt“.

Zum Unglück für gewöhnliche Juden wie auch Arabern lehnte die arabische Führung es ab ihre Maximal-Positionen fallenzulassen und mit ihren jüdischen Gegenübern zu verhandeln; stattdessen begaben sie sich auf den Pfad der gewalttätigen Verweigerung. Trotz dieser Realität haben folgende israelische Regierungen wiederholt versucht einen Weg zu einer friedlichen Lösung für den arabisch-israelischen Konflikt zu finden.

Bis zur Gründung des Staats Israel 1948 immigrierten Juden aus eigenem Willen in die Region. Sie wurden weder von einem Staat oder einer Militärmacht angewiesen noch beaufsichtigt, wie es bei tatsächlichen Kolonialisten, zum Beispiel den Franzosen in Algerien, der Fall war.

Ein weiterer bedeutender Unterschied zwischen Israel und Kolonialmächten besteht darin, dass der jüdische Staat der einzige „Eindringling“ ist, der von der internationalen Gemeinschaft durch Abstimmung zustande gebracht wurde. Nach sechs Jahrhunderten der osmanischen Kontrolle gründete der Völkerbund das „Mandat Palästina“, der das Territorium unter die Kontrolle Großbritanniens stellte. Die Briten hatten vor die Balfour-Erklärung umzusetzen und unabhängige Länder für die jüdische und die arabische Bevölkerung zu schaffen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Völkerbund durch die Vereinten Nationen ersetzt. Die UNO nahm auf, was der Völkerbund hinterlassen hatte, stimmte 1947 für die Teilung des Mandats Palästina in zwei getrennte Staaten – einen jüdische und einen arabischen. Der Teilungsplan wurde von den Arabern abgelehnt, es wurde kein arabischer Staat geschaffen und die internationale Gemeinschaft hat seitdem dasselbe Paradigma immer und immer wieder aufbereitet.

Israel heute: eine „atemberaubend“ demokratische Gesellschaft

Trotz Amnestys Behauptung, Israel sei ein Apartheidstaat, ist das Land auf einem respektierten Weltindex demokratischer Werte noch vor Italien, Spanien und den Vereinigten Staaten eingestuft. Die jüngste Ausgabe des jährlichen Democracy Index der renommierten Economist Intelligence Unit (EIU) gab Israel 7,97 von maximal zehn Punkten; es liegt direkt hinter Frankreich (7,99 Punkte) und Großbritannien (8,1 Punkte).

Die Ergebnisse beweisen, dass Israel das bei weitem demokratischste Land im Nahen Osten ist.

Der bis Januar für den Nahen Osten verantwortliche US-Topdiplomat David Schenker begrüßte den EIU-Bericht. Der ehemalige Staatssekretär für Nahost-Angelegenheiten sagte, es komme einer „überwältigenden Widerlegung“ der aktuellen Behauptung von Amnesty International gleich, dass Israel ein „Apartheidstaat“ sei und das von Anbeginn war.

Anders als europäische Siedler-Kolonialmächte ist Israel eine Demokratie, die all ihren Bürgern Rechte und Schutz zukommen lässt – Juden wie Nichtjuden gleichermaßen. Israel ist ein Land, in dem Araber als Richter am Obersten Gerichtshof, Kampfpiloten, Knessetabgeordnete, Künstler und Athleten dienen.

Alles, was jüdische Israelis tun, können auch arabische Israelis tun.

Darüber hinaus ermutigt und ermöglicht die israelische Regierung aktiv die bessere Integration von Arabern in eine diverse Gesellschaft.

Im Oktober 2021 verabschiedete die israelische Regierung zwei weitreichende Pläne zur Zuteilung in Höhe von mehr als $10 Milliarden zur Verbesserung der Entwicklung der arabischen Gemeinschaften. Arabische Bürgermeister, Parlamentarier, Organisationen der Zivilgesellschaft und Regierungsvertreter aller Hintergründe haben im Verlauf der vergangenen Monate intensiv an dem Vorschlag gearbeitet.

Geht der Mythos des Eindringlings in den Mainstream?

Mit der unkritischen Perpetuierung des Mythos vom Israeli als Siedler-Kolonialisten ermöglichen große Medienorgane (siehe hier, hier, hier und hier) es Antizionisten ihre Verweigerungshaltung gegenüber dem jüdischen Staat in die Sprache der „Menschenrechte“ oder „sozialen Gerechtigkeit“ zu verkleiden.

Ein bemerkenswertes Beispiel war das des Supermodels Bella Hadid, die auf ihrem Instagram-Account mit 42 Millionen Followern eine Karikaturen-Reihe postete, die Israelis als „Besatzer“ und auf Palästinenser als die „Unterdrückten“ bezeichnete. In einer Karikatur sagt eine Frau ihrem Freund: „Es gibt keine ‚Kämpfe‘. Es gibt nur israelische Kolonisatoren, ethnische Säuberung, militärische Besatzung und Apartheid.“

Indem sie die anhaltende Kampagne zur Herabwürdigung und Isolierung des einzigen jüdischen Staates nichts entgegenhalten, wenden sie praktisch den Blick von der chronischen palästinensischen Verweigerungshaltung ab und machen es damit schwieriger den Konflikt zu lösen.

Und all das, wohlgemerkt, während der Antisemitismus ein Niveau erreicht, das jedem objektiven Beobachter Sorgen bereiten sollte.

„Ramsch-Wissenschaft“: Aschkenasische Juden sind keine Nachkommen von chasarischen Konvertiten

29. Juli 2021

Akiva Van Koningsveld, HonestReporting, 13. Juli 2021

Was haben Palästinenserführer, weiße Rassisten und Mitglieder der Black Hebrew Israelite-Bewegung gemeinsam? Es ist der Glaube an den sogenannten „Chasaren-Mythos“, der viele Antisemiten aus dem gesamten ideologischen Spektrum eint. Im Juni wiederholte PA-Premierminister Mohammed Schtayyeh diese Behauptung: „Es gibt keine Verbindung zwischen den Israelis und den Juden“, versicherte er. „Ohne in Details zu gehen – sie sind chasarische Juden, die im sechsten Jahrhundert n.Chr. zum Judentum konvertierten“, gab Schtayyeh an.

Versuchen Sie mal, das zu verstehen.

Seine Rede wiederholte frühere Äußerungen von PA-Präsident Mahmud Abbas, der 2018 fälschlich suggerierte, dass osteuropäische Juden – anders als Misrahi-Juden, deren Wurzeln in arabische Länder zurückverfolgt werden können – „keine Semiten sind und sie haben keine Verbindung zum Semitismus oder Abraham, Jakob“, da sie angeblich Nachkommen von Bekehrten aus dem „Königreich der Chasaren“ sind.

Antisemiten wie die ehemalige US-Kongressabgeordnete Cynthia McKinney, der Schütze von Jersey City und ein Moderator von Qatars Al-Jazira haben die Verleumdung ebenfalls verbreitet.

Mit dem Bestehen darauf, dass aschkenasische Juden in Wirklichkeit „Fake-Juden“ sind, versuchen sie die unbestreitbare, tausende Jahre alte Verbindung zwischen dem jüdischen Volk und dem Land Israel zu widerlegen. In Wirklichkeit ist die Theorie um die Chasaren-Konversion zum Judentum von den meisten ernsthaften Wissenschaftlern verworfen worden – es war sogar von „Schrott-Wissenschaften“ die Rede.

Die „Chasaren-Hypothese“ wurde der allgemeinen Öffentlichkeit erstmals 1976 von Arthur Koestler bekannt gemacht, einem in Ungarn geborenen jüdischen Autor und Journalisten. Sein inzwischen widerlegtes Buch Der dreizehnte Stamm: Das Chasaren-Reich und sein Erbe, spekulierte: „Der Hauptteil der osteuropäischen Juden – und daher des Weltjudentums – ist chasarisch-türkischer statt semitischer Abstammung“, was impliziert, dass sie keine Nachkommen Abrahams sind – denen Gott nach Angaben der Bibel das Land Israel versprochen hat.

Das Chasarenreich war ein multiethnisches Königreich in der heutigen Ukraine und Russland, das von etwa 650 bis 969 n.Chr. bestand. Nach Angaben einer weithin für wahr gehaltenen Erzählung nahm die Herrscherklasse des Reichs irgendwann – im achten oder neunten Jahrhundert – das Judentum an; dem folgte eine weit verbreitete Bekehrung im Volk.

Springen wir ein paar Jahrhunderte weiter, in die Mitte des 13. Jahrhunderts. Die Mongolen besiegten das Chasarenreich, was dessen völligen Zusammenbruch zur Folge hatte. Hier kommt Koestlers Theorie ins Spiel: Die Chasaren, argumentierte er, verschwanden nicht einfach. Stattdessen endeten sie in Ländern wie der Ukraine, Polen, Ungarn und Deutschland, wo sie die bestehende jüdische Bevölkerung zahlenmäßig enorm übertrafen. Seine Theorie schlussfolgert, dass die Chasaren-Bevölkerung schließlich so zunahm, dass sie die Mehrheit des Weltjudentums stellte.

Schlecht recherchierte Chasaren-Theorie wird Werkzeug für Antisemiten

Von Anfang an diente diese schlecht recherchierte Hypothese Antisemiten als Werkzeug. Der Ku Klux Klan machte das schon 1926 zur Waffe, als die weiße Rassistengruppe lautstark jüdische Zuwanderung in die Vereinigten Staaten verdammte und behauptete, dass osteuropäische Juden „keine wahren Juden sind, sondern nur judaisierte Mongolen – Chazaren“.

Ironischerweise wollte Koestlers Buch ursprünglich dem Antisemitismus ein Ende setzen. Mit der Unterstellung, dass die meisten modernen Juden nichts mit der biblischen Nation zu tun haben, versuchte er die Rassenbasis für Judenhass zu beseitigen. So schrieb er in Der Dreizehnte Stamm:

Wenn dem so ist, würde das bedeuten, dass ihre Vorfahren nicht vom Jordan kommen, sondern von der Wolga, nicht aus Kanaan, sondern aus dem Kaukasus, von dem man einst annahm, dass er die Wiege der arischen Rasse ist; und dass sie genetisch näher an den Hunnen-, Uiguren- und Magyaren-Stämmen sind am Samen Abrahams, Isaaks und Jakobs. Sollte es sich herausstellen, dass dem so ist, dann würde der Begriff „Antisemitismus“ auf Grundlage einer Verkennung, die von Mördern wie auch ihren Opfern geteilt wird, jegliche Bedeutung verlieren.

Offenkundig schlug seine Mission fehl und Antisemiten wurden weiter ermutigt, als der israelische Molekulargenetiker Eran Elhaik 2012 eine Studie veröffentlichte, die die Theorie angeblich bewies. Elhaik verglich die DNA von Juden mit der von Armeniern und Georgiern, die er als Ersatz für die Chasaren benutzte. „Unsere Untersuchungsergebnisse unterstützen die Chasaren-Hypothese und porträtieren das europäisch-jüdische Genom als Mosaik nahöstlich-kaukasischer, europäischer und semitischer Herkunft“, lautete die Schlussfolgerung der Studie.

Allerdings wurde Koestlers wie auch Elhaiks Forschung von zahllosen anderen schnell widerlegt; einige der Experten verwiesen sogar auf Vertreter der Theorie als „Ausreißer … die eine Minderheitsansicht haben, die wissenschaftlich nicht gestützt wird“. Andere haben die Chasaren-Hypothese als „Ramsch-Wissenschaft“ bezeichnet.

Tatsächlich ist die Chasaren-Hypothese von praktisch jedem Bereich der Wissenschaften widerlegt worden. Historiker z.B. betonen, dass das Königreich höchstwahrscheinlich nie zum Judentum konvertierte. Archäologen fanden in ehemals chasarischem Land fast keine Artefakte, die jüdische Symbole hatten. Darüber hinaus stellen Linguisten heraus, dass Jiddisch – Jahrhunderte lang die von osteuropäischen Juden gesprochene Sprache – nicht einmal ansatzweise der im Chasarenreich verwendeten Sprach ähnelte; auch haben in den letzten 600 Jahren verwendete jüdische Nachnamen keine Verbindung zu dem Königreich.

Experten für jüdische Genetik griffen Elhaiks „Befunde“ an; sie argumentierten, dass er „die Statistik auf eine Art und Weise anzuwenden scheint, die ihm Ergebnisse bringt, die sich von dem unterscheiden, was alle anderen aus den im wesentlichen gleichen Daten holten“. Fakt ist, dass die meisten DNA-Forschung genau das Gegenteil beweist: nämlich dass die europäischen Juden eng mit den Bevölkerungen des Nahen Ostens verwandt sind.

Der größte Teil seiner Forschung ist schon lange offen verfügbar; führende Wissenschaftler haben Elhaiks Schrift innerhalb eines Jahres nach ihrer Veröffentlichung widerlegt. Trotzdem nutzen Judenhasser wie Antizionisten den Chasasren-Mythos, um die Jahrtausende alte jüdische Verbindung zum Land Israel zu leugnen.

Interessanterweise hat Elhaik – der sieben Jahre in der israelischen Armee diente – gesagt, es bereite ihm Sorge, dass Einzelpersonen seine Forschung für verachtenswerten Zwecke benutzen. Koestler seinerseits erklärte, dass das „Problem der Chasaren-Infusion vor tausend Jahren … für das moderne Israel irrelevant ist“, da die Existenz des jüdischen Staates aus seiner Sicht auf Entscheidungen basiert, die von der internationalen Gemeinschaft getroffen wurden.

Das antizionistische Argument ist aus weiteren wichtigen Gründen fehlerhaft: Heißt, die meisten jüdischen Israelis sind nicht europäischer Herkunft. 2018 identifizierten sich nach Angaben von Recherche der Universität Tel Aviv nur 31,8 Prozent der israelischen Juden als aschkenasisch (osteuropäisch). Ein beträchtlich größerer Anteil – rund 45 Prozent – identifizieren sich als Mizrahi – ein Oberbegriff für die Juden, die aus arabischen Ländern ins werdende Israel flohen. Israelis jemenitischer Herkunft z.B. verfolgen ihre Wurzeln in der Region bis in biblische Zeiten zurück.

Die Tatsache, dass Millionen israelischer Mizrahim im Nahen Osten indigen sind, ist nicht zu bestreiten.

Zeit, dass die Medien die Antisemitismus-Definition übernehmen

22. Oktober 2020

Pesach Benson, HonestReporting, 13. März 2019

Da der Antisemitismus zunimmt, ist es äußerst wichtig eine respektierte Definition dessen zu haben, was antijüdischen Hass und Intoleranz ausmacht. In den letzten Jahren hat eine Antisemitismus-Definition Fuß gefasst. Erstellt von der Internationalen Holocaust-Gedenkallianz (IHRA) in Berlin ist diese Definition von einer zunehmenden Zahl von Regierungen übernommen und bestätigt worden. Die Antisemitismus-Definition der IHRA finden sie (auf Deutsch) hier; schauen Sie sich selbst an.

Mit der Anleitung durch eine schlüssige Definition können Abgeordnete eine nuanciertere Politik entwickeln, Polizei und Staatsanwaltschaften können effektiver auf Hassverbrechen reagieren und Universitäten können angemessen mit dem Antisemitismus auf dem Campus umgehen. Lokale Aktivisten müssen sich nicht mehr mit dem dürftigen Argument „Ich erkenne es, wenn ich es sehe“ abstrampeln.

Auch die Medien sollten auf eine klare Definition dessen festgelegt werden, was auf inakzeptable Weise judenfeindlich ist.

Die Definition hat schon als machtvolles Mittel für öffentliche Rechenschaftpflicht gedient: Als die britische Labour Party eine verwässerte Version der Definition übernehmen wollte, erwies sich die davon ausgelöste Kontroverse als zu peinlich. Labour übernahm die volle Definition – aber über der Partei hängt immer noch eine dunkle Wolke.

Die von Labours Geschwätz aufgepeitsche Kontroverse hob einen Aspekt der IHRA-Definition  heraus, den viele Israel-Basher nicht akzeptieren können. Zu den von der IHRA aufgeführten Beispielen für Antisemitismus gehört „Leugnung des Rechts des jüdischen Volks auf Selbstbestimmung“, „zu behaupten, die Existenz Israels sei ein rassistisches Unterfangen“ und „die Anwendung von zweierlei Maß, indem von ihm ein Verhalten gefordert wird, dass man von anderen demokratischen Staaten weder erwartet noch fordert“. Antizionismus ist eine Form von Antisemitismus. Menschen, die diese Grenze überschreiten, können nicht länger sagen: „ich bin antizionistisch, nicht antisemitisch.“

Man kann die Politik der Regierung Israels kritisieren, ohne die Grenze zum Antisemitismus zu überschreiten und die IHRA erkennt an, dass „Kritik an Israel, die der ähnelt, die gegen jedes andere Land gerichtet wird, nicht als antisemitisch betrachtet werden kann“.

Die IHRA-Definition ist zwar rechtlich nicht bindend, aber weitere Länder werden sich hoffentlich dem Vereinten Königreich, Deutschland, Frankreich, Holland, dem Europaparlament und dem US-Außenministerium und Bildungsministerium, dem griechischen Bildungsministerium (und HonestReporting) und anderen anschließen, die bereits an Bord sind.

Wo die Medien hereinkommen

Über die Regierungsebene hinaus gibt es einen weiteren Sektor, der die IHRA-Definition für Antisemitismus übernehmen muss: die Medien.

Mit der Entscheidung, über was sie berichten und wie sie darüber berichten legen die Nachrichtemedien die Agenda für den öffentlichen Diskurs fest. Geleitet von der IHRA würden Journalisten besser informierte Entscheidungen zur Berichterstattung über Hassverbrechen treffen. Die Berichterstattung über die Bewegung Boykott, De-Investitionen und Sanktionen (BDS), besonders an lokalen Standorten, wären nuancierter. Mit einem einheitlichen Standard würden Redakteure in der Lage sein Op-eds und Briefe besser zu beurteilen, während Moderatoren Kommentare im Internet zivilisierter halten könnten.

Das ist natürlich eine Win-win-Situation.

Und in einer Zeit, in denen in der Öffentlichkeit stehende Personen rechts wie links unterschiedliche Grade antisemitischer Rhetorik betreiben, wird die Presse besser in der Lage sein ihre Rolle zu erfüllen die Führungskräfte zur Verantwortung zu ziehen.

Hass auf dem Spielfeld: Antisemitismus im Sport

24. September 2020

Gideon Ben-Zvi, HonestReporting, 23. August 2020

Sport ist ein großer Einiger, schafft Gelegenheiten für Kontakte von Menschen aus einer breiten Vielzahl von Hintergründen. Doch obwohl das relativ wenig berichtet wird, erfahren jüdische Sportler in der großen Welt des Sports Antisemitismus und in einigen Fällen grassiert dieser.

Von München in die muslimische Welt

Antisemitismus wird zwar heiß diskutiert, besonders weil er die erhitzte Debatte um das Wesen und die Politik des Staates Israel verbindet, aber er ist auch im Sport ein Phänomen. Das vielleicht bekannteste Beispiel ist der von Palästinensern geführte Terroranschlag auf die Olympischen Spiele in München 1972, bei dem 11 israelische Athleten getötet wurden. Seitdem hat sich Antisemitismus im Sport verbreitet, weil reiche Länder mit muslimischer Mehrheitsbevölkerung im Nahen Osten und Asien begonnen haben internationale Veranstaltungen auszurichten.

Zu den Beispielen der Schikane gegen israelische Sportler gehören:

  • 2019: Die Regierung von Malaysia verweigerte der israelischen Para-Schwimmmannschaft Visa, wodurch ihre Teilnahme an den Weltmeisterschaften in Japan diesen Sommer verhindert wurde.
  • 2019: Der iranische Judo-Weltmeister Seed Mollai verlor absichtlich einen Kampf gegen den niedriger gesetzten Ruslan Mussajew aus Kasachstan, um einen Kampf gegen den israelischen Judoka Sagi Muki zu vermeiden.
  • 2018: Die Anwesenheit der israelischen Mannschaft bei einem Jugend-Handballturnier in Doha löste Forderungen aus, die Qataris sollten ihre Kinder aus dem Turnier nehmen. Allgemeiner nutzen große Teile der Bevölkerung die sozialen Medien, um sich von der Teilnahme Israels an vielen internationalen Wettkämpfen in Qatar zu distanzieren.

Bruria Bigman, Sprecherin des israelischen Olympischen Komitees gibt an: „Israelische Athleten haben unter etlichen Fällen von Diskriminierung und Ausgrenzung gelitten. Das Israelische Olympische Komitee verurteilt diesen Trend, der der Internationalen Olympischen Charta widerspricht.“

Leider beschränkt sich dieser Versuch israelische Sportler zu boykottieren nicht auf den Nahen Osten.

Nicht nur in der muslimischen Welt, nicht nur gegen Israelis

Antisemitismus im Sport ist ein weltweites Phänomen. Zu den jüngsten Beispielen gehören:

  • Ein bekannter Sportkommentator in Griechenland beschuldigte den amerikanisch-israelischen Trainer David Blatt wegen der umstrittene Niederlage seiner Athener Mannschaft zu lügen, weil er jüdisches Blut hat.
  • Der ehemalige Basketballspieler Cody Decker sagte, Antisemitismus „grassiert überall im Sport“. In einem aktuellen Interview beschrieb Decker mehrere Vorfälle aus seiner Karriere, bei denen er herausgepickt wurde, weil er Jude ist und von Fans und Mannschaftsmitgliedern mit judenfeindlichen Beleidigungen bedacht wurde.
  • 2011 verklagte Jason Bailey, ein amerikanischer Eishockey-Profi, die Anaheim Ducks aus der NHL; er sagte aus, dass die Trainer des angegliederten Teams hätten ihn antijüdischen Schikanen ausgesetzt.

Bekannter sind Beispiele, in die europäische Fußballfans verwickelt sind. Ein Bericht des britischen Parlaments mit dem Titel „Antisemitismus im europäischen Fußball: Wunde im schönen Spiel“ kam zu dem Schluss, dass Hooligans in einer Reihe von Ländern wiederholt antisemitische Gesten, darunter den Nazigruß und hasserfüllte Parolen gegen Juden verwendet haben.

Kann Hass aus dem Sport vertrieben werden?

Auf einer Konferenz zu Antisemitismus im Sport im Jahr 2019 stimmten mehrere Experten überein, dass Hassreden hauptsächlich über das Internet in den Mainstream eingebracht wird. Insbesondere das Aufkommen der sozialen Medien ist eine Wende gewesen. Vor kurzem haben Berichte Licht darauf geworfen, wie Verschwörungstheorien, Rassismus, Fanatismus und Antisemitismus sich auf Online-Plattformen gezeigt haben. Zum Beispiel können in einige Fällen Dutzende Millionen Menschen mit einem einzigen Tweet erreicht werden.

Nach Angaben der Anti-Defamation League hat es in den letzten Monaten eine beträchtliche Zunahme antisemitischer Posts in sozialen Medien gegeben. Aus diesem Grund gibt es einen wachsenden Chor, der fordert, dass die Technologiegiganten eine klare Definition dessen annehmen, was Antisemitismus ist und verhindern, dass solche Inhalte verbreitet werden.

Tibi Galis, Executive Director des Auschwitz Institute for Peace and Reconsiliation hat gewarnt, dass Massengräuel mit einfachen Dingen wie Hassreden bei Sportveranstaltungen beginnen.

„Sport ist oft der erste Ort, an dem wir Erscheinungsformen gefährlichen Redens hören“, sagte er. „Die Frage lautet: ‚Wie können wir das sportliche Umfeld zu einem besseren machen?‘“ Zum Glück haben sich Sportstars gegen Vorurteile geäußert. Das Fehlen massiver Empörung in Reaktion auf aktuelle Vorfälle antisemitischer Tweets und Postings von Prominenten aus Sport und Unterhaltung ist sehr beunruhigend.

Der erste Schritt Antisemitismus anzupacken – im Sport und andernorts – besteht eindeutig darin ihn zu benennen. Nur dann kann er effektiv bekämpft werden. Aus diesem Grund sollten die Social Media-Giganten erwägen eine robustere Antisemitismus-Definition anzunehmen und ihre Politik für Hassreden energisch aufrecht zu erhalten.

Bis dahin werden die Antisemiten weiter punkten.

Israel Apartheid Week: Die als Menschenrechts-Kampagne getarnten Verleumdungen

19. März 2020

Paul Shindman, HonestReporting, 10. März 2020

Jedes Frühjahr schlägt das jährliche Hass-Fest „Israel Apartheid Week“ bei Studenten an Universitäten in Nordamerika und Europa auf. Im Versuch junge Studenten dahin zu bringen sich den Reihen der Kampagne Boykott, De-Investitionen und Sanktionen (BDS) gegen Israel anzuschließen, ist die Israel Apartheid Week eine einseitige Propaganda-Veranstaltung, die Israel mit dem zielgerichteten Etikett der Apartheid verleumdet.

Der Blitzkrieg der Aktivitäten und Parolen der Israel Apartheid Week beschuldigen Israel ein „Apartheid-Regime“ zu sein, das Palästinenser ausbeutet und „Kolonialismus“ sowie „ethnische Säuberung“ einsetzt. Doch obwohl sie an akademischen Campussen veranstaltet wird, betreibt die Israel Apartheid Week keine Diskussionen oder Debatten, sondern beschäftigt sich stattdessen mit dem, was die Jewish Friends of Labour in Großbritannien als „das extremste Ende antiisraelischen Aktivismus“ bezeichnet.

Israel Apartheid Week: Die Strategie

Analyse der BDS-Strategien zeigen, dass sie „historisch im Einklang mit antisemitischen Bewegungen“ sind und Taktiken einsetzten, die die palästinensische Sache  zu einem „Klassenkampf“ machen.

„Juden wird die Wahl gegeben sich entweder der Revolution für „Gerechtigkeit“ anzuschließen oder verurteilt zu ewrden, merkte Dr. Alex Joffe vom Begin-Sadat Center for Strategic Studies an.

Die Organisatoren erklären offen, dass die Israel  Apartheid Week integraler Bestandteil der Kampagne  Boykott, De-Investitionen und Sanktionen zu Delegitimierung Israels ist. Ihr Ziel besteht darin jegliche Diskussion abzuwürgen, die Israel unterstützen könnte, akademische Institutionen zu zwingen alle Kontakte mit Israel abzubrechen, einschließlich akademischen Verbindungen, ihre Investitionen aus allem mit Israel verbundenen abzuziehen und akademische Freiheiten einzuschränken, indem Professoren und Studenten sanktioniert werden, die BDS in Zweifel ziehen oder Unterstützung für den jüdischen Staat zum Ausdruck bringen.

Die Israel Apartheid Week zielt darauf ab zu Apartheid-Israel zu bilden und die Kampagne Boykott, De-Investitionen und Sanktionen aufzubauen.

Söldner tragen die Kleidung von Friedensaktivisten und die Organisatoren der Israel Apartheid Week nutzen starke Phrasendrescherei und Einschüchterung, um eine Atmosphäre zu schaffen, dass Studenten und Akademiker ohne zu Fragen zu dem Schluss kommen, Israel sei wie das alte  Südafrika unter der Apartheidherrschaft. Mit dieser Analogie werden die Konvertiten dafür rekrutiert Boykotte gegen Israel zu unterstützen, ähnlich den Boykott-Versuchen gegen das ehemalige Apartheid-Südafrika.

In seiner detaillierten Analyse der BDS stellte Dan Diker vom Jerusalem Center for Public Affairs fest, dass naive Anhänger der palästinensischen Sache von solchen Kampagnen angezogen, „im Glauben, sie seien Mainstream-Organisationen, die die Palästinenser unterstützen. Allerdings werden diese Kampagnen oft von Linksextremen, Islamisten oder anderen antiisraelischen Radikalen betrieben.“

Die von Aktivisten der Israel Apartheid Week verbreitete aufhetzerische Feindschaft geht über Israel hinaus und richtet sich gegen jüdische Studenten.

„Regelmäßig werden während der Israeli Apartheid Week und BDS-Kampagnen jüdische Studenten ausgewählt, drangsaliert und sogar angegriffen, ungeachtet ihrer Gefühle zu Israel“, sagte Tammi Rossman-Benjamin, eine Dozentin an der University of California Santa Cruz. Die intensiv antiisraelische Stimmung an ihrer Universität löste auch eine religiöse Rückwirkung aus, in der „atemberaubende 70% der jüdischen Studenten Antisemitismus erlebten“.

Trotz der Tatsachen, die eigen, dass Israel nicht wie das früher Apartheid-Südafrika ist, hat die BDS-Taktik das „Apartheid“-Mantra zu wiederholen um es wie einen Virus zu verbreiten, das Ergebnis, dass die Medien und einige Diplomaten es sowohl wissentlich als auch offenbar manchmal unwissend missbrauchen.

Die Mythen abschießen

Eine international respektierte Stimme, die den Mythos der israelischen „Apartheid“ abschoss, gehört zu Richard Goldstone, der prominente südafrikanische Richter, der später eine UN-Untersuchung des von der Terrorgruppe Hamas ausgelösten Kriegs 2009/10 leitete. Sein Abschlussbericht wurde als den palästinensischen Terror belohnend betrachtet, von Israel verurteilt und von BDS und den Organisatoren der Israel Apartheid Week als Munition verwendet. (Golstone gab später Reue wegen des Berichts Ausdruck.)

Richter Richard Goldstone

„In Israel gibt es keine Apartheid. Nichts dort kommt der Definition von Apartheid auch nur nahe“, schrieb Goldstone in der New York Times.

Goldstone stellte heraus, dass israelisches Recht, anders als Südafrika, kein Konzept von Trennung und Domination eines Volkes über ein anderes verankert. „In Israel ist Gleichberechtigung Gesetz, der Anspruch und das Ideal; Ungerechtigkeiten werden vor Gericht oft erfolgreich angefochten.“

Er stellte wortgewand heraus, dass insbesondere die Palästinenserfrage keine Apartheid ist:

Die Lage in der Westbank ist komplexer. Aber auch hier gibt es keine Absicht „ein institutionelles Regime systematischer Unterdrückung und Dominanz durch eine Rassengruppe“ beizubehalten. Das ist ein entscheidender Unterschied, auch wenn Israel sich gegenüber den Palästinensern dort aggressiv verhält. Südafrikas zwangsweise Rassentrennung sollte dauerhaft der weißen Minderheit nutzen, zum Nachteil der anderen Rassen. Im Gegensatz dazu hat Israel dem Konzept der Existenz eines Palästinenserstaats im Gazastreifen und fast der gesamten Westbank zugestimmt und forderte die Palästinenser am über die Parameter dazu zu verhandeln.

Die südafrikanische Journalistin Rolene Marks beobachtete scharfsinnig: „Selbst in den dunkelsten Tagen der Apartheid stellte NIEMAND Südafrikas Existenzrecht als Land in Frage, egal, wie viel die Welt gegen seine rassistische Politik war.“

Klima der Angst auf den Campussen

Im Gegensatz dazu besteht das Ziel von BDS nicht darin einen demokratischen Palästinenserstaat zu gründen, sondern Israel zu demontieren. Aktivisten rufen nicht zu einer Zweistaatenlösung auf und BDS hat nicht das Ziel den Konflikt zu lösen.

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau

Erstmals veranstaltet wurde die Israel Apartheid Week 2005 an einer kanadischen Universität; vom kanadischen Premierminister Justin Trudeau wurde sie wütend verurteilt; er sagte: „Die BDS-Bewegung, wie die Israeli Apartheid Week, hat an kanadischen Universitäten keinen Platz.“

… Kanadisch-jüdische Studenten an Universitäten können sich nicht länger sicher oder frei fühlen sich zu äußern und ihre politischen Ansichten auszusprechen. Jedes Mal, wenn ein kanadischer Student sich an seiner Universität wegen einer Bewegung unsicher fühlt, die ein Problem mit mir hat und das ist der Grund, warum ich Klartext rede und ich werde weiter Klartext reden die Israeli Apartheid Week und die BDS-Bewegung zu verurteilen.
Der kanadische Premierminister Justin Trudeau, 16. April 2019

Die BDS-Bewegung, wie die Israeli Apartheid Week, hat an kanadischen Universitäten keinen Platz. Als Absolvent der McGillU bin ich enttäuscht.

Auf dem Höhepunkt der Giftigkeit bezeichnete ein Organisator der Israel Apartheid Week Kanada als Apartheidstaat wie Israel. Das zog eine kräftige Rüge in den kanadischen Medien nach sich; sie verhöhnten die „Heuchler in der Bewegung ‚Israeli Apartheid Week‘“ und sagten, die Israel Apartheid Week laufe auf einen „modischen Vorwand hinaus, der von Eiferern und marginalisierten Radikalen übernommen wurde“.

Es gibt zudem Opposition gegen BDS und die Israel Apartheid Week im palästinensischen Sektor, wo Friedensaktivisten sagen, sie schaden ihren Bemühungen. Der prominente Menschenrechtsaktivist Bassam Eid sagte: „Als Palästinenser, der sich der Arbeit für den Freiden verschrieben hat … glaube ich nicht, dass die BDS-Vertreter unserer Sache helfen. Im Gegenteil, sie schaffen nur mehr Hass, Feindseligkeit und Polarisierung.“

Richter Goldstone, in Südafrika wegen seiner Rolle dabei zu helfen die Apartheid zu beseitigen und Südafrika in eine volle Demokratie zu überführen, weithin respektiert, spricht mit Autorität, wenn er die wichtigste Behauptung der BDS-Bewegung und den Grundgedanken hinter der Israel Apartheid Week abschießt:

„Der Vorwurf Israel sei ein Apartheidstaat ist ein falscher und boshafter, der Frieden und Harmonie verhindert statt dafür zu werben“, lautet Goldstones Schluss.

Voreingenommenheit #6: Nutzung von Fakten für falsche Schlussfolgerungen

9. September 2016

Teil 6 einer achtteiligen Serie über die acht Kategorien von Medien-Voreingenommenheit.

Verletzung #6
Nutzung von Fakten für falsche Schlussfolgerungen

Medienberichte führen oft Fakten ins Feld, aus denen sie falsche Schlussfolgerungen ziehen

Selbst wenn alle Fakten stimmen, ist es Journalisten immer noch möglich, falsche Schlüsse zu ziehen. Irren ist menschlich, richtig?

In diesem Video diskutieren Haviv Rettig Gur von der Times of Israel und Michelle Chabin von USA Today und anderen Blättern mit HonestReporting darüber, wie Reporter Fakten einsetzen können, um falsche Schlüsse zu ziehen:

APlogoBEISPIEL: Als Premierminister Benjamin Netanyahu im März 2015 wiedergewählt wurde, machte der Associated-Press-Reporter Dan Perry abfällige Bemerkungen über die Resultate, weil Palästinenser nicht wählen durften.

Doch unter den Israelis gibt es die zunehmende Angst vor der Tatsache, dass ihr aus 8 Mio. Menschen bestehendes Land auch um die 2,5 Mio. Palästinenser im Westjordanland kontrolliert, die kein Stimmrecht für ihr Parlament haben.

Fügt man der Gleichung die 2 Mio. Palästinenser im Gazastreifen hinzu, einem indirekt von Israel dominierten Gebiet, dann wäre das Heilige Land zusammen mit den 2 Mio. arabischen Bürgern Israels Heimat einer Bevölkerung von um die 12 Millionen Menschen, gleichmäßig aufgeteilt in Araber und Juden.

Von den Arabern hat nur ein Drittel Stimmrecht. Das sind die „israelischen Araber“, die in den Gebieten leben, die im israelischen Unabhängigkeitskrieg, der die Grenzen des Landes festlegte, zum Land Israel geworden sind.

Die Fakten sind absolut zutreffend: Palästinenser im Westjordanland sind keine israelischen Staatsbürger und können bei Wahlen in Israel nicht wählen. Das bedeutet aber nicht, dass Israel ihnen das Wahlrecht entzogen hätte.

Der Grund, warum die bei der Palästinensischen Autonomiebehörde lebenden Palästinenser nicht wählen, ist, weil sie bei Wahlen der Palästinensischen Autonomiebehörde ihre eigenen Führer wählen. Seit 2006 haben sie dies allerdings nicht mehr getan; für 2010 angesetzte Wahlen wurden wegen der Fehde zwischen Hamas und Fatah niemals abgehalten, aber das ist ein internes palästinensisches Problem.

BEISPIEL: Während Operation Wolkensäule im Jahr 2012 sagten Kritiker, Israels Raketenabwehrsystem Eiserne Kuppel sei so erfolgreich, dass es Militäreinsätze der IDF unnötig und unverhältnismäßig mache. Ein Beispiel hierfür war ein Tweet von Anthony De Rosa, damals ein Social-Media-Redakteur für Reuters. Die Antwort eines Lesers beendete diese Konversation schlagartig.

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BEISPIEL: Die Behauptung von Menschen wie dem BBC-Reporter Jeremy Bowen oder dem politischen Kommentator Peter Beinart, Israel „besetze“ Gaza. Der Gedanke hinter dieser Behauptung ist, dass Israel (und Ägypten) die Land- und Seegrenzen des Gazastreifens sowie auch dessen Luftraum kontrollieren. Aber ein genauerer Blick auf die Logik hinter den Argumenten zeigt, dass Israel Gaza nicht besetzt hält.

Beim Abzug aus Gaza im Jahr 2005 brach Israel alle Siedlungen ab, evakuierte alle Siedler und zog alle IDF-Soldaten aus dem Gazastreifen ab. Die Blockade erfolgte zwei Jahre später, und zwar als Antwort auf die gewaltsame Machtübernahme der Hamas.

Grenzcheckpoints sind keine Funktion einer „Besatzung“, und Militäreinsätze entsprechen dem Selbstverteidigungsrecht gegen feindliche Terrorhandlungen. Was Gazas Luftraum betrifft, so haben international sanktionierte Koalitionen Flugverbotszonen in Bosnien und Herzegowina, Iraq und Libyen beschlossen, ohne dass es zu irgendwelchen Rechtsfragen über „Besatzung“ gekommen wäre. Ebensowenig gab es Behauptungen, die USA habe Kuba „besetzt“, als sie die Insel während der Kubakrise 1962 blockierte.

Nächsten Monat folgt das nächste Kapitel dieser Reihe: „Verzerrung von Tatsachen: Fakten werden als falsch dargestellt.“

„Red Lines: The Eight Categories of Media Bias“ ist auf Amazon als E-Book erhältlich.

Newsweek hackt beim Thema afrikanische Flüchtlinge auf Israel herum

26. Juli 2016

Daniel Pomerantz, HonestReporting, 24. Juli 2016

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In einer schlampig geschriebenen Tirade stürzt sich Jack Moore von Newsweek auf Israel, während er auf die große afrikanische Flüchtlingskrise eingeht.

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Erst kritisiert Moore Israel ungerechtfertigt dafür, weniger Asylanträge zugelassen zu haben als andere Westländer, wobei er geflissentlich übersieht, dass Israel ein winziges Land mit begrenzten Ressourcen ist. Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl hat Israel mehr als dreimal so viele Asylanträge wie Europa.

(2015 betrug Europas Bevölkerungszahl 743.122.816 Menschen bei 1.321.560 Asylanträgen — das ergibt 0,0018 Asylanträge pro Kopf. Im gleichen Jahr betrug die Bevölkerungszahl Israels 8.412.000 mit 46.437 afrikanischen Asylsuchenden, was 0,0055 Asylsuchende pro Kopf ergibt.)

Zudem hat Europa seine Grenzen zu schließen versucht, weil man sich bemühte, afrikanische Flüchtlinge vom Betreten Europas abzuhalten. Überdies sind ein Großteil der afrikanischen Asylbewerber Wirtschaftsflüchtlinge, obwohl ein gewisser Anteil natürlich auch echte politische Flüchtlinge sind. Wirtschaftsflüchtlinge suchen bessere Jobs, müssen aber nicht um ihr Leben fürchten oder sich um ihre Sicherheit sorgen. Natürlich erwähnt Moore davon kein Wort.

Dann behauptet Moore, Flüchtlinge seien in Israel einem hohen Gewaltrisiko ausgesetzt. Aber statt danach Zahlen oder Fakten zu bringen, beschreibt er ein extremes und unübliches Beispiel einer kriminellen Attacke und verschweigt dann, dass der Angreifer sofort festgenommen wurde und nach dem israelischen Gesetz vor Gericht kam.

Die Situation in Israel steht in scharfem Kontrast zu jener in Ägypten, wo Asylbewerber legal vom Militär erschossen wurden und wo sie unter solch erbärmlichen Umständen leben, dass ihr Ziel lautet, Ägypten zu verlassen und nach Israel zu gehen — der einzigen modernen westlichen Demokratie in der Region.

Die afrikanische Flüchtlingskrise ist fraglos ein ernstes Problem, und viele Nationen auf der ganzen Welt, einschließlich Israel, bemühen sich damit fertigzuwerden. Oft inadäquat. Tatsächlich gäbe es mehr als genug berechtigte Kritikpunkte an den involvierten Nationen, sogar ohne dass man die Wahrheit verzerren muss, so wie es Moore tut.

Aber paradoxerweise:

  • Moore hat keine Kritik für die Regierungen von Eritrea, Sudan oder irgendeinem der anderen afrikanischen Länder, die die Flüchtlingskrise überhaupt erst verursacht haben.
  • Moore kritisiert weder Ägypten, Jordanien noch irgendein anderes nordafrikanisches oder nahöstliches Land dafür, nicht zu helfen und statt dessen die Krise zu verschärfen und viele tausend zusätzliche Afrikaner in die Flucht Richtung Israel zu schlagen.
  • Ebenso kritisiert Moore keine anderen westlichen Staaten, die in puncto Größe und Bevölkerungszahl im Vergleich zu Israel einen weit geringeren Anteil dieser Bürde schultern.

Nein, Moore stürzt sich allein und ausschließlich auf Israel.

Und damit er hier eine Art von Wirkung hervorrufen kann, verschleiert er Kontext, verdreht Fakten und reißt isolierte Informationen völlig aus deren Zusammenhang.

Statt wie ein verantwortungsvoller Journalist zu schreiben, schreibt Jack Moore wie ein antiisraelischer Aktivist mit verleumderischen Absichten. Für private Meinungsmache gibt es geeignete Orte in dieser Welt, aber nicht die Seiten eines Blattes wie Newsweek.

Der alternative Gaza-Führer

25. Juli 2016

Emily Gian, HonestReporting, 20. Juli 2016

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Dieser Gastbeitrag stammt von Emily Gian, Medien- und Advokatur-Direktorin der Zionist Federation of Australia.

Am Dienstag, den 12. Juli brachte der australische Sender SBS einen Dateline-Beitrag mit dem Titel „Der Gaza-Überlebensführer„. Der Werbetext für den Beitrag lautete: „Laut der UN wird Gaza im Jahr 2020 unbewohnbar sein. Der Alltag ist bereits jetzt ein Kampf um Nahrung und Unterkunft, aber Dateline findet die Menschen, die dem Überlebenskampf Innovation und Inspiration verleihen.“

Ich war also gespannt zu sehen, welche Art Innovation in Gaza einfloss, da wir ja ständig Negatives über dieses Gebiet zu hören kriegen; ich begrüßte die Aussicht auf einen Bericht darüber, wie die Gaza-Bewohner die von ihnen bewohnte Welt zu einem besseren Ort machen wollen.

Leider versagte die Doku in diesem Punkt und brachte vorhersehbarerweise das, was solche Produktionen üblicherweise zum Inhalt haben — das Leid in Gaza entsteht nur durch Israel, nur durch die Blockade und die Kriege, die dem Volk aufgezwungen werden, und daher ist allein und ausschließlich Israel verantwortlich.

Die gesamte Produktion war voller Unrichtigkeiten und Auslassungen, wodurch sie zu einem ganz subtilen Stück Propaganda wurde.

Die Grundprämisse, Gaza sei möglicherweise unbewohnbar, wird nie richtig untersucht. Weder kriegen wir die üppigen Plazas und Einkaufszentren, die Schwimmbäder und Nachtclubs für die Wohlhabenden und den Mittelstand zu sehen, noch wird uns gesagt, dass ein Großteil der von der Hamas angeführten Herrscherklasse jenseits jeglicher Vorstellung wohlhabend ist, während die große Masse im Elend lebt.

Nachrichtenleute, die „liberal“ oder „progressiv“ zu sein behaupten und sich angeblich an ein gebildetes Publikum richten, gehen normalerweise auf solche Ungerechtigkeiten und Missverhältnisse innerhalb einer Gesellschaft ein, aber nicht wenn es um Gaza geht.

Obwohl die Machtübernahme der Hamas im Jahr 2007 angesprochen wurde (wobei kaum auf das nachfolgende blutige Gemetzel eingegangen wurde), bot der Bericht keinerlei Kontext, wie Gaza überhaupt zu seinem gegenwärtigen Zustand kam. Absolut keine Erwähnung fand der israelische Abzug aus Gaza im Jahr 2005 oder die dreizehneinhalbtausend Raketen, die seither von palästinensischen Terrorgruppen aus Gaza nach Israel abgefeuert wurden und von denen einige eine Reichweite bis hin zu Israels internationalem Flughafen haben.

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Man kann aber schlichtweg nicht über die Kriege mit Israel sprechen, ohne zu erwähnen, warum sie überhaupt geschehen sind.

Wie üblich wurde kaum Federlesen um die Blockade und deren Gründe gemacht noch um die Tatsache, dass Gaza auch zu Ägypten eine Grenze hat und dort ebenfalls eine Blockade besteht, was möglicherweise etwas mit der engen Zusammenarbeit der Hamas mit ISIS in der benachbarten Sinai-Halbinsel zu tun hat…

Warum sieht Israel die Notwendigkeit, die Geschehnisse in und um Gaza genau zu beobachten?

Möglicherweise weil die Hamas jedes Jahr Millionen von Dollar zur Anheizung ihrer Terrorkampagne gegen Israel ausgibt, darunter der Schmuggel von Raketen und anderen Waffen sowie der Tunnelbau. Geld, das in vielen Fällen für die Verbesserung des Schicksals des Volkes eingesetzt werden könnte.

Der Filmemacher wird auf einen Fischfang mit aufs Meer genommen und erwähnt eine 15 km breite Einschlusszone, hinterfragt aber nicht, warum diese aufrechterhalten wird. Vielleicht gäbe es mehr Verständnis hierfür, würde den Zuschauern von den Waffen berichtet, die auf Schiffen gefunden wurden, die nach Gaza fuhren.

HonestReporting ging auf einen wichtigen Punkt ein, der eine Erwähnung wert ist, und beschwerte sich bei SBS. Auf der SBS-Website heißt es zu dem Video:

Die für seine Familie so kostbaren Weidegründe wurden 2009 mit Bulldozern weggeräumt, und nun ist sein Land karg und leer, geschluckt als Teil der tödlichen ‚Pufferzone‘ an der Grenze zu Israel.

Gazas fruchtbarstes Land ist ebenso sein gefährlichstes und wird von automatischen Geschütztürmen überwacht, die Bewegung orten und ohne Warnung schießen.

HonestReporting setzte sich zu dieser Aussage mit der IDF in Verbindung und wurde darüber informiert, dass es keine „automatischen Geschütztürme“ gibt, die „Bewegung orten und ohne Warnung schießen“. Zwar besitzen die Türme Bewegungserkennung, aber es sind Soldaten, denen das Schießen obliegt. Es gibt dort nichts „Automatisches“. Warnschüsse werden in 10 bis 20 Meter Entfernung abgegeben, was den Palästinensern in der Pufferzone ausgiebig Zeit gibt, den Bereich ohne jede weitere Maßnahme zu verlassen. Zudem sind die einzigen Soldaten, die nach der Erlaubnis ihrer Vorgesetzten das Feuer eröffnen dürfen, hochspezialisierte Scharfschützen, die auf die Beine zielen, und zwar exakt aus dem Grund, um Todesopfer zu vermeiden.

COGATAm Ende der Dokumentation wird gesagt, die israelische Regierung verweigere eine Aussage vor der Kamera, und man verweist die Zuschauer auf eine Antwort von COGAT. Diese hinterlistige Methode soll einen Versuch der Ausgewogenheit zeigen, wo in Wirklichkeit keine ist. Sie könnten auf Israels offizielle Antwort in der Doku verweisen, die zeigt, dass Israel Tausende LKWs mit Gütern und Nahrungsmitteln nach Gaza lässt.

Mein Hauptpunkt ist, dass die Produzenten wirklich Leute fanden, die in Gaza großartige Sachen machen, aber statt zur Wurzel des Problems vorzudringen zu versuchen, nahmen sie die faule Option des auf Israel Einprügelns. Natürlich gab es eine beiläufige Erwähnung über die Zurückweisung der zudringlichen Präsenz der Hamas durch viele Leute, aber das scheint mir die wahre Geschichte dabei zu sein — nämlich dass diese großartigen Dinge trotz der Hamas geschehen. Der Beitrag jedoch hinterfragte weder das Hamas-Regime und dessen rassistische Politik gegen Juden noch dessen Drohungen, Israel von der Weltkarte fegen zu wollen.

Hätten die Produzenten wirklich nach einem positiven Ergebnis für die Menschen in Gaza suchen wollen, hätten sie diese Themen bestimmt erforschen wollen.

Als Israel 2005 aus Gaza abzog, hinterließ es eine Infrastruktur, auf welcher die Palästinenser hätten aufbauen können, aber alles wurde von ihnen sofort zerstört. Hamas und andere Gruppen in Gaza haben ebenso wie die antiisraelischen Gruppen außerhalb der Region ein ausgesprochenes Interesse daran, dass das Volk in Gaza weiterhin leidet, und hätte SBS wirklichen Mut, hätte die Story hiervon gehandelt.

Palästinensisches Hassfest stärkt die Hamas

18. Juli 2016

Zahava Raymond, HonestReporting, 10. Juli 2016

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Der irische Stückeschreiber und Schauspieler Donal O’Kelly schreibt in der Irish Times: „Warum wir uns an die Toten aus dem Gazastreifen erinnern müssen“. In seinem Meinungsbeitrag mag er den Anschein erwecken, die Palästinenser kümmerten ihn, aber indem er die Fakten außen vor lässt, zeigt er in Wirklichkeit nur, dass er antiisraelisch ist.

Er schreibt über Israels Krieg mit der Hamas im Jahr 2014 und erwähnt die Terrororganisation nicht einmal. Er beschwert sich: „In den meisten Medien wurde das als Konflikt zwischen zwei Seiten dargestellt.“ In seinem Kopf — erkennbar zumindest anhand der Art und Weise seiner Darstellung — existiert keine Hamas, und Israel tötet unschuldige Palästinenser völlig ohne jeden Grund. Irish Artists in Support of Palestine wurde damals ins Leben gerufen, weil: „Dies wird erneut geschehen, falls wir nicht handeln.“

O’Kelly bewirbt das Kunstfestival „PalFest Ireland“, das aus „Solidarität mit den Palästinensern“ veranstaltet wird, und erwähnt Dr. Mads Gilbert als einen der Gäste im letzten Jahr — einen norwegischen Chirurgen am Al-Shifa-Krankenhaus in Gaza. HonestReporting und andere haben Gilbert bereits als radikal antiisraelischen Propagandisten bloßgestellt, der seine Unterstützung des Terrors unverhohlen äußert, Hamas-Lügen hilft und weiterverbreitet und sagt, die Hamas habe das Gaza-Krankenhaus nie als Militärstützpunkt benutzt — trotz Beweisen für das Gegenteil.

Indem O’Kelly die Rolle der Hamas bei dem Konflikt ignoriert, so wie viele antiisraelische Aktivisten und andere Realitätsverweigerer, stärkt und ermutigt er die Hamas in Wirklichkeit, ihre Taktik weiterzuführen und das falsche Narrativ wahlloser israelischer Angriffe zu verbreiten. Damit kann die Hamas ihr Terror- und Korruptionsregime weiterführen. Man ignoriert Hamas-Terroranschläge auf unschuldige israelische Zivilisten und dass die Hamas Kriege mit Israel provoziert, Kinder aufhetzt und zu ebensolchem Handeln erzieht, das Geld und die Materialien der Menschen in Gaza stiehlt und sie für Terrortunnels und Waffen gebraucht und während eines Konflikts alles Menschenmögliche unternimmt, damit die maximale Anzahl palästinensischer Zivilisten zu Tode kommt.

O’Kelly hat recht damit, dass wir die Toten aus dem Gazastreifen nicht vergessen dürfen. Ebenso dürfen wir nicht vergessen, dass die Hamas für die Opfer verantwortlich ist. Wenn die Hamas dann den nächsten Krieg vom Zaun bricht, muss sie zur Verantwortung gezogen werden. Die Palästinenser leiden sehr unter der Hamas und können nicht einmal negativ über sie sprechen, weil es Vergeltungsmaßnahmen gibt. Wäre O’Kelly wirklich an den Einwohnern des Gazastreifens gelegen, würde er sich gegen die Wurzel ihres Leides stark machen und die Hamas bloßstellen. Wäre ihm an den Gaza-Kindern gelegen, würde er gegen diese Kindesmisshandlung protestieren:

O’Kelly stellt die BDS-Kampagne als „attackiertes“ Opfer dar und sagt: „In Irland wollen wir das Leuchtfeuer des Boykotts am Brennen halten, und zwar durch Kunst.“ Ein Leuchtfeuer ist nicht wirklich das Wort, das man für gewöhnlich mit einer fanatischen Bewegung assoziiert, die den einzigen jüdischen Staat dieser Welt vernichten will. Aber Donal O’Kelly tut das, der seinen Israelhass über jeden Missbrauch und jede Hirnwäsche an palästinensischen Kindern stellt.

Israelhasserin schreibt antisemitische, zorngeifernde Gastkolumne

1. Juli 2016

Daniel Pomerantz, HonestReporting, 27. Juni 2016

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Aayesha J. Soni, eine fanatische Israelhasserin, schrieb für den südafrikanischen Mail and Guardian einen Gastbeitrag, in dem sie Israel mit Hitler verglich.

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Warum jetzt?

Erstmals in der Geschichte wurde ein israelischer Botschafter dazu ernannt, einem ständigen UN-Ausschuss vorzusitzen: Danny Danon, der nun dem UN-Rechtsausschuss vorsitzt. Sonis Geschwafel gegen Israel ist als Kritik an Danons Ernennung getarnt.

Was sind die Kritikpunkte?

Soni beschuldigt Israel, „mehr UN-Resolutionen als jedes andere Land in der Geschichte der UN“ gebrochen zu haben. Des weiteren beschuldigt sie Israel „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ und behauptet, dies mache das Land „derselben Verbrechen schuldig wie Hitler“.

Vergleiche aktueller israelischer Politik mit jener der Nazis zu ziehen, passt exakt auf die internationale Definition für Antisemitismus, wie von vielen Regierungen bestätigt (leider nicht der südafrikanischen). Nicht nur ist der Vergleich unwahr, aber er beleidigt Israelis, Holocaustüberlebende und alle Menschen mit gutem Gewissen.

Was verschwieg die Autorin?

Die meisten der fraglichen UN-Resolutionen sind lediglich konsultativ und haben keine rechtliche oder bindende Wirkung, was bedeutet, Israel muss ihnen gemäß den UN-Regulierungen oder dem Völkerrecht nicht Folge leisten. Zudem verschwieg Soni wesentliche Informationen:

1. Die Vereinten Nationen haben eine markante Voreingenommenheit gegenüber Israel. Und das ist nicht einfach nur eine „Meinung“:

  • UN-Generalsekretär Ban Ki-moon sagte, es gebe „eine voreingenommene Haltung gegenüber dem israelischen Volk und der israelischen Regierung“, und dies sei „eine unglückliche Situation“.
  • Der ehemalige Generalsekretär Kofi Annan sagte, er sei „besorgt über die unverhältnismäßige Fixierung [des UN-Menschenrechtsrats] auf Verletzungen durch Israel.“
  • Die UN-Botschafterin der USA, Samantha Powers, sagte: „Israel wird nicht wie andere Länder behandelt“, und „die Voreingenommenheit erstreckt sich weit über Israel als Staat hinaus und geht bis hin zu Israel als Idee.“

2. Die von Soni angesprochenen Resolutionen wurden mit Hilfe einiger der judenfeindlichsten Staaten und grässlichsten Menschenrechtsverletzer der Welt verabschiedet, zum Beispiel:

  • Saudi-Arabien, deren UN-Delegierter Marouf al-Dawalibi sagte: „Der Talmud sagt, wenn ein Jude nicht jedes Jahr das Blut eines Nichtjuden trinkt, wird er auf alle Ewigkeit verdammt sein.“ (Der Talmud sagt so etwas nicht.)
  • Libyen, deren US-Vertreter Ali Treiki sagte: „Sind es nicht die Juden, die das amerikanische Volk ausbeuten und sie zu entwürdigen versuchen?“ (Juden tun das nicht.)
  • Der syrische UN-Botschafter, der darauf bestand, Juden würden Christenkinder töten und aus ihrem Blut Matzen machen. (Juden tun das nicht. Aber solche Ritualmordlegenden wurden als Rechtfertigung für das Abschlachten von Juden seit wenigstens dem 12. Jahrhundert herangezogen.)

3. Der UN-Menschenrechtsrat (UNHRC) hat eine unheilige Besessenheit mit Israel, was wir in diesem HonestReporting-Video diskutieren:

Neben anderen Defiziten hat der UNHRC mehr Resolutionen gegen Israel verabschiedet als gegen den gesamten Rest der Welt zusammengenommen.

Geben wir dem eine Perspektive: Gegenwärtig existieren 40 bewaffnete Konflikte in der Welt, darunter Völkermorde, Folter und Sexsklaverei durch ISIS in Irak und Syrien, der syrische Bürgerkrieg mit Hunderttausenden Toten, der vernichtende Krieg im Jemen, massive Exekutionen im Iran und in Saudi-Arabien, die Liste ist lang.

Und dennoch gewinnen alle diese desaströsen Situationen beim UNHRC weniger Aufmerksamkeit als Israel, die einzige Demokratie im Nahen Osten. Tatsächlich sind die durchschnittlichen jährlichen Todeszahlen in Syrien höher als die Gesamtzahl der Menschen, die seit 1948 in Konflikten mit Israel jemals zu Tode kamen. Aber das ist dem UNHRC völlig egal.

4. Aayesha J. Soni ist auf individueller Ebene besonders hasserfüllt gegenüber Israel, und sie schert sich nicht um die Wirklichkeit oder die Wahrheit. Hier nur ein paar Beispiele von Sonis Twitteraccount:

Ich bin mit dem Lesen von Mein Kampf beschäftigt (Hitlers Buch).. die Schriftgröße ist zweieinhalb :/
Aayesha (@AayeshaJ) November 19, 2010

Dieses HonestReporting-Video bietet weitere Einzelheiten über die Lüge, Israel habe den Palästinensern das Wasser abgedreht:

Aus der Geschichte und von den Aussagen wichtiger UN-Angehörigen und Generalsekretäre geht klar hervor, dass UN-Resolutionen kein verlässlicher Weg sind, die Natur Israels als Staat zu beurteilen. Dennoch engagiert sich Israel weiterhin mit der UN und der internationalen Staatengemeinschaft und dient weiterhin in UN-Ausschüssen.

Die Ernennung von Botschafter Danon zum Vorsitzenden des Rechtsausschusses ist eine signifikante Leistung für den jungen jüdischen Staat und ein Zeichen für Israels Hingabe an positives internationales Engagement.

Statt Israels positiven Beitrag anzuerkennen, schreit Aayesha J. Soni eine Ansammlung von Halbwahrheiten, glatten Lügen und aggressivem Antisemitismus in die Welt hinaus. Tatsächlich besteht die einzige Ähnlichkeit zwischen ihrer Story und Hitler in Sonis ungeheurem Einsatz von Lügen und Propaganda und natürlich in ihrem tief verwurzelten Hass.

Der Mail and Guardian sollte es besser wissen, als Sonis hasstriefende Fiktionen völlig widerspruchslos zu publizieren.

Des einen Terrorist ist des anderen Clown

23. Juni 2016

Daniel Pomerantz, HonestReporting, 15. Juni 2016

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Eine in hohem Maße irreführende Newsweek-Story begann mit der absurden Schlagzeile „Israel weitet Haftzeit für palästinensischen Clown ohne Anklage aus“. Ja, das ist wirklich die Schlagzeile.

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Der fragliche Palästinenser, Mohammed Abu Saha, 24, tritt als Clown auf. Und es ist durchaus amüsant zu sehen, wie Newsweek die „palästinensische Zirkusschule“ als qualifizierte Quelle über Sicherheitsfragen präsentiert.

Menschen messen Schlagzeilen große Bedeutung zu und lesen oft nur die Schlagzeile und nicht den Artikel. Und wenn man auf Facebook oder Twitter die Schlagzeilen überfliegt, weiß man nicht, dass Saha festgenommen wurde, weil er ebenso ein Mitglied der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) ist, eine international als Terrororganisation eingestufte Gruppierung.

Und trotzdem konnte sich Newsweek nicht dazu durchringen, das Wort „Terrorist“ zu verwenden. Statt dessen nannten sie die PFLP eine „politische Gruppe“ und sagten: „Israel bezeichnet die PFLP als extremistische Organisation.“

Das ist eine grobe Falschdarstellung. Israel bezeichnet die PFLP nicht als „extremistische“ Organisation. Eine extremistische Organisation kann jede beliebige Gruppe am extremen Ende eines politischen Spektrums bedeuten, aber eine Terrororganisation nutzt Gewalt gegen Zivilisten als Mittel zum Zweck.

Daher stuft Israel die PFLP als „Terror“-Organisation ein, ebenso wie Kanada, die EU und die USA. Und Großbritannien stuft das „Generalkommando“ der PFLP als solche ein.

Kurz: Fast die gesamte westliche Welt führt die PFLP als „Terrororganisation“ und nennt seine Mitglieder „Terroristen“. Aber Newsweek war so erpicht, das T-Wort zu vermeiden, dass das Blatt klare journalistische Voreingenommenheit an den Tag legt und irreführende Terminologie verwendet.

Warum verbiegt sich Newsweek derart, um Terrorismus nicht beim Namen zu nennen? Warum wird der Eindruck erweckt, Israel habe einfach irgendeinen zufälligen Clown festgenommen? Fast scheint es, als habe Newsweek den Plan, Mohammed Abu Saha zu verteidigen, und zwar auf Kosten der Fakten. So können die Newsweek-Leser jedoch nicht zu einer informierten Schlussfolgerung kommen.

Saha ist nicht der einzige Clown bei dieser Story — aber Newsweeks Possen sind leider nicht lustig.

Hier unser Video über irreführende Terminologie:

Das Titelbild beinhaltet die „Illustrated circus magician“-Vektorgrafik von Freepik

Scheinheiligkeit: Robert Fisk beklagt Berichterstattung über „gefälschte Gräueltaten“

16. Juni 2016

Simon Plosker, HonestReporting, 9. Juni 2016

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Der berüchtigte antiisraelische Polemiker Robert Fisk ist schon sehr lange dafür bekannt, dass er israelische Militäreinsätze als Gräueltaten und Kriegsverbrechen beschreibt, also lohnt sich ein genauerer Blick auf seine Aussagen über die Berichterstattung über „gefälschte Gräueltaten“ in seinem letzten Meinungsbeitrag für den Independent, wo er folgende Frage stellt:

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Unter Bezugnahme auf „gefälschte Gräueltaten“ schreibt er:

1982 behaupteten israelische Journalisten zum Beispiel, sie hätten Beweise dafür gefunden, dass palästinensische Guerillas im Südlibanon eine Klinik eingerichtet hätten, in welcher Zivilisten getötet wurden, damit ihr Blut entnommen werden konnte — und zwar um verwundeten palästinensischen Guerillas Bluttransfusionen geben zu können.

Die Story kollabierte innerhalb weniger Tage. Sie taucht aber immer noch von Zeit zu Zeit unter den Mythen des Libanonkriegs von 1975-1990 auf und vernebelt die grässlichen Wahrheiten echter Gräueltaten wie z. B. dem Massaker von Sabra und Schatila im Jahr 1982, bei dem 1.700 palästinensische Zivilisten von Israels libanesischen Verbündeten ermordet wurden. Jede gefälschte Gräueltat färbt auf den Beweiskörper anderer, echter Verbrechen ab und beschmutzt die Wahrheit auf Jahrzehnte hinaus.

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Robert Fisk

Eine Story über eine angebliche Gräueltat, die innerhalb weniger Tage widerlegt wurde, erscheint weiterhin als Tatsache? Das vielleicht beste Beispiel für einen solch ernsthaften Bruch journalistischer Ethik in jüngster Zeit wurde verfasst von… Robert Fisk. Und ganz klar erkennt Robert Fisk nicht die Ironie in seinem jüngsten Meinungsbeitrag.

Im Oktober 2006 bekam Fisk die Titelseite des Independent zur Verbreitung der Verleumdung, Israel habe im Südlibanon Waffen auf Uranbasis eingesetzt. Diese Anklage wurde direkt widerlegt, aber Fisk hat seine Verleumdung niemals zurückgenommen, und sie taucht online immer und immer wieder auf, wegen antiisraelischen Aktivisten.

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Das ist derselbe Robert Fisk, der 2002 fröhlich die Lüge des Jenin-„Massakers“ verbreitet hatte. Und vergessen wir nicht, dass der Independent im August 2011 zu Schadenersatzzahlungen an den saudischen Innenminister gezwungen war, nachdem eine Fisk-Story als falsch widerlegt wurde.

Fisk beendet seinen Meinungsbeitrag mit den Worten: „Somit müssen wir Journalisten jede Gräueltat mit semantischen Skalpellen unter die Lupe nehmen, die unseren Weg kreuzt, für gewöhnlich im Nahen Osten.“

Simon Plosker, der leitende Redakteur von HonestReporting, antwortet:

Robert Fisk ist der letzte, der über ethische und professionelle Berichterstattung über vorgebliche Gräueltaten predigen sollte. Die wahre Gräueltat ist die andauernde Bühne, die der Independent einem Polemiker mit Hang zur Beschmutzung der Wahrheit bietet. Fisks Scheinheiligkeit ist wahrlich atemberaubend.

MSNBC schiebt Israel die Schuld für Terroranschlag zu

15. Juni 2016

Daniel Pomerantz, HonestReporting, 9. Juni 2016

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In einer wie wahnsinnig anmutenden Tirade entschuldigten Ayman Mohyeldin und Martin Fletcher von MSNBC die palästinensischen Terroristen, die vier Israelis in einer Einkaufsmeile ermordet haben, und beschuldigten statt dessen Israel.

Hier das Video (klick mich!).

Newsbusters ging sehr schnell auf diesen Vorfall ein und bemerkte, dass sowohl Mohyeldin als auch Fletcher über Israels „rechte Regierung“ und „palästinensische Frustration“ wetterten, selbst als die palästinensische Terrororganisation Hamas weitere Anschläge ankündigte und Palästinenser die Morde mit Jubelgeschrei, Feuerwerk und offenbar sogar Süßigkeiten feierten.

In Wirklichkeit sind Mohyeldins und Fletchers Behauptungen simplistisch und inkorrekt: die Zusammensetzung einer demokratisch gewählten Regierung rechtfertigt keinen Terrorismus gegen die Bevölkerung, und die Hamas hat mittlerweile klar gesagt, dieser Anschlag rühre von falschen Behauptungen israelischer Verletzungen der Al-Aqsa-Moschee her und nicht von „Frustration“ oder der Zusammensetzung der israelischen Regierung. Hamas hat diese Ausrede für Terrorismus in der Vergangenheit häufig benutzt.

Aber was wichtiger ist: Wo auf dieser Welt ist es akzeptabel, Terroropfer dafür verantwortlich zu machen, dass sie angegriffen wurden? Und warum wird der palästinensische Jubel über die erfolgreichen Ermordungen verschleiert? Ist MSNBC wirklich so versessen darauf, Israel die Schuld zuzuschieben?

Ayman Mohyeldin ist bekannt für seine falschen Aussagen über Israel und für seine Rechtfertigungen terroristischer Akte: letzten Oktober erklärte er mehrere Minuten lang live im Fernsehen, ein palästinensischer Attentäter sei „unbewaffnet“ gewesen, als die israelischen Sicherheitskräfte ihn erschossen, aber die neben Mohyeldin eingeblendeten Videoaufnahmen zeigten den Mann, wie er mit hoch erhobenem Messer rannte. Hier in diesem Video können Sie miterleben, wie Mohyeldins eigener Moderator ihn live korrigieren muss.

Nur kurze Zeit nach diesem Bericht vom letzten Oktober forderte eine Onlinepetition Moyheldins Entlassung. Die Petition erhielt über 30.000 Unterschriften, aber es scheint, als arbeite er immer noch für MSNBC und verhalte sich so unprofessionell wie eh und je.

Bild: Moti Karlelitz/Flash90

Voreingenommenheit #3: Als Nachrichten getarnte Meinungen

9. Juni 2016

Pesach Benson, HonestReporting, 2. Juni 2016

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Teil 3 einer achtteiligen Serie über die acht Kategorien der Medienvoreingenommenheit.

Voreingenommenheit #3
Als Nachrichten getarnte Meinungen

Es ist Aufgabe des Journalisten, Fakten wiederzugeben, ohne die eigene Meinung oder Interpretation einzuschieben.

Journalisten steht ihre eigene Meinung zu, und erfahrene Journalisten haben Erkenntnisse gemacht, die das Verständnis der Öffentlichkeit über aktuelle Entwicklungen bereichern kann und auch soll. Aber der richtige Ort für die Meinung oder Interpretation eines Journalisten ist der Kommentarbereich oder in Artikeln und Seitenspalten, die klar als Analyse gekennzeichnet sind.

Den Unterschied zwischen Fakten und Meinungen verschwimmen zu lassen, unterläuft die Aufgabe des Journalisten, die Fakten zu berichten und das Publikum sich sein eigenes Bild machen zu lassen.

Selbst korrekt als solche bezeichneten Kommentare erfordern ein gewisses Maß an Objektivität. Meinungen müssen auf akkuraten Informationen und gesunder Logik beruhen und respektvoll vorgebracht werden. Sind Kolumnisten, Sprechern oder Bloggern die Fakten egal, verdrehen sie die Logik oder lassen sich zu persönlichen Angriffen herab, wird der öffentliche Diskurs toxisch.

Hier ein Video mit Steve Linde und Gil Hoffman von der Jerusalem Post, Ruthie Blum von The Algemeiner und Dan Diker vom Jerusalem Center for Public Affairs, wie sie mit HonestReporting das Thema „Als Nachrichten getarnte Meinungen“ diskutieren:

BEISPIEL: Beim Interview einer Jüdin bei einem Pariser Solidaritätsmarsch nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo unterbrach sie der BBC-Reporter Tim Willcox und sagte:

Viele Kritiker an Israels Politik würden sagen, dass auch die Palästinenser sehr unter der jüdischen Hand leiden.

Es ist wichtig zu bemerken, dass Willcox „jüdisch“ sagte und nicht „israelisch“, womit er im Grunde das französische Judentum (und alle Juden) für die Taten Israels verantwortlich machte.

BEISPIEL: Am Wahltag 2009 erschienen die Gesichter von Ehud Barak, Tzipi Livni und Benjamin Netanyahu im Nachrichtenbereich des Evening Standard mit folgender (nachher veränderter) Schlagzeile:

eveningstandard100209

BEISPIEL: folgende Behauptung von Journalisten: „Israelische Siedlungen sind völkerrechtswidrig.“ (Zuweilen folgt dieser Aussage die bezeichnende Bemerkung: „Aber Israel bestreitet das.“) In Wirklichkeit ist die Meinung des Völkerrechts zur Rechtmäßigkeit der Siedlungen nicht ganz so klar und eindeutig. Eugene Kontorovich, Mitchell Bard, Eugene Rostow, Moshe Dann und Jeffrey Helmreich (und viele andere) erläutern den Grund. Helmreich schreibt zum Beispiel:

„Gaza und Westjordanland sind umstritten, nicht besetzt, und sowohl Israel wie auch die Palästinenser hegen legitime historische Ansprüche. Vor 1967 existierte keine palästinensische Souveränität in Gazastreifen und Westjordanland. Juden haben eine tiefe historische und emotionale Verbindung mit dem Land, und, da ihre Rechtsansprüche denjenigen der Palästinenser mindestens gleichkommen, ist es für Juden völlig natürlich, Häuser in Gemeinden in jenen Gebieten zu bauen, genauso wie die Palästinenser in ihren Gebieten bauen.“

WEITERE BEISPIELE beinhalten eine Kolumne von David Leonhardt über die US-Gesundheitsreform, die 2010 auf der Titelseite der New York Times erschien. Leser beschwerten sich bei Public Editor Arthur Brisbane, die Platzierung auf der Titelseite lasse die Grenze zwischen Nachricht und Kommentar in unangemessener Weise verschwimmen. Und die in Toronto ansässige Globe & Mail war Gegenstand einer Kontroverse, als der Reporter Jan Wong einen Amoklauf an einer Schule in Montréal dem in Quebec vorhandenen Rassismus sowie Sprachgesetzen zuschrieb.

Nächsten Monat folgt das nächste Kapitel dieser Reihe: „Fehlender Zusammenhang: Der Kontext beschreibt die Situation, in der etwas geschieht. Ohne einen Bezugsrahmen für die Leser können Journalisten das wahre Bild erheblich verzerren.“

„Red Lines: The Eight Categories of Media Bias“ ist auf Amazon als E-Book erhältlich.


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