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Judenhass begreifen: Ein historischer Überblick

4. Juni 2026

Ben M. Freemen, HonestReporting, 8. Mai 2026

Für viele Menschen ist der Holocaust der wichtigste Bezugspunkt, um Judenhass zu verstehen. Doch der Holocaust war nicht sein Anfang und nicht sein Abschluss. Er war ein Kapitel in einer viel längeren Geschichte, die sich über Tausende von Jahren erstreckt und bis heute fortgeschrieben wird.

Judenhass wird oft als der älteste Hass der Welt beschrieben. Über Jahrhunderte hinweg wurden Juden beschuldigt, Kinder in mittelalterlichen Ritualmordlegenden zu ermorden, während der Schwarzen Pest Brunnen zu vergiften, Nationen durch Anschuldigungen geteilter Loyalität zu verraten und Regierungen, Wirtschaft und Medien heimlich zu kontrollieren – durch Verschwörungsfantasien wie die „Protokolle der Weisen von Zion“. Diese Anschuldigungen nahmen religiöse, rassische, wirtschaftliche und nationale Formen an, kehrten jedoch immer wieder zu denselben Grundthemen zurück: dass Juden einzigartig gefährlich, einzigartig bösartig und einzigartig verantwortlich für die Probleme der Gesellschaften um sie herum seien.

Die Geschichte des Judenhasses zu verstehen ist entscheidend, weil zeitgenössische Erscheinungsformen nicht isoliert entstehen. Moderne antijüdische Ideen sind tief mit älteren Mythen, Ängsten und kulturellen Erinnerungen verbunden, die sich über Jahrhunderte entwickelt haben. Vlad Khaykin vom Simon Wiesenthal Center sagt oft: „Antisemitismus kleidet sich immer dem Anlass entsprechend.“

Wie ein Boggart verändert er seine Form je nach den Ängsten und Annahmen des Betrachters. Einerseits werden Juden beschuldigt zu abgesondert und zu stammesbezogen zu sein. Andererseits werden sie dafür verurteilt zu integriert, einflussreich oder kosmopolitisch zu sein. Juden wurden als kapitalistische Ausbeuter und als kommunistische Revolutionäre dargestellt, als wurzellose Außenseiter und als gefährliche Nationalisten.

Die Anschuldigungen widersprechen sich oft, aber Widerspruch hat den Judenhass nie geschwächt, weil seine Funktion nicht analytisch ist. Sie ist psychologisch und zivilisatorisch. „Der Jude“, den sich der Judenhasser vorstellt, existiert nicht in der Realität. Er existiert als kulturelle und psychologische Konstruktion, auf die Gesellschaften ihre Ängste, ihr Scheitern und ihre Unsicherheiten projizieren.

Judenhass überlebt, indem er sich an das anheftet, was eine Gesellschaft am meisten fürchtet. In verschiedenen Epochen wurden Juden als Christusmörder, als rassische Verunreiniger, als kapitalistische Ausbeuter, als kommunistische Revolutionäre und – in Teilen der gegenwärtigen Linken – als Verkörperungen von Weiß sein, Kolonialismus und unterdrückender Macht dargestellt.

Ohne historisches Wissen lassen sich alte Anschuldigungen leicht als neue moralische Einsichten verpacken. Die alte Anschuldigung, dass Juden Brunnen vergifteten, wird zur Behauptung, der jüdische Staat halte absichtlich Wasser zurück. Mittelalterliche Fantasien jüdischer Manipulation werden zu Verschwörungen über zionistische Kontrolle. Anderes Jahrhundert, andere Sprache, gleiche zugrunde liegende Logik.

Die Schwierigkeit wird dadurch verstärkt, dass viele Menschen Judenhass so betrachten, als existiere er nur bei offensichtlichen Extremisten. Doch Vorurteile überleben nicht zweitausend Jahre allein durch Randfiguren. Es überlebt, weil Gesellschaften antijüdische Annahmen so tief aufnehmen und reproduzieren, dass sie nicht mehr als Vorurteil erscheinen. So stellte George Orwell fest:

„Was nahezu alles über Antisemitismus geschriebene entwertet, ist die Annahme im Kopf des Schreibenden, dass er selbst dagegen immun ist. ‚Da ich weiß, dass Antisemitismus irrational ist‘, argumentiert er, ‚folgt daraus, dass ich ihn nicht teile.‘ Damit versäumt er es, seine Untersuchung an dem einzigen Ort zu beginnen, an dem er verlässliche Belege finden könnte – nämlich in seinem eigenen Kopf.“

Diese Herausforderung ist unangenehm, weil sie Selbstprüfung statt Selbstdarstellung verlangt. Sie fordert, dass Menschen nicht nur offene Feindseligkeit gegenüber Juden hinterfragen, sondern auch die Annahmen, die sie über jüdische Macht, Identität und Legitimität übernommen haben. Judenhass äußert sich nicht immer durch offene Feindseligkeit. Manchmal erscheint er durch doppelte Standards, durch die Leugnung jüdischen Volksseins oder durch die Forderung, dass Juden Formen kollektiver Existenz rechtfertigen sollen, die für jedes andere Volk als normal gelten.

Historische Grundlagen

Obwohl viele der einflussreichsten antijüdischen Ideen im christlichen Europa entstanden, argumentieren manche, dass eine spezifische Feindseligkeit gegenüber Juden älter ist als das Christentum selbst. Im Buch Exodus stellt der Pharao die Israeliten als gefährliche innere Bevölkerung dar, deren Loyalität anderswo liegt und etabliert damit eine der frühesten überlieferten Anschuldigungen jüdischer geteilter Loyalität und kollektiver Subversion. Doch die entscheidende Transformation kam mit der Christianisierung des Römischen Reiches. Als das Christentum politisch dominierte, wurde die Anschuldigung, Juden hätten Jesus kollektiv getötet, in die westliche Zivilisation selbst eingebettet.

David Nirenberg argumentiert, definierte sich die christliche Zivilisation in Opposition zu „Judentum“, das nicht nur mit Juden als Menschen verbunden wurde, sondern umfassender mit Irrtum, Materialismus, Starrsinn und spiritueller Verderbtheit. Juden waren nicht länger nur ein eigenständiges Minderheitenvolk. Sie wurden mit Gottesmord, spiritueller Verderbnis und zivilisatorischer Gefahr in Verbindung gebracht. Aus diesem Fundament entstanden viele der zentralen antijüdischen Mythen, die die folgenden zweitausend Jahre prägen sollten.

Ritualmordlüge

Die Ritualmordlüge ist eine der ältesten und dauerhaftesten Formen des Judenhasses. Sie entstand im mittelalterlichen christlichen Europa und beschuldigte Juden christliche Kinder zu entführen und zu ermorden, oft für angebliche rituelle Zwecke im Zusammenhang mit Pessach. Das früheste Beispiel entstand 1144 in Norwich, als Juden fälschlich beschuldigt wurden, einen christlichen Jungen namens William ermordet zu haben. Doch unter der Anschuldigung lag eine noch ältere theologische Behauptung: dass die Juden Jesus kollektiv ermordeten. Der Jude wurde daher nicht nur als falsch oder fremd konstruiert, sondern als metaphysisch böse, einzigartig fähig zu Grausamkeit gegen die Unschuld selbst. Diese Darstellung positionierte Juden außerhalb der moralischen Grenzen der Menschheit und rechtfertigte jahrhundertelange Verfolgungen, Vertreibungen, Massaker und Pogrome.

Die Macht der Ritualmordlüge liegt in der emotionalen Intensität der Anschuldigung. Es gibt nur wenige Vorwürfe, die aufwühlender sind als der absichtliche Mord an Kindern. Sobald Juden in der christlichen Vorstellung als fähig dargestellt wurden Christus zu töten, wurden Anschuldigungen Kindern zu schaden innerhalb des bestehenden moralischen Rahmens glaubhaft.

Obwohl die mittelalterliche Ritualmordlüge weit von der Gegenwart entfernt zu sein scheinen mag, bleibt ihre Struktur auffallend vertraut. Moderne Anschuldigungen gegen Israel beruhen häufig auf derselben zugrundeliegenden Annahme: dass Juden – kollektiv verkörpert durch den jüdischen Staat – gezielt Kinder ins Visier nehmen oder Zivilisten vorsätzlich und der Sache willen Leid zufügen. Behauptungen, Israel würde absichtlich palästinensische Kinder ermorden, Völkermord begehen, Organraubvorwürfe fördern oder Hunger als Waffe einsetzen, agieren oft innerhalb der emotionalen Architektur der Ritualmordlüge, selbst wenn sie in säkularer humanitärer Sprache formuliert werden.

Wirtschaftliche Verleumdung

Die wirtschaftliche Verleumdung stellt Juden als einzigartig gierig und manipulativ dar und porträtiert sie als Menschen, die so sehr von Reichtum getrieben sind, dass sie bereit sind, andere auszubeuten, zu korrumpieren oder zu schädigen, um ihn zu erlangen. Ihre Wurzeln sind sowohl theologisch als auch historisch. In der christlichen Tradition wurde Judas Ischariot, der Jünger, der Jesus für dreißig Silberstücke verriet, mit Jüdisch sein selbst in Verbindung gebtracht. Mit der Zeit entwickelte sich das Bild des gierigen und finanziell korrupten Juden zu einem der prägenden Stereotype der europäischen Zivilisation.

In weiten Teilen des mittelalterlichen Europas waren Juden vom Landbesitz, von Zünften und von vielen Berufen ausgeschlossen. Christliche Verbote des Verleihens von Geld gegen Zinsen drängten einige Juden in finanzielle Rollen, die wirtschaftlich notwendig, aber moralisch stigmatisiert waren. Juden wurden dann dafür dämonisiert, Positionen einzunehmen, in die sie oft hineingedrängt worden waren.

Diese Vorstellungen erreichten eine ihrer einflussreichsten Ausprägungen in den Protokollen der Weisen von Zion, dem gefälschten russischen Text, der vorgibt, eine jüdische Verschwörung zur Weltherrschaft aufzudecken. Obwohl vollständig widerlegt, verbreitete sich der Text international und prägte sowohl die NS-Propaganda als auch breitere antisemitische Denkmuster.

Die wirtschaftliche Verleumdung bleibt heute hoch relevant. Zeitgenössische Diskurse stellen Juden, „Zionisten“ oder Israel häufig als einzigartig wohlhabend und finanziell manipulativ dar. Verschwörungen rund um Personen wie George Soros, Rhetorik über „Globalisten“ und Behauptungen, dass „Zionisten Washington kontrollieren “, greifen ältere Fantasien über verborgenen jüdischen Einfluss wieder auf. Jüdischer Erfolg wird oft nicht als Ergebnis gewöhnlicher menschlicher Unterschiede, historischer Umstände oder kultureller Betonung von Bildung dargestellt, sondern als Beleg für Korruption oder kollektive Machenschaften.

Rassische Verleumdung

Während viele Menschen sich vorstellen, dass Antisemitismus erst im neunzehnten Jahrhundert rassisch wurde, tauchten Elemente der Rassifizierung viel früher auf. Im spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Spanien behandelte zum Beispiel die Doktrin der limpieza de sangre („Reinheit des Blutes“) jüdische Abstammung als dauerhaften Makel, der durch die Konversion zum Christentum nicht getilgt werden konnte. Gelehrte wie Geraldine Heng haben gezeigt, dass mittelalterliche Gesellschaften Juden bereits als Träger vererbbarer und wesentlicher Eigenschaften behandelten. Juden wurden zunehmend nicht einfach als anders gesehen, sondern als biologisch und dauerhaft anders, ein eigenständiges Kollektiv, dessen vermeintliche moralische, körperliche und verhaltensbezogene Mängel durch Blutlinien weitergegeben und im jüdischen Körper selbst verkörpert wurden.

Die Moderne erfand die Rassifizierung der Juden nicht. Sie rahmte ältere Vorstellungen neu und institutionalisierte sie durch die Autorität der „Wissenschaft“ von den Rassen. Pseudowissenschaft des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts versuchte Juden biologisch zu klassifizieren – durch Schädelmessungen, Physiognomie und Degenerationstheorien. Die NS-Propaganda stellte Juden durch groteske Karikaturen dar, die Nase, Lippen, Haare, Haltung und körperliche Deformationen betonten.

Aber diese Vorstellungen waren niemals auf den Nationalsozialismus beschränkt. Jüdische Körper wurden in der westlichen Kultur lange als Projektionsflächen und Orte der Angst behandelt, geprägt von Annahmen über Abnormität, Übermaß, Degeneration oder Fremdheit. Das soziale Stigma, das angeblich „jüdischen“ Merkmalen, besonders der Nase, zugeschrieben wurde, verankerte sich so tief, dass viele Juden sich unter Druck fühlen ihr Aussehen zu verändern, um sich zu assimilieren oder Diskriminierung zu vermeiden. In The Jew’s Body untersucht Sander Gilman, wie jüdische Leichen zu dauerhaften Körper kultureller Obsession und rassischer Projektion wurden.

Die Nationalsozialisten erhoben diese Vorstellungen zu einer völkermörderischen Weltanschauung und einem politischen System. Juden wurden als biologische Bedrohung dargestellt, deren bloße Existenz angeblich die Reinheit und das Überleben der arischen Rasse gefährdete. Juden werden auch in zeitgenössischen Diskursen weiterhin rassifiziert, selbst wenn die Sprache heute oft politisch, kulturell oder genetisch ist und nicht offen pseudowissenschaftlich. Chasaren-Verschwörungstheorien versuchen zum Beispiel, jüdische Indigenität und Kontinuität zu leugnen, indem sie behaupten, aschkenasische Juden seien keine „echten“ Juden, sondern Nachfahren einer turksprachigen Bevölkerung. Obsessionen von jüdischer Genetik, DNA, Authentizität und Behauptungen, Israelis seien lediglich „europäische Kolonisatoren“, funktionieren häufig als moderne Formen der Rassifizierung.

Verschwörungsfantasie

Die Verschwörungsfantasie stellt eine der umfassendsten Formen des Judenhasses dar: den Glauben, dass Juden heimlich die Welt kontrollieren. Hier werden Juden nicht nur als anders oder gefährlich vorgestellt, sondern als allmächtige Manipulatoren, die globale Ereignisse aus dem Hintergrund steuern. Die Macht dieser Fantasie liegt in ihrer Flexibilität. Praktisch jede politische, wirtschaftliche oder soziale Krise kann in ihr Schema aufgenommen und einer verborgenen jüdischen Hand zugeschrieben werden.

Historisch nahmen Juden in vielen Gesellschaften eine paradoxe Haltung ein. Sie waren eine verletzliche Minderheit ohne staatliche Macht, wurden aber gleichzeitig als einzigartig einflussreich und bedrohlich imaginiert.

Diese Logik fand ihren klarsten Ausdruck in den Protokollen der Weisen von Zion, die Juden als Drahtzieher von Revolutionen, als Wirtschaften manipulierend, die Medien kontrollierend und die Zivilisation selbst untergrabend darstellten. Obwohl er nachgewiesen eine Fälschung war, wurde der Text zu einem der einflussreichsten antisemitischen Dokumente der Geschichte, weil er eine umfassende Erklärung für sozialen Wandel und Instabilität bot, in der Juden für nahezu jede politische, wirtschaftliche oder kulturelle Krise verantwortlich gemacht werden konnten. Seine Themen verbreiteten sich weit über das zaristische Russland hinaus und beeinflussten den europäischen Faschismus, die sowjetische antizionistische Propaganda und antisemitische Diskurse in Teilen der arabischen Welt.

Moderne Verschwörungsfantasien greifen diese Themen weiterhin auf. Juden werden beschuldigt Regierungen, Hollywood, Finanzwesen, Journalismus, Wissenschaft und internationale Institutionen zu kontrollieren. Israel wird oft nicht als kleiner Staat dargestellt, der seine eigenen Interessen verfolgt, sondern als verborgene Kraft, die die westliche Außenpolitik lenkt. Behauptungen, Israel oder „die Juden“ hätten die Vereinigten Staaten in Kriege im Nahen Osten hineingezogen oder Verschwörungen, „Zionisten“ würden heimlich Migration, Mediennarrative oder globale Instabilität orchestrierten, spiegeln dieselbe verschwörungsideologische Logik wider.

Verschwörungsfantasien sind besonders gefährlich, weil sie Juden in die Erklärung für gesellschaftliche Komplexität selbst verwandeln. Wirtschaftskrisen, Kriege, politische Instabilität, kultureller Wandel und soziale Zerrissenheit können alle einer verborgenen jüdischen Hand zugeschrieben werden. Der Jude wird zum ultimativen symbolischen Sündenbock, nicht für ein einzelnes Problem verantwortlich gemacht, sondern für die Struktur der Moderne selbst.

Schlussfolgerung

Diese Verleumdungen überschneiden sich, verstärken einander und bestehen über die Zeit hinweg fort. Verschiedene Epochen betonen unterschiedliche Themen, aber die zugrunde liegende Struktur bleibt bemerkenswert konstant: Juden werden als einzigartig gefährlich für die Gesellschaften um sie herum positioniert. Ob durch Religion, Rasse, Wirtschaft, Nationalismus oder Verschwörung formuliert – die Anschuldigung kehrt letztlich immer zur gleichen Idee zurück: dass Juden eine Bedrohung für die moralische, politische oder soziale Ordnung selbst darstellen.

Ohne historisches Wissen werden alte Vorurteile immer wieder für neue moralische Einsichten gehalten. Die Sprache verändert sich, aber die zugrunde liegende Logik bleibt beunruhigend vertraut.

Sowjetischer Antizionismus und die Umbenennung des Judenhasses

28. Mai 2026

Ben M. Freeman, HonestReporting, 17. Mai 2026

Heute missverstehen viele Menschen Antizionismus als politische Reaktion auf den Staat Israel. Das ist er nicht. In Wirklichkeit ist er eine zeitgenössische Form judenfeindlichen Rassismus.

Die Sprache und Bildwelt des heutigen Antizionismus wurde während des Kalten Krieges von der Sowjetunion entwickelt und globalisiert. Die UdSSR arbeitete daran den Zionismus, die Bewegung für jüdische Selbstbestimmung im jüdischen indigenen Land, in ein Symbol für Rassismus, Faschismus, Kolonialismus, weiße Vorherrschaft und Imperialismus zu verwandeln. Diese Neudefinition ist wichtig. Wie alle Völker besitzen Juden das Recht, ihre eigene Identität, Geschichte und Befreiungsbewegung zu definieren. Versuche von Nichtjuden, den Zionismus umzudefinieren – ein jüdisches Konzept, geschaffen von Juden für Juden und verwurzelt in Tausenden Jahren jüdischer Geschichte – legen äußere Verzerrungen auf die jüdische Identität, die illegitim sind. Moderner Antizionismus kann nicht getrennt von der systematischen Anstrengung der Sowjetunion verstanden werden, jüdische Selbstbestimmung als illegitime Form des Nationalismus darzustellen.

Jüdischer Antizionismus vor der Schoah

Bevor man den sowjetischen Antizionismus untersucht, ist es wichtig, ihn von früheren Formen des jüdischen Antizionismus zu unterscheiden. Vor der Schoah und der Gründung Israels 1948 lehnten einige Juden den Zionismus aus religiösen, politischen oder ideologischen Gründen ab. Ultraorthodoxe Juden glaubten, jüdische Souveränität könne nur durch göttliches Eingreifen kommen. Einige Juden nahmen den Kommunismus als universalistischen Weg zur Gleichheit an. Bundisten glaubten an eine Form des Sozialismus, die in der jiddischen Kultur und im jüdischen Leben der Diaspora verwurzelt war, während assimilierte Juden in Westeuropa fürchteten, der Zionismus würde Anschuldigungen verstärken, sie seien ihren Heimatländern gegenüber nicht loyal. So fehlgeleitet die letzten drei Positionen auch waren – wie der Zionismus selbst waren sie Antworten auf die „Judenfrage“ und Versuche, jüdische Sicherheit in der nichtjüdischen Welt zu sichern.

Letztlich blieben das interne jüdische Debatten über die Zukunft jüdischen Lebens. Jüdische Antizionisten verstanden Juden weiterhin als ein Volk mit gemeinsamer Geschichte, Kontinuität und kollektiver Identität. Was sie nicht taten: jüdische Selbstbestimmung als inhärent rassistisch oder grundsätzlich illegitim darzustellen oder den Zionismus als globale Verschwörung darzustellen, die die Menschheit bedroht.

Der sowjetische Antizionismus unterschied sich grundlegend vom früheren jüdischen Antizionismus. Er war keine Opposition gegen den Zionismus, wie er tatsächlich existierte. Er konstruierte einen mythischen und verschwörerischen „Zionismus“, der keinerlei Ähnlichkeit mit der jüdischen Nationalbewegung hatte – so wie der traditionelle Judenhasser einen imaginären „Juden“ konstruierte, der von realem jüdischem Leben abgelöst war.

Die Bolschewisten und die Jewsekzija

Die UdSSR ging aus dem ehemaligen Russischen Reich hervor, das Schauplatz einiger der schlimmsten judenfeindlichen Gewalt und Verfolgung in der europäischen Geschichte gewesen war. Pogrome, gesetzliche Einschränkungen und Verschwörungsfantasien über jüdische Weltherrschaft waren tief in der Kultur verankert, die der sowjetische Staat erbte. Obwohl die bolschewistische Revolution das judenfeindliche Zarentum offiziell zurückwies, wurden traditionelle judenfeindliche Vorstellungen in die politische Sprache und die Institutionen der Sowjetunion umgepackt.

Nach 1917 betrachtete das sowjetische Regime den Zionismus als Bedrohung, weil er eine unabhängige Form jüdischer Identität und Organisation außerhalb kommunistischer Kontrolle darstellte. Um dem entgegenzuwirken, gründeten die Bolschewiki die Jewsekzija, die jüdische Sektion der Kommunistischen Partei.

Die Jewsekzija arbeitete daran das jüdische Gemeinschaftsleben außerhalb sowjetischer Autorität zu aufzulösen, indem sie hebräische Sprachschulen, zionistische Organisationen, religiöse Institutionen und breitere Ausdrucksformen jüdischen nationalen Bewusstseins ins Visier nahm. Hebräisch wurde verboten, weil es jüdische Geschichte, Volkseigenschaft und den Zionismus selbst verkörperte. Jüdische religiöse Praxis wurde als reaktionär angegriffen, während zionistische Aktivitäten kriminalisiert wurden. In der Praxis bedeutete das eine Kampagne kultureller Vernichtung, die sich gegen die jüdische Zivilisation innerhalb der sowjetischen Einflusssphäre richtete.

Die Tragödie wurde durch das Schicksal der eigenen Führer der Jewsekzija noch verstärkt. Viele der Juden, die diese Politik durchsetzten, wurden später vom sowjetischen Regime selbst gesäubert, inhaftiert oder hingerichtet. Es war eine erschütternde Lektion, die sich in der Geschichte wiederholen sollte: Versuche, Loyalität zu beweisen, indem man sich von jüdischer Identität distanziert, garantieren keine Sicherheit.

Der Stalinismus und die Kriminalisierung jüdischer Identität

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Schoah intensivierte das sowjetische Regime seinen Angriff auf jüdisches Leben. Jüdische Intellektuelle, Schriftsteller und Kulturschaffende wurden verhaftet, hingerichtet oder gesäubert. Jüdische Institutionen wurden aufgelöst. Hebräisch wurde weiter unterdrückt. Jüdisches Kulturleben wurde ständig angegriffen wurde mit tiefem Misstrauen behandelt. Was unter der Jewsekzija begonnen hatte, entwickelte sich zu einer breiteren Kampagne, die darauf abzielte Juden von ihrer kollektiven Identität, ihrem historischen Gedächtnis und ihrem nationalen Bewusstsein zu trennen.

Dies gipfelte in einer Reihe judenfeindlicher Kampagnen während der späten stalinistischen Periode. Juden wurden als „wurzellose Kosmopoliten“ denunziert, der Illoyalität, ausländischer Bindungen und Subversion beschuldigt. Diese Anschuldigungen verpackten ältere judenfeindliche Mythen neu und stellten Juden erneut als verborgene Manipulatoren hinter Unruhe, Subversion und internationalen Konflikten dar.

Mit der berüchtigten Ärzteverschwörung von 1952 wurden überwiegend jüdische Ärzte fälschlich beschuldigt einen Plan zur Vergiftung von Sowjetführern zu schmieden. Die in klassischen antijüdischen Verschwörungen verwurzelte Kampagne löste Befürchtungen aus, Stalin bereitete einen viel umfassenderen Angriff auf die sowjetische Judenheit einschließlich Massendeportationen vor, ähnlich denen der Schoah. Im selben Jahr fand in der Tschechoslowakei der Slánský-Prozess statt, einer der prägenden Momente in der Entwicklung des sowjetischen Antizionismus. Rudolf Slánský, Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei wurde zusammen mit dreizehn weiteren Funktionären, viele von ihnen Juden beschuldigt an einer weitreichenden „trotzkistisch-titoistisch-zionistischen“ Verschwörung beteiligt zu sein, die mit dem westlichen Imperialismus verbunden war.

Der Prozess verschmolz Jüdisch sein, Zionismus, Spionage, Kapitalismus und Subversion zu einem einzigen Verschwörungsnarrativ. Die Angeklagten wurden wiederholt als Zionisten, Kosmopoliten und Agenten fremder Mächte beschrieben. Juden, die Judenhass geltend machten, wurden als Manipulatoren dargestellt, die Opferstatus für politischen Gewinn instrumentalisierten, während jüdische Solidarität und Bindung an Israel als Beweis für Verschwörung und falsche Loyalität dienten.

Mit der Zeit und teilweise als Reaktion auf geopolitische Entwicklungen entwickelte sich der sowjetische Antizionismus allmählich von der Unterdrückung jüdischer Identität innerhalb der UdSSR zu einer internationalen ideologischen Kampagne, die darauf abzielte den Zionismus zu delegitimieren und Israel auf der Weltbühne zu isolieren.

1967 und die Globalisierung des sowjetischen Antizionismus

Die Sowjetunion unterstützte 1948 zunächst die Gründung Israels. Doch die Beziehungen verschlechterten sich, als Israel sich enger an den Westen anlehnte. Israels schneller Sieg über sowjetisch unterstützte arabische Staaten im Sechstagekrieg 1967 war eine tiefgreifende Demütigung für Moskau. Als Reaktion startete die UdSSR eine gewaltige Propagandakampagne, die darauf abzielte, Israel international zu delegitimieren und den Zionismus als das große Übel der modernen Welt darzustellen.

In dieser Zeit wurden viele moderne israelfeindliche Narrative systematisiert und exportiert. Sowjetische Propaganda stellte den Zionismus zunehmend als Rassismus, Faschismus, Nationalsozialismus, Kolonialismus, Apartheid, weiße Vorherrschaft und Imperialismus dar. Letztlich war er nicht mehr von klassischem Judenhass zu unterscheiden, einschließlich dem der Nationalsozialisten. „Zionisten“ wurden durch vertraute Verschwörungen dargestellt: globale Manipulation, falsche Loyalität, Blutrünstigkeit und geheime Kontrolle von Regierungen und Medien. Das Wort „Zionist“ war ein Ersatz für „Jude“ und erlaubte der UdSSR, alte judenfeindliche Mythen zu aufzubereiten und zugleich zu leugnen, judenfeindlich zu sein.

Ein zentrales Merkmal des sowjetischen Antizionismus war die Umkehrung: Juden wurden von Opfern von Rassismus, Faschismus und Völkermord zu Symbolen eben dieser Verbrechen gemacht. Die Sowjetunion beschuldigte Israel des Kolonialismus, während sie ihr eigenes Imperium aufrechterhielt, verurteilte den Zionismus als rassistisch, während sie jüdische (und andere) Kultur unterdrückte und denunzierte Israel als faschistisch, während sie eines der autoritärsten Systeme der Welt betrieb. Wie so vieler anderer Judenhass funktionierte der sowjetische Antizionismus durch Projektion. Juden wurden beschuldigt, genau jene Verbrechen zu begehen, die historisch an ihnen begangen worden waren.

Zudem sahen sich sowjetische Juden selbst Diskriminierung in Bildung, Beschäftigung und öffentlichem Leben ausgesetzt, während die Sowjetunion im Ausland den Zionismus als Rassismus und Faschismus verurteilte. Diejenigen, die versuchten, nach Israel oder in andere Länder auszuwandern, wurden mit Ausreiseverboten belegt und als „Verweigerer“ [Refuseniks] bekannt, von Behörden schikaniert, aus ihren Berufen entlassen, in Gulags inhaftiert oder als Verräter des sowjetischen Systems gebrandmarkt.

Für sowjetische Juden war der Zionismus keine abstrakte politische Theorie oder ein imperialistisches Projekt. Er war der einfache Wunsch, offen als Juden unter Juden in der jüdischen Heimat zu leben. Boris Kotschubiewski, ein sowjetischer Jude, der die Erlaubnis zur Ausreise anstrebte, schrieb in einem Brief an Leonid Breschnew:

Ich bin Jude. Ich will im jüdischen Staat leben. Das ist mein Recht, so wie es das Recht eines Ukrainers ist in der Ukraine zu leben, das Recht eines Russen in Russland zu leben, das Recht eines Georgiers in Georgien zu leben. Ich will in Israel leben. Das ist mein Traum, das Ziel nicht nur meines Lebens, sondern auch der Leben von Hunderten von Generationen vor mir, der meiner Vorfahren, die aus ihrem Land vertrieben wurden. Ich will, dass meine Kinder in hebräischer Sprache lernen. Ich will jüdische Zeitungen lesen, ein jüdisches Theater besuchen. Was ist falsch daran? Was ist mein Verbrechen?

Das war die Realität, die der sowjetische Antizionismus zu unterdrücken suchte: das jüdische Leben selbst.

Die UdSSR exportierte aggressiv antizionistische Ideologie in die ganze Welt. Diese verbreitete sich in neu entkolonialisierten Staaten, kommunistischen Parteien, linken Bewegungen und internationalen Institutionen. Selbst amerikanische Persönlichkeiten wie Angela Davis besuchten die Sowjetunion und beteiligten sich an Netzwerken, die von sowjetischen antiimperialistischen und antizionistischen Rahmen geprägt waren. Innerhalb dieser Bewegungen wurden Juden von einem indigenen Volk des Nahen Ostens zu „weißen europäischen Kolonisatoren“ umgedeutet, während die jüdische historische Kontinuität im Land Israel und die Geschichte jüdischen Exils und jüdischer Verfolgung vollständig aus dem Narrativ entfernt wurden.

Zionologie und die akademische Legitimierung des Antizionismus

Eine der bedeutendsten judenfeindlichen Entwicklungen der Sowjetunion war die Schaffung der „Zionologie“, eines pseudoakademischen Fachgebiets, das dem Studium und der Verurteilung des Zionismus gewidmet war. Sowjetische „Intellektuelle“ produzierten Bücher, Zeitschriften und Institute, die den Zionismus als rassistisch, faschistisch, expansionistisch und verschwörerisch darstellten.

Die intellektuellen Wurzeln dieser Propaganda lagen in älteren antisemitischen Verschwörungstraditionen, insbesondere in den Protokollen der Weisen von Zion, der berüchtigten zaristischen Fälschung, die später von den Nationalsozialisten als Waffe eingesetzt wurde. Sowjetische antizionistische Propaganda reproduzierte diese Verschwörungsmythen nahezu vollständig. Der „internationale Zionismus“ wurde als verborgene globale Kraft dargestellt, die Regierungen, Finanzen, Medien und Außenpolitik aus dem Hintergrund manipuliert.

Das verlieh dem Antizionismus eine sogenannte akademische Legitimität. Sowjetische Propaganda präsentierte sich als Wissenschaft, die auf Antirassismus und Antiimperialismus gründet. Viele Ideen, die heute im aktivistischen und akademischen Diskurs über Israel verbreitet sind, haben ihre Wurzeln in diesem sowjetischen System: Israel als einzigartig illegitime „Siedlerkolonie“, Zionismus als weiße Vorherrschaft, Vergleiche zwischen Israel und Nazideutschland und die Darstellung jüdischen Nationalismus als inhärent rassistisch, während andere nationale Bewegungen als legitim gelten.

„Zionismus ist Rassismus“

Der Höhepunkt dieser sowjetischen ideologischen Anstrengung kam 1975 mit der Resolution 3379 der Vollversammlung der Vereinten Nationen, die erklärte, dass „Zionismus eine Form von Rassismus und rassischer Diskriminierung ist“. Diese Resolution entstand nicht organisch. Sie war das Ergebnis jahrelanger sowjetischer Lobbyarbeit, Propaganda und diplomatischer Koordination im kommunistischen Block und in Teilen der Entwicklungsländer.

Die Resolution stellte einen historischen Wendepunkt dar. Zum ersten Mal wurde die nationale Befreiungsbewegung des jüdischen Volkes von der internationalen Gemeinschaft offiziell als rassistisch gebrandmarkt. Jüdische Selbstbestimmung wurde von einem legitimen Ausdruck indigenen Volkstums in ein moralisches Verbrechen verwandelt.

Obwohl die Resolution 3379 nach dem Fall der Sowjetunion 1991 aufgehoben wurde, überdauerte ihr ideologisches Erbe. Heute werden Anschuldigungen, Israel sei ein „siedlerkolonialer, weiß-herrenmenschlicher Apartheidstaat“, oft als moderne progressive Analyse präsentiert, doch diese Sprache geht direkt auf sowjetische antizionistische Propaganda zurück, die Jahrzehnte zuvor entwickelt wurde.

Das zeitgenössische Erbe

Der Zusammenbruch der Sowjetunion beendete das ideologische Erbe des sowjetischen Antizionismus nicht. Seine Narrative verbreiteten sich in Universitäten, Aktivistenbewegungen, internationalen Institutionen und im politischen Diskurs weltweit.

Dieses Erbe prägte auch eine kleine, aber wachsende Minderheit zeitgenössischer jüdischer Antizionisten. Viele wurden in linken Milieus radikalisiert, in denen Zionismus und jüdische Volkseigenschaft als illegitim umgedeutet wurden. Viele sind zu der Überzeugung gelangt, sie müssten zwischen ihrer jüdischen Identität und der Akzeptanz in progressiven Bewegungen wählen. Wie die Jewsekzija vor ihnen glauben viele, dass die Distanzierung von jüdischer kollektiver Identität oder jüdischer Souveränität sie vor Judenhass schützen werde. Die Geschichte hat immer wieder gezeigt, dass sie sich tragisch irren.

Legitime Kritik an israelischen Regierungen und politischen Maßnahmen ist völlig gültig. Israel kann und sollte wie jedes andere Land kritisiert werden, wenn es notwendig ist. Antizionismus ist etwas anderes. Er verweigert Juden das Recht auf Selbstbestimmung in ihrem indigenen Land und weist die Legitimität jüdischer Souveränität selbst zurück.

Jahrzehnte sowjetischer antizionistischer Propaganda halfen, heutige Annahmen über Zionismus, Israel und Juden zu formen. Dadurch übersetzte der sowjetische Antizionismus historische judenfeindliche Vorstellungen in die politische Sprache der modernen Welt. Sein Erbe prägt weiterhin, wie Millionen Menschen heute Juden, Israel und jüdische Souveränität verstehen.

Eisenbahnunglücke, Waldbrände und ICE-Razzien: Gibt einfach Israel die Schuld

31. Januar 2026

Chaim Lax, HonestReporting, 26. Januar 2026

In den sozialen Medien scheint eine besondere Regel zu gelten: Alles Schlechte wird Israel angelastet.
Ob nationale Tragödie, Naturkatastrophe oder einfach nur ein persönliches Missgeschick – es gibt immer einen Schuldigen: den jüdischen Staat.

Dieses Phänomen hat sich in letzter Zeit verstärkt, da sowohl Israel als auch Israelis für so unterschiedliche Ereignisse wie Waldbrände in Südamerika, entgleiste Züge in Spanien und Gewalt bei Razzien gegen Einwanderer in den Vereinigten Staaten verantwortlich gemacht werden.

Israelis legen Waldbrände

Die Region Patagonien, die in Argentinien sowie Chile liegt, hat in jüngster Zeit schwere Waldbrände erlitten.
Und selbstverständlich bedeutet das für Kommentatoren in den sozialen Medien nur eines: Israel ist schuld!

Laut dem pro-israelischen Blog Elder of Ziyon gibt es eine seit Langem kursierende Verschwörungstheorie, wonach Juden angeblich planen, Teile Argentiniens und Chiles zu übernehmen, um dort einen eigenen Staat zu gründen. Jedes Jahr, so wird gesagt, taucht, wenn es in der Region brennt, diese Theorie wieder auf – begleitet von neuen Anschuldigungen, Juden / Zionisten / Israelis seien verantwortlich.

Dieses Jahr scheint keine Ausnahme zu sein: In den sozialen Medien kursiert eine breite Palette an Verschwörungen (alle mit Israel als Schuldigem) rund um die Brände, die in Südamerika wüten.

Mit zusammen fast 1,5 Millionen Aufrufen haben bekannte israelfeindliche Fake-News-Konten wie „Adam“ und „Sulaiman Ahmed“ die abwegige Verleumdung verbreitet, Israelis hätten die Brände gelegt.

Ein weitere Account mit fast einer halben Million Aufrufen postete, israelische Soldaten hätten das Gebiet kartiert, um Ausländern zu helfen, das Land nach dem Löschen der Brände billig aufzukaufen.

Sogar Desinformationsmotoren wie Press TV aus dem Iran und The Grayzone mischten mit und verbreiteten die Lüge, die Brände seien aus finsteren Motiven absichtlich von Israelis gelegt worden.

Der amerikanische Aktivist Shaun King benutzte auf geradezu lächerliche Weise einen Nachrichtenbericht über einen Israeli, der in einem chilenischen Park (wo es verboten ist) beim Zigarettenanzünden festgenommen wurde, als „Beweis“ dafür, dass Israelis die Brände gelegt hätten, die die Region verheeren.

Eine der absurdesten Behauptungen lautete, die Brände seien durch eine israelische Militärgranate ausgelöst worden. Natürlich ist es völlig logisch, dass jemand in der Lage ist eine Granate einmal um die halbe Welt und durch mehrere Grenzkontrollen zu schmuggeln ohne entdeckt zu werden. Logisch oder völlig grotesk – ein Beitrag mit dieser Behauptung erzielte auf X über fünf Millionen Aufrufe.

So absurd die Verschwörungstheorie auch sein mag: Solange sie Juden oder Israel beinhaltet, scheint es immer ein Publikum dafür zu geben.

Entgleiste Züge in Spanien: Veraltete Eisenbahnen oder zionistische Sabotage?

In der vergangenen Woche kam es in Spanien zu vier Eisenbahnunglücken. Eine teilweise Entgleisung führte zu einer Kollision zweier Züge, bei der 45 Menschen starben. Es folgten eine weitere Entgleisung, bei der ein Lokführer-Azubi ums Leben kam, ein Zug, der beschädigt wurde, nachdem er gegen einen Felsen prallte und ein entgleister Waggon, der mit einem Kran in Kontakt geraten war.

Diese Serie von Eisenbahn-Vorfällen in so kurzer Zeit hat die Aufmerksamkeit auf Spaniens veraltete Bahninfrastruktur, auf den seit 2020 gestiegenen Druck auf das System und auf die Frage gelenkt, wie Spaniens Investitionen in sein Schienennetz im Vergleich zu anderen europäischen Ländern dastehen.

Aber warum sich mit einer so tiefgehenden Analyse beschäftigen, was diese schreckliche Woche in der spanischen Eisenbahngeschichte verursacht haben könnte, wenn die Antwort doch offensichtlich ist: Die Juden waren’s.

Während ernsthafte Menschen versuchen herauszufinden, wie sich das nächste Zugunglück in Spanien verhindern lässt, sind die weniger ernsthaften Beobachter auf X zu der unanfechtbaren Schlussfolgerung gelangt, dass all diese Vorfälle von Israel verursacht worden seien.

Warum sollte Israel so etwas tun?

Natürlich, weil Spanien seit dem 7. Oktober 2023 ein lautstarker Kritiker der israelischen Kriegsführung gegen die Hamas im Gazastreifen ist.

Die Theorie besagt, dass Israel — während die Spannungen mit dem Iran zunehmen, die Hisbollah sich neu aufstellt und die Hamas sich wieder als Regierungsorgan etabliert — Zeit und Energie darauf verwendet habe, Agenten zu entsenden, die Gleise zu sabotieren, um Spanien für seine öffentliche anti-israelische Haltung zu bestrafen.

Natürlich ergibt das Sinn … solange man jeden Versuch kritischen Denkens konsequent vermeidet.

Diese Verschwörung begann klein, hat aber inzwischen auf X deutlich an Fahrt aufgenommen.

Ein Beitrag, in dem behauptet wurde, „die Israelis haben angefangen, als Vergeltung für Spaniens Haltung zu ihrem Völkermord im Gazastreifen Züge entgleisen zu lassen und Menschen in Spanien zu töten“, erhielt über 800.000 Aufrufe und mehr als 41.000 Likes.

Ein anderer Account postete: „Ich sag ja nichts, aber ich würde das bis ins Letzte untersuchen, denn Israelis feiern die Zugunglücke ununterbrochen“ — und erreichte unglaubliche 2,5 Millionen Aufrufe sowie 132.000 Likes. Diese Reichweite übersteigt offenbar deutlich die üblichen Zahlen des Accounts.

Auch der Post der berüchtigten Hetzerin Susan Abulhawa, der eine israelische Schuld an dem Zugunglück insinuierte, erzielte beträchtliche Aufmerksamkeit – Hunderttausende Aufrufen und Tausende Likes.

Heutzutage scheint so, dass nichts so gut ist um hohe Reichweiten in sozialen Medien zu erzeugen wie eine gute alte antisemitische Verschwörungstheorie.

„Die Vereinigten Staaten von ICE-rael“

Die Tour der Verschwörungstheorien von Südamerika über Spanien endet in den Vereinigten Staaten, wo öffentliche Empörung über die Härte bestimmter Razzien der Behörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) gegen [illegale] Migranten und sogar damit verbundene Gewalt zu der weitverbreiteten Verschwörungstheorie geführt hat, Israel sei der treibende Faktor hinter der Brutalität dieser Einsätze.

Diese Verschwörungstheorie hat besonders an Fahrt gewonnen, nachdem ICE-Beamte im Januar 2026 in Minneapolis (Minnesota) bei separaten Vorfällen auf zwei US‑Amerikaner geschossen hatten.

Die Theorie lautet, dass ICE-Agenten aufgrund früherer gemeinsamer Trainingsprogramme von israelischem und amerikanischem Sicherheitspersonal ihre aggressiven Methoden von den Israelis gelernt hätten.

Die Verschwörung geht noch weiter und behauptet, die Existenz von ICE‑Außenstellen in Israel belege, dass ICE direkte Anweisungen vom jüdischen Staat erhalte. Folglich sei Israel — so die Theorie — verantwortlich für die jüngste Gewalt im Zusammenhang mit ICE-Razzien gegen Migranten.

Doch hier liegt der Haken: Ja, es stimmt, dass ICE in der Vergangenheit Trainings mit israelischen Kräften durchgeführt hat, aber die große Mehrheit der ICE-Agenten (einschließlich der vielen, die erst kürzlich zur Behörde gestoßen sind) hat keinerlei israelische Ausbildung erhalten. Ebenso gibt es keinerlei Belege dafür, dass die bei den Razzien angewandten Taktiken in Israel erlernt wurden. Es handelt sich um reine Spekulation, die sich an dem Körnchen Wahrheit festklammert, dass einige ICE-Agenten früher mit Israelis trainiert haben.

Und ja, ICE hat tatsächlich Außenstellen in Israel. Offensichtlich ein Zeichen für etwas Düsteres und Geheimnisvolles … das zufällig völlig offen auf der ICE-Website einsehbar ist. Und wissen Sie, wo ICE sonst noch Außenstellen hat? In 53 weiteren Ländern! Darunter Jordanien, Australien, Belgien, Kanada, Saudi‑Arabien, China und Dutzenden anderen weltweit. Und dennoch beschuldigt niemand ICE, Teil einer belgischen Verschwörung zu sein. Komisch, nicht wahr.

Doch ganz im Sinne des klassischen Mottos „Lass einer guten Geschichte nicht die Wahrheit im Weg stehen“ gibt es auf X reichlich Verschwörungstheoretiker und Akteure in böser Absicht, die bereitwillig die Verleumdung verbreiten, Israel orchestriere die Gewalt rund um die ICE‑Razzien.

Zu diesen Akteuren gehören einige große Namen in den sozialen Medien, darunter der Medienliebling und Terror-Apologet Hasan Piker (mit seinem superwitzigen „United States of ICE‑rael“-Post), der antisemitische Karikaturist Carlos Latuff und der berüchtigte britische Verschwörungstheoretiker David Icke.

Die falsche Verknüpfung von ICE-Razzien mit dem Nahen Osten ist leider nicht auf die dunklen Ecken der sozialen Medien beschränkt geblieben, sondern hat sich mittlerweile auch in den Mainstream-Medien verbreitet.

In einem kürzlich erschienenen Op-Ed für die New York Times versuchte der langjährige Kolumnist Thomas Friedman, ICE auf ungewöhnliche Weise sowohl mit der israelischen Armee als auch mit der Hamas zu vergleichen (letztere, weil sowohl ICE-Beamte als auch Hamas-Mitglieder in der Öffentlichkeit ihre Gesichter verhüllen). Zum Spaß fügte er noch seine übliche, klischeehafte Kritik an dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu und US-Präsident Donald Trump hinzu.

Eine Erinnerung für Thomas Friedman, Hasan Piker, Carlos Latuff und unzählige andere Aktivisten beider politischer Lager: Nicht alles, was in den Vereinigten Staaten geschieht, steht in Zusammenhang mit Israel und dem Nahen Osten.

Wie Maduros Verhaftung zu einer weiteren israelfeindlichen Kampagne wurde

10. Januar 2026

Sharon Levy, HonestReporting, 6. Januar 2026

Nach der US-Militäroperation in Venezuela am Samstag, 3. Januar, richtete sich die internationale Aufmerksamkeit schnell auf die Festnahme von Präsident Nicolás Maduro. Während diese Entwicklung weithin als ein bedeutender geopolitischer Moment betrachtet wurde, fielen die Reaktionen alles andere als einheitlich aus.

Viele äußerten vorsichtigen Optimismus und selbst jene, die Zweifel an der Art und Weise hatten, wie Maduro festgesetzt wurde, räumten zumindest die zahlreichen Verfehlungen des venezolanischen Staatschefs ein. Wie immer gab es jedoch eine Gruppe, die keinerlei Anlass zum Feiern sah. Ganz im Gegenteil. Die pro-palästinensische Linke im Internet geriet nach Bekanntwerden der Festnahme in völlige Auflösung — nicht aus Demut, sondern weil sie Maduros Festnahme vehement ablehnte und versuchte, die Schuld dafür Israel zuzuschieben.

Maduro war als Diktator bekannt, der für zahlreiche Menschenrechtsverletzungen verantwortlich war. Über die innenpolitische Repression hinaus spielte Maduros Venezuela eine bedeutende Rolle auf der internationalen Bühne. Unter seiner Führung knüpfte das Land enge Beziehungen zum iranischen Regime und dessen Stellvertretern und bot militärische, finanzielle und politische Zusammenarbeit, die weit über symbolische Diplomatie hinausging. Dadurch konnte die Hisbollah ihren globalen Einfluss in Südamerika ausweiten, was eine direkte Bedrohung für die Interessen und die Sicherheit sowohl der USA als auch Israels darstellte.

Dennoch wurden diese Fakten von der pro-palästinensischen Online-Aktivistenszene entweder offen ignoriert oder als israelische Propaganda abgetan. Das ist kaum überraschend, da dieselben Accounts, die sich gegen Maduros Festnahme aussprachen, auch lautstarke Unterstützer der Islamischen Republik und der Hamas waren.

Israel als Standardschuldiger

Der Podcast‑Moderator Jake Shields behauptete, die amerikanische Militäroperation sei „im Auftrag Israels“ durchgeführt worden – ein bekanntes Narrativ, das nahezu jede außenpolitische Entscheidung der USA als von Israel gesteuert darstellt. Zuvor war er sogar noch weiter gegangen und hatte behauptet, „der Iran macht die Welt zu einem sichereren Ort“, womit er die dokumentierte Rolle des iranischen Regimes bei der Unterstützung von Terrorismus, der Destabilisierung regionaler Regierungen und dem Vorantreiben nuklearer Ambitionen verharmloste.

In diesem Zusammenhang hat Bushra Shaikh, eine Sozial- und Politikkommentatorin, in der Vergangenheit faktisch für die Hamas geworben. Sie behauptete, die am 7. Oktober 2023 verübten Gräueltaten seien „von der israelischen Regierung übertrieben worden, um öffentliche Unterstützung für ihr bevorstehendes Massenabschlachten von Palästinensern zu gewinnen“. Im Anschluss an die amerikanische Militäroperation rief sie begeistert dazu auf, der Iran solle „diese Atombombe bauen“ und unterstützte damit die Aufrüstung eines Regimes, das offen zur Vernichtung Israels aufruft.

Natürlich war abzusehen, dass Israel für die US-Operation in Venezuela verantwortlich gemacht werden würde. Die Podcasterin Candace Owens hielt sich online an diese unausgesprochene antiisraelische Regel und behauptete, die „Zionisten bejubeln jeden Regimewechsel“, auch in Venezuela, „weil sie dadurch Land, Öl und andere Ressourcen stehlen können.“

Aufrufe Netanyahu zu verhaften

Doch die Reaktionen blieben nicht auf den Influencer-Bereich beschränkt. Sie wanderten schnell in institutionelle und politische Räume, wo Vergleiche zu Israel gezogen und Forderungen nach Maßnahmen gegen dessen politische Führung laut wurden.

Die UNO-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese verwies auf Maduros Festnahme als einen „tödlichen Schlag“ gegen das Völkerrecht – im selben Atemzug, in dem sie die Festnahme des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu forderte. Eine solche Gleichsetzung verwischt entscheidende rechtliche und moralische Unterschiede und untergräbt durch ihre selektive Anwendung die Glaubwürdigkeit internationaler Rechtsnormen. Zudem ist der Vergleich zwischen dem demokratisch gewählten Netanjahu und einem Diktator, der in den Drogen-Terrorismus verwickelt war, eine tiefgreifende Verzerrung der Realität.

Ebenso bezeichnete CODEPINK, eine radikale linke Organisation, die zuvor den Iran besucht hatte, um sich im Rahmen einer sogenannten „Friedensdelegation“ mit Mitgliedern des iranischen Regimes zu treffen, Maduro als „demokratisch gewählten Führer einer souveränen Nation“ und Netanyahu als niemand anderen als einen „gesuchten Kriegsverbrecher, der Völkermord begeht“.

Der neu vereidigte New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani bezeichnete Maduros Verhaftung als „Kriegsakt“ und betonte, dass das „offensichtliche Streben nach einem Regimewechsel“ auch New Yorker betreffe. Ironischerweise hat Mamdani geschworen, Premierminister Benjamin Netanjahu zu verhaften, sollte dieser New York betreten.

Die pro-palästinensische und pro-Maduro-Annäherung

Maduros Verhaftung wurde zudem durch die gleiche ideologische Brille betrachtet, die zur Bekämpfung Israels eingesetzt wird. Die Bewegung Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen (BDS) verdeutlichte diese Annäherung, indem sie zu „kollektiver Solidarität gegen die völkermörderische Achse USA-Israel“ aufrief. Indem BDS Venezuela in ein bekanntes antiisraelisches Narrativ einordnete, stilisierte es eine Diktatur, die sich des Drogenterrorismus schuldig gemacht hatte, praktisch zu einem Teil eines umfassenderen Kampfes gegen „koloniale Gewalt“.

Dass Al-Jazeera über Maduro berichtet hat, ist angesichts der Geschichte des Senders mit seiner israelfeindlichen Berichterstattung und den Verbindungen seiner Mitarbeiter zu Terrororganisationen, darunter die Hamas, die seine Verhaftung ebenfalls verurteilte, bezeichnend. Auch Qatar, das den Sender finanziert, verurteilte Maduros Verhaftung ebenfalls.

Diese Überschneidung zwischen pro-palästinensischem Aktivismus und Pro-Maduro-Apologetik zeigt, dass ideologische Loyalität – und nicht echte Sorge um Menschenrechte oder demokratische Werte – zunehmend bestimmt, welche Führungspersonen verurteilt und welche verteidigt werden.

In ihrer Gesamtheit nähren diese Reaktionen einen breiteren und tief verwurzelten Mythos, wonach Israel die globale Politik und damit auch die USA kontrolliere. Indem Israel als ultimativer Bösewicht dargestellt wird, hat die israelfeindliche Szene die Verteidigung von Diktatoren, die Rechtfertigung von Terrorismus und die unverhohlene Ignoranz gegenüber autoritären Allianzen ermöglicht.

Achtung Medien: Bella Hadid ist antisemitisch und nicht nur Israel hat ein Problem mit ihr

25. Juli 2024

Channa Rifkin, HonestReporting, 22. Juli 2024

Es ist verständlich, dass Adidas in einer neuen Kampagne ein Supermodel bringen will, die 61,3 Millionen Follower auf Instagram hat.

Und vielleicht hat Adidas die Verbindung zwischen Bella Hadid als stolzer Palästinenserin und den Münchner Olympischen Spielen von 1972 nicht hergestellt, bei denen palästinensische Terroristen israelische Sportler ermordeten, als die Firma sie für eine Werbekampagne engagierte, die den Turnschuh SL72OG erneut in Verkehr brachte.

Das Problem mit Hadid und ihrer berühmten Familie ist, dass sie online Propaganda und antisemitische Ritualmordlügen an ihre zusammen hunderte Millionen Follower verbreiten.

Verständlicherweise waren viele empört, dass Adidas zum Gesicht einer Kampagne im Zusammenhang mit Olympischen Spielen gemacht hat, an die man sich nur wegen eines tragischen Terroranschlags auf israelische Sportler erinnert. Eine palästinensische Terrororganisation namens Schwarzer September nahm im Olympischen Dorf elf israelische Sportler als Geiseln und ermordete sie dann brutal.

HonestReporting führt Hadids Spur gefährlicher Desinformation vor und was bei den Münchener Spielen 1972 geschah:

Es gab eine Million andere Möglichkeiten für Adidas mit einem palästinensischen Model zusammenzuarbeiten, das den Juden nicht ins Gesicht schlägt.
Stattdessen haben sie sich für das eine entschieden, die genau das macht.

Es ist ziemlich unglaublich, dass ein gesamtes Werbe- und Kreativteam sowie das Management von Adidas in Vorbereitung diese Kampagne um einen Tisch saßen – vermutlich Wochen oder Monate lang – und niemand gegen die Idee Einspruch einlegte Hadid zu ihrem Gesicht zu machen.

Man müsste unter einem Felsen leben, um nicht zu wissen, dass ihr Name synonym mit Terrorpropaganda ist. Viele betrachten sie als eine Antisemitin, die für den „Widerstand“ der Palästinenser gegen Israel propagiert und sie hat die Hamas nicht direkt verurteilt, nur „Gewalt“.

Das ist nicht nur ein Flop, besonders, wenn man bedenkt, dass die Olympischen Spiele 1972 in Deutschland stattfanden und Adidas eine deutsche Firma ist. Man sollte denken, diese Art von Auswirkungen wären, wie jedes andere soziale Problem, zumindest bedacht worden oder bekannt.

Aber Sie würden nichts davon wissen, wären Sie ein eifriger Leser des Guardian, der BBC oder der Los Angeles Times. Anders als das, was verbreitet worden ist und das eigentliche Problem ist (siehe oben), wird der Staat Israel als der Grund für die Entschuldigung von Adidas und die Entscheidung genommen, die Werbung zurückzuziehen. Sie stellten Israel als verärgert dar, dass eine Sportartikelfirma ein palästinensisches Model für ihre Werbekampagne nimmt.

Der Guardian und die BBC: Adidas lässt Hadid wegen „Israelkritik“ fallen

Die vielleicht belastendsten Artikel sind die, die allein diesen Tweet auf Israels offiziellem X-Account (ehemals twitter) dafür verantwortlich machen, dass Adidas seine Werbekampagne „überarbeitet“:

Adidas hat gerade eine neue Kampagne für seine Schuhe begonnen, um die Münchener Olympiade 1972 zu begehen.
Elf Israelis wurden während der Münchener Spiele von palästinensischen Terroristen ermordet.
Raten Sie mal, wer das Gesicht der Kampagne ist: Bella Hadid, ein halbpalästinensisches Model, die eine Geschichte…

Israels offizieller Account auf X sagte, man erhebe Einspruch gegen Hadid als „Gesicht der [Adidas-] Kampagne… Hadid hat über die Jahre die israelische Regierung wiederholt kritisiert und die Palästinenser unterstützt und am 23. Oktober auf Instagram eine Äußerung abgegeben, die den Verlust unschuldigen Lebens beklagt, während sie ihre Follower aufrief Druck auf ihre Führungspolitiker die Zivilisten im Gazastreifen zu schützen.

Anscheinend will der Guardian, dass seine Leser die Gegenreaktion einzig mit Israel verbinden, während diese in Wirklichkeit innerhalb weniger Stunden weit verbreitet und viral ging. Das American Jewish Committee war nur eine der jüdischen Gruppen, die sich äußerten, Rechenschaft von der großen Sportartikelfirma forderten und auch Einzelpersonen drückten sofort Wut und Empörung aus.

Bei den Olympischen Spielen 1972 in München wurden 12 Israelis ermordet und von der palästinensischen Terrorgruppe Schwarzer September als Geiseln genommen.
Dass Adidas ein lautstarkes israelfeindliches Model auswählt, um an diese dunklen Olympischen Spiel zu erinnern, ist entweder ein massiver Fehler oder gewollte Hetze…

Sowohl die BBC als auch der Guardian haben beschlossen, dass einzig Israel verantwortlich ist – so sehr, dass das in ihren Schlagzeilen steht.

Die BBC ging weiter, indem sie nahelegt, der Grund sei ihr palästinensischer Hintergrund:

Adidas hat das Supermodel Bella Hadid, eine Halbpalästinenserin, aus seiner Werbekampagne für Retro-Schuhe mit Bezug zu den Olympischen Spielen von München 1972 genommen. Israel hat die Entscheidung für Ms Hadid kritisiert. Es beschuldigt sie der Israelfeindlichkeit und merkte an, dass 11 israelische Sportler bei den Münchener Spielen von palästinensischen Angreifern getötet worden sind.

Es wird nirgendwo die Jahre dauernde Geschichte israelfeindlicher Äußerungen und falscher Behauptungen durch Hadid und ihre Familie erwähnt, die Reaktionen, die ihr Bruder erhielt, weil er im Maio 2021 sagte, er wolle, dass alle Israelis „ausradiert“ werden, oder dass ihr Vater behauptete, ein früher israelischer Luftangriff nach dem 7. Oktober sei ein Völkermord an Gazanern, ohne dass jeglicher Kontext zu dem fraglichen Angriff gegeben wurde. Die Liste lässt sich fortsetzen, aber irgendwie wird dieser Kontext in beiden Artikeln als irrelevant betrachtet.

Wie oben geschrieben, erwähnt der Guardian lediglich Hadids Kritik an „der israelischen Regierung“ und ihre Unterstützung für die Palästinenser. Das ist eine Untertreibung, bedenkt man, dass sie im Mai 2021 an einem Protest teilnahm, auf dem sie „From the river to the sea, Palestine will be free“ skandierte. Der Post befand sich ursprünglich auf ihrer Instagram-Seite, ist aber inzwischen abgelaufen oder entfernt worden.

Los Angeles Times spielt Hadids Geschichte antisemitischer Äußerungen herunter

In die gleiche Richtung geht, dass die LA Times die verleumderisch israelfeindlichen Äußerungen des Supermodels herunterspielt:

Der Streit folgt der Entscheidung der Sportkleidungsfirma Hadid zu engagieren, die palästinensische Amerikanerin ist und lautstark für Hilfsaktionen für Palästinenser eintritt… Adidas erhielt Kritik von jüdischen Organisationen und Israel, weil es die SL72-Kampagne mit einem Model zusammenbrachte, das für seine pro-palästinensischen Ansichten bekannt ist.

Es reicht nicht, dass die Medien nur eine Seite dieser Geschichte erzählen. Das würde die Öffentlichkeit von angemessenem Kontext und Transparenz zu dem abhalten, was Hadid als Gesicht der SL72-Werbekampagne von Adidas problematisch macht.

Israelischer Olympiasportler zu sein bringt zwangsläufig Gepäck und Verantwortung mit sich. Jedes Mal, wenn jemand aus Israel öffentlich im Ausland auftritt, egal, wie unpolitisch, dann weiß er oder sie, was für eine Last das ist. Dieses Jahr ist besonders signifikant – wir erlebten das bei der israelischen Sängerin Eden Golan beim ESC und wir sehen es jetzt bei Aufrufen Israel von den Olympischen Spielen in Paris 2024 auszuschließen; den Sportlern werden sogar Morddrohungen geschickt.

Dass die Medien dieses Thema derart unsensibel und derart einseitig behandeln, schürt die Flammen des Antisemitismus und macht Israeli oder Jude zu sein noch gefährlicher. Es ist unmoralisch eine Prominente mit problematischem Ruf, die im Zentrum dieser Kampagne steht, um des Narrativs willen zu verharmlosen.

Dan Wolken von USA Today brachte auf den Punkt und fing den wahren Grund ein, weshalb die SL72-Kampagne von Adidas solch heftige Reaktionen erhielt:

Stellen Sie sich vor, Sie leben Ihr ganzes Leben in dem Wissen, dass der Traum, für den Sie jeden Tag trainieren, untrennbar mit einem der traumatischsten Ereignisse in der Geschichte Ihres Landes verbunden ist, als 11 Mitglieder der israelischen Olympiamannschaft beim Terroranschlag auf die Münchener Spiele 1972 ihr Leben verloren.

Er schreibt auch, dass dieses Jahr für israelische Sportler die Teilnahme in Paris in diesem Sommer emotionaler ist, die neun Monate „Trauer und Chaos“ seit dem von der Terrororganisation Hamas und ihren Verbündeten am 7. Oktober verübten Massakers stattfinden.

Wo hattet ihr eure Köpfe, Adidas? Medien, wo ist eure Integrität?

Mahmud Abbas‘ anhaltende Altlast der Holocaust-Verfälschung

14. September 2023

Chaim Lax, HonestReporting, 10. September 2023

Vor kurzem erlangte Mahmud Abbas eine Menge Aufmerksamkeit, nachdem das Middle East Media Research Institute (MEMRI) einen Teil einer Rede des Palästinenserpräsidenten in einer Sitzung des Revolutionsrats der Fatah im Augst veröffentlichte.

In diesem siebenminütigen Auszug führte Abbas eine Reihe antisemitischer Sprachbilder, darunter die weithin diskreditierte Theorie, dass europäische Juden von den Chasaren abstammen, dass Juden von den Nazis wegen ihrer „Rolle in der Gesellschaft“ als Wucherer und Saboteure verfolgt wurden und dass Israel dafür verantwortlich war, dass Juden aus arabischen Ländern zur Emigration in den jüdischen Staat gezwungen wurden.

Da dieses Video online Wellen schlug, wurde ein Chor von Verurteilungen gegen den achtzigjährigen Palästinenserführer entfesselt. Regierungsvertreter der USA, Israels, Deutschlands und Kanadas verurteilten Abbas wegen seines Geschichtsrevisionismus und die Rechtfertigung des Holocaust. Die Bürgermeisterin von Paris entzog Abbas die höchste Ehre der französischen Hauptstadt, die ihm 2015 verliehen wurde.

In ihren Berichten bezeichneten die meisten großen Nachrichtemedien die Rede ausdrücklich als „antisemitisch“. Die bemerkenswerteste Ausnahme war Associated Press, die bloß behauptete, seine Kommentare zogen „die Anschuldigungen wegen Antisemitismus aus den USA und Europa“ auf sich.

Selbst bekannte israelfeindliche Persönlichkeiten wie Mehdi Hasan und James Zogby verurteilten Abbas‘ Kommentare.

Allerdings hätten weder Abbas‘ Hausieren mit falschen historischen Theorien, noch seine Rechtfertigung des Holocaust noch dass er die Juden für ihre eigene Unterdrückung verantwortlich machte irgendjemanden überraschen sollen.

Abbas hat seit mehr als 40 Jahren Holocaust-Leugnung und -Verharmlosung betrieben. Und bei wie seine aktuellen Kommentare zeigen, dass der „moderate“ Leiter der palästinensischen Autonomiebehörde nicht vorhat bald damit aufzuhören.

Mahmud Abbas‘ Geschichte der Holocaustverzerrung

Abbas’ beunruhigende Beziehung zum Holocaust und die geschichtliche Akkuratesse erstreckt sich bis 1982 zurück, als er seine Doktorarbeit zu Zionismus und der Vernichtung des europäischen Judentums veröffentlichte.

Die Dissertation mit dem Titel „Die Beziehung zwischen den Zionisten und den Nazis, 1933 – 1945“ ist rappelvoll mit antisemitischen Verfälschungen, darunter der Behauptung, dass Zionisten mit den Nazis gegen die Europäischen Juden kollaborierten, dass der Zionismus und der Nationalsozialismus derselben Ideologie der Rassenüberlegenheit entstammten und dass Zionisten gegen Juden unter Nazi-Kontrolle aufstachelten, um die Immigration zum Land Israel zu steigern.

Abbas behauptet auch, dass die Zahl von sechs Millionen im Holocaust getöteten Juden von den Zionisten übertrieben wurde, um „politisch Profit daraus zu schlagen“ und dass die Zahl der jüdischen Opfer höchstwahrscheinlich unter einer Million liegt.

Bald danach entwickelte Abbas seine These in ein Buch weiter, das den Titel „Das andere Gesicht: Die geheime Verbindung zwischen dem Nationalsozialismus und der Führung der zionistischen Bewegung“.

Das auf Arabisch geschriebene Buch führt Abbas‘ Behauptung breiter aus, dass zionistische Juden für die Auslöschung des europäischen Judentums im Holocaust verantwortlich waren, währen er auch weiter argumentiert, dass die wenigen, die bereit waren die ruchlose Verbindung zwischen den Nazis und den Zionisten aufzudecken, vom israelischem Geheimdienst getötet wurden.

In seinem Buch stellt Abbas auch den Einsatz von Gaskammern durch die Nazis infrage; dazu stützt er sich auf den bekannten Holocaust-Leugner Robert Faurisson.

Mit einem solchen akademischen Hintergrund überrascht es nicht, dass Abbas den Holocaust seine gesamte politische Karriere hindurch weiter bagatellisierte, seine Geschichte verzerrte oder ihn als Rammbock gegen Israel nutzte.

2013 behauptete Abbas in einem Interview, er hätte „70 weitere Bücher über die mutmaßliche Kollaboration zwischen den Nazis und den Zionisten bei der Vernichtung des europäischen Judentums, die ich noch nicht veröffentlicht habe.

2018 behauptete Abbas, die europäische Verfolgung der Juden „richtete sich nicht gegen ihre Religion, sondern gegen ihre gesellschaftliche Funktion, die mit Wucher und Bankwesen und so etwas zu tun hatte“.

2022 beschuldigte Abbas Israel während einer Presskonferenz mit dem deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz „50 Holocausts“ an den Palästinenser begangen zu haben.

Sowohl 2018 als auch 2022 schien Abbas nach einem Aufschrei seine Kommentare ein wenig zurückzufahren, indem er den Holocaust als das „abscheulichste Verbrechen der Geschichte“ bezeichnete.

Wie aber Yair Rosenberg im Tablet Magazine aufzeigte, fällt diese Beschreibung des Holocaust in Abbas‘ Weltanschauung.

Laut Abbas war der Holocaust ein furchtbares Verbrechen, aber er war das Nebenprodukt der Kollaboration der Zionisten mit den Nazis. Mit anderen Worten: Juden sind die die Kriminellen, die für die Vernichtung des europäischen Judentums verantwortlich waren.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Mahmud Abbas eine weitere Rede hält oder aus dem Stand einen Kommentar abgibt, der das Ausmaß des Holocaust infrage stellt oder die Juden selbst für die Vernichtung des europäischen Judentums verantwortlich macht.

Werden die Politiker, Medien und Fernsehleute Überraschung und Empörung wie damals heucheln , dass der „moderate“ Chef der palästinensischen Autonomiebehörde solch absurde Bemerkungen macht?

Immerhin hat er von seinen revisionistischen Theorien und ahistorischen Meinungen zum Holocaust nur  mehr als 40 Jahre verbreitet.

Wie der Film „Golda“ zum Mittel für die Verbreitung von Hass wurde

9. September 2023

Rachel O’Donoghue, HonestReporting, 30. August 2023

Schon bevor die mit großem Budget gedrehte Filmbiografie über Israels erste und einzige Premierministerin Golda Meir weltweit in die Kinos kam, sorgte sie für Streit. Für manche gab es den Streitpunkt, dass die britische Oscargewinnerin Helen Mirren als Nichtjüdin die israelische Kultpolitikerin während des Yom Kippur-Kriegs von 1973 spielte.

Und jetzt, wo der Film in den Kinos ist, nutzen ihn einige als Mittel, um den israelischen Staat allgemein zu attackieren.

Zu den Profi-Kritikern, die den Film angreifen, gehört der freie Journalist Noah Berlatsky, der in einem glühenden Interview mit CNN behauptete, er propagiere das „Weiß sein“:

Mirren in Golda spielen zu lassen – eine weiße, international berühmte britische Schauspielerin – ist eine Metapher für die Art und Weise, wie der Film die israelische Identität mit einer allgemein weißen, westlichen Identität verwischt. Auf diese Weise wird Israels Krisenmoment mit einer Tradition triumphalistischer amerikanischer Militärfilme verknüpft, die die Tugend der USA, Israels und des Weiß seins bestätigt.

Natürlich sieht Berlatsky es so, dass der Film „die israelische Identität mit einer allgemeinen weißen, westlichen Identität verwischt“ absurd und spiegelt einen hinterhältigen Trend, in dem Israel durch die Brille der amerikanischer Identitätspolitik betrachtet wird.

Noch beunruhigender ist, dass Berlatsky den Film als nächstes mit anderen „Geschichten weißer militärischer Außenseiter vergleicht, die mühsam kämpften, um nichtweise Feinde zu besiegen“, darunter, so behauptet er, Filme wie „Birth of a Nation“. Für diejenigen, die mit diesem Epos von1915 nicht vertraut sind: Er ist als der „rassistischste jemals gedrehte Film“ bezeichnet worden, der „das Lynchen [von Schwarzen] als etwas Positives darstellt“.

Die Film-Website Awards Watch nutzte ihre Rezension des Films, um Meir bizarrerweise als „Siedlerin“ zu verreißen und ihn dafür zu kritisieren, dass er „die Palästinenser oder irgendetwas anders wie sie in dem Film nicht erwähnt“, was technisch nicht stimmt, weil er eine Montage beinhaltet, die zeigt, wie Araber während des arabisch-israelischen Kriegs von 1967 fliehen.

Jewish Voice for Peace, die radikale antiisraelische Gruppe, die die BDS-Kampagne befürwortet, gab auf Instagram natürlich ihr Urteil zum Film ab; sie beschimpfte Golda Meir als „Rassistin, die Kriegsverbrechen beaufsichtigte“ und behauptet, die Filmbiografie feiere eine Führerin, deren „Vermächtnis das einer gewalttätiger ethnischer Säuberung ist“.

Natürlich ignoriert JVP bequemerweise die Tatsache, dass Meir versuchte Frieden mit den benachbarten arabischen Staaten zu schließen, auch damit, dass sie Ägypten den größten Teil des Sinai anbot, nur Monate, bevor Präsident Anwar Sadat sich Syrien bei einem Überraschungsangriff auf Israel anschloss.

Der Film endet damit, dass Meir mit Sadat über den Friedensvertrag spricht, der mit Ägypten geschlossen wurde, nachdem sie aus dem Amt schied und ihr die Ehre zuerkennt den Weg zum Frieden schon mitten im Krieg begonnen zu haben.

Darüber hinaus zeigen Dokumente, die früher dieses Jahr freigegeben wurden, dass Meir für die Möglichkeit eines Palästinenserstaats offen war.

Der Film feiert die ehemalige Premierministerin als feministische Heldin, die stolz die zionistische Bewegung und einen wachsenden israelischen Staat vertritt. Für Palästinenser und viele andere verkörpern Meir den Zionismus, aber auf Weisen, die dieser Film nicht zeigt.

Für Palästinenser ist Meirs Vermächtnis das einer gewalttätigen ethnischen Säuberung. Seit sie 1969 ins Amt kam, intensivierte sie die gewalttätige Vertreibung von Palästinensern durch die israelische Regierung auf neue Ebenen.

Golda Meir war auch eine wichtige Architektin der Gründung israelischer Siedlungen. Sie ermöglichte die vorsätzliche Vergiftung und den Diebstahl palästinensischen Landes in den 1970-er Jahren, indem sie eine giftige Chemikalie über das palästinensische Dorf Aqraba versprühen ließ, was die dort lebenden Leute verjagte, die durch jüdische Siedler ersetzt wurden.

Meirs Rassismus beschränkte sich auch nicht auf die Palästinenser. Sie verunglimpfte offen Juden aus Ländern wie dem Iran, Libyen, Ägypten und Syrien als „Israel des 16. Jahrhunderts“ und sagte, damit Juden aus diesen Ländern in die israelische Gesellschaft aufgenommen werden, müssten sie „erhöht“ werden.

Mit den Worten der @palestinianyouthmovement: „Es ist nicht so, dass Filme nicht gedreht werden können, um das ‚komplizierte‘ Vermächtnis von Weltführern zu thematisieren; tatsächlich unterstützen wir solche Unternehmungen. Aber Golda ist ein bösartig rassistischer Film, der das israelische Projekt und seine Führer propagieren soll – etwas, das Kinos nicht zeigen dürfen.

Unterdessen postete Craving Palestine, der Selbstbeschreibung nach ein „Online-Marktplatz und eine Bewegung, die das reichhaltige Erbe, die pulsierende Kultur und das immense Talent Palästinas demonstriert und feiert, eine langatmige Hetzrede gegen den Film.

Die Seite beschrieb den Film grotesk als „bösartig rassistisch“ und „dazu gedacht für das israelische Projekt und seine Kriegsverbrecher-Gründer sowie die ethnische Säuberung Palästinas und die Ausweitung illegaler Siedlungen und die Verankerung von Apartheid und Besatzung Propaganda zu machen.“

Der Post behauptete auch, Meir sei „vor 1948 die palästinensische Staatsbürgerschaft und ein Reisepass verliehen worden, als Palästina jüdische Flüchtlinge willkommen hieß, die der Verfolgung in Europa und den USA entkamen“.

Craving Palestine versäumt es zu erwähnen, dass Meir ihren palästinensischen Pass unter dem britischen Mandat hatte – keinen, der von einem souveränen palästinensischen Staat ausgegeben wurde. Darüber hinaus stellte Meir ausgerechnet in dem Interview, in dem sie offenbarte, dass sie im Besitz eines palästinensischen Reisepasses war, heraus, dass diese Tatsache demonstriere, dass die palästinensische Identität eine moderne Entwicklung ist.

User des Social Media-Netzwerks X (früher Twitter) haben den Film genutzt, um antisemitische Verschwörungstheorien über Israel zu propagieren.

In dem, was vielleicht ein guter Indikator dafür ist, wie gut die Social Media-Plattform ihre eigenen Regeln gegen hasserfülltes Verhalten durchsetzt, posteten hunderte Accounts Kommentare, die Meir als „Nazi“ beschrieben und die offensichtlich falsche Behauptung verbreiten, Israel begehe einen „Völkermord“ an den Palästinensern.

„Die Nazi-Kriegsverbrecher-Schlampe Golda Meir wirft den Palästinensern vor, dass sie sich und ihr Land verteidigen und ihrer Unterdrücker hassen.“
(oben drüber eine Antwort: „Ihr braucht psychiatrische Behandlung. So wie die Leute hier drunter.“ Die Bilder zeigen Beispiele für die Verehrung Hitlers durch Palästinenser.)
„Es ist absolut in Ordnung als Sammlung rassistischer ethno-herrenmenschlicher Nationalisten aus aller Welt (Zionisten, falls das nicht klar war), die über das Schicksal anderer Menschen (der einheimischen Palästinenser) ohne deren Zustimmung entscheiden. Verfaule in der Hölle, Golda, du Nazi-Hexe.“
„Zollywood macht eine gefälschte Filmbiografie über die Kriegsverbrecherin Golda Meir, aber sie keine über JFK oder Malcolm X – Letzterer war eine gute Filmbiografie, aber sie war frustrierend unvollständig. Keine Erwähnung von Israhell und X verachtete Israhell total!“
„Golda Meir ist die falsche Person, um sie als Leuchte für Frauen zu nehmen. Sie war die Führerin von IsraHELL, ein TERRORISTISCHES Apartheid-Regime, Kolonisierer, Besatzer Palästinas. ZIOs schlachteten, machten allein 1948 eine Dreiviertelmillion Menschen zu Flüchtlingen, Nakba. ZIOs töten weiter Menschen.“
„Ende 1947 schrieb Golda Meir (Myerson) für die NYT, dass die Palästinenser ‚keinen Widerstand mehr leisten‘.
Widerstand war bereits entwaffnet, getötet, zerstreut worden.
Trotz keiner Sicherheitsrisiken verübten Zionistenführer VÖLKERMORD, massakrierten mehr als 10.000, vertrieben mehr als 750.000 Palästinenser…“
„Mehr Goebbels-artige Propaganda Golda war eine Zionazi-Anhängerin“
„Darf ich Ihnen Golda Meir vorstellen, eine völkermörderische Kriminellen, eine Terrorgestalt und eine Psychopathin, die von den Zionisten vergöttert wird!“

Es überrascht nicht, dass die israelfeindlichen Aktivisten und Antisemitismus den Film benutzt haben um Israel zu attackieren. Wir können nur hoffen, dass die Zuschauer aufgeschlossener dem gegenüber sind, was praktisch eine Erzählung von Israels Überlebenskampf gegen Feinde ist, die versessen darauf sind es zu vernichten.

Israelfeindliche Online-Einseitigkeit hat antisemitische Auswirkungen in der realen Welt

22. Mai 2023

Zara Nybo (Gastautorin), HonestReporting, 18. Januar 2023

Soziale Medienplattformen sind unzweifelhaft ein sicherer Ort, an dem israelfeindliche Aktivisten antisemitische Meinungen und gefälschte Fakten über Israel mit wenig bis keinen Konsequenzen verbreiten können. Die Auswirkungen dieser Verbreitung judenfeindlicher Ansichten online hat zur alarmierenden Erosion der Legitimität Israels auf der Weltbühne geführt; darüber hinaus hat es für jüdische Gemeinden weltweit Folgen im echten Leben.

Aber statt die zahllosen Beispiele israelfeindlicher Einseitigkeit und wie sie sich online verbreitet haben zu untersuchen, ist es hilfreicher über den Welleneffekt dieser Einseitigkeit nachzudenken und wie sie möglicherweise das Leben von Juden weltweit gefährden.

CyberWell, eine gerade gegründete gemeinnützige Initiative, ist dabei in seiner offenen Datenbank Daten über antisemitische Trends zu sammeln. CyberWell nutzt Online-Recherche, Medienbeobachtung und ein Alarmierungszentrum, um Online-Judeophobie auf allen sozialen Medienplattformen und in zahlreichen Sprachen zu verfolgen.

Leider ist die Arbeit der Organisation nie nötiger gewesen: Daten zeigen eine Zunahme der gegen Juden gerichtete Hassrede auf Twitter von 61 Prozent, seit Elon Musk die Plattform kaufte, was dazu geführt hat, dass Hashtags wie „the Jews“ zu einem trendenden Thema geworden sind.

Damit Online-Plattformen Antisemitismus bekämpfen, sollte es einen Rahmen geben, der Hassrede definiert. Zum Beispiel die weithin übernommene Antisemitismus-Arbeitsdefinition der Internationalen Holocaust-Gedenkallianz (IHRA), die CyberWell nutzt, um zu beurteilen, ob Inhalte antisemitisch sind.

„Daten müssen der Eckpfeiler unseres Kampfs um Rechenschaft in sozialen Medien sein“, hat CyberWell-Gründer und Geschäftsführer Tal-Or Cohen erklärt; er fügte hinzu: „Anekdoten sind machtvoll, aber harte Zahlen zu verwenden, um sprunghaft ansteigenden digitalen Judenhass zu demonstrieren, macht es für Plattformen wie Twitter unmöglich die Krise zu ignorieren.“

Mit neuen Initiativen wie CyberWell können die Auswirkungen israelfeindlicher Medien auf Juden weltweit verfolgt werden.

Entmenschlichung wird als „der Prozess eine Person oder Gruppe positiver menschlicher Qualitäten zu berauben“ definiert. Der Prozess der Entmenschlichung einer Person oder Bevölkerung bedeutet, dass sie nicht länger menschlich behandelt wird.

Die Anti-Defamation League erklärt: „Von 2018 bis 2020 haben zwischen sieben und neun Prozent der antisemitischen Vorfälle, die der ADL gemeldet wurden, ausdrücklich antiisraelische oder antizionistische Elemente enthalten. Dazu gehört, dass Juden gesagt wurde, sie sollten ‚zurück nach Israel gehen‘ und dass Synagogen mit pro-palästinensischen Graffiti beschädigt wurden.“

Herdenmentalität wird definiert als „Tendenz von Menschen in Gruppen zu denken und sich auf Weisen zu verhalten, die mit andren in der Gruppe übereinstimmen und nicht wie von Einzelnen“. Diese Mentalität ist in Gruppenaktivitäten wie Wahlen, internationalen Sportveranstaltungen und Protesten zu erleben.

Das Gefühl der Anonymität, die damit kommt Teil eines Kollektivs zu sein, kann zu spontan begangenen Gewalttaten führen. Solches Verhalten ist auch online zu sehen.

Tatsächlich können viele individuelle Nutzer der sozialen Medien offen antisemitisch sein oder auch nicht, wenn sie sich nicht hinter dem Computer oder Smartphone befinden. Wenn jedoch Hashtags wie „#jewishmedia“ viral gehen, werden sie von diesen Usern geteilt, weil sie keine Konsequenzen befürchten – vielleicht gibt es eine Art Sicherheit in Zahlen.

Der damalige israelische Premierminister Yair Lapid sprach im September letzten Jahres vor der UNO-Vollversammlung und erklärte: „Die zweite Bedrohung [Israels] ist der Niedergang der Wahrheit. Unsere Demokratien werden langsam von Lügen und Fake News vergiftet. Rücksichtslose Politiker, totalitäre Staaten und radikale Organisationen untergraben unsere Wahrnehmung der Realität.“

Er fügte hinzu: „Wir sollten wissen, dass es in der Welt kein Land gibt, das sich diesem Phänomen stärker ausgesetzt sieht als Israel. Es gibt kein Land, das stärker mit Lügen angegriffen worden ist, gegen das eine solch gewaltige Menge an Geld und Mühe in die Verbreitung von Desinformation investiert wurde.“

Lapid nutzte in seiner Rede ein Beispiel zur Verwendung von Desinformation durch die Terrororganisation Hamas. Er erzählte die Geschichte von „Malak al-Tanani“, einem Dreijährigen, von dem die Hamas behauptete, er war Palästinenser.

Die Hamas behauptete, dass Junge während des Konflikts im Mai 2021 bei einem israelischen Luftangriff auf den Gazastreifen zusammen mit seiner Familie getötet wurde. In Wirklichkeit war das Foto von „al-Tanani“ tatsächlich das eines russischen Mädchens und wurde von der Instagram-Seite seiner Mutter gestohlen. Obwohl sie völlig unwahr war, wurde die Geschichte tausende Mal online geteilt.

Im Wesentlichen ging die Verleumdung, dass Israel ein kleines Kind ermordete, viral.

Lapid diskutierte auch Desinformation; er kommentierte: „Ich kann Ihnen tausende weitere Beispiele ähnlicher Fake News über Israel liefern. Die israelfeindliche Bewegung hat diese Lügen seit Jahren verbreitet. In den Medien, an Universitäten und in sozialen Medien. Die Frage ist nicht, warum sie es tun, sondern warum Sie bereit sind ihnen zuzuhören.“

Aber warum sind die Menschen so bereit falsche Informationen zu teilen?

Wir bei der al-Tanani-Geschichte zu sehen, werden israelfeindliche Verleumdungen genutzt, um Israel zu delegitimieren und das jüdische Existenzrecht zu bestreiten. Darüber hinaus glaube ich, dass sie darauf abzielen die Rechte des jüdischen Volks überall auf der Welt in Sicherheit zu leben anzufechten.

Terrororganisationen, die anstreben Israel zu vernichten, werden oft Fake News online verbreiten. Terrorgruppen verlassen sich auf uninformierte Bürger, um diese Geschichten weiterzuverbreiten.

Muster von Herdenmentalität und Entmenschlichung sind in der antiisraelischen Online-Agenda zu erkennen. Die Legitimität Israels und damit das Recht der Juden auf ein sicheres Heimatland wird bezweifelt.

Israel sieht sich einem Krieg gegenüber, der online ausgetragen wird – ein virtuelles Schlachtfeld.

Whooposie, Whoopie: Hollywood-Star im Feuer der Kritik wegen jüngster antisemitischer Bemerkung

10. Februar 2022

Rachel O’Donoghue, HonestReporting, 1. Februar 2022

„Seien wir ehrlich – beim Holocaust geht es nicht um Rasse. Es geht um die Unmenschlichkeit von Menschen gegen Menschen – darum geht es.“

Diese oberflächliche und irreführende Anmerkung von Kommödien-Schauspielerin und Hollywood-Schwergewicht Whoopi Goldberg gegenüber ihren Mitmoderatorinnen in der erfolgreichen ABC-Talkshow The View verursachte zurecht eine Gegenreaktion.

Das US Holocaust Museum z.B. wies darauf hin, dass Rassismus tatsächlich ein zentrales Dogma der Nazi-Ideologie war: „Juden wurden nicht über die Religion definiert, sondern über die Rasse. Die rassistischen Nazi-Überzeugungen schürten Völkermord und Massenmord.“

Unter Verweis auf eine Neonazi-Kundgebung in Florida am Samstag, während der eine Horde Springerstiefel tragender Strolche antisemitische Parolen skandierte, darunter „Der Jude ist der Teufel“ und „Juden vergewaltigen Kinder und trinken ihr Blut“, bemerkte der israelische Schriftsteller Hen Mazzig vernichtend: „Jüdisch zu sein bedeutet weißen Nationalisten zuzusehen, die deinen Tod fordern, weil du ‚nicht weiß‘ bist, während Damen im landesweiten Fernsehen sagen, der Holocaust war ‚weiße Leute töten weiße Leute… ihr bekämpft euch gegenseitig‘.“

Weniger als 48 Stunden nach Goldbergs Kommentar und inmitten dieser Welle an Kritik verteilte sie folgende Entschuldigung:

In der heutigen Sendung sagte ich, beim Holocaust „geht es nicht um Rasse, sondern um die Unmenschlichkeit von Menschen gegenüber Menschen.“ Ich hätte sagen sollen, es ging um beides. Wie Jonathan Greenblatt von der Anti-Defamation League mitteilte: „Beim Holocaust ging es um die systematische Vernichtung des jüdischen Volks durch die Nazis – von denen sie als minderwertig angesehen wurden.“ Ich muss mich hier berichtigen. Das jüdische Volk weltweit hat immer meine Unterstützung gehabt und das wird niemals nachlassen. Mir tut leid, dass ich verletzt habe. Das schreibe ich mit der aufrichtigen Bitte um Entschuldigung. Whoopie Goldberg.

Natürlich war zum Ausdruck gebrachtes aufrichtiges Bedauern das Richtige und, das kann man nur hoffen, Goldberg hat eine wertvolle Lektion gelernt.

Das bleibt allerdings alles andere als sicher, bedenkt man ihre recht wechselvolle Geschichte erniedrigender Kommentare über Juden.

2010 beeilte sich Goldberg den in Hollywood wohnenden Antisemiten Mel Gibson zu verteidigen, nachdem Tonaufnahmen mit dessen mit Kraftausdrücken gespickten Tirade online veröffentlicht wurden. Goldberg sagte in Reaktion: „Ich habe eine lange Freundschaft mit Mel gehabt. Man kann sagen, dass er ein Holzkopf ist, aber ich kann nicht sitzen bleiben und sagen, dass er ein Rassist ist, nachdem ich in meinem Haus mit meinen Kindern Zeit mit ihm verbracht habe.“

Direkt gefragt, ob Gibson – der 2006 bekanntermaßen, als er wegen Trunkenheit am Steuer verhaftet wurde, tobte, dass „Juden für alle Kriege in der Welt verantwortlich sind“ – ein Antisemit ist, hatte Goldberg diese zu sagen: „Betrunkene sagen Leuten ständig dummes Zeug… weil sie betrunken sind, sie sind außer Kontrolle, sie denken nicht, sie sind idiotisch.“

Zufällig konnte sie sich nicht dazu bringen in einem Interview mit dem New York Times Magazine 2019 Antisemitismus unmissverständlich zu verurteilen.

Bei dieser Gelegenheit wurde sie gebeten ihre Ansichten zu einem Kommentar zu geben, der von ihrer Freundin, der Schriftstellerin Alice Walker, kam und die den Roman verfasste, auf dem der Film „Die Farbe Lila“ basiert, in dem Goldberg 1985 spielte; dabei pries Walker den antisemitischen Text des Holocaust-Leugners David Icke von 1995 „And the Truth Shall Set You Free“ (Und die Wahrheit wird dich befreien).

Für Goldberg war das Anprangern von Walkers Lob für Ickes Arbeit, als sei sie aufgefordert worden „sich für eine Seite zu entscheiden“.

Ich weiß, dass es viele komplizierte Fragen gibt, die Menschen zu Rasse und ihrem eigenen Platz darin haben. Und für mich funktioniert dszu verstehen nur auf einer Grundlage von Mensch-zu-Mensch. Dieses Gespräch hatte ich mit Alice nie, aber ich hatte das Gespräch mit vielen anderen Menschen, dieses „Ich muss hören, warum du so empfindest.“ Menschen wollen, dass du dich für eine Seite entscheidest. Also versuche ich neutral zu sein. Die Leute wollen, dass du genauso empfindest wie sie. Aber es geht nicht wirklich um mich; es geht um dich.

Die Oscar-Gewinnerin hat auch beiläufig negative Stereotype über Juden aufrecht erhalten, so als sie 1993 ein Rezept für „jüdisch-amerikanisches Prinzessinnen Brathähnchen“ für ein wohltätiges Kochbuch teilte.

Als der damalige nationale Direktor der Anti-Defamation League Abraham H. Foxman sie wegen dieses unbeholfenen komödiantischen Versuchs zurechtwies, soll sie ihn angerufen und beschimpft haben.

2012 bekam Goldberg erneut Ärger, als sie in den israelisch-palästinensischen Konflikt stakste, indem sie auf Twitter eine dreiste Lüge retweetete, dass „Männer, Frauen und Kinder im Gazastreifen in Palästina [sic] seit einer Woche massakriert werden“.

Nachdem Nutzer der sozialen Medien darauf hinwiesen, dass die Hamas als terroristische Beherrscher des Gazastreifens die Kämpfe durch willkürliches Verschießen von mehr als 100 Raketen auf Israel innerhalb von 24 Stunden anzettelten, gab Goldberg zu, dass sie bezüglich der Frage, der die militärische Auseinandersetzung angeht, faktisch völlig Ignorant war.

Offenbar hat Faktenprüfung vor der Verbreitung schadender Desinformation an ihre 1,6 Millionen Follower für Goldberg keine Priorität.

Es stimmt schon, dass Goldbergs jüngster antisemitischer Ausrutscher in den Medien eine Kontroverse ausgelöst hat (sie hier, hier und hier) – judenfeindliche Ignoranz und Bigotterie müssen immer kräftig angegangen werden.

Aber wenn die Aufregung abgeebbt ist – und wenn Goldbergs Geschichte ein Hinweis ist, dann wird sie das – dann wird sie ihre voreingenommenen Kommentare wahrscheinlich unbeschadet hinter sich lassen und ihren lukrativen Job bei The View fortsetzen.

Was die Frage aufwirft: Warum ist ein antisemitischer Kommentar nicht einer zu viel?

BDS-Bewegung gegen Israel: Koexistenz schaden, Frieden verhindern

12. August 2021

Jerry Glazer, HonestReporting, 2. August 2021

Die Antwort-E-Mail kam vom Eigentümer des „Escape Room“-Lizenzgebers. Sein Unternehmen in Texas lief gut und er war begeistert von der Aussicht mir zu helfen ein ähnliches Projekt in Israel zu eröffnen. Das war Ende 2014 und der Escape Room-Trend war noch nicht ansatzweise an seinem Höhepunkt angekommen. Vielleicht gab es in Israel in der frühen Phase der Entwicklung zwei weitere Räume; nur drei Jahre später waren es 300 bis 400 Räume.

Ich hatte kurz zuvor aufgehört als Controller für eine Immobilien-Investment-Firma zu arbeiten. Nach siebeneinhalb Jahren in der Buchprüfung von KPMG in New York, gefolgt von siebeneinhalb Jahren als Leiter der Finanzabteilung eines renommierten orthopädischen Krankenhauses hatte ich beschlossen mit meiner Familie nach Israel zu ziehen, wo ich einen weiteren Posten als Controller erhielt, den ich knapp ein Jahrzehnt lang inne hatte. Unter anderem aus vorherrschenden Marktumständen schloss das Büro und ich befand mich an einem Scheideweg.

Wie Billy Joel einst sang: „all grown up and no place to go … Pressure!“ (ganz erwachsen und keinen Ort, wo ich hin kann … Druck!)

Ich beschloss mit zweien meiner Kinder Urlaub in Dallas (Texas) zu machen. Als eingefleischter Footballfan der Cowboys fand ich es einen guten Zeitpunkt dafür einen Punkt auf meiner Wunschliste abzuhaken und mir das Stadion anzusehen, in dem das NFL-Team spielt.

Weil ich die Stadt aber ansonsten nicht kannte, suchte ich im Internet nach weiteren Dingen, die man unternehmen kann. Ich bemerkte auf der Stelle Escape Room, etwas, von dem ich bis dahin nie gehört hatte, das meine Familie und ich zusammen genießen könnten. Da 12 Personen nötig waren, verschlug es dann Einzelne aus sehr unterschiedlichen Hintergründen und Kulturen als Teilnehmer der Aktivität.

Wir hatten alle Spaß.

Nach der Rückkehr nach Israel befand ich mich vor der beängstigenden Aufgabe eine neue Arbeit zu finden, obwohl ich nicht von der Idee loskam Unternehmer zu werden und von Grund auf mein eigenes Escape Room aufzubauen. Aber ein eigenes Unternehmen zu besitzen und zu betreiben war etwas, das ich nie gemacht hatte. Als Sohn zweier Lehrer und mit meinen Kenntnissen in Finanzen und Verwaltung war allein der Gedanke nervenraubend.

Wie sollte ich das machen?

Es erschien zwar eine großartige Gelegenheit der Welle einer Idee mit anscheinend immensem Potenzial vorauszugehen, aber da ich mir meiner Stärken und Schwächen bewusst war, wusste ich, dass es schwierig sein würde das allein zu machen.

Angesichts meiner Möglichkeiten erkannte ich, dass er beste Weg das anzustellen darin bestehen würde mit jemandem zu arbeiten, der mich durch den Prozess leiten konnte. Daher kontaktiere ich den Eigentümer des Escape Room in Texas, um ihn zu informieren, dass ich daran interessiert war ein Projekt in Israel anzuführen und hoffte, er könnte mir helfen es in Gang zu bringen. Ich wurde sofort gebeten ihn anzurufen und wir sprachen mehr als eine Stunde lang miteinander. Danach versprach er alles in seiner Macht stehende zu tun um meine Initiative zu unterstützen und sagte, er würde dafür sorgen, dass die Managerin seines Escape Room („Martha“) sich mit mir in Verbindung setzt.

Ich wartete geduldig eine Woche oder zwei und hörte nichts. Ich hakte kurz darauf nach und erhielt schließlich eine E-Mail von Martha. Sie sagte mir, dass ihr Chef sie angewiesen hatte sich mit mir in Verbindung zu setzen und fragte dann nach, welchen Markt ich mit dem Escape Room in Israel bedienen wollte. Weil die Aktivität über alle Rassen und Religionen hinausgeht, erklärte ich, dass ich als Markt unterschiedliche Familien und Arbeitsgruppen im Auge hatte, die Jungen und die Alten sowie vielleicht sogar die Israelischen Verteidigungskräfte.

Ich hörte nie wieder von ihr.

Nach einer weiteren Weile wandte ich mich an den Besitzer, der – etwas überraschend – ebenfalls nicht sofort antwortete. Als er sich endlich meldete, war seine Antwort auf den Punkt genau, auch wenn er höflich war. Martha hatte ihm klargemacht, dass sie, da ich den Escape Room möglicherweise auch gegenüber israelischen Soldaten vermarkten könnte, seine Firma verlassen würde, würde er auf der Zusammenarbeit bestehen. Er behauptete, er könne sich das nicht leisten und würde mir daher nicht helfen.

Derweil verhinderte diese Geschichte, dass ich mit Vorsprung in den Escape Room-Markt in Israel kam, der dort wuchs. Zu diesem Zeitpunkt gab es mehr als 10 Einrichtungen, die entweder schon in Betrieb oder in der Entwicklung waren.

Und dank Martha, einer Anhängerin der Boykottbewegung gegen Israel, die ihre Priorität darin sieht den jüdischen Staat herauszugreifen und zu dämonisieren, war ein Businessplan, der mir hätte helfen können für Kooperation und Koexistenz zwischen Menschen zu werben, schwieriger umzusetzen.

Diese Erfahrung wurde mir erneut bewusst gemacht, als Ben & Jerry’s ankündigten, sie würden ihre Eiskrem nicht länger in dem verkaufen, was die Firma als die „Besetzten Palästinensergebiete“ bezeichnet, vermutlich die Westbank. Mit anderen Worten: Verfechter der BDS-Bewegung greifen weiter allein den einzigen jüdischen Staat an, obwohl es weltweit mehr als 120 weitere territoriale Dispute gibt.

Diese Form der Wirtschaftskriegsführung, die oft in Gefühle von Menschenrechten gekleidet und im Namen der „sozialen Gerechtigkeit“ geführt wird, hat in Wirklichkeit das Gegenteil ihres beabsichtigten Effekts zur Folge: Es dient nämlich der Verewigung des simplifizierenden und falschen „Woke“-Narrativs, dass Israel ein „Unterdrücker“ ist und die Palästinenser die „Opfer“ sind, um die Wahrscheinlichkeit von Aussöhnung und Frieden zu verringern.

So wie mein Escape Room (der schließlich gebaut wurde) nicht nur Gelegenheit für Arbeit und Partnerschaft bot, sondern auch eine Chance, dass Juden, Christen und Muslime sich miteinander beschäftigen, so ist es auch mit Ben and Jerry’s. Ihr Produkt bringt auf seine eigene Weise Menschen zusammen.

Aber das haben offenbar diejenigen nicht bemerkt, die als selbsternannte Hohepriester der sozialen Gerechtigkeit verkleidet umherlaufen. Sie merken es nicht, wenn sie offensichtliches zweierlei Maß anwenden, verbreiten und verteidigen, sobald es um Israel geht; und das stellt gemäß der weithin akzeptierten Arbeitsdefinition der IHRA Antisemitismus dar.

Tatsächlich haben diese Leute wenig, wenn überhaupt etwas zur weit schlimmeren Menschenrechtslage in Ländern des Nahen Ostens wie Saudi-Arabien, Ägypten, Jordanien, dem Irak und Syrien zu sagen.

Als ich Anfang 2015 meinen Escape Room eröffnete, lief dieser zweieinhalb Jahre lang ohne dass es irgendeinen Vorfall von Voreingenommenheit, Rassismus oder anderen „-ismen“ gab. Entsprechend war das Einzige, was Martha erfolgreich tat, zu demonstrieren, dass die wahren Ziele der BDS-Bewegung darin bestehen Israels Existenzrecht zu bestreiten, selbst wenn das das Risiko birgt die Aussichten auf Frieden zu torpedieren.

Die Scheinheiligkeit ist offenkundig: Die Leute, die von BDS am stärksten beeinträchtigt sind, sind die, denen ihre Befürworter vorgeben helfen zu wollen. Ein typisches Beispiel: Allein den Palästinensern wird jetzt vorenthalten Ben and Jerry’s-Eiskrem zu essen, während die Israelis, wenn sie das wollen, weiterhin einen Becher Chocolate Fudge Brownie genießen können.

Experten: Antizionismus und Antisemitismus auf twitter haben Auswirkungen auf die reale Welt

15. Juli 2021

Rachel O’Donoghue, HonestReporting, 11. Juli 2021

Twitter hat eine gut dokumentierte Geschichte antisemitische Einträge auf seiner Plattform zuzulassen. Es gibt zahlreiche Beispiele, die in dem Forum geblieben sind, auch nachdem sie den Moderatoren gemeldet wurden: von judenfeindlichen Sprachbildern bis zu 9/11-Verschwörungstheorien die Juden für die entsetzlichen Terroranschläge vom 11. September 2001 verantwortlich machen.

Während des 11 Tage dauernden Konflikts zwischen Israel und der Hamas, der im Mai ausbrach, grassierten auf Twitter zügellos judenfeindliche Meinungen. Nach Angaben der Anti-Defamation League (ADL), die daran arbeitet Antisemitismus und Extremismus zu bekämpfen, gab es vom 7. bis 14. Mai 17.000 Tweets, die den Satz „Hitler hatte recht“ oder Variationen davon verwendeten.

Die Verbreitung von Antisemitismus auf Twitter kann ins wirkliche Leben überlaufen, mit sehr realen Konsequenzen für Juden, insbesondere diejenigen, die physisch angegriffen worden sind.

Juden in den USA wurden während und nach dem Konflikt zwischen Israel und der Hamas ins Ziel genommen; die ADL registrierte eine Zunahme von Antisemitismus-Meldungen um 75 Prozent, zu denen Fälle von Vandalismus, Belästigung und Angriffen gehören. ADL-CEO Jonathan Greenblatt beschrieb die Entwicklung als einen „gefährlichen und drastischen Anstieg judenfeindlichen Hasses“.

Trotz der angeblichen Verpflichtung Twitters hart gegen antisemitisches und Hassreden vorzugehen, scheint es so, dass nicht genug getan wird. Zum Beispiel wurde die Präsidentin der Grünen Partei der USA, Cynthia McKinney, heftig kritisiert, weil sie am 28. Juni ein Bild postete, in dem es hieß „Zionisten haben das gemacht“, dazu ein Bild der früheren Twin Towers in New York City.

Twitters Reaktion kann einen vom Glauben abfallen lassen.

Nachdem der Tweets kurzzeitig als Beispiel „derben politischen Kommentars“ wurde, entfernte die Plattform den Post nach einem Aufschrei aus dem gesamten politischen Spektrum. Der anstößige Tweet erschien allerdings nur Stunden später wieder und war zur Zeit der Veröffentlichung dieses Artikels immer noch auf Twitter vorhanden.

Holly Huffnagle, US-Direktorin für die Bekämpfung von Antisemitismus des American Jewish Committee, warnte vor den Folgen solcher Tweets im richtigen Leben: „Juden sind mit jeder Sekunde weniger sicher, in der Twitter Antisemitismus erlaubt auf seiner Plattform zu bleiben. Zum Mindesten sollte der Tweet mit einer Warnung versehen werden, z.B. ‚Sie sind dabei eine Verschwörung/Desinformation zu sehen‘.“

Es ist klar, dass ein omnipräsenter Gigant der sozialen Medien wie Twitter die Pflicht hat gegen die Verbreitung von antisemitischem Hass vorzugehen.

Was online geschieht bleibt nicht immer online.

Die UNO-Resolution „Zionismus ist Rassismus: Von der Verabschiedung bis zu ihrer Aufhebung und darüber hinaus

19. November 2020

Dov Lipman, HonestReporting, 10. November 2020

10. November 1975: Vor 45 Jahren war das ein sehr vielsagender Moment, was die Haltung der Vereinten Nationen – und der internationalen Gemeinschaft – zu Israel angeht.

Fünfundzwanzig Staaten unterstützten die Resolution 3379, die „festlegt[e], dass Zionismus eine Form von Rassismus und Rassendiskriminierung ist“. 72 Staaten stimmten dafür, 32 enthielten sich und 35 waren gegen den Antrag. Die Resolution verwies auf die UNO-Erklärung zur Eliminierung aller Formen von Rassendiskriminierung aus dem Jahr 1963; die Resolution von1973, die „die unheilige Allianz zwischen Südafrikanischem Rassismus und Zionismus“ verurteilte; und die Konferenz der Blockfreien Länder zu Außenangelegenheiten vom August 1975, die Zionismus als „eine Bedrohung des Weltfriedens und der Sicherheit“ bezeichnete und die Hauptstädte der Welt drängte „gegen diesen Rassismus und imperialistische Ideologie Widerstand zu leisten“.

Vor der Abstimmung sagte Israels Botschafter Chaim Herzog der Vollversammlung:

Ich kann mit Stolz auf die arabischen Minister verweisen, die in meiner Regierung gedient haben; auf den arabischen stellvertretenden Parlamentspräsidenten; auf arabische Offiziere und Mannschaften, die aus eigenem Antrieb in unseren Grenz- und Polizeikräften dienen, regelmäßig jüdische Truppen kommandieren; auf die hunderttausende Araber aus dem gesamten Nahen Osten, die sich jedes Jahr in den Städten Israels drängeln; auf die tausende Araber aus dem gesamten Nahen Osten, die zu medizinischer Behandlung nach Israel kommen; auf die friedliche Koexistenz, die sich entwickelt hat; auf die Tatsache, dass Arabisch in Israel eine Amtssprache ist, gleichberechtigt neben Hebräisch; auf die Tatsache, dass es für einen Araber selbstverständlich ist in Israel ein öffentliches Amt zu bekleiden, so wie es unpassend ist zu glauben, dass ein Jude irgendwo in einem arabischen Land ein öffentliches Amt bekleidet, in viele überhaupt hereingelassen zu werden. Ist das Rassismus? Ist es nicht! Das … ist Zionismus.

Herzog holte dann eine Kopie des Textes der Resolution heraus, hielt sie hoch und erklärte: „Für uns, das jüdische Volk, gründet diese Resolution auf Hass, Lüge und Arroganz, ihr fehlt jegliche Moral oder rechtlicher Wert. Für uns, das jüdische Volk, ist das nicht mehr als ein Stück Papier und wir werden es als solches behandeln.“

Dann zerriss Herzog das Dokument.

US-Botschafter Daniel Moynihan bezeichnete die Resolution als „ein großes Übel“ und klassifizierte sie als unverblümten Antisemitismus.

1991: Annullierung von „Zionismus ist Rassismus“ – irgendwie

Man muss ihr zugutehalten, dass die UNO die Resolution am 16. Dezember 1991 widerrief – aber erst, nachdem Israel zustimmte sich bei der Friedenskonferenz von Madrid mit der PLO einzulassen. Die Resolution zum Widerruf der Erklärung von 1975 wurde von 90 Staaten unterstützt; 111 Staaten stimmten dafür. Derweil enthielten sich dreizehn Staaten und 25 stimmten dagegen. Bemerkenswerterweise entkräftete die angenommene Resolution die Vorstellung nicht, dass Zionismus Rassismus ist, sondern besagte schlicht: „Die Vollversammlung beschließt die Entscheidung zu widerrufen, die in ihrer Resolution 3379 vom 10. November 1975 enthalten ist.“

Die Rücknahme war weitgehend wegen des Zusammenbruchs der Sowjetunion Anfang der 1990-er Jahre möglich geworden. Die UdSSR hatte die ursprüngliche Resolution angeführt, weil sie versuchte bei den arabischen Ländern zu punkten und gleichzeitig das Ansehen der USA zu schädigen. Tatsächlich stimmten alle Länder des ehemaligen Sowjetblocks, einschließlich der neu geschaffenen Litauen, Lettland und Estland, für die Rücknahme.

Aber die Entwicklung demonstrierte auch den diplomatischen Fortschritt, den Israel in gerade etwas mehr als 15 Jahren gemacht hatte. Afrikanische und asiatische Länder wie Nigeria, Indien, die Philippinen und Singapur, die die Resolution 1975 stützten, wechselten die Seiten. Brasilien und Mexiko änderten ihr ursprünglich antiisraelisches Votum ebenfalls.

Hardliner wie Khalil Makkawi, ehemaliger Botschafter des Libanon, der im Namen der arabischen Staaten sprach, suggerierte, die Rücknahme sei ein Geschenk für die „israelischen Extremisten, die ihre Politik der schleichenden Annexion verfolgen“ und bestand darauf, sie würde „die Leidenschaften der Araber schüren“, die glauben, der gesamte Friedensprozess sei vergebliche Mühe, die Israel mehr Zeit verschafft zu expandieren und sein revisionistisches zionistisches Projekt zu erreichen“.

Im Nahen Osten beginnen Verschiebungen

Das Ereignis demonstrierte jedoch – in einigen Fällen vorab angedeutet – sich verschiebende Einstellungen einiger arabischer Länder gegenüber Israel.

Während zum Beispiel einige arabische Staaten nicht für die Rücknahme stimmten, ist es wichtig festzuhalten, dass Vertreter aus Ägypten, Oman, Kuwait, Marokko, Tunesien und Bahrain an der Abstimmung 1991 nicht teilnahmen.

Und obwohl die Rücknahme Zionismus nicht formell als legitime Bewegung des jüdischen Volks zur Gründung und Sicherung seines eigenen Staates in seiner angestammten Heimat beschreibt, wurde sie von Israel als großer Schritt vorwärts bei seinen Bemühungen gefeiert größere internationale Akzeptanz zu gewinnen.

Als vielleicht stärkster Beweis dafür, wie weit Israel gekommen ist und für die Hoffnung, dass die Region sich auf friedlichere Zeiten zu bewegt, stimmten die Vereinigten Arabischen Emirate und der Sudan 1975 für die Resolution „Zionismus ist Rassismus“ und stimmten 1991 gegen die Rücknahme, haben sich jetzt aber entschlossen volle diplomatische Beziehungen zu Israel aufzunehmen.

Es kann keine deutlichere Aussage zur Unterstützung des jüdischen Staates geben, als dass Zionismus KEIN Rassismus ist.

Die Fatah reißt sich einen peinlichen Cartoon des Sydney Morning Herald unter den Nagel

9. November 2016

Pesach Benson, HonestReporting, 23.09.2016  (übersetzt von Cora)

Soweit ist die palästinensische Hetze inzwischen gekommen: Die Fatah, regierende Partei der Palästinensischen Autonomiebehörde und Israels Friedenspartner, postete einen weiteren hetzerischen Cartoon. (Danke an Palestinian Media Watch).

Es zeigt viele der klassischen antisemitischen Stereotypen: Ein langnasiger Jude mit Käppchen, eine Fernbedienung haltend, beobachtet eine massive Explosion, die Gaza zerreißt, während er in einem bequemen Sessel sitzt, der mit einem Davidsstern verziert ist.

Man kann sogar ein leichtes Grinsen auf dem Gesicht des Mannes erkennen.

Was diesen Cartoon bersonders interessant macht, ist, dass dieses Bild ursprünglich im Sydney Morning Herald während des Gaza-Krieges 2014 veröffentlicht wurde, um eine gleichermaßen giftige Kolumne von Mike Carlton zu illustrieren. (Der SMH entließ wenig später Carlton aufgrund seiner beleidigenden Kommentare gegenüber jenen Lesern, die darauf reagierten.)

Der Cartoonist Glen LeLievre versuchte den Antisemitismus seiner Illustration wegzuerklären:

„Das Bild ist ein Kommentar zu jenen, die das Leid anderer in einen Spaß für Gaffer machen. Ganz so, als wenn sie im Wohnzimmer einer Schow zuschauen.“

Doch der Sydney Morning Herald entschuldigte sich, entfernte den Cartoon und erklärte:

„Der Herald bedauert zutiefst die Verärgerung, die dieses Bild ausgelöst hat. Wir waren der Ansicht, dass keinerlei rassistische Verunglimpfung vorläge, nicht zuletzt deshalb, weil der Zeichner keinerlei Absicht dahingehend hatte und aktuelle Fotos die Umgebung und physische Darstellung des Charakters im Cartoon ihn beinflußt hätten.

Allerdings akzeptiert die Zeitung, dass diese Ansicht zu einfach war und dass sie die Nutzung religiöser Symbole übersehen hat.

Der Herald versteht nun, dass durch die Nutzung des Davidssterns und der Kippah im Cartoon die Zeitung in unangemessener Weise ein Element einer Religion beziehungsweise eines Staates benutzt wurde und damit ein großer Fehler in der Beurteilung gemacht wurde.

Es war falsch, dieses Bild in dieser Art und Weise zu veröffentlichen.

Die Fatah scheint LeLievres Erklärung vorzuziehen.

Antisemitische Bilder wie dieses haben im Internet ein langes Leben, normalerweise in den dunklen Ecken des weltweiten Netzes. Daher haben die Herausgeber der allgemeinen Presse eine besondere Verantwortung solchen antisemitischen Bildern nicht auch noch zur Legitimierung und Verbreitung zu verhelfen.

LeLievre und der Sydney Morning Herald haben sie während der Operation `Protecting Edge´in die Welt gesetzt. Die Fatah benutzte sie nur als probates Mittel.

Die Untersuchungen der BBC im Fall Tim Wilcox machen Fortschritte

29. Januar 2015

Simon Plosker, HonestReporting 26. Januar 2015 (übersetzt von Cora)

Tim Wilcox von der BBC löste einen Sturm des Abscheus und der Wut in der Folge der Massaker bei Charlie Hebdo und dem koscheren Supermarkt in Paris aus. Die BBC erhielt viele Beschwerden, auch von HonestReporting.

Wir haben die Beschwerden und den Ablauf bei der BBC ständig beobachtet und können nun die entscheidende E-Mail der Beschwerdeabteilung an HonestReporting veröffentlichen.

Durch die große Anzahl der Beschwerden und der aufgeworfenen Fragen hat die Beschwerdeabteilung den Ablauf beschleunigt, indem sie die Eingaben zusammenfasste und eine Zusammenfassung dessen veröffentlicht, was sie untersucht:

  • Dass die Frage, die Tim Wilkox der Interviewten stellte, irreführend war, indem er die Pariser Morde in einem koscheren Supermarkt mit den Geschehnissen im Nahen Osten verknüpfte.
  • Dass die Frage beleidigend und antisemitisch war, weil sie unterstellte, dass alle Juden für die Taten Israels verantwortlich seien.
  • Dass die Frage beleidigend und antisemitisch war, weil sie unterstellte, dass Juden für den Mord an anderen Juden verantwortlich seien.
  • Dass die Frage Vorurteile gegen Israel verbreitet.
  • Dass der Kommentar von Tim Wilcox „Aber man muss alles aus unterschiedlichen Perspektiven sehen“ nahelegt, dass es eine Rechtfertigung für die Morde gibt.
  • Dass die Interviewte nicht mit dem nötigen Respekt behandelt wurde.
  • Dass die Art und Weise, wie sich Tim Wilcox entschuldigte, unzureichend war und nicht genau ausdrückte, worin das Beleidigende seiner Äußerungen bestand.
  • Dass die Veröffentlichung der Entschuldigung auf einem privaten Twitter-Account nicht ausreichend war und sie von der BBC veröffentlicht hätte werden müssen.

Die Beschwerdestelle veröffentlichte dazu die relevanten Richtlinien, welche bei Genauigkeit, Unparteilichkeit, Verletzungen und Beleidigungen berücksichtigt werden müssen (vor allem wenn es um eine Darstellung geht).

Die Richtlinien für Genauigkeit sagen folgendes:

Tim Willcox

Alle Veröffentlichungen der BBC müssen, die zum Thema und dessen Beschaffenheit gehören, auf festem Boden stehen müssen, auf stichhaltigen Beweise gründen, die gründlich geprüft wurden und sie müssen in klarer und präziser Sprache dargestellt sein. Wir sollten offen und ehrlich die Dinge benennen, über die wir nichts wissen und unbegründete Spekulationen vermeiden. Forderungen, Aussagen, materielle Fakten und andere Inhalte, die nicht bestätigt sind, sollen als solche dargestellt werden.

Die Richtlinien zur Neutralität sagen folgendes:

Die Neutralität ist das Herz des Dienstes an der Öffentlichkeit und der Kern der Verpflichtung der BBC an seinem Publikum. Dies gilt für all unsere Veröffentlichungen und Dienste – Fernsehen, Radio, Online; es ist in unseren internationalen Diensten und kommerziellen Magazinen verpflichtend. Wir müssen umfassend berichten, die weiteren Perspektiven bedenken und sicherstellen, dass die Existenz unterschiedlicher Ansichten gewissenhaft wiedergegeben wird.

Die Vereinbarung, die die BBC Charta begleitet, verpflichtet uns dazu, alles dafür zu tun, dass kontroverse Themen mit der nötigen Neutralität in unseren Nachrichten oder anderen Veröffentlichungen dargestellt werden, ob es sich nun um Dinge des öffentlichen Interesses, oder um eine politische oder wirtschaftliche Kontroverse handelt. Wir gehen sogar so weit, dass wir uns zur Neutralität in allen Dingen verpflichten. Ungeachtet der unterschiedlichsten Anforderungen.

Der Begriff „gebührend“ bedeutet, dass die Objektivität dem Gegenstand angemessen      und angepasst sein muss, den Erwartungen des Publikums entsprechend und keinerlei Hinweis, der diese Erwartungen beeinflussen könnte.

Gebührende Neutralität ist oft mehr als nur der „Ausgleich“ zwischen zwei gegensätzlichen Standpunkten. Ebenso bedeutet es keine absolute Neutralität in jedem Fall und einer Distanziertheit von fundamentalen demokratischen Prinzipien.

Die Prinzipien der Darstellung sagen folgendes:

Unser Ziel ist es, vollständig und fair alle Kulturen und Menschen im Vereinigten Königreich darzustellen. Inhalte können Vorurteile und Benachteiligungen reflektieren, wie sie in allen Gesellschaften weltweit vorkommen, doch wir sollten sie nicht aufrecht erhalten. In manchen Fällen können Hinweise auf eine Behinderung, auf Alter, sexuelle Orientierung, Glaube, Rasse, etc. wichtig für die Darstellung sein. Dennoch sollten wir die leichtsinnige oder beleidigende Übernahme von Stereotypen vermeiden und Menschen nur dann derart beschreiben, wenn es redaktionell gerechtfertigt ist.

(Die wichtigen Richtlinien der Herausgeber können vollständig hier eingesehen werden.)

Uns wurde mitgeteilt, dass die Beschwerdestelle der BBC vorhat, das Ergebnis der Untersuchung am 23. Februar zu veröffentlichen. Wir würdigen die Ernsthaftigkeit mit der die Beschwerdestelle der BBC den Fall behandelt und wir sind auf die Ergebnisse im nächsten Monat gespannt.

BBC Reporter auf dem Pariser Gedenkmarsch: Palästinenser leiden durch jüdische Hände

15. Januar 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 12. Januar 2015 (übersetzt von Cora)

Die jüdische Gemeinschaft Frankreichs hatte kaum Zeit den schrecklichen Terroranschlag auf den koscheren Supermarkt in Paris zu fassen, als Tim Wilcox von der BBC am 11. Januar auf der Solidaritätskundgebung in Paris ein Jüdin interviewte. Dabei unterbrach er sie und sagte:

„Viele Kritiker der israelischen Politiker werden darauf hinweisen, dass die Palästinenser unter jüdischen Händen ebenfalls zu leiden haben.“

Beachten Sie, dass Wilcox ausdrücklich „Juden“ sagt statt Israelis, was bedeutet, dass er die französischen Juden und damit alle Juden für die Handlungen Israels verantwortlich macht.

Juden kollektiv für Geschehnisse in Israel verantwortlich zu machen ist Teil der Arbeitsdefinition für Antisemitismus der Europäischen Union beinhaltet, während das amerikanische Außenministerium dazu sagt: „Juden zu beschuldigen für echte oder eingebildete Untaten verantwortlich zu sein, seien sie von einzelnen Juden oder einer Gruppe, dem Staat Israel oder sogar für Taten die von Nicht-Juden verübt wurden.“

Und als Zugabe setzt Wilcox hinzu, als seine Interview-Partnerin nicht zustimmen wollte:

„Aber wir wissen ja, alles wird von unterschiedlichen Perspektiven aus wahrgenommen.“

Das ist nicht das erste Mal, dass Tim Wilcox eine seltsame Haltung zeigt, wenn es um Juden geht. Wie BBC Watch erklärte, war es Wilcox, der erst kürzlich, wie in der BBC Sendung vom November 2014, die Ausdruck von der „jüdischen Lobby“ verbreitete.

Wilcox´ Schlussfolgerung, dass der Nahost-Konflikt in jedem Fall Angriffe auf die Juden in Frankreich oder sonst wo auf der Welt erklären kann, ist einfach haarsträubend. Wilcox deutlicher Hinweis auf „jüdische Hände“ ist widerlich und inakzeptabel, denn er deutet an, dass die Juden weltweit für die Taten Israels verantwortlich gemacht werden sollten. Das fällt ganz klar unter die Antisemitismusdefinition der Europäischen Union.

Wilcox hat inzwischen über Twitter um „Entschuldigung“ gebeten:

HR_TimWillcoxBBCtwitter„Bedaure wirklich die Beleidigung in der schlecht formulierte Frage während eines Live-Interviews in Paris gestern – es war absolut unbeabsichtigt.“
– Tim Wilcox (@BBCTimWilcox) Januar 12, 2015

Wilcox Entschuldigung reicht nicht! Die Sache ist mehr als eine „schlecht formulierte Frage“ und sie geht an den Kern dessen, wie die BBC mit Israel und dem Antisemitismus umgeht. In Zeiten wachsenden Antisemitismus und körperlicher Angriffe auf Juden muss die BBC öffentlich das Ausmaß dieses Zwischenfalls eingestehen.

Der CEO von HonestReporting, Joe Hyams, setzt hinzu:

„Wir haben die Medien aufgefordert, die EUMC Definition des Antisemitismus zu übernehmen um derlei Situationen zu verhindern, in die Tim Wilkox verwickelt ist. Es geht nicht länger an Unwissenheit vorzutäuschen und zu behaupten, man habe die Linie zum Antisemitismus unwissentlich überschritten. Es ist höchste Zeit, dass die allgemein akzeptierten Definitionen zum Antisemitismus dem Herausgeberleitfaden der BBC hinzugefügt werden. Die BBC und ihre Reporter müssen endlich erkennen, welche Hetze und welches Leid ihre schäbigen Reportagen mit sich bringen.“

Tim Wilcox muss für sein letztes unverantwortliches Interview haftbar gemacht werden. Der BBC darf nicht erlaubt werden, dies unter den Teppich zu kehren.

HonestReporting Abonnenten müssen sich bemerkbar machen indem sie Beschwerden an die BBC einsenden.

—–

* Bitte beachten Sie, dass das obige Video nicht von HonestReporting veröffentlicht wurde und eine aufbereitete Version ist. Die vollständige Version finden Sie hier

Comedy Centrals Zeichen des Bedauerns

18. Mai 2010

HonestReporting Media Backspin, 18. Mai 2010

Zeichen des Bedauerns bei Comedy Central?

Ihr Spiel I.S.R.A.E.L. Attack! ist immer noch online, aber CC stellt es nicht mehr groß zur Schau.

Auch ihr Einführungsvideo enthält nicht mehr den umstrittene Satz „Du hast mich belogen, Judenerzeuger“.

Die ursprüngliche, unveränderte Version, kann hier angesehen werden (hat tip: Jewlicious)

Wenn Comedy Centrals defensiv handelt, dann nur, weil Leser den Sender wissen ließen, dass I.S.R.A.E.L. Attacks! einfach unvertretbar ist.

So schrieb Dvir Abramovich im Sydney Morning Herald:

Die nicht zu missverstehende Botschaft ist: Wenn irgendein Abschlachten von Kindern erledigt werden muss, dann ist es I.S.R.A.E.L., das die Arbeit erledigt. Nach Angaben des Kreativ-Teams bei Comedy Central ist das die natürliche Assoziation, die wir alle vornehmen sollten, wenn wir an den jüdischen Staat und sein Volk denken.

Dass nicht ein einziger in der Führungsetage an dem Spiel irgendetwas anstößig, verleumderisch, geschmacklos oder hasserfüllt fand, spricht Bände darüber, wie eingegraben und Mainstream die Verunglimpfung Israels und der Juden geworden ist. Es scheint, dass der Gedanke der Selbstzensur nicht galt, wenn die Dämonisierung von Juden auf der Tagesordnung stand.

Unsere neue Facebook-Gruppe hat jetzt fast 1.800 Mitglieder. Lesen Sie HonestReportings ursprüngliche Kritik, dazu meine Sicht zu weiteren Punkten, die durch Kommentare und das Dröhnen der Massen aufgeworfen wurden.

Leseempfehlungen heute

2. November 2009

HonestReporting Media BackSpin, 2. November 2009

Writing Jews Out of Jerusalem’s History

Turkish TV Consultant Resigns Over Palestinian Protest

Can One Bad Mouth Israel?

Scandal Watch: New York Times

Kurzzeitiger Blackout

21. August 2009

HonestReporting Media BackSpin, 21. August 2009

Roger Waters (Pink Floyd) unterlegte einen 15-minütigen Film der UN über Israels Sicherheitszaun mit seinem dummen Geschwätz.

Scharf gerügt: Galloway & Press TV

5. August 2009

HonestReporting Media BackSpin, 5. August 2009

Ofcom mit deutlicher Kritik am iranischen Propagandasender und George Galloway, dessen bekanntestem europäischen Protagonisten. Lesen Sie dazu bitte das neue Communiqué von HonestReporting: Censured: Galloway & Press TV.

Studie über Antisemitismus bei „Comment Is Free“

30. Juli 2008

honestreporting Media Backspin, 29. Juli 2008

Der Vorabdruck eines detaillierten Berichtes über antisemitische Kommentare im Guardian-Forum Comment is Free (CiF) wurde jetzt auf Zionism On the Web (pdf-Format) eingestellt.

Jonathan Hoffman, Autor der 57 Seiten umfassenden Studie, hat seine Ergebnisse einem britischen Parlamentsausschuss und dem Büro des amerikanischen Außenministeriums übermittelt, das antisemitische Vorkommnisse beobachtet.

Einige Highlights aus Hoffmans Studie:

• Die Mehrzahl der von CiF autorisierten Schreiber bezeichneten den jüdischen Charakter Israels als unerwünscht oder unbedeutend.

• Die schiere Masse antizionistischer Kommentare fördert antisemitische Beiträge.

• Leidtragenden von Antisemitismus bei CiF wird die Beweislast aufgebürdet, wenn sie Zuschriften und Kommentare beobachten.

• Das Ausmaß an Antisemitismus bei CiF handelt den Standards des Guardian zuwider.

Lesen Sie hier den vollständigen Bericht (pdf Format)

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