Posted tagged ‘BBC’

Drei Lügen in einer Woche: Wie israelfeindliche Lügen viral gehen – und dableiben

6. Januar 2026

Rachel O’Donoghue, HonestReporting, 16. November 2025

CNN, ABC News und die BBC.

Drei der größten und einflussreichsten Nachrichtenorganisationen der Welt – mit einer kombinierten Reichweite von Hunderten Millionen über Fernsehen, Radio und digitale Plattformen – und einer entsprechend großen Verantwortung.

Wenn Medien dieser Größenordnung Fehler machen, verzerren sie nicht nur einen einzelnen Nachrichtenzyklus; sie prägen das öffentliche Verständnis eines gesamten Konflikts.

Das ist gerade jetzt besonders wichtig. Als Mitte Oktober die Feuerpause zwischen Israel und der Hamas begann und die ersten israelischen Geiseln nach zwei Jahren unterirdischer Gefangenschaft zurückkehrten, war die weltweite Aufmerksamkeit enorm – und Genauigkeit wichtiger denn je.

Doch innerhalb nur einer Woche veröffentlichten oder sendeten alle drei Organisationen gravierende, folgenschwere Fehler. Jeder Fehler war anders gelagert, doch gemeinsam offenbarten sie dasselbe Muster, das HonestReporting während des gesamten Krieges aufgezeigt hat: Desinformation verbreitet sich mit Höchstgeschwindigkeit, während Korrekturen viel zu spät hinterherhinken – sofern sie überhaupt erfolgen.

Das ist kein isoliertes Problem. Es ist ein kumuliertes.

Nach zwei Jahren, in denen das Publikum mit irreführenden Berichten, Fehlübersetzungen, Euphemismen und offenen Falschdarstellungen bombardiert wurde, bieten diese Fehler von Mitte Oktober einen Momentaufnahme des angerichteten Schadens – und zeigen, warum mediale Rechenschaftspflicht unverzichtbar bleibt.

Die drei Fehler – und was sie offenbaren:

1. CNN: Amanpour verharmlost die Folter an Geiseln

Am 13. Oktober behauptete Christiane Amanpour, die internationale Chefkorrespondentin von CNN, israelische Geiseln seien „wahrscheinlich besser behandelt worden als der durchschnittliche Gazaner“ und bezeichnete sie als „Schachfiguren“, um die sich die Hamas aus Eigeninteresse gekümmert habe.

HonestReporting machte die Äußerung öffentlich und löste breite Empörung aus.

Amanpour entschuldigte sich später live auf Sendung und räumte ein, ihre Bemerkungen seien „unsensibel und falsch“ gewesen, nachdem sie erfahren hatte, dass die Geiseln berichteten, sie seien ausgehungert, mit Stromschlägen misshandelt, in Ketten und Käfigen unter der Erde festgehalten, am Weinen gehindert und gezwungen worden, ihre eigenen Gräber zu schaufeln.

Das war kein Versprecher. Es war ein Weltbild – eines, das israelisches Leid reflexhaft herunterspielt, selbst in Momenten, in denen die Fakten eigentlich unbestreitbar sein sollten.

2. ABC News: Ein Terrorist erhält einen Heldenzuschnitt

In derselben Woche sendete ABC News Aufnahmen, in denen ein Hamas‑Kämpfer während der Feuerpause als heroischer Retter dargestellt wurde – ohne ihn als Mitglied einer von den USA eingestuften Terrororganisation zu identifizieren.

HonestReporting deckte die Verbindungen des Mannes und seine Rolle im Hamas‑Terrorismus auf. ABC hat ihn seither in keiner weiteren Berichterstattung mehr verwendet.

Quellen berichten, dass dieser Beitrag außerhalb des üblichen redaktionellen Prozesses von ABC News eingereicht wurde und ausschließlich von einem in Gaza ansässigen Kameramann produziert wurde – ohne Beteiligung eines ABC‑Reporters. Nach zwei Jahren, in denen Hamas‑nahe „Content Creator“ als unabhängige Journalisten auftraten, lässt sich die Verantwortungslosigkeit kaum übertreiben, dass solches Material ohne gründliche Überprüfung ausgestrahlt wurde.

Das war mehr als ein Fehlurteil. Es war ein Versagen der Sorgfaltspflicht: Material, das vollständig aus von der Hamas kontrolliertem Gebiet stammt, durfte einen Terroristen in einen vermeintlichen Retter verwandeln – und wurde an Millionen von Menschen ausgestrahlt. Das zeigte ein grundlegendes Versagen der Verifikation durch ABC News.

3. BBC News: Die Freilassung von Gefangenen als „Geiselaustausch“ bezeichnet

Ebenfalls am 13. Oktober beschrieb die BBC die Freilassung israelischer Geiseln – entführter Zivilisten, die zwei Jahre lang unterirdisch festgehalten worden waren – als Teil eines „Geiselaustauschs“ mit palästinensischen Gefangenen.

Diese falsche Gleichsetzung hat sich zu einem hartnäckigen Medientopos entwickelt, der den Unterschied zwischen der Entführung von Zivilisten und der Inhaftierung von Personen, die gewalttätiger Verbrechen beschuldigt oder dafür verurteilt wurden, einebnet.

Die BBC veröffentlichte keine Klarstellung. Stattdessen beharrte die Journalistin, die den Text verfasst hatte, später darauf, die Formulierung habe nicht beabsichtigt, israelische Geiseln mit palästinensischen Gefangenen gleichzusetzen.

Die von diesen drei Vorfällen aufgedeckte Wahrheit

Diese drei Fehler sind nicht im luftleeren Raum entstanden.

Sie sind Teil desselben Ökosystems der Fehlberichterstattung, das seit dem 7. Oktober 2023 die öffentliche Wahrnehmung geprägt hat. Im Nebel des Krieges – und dem politischen Druck, der darauf folgt – haben etablierte Medienorganisationen wiederholt ungeprüfte Behauptungen verbreitet, aktivistische Sprache übernommen, Extremisten eine Plattform geboten und israelische Selbstverteidigung als Aggression dargestellt.

Korrekturen, sofern sie überhaupt erscheinen, sind verhalten, verspätet und erreichen nur einen Bruchteil des Publikums, das die ursprüngliche Behauptung aufgenommen hat.

Das Ergebnis?

Zwei Jahre globaler Meinungsbildung, die nicht von Fakten bestimmt waren, sondern von einem stetigen Strom verzerrter, ungenauer und mitunter völlig falscher Berichterstattung. Die Woche während der Feuerpause Mitte Oktober ist kein Ausreißer, sondern ein Fallbeispiel – eine komprimierte Zeitleiste, die zeigt, wie schnell israelfeindliche Desinformation sich verbreiten, festsetzen und zu „Wahrheit“ verhärten kann.

Und wenn drei derart gravierende Fehler innerhalb einer einzigen Woche auftreten können – aus drei der einflussreichsten Redaktionen der Welt –, dann zeigt das, womit HonestReporting in den vergangenen zwei Jahren konfrontiert war. Das ist die Dimension des Problems: Dutzende Millionen Menschen, die Verzerrungen in Echtzeit ausgesetzt sind, während Korrekturen – falls sie überhaupt erscheinen – leise und zu spät kommen, um noch etwas zu bewirken.

Deshalb darf unsere Arbeit nicht beim Faktencheck stehenbleiben. HonestReporting konzentriert sich zunehmend auf Medienkompetenz: dem Publikum beizubringen, wie man Fehlrahmungen, emotionale Manipulation, aktivistische Sprache und faktische Taschenspielertricks erkennt. Und deshalb widmen wir uns nun der schwierigen, aber unverzichtbaren Aufgabe, Israels Ansehen nach zwei Jahren unablässiger Fehlrepräsentation wiederherzustellen – indem wir Leserinnen und Lesern, Zuschauerinnen und Zuschauern sowie Entscheidungsträgern zeigen, was tatsächlich geschehen ist und warum Genauigkeit zählt.

Denn wenn diese Oktoberwoche eines gezeigt hat, dann dass Desinformation über Israel kein gelegentliches Phänomen ist.

Sie ist systemisch.

Sie ist einflussreich.

Und wenn man ihr nicht widerspricht, wird sie zur Geschichte.

BBC in der Krise: Führungskräfte treten nach Enthüllung eines Dossiers zurück, das manipulierte Trump-Aufnahmen und antiisraelische Voreingenommenheit offenbart.

14. November 2025

Rachel O’Donoghue, HonestReporting, 10. November 2025

Die BBC geriet am Sonntagabend (9. November) in Aufruhr, nachdem Generaldirektor Tim Davie und die Chefin der Nachrichtenabteilung, Deborah Turness, beide nach der Veröffentlichung eines vernichtenden internen Berichts zurückgetreten waren. Der Bericht deckte schockierende redaktionelle Fehler und tief verwurzelte Voreingenommenheit beim öffentlich-rechtlichen Sender auf.

Das 53 Seiten starke Dossier – verfasst vom erfahrenen Journalisten Michael Prescott und an den BBC-Verwaltungsrat weitergeleitet – beschreibt eine Reihe von Vorfällen, die zusammen ein Bild einer Nachrichtenredaktion zeichnen, die bereit ist Fakten zu verfälschen um vorgegebene Narrative zu untermauern. Zu den Ergebnissen gehörten Beweise, dass BBC-Redakteure Aufnahmen einer Rede von Donald Trump manipuliert hatten und systemische Mängel in der Berichterstattung über den Krieg zwischen Israel und der Hamas.

Davie, der den Sender seit 2020 leitete, lehnte es ab, seinen Rücktritt direkt mit dem Leck in Verbindung zu bringen und gab stattdessen eine vage Erklärung ab, er wolle „Raum für einen neuen Generaldirektor schaffen, der die nächste Charta-Periode gestalten kann“.

Turness war offener und gab zu, dass die Kontroverse um die Trump-Aufnahmen „ein Stadium erreicht hat, in dem sie der BBC schadet“, und räumte ein, dass sie die Verantwortung dafür trage.

Die Rücktritte, die in separaten internen E-Mails um 18:00 Uhr britischer Zeit an die Mitarbeiter bekannt gegeben wurden, erfolgten eine Woche, nachdem der Telegraph Auszüge aus dem Prescott-Bericht veröffentlicht hatte. Die Enthüllungen lösten Unruhe in Westminster und Washington aus, wo die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, den Sender als „hundertprozentige Fake News“ bezeichnete.

Das durchgesickerte Dossier warf BBC News vor, „Hamas-Lügen in der ganzen Welt zu verbreiten“, indem es unbestätigte Behauptungen vorschnell ausstrahlte und gleichzeitig „das Leid der Israelis herunterzuspielen“.

Es führte wiederholt Beispiele dafür an, wie der arabischsprachige Ableger des Senders – der teilweise vom britischen Außenministerium finanziert wird – die Argumente der Hamas verbreitete, die sich in Ton und Darstellung „erheblich“ von denen auf der Hauptwebsite von BBC News unterschieden.

Kurz gesagt, die Versäumnisse des Senders waren keine Reihe isolierter „Fehler“, sondern Teil eines durchgängigen redaktionellen Musters, das Israel als Aggressor und seine Feinde als Opfer darstellte.

Obwohl das Dossier schnelle Rücktritte auslöste, sind seine Enthüllungen nur das jüngste Kapitel in der langen Geschichte der BBC-Kontroversen wegen ihrer Berichterstattung über den Nahen Osten.

Ein Muster des Versagens

Das Prescott-Dossier mag die jüngste Krise ausgelöst haben, doch seine Enthüllungen sind nur die Spitze des Eisbergs. Die Falschberichterstattung der BBC zu Israel reicht weit vor das durchgesickerte Dokument zurück – ein Muster von Fehlern und Verzerrungen, das so konstant ist, dass es nicht länger als Zufall oder Versehen abgetan werden kann.

Über Jahre hinweg hat der Sender wiederholt falsche oder irreführende Behauptungen über Israel verbreitet und gleichzeitig den Kontext der Hamas-Aktionen heruntergespielt oder verschwiegen. Als die Hamas Israel fälschlicherweise für die Explosion im Al-Ahli-Krankenhaus im Oktober 2023 verantwortlich machte, verbreitete die BBC die Anschuldigung weltweit innerhalb von Minuten und Stunden, bevor die Überprüfung sie widerlegte. Wochen später, während des Einsatzes im Al-Shifa-Krankenhaus, stellte ein BBC-Moderator Israels erklärte Mission, Zivilisten zu helfen, fälschlicherweise als vorsätzlichen Angriff auf medizinisches Personal dar.

Derselbe Reflex zeigte sich immer wieder – sowohl während als auch vor dem aktuellen Krieg. Er war in der unkritischen Wiederholung der haltlosen Behauptung eines UNO-Beamten offenbar, im Gazastreifen würden innerhalb weniger Tage „14.000 Babys sterben“, aber auch schon lange davor in der Anschuldigung eines Moderators, israelische Streitkräfte würden „gerne Kinder töten“. Er erstreckte sich sogar auf die Berichterstattung im Inland, als ein hebräischer Hilferuf fälschlicherweise als antimuslimische Beleidigung dargestellt wurde – ein so schwerwiegender Fehler, dass die britische Kommunikationsaufsichtsbehörde Ofcom die BBC später wegen eines „schwerwiegenden redaktionellen Fehlurteils“ rügte.

Diese Beispiele, obwohl zu den krassesten gehörend, stellen nur einen Bruchteil der umfassenderen Versäumnisse der BBC dar. Zusammen offenbaren sie eine Nachrichtenredaktionskultur, die von einer einzigen Annahme geprägt ist: Israel ist der Aggressor und seinen Gegnern muss erst einmal Glauben geschenkt werden, recherchiert wird später.

Deshalb ist das Prescott-Dossier so wichtig – nicht weil es etwas Neues aufgedeckt hat, sondern weil es endlich das ans Licht gebracht hat, was Zuschauer, Journalisten und Aufsichtsbehörden seit Jahren dokumentieren.

Leugnung und Verheimlichung

Trotz der sich auftürmenden Beweise besteht Deborah Turness weiter darauf, es gebe bei der BBC „keine systemische Einseitigkeit“; sie bezeichnete sie als „den Nachrichten-Lieferanten, dem in der Welt das größte Vertrauen entgegengebracht wird“.

Diese Behauptung steht in starkem Kontrast zur langen Geschichte der BBC, die sowohl intern als auch extern immer wieder Kritik ausgesetzt war. Bereits vor fast zwei Jahrzehnten wurden Bedenken hinsichtlich ihrer Berichterstattung über Israel geäußert, die seither nur weiter geeitert sind.

Ganz vorne an steht der Balen-Bericht – eine 20.000 Wörter umfassende Untersuchung, die 2004 vom Chefredakteur Malcolm Balen erstellt wurde. Der Bericht, der nach zahlreichen Beschwerden über eine antiisraelische Voreingenommenheit in Auftrag gegeben wurde, ist nie veröffentlicht worden. Die BBC hat Hunderttausende von Pfund für Anwaltskosten ausgegeben, um Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz abzuwehren, mit der Begründung, ihre journalistische Arbeit sei von der Offenlegung ausgenommen. Selbst ein Ausschuss des Oberhauses des britischen Parlaments befand 2007, der Sender habe „falsch“ gehandelt, indem er das Dokument zurückhielt, doch die Ergebnisse bleiben weiterhin unter Verschluss.

Dieselbe Kultur der Intransparenz prägt auch das Beschwerdeverfahren der BBC. Organisationen wie HonestReporting haben Dutzende formeller Beschwerden über ungenaue oder irreführende Berichterstattung eingereicht – und erhielten lediglich verzögerte, abwehrende Antworten und oberflächliche Ablehnungen. Immer wieder reagiert der Sender nicht mit Selbstkorrektur, sondern mit Selbstschutz.

Und jetzt?

Genau diese Frage stellte Davie selbst in seinem Rücktrittsschreiben – und ließ sie dann auffallend unbeantwortet. Viele fragen sich nun nicht nur, warum Tim Davie und Deborah Turness zurückgetreten sind, sondern auch, warum es so lange gedauert hat.

Jahrzehntelang agierte die BBC nahezu unbehelligt, geschützt durch ihren Ruf und die Einnahmen aus den Rundfunkgebühren in Höhe von 3,8 Milliarden Pfund von britischen Haushalten – dem Großteil ihres jährlichen Budgets von 6 Milliarden Pfund. Sie ist nach wie vor der einflussreichste Sender der Welt: Allein der BBC World Service erreicht wöchentlich über 450 Millionen Menschen in 42 Sprachen. Wenn die BBC in Bezug auf Israel Fehler macht, haben die Folgen weltweite Auswirkungen.

Doch erst jetzt – nach den Enthüllungen, dass Redakteure Filmmaterial eines amerikanischen Präsidenten manipuliert haben – kommt es zu echter Rechenschaftspflicht. Das deckt eine unangenehme Wahrheit auf: Wenn die BBC in Bezug auf Israel irreführt, kümmert das nur wenige Mächtige.

Die Rücktritte sind ein Anfang, keine Lösung. Das Prescott-Dossier wurde veröffentlicht; der Balen-Bericht hingegen nie. Der Unterschied darf nicht hier enden. Das Parlament sollte sicherstellen, dass der neue Bericht zu dauerhaften Reformen führt, einschließlich einer unabhängigen Aufsicht darüber, wie die BBC Berichte aus Konfliktgebieten auswählt, überprüft und darstellt.

Nur durch echte Reformen kann die BBC beginnen, ihre Glaubwürdigkeit wiederherzustellen. Ohne sie wird die „vertrauenswürdigste“ Nachrichtenmarke der Welt das bleiben, wovor ihre Kritiker schon lange gewarnt haben – eine vom Steuerzahler finanzierte Echokammer, in der Voreingenommenheit Programm ist und Rechenschaftspflicht optional.

Der Redaktionsleiter von HonestReporting, Simon Plosker, veröffentlichte am Sonntagabend eine Pressemitteilung:

Die BBC hat sich beharrlich geweigert, ihre systemische Einseitigkeit anzuerkennen und es ist ein trauriges Armutszeugnis für den Sender, dass Köpfe erst infolge eines durchgesickerten Memos gerollt sind und nicht aufgrund einer dringend notwendigen Selbstreflexion. Es reicht nicht aus, dass die BBC-Führung für die schockierenden Verstöße gegen journalistische Standards zur Rechenschaft gezogen wird. Es bedarf einer gründlichen Säuberung unter den Journalisten, die offenbar wenig Wert auf die BBC-Regeln zur Unparteilichkeit legen, wenn es um die Berichterstattung über Israel geht.

Schlechte Berichterstattung, Voreingenommenheit und Fehlinformationen haben reale Konsequenzen. Die BBC hat zweifellos nicht nur zur Welle extremer Feindseligkeit gegenüber Israel beigetragen, sondern auch zum Anstieg des Antisemitismus in Großbritannien, der im entsetzlichen Terroranschlag auf die Synagoge in Manchester am Jom Kippur gipfelte. Es scheint, als ob Juden für die BBC einfach keine Rolle spielen. Wäre dem nicht so, hätte allein die Berichterstattung über den Gazastreifen ausgereicht, um die Situation eskalieren zu lassen, ohne dass ein beschämender Vorfall mit dem US-Präsidenten nötig gewesen wäre, um die Rücktritte von Davie und Turness zu erzwingen.

HonestReporting wird die BBC weiterhin beobachten, wie es dies bereits seit 25 Jahren tut und den Sender zur Rechenschaft ziehen, unabhängig davon, wer die Verantwortung trägt.

48 Stunden, 2 Ritualmordlügen: Verteilstellen-Massaker von Hamas vorgetäuscht, von den Medien verbreitet

5. Juni 2025

Rachel O’Donoghue, HonestReporting, 3. Juni 2025

Im Verlauf von nur zwei Tagen berichtete die BBC, so wie auch andere Medien, über zwei angebliche Massaker an palästinensischen Zivilisten an Verteilstellen für humanitäre Hilfe im Gazastreifen. Beide Storys haben sich rasant verbreitet und tun das noch. Beide sind unwahr. Und  beide spiegeln zutiefst fehlerhaften journalistischen Prozess, der Sensationsgier über Genauigkeit stellt und terroristischer Propaganda mehr Gewicht gibt als verifizierten Daten.

Beginnen wir mit den Fakten.

Am 27. Mai begann die Gaza Humanitarian Foundation (GHF) – eine von den USA gestützte Initiative, die sicherstellen soll, dass die Hilfe Zivilisten erreicht, nicht die Hamas – innerhalb des Gazastreifens zu agieren. Am 2. Juni berichtete die GHF, dass sie an Verteilstellen im südlichen  und mittleren Gazastreifen fast 5,9 Millionen Mahlzeiten in mehr als 87.000 Lebensmittelkisten ausgeliefert. Sie kündigte außerdem Pläne an ihre Operationen in den Norden des Streifens auszuweiten.

Der erste volle Betriebstag war chaotisch. Die Hamas versuchte Berichten zufolge den Zugang zu blockieren und große Mengen stürmten den Ort. Warnschüsse in die Luft wurden abgegeben, um die Kontrolle wiederherzustellen. Von entscheidender Bedeutung ist, dass weder Verletzte noch Tote gemeldet wurden. Seitdem, sagt die GHF, ist die Verteilung der Hilfsgüter ohne größere Zwischenfälle verlaufen.

Das ist das, wir über das Geschehen wissen.

Doch das hier ist das, was die BBC – wie auch andere große Medien – der Welt berichtete:

Retter: 26 Tote nachdem israelische Panzer nahe eines Hilfezentrums das Feuer eröffnen

Wir konzentrieren uns auf die BBC, weil deren Berichterstattung besonders aufschlussreich ist. Es handelt sich um einen Sender, der behauptet unparteiisch zu sein und sich als globaler Standard für Journalisten positioniert. Aber seine redaktionellen Entscheidungen im Verlauf dieses Krieges haben ein durchgängiges Muster des Versagens entlarvt. Er hat eine Bereitschaft gezeigt nicht verifizierte Behauptungen aus Quellen zu veröffentlichen, die Verbindungen zu Terrororganisationen haben; dabei wird wenig Vorsicht und noch weniger Verantwortung an den Tag gelegt.

Gefälschter Bericht über ein Massaker auf Grundlage anonymer Quellen

Am 1. Juni veröffentlichte die BBC eine ergänzende Eilmeldung mit der Behauptung „israelische Panzer“ hätten das Feuer auf die Palästinensermenge vor Ort eröffnet, wobei 26 getötet wurden. Der Vorwurf wurde ohne Bestätigung vorgelegt, basiert einzig auf anonymen Quellen: „Einwohner und Sanitäter“ sowie ein „lokaler palästinensischer Journalist“. Zu den Einzelheiten gehörte laut Sebastian Usher, dem BBC-eigenen Nahost-Redakteur, Leichen, die per Esel weggekarrt wurden und „tausende“ Zivilisten, die sich nahe des von den USA unterstützen Hilfezentrums in Rafah sammelten.

Die Story erschien als wichtige Aktualisierungs-Schlagzeile zu einer bereits irreführenden und verständnisvollen Schlagzeile zur Ablehnung eines Waffenstillstands durch die Hamas: „Die Hamas verspricht 10 lebende Geiseln freizulassen, strebt aber in Reaktion auf US-Plan einen dauerhaften Waffenstillstand an.“

Diese Schlagzeile blieb den Großteil des Tages so stehen. Die Behauptung von 26 Toten wurde später danke des Hamas- Gesundheitsministeriums zu 31. Und obwohl die GHF das vehement bestritt – sie erklärte unmissverständlich, dass Berichte über Tote und Verletzte „falsch und erfunden“ waren und warnte, dass die Lügen „von der Hamas aktiv geschürt“ werden – zog die BBC die Story nicht zurück.

Die IDF gab ebenfalls eine Stellungnahme ab: Sie sei sich keiner Verletzten durch israelisches Feuer bewusst, würde die Sache aber überprüfen. Statt das mit Vorsicht zu behandeln, veröffentlichte die BBC eine weitere Aktualisierung, in der über israelische Verantwortung spekuliert wurde – auf Grundlage von Operationen, die am selben Morgen in Khan Junes durchgeführt wurden, wobei die BBC es versäumte zu sagen, dass das in rund 8 Kilometer Entfernung von Rafah stattfand, wo die Ausgabe stelle sich befindet.

Später an dem Tag ergänzte die BBC nach erheblichem Druck und weiteren Klarstellungen der IDF wie der GHF endlich ihre Schlagzeile:

„Israel bestreitet auf Zivilisten geschossen zu haben, nachdem das von der Hamas geführte Gesundheitsministerium sagt, beim Angriff auf ein Hilfszentrum im Gazastreifen seien 31 Menschen getötet worden.

Immer noch keine Rücknahme. Keine Entschuldigung.

Die Farce von „BBC Verify“

Die BBC beauftragte dann ihre sogenannte Faktenchecker-Einheit BBC Verify mit Untersuchungen. Das Team kam zu dem Schluss, es könne nicht bestätigen, was geschehen sei; dazu wurden „widersprüchliche Berichte“ seitens der IDF, des von der Hamas geführten Gesundheitsministeriums und der Gaza Humanitarian Foundation angeführt.

Um das klar zu machen: BBC Verify behauptete, sie seien nicht in der Lage gewesen festzustellen, ob man dem israelischen Militär, einer von den USA unterstützten Hilfsorganisation, die transparent vor Ort arbeiten, oder einer Terrororganisation mit einer dokumentierten Geschichte Opferzahlen zu erfinden und Angriffe zu inszenieren, glauben kann.

Aber es wird noch schlimmer. Einer der wenigen Inhalte, die BBC Verify zu widerlegen in der Lage war, war ein Video, das die Folgen des sogenannten Massakers zeigen soll – ein Video, das sie BBC selbst zuvor in ihrer Berichterstattung gezeigt hatte.

In der Tat überprüfte die BBC ihre eigene Unwahrheit, während sie die ursprüngliche Anschuldigung stehen ließ.

Eine zweite Blutlüge

Kaum 48 Stunden später, am 3. Juni, berichtete die BBC von einem weiteren sogenannten Massaker an derselben Stelle in Rafah:

Einmal mehr erklärte die IDF, sie sei sich keines Vorfalls bewusst, abgesehen von einer Gruppe Verdächtiger, die sich etwa 500m von der Stelle auf die Truppen zubewegten – was Warnschüsse veranlasste. Und einmal mehr bestätigte die GHF: „Verteilung wurde sicher und ohne Vorfall durchgeführt.“

Sie fügte hinzu, dass jeder Vorfall, zu dem ermittelt wird, deutlich außerhalb des sicheren Verteilbereichs ereignet hätten und die Zivilisten aufgefordert wurden innerhalb eines ausgewiesenen Sicherheitskorridors zu bleiben.

Trotzdem bestand Jeremy Bowen, BBCs Redakteur für internationale Angelegenheiten, dass es „Zeugen gab, die von einer massiven Schießerei redeten“, als ob das irgendwie das gleiche Gewicht hätte wie Äußerungen von Einsatzkräften vor Ort und Militärs, die sich an rechtliche Vorschriften halten müssen.

Radikalisierende Lügen

Was wir hier erleben, hat nichts mehr mit Nachlässigkeit zu tun. Das ist etwas weitaus Ernsteres.

Indem sie die Hamas-Propaganda als Tatsachen präsentieren und falsche Anschuldigungen über israelische Massaker unter dem Banner von Eilmeldungen ausstrahlt, informiert die BBC die Öffentlichkeit nicht. Sie stiftet Verwirrung und vertieft Spaltungen.

Diese Schlagzeilen haben nicht nur irregeführt. Sie schüren Wut. Sie tragen zu einer Atmosphäre bei, in der jüdisches Leben abgewertet wird, es offene Angriffe auf „Zionisten“ gibt und israelfeindlicher Hass sich in der realen Welt in Gewalttaten ausdrückt.

Andere große Medien, darunter CNNNBC und die New York Times, haben in den letzten Wochen ähnlich unverantwortliche Fehler gemacht. Auch sie tragen Verantwortung. Aber die BBC hat mit ihrem globalen Einfluss und öffentlich finanziertem Auftrag neutral zu sein keine Ausrede.

Was wir hier dokumentiert haben, ist kein isolierter Aussetzer. Es ist ein durchgängiges Muster.

Schlagzeile um Schlagzeile. Blutlüge nach Blutlüge. Eine Kaskade an Lügen mit tödlichen Konsequenzen.

Das sind keine journalistischen Versager.

Das sind die Lügen, die töten.

Achtung Medien: Bella Hadid ist antisemitisch und nicht nur Israel hat ein Problem mit ihr

25. Juli 2024

Channa Rifkin, HonestReporting, 22. Juli 2024

Es ist verständlich, dass Adidas in einer neuen Kampagne ein Supermodel bringen will, die 61,3 Millionen Follower auf Instagram hat.

Und vielleicht hat Adidas die Verbindung zwischen Bella Hadid als stolzer Palästinenserin und den Münchner Olympischen Spielen von 1972 nicht hergestellt, bei denen palästinensische Terroristen israelische Sportler ermordeten, als die Firma sie für eine Werbekampagne engagierte, die den Turnschuh SL72OG erneut in Verkehr brachte.

Das Problem mit Hadid und ihrer berühmten Familie ist, dass sie online Propaganda und antisemitische Ritualmordlügen an ihre zusammen hunderte Millionen Follower verbreiten.

Verständlicherweise waren viele empört, dass Adidas zum Gesicht einer Kampagne im Zusammenhang mit Olympischen Spielen gemacht hat, an die man sich nur wegen eines tragischen Terroranschlags auf israelische Sportler erinnert. Eine palästinensische Terrororganisation namens Schwarzer September nahm im Olympischen Dorf elf israelische Sportler als Geiseln und ermordete sie dann brutal.

HonestReporting führt Hadids Spur gefährlicher Desinformation vor und was bei den Münchener Spielen 1972 geschah:

Es gab eine Million andere Möglichkeiten für Adidas mit einem palästinensischen Model zusammenzuarbeiten, das den Juden nicht ins Gesicht schlägt.
Stattdessen haben sie sich für das eine entschieden, die genau das macht.

Es ist ziemlich unglaublich, dass ein gesamtes Werbe- und Kreativteam sowie das Management von Adidas in Vorbereitung diese Kampagne um einen Tisch saßen – vermutlich Wochen oder Monate lang – und niemand gegen die Idee Einspruch einlegte Hadid zu ihrem Gesicht zu machen.

Man müsste unter einem Felsen leben, um nicht zu wissen, dass ihr Name synonym mit Terrorpropaganda ist. Viele betrachten sie als eine Antisemitin, die für den „Widerstand“ der Palästinenser gegen Israel propagiert und sie hat die Hamas nicht direkt verurteilt, nur „Gewalt“.

Das ist nicht nur ein Flop, besonders, wenn man bedenkt, dass die Olympischen Spiele 1972 in Deutschland stattfanden und Adidas eine deutsche Firma ist. Man sollte denken, diese Art von Auswirkungen wären, wie jedes andere soziale Problem, zumindest bedacht worden oder bekannt.

Aber Sie würden nichts davon wissen, wären Sie ein eifriger Leser des Guardian, der BBC oder der Los Angeles Times. Anders als das, was verbreitet worden ist und das eigentliche Problem ist (siehe oben), wird der Staat Israel als der Grund für die Entschuldigung von Adidas und die Entscheidung genommen, die Werbung zurückzuziehen. Sie stellten Israel als verärgert dar, dass eine Sportartikelfirma ein palästinensisches Model für ihre Werbekampagne nimmt.

Der Guardian und die BBC: Adidas lässt Hadid wegen „Israelkritik“ fallen

Die vielleicht belastendsten Artikel sind die, die allein diesen Tweet auf Israels offiziellem X-Account (ehemals twitter) dafür verantwortlich machen, dass Adidas seine Werbekampagne „überarbeitet“:

Adidas hat gerade eine neue Kampagne für seine Schuhe begonnen, um die Münchener Olympiade 1972 zu begehen.
Elf Israelis wurden während der Münchener Spiele von palästinensischen Terroristen ermordet.
Raten Sie mal, wer das Gesicht der Kampagne ist: Bella Hadid, ein halbpalästinensisches Model, die eine Geschichte…

Israels offizieller Account auf X sagte, man erhebe Einspruch gegen Hadid als „Gesicht der [Adidas-] Kampagne… Hadid hat über die Jahre die israelische Regierung wiederholt kritisiert und die Palästinenser unterstützt und am 23. Oktober auf Instagram eine Äußerung abgegeben, die den Verlust unschuldigen Lebens beklagt, während sie ihre Follower aufrief Druck auf ihre Führungspolitiker die Zivilisten im Gazastreifen zu schützen.

Anscheinend will der Guardian, dass seine Leser die Gegenreaktion einzig mit Israel verbinden, während diese in Wirklichkeit innerhalb weniger Stunden weit verbreitet und viral ging. Das American Jewish Committee war nur eine der jüdischen Gruppen, die sich äußerten, Rechenschaft von der großen Sportartikelfirma forderten und auch Einzelpersonen drückten sofort Wut und Empörung aus.

Bei den Olympischen Spielen 1972 in München wurden 12 Israelis ermordet und von der palästinensischen Terrorgruppe Schwarzer September als Geiseln genommen.
Dass Adidas ein lautstarkes israelfeindliches Model auswählt, um an diese dunklen Olympischen Spiel zu erinnern, ist entweder ein massiver Fehler oder gewollte Hetze…

Sowohl die BBC als auch der Guardian haben beschlossen, dass einzig Israel verantwortlich ist – so sehr, dass das in ihren Schlagzeilen steht.

Die BBC ging weiter, indem sie nahelegt, der Grund sei ihr palästinensischer Hintergrund:

Adidas hat das Supermodel Bella Hadid, eine Halbpalästinenserin, aus seiner Werbekampagne für Retro-Schuhe mit Bezug zu den Olympischen Spielen von München 1972 genommen. Israel hat die Entscheidung für Ms Hadid kritisiert. Es beschuldigt sie der Israelfeindlichkeit und merkte an, dass 11 israelische Sportler bei den Münchener Spielen von palästinensischen Angreifern getötet worden sind.

Es wird nirgendwo die Jahre dauernde Geschichte israelfeindlicher Äußerungen und falscher Behauptungen durch Hadid und ihre Familie erwähnt, die Reaktionen, die ihr Bruder erhielt, weil er im Maio 2021 sagte, er wolle, dass alle Israelis „ausradiert“ werden, oder dass ihr Vater behauptete, ein früher israelischer Luftangriff nach dem 7. Oktober sei ein Völkermord an Gazanern, ohne dass jeglicher Kontext zu dem fraglichen Angriff gegeben wurde. Die Liste lässt sich fortsetzen, aber irgendwie wird dieser Kontext in beiden Artikeln als irrelevant betrachtet.

Wie oben geschrieben, erwähnt der Guardian lediglich Hadids Kritik an „der israelischen Regierung“ und ihre Unterstützung für die Palästinenser. Das ist eine Untertreibung, bedenkt man, dass sie im Mai 2021 an einem Protest teilnahm, auf dem sie „From the river to the sea, Palestine will be free“ skandierte. Der Post befand sich ursprünglich auf ihrer Instagram-Seite, ist aber inzwischen abgelaufen oder entfernt worden.

Los Angeles Times spielt Hadids Geschichte antisemitischer Äußerungen herunter

In die gleiche Richtung geht, dass die LA Times die verleumderisch israelfeindlichen Äußerungen des Supermodels herunterspielt:

Der Streit folgt der Entscheidung der Sportkleidungsfirma Hadid zu engagieren, die palästinensische Amerikanerin ist und lautstark für Hilfsaktionen für Palästinenser eintritt… Adidas erhielt Kritik von jüdischen Organisationen und Israel, weil es die SL72-Kampagne mit einem Model zusammenbrachte, das für seine pro-palästinensischen Ansichten bekannt ist.

Es reicht nicht, dass die Medien nur eine Seite dieser Geschichte erzählen. Das würde die Öffentlichkeit von angemessenem Kontext und Transparenz zu dem abhalten, was Hadid als Gesicht der SL72-Werbekampagne von Adidas problematisch macht.

Israelischer Olympiasportler zu sein bringt zwangsläufig Gepäck und Verantwortung mit sich. Jedes Mal, wenn jemand aus Israel öffentlich im Ausland auftritt, egal, wie unpolitisch, dann weiß er oder sie, was für eine Last das ist. Dieses Jahr ist besonders signifikant – wir erlebten das bei der israelischen Sängerin Eden Golan beim ESC und wir sehen es jetzt bei Aufrufen Israel von den Olympischen Spielen in Paris 2024 auszuschließen; den Sportlern werden sogar Morddrohungen geschickt.

Dass die Medien dieses Thema derart unsensibel und derart einseitig behandeln, schürt die Flammen des Antisemitismus und macht Israeli oder Jude zu sein noch gefährlicher. Es ist unmoralisch eine Prominente mit problematischem Ruf, die im Zentrum dieser Kampagne steht, um des Narrativs willen zu verharmlosen.

Dan Wolken von USA Today brachte auf den Punkt und fing den wahren Grund ein, weshalb die SL72-Kampagne von Adidas solch heftige Reaktionen erhielt:

Stellen Sie sich vor, Sie leben Ihr ganzes Leben in dem Wissen, dass der Traum, für den Sie jeden Tag trainieren, untrennbar mit einem der traumatischsten Ereignisse in der Geschichte Ihres Landes verbunden ist, als 11 Mitglieder der israelischen Olympiamannschaft beim Terroranschlag auf die Münchener Spiele 1972 ihr Leben verloren.

Er schreibt auch, dass dieses Jahr für israelische Sportler die Teilnahme in Paris in diesem Sommer emotionaler ist, die neun Monate „Trauer und Chaos“ seit dem von der Terrororganisation Hamas und ihren Verbündeten am 7. Oktober verübten Massakers stattfinden.

Wo hattet ihr eure Köpfe, Adidas? Medien, wo ist eure Integrität?

„Hätte besser formuliert werden können“

4. Mai 2015

Yarden Frankl, HonestReporting, 4. Mai 2015

Während des Gaza-Konflikts im letzten Sommer reichte Orla Guerin von der BBC einen Video-Bericht aus dem Gazastreifen ein. Wir waren davon schockiert, dass sie in diesem auf BBC Ones „News at Ten“ und auf der BBC-Internetseite ausgestrahlten Bericht erklärte, trotz israelischer Vorwürfe, dass die Hamas menschliche Schutzschilde nutzte, habe es „keine Belege“ für ein solches Tun gegeben.

Wir veröffentlichten unsere eigenes Video („Shocking Claim by Biased and Clueless BBC Journalist“), das zeigt, dass es in der Tat massive Belege dafür gibt, dass die Hamas diese Taktik nutzte. Wir drängten Zuschauer, sie sollten formelle Beschwerden bei der BBC einreichen, dass Guerin die Zuschauer durch ihre Äußerung getäuscht hatte.

Nun, der BBC Trust hat die Beschwerden geprüft. Dort stimmte man zu, dass ihre Äußerung über „keine Beweise für menschliche Schutzschilde“ unrichtig war. Hier ist das, was man dort sagte:

Auf die „Beweise“ zu verweisen, die eine Seite vorlegte, hätte nicht notwendigerweise deren Version der Ereignisse bestätigt und insofern würde ich zustimmen, dass dies hätte besser formuliert werden können.

So weit würden sie gehen. Der BBC Trust behauptet, dass sie in dem Bericht auf das Abschießen von Raketen sehr nahe an Wohnvierteln Bezug nahm. Sie behaupten, dass Zuschauer in der Lage hätten sein müssen herauszufinden, dass die Hamas in der Tat menschliche Schutzschilde nutzte.

Sorry, aber „hätte besser formuliert werden können“ reicht einfach nicht.

Wenn eine Korrespondentin in die Kamera schaut und die Vorwurf „menschliche Schutzschilde“ als einen „israelischen Vorwurf“ bezeichnet und dann noch sagt, es habe „keine Beweise“ gegeben, die das untermauern, dann täuscht sie die Zuschauer vollkommen. Hätte sie auch Bilder gezeigt, die das zu widerlegen schienen, was sie sagte, hätte das nur verwirrt, statt etwas zu klären.

Warum erlaubt die BBC überhaupt einer Reporterin weiter falsche Äußerungen abzugeben? Es ist nicht so, als wäre das das erste Mal gewesen, dass Guerin dabei erwischt wurde, wie sie falsche Äußerungen abgab (s. hier, hier und hier), die sich letztlich als unwahr erwiesen.

Wir loben alle, die der BBC schrieben und Beschwerden einreichten; und obwohl der Petitionsausschuss sie diesmal abgewiesen hat, ist es wichtig den Druck aufrecht zu erhalten. Nachrichtenorganisationen sollten sich nie mit Berichten zufrieden geben, die „hätten besser formuliert werden können“, die von Millionen gesehen werden.

Und Sie sollten das auch nicht.

Wie wäre es damit, Israels Sicht eine Chance zu geben?

5. Februar 2015

Alex Margolin, HonestReporting, 5. Februar 2015

In einem der empörendsten Intereview-Sendungen der jüngeren Erinnerung unterbrach ein britischer Reporter, der über die Antiterror-Demonstration in Paris berichtete, seinen Gast, eine in Paris lebende Israelin, mit der Behauptung, Palästinenser hätten durch die Hände der Juden enormes Leid erfahren. Als die Frau gegen die Verschmelzung des Terrors in Paris mit den Leid der Palästinenser protestiert, diente der BBC-Reporter Tim Willcox diese herablassen Antwort an: „Sie werden verstehen, dass jeder aus unterschiedlichen Perspektiven gesehen wird.“

Es schockiert, einen scheinbar glaubwürdigen Reporter zu hören, wie er folgert, dass die Terrortaten in Paris irgendwie ihre Wurzel in Israel haben und dass er damit sagt, das sei eine legitime „Perspektive“. Was noch mehr schockiert: Das beschränkt sich nicht nur auf einen der Reporter.

„Willcox ist kein isolierter und abirrender Rassist; seine Sichtweisen sind die Standardmeinung der linken europäischen Mittelklasse“, schrieb Nick Cohen in The Spectator nach dem Interview. „Ich taf sie Tag für Tag in meinem politischen Viertel.“

Lesen Sie mehr in der New York Jewish Week (in Englisch)

Bild: CC BY-SA opensourceway via flickr mit Ergänzungen durch HonestReporting.

Die Untersuchungen der BBC im Fall Tim Wilcox machen Fortschritte

29. Januar 2015

Simon Plosker, HonestReporting 26. Januar 2015 (übersetzt von Cora)

Tim Wilcox von der BBC löste einen Sturm des Abscheus und der Wut in der Folge der Massaker bei Charlie Hebdo und dem koscheren Supermarkt in Paris aus. Die BBC erhielt viele Beschwerden, auch von HonestReporting.

Wir haben die Beschwerden und den Ablauf bei der BBC ständig beobachtet und können nun die entscheidende E-Mail der Beschwerdeabteilung an HonestReporting veröffentlichen.

Durch die große Anzahl der Beschwerden und der aufgeworfenen Fragen hat die Beschwerdeabteilung den Ablauf beschleunigt, indem sie die Eingaben zusammenfasste und eine Zusammenfassung dessen veröffentlicht, was sie untersucht:

  • Dass die Frage, die Tim Wilkox der Interviewten stellte, irreführend war, indem er die Pariser Morde in einem koscheren Supermarkt mit den Geschehnissen im Nahen Osten verknüpfte.
  • Dass die Frage beleidigend und antisemitisch war, weil sie unterstellte, dass alle Juden für die Taten Israels verantwortlich seien.
  • Dass die Frage beleidigend und antisemitisch war, weil sie unterstellte, dass Juden für den Mord an anderen Juden verantwortlich seien.
  • Dass die Frage Vorurteile gegen Israel verbreitet.
  • Dass der Kommentar von Tim Wilcox „Aber man muss alles aus unterschiedlichen Perspektiven sehen“ nahelegt, dass es eine Rechtfertigung für die Morde gibt.
  • Dass die Interviewte nicht mit dem nötigen Respekt behandelt wurde.
  • Dass die Art und Weise, wie sich Tim Wilcox entschuldigte, unzureichend war und nicht genau ausdrückte, worin das Beleidigende seiner Äußerungen bestand.
  • Dass die Veröffentlichung der Entschuldigung auf einem privaten Twitter-Account nicht ausreichend war und sie von der BBC veröffentlicht hätte werden müssen.

Die Beschwerdestelle veröffentlichte dazu die relevanten Richtlinien, welche bei Genauigkeit, Unparteilichkeit, Verletzungen und Beleidigungen berücksichtigt werden müssen (vor allem wenn es um eine Darstellung geht).

Die Richtlinien für Genauigkeit sagen folgendes:

Tim Willcox

Alle Veröffentlichungen der BBC müssen, die zum Thema und dessen Beschaffenheit gehören, auf festem Boden stehen müssen, auf stichhaltigen Beweise gründen, die gründlich geprüft wurden und sie müssen in klarer und präziser Sprache dargestellt sein. Wir sollten offen und ehrlich die Dinge benennen, über die wir nichts wissen und unbegründete Spekulationen vermeiden. Forderungen, Aussagen, materielle Fakten und andere Inhalte, die nicht bestätigt sind, sollen als solche dargestellt werden.

Die Richtlinien zur Neutralität sagen folgendes:

Die Neutralität ist das Herz des Dienstes an der Öffentlichkeit und der Kern der Verpflichtung der BBC an seinem Publikum. Dies gilt für all unsere Veröffentlichungen und Dienste – Fernsehen, Radio, Online; es ist in unseren internationalen Diensten und kommerziellen Magazinen verpflichtend. Wir müssen umfassend berichten, die weiteren Perspektiven bedenken und sicherstellen, dass die Existenz unterschiedlicher Ansichten gewissenhaft wiedergegeben wird.

Die Vereinbarung, die die BBC Charta begleitet, verpflichtet uns dazu, alles dafür zu tun, dass kontroverse Themen mit der nötigen Neutralität in unseren Nachrichten oder anderen Veröffentlichungen dargestellt werden, ob es sich nun um Dinge des öffentlichen Interesses, oder um eine politische oder wirtschaftliche Kontroverse handelt. Wir gehen sogar so weit, dass wir uns zur Neutralität in allen Dingen verpflichten. Ungeachtet der unterschiedlichsten Anforderungen.

Der Begriff „gebührend“ bedeutet, dass die Objektivität dem Gegenstand angemessen      und angepasst sein muss, den Erwartungen des Publikums entsprechend und keinerlei Hinweis, der diese Erwartungen beeinflussen könnte.

Gebührende Neutralität ist oft mehr als nur der „Ausgleich“ zwischen zwei gegensätzlichen Standpunkten. Ebenso bedeutet es keine absolute Neutralität in jedem Fall und einer Distanziertheit von fundamentalen demokratischen Prinzipien.

Die Prinzipien der Darstellung sagen folgendes:

Unser Ziel ist es, vollständig und fair alle Kulturen und Menschen im Vereinigten Königreich darzustellen. Inhalte können Vorurteile und Benachteiligungen reflektieren, wie sie in allen Gesellschaften weltweit vorkommen, doch wir sollten sie nicht aufrecht erhalten. In manchen Fällen können Hinweise auf eine Behinderung, auf Alter, sexuelle Orientierung, Glaube, Rasse, etc. wichtig für die Darstellung sein. Dennoch sollten wir die leichtsinnige oder beleidigende Übernahme von Stereotypen vermeiden und Menschen nur dann derart beschreiben, wenn es redaktionell gerechtfertigt ist.

(Die wichtigen Richtlinien der Herausgeber können vollständig hier eingesehen werden.)

Uns wurde mitgeteilt, dass die Beschwerdestelle der BBC vorhat, das Ergebnis der Untersuchung am 23. Februar zu veröffentlichen. Wir würdigen die Ernsthaftigkeit mit der die Beschwerdestelle der BBC den Fall behandelt und wir sind auf die Ergebnisse im nächsten Monat gespannt.

BBC Reporter auf dem Pariser Gedenkmarsch: Palästinenser leiden durch jüdische Hände

15. Januar 2015

Simon Plosker, HonestReporting, 12. Januar 2015 (übersetzt von Cora)

Die jüdische Gemeinschaft Frankreichs hatte kaum Zeit den schrecklichen Terroranschlag auf den koscheren Supermarkt in Paris zu fassen, als Tim Wilcox von der BBC am 11. Januar auf der Solidaritätskundgebung in Paris ein Jüdin interviewte. Dabei unterbrach er sie und sagte:

„Viele Kritiker der israelischen Politiker werden darauf hinweisen, dass die Palästinenser unter jüdischen Händen ebenfalls zu leiden haben.“

Beachten Sie, dass Wilcox ausdrücklich „Juden“ sagt statt Israelis, was bedeutet, dass er die französischen Juden und damit alle Juden für die Handlungen Israels verantwortlich macht.

Juden kollektiv für Geschehnisse in Israel verantwortlich zu machen ist Teil der Arbeitsdefinition für Antisemitismus der Europäischen Union beinhaltet, während das amerikanische Außenministerium dazu sagt: „Juden zu beschuldigen für echte oder eingebildete Untaten verantwortlich zu sein, seien sie von einzelnen Juden oder einer Gruppe, dem Staat Israel oder sogar für Taten die von Nicht-Juden verübt wurden.“

Und als Zugabe setzt Wilcox hinzu, als seine Interview-Partnerin nicht zustimmen wollte:

„Aber wir wissen ja, alles wird von unterschiedlichen Perspektiven aus wahrgenommen.“

Das ist nicht das erste Mal, dass Tim Wilcox eine seltsame Haltung zeigt, wenn es um Juden geht. Wie BBC Watch erklärte, war es Wilcox, der erst kürzlich, wie in der BBC Sendung vom November 2014, die Ausdruck von der „jüdischen Lobby“ verbreitete.

Wilcox´ Schlussfolgerung, dass der Nahost-Konflikt in jedem Fall Angriffe auf die Juden in Frankreich oder sonst wo auf der Welt erklären kann, ist einfach haarsträubend. Wilcox deutlicher Hinweis auf „jüdische Hände“ ist widerlich und inakzeptabel, denn er deutet an, dass die Juden weltweit für die Taten Israels verantwortlich gemacht werden sollten. Das fällt ganz klar unter die Antisemitismusdefinition der Europäischen Union.

Wilcox hat inzwischen über Twitter um „Entschuldigung“ gebeten:

HR_TimWillcoxBBCtwitter„Bedaure wirklich die Beleidigung in der schlecht formulierte Frage während eines Live-Interviews in Paris gestern – es war absolut unbeabsichtigt.“
– Tim Wilcox (@BBCTimWilcox) Januar 12, 2015

Wilcox Entschuldigung reicht nicht! Die Sache ist mehr als eine „schlecht formulierte Frage“ und sie geht an den Kern dessen, wie die BBC mit Israel und dem Antisemitismus umgeht. In Zeiten wachsenden Antisemitismus und körperlicher Angriffe auf Juden muss die BBC öffentlich das Ausmaß dieses Zwischenfalls eingestehen.

Der CEO von HonestReporting, Joe Hyams, setzt hinzu:

„Wir haben die Medien aufgefordert, die EUMC Definition des Antisemitismus zu übernehmen um derlei Situationen zu verhindern, in die Tim Wilkox verwickelt ist. Es geht nicht länger an Unwissenheit vorzutäuschen und zu behaupten, man habe die Linie zum Antisemitismus unwissentlich überschritten. Es ist höchste Zeit, dass die allgemein akzeptierten Definitionen zum Antisemitismus dem Herausgeberleitfaden der BBC hinzugefügt werden. Die BBC und ihre Reporter müssen endlich erkennen, welche Hetze und welches Leid ihre schäbigen Reportagen mit sich bringen.“

Tim Wilcox muss für sein letztes unverantwortliches Interview haftbar gemacht werden. Der BBC darf nicht erlaubt werden, dies unter den Teppich zu kehren.

HonestReporting Abonnenten müssen sich bemerkbar machen indem sie Beschwerden an die BBC einsenden.

—–

* Bitte beachten Sie, dass das obige Video nicht von HonestReporting veröffentlicht wurde und eine aufbereitete Version ist. Die vollständige Version finden Sie hier

Terroranschlag in der Synagoge: die missglücktesten Schlagzeilen

18. November 2014

Simon Plosker, HonestReporting, 18. November 2014
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

synagogueterrorattackfails

Zwei palästinensische Terroristen betraten am frühen Dienstagmorgen mit Äxten und Pistolen bewaffnet eine Synagoge in Jerusalems Stadtteil Har Nof, brachten vier Israelis um und verletzten sechs weitere. Was waren die anfänglichen Reaktionen einiger internationaler Medien? Für Kanadas CBC News drehte sich alles um die Täter:

Jerusalemer Polizei erschießt 2 nach mutmaßlichem Synagogenanschlag

Jerusalemer Polizei erschießt 2 nach mutmaßlichem Synagogenanschlag

Für die BBC waren nicht zwei palästinensische Terroristen für den Anschlag verantwortlich, sondern die „Jerusalemer Synagoge“:

Anschlag von Jerusalemer Synagoge tötet vier Israelis

Anschlag von Jerusalemer Synagoge tötet vier Israelis

In der Story selbst bezweifelt die BBC, ob die Tat zweier palästinensischer Mörder, die Juden in einer Synagoge ermorden, überhaupt als Terroranschlag bezeichnet werden kann:

Bei einem Vorfall in einer Jerusalemer Synagoge, den die Polizei einen „Terroranschlag“ nennt, wurden mindestens vier Israelis getötet und sieben verletzt.

Bei einem Vorfall in einer Jerusalemer Synagoge, den die Polizei einen „Terroranschlag“ nennt, wurden mindestens vier Israelis getötet und sieben verletzt.

Auch CNNs erste Schlagzeile ging daneben und erweckte im Leser den Eindruck, dass auch zwei Palästinenser Opfer des Terroranschlags wurden, was die Terroristen und die Opfer auf moralische Augenhöhe stellt:

4 Israelis, 2 Palästinenser bei Synagogenanschlag getötet, so die israelische Polizei

4 Israelis, 2 Palästinenser laut israelischer Polizei bei Synagogenanschlag getötet

Dieser Stil übertrug sich auch auf CNNs Fernsehberichterstattung, wie man hier sieht:

4 Israelis, 2 Palästinenser tot in Jerusalem

4 Israelis, 2 Palästinenser tot in Jerusalem

Während viele Medien ihre mangelhaften Schlagzeilen überarbeiteten, sobald weitere Informationen verfügbar waren, sprach Reuters auch Stunden nach dem Vorfall noch immer von einem „mutmaßlichen palästinensischen Anschlag“:

Vier Tote bei mutmaßlichem palästinensischem Anschlag auf Jerusalemer Synagoge

Vier Tote bei mutmaßlichem palästinensischem Anschlag auf Jerusalemer Synagoge

Foto-Entgleisungen vom Tempelberg

8. November 2014

Pesach Benson, HonestReporting, 4. November 2014
(Übersetzung: Yvaine de Winter)

la-fg-jerusalem-tense-netanyahu-restraint-2014-004

Wüssten Sie es nicht besser, würden Sie glauben, dieses Foto der Los Angeles Times zeige die israelische Flagge, die provokant auf dem Felsendom weht.

Hier vom Berg Skopus aus gesehen sieht man deutlich den markanten Felsendom, eine der heiligsten Stätten des Islam, in Jerusalems ummauerter Altstadt am 3. November. (Jim Hollander/EPA)

Zum Glück erklärte der Fotograf Jim Hollander auf der Website der European Press Association näher, was man auf dem Foto sieht. Aber wie viele Leser der LA Times klicken da extra drauf?

Hier vom Berg Skopus aus gesehen sieht man deutlich den markanten goldenen Felsendom, eine der heiligsten Stätten des Islam, in Jerusalems ummauerter Altstadt, wie ihn an einem sonst grauen und regnerischen Tag (3. November 2014) die Sonne bescheint. Hinter der Kuppel ist eine sehr große israelische Flagge auf dem Dach eines Wohnhauses im jüdischen Altstadtviertel. Jordaniens König Abdullah schwor, Jordanien würde jeden Versuch Israels widerstehen, den Status quo der heiligen Stätten Jerusalems und insbesondere des Tempelbergs bzw. dem Haram al-Sharif („Nobles Heiligtum“) zu ändern. Der König sagte: ‘Der Boden Jerusalems ist mit dem Blut unserer Toten getränkt. Die heilige Stadt wurde uns anvertraut.’ EPA/JIM HOLLANDER

Es ist fraglich, ob Illusionsfotografie angemessener Fotojournalismus ist. Eine solche Bildgestaltung soll den Eindruck erwecken, nicht miteinander in Verbindung stehende Objekte würden zusammenhängen. Hier wäre es die Flagge „zuoberst“ der Kuppel. Ohne nähere Erläuterung wäre ein solches Foto die Bestätigung der schlimmsten Befürchtungen vieler Araber. Noch viel mehr gilt dies für die sozialen Medien, wo ständig Bilder ohne die dazugehörige erklärende Bildunterschrift die Runde machen.

So gesehen muss das Bild also für sich allein beurteilt werden.

Jerusalem bleibt angespannt, als Netanyahu zu Zurückhaltung aufruft

Jerusalem bleibt angespannt, als Netanyahu zu Zurückhaltung aufruft

Ich beschuldige Hollander keines absichtlichen Täuschungswillens. Seine ursprüngliche Bildunterschrift ist klar und deutlich, also wusste die nächste Instanz in der Medienkette – die Redakteure bei Zeitungen wie der LA Times – darüber Bescheid.

Es liegt an den Redakteuren, geeignete Bilder auszusuchen und sicherzustellen, dass die nötigen Informationen zum Bildmaterial den Leser erreichen.

Ich persönlich hätte dieses Bild nicht als Illustration für Batsheva Sobelmans Artikel gewählt. Aber die Zeitung suchte dieses Foto aus, also hätten die Redakteure den Lesern erklären müssen, was dort zu sehen ist. Zwei schlechte Entscheidungen.

Jerusalem ist angespannt genug. Wir brauchen keine Redakteure der LA Times, die die Situation noch verschlimmern.

UPDATE vom 5.11.: Na wunderbar, jetzt ist das Bild schon bei der BBC.

Zusammenstöße führen kurzzeitig zu Abriegelung wichtiger heiliger Stätte Jerusalems vor Besuchern

Zusammenstöße führen kurzzeitig zu Abriegelung wichtiger heiliger Stätte Jerusalems vor Besuchern

UPDATE vom 6.11.: Die BBC entfernte das Foto, und die LA Times änderte die Bildunterschrift ab:

Hier vom Berg Skopus aus gesehen sieht man deutlich den markanten goldenen Felsendom, eine der heiligsten Stätten des Islam, in Jerusalems ummauerter Altstadt am 3. November. Dahinter weht eine große israelische Flagge auf einem Wohnhaus. (Jim Hollander/EPA)

Die BBC nahm Abstand von dem Foto, nachdem sich Leser beschwert hatten. Ein Sprecher der BBC sagte dem Jewish Chronicle:

„Wir haben schnell gemerkt, dass das Bild missverstanden und einen falschen Anschein erwecken konnte, und anbetrachts der sensiblen Natur der Story haben wir es mit einem anderen Foto ersetzt.“

Libanon-Grenzvorfall offenbart armseligen Journalismus

17. Dezember 2013

Simon Plosker, HonestReporting.om, 16. Dezember 2013

Shlomi Cohen

Der 31-jährige IDF-Soldat Shlomi Cohen wurde Samstagabend getötet, nachdem ein Scharfschütze der libanesischen Armee das Feuer auf sein Fahrzeug eröffnete, als er nahe Rosh Hanikra entlang der israelischen Seite der libanesischen Grenze fuhr.

Die vollständigen Details des Vorfalls müssen zwar noch bekannt werden, doch einiges an der Berichterstattung lässt viel zu wünschen übrig.

Der Independent erklärte:

Es ist nicht klar, was das Ziel der Schüsse war, obwohl örtliche Medienberichte spekulierten, dass israelische Truppen die Grenze überschritten hatten.

Was genau waren die „örtlichen Medienberichte“? Es waren natürlich keine israelischen, da keine davon etwas anderes berichteten, als den nicht provozierten Angriff von der libanesischen Seite.

The Times of Israel bietet eine mögliche Antwort:

Hisbollahs Nachrichtenagentur Al-Manar behauptete, eine IDF-Patrouille sei in libanesisches Territorium eingedrungen und wurde von libanesischen Streitkräften beschossen.

Es scheint also, dass der Journalist nicht zugeben wollte, dass seine „örtlichen Medienberichte“ vermutlich direkt der Propagandatruppe einer Terrororganisation entnommen wurden statt von einer glaubwürdigen Nachrichtenquelle.

Der Independent ist der „Nachrichtenwäsche“ schuldig – wenn die Quelle seiner Information nicht glaubwürdig ist, warum wird die Information als glaubwürdig gehalten?

Viele Stunden später kann man – mit Berichten eines weiteren Grenzübergriffs unter Beteiligung der IDF und libanesischer Streitkräfte – der BBC vertrauen, dass sie eine Schlagzeile wie diese produziert:

Israel „beschießt zwei libanesische Soldaten“

Ein nur allzu vertrauter Trick, der keinen Zweifel beim Leser hinterlässt, dass Israel der Aggressor ist. Die erste reflexhafte Reaktion der BBC auf die Geschichte demonstriert das System, über das sie Israel betrachtet.

Kurz drauf wurde die Schlagzeile durch die neutralere „Soldaten schossen an israelisch-libanesischen Grenze“ ersetzte, doch die erste Schlagzeile gib einen Einblick in die Denkprozess der BBC.

Volltreffer: BBC korrigiert syrische Propaganda-Headline

10. Mai 2013

HonestReporting Media BackSpin, 10. Mai 2013

Am Montag hatten wir unsere Leser gebeten, wegen dieser Headline eine Beschwerde an die BBC zu richten:


Wir hatten darauf hingewiesen, dass bei der BBC die syrische Propaganda, in der suggeriert wurde, Israel arbeite mit Terrorristen zusammen, im Wortlaut übernommen worden war. Die BBC hat nun mit einer neuen Headline und Korrektur reagiert:

Korrektur (7. Mai 2013): die Überschrift dieses Berichts wurde geändert, um klarzustellen, dass die Behauptung, israelische Luftangriffe wären mit den Rebellen koordiniert worden, von den syrischen Behörden aufgestellt wurde.


Geänderte Headline übersetzt: Syrien behauptet, dass israelische Luftschläge „mit Terroristen koordiniert worden sind“

Auch wenn zu bedauern ist, dass syrische Propaganda als so berichtenswert befunden wurde und wir immer noch sehr unzufrieden sind mit der Berichterstattung selbst, bedeutet die aktualisierte Schlagzeile eine Verbesserung gegenüber dem Original.

Die BBC mag wohl nicht immer so auf Beschwerden reagieren, wie wir uns das wünschten, aber Ihre/Eure Aktionen beweisen, dass sie diese registriert. Gemeinsam können wir viel bewirken.

Bombenanschlag auf Bus in Tel Aviv: die BBC, wie man sie kennt

22. November 2012

Simon Plosker, HonestReporting.com, 21. November 2012

In der Folge eines Terroranschlags in Israel kann man sich darauf verlassen, dass die BBC eine klare Erklärung meidet, dass ein Terroranschlag stattgefunden hat.

Mindestens 10 Menschen wurden bei einer Explosion in einem Bus in Israels Wirtschaftshauptstadt Tel Aviv verletzt; ein israelischer Offizieller beschrieb das als „Terroranschlag“.

Die BBC kann sich immer noch nicht aufraffen, offen zu sagen, dass der Bombenanschlag ein Terroranschlag war.

In dem Artikel heißt es weiter:

Nach dem Vorfall in der Nähe des militärischen Hauptquartiers waren im Gazastreifen schwere Explosionen zu hören – ein offensichtlicher israelischer Angriff auf das Fußballstation.

Es passt in die BBC-Betrachtungsweise des Konflikts, israelisches Handeln als rachsüchtige Vergeltung darzustellen. Fakt ist, dass das Fußballstadion als Abschussort für palästinensische Raketen genutzt worden war und ohne Zweifel das Ziel eines israelischen Luftangriffs gewesen ist, unabhängig von dem Terroranschlag in Tel Aviv.

Einmal mehr verhält sich die BBC wie man es von ihr kennt.

Endlich gibt die BBC “schlampigen Journalismus” zu

12. November 2012

Simon Plosker, HonestReporting.com, 11. November 2012 (original veröffentlicht bei Times of Israel)

Stellen Sie sich einfach mal das Szenario vor: Eine Vorzeige-Nachrichtensendung der BBC recherchiert ein angebliches israelisches „Kriegsverbrechen“ und erhebt Anschuldigungen allein aufgrund der unbestätigten Hinweise nicht genannter palästinensischer „Augenzeugen“.

Eine Woche später kommt die Wahrheit heraus – die Kugeln, die die palästinensischen Kinder bei dem Vorfall töteten, wurden von palästinensischen Bewaffneten während eines Schusswechsels zwischen rivalisierenden islamistischen Gruppen abgefeuert.

Der Generaldirektor der BBC, George Entwistle, gibt zu, dass es hier „inakzeptable journalistische Standards“ gegeben hat und tritt von seinem Posten zurück; er sagt, es war „das Anständige, das zu tun war“.

Der direkt neben ihm stehende BBC-Treuhand-Vorsitzende Lord Patten sagt: „George hat uns wegen der inakzeptablen Fehler – dem inakzeptabel schlampigen Journalismus – der so viel Streit verursacht hat, sehr ehrenhaft seinen Rücktritt angeboten.“

Das können Sie sich nicht vorstellen? Nicht verwunderlich, wenn man die Zahl der Male bedenkt, bei denen die BBC versucht hat schlampigen Journalismus wegzuerklären, sobald es um die Berichterstattung über Israel geht.

Und wenn die BBC falsch liegt? Rollen Köpfe? Keine Chance. Teil des oben beschriebenen Szenarios ist allerdings real. Der Generaldirektor der BBC ist wegen eines Falls von schlampigem Journalismus zurückgetreten, nachdem BBC Newsnight einen ehemals prominenten Politiker als Pädophilen und Kinderschänder anklagte und sich dabei auf die Behauptungen genau einer Quelle verließ, von der sich sich am Ende herausstellte, dass sie sich geirrt hatte.

Zugegeben, dieser Skandal bei der BBC ist der Höhepunkt einiger für die Organisation fürchterlicher Wochen, da eine ihrer Top-Ikonen, der Kinderfernseh-Moderator und DJ Sir Jimmy Savile – inzwischen verstorben – von einer Konkurrenzorganisation als einer der produktivsten britischen Pädophilen und Sexualstraftäter enthüllt wurde. Das, nachdem die Vorzeigesendung BBC Newsnight eine identische Ermittlung aus Gründen fallen ließ, die derzeit einer externen Ermittlung unterzogen werden.

In Reaktion auf die Savile-Enthüllungen forderte ein britischer Minister fundamentale Reformen zur Transparenz bei der BBC; er erklärte: „Ich denke, es gibt da ein Problem im Kern der BBC; sie ist als Organisation zu geheimniskrämerisch. Ich denke, sie sollte jetzt darüber nachdenken, sich den Anfragen gemäß des Freedom of Information Act (FOI) zu öffnen.“

In der Tat – wenn es um fehlende Transparenz geht, dann schnellt einem der Balen-Bericht ins Gedächtnis. 2004 beauftragte die BBC Malcolm Balen, einen hochrangigen Redaktionsberater, die Vorwürfe zu untersuchen, die Berichterstattung der BBC zum israelisch-palästinensischen Konflikt sei voreingenommen. Der Bericht, von dem angenommen wird, dass er die Vorwürfe bestätigt, wurde nie für die Öffentlichkeit freigegeben und die BBC gab mehr als £330.000 für die Bekämpfung einer Freedom of Information-Anfrage aus, sie solle die Ergebnisse veröffentlichen.

HonestReporting testete, ob die BBC jetzt nach dem Aufruf nach mehr Transparenz für FOI-Anfragen offener ist oder nicht. Wir stellten eine relativ einfache Frage: „Wie sieht Aufschlüsselung der Ausgaben aus, die das Jerusalemer BBC-Büro für das Outsourcing und selbstständige Auftragnehmer und Stringer, sowohl israelisch als palästinensisch, zu tragen hat?“

Jede Antwort hätte uns eine Vorstellung davon geben können, ob die BBC sich unverhältnismäßig auf palästinensische Quellen verlässt, um ihre neuen Operationen zur Nachrichtensammlung in Israel und den Palästinensergebieten zu unterstützen.

Nach ein paar Wochen war dies die Antwort der BBC:

Die von Ihnen angeforderte Information ist vom [Freedom of Information] Act ausgeschlossen, weil dieser für „journalistische, künstlerische oder literarische Zwecke“ gilt. Die BBC ist daher nicht verpflichtet Ihnen diese Information zu geben und wird das in diesem Fall nicht tun. Part VI des Schedule 1 des FOIA besagt, dass von der BBC und anderen öffentlich-rechtlichen Sendern gehaltene Informationen nur dann vom Act abgedeckt wird, wenn sie „anderen Zwecken als Journalismus, Kunst oder Literatur“ dienen. Von der BBC wird nicht verlangt Informationen zu geben, die dem Zweck der Gestaltung der Arbeitsergebnisse der BBC oder Informationen zur Unterstützung dienen und eng mit diesen kreativen Aktivitäten zusammenhängen.

Einfach gesagt: Die BBC ist in der Lage sich hinter einem Schild zu verstecken, wenn sie locker behaupten kann, die angefragte Information sei durch einen journalistischen Freibrief gedeckt.

Als vom britischen Gebührenzahler finanzierter, öffentlich-rechtlicher Sender sollte die BBC zur Rechenschaft gezogen werden. Sicher, wenn es um die institutionelle Einseitigkeit der BBC gegenüber Israel geht, hat dieser Medien-Koloss es geschafft Versuchen auszuweichen sie Rechenschaft ablegen zu lassen.

Werden die jüngsten dramatischen Entwicklungen bei der BBC die Winde der Veränderung herbeizwingen, damit sie bei der BBC durch die aktuellen Nachrichten wehen? Oder ist es wahrscheinlicher, dass die giftige Tropfennahrung der antiisraelischen Berichterstattung der BBC sichergestellt hat, dass es die britische Öffentlichkeit nicht länger kümmert, ob Israel die Seite ist, der Unrecht getan wird?

Während „Auntie Beep“, wie die BBC liebevoll genannt wird, versucht das Vertrauen bei Zuschauern und Zuhörern wiederzugewinnen, ist es leider unwahrscheinlich, dass die Berichterstattung zu Israel bei irgendwelchen Reformen ein signifikanter Faktor sein wird.

Das sollte uns aber nicht von abhalten uns das vorzustellen.

Lord Patten hat eine „gründliche, radikale, strukturelle Überarbeitung“ der BBC gefordert. Berichterstattung über Israel ist nicht der einzige Teil der BBC, der Reform und Transparenz braucht. Doch sie ist symptomatisch für einige der schlimmsten institutionellen Einseitigkeiten im Herzen der Organisation.

BBC, es ist an der Zeit Farbe zu bekennen – veröffentlicht den Balen-Bericht und fangt an die Probleme in Ordnung zu bringen, die schon so lange so offensichtlich sind.

BBC macht Terror ausfindig

11. Oktober 2012

HonestReporting Media BackSpin, 11. Oktober 2012

Das Wort „Terror“ taucht auf der Nahost-Seite der BBC gleich zweimal auf. Wer hätte das gedacht?

Hier mehr zur Festnahme Abu Hamzas auf Heathrow und dem Terrorverdacht gegen ihn.

Bei Beeb nach dem T-Wort Ausschau zu halten ist wie bei der Beobachtung von Vögeln – man kann eine Menge interessanter Dinge sehen und ausreichend Geduld wird mit seltenen Vögeln belohnt.

Ob Sie bei Beeb nach dem Wort „Terror“ oder in Israel nach einer bestimmten Schnepfenart suchen, genießen Sie es, solange Sie können. Doch auch wenn die BBC mit Schnepfen kein Hühnchen zu rupfen hat, so sorgen ihre redaktionellen Richtlinien beim T-Wort für Stirnrunzeln.

Auseinandersetzung um Olympia-Berichterstattung der BBC nimmt an Schärfe zu

25. Juli 2012

HonestReporting Media BackSpin, 25. Juli 2012

Die heimtückische Entscheidung der BBC, bei ihren Informationen zu den Teilnehmerländern der Olympischen Spiele in London Israels Hauptstadt Jerusalem zu ignorieren, hat eine deutliche Reaktion in israelischen Regierungskreisen ausgelöst.

Einige Offizielle schickten mehrere geharnischte Briefe an die BBC, in denen sie den Sender dazu aufforderten, Israels Hauptstadt ebenso aufzulisten wie er es bei nahezu jedem anderen Land auch praktiziert. Außerdem initiierten sie eine Kampagne auf Facebook mit dem Titel Jerusalem ist Israels Hauptstadt, in der die Leser zum Mitmachen aufgerufen werden. Zur Stunde partizipieren mehr als 20.000 User.

Zur Erinnerung: Die BBC hatte zunächst jeglichen Hinweis auf eine israelische Hauptstadt unterschlagen, während sie gleichzeitig „Ost-Jerusalem“ als „Hauptstadt Palästinas“ auflistete. Angesichts öffentlicher Empörung und eines Briefes von Mark Regev, Sprecher des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, änderte die BBC  ihre Angaben – aber nur geringfügig und halbherzig.

Ausführliche Informationen zur olympischen Berichterstattung der BBC kann man im letzten Kommuniqué von HonestReporting nachlesen: Die Berichterstattung der BBC zu Olympia deklariert Ostjerusalem als palästinensische Hauptstadt [In Englisch].

Der leicht veränderte neue BBC-Text ersetzte das Wort „Hauptstadt“ durch „Sitz der Regierung“ in Jerusalem mit der Hinzufügung, dass sich die meisten Auslandsvertretungen „in Tel Aviv befinden“. Gleichzeitig wechselte sie [die BBC, (bd)] zur Auflistung „Palästinas“ und „Ost-Jerusalems“ als „bestimmungsgemäßem Sitz der [palästinensischen (bd)] Regierung.“

Für HonestReporting und all diejenigen, die BBC auffordern, wahrheitsgemäß über Israel zu berichten, konnte die Änderung natürlich nicht ausreichen. Sitz der Regierung bedeutet nicht dasselbe wie Hauptstadt*, und Mark Regev forderte in einen zweiten Brief, dass die BBC endlich mit der Diskriminierung Israels aufhören solle: ’“Im Gegensatz zu allen anderen aufgeführten Ländern“, schrieb er, „ist im Falle Israel unsere Hauptstadt Jerusalem von der BBC nicht als solche klassifiziert, sondern wird als “Sitz der Regierung“ bezeichnet’.

Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat gab überdies eine Presseerklärung heraus, in der er klar hervorhob, dass „ungeachtet der politischen BBC-Agenda Jerusalem immer die Hauptstadt Israels war und ist und das spirituelle und politische Herzstück des jüdischen Volkes bleiben wird“.

Während ich [Alex Margolin, HonestReporting Jerusalem] diese Zeilen schreibe, geht die BBC weiterhin in diskriminierender Art gegen Israel vor, indem sie dieses Land gänzlich anders behandelt als jedes andere, das an den Spielen teilnimmt.

Schauen Sie nicht zu, wenn die Medien Israels Anspruch auf seine eigene Hauptstadt Jerusalem delegitimieren wollen. Werden Sie aktiv und unterstützen Sie Israels Forderung nach einer Korrektur der BBC-Falschmeldungen. Und richten Sie bitte Ihre Beschwerden direkt an BBC Sport.

Vergessen Sie nicht, sich vielen Tausend anderer Freunde der Facebook-Kampagne anzuschließen, um öffentlich gegen die BCC zu demonstrieren. Und studieren Sie die Quellenangaben zu Jerusalem bei HonestReporting, um mehr Informationen zu Israels absolutem Anspruch auf die Stadt zu erhalten.**

========
* Mir (bd) fallen dabei spontan die Niederlande ein: Den Haag ist Regierungssitz, Amsterdam die Hauptstadt.

** Schlimm genug, dass eine Selbstverständlichkeit – nämlich Jerusalems Hauptstadtstatus – auch noch mittels Aufklärungsaktionen medial erklärt werden muss.

Anschlag an der Grenze: die grausigen Schlagzeilen der BBC

20. Juni 2012

Simon Plosker, HonestReporting, 19. Juni 2012

Ein israelischer Zivilist wurde Montagmorgen an der ägyptischen Grenze bei einem Hinterhalt-Überfall getötet, in dem Gewehrfeuer, Panzerbekämpfungswaffen und zwei Sprengsätze kombiniert eingesetzt wurden. Zwei Terroristen, die die Grenze nach Israel überquerten, wurden bei dem anschließenden Feuergefecht getötet.

Das würden Sie aber nicht durch einige der schlimmsten Schlagzeilen erfahren, die zur Berichterstattung dazu geschrieben wurden. Als Beispiel mag die BBC dienen:

(Tödlicher Angriff auf israelisch-ägyptische Grenze)

Nach Angaben der BBC gab es also keine unschuldigen Opfer und keine terroristischen Täter. Zusätzlich richtete sich der Angriff nicht gegen israelische Zivilisten, sondern gegen eine leblose Linie im Sand. Das ist so ziemlich der Standard der BBC, die selten den palästinensischen Terroristen Verantwortung anlastet und eher israelische Orte als Ziele angibt statt realen Menschen.

Vergleichen Sie das mit einer BBC-Schlagzeile vom Vortag, als ein israelischer LKW-Fahrer in der Westbank zwei Palästinenser anschoss und tötete und einen weiteren verletzte, nachdem sie Berichten zufolge versuchten ihn zu schlagen, sein Fahrzeug zu stehlen und ihn zu entführen.

(Palästinensische „Angreifer“ von israelischem LKW-Fahrer getötet)

Wenn also Palästinenser von Israelis in Selbstverteidigung getötet werden, macht die BBC kristallklar, wer für diese Toten verantwortlich ist; außerdem nutzt sie Anführungszeichen, um zur Schlussfolgerung zu verleiten, diese Palästinenser seien möglicherweise unschuldige Opfer gewesen.

Traurigerweise ist es das, was wir inzwischen von der BBC erwarten.

HonestReporting: Beobachtung der internationalen Medien

16. April 2012

Manfred Gerstenfeld interviewt Simon Plosker (direkt vom Autor)

Israel sollte sich zum Ziel setzen sicherzustellen, dass es in den internationalen Medien fair und genau dargestellt wird. Aus diesem Grund beobachtet die Medienwatch-Organisation HonestReporting Medien, legt Fälle von Einseitigkeit offen und erreicht Veränderung durch Handeln und Bildung. Das ist etwas ganz anderes als die Behauptung, Israel sei perfekt. Viele Bürger Israels haben Probleme mit ihrer eigenen Regierung zu Dingen, die falsch sind und die sie nicht mögen. Wir wollen aber, dass Israel mit denselben Maßstäben gemessen wird wie jedes andere Land.

Simon Plosker

Simon Plosker

Simon Plosker ist seit 2005 Redaktionsleiter von HonestReporting; er war vor seiner Einwanderung nach Israel 2001 bei der Dachorganisation ‚Deputies of British Jews‘ für öffentliche Angelegenheiten zuständig. Er hat Abschlüsse der Birmingham University und der London School of Economics erworben.

HonestReporting wurde im Mai 2000 von einigen Studenten in London gegründet. Sie waren durch die stark antiisraelische Einseitigkeit der britischen Medien zur Zeit des erneuten Ausbruchs palästinensischer Gewalt im Jahr 2000 aufgebracht. Diese Einseitigkeit geht bis heute weiter. Diese Studenten begannen E-Mails zu verschicken, die das von den Medien geschaffene falsche Bild richtigstellten. Ihre Aktivitäten vermehrten sich bis zu dem Punkt, an dem sie das nicht länger managen konnten. Anfangs mit Hilfe der religiösen Betreuungsorganisation Aish Hatorah wurde HonestReporting – das inzwischen in den USA und Israel als gemeinnützig anerkannt ist – 2002 komplett selbstständig.

Unser erster großer Erfolg trat ein, als die New York Times im Jahr 2000 berichtete, ein israelischer Polizist habe einen Palästinenser auf dem Tempelberg zusammengeschlagen. Später wurde klar, dass die Geschichte auf den Kopf gestellt wurde. Der amerikanisch-jüdische Student Tuvia Grossman war in einem arabischen Viertel von einem palästinensischen Mob zusammengeschlagen worden. Er wurde von dem israelischen Polizisten gerettet. Die falsche Version wurde von vielen Medien berichtet. Die folgende Kampagne von HonestReporting zwang die New York Times und andere Medien eine Entschuldigung und Korrektur zu veröffentlichten. Ein französisches Bezirksgericht wies sogar 2002 die Tageszeitung Libération und Associated Press an, Grossman jeweils 4.500 Euro Entschädigung zu zahlen.

Ein jüngeres Beispiel betraf die ranghohe CNN-Nahost-Redakteurin Octavia Nasr, die ihre Bewunderung für und Trauer wegen des Todes eines spirituellen Führers der Hisbollah auf ihrer persönlichen Seite bei Twitter kund tat. HonestReporting forderte Handeln ein und wurde als wichtige Triebkraft bei der Aufdeckung der Affäre zitiert, die rasch zu Nasrs Entfernung von ihrem Posten bei CNN führte.

HonestReporting ist inzwischen ein „virtueller“ Betrieb, dessen Hauptwerkzeug das Internet ist. Unsere wichtigste Kommunikationsform – abgesehen von unserer Internetseite – sind unsere E-Mail-Warnrufe. Wir versuchen ein Publikum zu bedienen, das keine langatmigen Forschungsberichte liest. Die Menschen haben heute sehr kurze Aufmerksamkeitsspannen. Wir liefern ihnen scharfe und kurze Texte, aufgrund derer sie handeln können. Wer mehr wissen möchten, dem bieten wir Links zu Material wie Original-Zeitungsartikeln, Forschungsorganisationen oder verlässlichen Blogs.

Unsere Leser so zu bilden, dass sie handeln, ist sehr wichtig; deshalb haben wir Online-Lektionen in Form unserer „Digital Diplomats“-Videos sowie Diashow-Präsentationen erstellt, die von Aktivisten sehr praktisch genutzt werden können, um für Israel einzutreten.

Natürlich ist die Ermutigung dazu, den Medien Briefe zu schreiben, ein wichtiger Teil unserer Arbeit und wir belohnen die Besten in unserem „Brief des Monats“. Die sozialen Medien sind allerdings zunehmend das neue Schlachtfeld der öffentlichen Meinung. Wir stehen an vorderster Front bei der Nutzung von Plattformen wie Facebook und YouTube, um für unser Material zu werben und sicherzustellen, dass es weit über den harten Kern der Pro-Israel-Aktivisten hinaus angesehen wird.

Ein effektives Mittel ist der jährliche „Dishonest Reporter Award“ (Preis für den unehrlichsten Reporter). Die Öffentlichkeit kann ihre Stimmen zu unseren Nominierungen der schlimmsten Beispiele von antiisraelischer Einseitigkeit einschicken. Die BBC ist fast immer ein Kandidat für diese Negativ-Ehre, doch dieses Jahr gewann der Guardian den Preis.1 Wir haben eine lange Liste von Gründen angeführt, warum die Zeitung mit verzerrter und manchmal hasserfüllter Berichterstattung zu Israel herausstach. Dazu gehörte eine „antisemitische Reaktion auf den Gilad Shalit-Austausch“.2 Man veröffentlichte außerdem ein Op-Ed Osama Hamdans, des Hamas-Chefs für internationale Beziehungen, sowie einen Brief des Akademikers Ted Honderich, der den Palästinenserterror rechtfertigte. Dies sind nur ein paar wenige Beispiele, die die obsessiv negative Behandlung Israels durch die Zeitung demonstrieren.

HonestReporting hat neben der Berichterstattung zu weltweiten englischsprachigen Medien sowie dezidierten Berichten über die Medien Großbritanniens Ableger in Kanada und Lateinamerika. Mit über 150.000 Abonnenten und mehr als 100.000 monatlichen Zugriffen auf unsere Internetseite hoffen wir weiter expandieren zu können, um in der Zukunft weitere europäische Medienorgane abzudecken. Die Schlacht zur Verteidigung Israels gegen Medieneinseitigkeit wird vermutlich nicht so bald enden.

1 Pesach Benson: „A Year of Dishonest Reporting, Why the Guardian won“, 13. Dezember 2011, HonestReporting.
2 Simon Plosker: „The Guardian’s Anti-Semitic Explanation for Shalit deal“, 24. Oktober 2011, HonestReporting.

Einseitigkeitsalarm: BBC rechtfertigt und humanisiert terroristische Mörder

2. Februar 2012

Simon Plosker, HonestReporting.com, 2. Februar 2012

Wann ist Mord nicht Mord? Nach Angaben der BBC, wenn Juden oder Israelis die Opfer sind.

In einer Dokumentation über palästinensische Häftlinge, die im Zuge des Gilad Shalit-Deals freigelassen oder ins Exil geschickt wurden, gibt die BBC an:

In Israel, wo einige der Häftlinge als Massenmörder angesehen werden, waren die Freilassungen enorm umstritten.

Wenn Terroristen vorsätzlich unschuldige israelische Zivilisten umbringen, ist das Mord. Basta.

Was den befreiten Terroristen Ibrahim Shammasina angeht, der von der BBC porträtiert wurde, so verlangt seine Beteiligung an den Ermordungen der Teenager Ronen Karamani und Lior Tubul, dem Taxifahrer Rafi Doron und dem Soldaten Yehoshua Friedberg lediglich einen Satz im Bericht der BBC, in dem auch noch einer der Morde ausgelassen wird:

„Eine Minute Freiheit ist mehr wert als alle Besitztümer der Welt“, sagte Shammasina. „Das Gefängnis ist ein Grab – als ob man im Grab, aber noch am Leben wäre.“

Shammasina wurde wegen seiner Rolle bei der Ermordung dreier Israelis zu 23 Jahren Gefängnis sowie zu weiteren 20 Jahren wegen Planung einer Entführung verurteilt. Obwohl er fast die Hälfte seines Lebens im Gefängnis verbrachte, bedauert er sein Tun nicht.

„Wenn es eine Besatzung gibt, bist zu dazu gezwungen“, sagt er. „Es ist deine Pflicht, die Pflicht eines jeden Palästinensers, der Besatzung Widerstand zu leisten. Hätte ich nicht Widerstand geleistet, hätte ich einfach kapituliert.“

Was die BBC Ihnen nicht sagt

Da der Mord an zwei Teenagern bei der BBC nicht einmal mehr als eine Erwähnung nebenher verdient, hier da, was die Los Angeles Times zu einer terroristischen Gewalttat berichtete, die die Israelis damals im August 1990 schockierte:

… die Leichen zweier israelischer Jugendlicher, gefesselt, geprügelt und erstochen, wurden früher am Tag in einen Hohlweg nördlich von Jerusalem gefunden…

Die beiden Jugendlichen, Ronen Karamani (18) und Lior Tubul (17) wurden zuletzt am Samstagabend am Ende des jüdischen heiligen Tages gesehen, als Freunde sie an einer Hauptstraße absetzten, die von Jerusalem nach Norden führte…

Gegen 13.30 Uhr am Montag fanden Suchende die Leichen etwa 20 Meter von einander entfernt in einem Hohlweg neben der Straße. Eine wies etwa 50 Stichwunden auf, sagten Zeugen; der Schädel der anderen war mit Knüppeln zerschmettert worden.

„Die Art, wie sie gefesselt waren, wie auf sie eingestochen wurde, deutet definitiv auf einen politischen Mord hin“, wurde Turner zitiert. „Es gab keinen Grund anzunehmen, dass diese beiden normalen, guten Teenager aus einem kriminellen Grund heraus ermordet wurden.“

Nachdem sie Shammasinas Verbrechen bagatellisiert hat, gibt die BBC ihm reichlich Gelegenheit, sein Tun zu rechtfertigen, indem sie ihn als Opfer beschreibt. Die toten Israelis sind bloße Statistik, die Humanisierung eines Mörders aber erstreckt sich bis hin zu Shammasinas „gebrechlicher“ Mutter und seiner Familiensituation:

Aus einem der Schlafzimmer tritt Ibrahims gebrechliche, 85-jährige Mutter, Tamam,  heraus. Während er im Gefängnis war, starben sowohl Ibrahims Bruder als auch sein Vater und seine Frau.

Angesichts von Shammasinas Mangel an Reue und der offenen Unterstützung des Mordes an Israelis durch seine Mutter ist dies sicher kein Exposé der verzerrten Werte der Terroristen. Stattdessen bietet die BBC weitere Rechtfertigung fuer fTerror, wenn sie Abdul Hakim Aziz Abd Hanaini interviewt, der wegen der Herstellung von Sprengsätzen für den Gebrauch von Terroristen 20 Jahre einsaß:

Abd Hanaini besteht drauf, dass gegen Israel zur Waffe zu greifen die einzige Option war, die er hatte.

„Damals, als wird der Besatzung mit Waffen Widerstand leisteten, waren wir junge, junge Männer“, sagt er. „Ich sah mit eigenen Augen, wie Kinder getötet wurden, Frauen getötet wurden und die Zerstörung unserer Olivenhaine, wie die Besatzung das Land verbrannte. Das ließ uns das Gefühl haben, dass wir unsere Familien, unsere Kinder, unsere Frauen verteidigen mussten.“

In einem Leitartikel hat die BBC erfolgreich Terroristen vermenschlicht, während sie Mord – angeblich das Ergebnis der „Besatzung“ – rechtfertigt. Würde die BBC verurteilte Mörder in den USA, dem Vereinigten Königreich oder sonst irgendwo humanisieren oder mit ihnen sympathisieren, geschweige denn ihnen eine Plattform geben? Natürlich nicht. Warum hält es die BBC dann für akzeptabel, an Mord beteiligte Palästinenser anders zu behandeln?

Wir würden gerne die Antwort der BBC auf diese Frage hören. Schicken Sie Ihre Beschwerden über die Beschwerdeseite der BBC – www.bbc.co.uk/complaints. Für detaillierte Anleitungen, wie Sie sich auf der Beschwerdeseite der BBC zurechtfinden, klicken Sie hier.

BBC findet Abbas Zurückweisung von Frieden ganz cool

25. September 2011

HonestReporting Media Backspin, 25. September 2011

Wenn Israel eine diplomatische Initiative ablehnt, läuft das ohne Probleme immer gleich ab: Schlagzeilen etikettieren Israel als Verweigerer, Quertreiber, als jemand, der den Zieldurchlauf verschieben will usw.

Wenn aber Mahmud Abbas in seiner Rede vor der UNO internationale Diplomatie zurückwies, wie sah da die Schlagzeile der BBC aus?

Stellen Sie das der AP gegenüber:

Welche Schlagzeile ist also genauer? Wir haben eine Wort-Cloud für die Reden von Abbas und Netanyahu zusammengestellt, um das zu beantworten. Zuerst die für Bibi:

Und jetzt Abbas:

Zwei Dinge fallen mir mächtig auf:

  • Bibi erwähnt Frieden öfter als Abbas
  • Abbas erwähnt Israel oder die Juden nicht so oft, wie Netanyahu von den Palästinensern spricht.

Amir Mizroch ließ die RFeden durch eine Tag-Cloud laufen, um die Themen zu quantifizieren.

In der Tat erwähnte Abbas 26-mal Frieden, Netanyahu erwähnte Frieden 44-mal erwähnte. Und während Netanyahu die Palästinenser 34-mal namentlich erwähnte, erwähnte Abbas Israel nur elfmal namentlich.

War Israels Premierminister also nur langatmig oder hat der PLO-Vorsitzende Probleme damit, den Namen „Israel“ über die Lippen zu bekommen? Mir scheint, Abbas ist Frieden gegenüber nicht nur „kühl“. Er ist eiskalt dagegen.


Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten