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Eisenbahnunglücke, Waldbrände und ICE-Razzien: Gibt einfach Israel die Schuld

31. Januar 2026

Chaim Lax, HonestReporting, 26. Januar 2026

In den sozialen Medien scheint eine besondere Regel zu gelten: Alles Schlechte wird Israel angelastet.
Ob nationale Tragödie, Naturkatastrophe oder einfach nur ein persönliches Missgeschick – es gibt immer einen Schuldigen: den jüdischen Staat.

Dieses Phänomen hat sich in letzter Zeit verstärkt, da sowohl Israel als auch Israelis für so unterschiedliche Ereignisse wie Waldbrände in Südamerika, entgleiste Züge in Spanien und Gewalt bei Razzien gegen Einwanderer in den Vereinigten Staaten verantwortlich gemacht werden.

Israelis legen Waldbrände

Die Region Patagonien, die in Argentinien sowie Chile liegt, hat in jüngster Zeit schwere Waldbrände erlitten.
Und selbstverständlich bedeutet das für Kommentatoren in den sozialen Medien nur eines: Israel ist schuld!

Laut dem pro-israelischen Blog Elder of Ziyon gibt es eine seit Langem kursierende Verschwörungstheorie, wonach Juden angeblich planen, Teile Argentiniens und Chiles zu übernehmen, um dort einen eigenen Staat zu gründen. Jedes Jahr, so wird gesagt, taucht, wenn es in der Region brennt, diese Theorie wieder auf – begleitet von neuen Anschuldigungen, Juden / Zionisten / Israelis seien verantwortlich.

Dieses Jahr scheint keine Ausnahme zu sein: In den sozialen Medien kursiert eine breite Palette an Verschwörungen (alle mit Israel als Schuldigem) rund um die Brände, die in Südamerika wüten.

Mit zusammen fast 1,5 Millionen Aufrufen haben bekannte israelfeindliche Fake-News-Konten wie „Adam“ und „Sulaiman Ahmed“ die abwegige Verleumdung verbreitet, Israelis hätten die Brände gelegt.

Ein weitere Account mit fast einer halben Million Aufrufen postete, israelische Soldaten hätten das Gebiet kartiert, um Ausländern zu helfen, das Land nach dem Löschen der Brände billig aufzukaufen.

Sogar Desinformationsmotoren wie Press TV aus dem Iran und The Grayzone mischten mit und verbreiteten die Lüge, die Brände seien aus finsteren Motiven absichtlich von Israelis gelegt worden.

Der amerikanische Aktivist Shaun King benutzte auf geradezu lächerliche Weise einen Nachrichtenbericht über einen Israeli, der in einem chilenischen Park (wo es verboten ist) beim Zigarettenanzünden festgenommen wurde, als „Beweis“ dafür, dass Israelis die Brände gelegt hätten, die die Region verheeren.

Eine der absurdesten Behauptungen lautete, die Brände seien durch eine israelische Militärgranate ausgelöst worden. Natürlich ist es völlig logisch, dass jemand in der Lage ist eine Granate einmal um die halbe Welt und durch mehrere Grenzkontrollen zu schmuggeln ohne entdeckt zu werden. Logisch oder völlig grotesk – ein Beitrag mit dieser Behauptung erzielte auf X über fünf Millionen Aufrufe.

So absurd die Verschwörungstheorie auch sein mag: Solange sie Juden oder Israel beinhaltet, scheint es immer ein Publikum dafür zu geben.

Entgleiste Züge in Spanien: Veraltete Eisenbahnen oder zionistische Sabotage?

In der vergangenen Woche kam es in Spanien zu vier Eisenbahnunglücken. Eine teilweise Entgleisung führte zu einer Kollision zweier Züge, bei der 45 Menschen starben. Es folgten eine weitere Entgleisung, bei der ein Lokführer-Azubi ums Leben kam, ein Zug, der beschädigt wurde, nachdem er gegen einen Felsen prallte und ein entgleister Waggon, der mit einem Kran in Kontakt geraten war.

Diese Serie von Eisenbahn-Vorfällen in so kurzer Zeit hat die Aufmerksamkeit auf Spaniens veraltete Bahninfrastruktur, auf den seit 2020 gestiegenen Druck auf das System und auf die Frage gelenkt, wie Spaniens Investitionen in sein Schienennetz im Vergleich zu anderen europäischen Ländern dastehen.

Aber warum sich mit einer so tiefgehenden Analyse beschäftigen, was diese schreckliche Woche in der spanischen Eisenbahngeschichte verursacht haben könnte, wenn die Antwort doch offensichtlich ist: Die Juden waren’s.

Während ernsthafte Menschen versuchen herauszufinden, wie sich das nächste Zugunglück in Spanien verhindern lässt, sind die weniger ernsthaften Beobachter auf X zu der unanfechtbaren Schlussfolgerung gelangt, dass all diese Vorfälle von Israel verursacht worden seien.

Warum sollte Israel so etwas tun?

Natürlich, weil Spanien seit dem 7. Oktober 2023 ein lautstarker Kritiker der israelischen Kriegsführung gegen die Hamas im Gazastreifen ist.

Die Theorie besagt, dass Israel — während die Spannungen mit dem Iran zunehmen, die Hisbollah sich neu aufstellt und die Hamas sich wieder als Regierungsorgan etabliert — Zeit und Energie darauf verwendet habe, Agenten zu entsenden, die Gleise zu sabotieren, um Spanien für seine öffentliche anti-israelische Haltung zu bestrafen.

Natürlich ergibt das Sinn … solange man jeden Versuch kritischen Denkens konsequent vermeidet.

Diese Verschwörung begann klein, hat aber inzwischen auf X deutlich an Fahrt aufgenommen.

Ein Beitrag, in dem behauptet wurde, „die Israelis haben angefangen, als Vergeltung für Spaniens Haltung zu ihrem Völkermord im Gazastreifen Züge entgleisen zu lassen und Menschen in Spanien zu töten“, erhielt über 800.000 Aufrufe und mehr als 41.000 Likes.

Ein anderer Account postete: „Ich sag ja nichts, aber ich würde das bis ins Letzte untersuchen, denn Israelis feiern die Zugunglücke ununterbrochen“ — und erreichte unglaubliche 2,5 Millionen Aufrufe sowie 132.000 Likes. Diese Reichweite übersteigt offenbar deutlich die üblichen Zahlen des Accounts.

Auch der Post der berüchtigten Hetzerin Susan Abulhawa, der eine israelische Schuld an dem Zugunglück insinuierte, erzielte beträchtliche Aufmerksamkeit – Hunderttausende Aufrufen und Tausende Likes.

Heutzutage scheint so, dass nichts so gut ist um hohe Reichweiten in sozialen Medien zu erzeugen wie eine gute alte antisemitische Verschwörungstheorie.

„Die Vereinigten Staaten von ICE-rael“

Die Tour der Verschwörungstheorien von Südamerika über Spanien endet in den Vereinigten Staaten, wo öffentliche Empörung über die Härte bestimmter Razzien der Behörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) gegen [illegale] Migranten und sogar damit verbundene Gewalt zu der weitverbreiteten Verschwörungstheorie geführt hat, Israel sei der treibende Faktor hinter der Brutalität dieser Einsätze.

Diese Verschwörungstheorie hat besonders an Fahrt gewonnen, nachdem ICE-Beamte im Januar 2026 in Minneapolis (Minnesota) bei separaten Vorfällen auf zwei US‑Amerikaner geschossen hatten.

Die Theorie lautet, dass ICE-Agenten aufgrund früherer gemeinsamer Trainingsprogramme von israelischem und amerikanischem Sicherheitspersonal ihre aggressiven Methoden von den Israelis gelernt hätten.

Die Verschwörung geht noch weiter und behauptet, die Existenz von ICE‑Außenstellen in Israel belege, dass ICE direkte Anweisungen vom jüdischen Staat erhalte. Folglich sei Israel — so die Theorie — verantwortlich für die jüngste Gewalt im Zusammenhang mit ICE-Razzien gegen Migranten.

Doch hier liegt der Haken: Ja, es stimmt, dass ICE in der Vergangenheit Trainings mit israelischen Kräften durchgeführt hat, aber die große Mehrheit der ICE-Agenten (einschließlich der vielen, die erst kürzlich zur Behörde gestoßen sind) hat keinerlei israelische Ausbildung erhalten. Ebenso gibt es keinerlei Belege dafür, dass die bei den Razzien angewandten Taktiken in Israel erlernt wurden. Es handelt sich um reine Spekulation, die sich an dem Körnchen Wahrheit festklammert, dass einige ICE-Agenten früher mit Israelis trainiert haben.

Und ja, ICE hat tatsächlich Außenstellen in Israel. Offensichtlich ein Zeichen für etwas Düsteres und Geheimnisvolles … das zufällig völlig offen auf der ICE-Website einsehbar ist. Und wissen Sie, wo ICE sonst noch Außenstellen hat? In 53 weiteren Ländern! Darunter Jordanien, Australien, Belgien, Kanada, Saudi‑Arabien, China und Dutzenden anderen weltweit. Und dennoch beschuldigt niemand ICE, Teil einer belgischen Verschwörung zu sein. Komisch, nicht wahr.

Doch ganz im Sinne des klassischen Mottos „Lass einer guten Geschichte nicht die Wahrheit im Weg stehen“ gibt es auf X reichlich Verschwörungstheoretiker und Akteure in böser Absicht, die bereitwillig die Verleumdung verbreiten, Israel orchestriere die Gewalt rund um die ICE‑Razzien.

Zu diesen Akteuren gehören einige große Namen in den sozialen Medien, darunter der Medienliebling und Terror-Apologet Hasan Piker (mit seinem superwitzigen „United States of ICE‑rael“-Post), der antisemitische Karikaturist Carlos Latuff und der berüchtigte britische Verschwörungstheoretiker David Icke.

Die falsche Verknüpfung von ICE-Razzien mit dem Nahen Osten ist leider nicht auf die dunklen Ecken der sozialen Medien beschränkt geblieben, sondern hat sich mittlerweile auch in den Mainstream-Medien verbreitet.

In einem kürzlich erschienenen Op-Ed für die New York Times versuchte der langjährige Kolumnist Thomas Friedman, ICE auf ungewöhnliche Weise sowohl mit der israelischen Armee als auch mit der Hamas zu vergleichen (letztere, weil sowohl ICE-Beamte als auch Hamas-Mitglieder in der Öffentlichkeit ihre Gesichter verhüllen). Zum Spaß fügte er noch seine übliche, klischeehafte Kritik an dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu und US-Präsident Donald Trump hinzu.

Eine Erinnerung für Thomas Friedman, Hasan Piker, Carlos Latuff und unzählige andere Aktivisten beider politischer Lager: Nicht alles, was in den Vereinigten Staaten geschieht, steht in Zusammenhang mit Israel und dem Nahen Osten.

Achtung Medien: Bella Hadid ist antisemitisch und nicht nur Israel hat ein Problem mit ihr

25. Juli 2024

Channa Rifkin, HonestReporting, 22. Juli 2024

Es ist verständlich, dass Adidas in einer neuen Kampagne ein Supermodel bringen will, die 61,3 Millionen Follower auf Instagram hat.

Und vielleicht hat Adidas die Verbindung zwischen Bella Hadid als stolzer Palästinenserin und den Münchner Olympischen Spielen von 1972 nicht hergestellt, bei denen palästinensische Terroristen israelische Sportler ermordeten, als die Firma sie für eine Werbekampagne engagierte, die den Turnschuh SL72OG erneut in Verkehr brachte.

Das Problem mit Hadid und ihrer berühmten Familie ist, dass sie online Propaganda und antisemitische Ritualmordlügen an ihre zusammen hunderte Millionen Follower verbreiten.

Verständlicherweise waren viele empört, dass Adidas zum Gesicht einer Kampagne im Zusammenhang mit Olympischen Spielen gemacht hat, an die man sich nur wegen eines tragischen Terroranschlags auf israelische Sportler erinnert. Eine palästinensische Terrororganisation namens Schwarzer September nahm im Olympischen Dorf elf israelische Sportler als Geiseln und ermordete sie dann brutal.

HonestReporting führt Hadids Spur gefährlicher Desinformation vor und was bei den Münchener Spielen 1972 geschah:

Es gab eine Million andere Möglichkeiten für Adidas mit einem palästinensischen Model zusammenzuarbeiten, das den Juden nicht ins Gesicht schlägt.
Stattdessen haben sie sich für das eine entschieden, die genau das macht.

Es ist ziemlich unglaublich, dass ein gesamtes Werbe- und Kreativteam sowie das Management von Adidas in Vorbereitung diese Kampagne um einen Tisch saßen – vermutlich Wochen oder Monate lang – und niemand gegen die Idee Einspruch einlegte Hadid zu ihrem Gesicht zu machen.

Man müsste unter einem Felsen leben, um nicht zu wissen, dass ihr Name synonym mit Terrorpropaganda ist. Viele betrachten sie als eine Antisemitin, die für den „Widerstand“ der Palästinenser gegen Israel propagiert und sie hat die Hamas nicht direkt verurteilt, nur „Gewalt“.

Das ist nicht nur ein Flop, besonders, wenn man bedenkt, dass die Olympischen Spiele 1972 in Deutschland stattfanden und Adidas eine deutsche Firma ist. Man sollte denken, diese Art von Auswirkungen wären, wie jedes andere soziale Problem, zumindest bedacht worden oder bekannt.

Aber Sie würden nichts davon wissen, wären Sie ein eifriger Leser des Guardian, der BBC oder der Los Angeles Times. Anders als das, was verbreitet worden ist und das eigentliche Problem ist (siehe oben), wird der Staat Israel als der Grund für die Entschuldigung von Adidas und die Entscheidung genommen, die Werbung zurückzuziehen. Sie stellten Israel als verärgert dar, dass eine Sportartikelfirma ein palästinensisches Model für ihre Werbekampagne nimmt.

Der Guardian und die BBC: Adidas lässt Hadid wegen „Israelkritik“ fallen

Die vielleicht belastendsten Artikel sind die, die allein diesen Tweet auf Israels offiziellem X-Account (ehemals twitter) dafür verantwortlich machen, dass Adidas seine Werbekampagne „überarbeitet“:

Adidas hat gerade eine neue Kampagne für seine Schuhe begonnen, um die Münchener Olympiade 1972 zu begehen.
Elf Israelis wurden während der Münchener Spiele von palästinensischen Terroristen ermordet.
Raten Sie mal, wer das Gesicht der Kampagne ist: Bella Hadid, ein halbpalästinensisches Model, die eine Geschichte…

Israels offizieller Account auf X sagte, man erhebe Einspruch gegen Hadid als „Gesicht der [Adidas-] Kampagne… Hadid hat über die Jahre die israelische Regierung wiederholt kritisiert und die Palästinenser unterstützt und am 23. Oktober auf Instagram eine Äußerung abgegeben, die den Verlust unschuldigen Lebens beklagt, während sie ihre Follower aufrief Druck auf ihre Führungspolitiker die Zivilisten im Gazastreifen zu schützen.

Anscheinend will der Guardian, dass seine Leser die Gegenreaktion einzig mit Israel verbinden, während diese in Wirklichkeit innerhalb weniger Stunden weit verbreitet und viral ging. Das American Jewish Committee war nur eine der jüdischen Gruppen, die sich äußerten, Rechenschaft von der großen Sportartikelfirma forderten und auch Einzelpersonen drückten sofort Wut und Empörung aus.

Bei den Olympischen Spielen 1972 in München wurden 12 Israelis ermordet und von der palästinensischen Terrorgruppe Schwarzer September als Geiseln genommen.
Dass Adidas ein lautstarkes israelfeindliches Model auswählt, um an diese dunklen Olympischen Spiel zu erinnern, ist entweder ein massiver Fehler oder gewollte Hetze…

Sowohl die BBC als auch der Guardian haben beschlossen, dass einzig Israel verantwortlich ist – so sehr, dass das in ihren Schlagzeilen steht.

Die BBC ging weiter, indem sie nahelegt, der Grund sei ihr palästinensischer Hintergrund:

Adidas hat das Supermodel Bella Hadid, eine Halbpalästinenserin, aus seiner Werbekampagne für Retro-Schuhe mit Bezug zu den Olympischen Spielen von München 1972 genommen. Israel hat die Entscheidung für Ms Hadid kritisiert. Es beschuldigt sie der Israelfeindlichkeit und merkte an, dass 11 israelische Sportler bei den Münchener Spielen von palästinensischen Angreifern getötet worden sind.

Es wird nirgendwo die Jahre dauernde Geschichte israelfeindlicher Äußerungen und falscher Behauptungen durch Hadid und ihre Familie erwähnt, die Reaktionen, die ihr Bruder erhielt, weil er im Maio 2021 sagte, er wolle, dass alle Israelis „ausradiert“ werden, oder dass ihr Vater behauptete, ein früher israelischer Luftangriff nach dem 7. Oktober sei ein Völkermord an Gazanern, ohne dass jeglicher Kontext zu dem fraglichen Angriff gegeben wurde. Die Liste lässt sich fortsetzen, aber irgendwie wird dieser Kontext in beiden Artikeln als irrelevant betrachtet.

Wie oben geschrieben, erwähnt der Guardian lediglich Hadids Kritik an „der israelischen Regierung“ und ihre Unterstützung für die Palästinenser. Das ist eine Untertreibung, bedenkt man, dass sie im Mai 2021 an einem Protest teilnahm, auf dem sie „From the river to the sea, Palestine will be free“ skandierte. Der Post befand sich ursprünglich auf ihrer Instagram-Seite, ist aber inzwischen abgelaufen oder entfernt worden.

Los Angeles Times spielt Hadids Geschichte antisemitischer Äußerungen herunter

In die gleiche Richtung geht, dass die LA Times die verleumderisch israelfeindlichen Äußerungen des Supermodels herunterspielt:

Der Streit folgt der Entscheidung der Sportkleidungsfirma Hadid zu engagieren, die palästinensische Amerikanerin ist und lautstark für Hilfsaktionen für Palästinenser eintritt… Adidas erhielt Kritik von jüdischen Organisationen und Israel, weil es die SL72-Kampagne mit einem Model zusammenbrachte, das für seine pro-palästinensischen Ansichten bekannt ist.

Es reicht nicht, dass die Medien nur eine Seite dieser Geschichte erzählen. Das würde die Öffentlichkeit von angemessenem Kontext und Transparenz zu dem abhalten, was Hadid als Gesicht der SL72-Werbekampagne von Adidas problematisch macht.

Israelischer Olympiasportler zu sein bringt zwangsläufig Gepäck und Verantwortung mit sich. Jedes Mal, wenn jemand aus Israel öffentlich im Ausland auftritt, egal, wie unpolitisch, dann weiß er oder sie, was für eine Last das ist. Dieses Jahr ist besonders signifikant – wir erlebten das bei der israelischen Sängerin Eden Golan beim ESC und wir sehen es jetzt bei Aufrufen Israel von den Olympischen Spielen in Paris 2024 auszuschließen; den Sportlern werden sogar Morddrohungen geschickt.

Dass die Medien dieses Thema derart unsensibel und derart einseitig behandeln, schürt die Flammen des Antisemitismus und macht Israeli oder Jude zu sein noch gefährlicher. Es ist unmoralisch eine Prominente mit problematischem Ruf, die im Zentrum dieser Kampagne steht, um des Narrativs willen zu verharmlosen.

Dan Wolken von USA Today brachte auf den Punkt und fing den wahren Grund ein, weshalb die SL72-Kampagne von Adidas solch heftige Reaktionen erhielt:

Stellen Sie sich vor, Sie leben Ihr ganzes Leben in dem Wissen, dass der Traum, für den Sie jeden Tag trainieren, untrennbar mit einem der traumatischsten Ereignisse in der Geschichte Ihres Landes verbunden ist, als 11 Mitglieder der israelischen Olympiamannschaft beim Terroranschlag auf die Münchener Spiele 1972 ihr Leben verloren.

Er schreibt auch, dass dieses Jahr für israelische Sportler die Teilnahme in Paris in diesem Sommer emotionaler ist, die neun Monate „Trauer und Chaos“ seit dem von der Terrororganisation Hamas und ihren Verbündeten am 7. Oktober verübten Massakers stattfinden.

Wo hattet ihr eure Köpfe, Adidas? Medien, wo ist eure Integrität?

Frank Luntz schlägt Alarm wegen US-Unterstützung

14. Juli 2015

Alex Margolin, HonestReporting, 7. Juli 2015

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Mitglieder der Demokraten entfernen sich seit Jahren immer weiter von Israel, aber die letzten Ergebnisse des Meinungsforschers Frank Luntz legen nahe, dass die überparteiliche Unterstützung für Israels ernsthaft gefährdet ist.

Laut Luntz‘ Umfrage denken 47% der Demokraten, Israel sei ein rassistisches Land, und nur 48% glauben, Israel wolle Frieden. Nur 51% der Demokraten sagten, die USA solle Israel unterstützen (verglichen mit 90% der Republikaner), und nur 46% bezeichneten sich als „proisraelisch“.

Die Umfrage unter 802 Angehörigen der „Meinungselite“ in beiden politischen Parteien zeigte ebenso, dass nur 18% der Demokraten wahrscheinlicher für einen proisraelischen Kandidaten stimmen würden, wohingegen es bei 32% weniger wahrscheinlich war, dass sie für einen solchen Kandidaten stimmen.

„Israel konnte Kopf und Herz der Republikaner in Amerika gewinnen, während es gleichzeitig die Demokraten verliert“, sagte Luntz diese Woche der Times of Israel. „Ich hatte nicht erwartet, dass es so offenkundig und so tiefgreifend werden würde.“

Luntz schlug eine Reihe von Botschaften vor, um die Demokraten für sich zu gewinnen, z. B. die Förderung der Gleichberechtigung von Frauen in Israel im Gegensatz zu seinen Nachbarn oder die anhaltende humanitäre Hilfe für die Palästinenser.

Und Shmuel Rosner, der fürs Jewish Journal of Los Angeles schreibt, sagte zu diesen Umfrageergebnissen, dass nicht Israel die Demokraten verliert, sondern umgekehrt die Demokraten Israel verlieren. Er sagte, Veränderungen in der Politik würden die Lage nicht notwendigerweise zum Guten wenden, da viele Haltungen gegenüber Israel kaum Substanz besitzen.

Die meisten der 47% der amerikanischen „Elite-Demokraten“, die sagen, Israel sei „rassistisch“, haben Israels Politik nicht wirklich untersucht und können ihre Behauptungen nicht mit Zahlen und Fakten untermauern (u. a. auch weil Israel nicht rassistisch ist – sicherlich nicht rassistischer als die meisten anderen Länder). Also warum sagen sie dann, Israel sei rassistisch? Wohl hauptsächlich wegen eines gewissen Zeitgeistes bei ihrer Referenzgruppe, die es zu einer Mode macht, Israel als dieses oder jenes zu sehen.

Und was ist dieser „gewisse Zeitgeist“? Rosner erklärt das nicht genauer. Aber ein Kandidat, der ins Auge fällt, ist der anhaltende Angriff auf Israels Legitimität durch die BDS-Bewegung. Zwar ergab Luntz‘ Umfrage, dass nur ein kleiner Prozentsatz der Meinungselite die BDS-Bewegung kennt, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die meisten von ihnen den Angriffen auf Israel ausgesetzt waren, ohne von der dahinterstehenden Bewegung zu wissen.

Der stete Tropfen der Presseberichte über jeden BDS-Angriff auf Prominente, die nach Israel kommen, höhlt den Stein. Auch die Bemühungen, israelische Sportler aus Wettkämpfen auszuschließen, israelische Akademiker aus großen Konferenzen oder israelische Produkte aus den Regalen von Supermärkten oder Universitäts-Speisesälen.

Es sickert durch Artikel über die Boykottziele herein, wo die BDS-Bewegung nur im Hintergrund erwähnt wird. Und es sickert mit jeder Nachricht über Studenten herein, die sich an ihrer Universität auf Israel als Ziel ihrer Kritik konzentrieren. Und es ist in den wiederholten Bezeichnungen als „Apartheid-Israel“ im Kommentarbereich jedes Mainstreamartikels, der als zu israelpositiv wahrgenommen wird.

Es sickert durch das Raketenfeuer an Informationen herein, die zu einem einzigen Schluss führen – dass Israel keinen Platz unter den Nationen verdient.

„Israel hat bereits Probleme durch BDS, und die Amerikaner wissen nicht einmal, was das bedeutet. Können Sie sich vorstellen, wie schlimm das noch wird?“ sagte Luntz der Times of Israel. Es ist eine hinterhältige Kampagne, die Israels Legitimität angreift, und sie findet bei den Demokraten immer mehr Gehör.

Bild: CC BY Alex via flickr mit Beifügungen von HonestReporting

New York Times-Leck: „Nicht die subtilste Art Israel zu warnen“

20. März 2012

Pesach Benson, HonestReporting.com, 20. März 2012

Die 5. Flotte der US Navy durchfährt die Straße von Hormus (10. März 2012)

Wenn Geheimdienstler anonym Informationen an die Presse durchsickern lassen, dann muss man sich immer fragen, was das Motiv dafür ist.

Typisches Beispiel: Eine Kriegssimulation des Pentagon sagt voraus, ein israelischer Angriff auf den Iran könne zu einem größeren Krieg führen. Die Ergebnisse bekam die New York Times durch ein „Leck“:

Doch das Spiel hat unter den obersten amerikanischen Militärplanern Angst aufkommen lassen, dass es unmöglich sein könnte, amerikanische Beteiligung an einer eskalierenden Konfrontation mit dem Iran zu verhindern, sagten die offiziellen Vertreter…

Die Offiziellen sagten, in der Kette an Ereignissen im Kriegsszenario glaubte der Iran, dass Israel und die Vereinigten Staaten Partner eines jeden Angriffs auf die Atomanlagen des Iran seien und daher amerikanische Militärkräfte im Persischen Golf als beteiligt an dem Angriff betrachteten. Iranische Jets jagten nach dem Angriff israelische Kampfflugzeuge und die Iraner starteten Raketen gegen ein amerikanisches Kriegsschiff im Persischen Golf, das als Handlung betrachtet wurde, die einen amerikanischen Gegenschlag gestattet.

In Antwort auf das Leck wirft Brett Stephens (Wall Street Journal, klicken Sie sich über Google News hin) eine offensichtliche Frage auf:

Am Montag veröffentlichte die Times die durchgesickerten Ergebnisse eines „geheimen Kriegsspiels“, bei dem ein israelischer Angriff auf den Iran „Hunderte Amerikaner tot zurücklässt“, vielleicht durch einen Angriff auf ein Kriegsschiff der Navy. Das ist nicht unbedingt der subtilste Weg die Israelis zu warnen, dass sie vorgewarnt sind für den Fall, dass, wenn Israel den Iran angreiftt, amerikanisches Blut an seinen Händen kleben wird, ohne Rücksicht darauf, dass es die Iraner wären, die die Tötungen durchführen würden.

Ist dieser Ausgang wahrscheinlich? Vielleicht, obwohl es ein Level iranischer Irrationalität annimmt – die Beantwortung eines israelischen Angriffs damit, die USA in den Konflikt hinein zu ziehen – was Top-US-Offizielle den Führern des Iran sonst nicht zumessen. Doch das tiefer liegende Problem mit diesem Leck besteht darin, dass ein Geheimdienst-Produkt als politisches Werkzeug benutzt wird.

Für Insider in Washington ist die NY Times das Blatt ihrer Wahl für anonyme Lecks und widerlegbare Versuchsballons. Erinnern Sie sich nur an das diplomatische Bohei über eine Neuinterpretation der Abmachungen zwischen Bush und Sharon? Das war auch so ein NYT-Spezial.

(Bild via US Navy/John Grandin)

Zahlenspiele

19. August 2010

HonestReporting Media Backspin, 19. August 2010

Statt die Zahlen fertig zu machen, machten die Zahlen mich fertig. Wem soll man glauben?

Neue Umfrage zeigt: US-Unterstützung für Israel nimmt ab

Oder dem hier?

Unterstützung für Israel in den USA bei 63%, fast am Rekordhoch

(hat tip: The Muqata)

UN-Menschenrechtsrat untersucht US-Menschenrechtsverletzungen

25. Oktober 2009

HonestReporting Media Backspin, 25.10.2009

Goldstone war nur der Anfang. Newsreal berichtet, dass ein Sonderberichterstatter ernannt wurde, um Obdachlose und Hypotheken-Kündigungen in den USA zu untersuchen.

Raquel Polnik, eine brasilianische Stadtplanerin und die Wahl der UNO für diese Aufgabe, wird Fragen untersuchen, zu denen die UNO gegenüber den USA Sorge hat, darunter Sozialwohnungen, Obdachlosigkeit und Hypotheken-Kündigungen. Als Teil ihres Faktenfindungs-Auftrags wird sie New York City, Chicago, New Orleans, Los Angeles, Washington, ein Indianer-Reservat in Süddakota und Wilkes-Barre in Pennsylvania besuchen. Sie wird dann einen Bericht zu ihren Befunden zusammenstellen, der der UNO-Vollversammlung und dem UNO-Menschenrechtsrat im März vorgelegt werden wird.

Man sollte glauben, die Metzelei in Darfur oder die iranische Unterdrückung würde eine höhere Priorität für einen Rat haben, der sich als Schützer der Menschenrechte anpreist. Wenn es um den skandalös politisierten Menschenrechtsrat geht, ist Israel der sprichwörtliche Kanarienvogel im Kohle-Bergbau.

(hat tip: Gateway Pundit)

Blog des US-Außenministeriums in der Defensive

12. März 2008

honestreporting Media BackSpin, 12. März 2008

DipNote, das offizielle Blog des US-Außenministeriums, sieht sich in die Defensive gedrängt, nachdem kürzliche diese Frage der Woche gestellt wurde:

Sollten die die USA die Hamas in den Friedenprozess zwischen Israelis und Palästinensern einbinden?

Korrespondenten, die aus dem Außenministerium berichteten, nahmen Sprecher Sean McCormack damit in die Mangel. Das vollständige Transkript hier.

FRAGE: Was wäre, wenn Sie die überwältigende Resonanz erhielten, dass die amerikanische Öffentlichkeit denkt, die Hamas sollte in den Friedenprozess einbezogen werden? Wird das dann nicht zu heiß, oder?

MC CORMACK: Nein, nein. Sie wissen, Elise – ich denke, Sie verstehen den Zweck dieses Blogs. Es gibt einige Fälle, in denen Sie verstehen wollen, was die Leute draußen in der Öffentlichkeit denken. Das bedeutet nicht, dass Sie eine Abstimmung veranstalten, einen Überblick gewinnen und dann die Politik danach ausrichten. Sicher, in diesem Fall gibt es – Sie wissen, Grundsätze sind Grundsätze. Es wird sich nichts ändern. Es gibt sowohl gesetzliche sowie grundsätzliche und moralische Erfordernisse für das, was wir tun.

FRAGE: Ich denke, warum – warum taucht diese Frage dann auf? Warum wird eine Frage zu einer Angelegenheit aufgeworfen, bei der es gesetzliche, moralische und grundsätzliche Argumente gibt, dass Sie die Politik nicht ändern?

MC CORMACK: Warum befragen Sie mich zur Hamas und einer Einbeziehung der Hamas durch die USA? Es ist eine aktuelle Frage, die die Menschen diskutieren. Sie wissen, ich – es gibt sicherlich – sicher gibt es nichts – nichts ist daran falsch, und – Sie wissen, eine Frage zu stellen und die Leute ihre Ansichten vertreten zu lassen.

FRAGE: Ich frage Sie, um herauszufinden, ob es einen Politikwechsel gibt, aber Sie haben mir nur gesagt, dass es keinen Politikwechsel gibt; dennoch stellen Sie die Frage auf Ihrer Webseite, was für mich bis heute noch keinen Sinn ergibt.

MC CORMACK: Ich – vielleicht verstehen Sie das Wesen von Blogs nicht, aber es ist nicht Gegenstand einer Grundsatzerklärung.


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