Glaubt allen Frauen – außer israelischen Frauen. Diese Botschaft sendet die Medienlandschaft immer wieder. Als vor einigen Jahren Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen Hollywoodstars erhoben wurden, standen die Frauen, die sich zu Wort meldeten, ununterbrochen in den Schlagzeilen – gefeiert für ihren Mut, trotz der Einschüchterungen durch ihre Täter zu sprechen. Doch wenn israelische Frauen und Männer über ihre Erfahrungen in der Gefangenschaft der Hamas oder über das berichten, was sie am 7. Oktober erlebt haben, sind die Medien deutlich leiser gewesen.
Wenn große Medienhäuser israelischen Überlebenden doch eine Plattform geben, wird ihre Geschichte entweder heruntergespielt, verschleiert oder von anderen online als erfundener Bericht verspottet.
Genau das geschah, als Romi Gonen, die 471 Tage lang in Gaza als Geisel festgehalten wurde, mit ihrer Geschichte über sexuelle Gewalt während der Gefangenschaft an die Öffentlichkeit ging. In ihrem Interview mit Israels Kanal 12 schilderte Romi die grausamen und wiederholten sexuellen Übergriffe, die sie durch Hamas-Täter erleiden musste.
Romi Gonen beschreibt Missbrauch in Gefangenschaft
Die westlichen Medien, die Israel so schnell – trotz fehlender Beweise – Verbrechen wie Völkermord vorwerfen, sind nun auffallend abwesend, sobald das Verbrechen sexueller Gewalt öffentlich wird, das eine ehemalige Geisel erlitten hat. Es ist äußerst enttäuschend, dass zum Zeitpunkt, da dies geschrieben wird, lediglich die Daily Mail und der Telegraph über Romis wichtige Aussage berichtet haben.
Die sexuellen Gewalttaten, die an Israelis am und nach dem 7. Oktober verübt wurden, sind seit den Tagen unmittelbar nach den Angriffen bekannt – dokumentiert durch Zeugenaussagen von Überlebenden, forensische Beweise, Augenzeugenberichte sowie Ermittlungen israelischer Behörden und internationaler Institutionen. Dennoch wird online und in den Medien, selbst wenn immer mehr Beweise von Überlebenden ans Licht kommen, all dies weiterhin als kontrovers behandelt, statt als Wahrheit.
Das ist kein Zufall. Es spiegelt ein beunruhigendes zweierlei Maß wider, bei dem israelischen Opfern jene moralische Klarheit verweigert wird, die man anderen routinemäßig zugesteht. Für Romi begann diese Verweigerung nicht erst in der vergangenen Woche mit der nahezu vollständigen Ausblendung ihrer Geschichte. Bereits vor einigen Monaten, als ihre Schwester Yarden Gonen mit Briahna Joy Gray, früher von The Hill, sprach und sie bat, israelischen Vergewaltigungsopfern zu glauben, reagierte Gray mit einem Augenrollen.
Dieser Moment brachte das Problem auf den Punkt. Wenn israelische Frauen über sexuelle Gewalt sprechen, begegnet man ihnen nicht mit Mitgefühl, sondern mit Misstrauen, Zynismus oder Abwertung. Was in jedem anderen Kontext sofort als Grausamkeit erkannt würde, wird normalisiert, sobald die Opfer Israelis sind.
REMEMBER THIS? In 2024, while Romi Gonen was being sexually assaulted in Gaza, Briahna Joy Gray ROLLED HER EYES at Romi’s sister, Yarden, when Yarden tried to draw attention to the abuse the hostages were suffering.
Seit der Ausstrahlung von Romis Interview hat die Leugnung der sexuellen Gewaltverbrechen, die Hamas am und nach dem 7. Oktober begangen hat, deutlich zugenommen. Drop Site News etwa versuchte, den ersten Bericht von Amnesty International über sexuelle Gewalt am 7. Oktober zu diskreditieren (ein Bericht, der ohnehin verzögert veröffentlicht wurde, um die Israel-Hasser in den eigenen Reihen nicht zu verärgern), indem behauptet wurde, es seien „keine solchen Beweise“ für sexuelle Gewalt vorhanden. Nur wenige Wochen zuvor hatte Drop Site die Hamas-Leugnung sexueller Gewalt am 7. Oktober erneut verbreitet.
Ebenso veröffentlichte Drop Site ein Video erneut, in dem eine Journalistin, die im vergangenen Sommer an der Freedom Flotilla teilgenommen hatte, behauptete, sie sei während eines Transfers zwischen israelischen Gefängnissen vergewaltigt worden. Zeitpunkt und Authentizität dieser Behauptung werfen erhebliche Fragen auf, da sie genau zu dem Zeitpunkt auftauchte, als Romis Aussage öffentlich wurde. Die plötzliche Verstärkung einer unbestätigten Gegenbehauptung, die den Fokus von israelischen Opfern weg und zurück auf Anschuldigungen gegen Israel lenkt, kann nicht isoliert betrachtet werden.
Die Auslöschung israelischer Opfer sexueller Gewalt ist keine Neutralität. Sie ist Komplizenschaft – und die Botschaft ist eindeutig: Ihr Leid ist verhandelbar, ihr Trauma bedingt, ihre Glaubwürdigkeit dauerhaft angeklagt. Romis Mut, an die Öffentlichkeit zu gehen, verdient dieselbe Empathie und Verstärkung, die anderen Opfern sexueller Gewalt selbstverständlich zuteil wird. Dass die Medien dies verweigern, ist eine moralische Entscheidung, kein selektives Versehen.
Da waren wenig Worte übrig, die den schieren Horror des 7. Oktobers 2023 auf den Punkt bringen, den Tag, als Hamas-Terroristen zusammen mit palästinensischen Zivilisten, eine unfassbare Welle an Barbarei und Blutrausch gegen wehrlose Männer, Frauen und Kinder lostraten.
Die Brutalität, die sie an den Tag legten, ist fast unbeschreiblich und die Angst und Qual, die die Opfer ertragen mussten, verfolgen die Überlebenden noch heute.
Einige Überlebende haben, zusammen mit denen, die im Gazastreifen als Geiseln gehalten und später bei Austauschaktionen befreit wurden, mutig ihre Geschichten mitgeteilt, während viele weiter zu traumatisiert sind, um zu reden. Die untröstlichen Familien, die ihre letzten Worte mit ihren Lieben wechselten, die mit bewaffneten Terroristen in ihren Häusern von bewaffneten Terroristen in der Falle saßen, teilten ihre Trauer. Ersthelfer und Notfall-Personal, die zum Tatort eilten, haben in aller groben Begriffen die Gräueltaten geschildert, die sie miterlebten und die Leben, die sie zu retten versuchten.
Aber die Stimmen, die wir nie hören, gehören denen, die das Schlimmste der Hamas-Barbarei ertrugen – diejenigen, die gefoltert, sexuell missbraucht, verstümmelt und kaltblütig ermordet wurden. Viele dieser horrenden Taten wurden von den Bodycams der Terroristen selbst aufgenommen, die nicht nur das Gemetzel filmten, sondern auch ihren widerwärtigen Stolz darauf diese Gewalt zu begehen. Ihre Taten und die sadistische Freude daran, offenbaren die Tiefe der Grausamkeit und des Hasses, für den der 7. Oktober inzwischen steht.
Der 7. Oktober kennzeichnet den für das jüdische Volk tödlichsten Tag seit dem Holocaust. In diesen Stunden gab es einen flüchtigen Moment, in dem die Welt – oder zumindest die Medien – in Trauer vereint schienen. Als Israelis und Juden überall in der Diaspora angesichts der unfassbaren Brutalität weinten, die ihrer Gemeinschaft zugefügt wurde, schien es so, dass auch die Welt trauerte.
Einige Medien nahmen die Worte „Nie wieder“ oder „das klangvolle „Nie wieder ist jetzt“, die nach dem 7. Oktober erklangen, nicht wörtlich. Sobald Israel seine Verteidigungsantwort gegen die Hamas begann – die völkermörderische Terrororganisation , die sich offen dazu verpflichtet hat das Massaker zu wiederholen, bis Israel und sein Volk vom Angesicht der Erde getilgt sind – kam die Reaktion aus gewissen Ecken der Medien schnell, unverhältnismäßig und unerbittlich. Das Narrativ wechselte von Trauer und Entsetzen zu harter Kritik an Israels Recht sich zu verteidigen, was Verrat am kurzen Gefühl der Solidarität beging, das einen Augenblick lang aufgekommen war.
Tatsächlich waren kaum 72 Stunden vergangen, seit die erste Welle an Hamas-Terroristen über die Grenze kamen, dass die Medien begannen die Grundlage für das zu legen, was bald eine weitverbreitete und unverantwortliche Anschuldigung wurde: dass Israel im Gazastreifen Völkermord begehen würde.
Die „Völkermord-Verleumdung“ ist nicht neu – ganz im Gegenteil. Allerdings war die Geschwindigkeit und Leichtigkeit, mit der sie von denen, die es besser wissen sollten, übernommen wurde, atemberaubend.
Nehmen wir Reuters am 10. Oktober, als sie einen Text mit einer Schlagzeile veröffentlichten, die den palästinensischen UNO-Botschafter zitierte, der Israel beschuldigte, es würde einen „völkermörderischen Feldzug gegen den Gazastreifen“ beginnen. Diese von Riyad H. Mansour erhobene Anschuldigung gründete auf falschen Behauptungen – keine der angeblichen Taten, die einem Völkermord gleichkommen sollen, hatten stattgefunden, darunter die Verwendung von „Verhungern als Methode der Kriegsführung“ oder ein „Versuch ihre nationale Existenz auszulöschen“. Aber Reuters brachte die aufwiegelnde Schlagzeile trotzdem. Von diesem Moment an war der Ton angeschlagen und das Narrative begann Formen anzunehmen. Trotz aller Fakten, die das Gegenteil zeigen, entwickelten die Völkermord-Anschuldigung ein Eigenleben und hielt sich hartnäckig im öffentlichen Diskurs.
Der Versuch den Revisionismus zum 7. Oktober zu mainstreamen
Eine der Schlüsseltaktiken, die dazu eingesetzt werden Israels Recht auf Selbstverteidigung – und dabei sein Existenzrecht – zu delegitimieren, ist die Verbreitung des Revisionismus zum 7. Oktober. Diese Kampagne leugnet entweder Aspekte der Verbrechen der Hamas oder spielt das Massaker komplett herunter. Diese Narrative entstammten zwar nicht notwendigerweise den Medien, aber diejenigen, die Israels Vernichtung anstreben, haben in den Mainstream-Medien willige Helfer – freiwillig oder bewusst – gefunden, um ihr Anliegen voranzubringen.
Diese Kampagne konzentrierte sich auf drei Hauptpunkte: Leugnung der von den Hamas-Terroristen begangenen sexuellen Gewalt; Darstellung des Angriffs als legitimen Widerstandsakt; und die Behauptung, Israel würden den 7. Oktober dazu ausnutzen den Gazastreifen zu „besetzen“.
Leugnung der sexuellen Gewalt der Hamas
Die Leugnung der gut dokumentierten sexuellen Verbrechen der Hamas begann mit Verschwörungsmedien wie The Intercept und The Grayzone, aber diese Narrative gewannen durch eine Minderheit der Berichterstattung in den Medien einiges an Legitimität. Die politische Podcasterin Joy Gray z.B. behauptete, zu glauben, dass israelische Frauen vergewaltigt wurden, sei übergriffig, weil niemand „Zeugenaussagen machte“. Gray wurde später von The Hill entlassen, nachdem sie gegenüber Yarden Gonen, der Schwester der Geisel Romi Gonen, die Augen verdrehte, die diese an sie appellierte die Berichte israelischer Opfer zu glauben.
Masha Gessen trug im The New Yorker zu diesem Narrativ mit einem Feature bei, das behauptete die sexuelle Gewalt am 7. Oktober zu „untersuchen“, nur um letztlich Israel zu beschuldigen diese Verbrechen „zur Waffe zu machen“. Zwar leugnete Gessen nicht rundheraus, dass sexuelle Gewalt auftrat, aber der Text spielte Ausmaß und Schwere herunter, indem er eine von Pramila Patten durchgeführte UNO-Ermittlung in Zweifel zog und Zeugenaussagen abtat.
Im New Yorker behauptet Gessen, eine verrückte Antizionistin, dass die IDF angeblich auch Araberinnen vergewaltigt, dass es in allen Kriegen Vergewaltigungen gibt – hier gibt’s nichts zu sehen. Gehen Sie weiter.
Allerdings konterten Organisationen wie HonestReporting dieses Leugnen von Anfang an und so dafür gesorgt, dass diese Unwahrheit sich in den Mainstream-Mediendurchsetzt oder weit verbreitet wird.
Zu Behaupten, ein „Bericht über 8 Monate Behauptung und Gegenbehauptung“ zur sexuellen Gewalt an Israelis am 7. Oktober ist die Story von Times-Auslandskorrespondenten Scribblercat und Gabrielle Siiais nichts weiter als ein Wirrwarr an Opferbeschuldigungen und Voreingenommenheit.
Darstellung des Hamas-Massakers als legitimen Akt des Widerstands
Einmal mehr ist ein Narrativ, das aus den antisemitischen Ecken des Internets kommt, von Teilen der Mainstream-Medien verstärkt worden: Die Behauptung, dass der Angriff der Hamas vom 7., Oktober ein legitimer Akt des Widerstands war.
Insbesondere die BBC ist erheblich in die Kritik geraten. Eine Analyse von vier Monaten ihrer Berichterstattung, beginnend mit dem 7. Oktober, deckte atemberaubende 1.500 Verstöße gegen ihre eignen redaktionellen Richtlinien. Diese vom britischen Anwalt Trevor Asserson und seiner Firma durchgeführte Untersuchung involvierte ein Team von rund 20 Anwälten und 20 Datenwissenschaftlern. Es deckte systematisches Versagen bei der Wahrung von Unparteilichkeit und Genauigkeit auf. Zu den Befunden gehörte, dass die regelmäßig Darstellung der Hamas in wohlwollenden Begriffen durch die BBC, insbesondere als „Widerstands“-Bewegung, wobei ihre Kämpfer als „Soldaten“ bezeichnet werden. Eines der ungeheuerlichsten Beispiele war eine Schlagzeile, die den Angriff der Hamas vom 7. Oktober als eine „spektakuläre“ Operation beschrieb.
Zahlreiche weitere Mainstream-Medien haben dieses Narrativ vom „Widerstand“ ebenfalls aufgegriffen. Die anhaltenden Bemühungen dieser grotesken Darstellung entgegenzuwirken haben jedoch dazu beigetragen, die Verbreitung dieses gefährlichen Revisionismus einzudämmen.
Andeutung, Israel würde den 7. Oktober als Vorwand zur Besetzung des Gazastreifens nutzen
Von CNN bis zur BBC haben Teile der Medien das Narrativ gepuscht, Israel werde das Massaker der Hamas als Vorwand nutzen den Gazastreifen einzunehmen. Diese irreführende Behauptung stützt sich auf Äußerungen einer kleinen Gruppe rechter israelischer Politiker, die für die breitere israelische Bevölkerung oder die Regierung nicht repräsentativ sind und implizieren, dass Israels langfristige Strategie darin besteht den Streifen zu besetzen.
Israels Rechtsextreme wollen die Palästinenser aus dem Gazastreifen vertreiben. Ihre Ideen gewinnen Aufmerksamkeit.
Jüdische Siedler visieren die Strände des Gazastreifens an.
Owen Jones, Kolumnist des Guardian, der die sexuelle Gewalt der Hamas auch in Zweifel zog, behauptete auf Good Morning Britain fälschlich, der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu, habe die ersten Steine einer neuen Siedlung im Gazastreifen gelegt. Nachdem HonestReporting offenlegte, dass Jones Netanyahus Rede falsch übersetzte – er bezog sich in Wirklichkeit auf einen zerstörten Kibbuz im Umfeld des Gazastreifens, außerhalb des Gazastreifens – publizierte Jones eine Korrektur.
Weitere Lügen von Owen Jones, der ITF GMB fälschlich behauptete, der israelische Premier Netanyahu habe im nördlichen Gazastreifen „einen Stein“ für eine neue Siedlung gelegt und rede über den Wiederaufbau von Siedlungen im Gazastreifen.
Auf dem Weg ins Studio las ich einen Tweet, der weithin kursierte und so verstanden wurde, dass Benjamin Netanyahu sich verpflichtete neue Siedlungen im Gazastreifen zu bauen. Tatsächlich war es ein Fehler von Google Translate…
Aufdeckung und Konfrontation von Verzerrung des 7. Oktobers
Der Kampf gegen die Verzerrung der Gräueltaten des 7. Oktobers hat demonstriert, dass schnelles Handeln entscheidend dafür ist, dass gefährliche Unwahrheiten keine Wurzeln schlagen. Die Vorführung von Bearing Witness – einem Film, der Bodycam-Aufnahmen des Massakers durch die Hamas zeigt – war eine entschlossene und effektive Art Journalisten und Schlüsselpersonen die brutale Wirklichkeit zu zeigen. Dem Film gelang es, eine sorgfältige Balance zwischen der Ehrung des Andenkens der Opfer und Überlebenden und der Vermittlung der Wahrheit an eine breite Öffentlichkeit herzustellen.
Organisationen wie HonestReporting haben unermüdlich daran gearbeitet diejenigen bloßzustellen, die revisionistische Lügen verbreiten, aktiv Einzelne und Medien beschämen, die die Wirklichkeit der Brutalität der Hamas herunterzuspielen oder zu verdrehen. Lässt man gegen diese nicht vorgeht, riskiert man, dass sich diese Unwahrheiten im öffentlichen Bewusstsein festsetzen, ganz ähnlich der tückischen „Völkermord-Verleumdung“.
Aber die Bemühungen von HonestReporting zeigen, dass es möglich ist diese Verzerrungen aufzuhalten, bevor sie in akzeptierte Narrative metastasieren. Die Wahrheit ist nicht nur eine Gegenmaßnahme – sie ist eine Waffe gegen die Lügen, die online in sozialen Medien wie auch gedruckt verbreitet werden.
Die Welt war Zeuge einer beispiellosen Krise, als Bürger aus 24 Ländern am 7. Oktober 2023 von der Hamas verschleppt und als Geiseln in den Gazastreifen entführt wurden.
Selbst jetzt gibt es Geiseln, die immer noch von der Hamas festgehalten werden; sie haben 22 Nationalitäten: die der USA, Argentinien, Österreich, Brasilien, Bulgarien, Kanada, Kolumbien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Litauen, Nepal, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Serbien, Tansania, Thailand, Großbritannien und Ukraine.
Obwohl sie Länder aus allen Teilen des Globus repräsentieren, ist der internationale Aufschrei überraschend und traurigerweise verhalten gewesen. Die „Geiselfrage“ ist weitgehend als israelisch betrachtet worden, was die Verantwortung dafür sie nach Hause zu bringen bei der IDF und der israelischen Regierung liegen lässt.
Laut Daniel Schek, einem ehemaligen israelischen Diplomaten und Sprecher des Hostages and Missing Families Forums, ist die internationale Dimension dieser Krise entscheidend. Er warnt, dass die präzedenzlose Verschleppung am 7. Oktober die Weltgemeinschaft beunruhigen sollte und dass etwas Ähnliches könne überall in der Welt passieren, besonders wenn die Verantwortlichen nicht schwer bestraft werden.
Scheks Bewertung der internationalen Reaktion ist schonungslos: „Ausreichend? Beileibe nicht.“ Es hat keinen bedeutsame, abgestimmte Bemühung der verschiedenen Länder gegeben zusammenzuarbeiten oder eine Art Druck ausübende Gruppe zu bilden, um die Geiseln zu befreien, sagt er. Die meisten der konkreten Bemühungen zu versuchen die Situation zu lösen sind individuelle oder voneinander unabhängig erfolgt.
Ende Oktober 2023 trafen sich russische Diplomaten in Moskau mit einer Hamas-Delegation und bestanden darauf, dass acht im als Geiseln festgehaltenen russisch-israelischen Bürgern besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird, darunter Roni Kriovoi, ein Tontechniker, der auf dem Nova-Festival arbeitete, als es angegriffen wurde (einer der wenigen Männer, der in dieser Zeit aus der Gefangenschaft freigelassen wurde).
Nach der ersten Freilassung von 17 Thailändern wurden im November zwei weitere Thais freigelassen. Eine thailändische Muslimgruppe behauptete, ihre Bemühungen seien der Schlüssen zur Sicherstellung dieser Geiseln gewesen. „Wir waren die einzige Partei, die seit Beginn des Krieges mit der Hamas sprach, um um die Freilassung der Thais zu bitten“, sagte Lerpong Syed, der Präsident der Vereinigung der thailändisch-muslimischen Absolventen gegenüber Reuters.
Ein wichtiger Einsatz erfolgte am 25. April, als die Führer von 17 Ländern sich US-Präsident Joe Biden bei der ersten offiziellen Erklärung anschlossen, die die Freilassung der Geiseln forderte. Zu den Ländern gehörten Argentinien, Frankreich, Deutschland und Großbritannien.
Wir fordern die sofortige Freilassung aller Geiseln, die von der Hamas seit mehr als 200 Tagen im Gazastreifen festgehalten werden. Dazu gehören unsere Bürger. Zum Schicksal der Geiseln und der Zivilbevölkerung im Gazastreifen, die laut Völkerrecht geschützt sind, besteht internationale Sorge … Wir unterstützen die die Vermittlungsbemühungen sehr, um unsere Leute nach Hause zu bringen. Wir bekräftigen unsere Forderung an die Hamas die Geiseln freizulassen und lassen Sie uns diese Krise zu beenden, damit wir uns kollektiv auf unsere Bemühungen konzentrieren können der Region Frieden und Stabilität zu bringen.
Seit dieser Erklärung sind die konkreten Bemühungen jedoch minimal gewesen. Biden hat eine moralische Verpflichtung abgegeben die israelisch-amerikanischen Geiseln nach Hause zu bringen und hat sich oft mit ihnen und ihren Familien getroffen, aber sein Erfolg dabei ist begrenzt gewesen. Es werden immer noch acht amerikanische Staatsbürger im Gazastreifen festgehalten, von fünf wird angenommen, dass sie noch am Leben sind.
Liat Beinin Atzili is a survivor.
It was my honor to welcome her to the White House this evening, hear firsthand about her resilience despite enduring the unthinkable, and promise her that my work isn't done until we secure the release of all remaining hostages held by Hamas. pic.twitter.com/4fMneEkHzv
Liat Beinin Atili ist eine Überlebende. Es war mir eine Ehre sie heute Abend im Weißen Haus willkommen zu heißen, aus erster Hand von ihrer Unverwüstlichkeit zu hören, obwohl sie das Undenkbare aushalten musste und ihr zu versprechen, dass meine Arbeit nicht getan ist, bis wir die Freilassung aller verbleibenden, von der Hamas festgehaltenen Geiseln sichergestellt haben.
Vergleicht man das mit früheren schlagzeilenträchtigen Geiselsituationen wie der iranischen Geiselkrise von 1979, dann ist das Missverhältnis bei der globalen Aufmerksamkeit unverkennbar. Die iranische Geiselkrise ergriff die amerikanische Öffentlichkeit und Medien, während die israelischen Geiseln, einschließlich der US-Bürger, beim amerikanischen Volk kein ähnliches Niveau an Aufmerksamkeit erlangt hat.
Als 2014 au seiner Schule in Chibok in Nigeria 276 Mädchen von der islamistischen Milizgruppe Boko Haram entführt wurden, erhielt eine Kampagne für ihre Rückkehr umfassende internationale Unterstützung.
Zur Kampagne „Bring Back Our Girls“ gehörte Unterstützung von prominenten Persönlichkeiten wie Michelle Obama und Hillary Clinton. Im Gegensatz dazu hat die bedrängte Lage der israelischen Geiseln keine vergleichbare weltweite Empörung ausgelöst. Und das trotz der harten Arbeit der Familien der Geiseln, die rund um die Welt fliegen, um für die Freiheit ihrer Lieben zu kämpfen.
In einigen Fällen haben sich die Geiseln sogar negative Aufmerksamkeit gegenüber gesehen – ein Phänomen, das in Krisen der Vergangenheit unbekannt war. Weltweit sind Poster der Geiseln abgerissen worden und einige Medienpersönlichkeiten haben die Legitimität der Berichte von den Angriffen des 7. Oktobers infrage gestellt.
Schek fasst den allgemeingültigen Charakter dieser Sache zusammen. „Ist spielt für mich wirklich keine Rolle, auf welcher Seite der politischen Kluft in Israel, in den USA, in Frankreich oder wo sonst du stehst. Es spielt wirklich keine Rolle, auf welcher Seite der israelisch-palästinensischen Kluft du stehst“, sagt er. „Es ist ungerecht, dass unschuldige Zivilisten seit neun Monaten unter unmenschlichen Umständen festgehalten werden. Ihnen werden ihre Rechte, die ihnen das Völkerrecht gibt, vorenthalten; und sie haben keine angemessene medizinische Versorgung bekommen und das Rote Kreuz hat keinen Zugang. Das sollte bei jedem Besorgnis erregen, dem Menschenrechte wichtig sind.“
Die Tatsache, dass 120 Geiseln aus 22 verschiedenen Ländern von Terroristen aus Israel verschleppt wurden und sich bis heute im Gazastreifen befinden, fordert dringendes internationales Handeln. Diese Geiselkrise ist kein nur israelisches Thema, sondern ein globales.
Also, Welt, wo ist eure Empörung? Warum kämpft ihr nicht darum eure Leute nach Hause zu bringen?
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