Posted tagged ‘Hamas-Terror’

Selektives Schweigen: Das zweierlei Maß der Medien zu israelischen Überlebenden von sexueller Gewalt

3. Januar 2026

Sharon Levy, HonestReporting, 29. Dezember 2025

Glaubt allen Frauen – außer israelischen Frauen. Diese Botschaft sendet die Medienlandschaft immer wieder. Als vor einigen Jahren Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen Hollywoodstars erhoben wurden, standen die Frauen, die sich zu Wort meldeten, ununterbrochen in den Schlagzeilen – gefeiert für ihren Mut, trotz der Einschüchterungen durch ihre Täter zu sprechen. Doch wenn israelische Frauen und Männer über ihre Erfahrungen in der Gefangenschaft der Hamas oder über das berichten, was sie am 7. Oktober erlebt haben, sind die Medien deutlich leiser gewesen.

Wenn große Medienhäuser israelischen Überlebenden doch eine Plattform geben, wird ihre Geschichte entweder heruntergespielt, verschleiert oder von anderen online als erfundener Bericht verspottet.

Genau das geschah, als Romi Gonen, die 471 Tage lang in Gaza als Geisel festgehalten wurde, mit ihrer Geschichte über sexuelle Gewalt während der Gefangenschaft an die Öffentlichkeit ging. In ihrem Interview mit Israels Kanal 12 schilderte Romi die grausamen und wiederholten sexuellen Übergriffe, die sie durch Hamas-Täter erleiden musste.

Romi Gonen beschreibt Missbrauch in Gefangenschaft

Die westlichen Medien, die Israel so schnell – trotz fehlender Beweise – Verbrechen wie Völkermord vorwerfen, sind nun auffallend abwesend, sobald das Verbrechen sexueller Gewalt öffentlich wird, das eine ehemalige Geisel erlitten hat. Es ist äußerst enttäuschend, dass zum Zeitpunkt, da dies geschrieben wird, lediglich die Daily Mail und der Telegraph über Romis wichtige Aussage berichtet haben.

Die sexuellen Gewalttaten, die an Israelis am und nach dem 7. Oktober verübt wurden, sind seit den Tagen unmittelbar nach den Angriffen bekannt – dokumentiert durch Zeugenaussagen von Überlebenden, forensische Beweise, Augenzeugenberichte sowie Ermittlungen israelischer Behörden und internationaler Institutionen. Dennoch wird online und in den Medien, selbst wenn immer mehr Beweise von Überlebenden ans Licht kommen, all dies weiterhin als kontrovers behandelt, statt als Wahrheit.

Das ist kein Zufall. Es spiegelt ein beunruhigendes zweierlei Maß wider, bei dem israelischen Opfern jene moralische Klarheit verweigert wird, die man anderen routinemäßig zugesteht. Für Romi begann diese Verweigerung nicht erst in der vergangenen Woche mit der nahezu vollständigen Ausblendung ihrer Geschichte. Bereits vor einigen Monaten, als ihre Schwester Yarden Gonen mit Briahna Joy Gray, früher von The Hill, sprach und sie bat, israelischen Vergewaltigungsopfern zu glauben, reagierte Gray mit einem Augenrollen.

Dieser Moment brachte das Problem auf den Punkt. Wenn israelische Frauen über sexuelle Gewalt sprechen, begegnet man ihnen nicht mit Mitgefühl, sondern mit Misstrauen, Zynismus oder Abwertung. Was in jedem anderen Kontext sofort als Grausamkeit erkannt würde, wird normalisiert, sobald die Opfer Israelis sind.

Seit der Ausstrahlung von Romis Interview hat die Leugnung der sexuellen Gewaltverbrechen, die Hamas am und nach dem 7. Oktober begangen hat, deutlich zugenommen. Drop Site News etwa versuchte, den ersten Bericht von Amnesty International über sexuelle Gewalt am 7. Oktober zu diskreditieren (ein Bericht, der ohnehin verzögert veröffentlicht wurde, um die Israel-Hasser in den eigenen Reihen nicht zu verärgern), indem behauptet wurde, es seien „keine solchen Beweise“ für sexuelle Gewalt vorhanden. Nur wenige Wochen zuvor hatte Drop Site die Hamas-Leugnung sexueller Gewalt am 7. Oktober erneut verbreitet.

Ebenso veröffentlichte Drop Site ein Video erneut, in dem eine Journalistin, die im vergangenen Sommer an der Freedom Flotilla teilgenommen hatte, behauptete, sie sei während eines Transfers zwischen israelischen Gefängnissen vergewaltigt worden. Zeitpunkt und Authentizität dieser Behauptung werfen erhebliche Fragen auf, da sie genau zu dem Zeitpunkt auftauchte, als Romis Aussage öffentlich wurde. Die plötzliche Verstärkung einer unbestätigten Gegenbehauptung, die den Fokus von israelischen Opfern weg und zurück auf Anschuldigungen gegen Israel lenkt, kann nicht isoliert betrachtet werden.

Gleichzeitig sind inzwischen zwei Jahre vergangen, seit die New York Times ihren Bericht „‘Screams Without Words’: How Hamas Weaponized Sexual Violence on Oct. 7“ veröffentlichte – und erneut versuchen Social-Media-Influencer, die Untersuchung zu diskreditieren, indem sie sie als „Desaster“ und als „historisch beschämende israelische Propaganda“ bezeichneten.

Die Auslöschung israelischer Opfer sexueller Gewalt ist keine Neutralität. Sie ist Komplizenschaft – und die Botschaft ist eindeutig: Ihr Leid ist verhandelbar, ihr Trauma bedingt, ihre Glaubwürdigkeit dauerhaft angeklagt. Romis Mut, an die Öffentlichkeit zu gehen, verdient dieselbe Empathie und Verstärkung, die anderen Opfern sexueller Gewalt selbstverständlich zuteil wird. Dass die Medien dies verweigern, ist eine moralische Entscheidung, kein selektives Versehen.

Amnesty hat endlich israelische Opfer eingestanden und die Medien haben weggesehen

26. Dezember 2025

Mehr als zwei Jahre nach den Gräueln vom 7. Oktober und nachdem sie Israel fälschlich des Völkermords beschuldigt haben, veröffentlichte Amnesty International einen Bericht zu den Hamas-Verbrechen Mord, Geiselnahme und sexueller Gewalt an diesem Tag.

Sharon Levy, HonestReporting, 15 Dezember 2025

Zwei Jahre. So lange hat Amnesty International, eine der angeblich führenden Menschenrechtsorganisationen der Welt, gebraucht, um in einem Bericht offiziell anzuerkennen, dass die Hamas am 7. Oktober 2023 schreckliche Verbrechen am jüdischen Volk und dem Staat Israel begangen hat.

Das sind Tatsachen, für deren Feststellung Juden Amnesty nicht benötigten. Der Massenmord, die sexuelle Gewalt, die Geiselnahmen und die Brutalität wurden in Echtzeit dokumentiert. Die Beweise existierten. Die Zeugenaussagen existierten. Die Verbrechen waren unbestreitbar und hätten von jeder Organisation, die vorgibt Menschenrechte zu verteidigen, sofort berichtet werden müssen.

Stattdessen wählte Amnesty einen anderen Weg. Von Anfang an stellte die Organisation Israel als Hauptaggressor dar, während sie die gegen Israelis verübten Gräueltaten ausblendete, verharmloste oder deren Anerkennung verzögerte.

Noch schlimmer: Nur ein Jahr nach dem Massaker veröffentlichte Amnesty einen Bericht, in dem Israel des Völkermords beschuldigt wurde. Um zu diesem Schluss zu gelangen, dehnte und verzerrte die Organisation die Definition von Völkermord und vermied auffällig jede ernsthafte Aufschlüsselung darüber, wie viele Hamas-Terroristen in den Kämpfen getötet wurden. Das Ergebnis war kein sorgfältiger Menschenrechtsbericht, sondern ein Dokument, das so geformt wurde, dass es in ein vorgefertigtes Narrativ passte.

Für Amnesty International sind Beweise weniger wichtig als die Aufrechterhaltung eines falschen Völkermord-Narrativs. Als unwiderlegbare Beweise für die am 7. Oktober begangenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit auftauchten, schwieg die Organisation. Der Grund liegt auf der Hand: Die Anerkennung dieser Verbrechen hätte das sorgsam konstruierte Narrativ zerstört, mit dem Israel die internationale Sympathie entzogen werden sollte.

Ursprünglich sollte ein Bericht, der die Verbrechen der Hamas detailliert darstellt, im September 2025 veröffentlicht werden. Seine Veröffentlichung wurde nach interner Opposition innerhalb von Amnesty International verzögert; Kritiker sollen argumentiert haben, dass selbst ein verspätetes Eingeständnis der Gräueltaten der Hamas Israel in der öffentlichen Wahrnehmung zugutekommen könnte, insbesondere angesichts der Nähe zu laufenden Waffenstillstandsverhandlungen.

Amnesty International präsentiert sich als unparteiische humanitäre Organisation, die sich dem Schutz aller Opfer von Menschenrechtsverletzungen verpflichtet fühlt. Doch dieser Vorfall zeigt, wie interne Politik dieses Mandat überlagern konnte. Israelische Opfer wurden erst dann anerkannt, als dies zeitlich so gesteuert werden konnte, dass ein bevorzugtes Narrativ nicht gestört wurde. Diese selektive moralische Abwägung untergräbt die ohnehin fragwürdige Glaubwürdigkeit und den Anspruch der Organisation auf Unparteilichkeit noch weiter.

Selbst mit der Verzögerung hätte allein die Tatsache, dass eine große Menschenrechtsorganisation endlich die an Israelis begangenen Verbrechen dokumentiert hatte, es für sich genommen wert sein müssen, dass darüber berichtet wird.

Stattdessen blieben viele derselben Medien, die Amnestys zutiefst fehlerhafte Völkermordbeschuldigung gegen Israel bereitwillig verstärkten, bezüglich des Berichts, der die am 7. Oktober an Israelis verübten Verbrechen gegen die Menschheit dokumentiert, auffallend still. Der Kontrast ist schwer zu übersehen — und spricht Bände, welche Opfer als berichtenswert gelten und welche nicht.

Große Medienhäuser, darunter CNN, die BBC, The Washington Post und die Associated Press, haben zu dem neuen Bericht von Amnesty International geschwiegen, obwohl sie die Völkermord-Vorwürfe der Organisation nur ein Jahr zuvor sofort verstärkt hatten. Diese Ungleichbehandlung deckt auf, wie selektiv diese Medien mit Material aus derselben Organisation umgehen: Sie heben Behauptungen hervor, die in ein bevorzugtes Narrativ passen, während sie die ignorieren, die es verkomplizieren.

Hätten die Medien, die Amnestys zutiefst fehlerhaften Völkermordbericht so eifrig verbreiteten, sich grundlegenden journalistischen Standards verpflichtet, dann hätten sie dessen Verzerrungen und den Missbrauch des Begriffs Völkermord gründlich untersucht. Zumindest hätten sie auch über Amnestys Dokumentation der israelischen Opfer berichten müssen. Ihre Weigerung, dies zu tun, erzählt eine beunruhigende Geschichte — eine, in der redaktionelle Entscheidungen nicht nur bestimmen, welche Geschichten erzählt werden, sondern auch, welche Opfer überhaupt existieren dürfen.

Wenn Menschenrechtsorganisationen und Redaktionen entscheiden, wessen Leid Anerkennung verdient — und diese Anerkennung nur dann gewähren, wenn sie politisch opportun ist —, dann geht es nicht nur um den Umgang mit einem einzelnen Bericht. Sie untergraben das öffentliche Vertrauen, höhlen die Prinzipien aus, die zu verteidigen sie vorgeben und verwandeln die Sprache der Menschenrechte in ein Werkzeug selektiver Auslöschung.


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