Gewalt im Westen und im Islam

Man kann die Geschichte des Abendlandes als eine Geschichte des (wenngleich nicht immer erfolgreichen) Versuchs schreiben, Gewalt zu minimieren. Im Hinblick auf islamische Gesellschaften wäre eine solche Perspektive absurd. (Manfred Kleine-Hartlage: Das Dschihad-System)

Als Manfred Kleine-Hartlage diese Zeilen in seinem ausgesprochen diskutablen Buch schrieb – 2010 –, da kannte er Steven Pinkers Monumentalwerk „Gewalt – eine neue Geschichte der Menschheit“ (engl.: The better Angels of our Nature. Why violence has declined) von 2011 (dt.: 2013) noch nicht. Es ist eines von zwei Grundlagenwerken, die rechte und konservative Narrative fundamental und vor dem Hintergrund großer Sachkenntnis in Frage stellen. Weiterlesen

Die Iden des Merz

Großes Theater im Bundestag. Wer die Brutusse waren, die Merz versuchshalber das Messer in den Rücken stachen, werden wir wohl nie erfahren. Persönlich würde ich mal bei Saskia Esken nachfragen, ob die was weiß.

Die ganze Szene ist ein treffendes Sinnbild für den rasanten Niedergang dieses Landes, das nicht nur ökonomisch und infrastrukturell rapide abbaut, sondern auch politisch mehr und mehr zur Lachnummer wird. Weiterlesen

Glauben und Gottesbeweis

Man mißtraue allen Gläubigen, die durch Krise, Krankheit, Krieg zum Glauben finden. Sie mißbrauchen Gott und das Numinose als Psychotherapie und mißverstehen ihr kleines persönliches Unglück als ontologisches oder kosmologisches Ereignis. Es ist ihnen im Grunde genommen gleich, ob Katholizismus, Buddhismus, Islam oder New Age …, denn alles kann zum „Ausstieg“ dienen.

Man mißtraue allen Gläubigen, die in eine Religion hineingeboren wurden, denn sie hatten nie die Chance einer unabhängigen Entscheidung. Man erkennt sie an der prinzipiellen Affirmation: sie kennen den Zweifel nicht.

Man mißtraue allen Gläubigen, die sich rational für einen Glauben entschieden haben, denn sie machen die Früchte ihres bescheidenen menschlichen Räsonierens, ihrer geistigen Unvollkommenheit zum Maßstab diviner Existenz.

Man mißtraue allen Gläubigen, die durch eine Offenbarung, durch das praktische Erleben Gottes, zum Glauben finden. Ihnen ist ein persönliches Erlebnis – vielleicht nichts anderes als die Erfahrung des Fürsten Myschkin – zum Schlußstein geworden.

Nur der Skeptiker kann ein wahrhaft Glaubender werden, denn der wahre Glaube muß sich ständig und immer wieder am Zweifel erweisen, er muß permanent errungen werden, sich selbst negieren und geht im Moment der absoluten Gewißheit – die der wirkliche Glaube ist – verloren.

Aber wie ist Glauben dann noch möglich, wer kann dann noch selig werden? Es bedarf des „Sprungs in den Glauben“, wie Kierkegaard es nannte, jenen paradoxen Akt, der Bejahung und Verneinung vereint und:

„Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, denn daß ein Reicher ins Reich Gottes komme. Sie entsetzten sich aber noch viel mehr und sprachen untereinander: Wer kann denn selig werden? Jesus aber sah sie an und sprach: Bei den Menschen ist’s unmöglich, aber nicht bei Gott; denn alle Dinge sind möglich bei Gott.“ (Markus 10.25ff.)

Ist damit das Christentum als kulturkonstitutiv abgetreten? Mitnichten. Wir müssen uns im christlichen Erbe verorten, nicht weil es wahrer oder besser ist als anderes, sondern weil es unseres ist.

Frauen im Schutze des Islam

„… daß Frauen niemals ihre vollen Rechte, natürliche Freiheit und vollständigen persönlichen Rechte genießen werden, als unter dem SCHUTZ des ISLAM. Der Islam hat eine Menge Rechte für Frauen festgelegt und eingesetzt. Dem entsprechend hat er auch bestimmte Pflichten benannt und festgelegt, die sie einhalten und erfüllen muß. All dies aus dem Grund, weil der Islam eine Göttliche Religion ist, im Gegensatz zu den von Menschen gemachten Gesetzen.“

Ist man mit Muslimen zusammen, läßt sich die Geschlechterfrage nicht umgehen. Legte mir einst ein muslimischer Freund ein kleines Büchlein vor: „Frauen im Schutz des Islam“. Darin sei alles erklärt.

Die Schrift lag in der Moschee aus und ist frei erhältlich. Sie gehört zu den am weitesten verbreiteten muslimischen Aufklärungsschriften. Man kann sie auch heute noch bei Amazon etwa erwerben.

Tatsächlich wird man die darin versammelten Argumente im Gespräch mit Muslimen – alteingesessenen ebenso wie neu hinzugekommenen – immer wieder hören. Wir haben es hier mit außerordentlich weit verbreiteten Positionen zu tun. Weiterlesen

Genau!

Genau! Erschrocken fahre ich mir über den Mund. Scheiße! Wieder ist es passiert. Ich habe „genau!“ gesagt. Habe das Fremde, das Uneigentliche, das Gerede, das Hohle, die Leere, das Man in meinen Kopf und Mund gelassen. Den Westen! Das bin nicht ich, das sind wir nicht – genau!

Warum nicht „ja“, „klar“, „richtig“, „korrekt“, „sicher“, „eben“, „freilich“, „wahrhaftig“ … was weiß ich. Alles wäre gegangen, nur „genau“ nicht. Weiterlesen

Nicht Mord nicht Bann noch Kerker

Nicht Mord, nicht Bann, noch Kerker
nicht Standrecht obendrein
es muß noch stärker kommen
soll es von Wirkung sein. Weiterlesen

Die Kaiserin lädt zur Audienz …

… und die Ostdeutschen, die Sachsen – in diesem Falle die Vogtländer – strömen in Scharen herzu, die Parkplätze vor der Festhalle sind hoffnungslos zugestellt, im Saal mußte ein Seitenflügel geöffnet werden, um dem Andrang Herr zu werden. Keiner der 1300 Stühle bleibt leer, wir hatten im November bestellt und bekamen für über 40 Euro nur noch einen Platz am Katzentisch. Wenn Lisa Eckhart in der ostdeutschen Provinz auftritt, dann ist das ein Heimspiel.

Doch die Menge jubelt nicht: sie lauscht. Weiterlesen

Zwischen finden und machen

Das demokratische Projekt beruht auf dem Entschluß, die Andersheit des Menschen anders zu deuten – und zwar so, daß die gefundenen Unterschiede zwischen ihnen verworfen und durch gemachte Unterschiede ersetzt werden. Zwischen finden und machen verlaufen künftig die am heftigsten umkämpften Grenzen: die zwischen Bewahrungsinteresse und Fortschrittlichkeit, die zwischen Unterwerfung und Selbstbestimmung, die zwischen ontologischem Vernehmen und konstruktivistischem Neu- und Andersmachen, und letztlich auch die zwischen high and low culture. Weiterlesen

Welt und Lehre im Islam

„Man betrachte z.B. den Koran: dieses schlechte Buch war hinreichend, eine Weltreligion zu begründen, das metaphysische Bedürfnis zahlloser Millionen Menschen seit 1200 Jahren zu befriedigen, die Grundlage ihrer Moral und einer bedeutenden Verachtung des Todes zu werden, wie auch, sie zu blutigen Kriegen und den ausgedehntesten Eroberungen zu begeistern. Wir finden in ihm die traurigste und ärmlichste Gestalt des Theismus. Viel mag durch die Übersetzungen verloren gehen; aber ich habe keinen einzigen wertvollen Gedanken darin entdecken können. Dergleichen beweist, daß mit dem metaphysischen Bedürfnis die metaphysische Fähigkeit nicht Hand in Hand geht.“ (Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung)

Als Ungläubiger kann man den Koran durchaus als eine Sammlung von Verhaltensregeln in einer bestimmten konkreten Situation lesen, die demjenigen, der die Situation nicht kennt, nicht viel sagen, die für ihn nicht relevant sind.

Daraus ließe sich ein möglicher Grund für die prinzipielle Fortschrittsfeindlichkeit weiter Teile des Islams, dessen Grundfeste der Koran ist, schließen. Weiterlesen

Europas Schicksalskampf – der ganze Vortrag

Vortrag von: Johann Christian Nord komplett in deutscher Übersetzung als PDF

Europas Schicksalskampf

von Johan Christian Nord

Ich werde heute nach bestem Wissen und Gewissen über unsere aktuelle Situation sprechen, über die sich vollziehende islamische Kolonisierung der europäischen Territorien und über den guten Kampf, der kommen wird, wenn diese verlorenen Territorien zurückerobert werden sollen. Weiterlesen

Europas Schicksalskampf

Im Zuge der Arbeit an Jakob Knudsens Roman „Der alte Pfarrer“ stieß ich auf Youtube auf einen der wenigen Vorträge zum Thema und im Übrigen auf den einzig relevanten. Andere Redner standen auf linker Seite und hatten nur Abscheu und Sarkasmus übrig – zu deutlich widersprach Knudsen deren Idealwelt.
Johan Christian Nords Vortrag hingegen sprühte vor Begeisterung und bewies ein tiefes Einfühlen in die Ideenwelt des Autors. Die Maschine bot mir mehr Vorträge des Mannes an und besonders seine Rede über den Schicksalskampf Europas hat mich schwer beeindruckt. Sie wurde 2018 gehalten und kann – was Deutlichkeit betrifft – noch immer glänzen. Die Remigration-Idee wurde hier vorgedacht und auf ein moralisches und psychologisches Fundament gestellt. Alles noch rudimentär und grob geschnitzt, aber an Bestimmtheit nicht zu überbieten.
Ich hatte versucht, Johan Nord zu kontaktieren, aber es wurde schnell deutlich, daß er sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte. Ein Zufall brachte uns doch noch zusammen: Als ich die Veröffentlichung auf der Facebookseite der „Knudsen-Gesellschaft“ bekanntgab und meine Einführung zu Werk und Autor verlinkte, kam just von ihm die Reaktion: „En ganske grundig tekst, må man sige!“ So war das Eis gleich gebrochen.
Ich bat Johan Nord um die Erlaubnis, seinen Vortrag zu übersetzen und hier einzustellen, – die wurde gewährt. Er betonte freilich, daß er heute anders darüber denkt und sich seit ein paar Jahren um seine innere Entwicklung kümmere.

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Vier Wochen Twitter – erstes Fazit

Wer Aphorismen liebt, wer gelungene Aphorismen schreiben kann, ist hier am rechten Ort – sollte man meinen. Allein, so einfach funktioniert das nicht. Das Problem ist die Masse zum einen und die allgemeine Qualität zum anderen. Man muß lange suchen, um einen wirklich ästhetisch gelungenen und inhaltlich tiefen Spruch zu finden. Einige haben das perfektioniert, denen mag man folgen.

Umgekehrt geht die Qualität – die ohnehin selten ist – meist unter im Wust der Mitteilungen. Und man bekommt das am eigenen Leib zu spüren. Meint man, selbst eine halbwegs gelungene Parole verfaßt zu haben, kann man davon ausgehen, daß sie so gut wie nicht wahrgenommen wird. Aber ein bestimmtes Buzzword kann zur Explosion führen.

Wird man deswegen verstanden? Weiterlesen

Der Seidelstein

Der Buchengel wars! Der führte mich auf die Insel. Dort gibt es einen klitzekleinen Bücherschrank, an den zu treten gewöhnlich umsonst ist – die besten Sachen sind seit langen von mir aussortierte und dort abgelegte Bücher –; denn was liest das Volk schon in einem sächsischen Provinzkaff? Dennoch, ich gehe … man weiß ja nie. Die Unkundigen stellen manchmal auch etwas ab, dessen Wert sie nicht erkennen.

Ein schmales Bändchen fällt mir in die Hände, ich lese den Titel, muß lächeln, stecke es ein und suche weiter. Zu Hause erst wird mir der Schatzcharakter bewußt. Weiterlesen

Die moderne Nation

Die Nation ist ein hysterisches und panisches Informationssystem, das ständig sich selbst erregen, sich selbst stressieren, ja sogar sich selbst terrorisieren und in Panik versetzen muß, um sich selbst zu beeindrucken und um sich, als in sich selbst schwingende Streßgemeinschaft, davon zu überzeugen, daß es sie wirklich gibt. Ist ein solches nationales Informationssystem erst einmal hinreichend ausgebaut – können die Mehrheiten erst lesen, schreiben und sich selbst irritieren -, so ist die Nation imstande, sich von Tag zu Tag als selbstnötigende Einheit sinnlich konkret und doch auch gespenstisch abstrakt zu erleben und sich immer von neuem davon zu überzeugen, daß sie einen hinreichend starken Grund für ihre Existenz und ihre Kohärenz besitzt. Weiterlesen

Embryologie im Islam

Die Wissenschaft denkt nicht, weil sie nach der Art ihres Vorgehens und ihrer Hilfsmittel niemals denken kann – denken nämlich nach der Weise der Denker. Daß die Wissenschaft nicht denken kann, ist kein Mangel, sondern ein Vorzug. Er allein sichert ihr die Möglichkeit, sich nach der Art der Forschung auf ein jeweiliges Gegenstandsgebiet einzulassen und sich darin anzusiedeln. (Martin Heidegger)

Kennen Sie Keith L. Moore? Nein? Das ist keine Schande. Aber das könnte sich ändern, spätestens wenn Sie mit dem Moslem von nebenan sprechen. Unter Muslimen ist Keith Moore nämlich ein Star! Ich wurde mehrfach und aus verschiedenen Richtungen auf ihn angesprochen – also nahm ich mich der Sache an.

Keith Moore ist Embryologe. Er hat eines der größten Wunder des Korans erfunden. Weiterlesen

Was ist Vril?

Seit ein paar Wochen versucht Erik Ahrens, tiefe Keile ins rechte Lager zu treiben und eine eigene Bewegung aufzubauen. Er tut das via Videobotschaften, kurzen Clips auf verschiedenen Plattformen, sogenannten Spaces auf Twitter usw., also ausschließlich mit Hilfe der sozialen Medien. Sein Publikum ist jung und soll es auch sein, denn der Hauptgegner im Allgemeinen ist der „Boomer“ und die politischen Protagonisten aus Partei und Vorfeld im Besonderen.

Ob daraus eine ernsthafte Gefahr erwachsen kann, ist noch nicht zu sagen. Weiterlesen

Verehrter, lieber Herr Heidegger!

Man weiß, was die Stunde geschlagen hat, wenn der verdienstvolle Klostermann-Verlag bei einem eminenten Heidegger-Briefwechsel auf seinen legendären und kongenialen grauen Papierumschlag verzichtet und stattdessen zur Billigpappe greift, und wenn zudem nach zwei Tagen sich bei einem Buch mit sattem Preis schon die ersten Seiten aus der Bindung lösen. Weiterlesen

Forschung im Islam

Die Fliege im Glas

„Was ist dein Ziel in der Philosophie? Der Fliege den Ausweg aus dem Fliegenglas zeigen.“ (Ludwig Wittgenstein: Philosophische Untersuchungen)

Man muß es so deutlich sagen: Das Argumentationsniveau, in dem sich ein Teil der muslimischen Gedankenwelt bewegt, ist erbärmlich.

Verschiedene Diskussionen mit praktizierenden Muslimen zeigen, daß es ihnen schwerfällt, den Gedanken der Falsifikation zu fassen: „Die Wahrheit können wir nicht beweisen. Aber wir können die Unwahrheit beweisen und uns so der Wahrheit nähern.“ Weiterlesen

KI und die Folgen

Aufforderung an eine KI: „Charakterisiere den Stil und das Denken von Seidwalk auf gleichnamiger Webseite“

Antwort: „Der Stil und das Denken von Seidwalk, wie sie auf seidwalk.wordpress.com zum Ausdruck kommen, lassen sich durch eine Kombination aus reflektierter Analyse, philosophischer Tiefe und einem kritischen Blick auf zeitgenössische gesellschaftliche Entwicklungen charakterisieren.“ Blablabla.

Dann der Befehl: Schreibe in diesem Stil einen Text über Heidegger und sein Konzept des Wohnens. Weiterlesen

Der Schlußstein im Fritsche-Monument

Vermutlich gilt Herbert Fritsche noch immer als Geheimtip. Dabei gehört er im Grunde genommen zum erweiterten Rand der Konservativen Revolution, immerhin schloß seine weite Korrespondenz und Freundschaft auch Ernst Jünger, Gottfried Benn, Friedrich Hielscher, Gerhard Nebel, Emil Bock, Martin Buber, Hans Blüher und viele andere ein, kurz, er war eine Größe, eine Schnittstelle im intellektuellen Leben Deutschlands der 30er bis 60er Jahre.

Man kann sein heterogenes Werk wohl in vier Bereiche unterteilen Weiterlesen