Europas Schicksalskampf

Im Zuge der Arbeit an Jakob Knudsens Roman „Der alte Pfarrer“ stieß ich auf Youtube auf einen der wenigen Vorträge zum Thema und im Übrigen auf den einzig relevanten. Andere Redner standen auf linker Seite und hatten nur Abscheu und Sarkasmus übrig – zu deutlich widersprach Knudsen deren Idealwelt.
Johan Christian Nords Vortrag hingegen sprühte vor Begeisterung und bewies ein tiefes Einfühlen in die Ideenwelt des Autors. Die Maschine bot mir mehr Vorträge des Mannes an und besonders seine Rede über den Schicksalskampf Europas hat mich schwer beeindruckt. Sie wurde 2018 gehalten und kann – was Deutlichkeit betrifft – noch immer glänzen. Die Remigration-Idee wurde hier vorgedacht und auf ein moralisches und psychologisches Fundament gestellt. Alles noch rudimentär und grob geschnitzt, aber an Bestimmtheit nicht zu überbieten.
Ich hatte versucht, Johan Nord zu kontaktieren, aber es wurde schnell deutlich, daß er sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte. Ein Zufall brachte uns doch noch zusammen: Als ich die Veröffentlichung auf der Facebookseite der „Knudsen-Gesellschaft“ bekanntgab und meine Einführung zu Werk und Autor verlinkte, kam just von ihm die Reaktion: „En ganske grundig tekst, må man sige!“ So war das Eis gleich gebrochen.
Ich bat Johan Nord um die Erlaubnis, seinen Vortrag zu übersetzen und hier einzustellen, – die wurde gewährt. Er betonte freilich, daß er heute anders darüber denkt und sich seit ein paar Jahren um seine innere Entwicklung kümmere.

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Das Ende des Migrationszeitalters

Thomas Wangenheim ist Solitär und Aristokrat. Seine Wirkung hat keine Masse und die sucht er auch nicht. Auf YT pflegt er einen Kanal, auf welchem er über Goethe, Nietzsche, Spengler spricht oder darüber, wie man Vorkriegsherrenhüte richtig datiert. Er steht dabei vor einem Bücherregal, das nie ein modernes Taschenbuch wird ertragen müssen. Seine Kleidung, seine Sprache, sein Denken scheinen aus den goldenen 20ern zu stammen; man wundert sich, daß er nicht von Wangenheim heißt. Weiterlesen

„Remigration“ nach Martin Sellner

Rezension

Das heißeste Buch der Saison hatte selbstverständlich gnadenlose Vorfahrt auf dem Lektürefahrplan.

„Remigration“ faßt in aller Kürze – das darf bei der nachfolgenden Kritik nicht vergessen werden – Martin Sellners Vorstellungen dessen, was politisch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten durchzusetzen sei zusammen, will man die Identität des deutschen Volkes noch irgendwie wahren und damit überhaupt erst die Fortexistenz einer demokratisch organisierten Sozietät ermöglichen. Weiterlesen

Wachsen eines Vulkans im Lügenmeer

Vulkanologen lieben es, bei der Geburt einer neuen Insel zugegen zu sein. Aus dem Wasser blubbert heiße Lava hervor, von einem Vulkan im Meer ausgestoßen, verhärtet und wird zu einer Insel, zu etwas Realem, Festem, Betretbarem. Schon nach wenigen Jahren haben sich komplexe Flora- und Fauna-Systeme gebildet: Wer die Insel nun betritt und ihre Geschichte nicht kennt, ahnt gar nicht, daß er über einem einstigen Abgrund steht. Er nimmt das neue Stück Land als gegeben hin. Weiterlesen

Der Sellner-Skandal

Nun hat der Kanzler es also zur Chefsache gemacht. Das vermeintliche Geheimtreffen, welches die „Rechercheplattform Correctiv“ skandalträchtig aufgedeckt haben will, soll ein weiterer Nagel im Sarg der AfD werden.

Gäbe es eine gelebte Demokratie, dann bekämen Sellner und die anwesenden Politiker die Gelegenheit, sich ebenso ausführlich in den großen Medien zu verteidigen, in denen sie jetzt vehement angegriffen werden. Weiterlesen