Rezension: Uwe Wolff: Tausend Nächte tief. Rilke und die Engel seiner Dichtung.
Der Kulturbetrieb brummt zufrieden vor sich hin. Ob historische Ereignisse (Bauernkrieg), Todestage (Kafka) oder runde Geburtstage (Thomas Mann), fast schon routiniert wirft er ein gerütteltes Maß an Mono- und Biographien aus. So auch ein halbes Dutzend im Falle Rilke, anläßlich seines 150. Geburtstages; die meisten davon dickleibig, minutiös, geradlinig mit sattem Apparat und unzähligen Fußnoten. Sie nennen sich in der Regel „Eine Biographie“ und rekapitulieren meist das Altbekannte mit einem Schuß Abweichung, einer sogenannten „neuen Perspektive“. Weiterlesen