Lektüren Oktober 2025

Einerseits zur Selbstdisziplinierung und -motivation, andererseits weil es einigen Leuten gefallen hat, beginne ich wieder mit den monatlichen Kurzbesprechungen der Leseliste. 

Joseph Roth: Hiob (1930)

Eigentlich eine Spätseptemberlektüre, aber weil sie mich so mitgenommen hat und so lehrreich ist, packe ich sie hier mit rein.

Dieses Buch habe ich zugleich gelesen und gehört und wenn man einen guten Vorleser hat, dann kann das den Eindruck potenzieren. Es braucht nur wenige Seiten, um zu begreifen, daß es ein Meisterwerk ist. Diese Geschichte um den Toralehrer Mendel Singer, dem das Schicksal scheinbar immer böse mitspielt, der alle seine Kinder verliert und schließlich auswandern muß, berührt überhaupt nur deswegen, weil ein Meister der Sprache sie bearbeitet hat. Da sitzt jedes Wort und jede Pause, das ist so tief ins jüdische Denken eingefühlt, Roth weiß exakt, wo er die Schrauben anziehen und wo er sie lockern muß … schon rein ästhetisch reißt es einen mit! Weiterlesen

Islam in homöopathischen Dosen

In regelmäßigen Abständen beglücken uns die Zeitungen mit Meinungen zur Homöopathie – neun „Das-ist-alles-Humbug“-Artikeln steht vielleicht eine bejahende Studie oder ein Erfahrungsbericht entgegen (Beispiele unten).  Die Hauptargumente sind immer die gleichen: Placebo und „Da ist doch nichts drin“. Die Alltagsrealität sieht anders aus: Millionen Menschen (und Tiere) fühlen sich geheilt.

Wer so argumentiert, stellt nur unter Beweis, daß er von der Homöopathie nicht das Geringste verstanden hat. Weiterlesen