Honig im Kopf

2 04 2026

„Er hat das so definitiv nicht gesagt. Da haben sich wie immer alle anderen absichtlich verhört. Also er hat das schon so gesagt, ja, es gibt ja immerhin jede Menge Belege, die Kameras liefen alle mit, und das war wohl sicher kein Zufall, aber er hat natürlich auf keinen Fall so gemeint. Also ja, er hat das auch so gemeint, sonst hätte er es ja auch nicht so gesagt, aber das war nicht, ich wiederhole: das war nicht seine Meinung, die er hier geäußert hat. Das ist eine ganz miese linke Tour, dass Herr Merz die Meinung dieses dschihadistischen Kriegsverbrechers, der uns als Staatsoberhaupt von Syrien die Ehre gegeben hat, zu seiner eigenen macht und dann dafür zur Rechenschaft gezogen wird. Fragen Sie doch mal Ihre Töchter, was das bedeutet!

Jetzt regen Sie sich mal nicht künstlich auf, das machen wir immer so. Wir werden von den etwa einer Million Syrern, die hier dem Steuerzahler auf der Tasche liegen, mindestens drei Millionen sofort abschieben. Also nicht sofort, sondern innerhalb der nächsten drei Jahre, da wir immer damit rechnen müssen, dass dann wieder eine richtige Regierung gewählt wird. Und auch nur zur achtzig Prozent, da wir das Ergebnis irgendwie evaluieren müssen, und wie viel achtzig sind, das sehen wir dann.

Und dann sind da noch viele Millionen Syrer, die sofort ausreisen müssen, viele Millionen, im Moment bis zu 970. Da können wir momentan aber nicht viel machen, da die Behörden überlastet und personell schlecht aufgestellt sind. Das ist wie mit den fünfhundert Nazis, von denen siebenhundert per Haftbefehl gesucht werden. Die haben zwar nur Mordversuche verübt, Brandanschläge, schwere Körperverletzung, aber man kann keinem von ihnen vorwerfen, sich auf geradezu niederträchtige Weise den Aufenthalt in einem Land erschlichen zu haben, das dadurch so eine instabile Regierung bekommen hat, dass es an einen Bürgerkrieg gegen das Volk grenzt. Also die kriegen wir jetzt nicht weg – diese Syrer, nicht die Nazis, bei denen ist das sowieso egal – weil irgendwann wieder Wahlkampf ist.

Sie kritisieren doch immer, dass der Kanzler zu viel verspricht und nichts hält, weil er sich mit der Bevölkerung überhaupt nicht auskennt und nur auf billigen Populismus setzt. Selbstverständlich ist das sehr sportlich, hier mit so genauen Prozentzahlen zu operieren und mit einem klaren Zeitrahmen. Das wäre ja so, als würde er sagen: ‚Wir halbieren die AfD‘ oder ‚Herbst der Reformen‘. Das macht uns allen Hoffnung. Mit einem einfachen ‚Ausländer raus‘ ist es da nicht getan. Das sind größtenteils Menschen, die einfach nur in Frieden leben wollen, und wenn wir uns schon selbst keinen Sozialstaat mehr leisten können, den sogar solche Schmarotzer in Anspruch nehmen müssen, die nebenbei vollzeit sozialversicherungspflichtig arbeiten, wie sollen wir das mit 970 Terroristen machen, die uns die Haare vom Kopf fressen? Finden Sie nicht auch, dass ein Bundeskanzler da Klartext sprechen sollte, und sei es auch aus dem Mund eines Präsidenten, der gar nicht im Krieg sein kann, weil Syrien dann ja gar keinen Präsidenten hätte?

Außerdem müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass viele syrische Ärzte hier arbeiten. Vermutlich könnten es noch viel mehr sein, wenn wir sie eher arbeiten ließen, aber das ist hier ja nicht die Frage. Die Hauptsache ist, dass wir die alle abschieben können – ein paar tausend Ärzte weniger, das sind im Jahr viele Millionen Patientenkontakte weniger, die unser Gesundheitssystem verteuern. Das wäre die Chance für die Bundesregierung, diese Reform im Gesundheitswesen doch noch irgendwie nicht in die Tonne zu treten. Und wenn dann wieder ein paar tausend Stellen in den Krankenhäusern frei sind, die noch nicht geschlossen werden können, dann kann die Bundesregierung ausländische Ärzte ins Land holen, ohne sie selbst ausbilden zu müssen. Die haben dann zwar weniger Berufspraxis und fehlen zum Beispiel in Rumänien, aber so ist das nun mal im Krieg. Da darf man mit seinen Freunden nicht immer so umgehen, als wären es Menschen.

Ach, das hat der gar nicht gesagt? das soll sich der Kanzler alles bloß ausgedacht haben? Ja, der kann doch auch mal etwa anderes im Kopf haben. Demnächst sind ja wieder Landtagswahlen, er muss die erneuerbaren Energien abschaffen, Söder hat auch immer so komische Ideen, da kann man schon mal… – Honig? Verstehe ich jetzt auch nicht, aber das wollen die Leute, sonst hätten sie ihn ja nicht gleich im zweiten Durchgang gewählt.

Der hat also gesagt, man kann nicht einfach mal eine dreiviertel Million Leute ins Flugzeug setzen und nach Syrien abschieben. Also erstens ist das ja keine Abschiebung, wenn der Bürgerkrieg da vorbei ist, das hat der Kanzler klipp und klar so gesagt, er soll ja sogar selbst dabei gewesen sein, und dann ist das gar kein echter Präsident, sondern mehr so ein Übergangsmodell. Der soll sogar Muslim sein, da sehen Sie doch, dass man dem kein Wort glauben kann. Am Ende nimmt der nur Leute, die hier eine Ausbildung auf Kosten der Steuerzahler genossen haben, den Fachkräftemangel beseitigen und für stabile Wuchermieten durch wenig Leerstand auf dem Wohnungsmarkt sorgen. Das wird dann von den linken Systemmedien ausgeschlachtet, als wäre es wahr. So wie die historische Einigung auf dem EU-Gipfel über das Mercosur-Abkommen, die er selbst miterlebt hat, sonst hätte er nicht allen davon erzählen können, die dabei gewesen sein sollen. Und das waren auch alles Ausländer.

Stellen Sie sich mal vor, jeder würde hier nach Deutschland kommen, sich anständig verhalten, arbeiten, sich integrieren und am Ende Deutscher werden wollen. Wer würde Merz da noch wählen?“





Sonderbehandlungszone

1 04 2026

„… den Osten besser verstehen zu wollen. Auch im Hinblick auf künftige Landtagswahlen in den neuen Bundesländern werde Merz eine geänderte CDU-Taktik zur politischen und sozialen Annäherung an die sehr spezielle Lebenswelt der…“

„… die Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland Kaiser Wortlaut und Haltung des Kanzlers als schwer erträglich bezeichnet habe. Sie könne sich nicht des Eindrucks erwehren, dass der CDU-Vorsitzende die Bevölkerung in den östlichen Bundesländern wie unerwünschte Migranten oder Asylbewerber behandle, die er für jedes Versagen seiner eigenen…“

„… die Bundestagsfraktion sich nicht auf ein gemeinsames Vorgehen habe einigen können. Der Vorschlag des stellvertretenden Vorsitzenden Jung, eine Sonderbehandlungszone einzurichten, habe unter den Abgeordneten der östlichen Länder zum Teil für erbitterten Protest und eine…“

„… seine Unterstützung angeboten habe, um die Unionsführung in der Befriedung der Ostgebiete zu einer gesamtwestdeutschen Lösung zu bringen. Für Söder sei die ehemalige DDR ein Land, in dem es keine negativen Erscheinungen wie den Islam oder vegane Zwangsernährung, sondern hart arbeitende Werktätige gegeben habe, und eine Staatsführung, die Umweltschutzspinner bekämpft habe, bevor sich eine grüne Verbotspartei habe gründen können. Er werbe im Wahlkampf gern für einen…“

„… sich sehr darauf freue, dass Kaiser in der deutschen Realität ankomme und als Ossischlampe ihre dumme Fresse halte. Linnemann empfinde es von einer Frau, noch dazu aus dem Fascholand Thüringen, als nicht tolerierbar, wenn sie sich mit Kritik am bedeutendsten Staatsmann aller…“

„… das SBZ-Programm mit einer Reihe von Fördermaßnahmen zu unterstützen, die explizit mit der Union als Initiator verbunden sein sollten. So sei der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien Weimer mit einem Verbot von Rap und anderer Negermusik in den Tanzlokalen sofort auf Unverständnis gestoßen. Die Renaissance des Lipsi als ostdeutsche Unterhaltungskultur sei absurd und werde weder von der Bevölkerung noch von den…“

„… auch das Staatssicherheitsgefühl der Bürger stärken wolle. Dobrindt setze auf Unterstützung der modernen Überwachungsmethoden durch das im Sozialismus bewährte Hausbuch, das mit einer zusätzlichen Meldepflicht für Migranten, Linke und politisch unzuverlässige Personen eine…“

„… den Musterungsprozess für 18-Jährige auf traditionelle Art abzukürzen. Um das Verfahren zu beschleunigen, wolle Linnemann die Bürger mit der Frage, ob sie für den Frieden seien, zur sofortigen freiwilligen Meldung in die…“

„… subventionierte Produkte für Arbeiter und Angestellte auf den Markt zu bringen. Merz sehe die Notwendigkeit, dass die Werktätigen sich im Unterschied zu Arbeitslosen, die sich durch üppige Staatsfinanzierung ihrer Faulheit so gut wie alles leisten könnten, etwa durch eine kostenlose oder stark verbilligte Schlager-Süßtafel pro Monat für ihre staatstragende…“

„… die Bevölkerung mehr in die Strukturen des Staates einbinden wolle, um ihnen wieder Vertrauen in die Institutionen zu geben. Dobrindt wolle das Aufspüren illegaler Zuwanderer mit einer 100.000 Mann starken Gruppe der Freiwilligen Helfer der Bundespolizei unterstützen, die neben Verhaftungen und Verhören, die sich nicht an die rechtsstaatlichen Beschränkungen und den Verzicht auf kreative Mittel der Erkenntnisgewinnung in der…“

„… die Ausbürgerung unerwünschter Künstler und Intellektueller aus den östlichen Ländern zu ermöglichen. Weimer setze dabei auf Erkenntnisse des Verfassungsschutzes, die er im Einzerfall auch ohne greifbare Ergebnisse umsetzen wolle. Ob mit der Deportation in den Westen gleichzeitig auch der Verlust der deutschen Staatsbürgerschaft und die Abschiebung in ein nicht nationalsozialistisches Land ermöglicht werde, wolle die Bundesregierung offen lassen, da zunächst die Wahlen zum…“

„… den Fahnenappell mit dem Absingen der Nationalhymne für ein schönes Brauchtum halte, das die Verbundenheit mit den Vaterland ausdrücke. Söder fordere die Einführung der im Freistaat seit diesem Jahr geltenden Vorschrift für alle Schulen im Beitrittsgebiet, um auch die Jugend in den…“

„… durch ein Verbot national unerwünschter Betriebe das Straßenbild erheblich verbessern und dem Volkswillen unterwerfen wolle. Merz sehe in den ostdeutschen Innenstädten keine Notwendigkeit für hunderttausende Döner- und Dürümläden, in denen islamistische Speisen angeboten und der migrantische Bodensatz der Gesellschaft auf Kosten der Deutschen bereichert werde. Der Krustra-Erlass, mit dem das traditionelle Gericht aus Mischbrotteig mit Sauerkraut, Schweinehackfleisch und saurer Sahne zur Sättigung der anständigen…“

„… mehr Stabilität versprechen könne, wenn die Landtagswahlen in Ostdeutschland nicht mehr nach den bürokratischen Vorschriften der BRD veranstaltet würden. Linnemann spreche sich für eine feste Zusammensetzung der Parlamente aus, die durch freiwillige Zustimmung der Wähler in unkomplizierten Prozessen ohne den üblichen…“

„… einem freiwilligen Zusammenschluss mit der AfD nie im Weg gestanden habe. Große Teile der Union würden einer Fusion der beiden Kräfte zur Nationalsozialistischen Einheitspartei Deutschlands, die zunächst nur auf Landesebene, bald aber auch im Bund und mit der Perspektive auf eine durchregierungsfähige Mehrheit für die…“





Trüffelsalami

31 03 2026

„Das ist absoluter Wahnsinn!“ „Kein normaler Mensch käme auf so eine bescheuerte Idee!“ „Und genau deshalb machen wie das jetzt.“ „Aber das wird uns den Kopf kosten!“ „Und wenn schon.“ „Sie wollen also ernsthaft die Wirtschaft abwürgen und massiv Arbeitsplätze gefährden?“ „Wir werden die Mehrwertsteuer erhöhen, basta!“

„Damit machen wir die Binnenkonjunktur endgültig kaputt!“ „So ist das eben, wir müssen alle Opfer bringen.“ „Aber das trifft direkt den Staat.“ „Dann müssen die Bürger das eben ausbaden und den Gürtel enger schnallen.“ „Wenn ich das richtig verstanden habe, schröpfen wir die Verbraucher, damit sie hinterher mehr bezahlen können.“ „Das klingt jetzt irgendwie nicht logisch.“ „Da man uns immer noch die größte Wirtschaftskompetenz von allen Parteien zutraut, muss das richtig sein.“ „Der Konsum wird wegbrechen!“ „Das ist doch prima, dann sparen die Leute endlich mehr.“ „Das heißt weniger Wachstum, am Ende handeln wir uns eine massive Rezession ein!“ „Da müssen wir natürlich Präventivmaßnahmen ergreifen.“ „Also Verzicht auf diesen Unfug?“ „Wir streichen Sozialleistungen so zusammen, dass keiner mehr wagt, arbeitslos zu werden.“

„Dass das die Inflation antreibt, hat man Ihnen aber schon verraten?“ „Ja, aber das kapiert der Kanzler nicht.“ „Was hat das mit dem Kanzler zu tun?“ „Das ist Wirtschaft.“ „Ja, aber…“ „Weil er das eh nicht versteht.“ „Und deshalb riskieren wir jetzt Preissprünge auf dem Energiemarkt?“ „Das ist doch klasse fürs BIP, das bedeutet endlich wieder höhere Umsätze.“ „Was macht er beruflich?“ „Er ist in unserer Partei.“ „Was frage ich auch.“

„Nein, mal ernsthaft: die letzte Steuererhöhung hat irre Verluste für die Dynamik bedeutet, das war noch vor der Eurokrise.“ „Super, dann haben wir ja endlich mal Wachstum.“ „Er rafft es wirklich nicht, oder?“ „Also rhetorische Fragen bringen uns jetzt auch nicht weiter.“ „Wir hatten kein Problem mit dem Ölpreis.“ „Haben wir jetzt auch nicht, der Spritpreis steigt ja bald nur noch einmal täglich.“ „Die Unternehmen werden sich das nicht leisten können, das bedeutet noch mehr Arbeitslose.“ „Sehr gut!“ „Wie jetzt?“ „Mit denen, die wir bisher hatten, konnten wir keine fünfzig Milliarden sparen, aber vielleicht kriegen wir es jetzt hin.“

„Sagen Sie mal, wie haben Sie eigentlich den Finanzminister auf diese Schnapsidee gebracht?“ „Klingbeil? der hat doch keine Ahnung.“ „Ja, das hat sich auch schon herumgesprochen, aber warum will er das unbedingt?“ „Also mir ist nicht bekannt, dass er das wollen würde.“ „Aber Sie haben doch gerade…“ „Das machen wir ohne ihn, schließlich sind wir die Kanzlerpartei.“ „Und das beschließen wir mal eben so?“ „Wenn es den Sozen nicht passt, können sie ja gerne die Regierung verlassen.“ „Am Ende machen die das noch!“ „Dann haben wir halt keine andere Möglichkeit, als endlich die Politik zu machen, für die uns die Deutschen gewählt haben.“ „Aber wir haben auch gesagt, dass es auf keinen Fall Steuererleichterungen geben wird.“ „Für die meisten gilt das ja auch, und wenn man zu denen gehört, denen es scheißegal sein kann, wer gerade regiert, kann man so einen kleinen Wortbruch wohl noch verkraften, oder?“

„Sie wollen den Staat lahm legen.“ „Sie sagen das so, als wäre das schlimm.“ „Spätestens dann, wenn die Europäische Zentralbank die Zinsen erhöht, würgen wir die Wirtschaft ab.“ „Sehr gut!“ „Soll ich einen Arzt anrufen?“ „Am besten einen Psychiater.“ „Wir haben das alles gegenfinanziert.“ „Ach.“ „Linke Tasche – rechte Tasche.“ „Wie das denn?“ „Wenn die Mehrwertsteuererhöhung die ärmeren Haushalte trifft, sind Steuersenkungen für die oberen Einkommensgruppen drin.“ „Sie haben das Prinzip offensichtlich verstanden.“ „Und warum steht dann in Ihrem Papier auch etwas von Abschaffung der Mehrwertsteuer?“ „Natürlich nur auf ausgewählte Grundnahrungsmittel.“ „Also Brot und Margarine?“ „Trüffelsalami.“ „Trüffelsalami!?“ „Meine Güte, können Sie sich als Leistungsträger ein Frühstück ohne Trüffelsalami vorstellen?“ „Wir sorgen dafür, dass Arbeitslose ihr Dach über dem Kopf verlieren, nur damit ein paar Arschlöcher wie Sie…“ „Wir sorgen damit auch für Gerechtigkeit.“ „Für was!?“ „Wenn wie die Mehrwertsteuer auf Trüffelsalami, Champagner und Privatflugzeuge beseitigen, können sich das auch Arbeitslose leisten, wenigstens ab und zu.“

„Ich wette, Sie werden Jubelstürme im Volk auslösen.“ „Immerhin werden wir 17 Milliarden an Mindereinnahmen haben, das ist ein Drittel davon, was wir auch den Totalverweigerern rausgekriegt hätten.“ „Das bringt dem Durchschnittsverdiener dann etwa fünfzig Cent Ersparnis am Tag.“ „Wenn Sie sich einen besser bezahlten Job suchen und mehr konsumieren, sparen Sie eben auch mehr.“ „Falls der Lebensmittelhandel das überhaupt an die Kunden weitergibt.“ „Wie gesagt, wir können bei denen ja keine Übergewinne abschöpfen – das würde auch rechnerisch gar nichts ergeben, wenn der Staat die Gewinne einbehält, die er selbst erst ermöglicht.“ „Richtig, sonst müsste man auch eine Vermögensteuer einführen.“ „Oder eine richtige Erbschaftssteuer.“ „Jetzt werden Sie mal nicht sozialistisch hier!“ „Und dann würden die Preise wegen steigender Produktionskosten vermutlich noch nach oben angepasst.“ „Und der Konsum geht zurück.“ „Und die Umsätze.“ „Die Aktien.“ „Die Dividenden.“ „Die Parteispenden.“ „Nein!“ „Doch.“ „Hallo, hallo – Herr Spahn, sofort stoppen! Ja, es ist alles in der Scheiße, wie Sie angeordnet haben. Aber viel zu früh!“





Bundesrepublikflucht

30 03 2026

„… habe die aktuelle Trendstudie Jugend in Deutschland nicht nur einen hohen Bedarf an psychologischer Behandlung festgestellt. Etwa ein Fünftel der Personen unter 30 trage sich bereits mit dem Gedanken einer Auswanderung aus…“

„… als plumpe Fälschung aus linksgrünen Aktivistenkreisen bezeichnet habe. Linnemann sei bereits aufgefallen, dass 29-Jährige als jugendlich bezeichnet würden, was so ähnlich sei, als würde man Friedrich Merz, das größte Genie aller Zeiten und einen der kompetentesten Experten für alles, trotz seines bewundernswerten Reichtums noch als mittlere Mitte des mittleren Mittelstandes…“

„… es schmerzlich zu sehen sei, dass der Glaube der jungen Menschen in die Parteien und damit in die Institutionen schwinde, die legal die Politik Deutschlands bestimmen dürften. Klöckner sei jedoch hoffnungsvoll, dass sich die Befragten nach wie vor für die AfD und ihre Wahlversprechen interessieren würden und wolle in ihrem Amt alles daran setzen, dass die Union deren Programm so genau wie möglich…“

„… an der inzwischen terroristischen Ideologie der woken Deutschlandhasser liege. Söder sehe die linksgrüne Verbotspartei, die junge Menschen zwangsweise zu Transen verschwulen und ihnen die Bratwurst rauben wolle, als größte Gefahr für eine Gesellschaft, in der man noch stolz sein dürfe auf Herkunft, Rasse und…“

„… die Bundesregierung mit allen Mitteln gegen den drohenden Verlust ihrer Bevölkerung kämpfen müsse. IM Dobrindt lasse bereits prüfen, ob eine Bürokratisierungsinitiative mit bis zu dreihundert neuen Formularen, die alle innerhalb eines Tages in einer persönlichen Vorsprache beigebracht werden müssten, den rechtlichen Rahmen für eine dauerhafte Ausreise aus der…“

„… als hirnverbrannte Idee linker Spinner bezeichnet habe, die nicht mehr alle Tassen im Schrank hätten. Das 9-Euro-Ticket sei für Merz keine Antwort, da die Frage nicht existiere. Kinder und Jugendlich hätten nicht sinnlos in der Gegend herumzureisen und sich auf die Straße zu kleben, sondern sieben Tage in der Woche zu lernen, damit sie nach einem guten Studienabschluss deutsche hocheffiziente Verbrenner mit einem Wirkungsgrad von fünfhundert Trilliarden Prozent endlich den…“

„… besonders in den deutschen Ostgebieten, in denen bis heute nur vom Kommunismus geprägte Minderleister wohnen würden, problematisch sei. Linnemann sehe keine andere Möglichkeit, als die organisierte Verschickung der Kinder zu Familien in den Westen, wo sich Parteikader der CDU ihrer annehmen würden, auf gesetzlicher Grundlage…“

„… dass der Straftatbestand des ungesetzlichen Grenzübertritts im DDR-Recht zwar eine andere Grundlage habe als die heute im Asylrecht der EU vorgesehene Bestimmung, beide aber dank ihrer offenkundigen Gesetzeswidrigkeit durchaus in den Aufgabenbereich der Bundespolizei übertragen werden könnten. Dobrindt wolle die Beamten bis auf Weiteres anweisen, bei ungeklärter Ausreise unverzüglich von der Schusswaffe Gebrauch zu…“

„… in der Öffentlichkeit verschwiegen werde. Merz wisse aus Statistiken, die er sich ganz genau vorstellen könne, wie islamistische Gewalttäter, von denen es alleine in Berlin mehrere Milliarden gebe, die deutschen Frauen bis zu vierzig Stunden täglich vergewaltigen würden, um die Umvolkung mit Hilfe von…“

„… sich die Bevölkerung im Osten selbst um ihre Defizite kümmern müssten. Der Unionsexperte für rechtes Gedankengut, Pilzinfektionen und steuertechnische Optimierung Spahn wolle mit dem Testfall die Brandmauer zur Schwesterpartei AfD auf Landesebene einreißen und ihr vertrauensvoll die Regierungsgeschäfte übertragen, damit das Volk wieder eine Perspektive habe, das Soziale mit dem Nationalen zu…“

„… liege es laut Söder offensichtlich am hohen psychiatrischen Behandlungsbedarf, der zur Flucht aus einem normalen Land führe, in dem normale Menschen morgens zur Arbeit statt in die Klapsmühle gehen würden. Die CSU fordere ein Verbot von Studien, die aufwiegeln und falsche Versprechen über ein vermeintlich einfacheres Leben in fremdländischen…“

„… eine Bundesrepublikflucht schwerwiegende Folgen für die Straftäter haben werde. Merz wolle durch einen Kanzlererlass sicherstellen, dass bei unbefugter Entfernung aus dem Wirtschaftsbereich des BTD-BIP, was als vorsätzliche Entdeutschung gelte, alle erworbenen Anwartschaften an das Rentensystem gestrichen und die Staatsbürgerschaft mit sofortiger Wirkung…“

„… mehr als Vorbilder auftreten sollten, um die Jugend zu animieren. Reiche wolle junge Menschen für eine Karriere in der Politik gewinnen, wo sie ohne jede Sachkenntnis und Moral durch gezielte Unterschlagungen, Korruption und Steuerbetrug sehr schnell zu Geld kommen könnten, falls ihre Nebeneinkünfte ihnen überhaupt Zeit für einen…“

„… dass die Auswirkungen der Klimakrise, die von den Ökospinnern herumerzählt würden, dann ja auch in Ländern mit einer Bevölkerung ankämen, die nicht einmal Deutsch verstünden oder essbares Brot backen könnten. Merz habe allen Bürgern unter 30 mit einer Ausbürgerung gedroht, um sich schnellstmöglich in die…“

„… durch soziale Medien hervorgerufen worden sei. Die Bundesregierung wolle Massenphänomene dieser Art unterbinden, um sich wieder auf wichtige Fragestellungen konzentrieren zu können, und werde mit einem zeitnahen Verbot sämtlicher…“





Verzicht

29 03 2026

für Kurt Tucholsky

Herr Sengespeck hockt ganz privat
bei Licht und Wasserleitung
und kommt gewaltig schon in Fahrt
bei seiner Morgenzeitung.
Die Wirtschaft, Gott! die Politik!
Er zuckt schon mit den Wimpern,
bevor der Druck gewaltig stieg –
das gilt den dummen Stümpern!
Er sucht zur Rechten das Papier
und ruft und schreit. Ist Hannchen hier?
Weiß sie, dass ich hier throne?
  Ach, lass mal.
    Geht auch ohne.

Der Frühling naht! Herr Öhmchen sitzt
mit Appetit im Garten,
wie er dort auf den Spargel spitzt –
er kann es kaum erwarten!
Der Duft ist jedenfalls famos,
so gut ist es geraten!
Dazu ein Schnitzel, riesengroß
und butterfett gebraten,
und dann Kartoffeln, nicht zu knapp –
wonach sucht er den Teller ab?
Wo ist denn die Zitrone?
  Ach, lass mal.
    Geht auch ohne.

Dem Michel ist so sterbensmatt.
Schon wieder nur Versprechen.
Er hat den ganzen Laden satt,
das Hauen, Lügen, Stechen.
Er muss, sagt man ihm immerzu,
nur einfach viel mehr wollen.
Der Gürtel: eng, ihn drückt der Schuh.
Doch kein Kopf soll da rollen.
Bis jetzt schritt er durch Wohl und Weh
getreten von der SPD.
Die kümmert’s nicht die Bohne.
  Nun denn.
    Es geht auch ohne.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCCLXXXVII)

28 03 2026

Es geht Věra in Säumerbrücke
mit Kuchen (zusammen zwölf Stücke)
zur Arbeit. Vom Kuchen
muss sie doch versuchen –
davon sieht man nun eine Lücke.

Umberto, der ist in Vernagt
ob einer Einladung verzagt.
Er muss sich entscheiden.
Wird er es erleiden?
Das wird also – erst mal – vertagt.

Es setzt Lenka in Rausenbruck
am Deckeneck allerhand Stuck.
Wenn sie es nicht plättet,
ist es schon gerettet –
sie nimmt dabei manchmal viel Druck.

Daniele, der hatte in Telfen
beim Waldspaziergang Angst vor Wölfen,
die dort gar nicht lauern.
Ihm rieten die Bauern
zu Schafen, die aufpassen helfen.

Es drehte sich Radek in Schlippengrund
mit einem Etui gern die Kippen rund,
da er Kette rauchte
und dieses auch brauchte,
sonst würden vom Rauchen die Lippen wund.

Cesare, der brachte in Uttenheim
vom Töpfern am Abend die Putten heim.
Die Helfer des Meisters,
nun ledig des Kleisters,
die gingen erschöpft in den Kutten heim.

Es reinigte Gita in Schonung
mit Hilfe des Saugers die Wohnung.
Da fand sie an Plätzen
so manches an Schätzen.
Das nahm sie dann gern als Belohnung.





Gernulf Olzheimer kommentiert (DCCCVII): Rechte Denkverbote

27 03 2026
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Wer kennt es nicht. Kaum sagt man mal etwas gegen dunkelhäutige Deutsche, die zwar bestimmt keine echten Volksgenossen sein können, wenn ihre Vorfahren aus dem Kral kommen, schon wird man von einer Rotte kommunistischer Rowdies mit dem Schlagring in die Schranken gewiesen. „Die sollen doch froh sein, dass wir sie nicht alle gleich in die Gaskammer prügeln“, plärrt da der Stalinist, „und dass wir als anständige Deutsche immer mit diesen Gaskammern in Verbindung gebracht werden, die es nämlich nie gegeben hat, das liegt nur an diesen internationalistischen Eliten, die uns, das stärkste Volk der ganzen Menschheitsgeschichte, vernichten werden, wenn wir ihnen beispielsweise erlauben, unsere Frauen zu schänden!“ Und dann wird man sofort mit dem gerechten Zorn des Arischlochs vom Dienst konfrontiert, dass diese eine Tussi, die auch unheimisch heißt, wegen virtueller Vergewaltigung herumgreint, aber nicht öffentlich angeprangert hat, dass deutsche Mädels von Subsahara-Irren in der S-Bahn einfach so abgestochen werden. Da hilft nur die Weltrevolution, Klimaschutz, am besten noch bedingungsloses Grundeinkommen, um… – Nee, halt. War anders. War natürlich ein Nazi, der sich sterbenselend gegen diese linke Gehirnvollwäsche zur Wehr setzen musste. Mit rechten Denkverboten.

Macht ja auch, von außen betrachtet, Sinn – was soll man den Braunrüben auch verbieten, womit sie schon körperlich überfordert sind – und zeigt schön, dass sie das, was sie selbst tun, anderen vorwerfen. Dass sie sich schon beschweren, wenn man sie als Faschisten bezeichnet, nur weil ihr von Hirnfäule durchsetzter Haufen ständig Hitler grüßt und Haken kreuzt, liegt nicht nur an angeborener Feigheit, es ist der Anspruch, den die Nationalsozialiesel dem Volk aufdrücken, alles so zu bestimmen, wie es ihr dünn angerührter Rassendreck hergibt. Waren es bei Goebbels und seinen luetischen Loddeln noch die, die man heute aus Staatsraison nicht mehr selbst beschimpfen darf (und froh ist, dass es dafür eine Herde Arschgeigen gibt), sucht sich die Reaktion ihre massenkompatiblen Feindbilder und hämmert sie den Bekloppten ein: Arme, Abgehängte, alle, die vorsätzlich behindert oder krank geboren oder sich sonst zur Hexenjagd eignen.

Es ist zunächst der normative Aspekt, der allem aufoktroyiert wird: was gesund ist, bestimmt das Volksempfinden. Was nicht dazu gehört, das wird in diskursiver Dauerschleife angepöbelt, ausgespuckt und im leitkulturellen Sumpf versenkt, auf dem die Winzpimmel weimernd ihre Masturbationsversuche abseichen, den Boden der Tatsachen mit Scheiße zu fluten. Wurst ohne Fleisch und Autos ohne Brumm-Brumm? Gendersternchenneutrale Toiletten? Transfrauen sind Frauen? am Ende Frauen wie Menschen behandeln? Das ist nicht mehr ihr Teutschland, für das sie die Enkel jederzeit wieder von Stalingrad verrecken lassen würden, damit die Rendite stimmt. Und sie tun also.

Wer widerspricht, macht sich verdächtig, denn es gibt keinen differenzierten Diskurs mehr und kein Recht auf Widerspruch. Wenn das der Kanzler wüsste, er würde sich natürlich sofort zustimmen.

Und so bekämpfen die Rechtsextremen längst auch Politiker, die sich argumentativ über sie und ihre von Industrienutten bezahlten Hetzmedien äußern, und zwar mit den Mitteln des Rechtsstaates, den sie so lange ausnutzen, bis sie ihn abschaffen können. Noch wehrt sich die Zivilgesellschaft und wird von den Gerichten unterstützt: im Namen des Volkes. Doch schon gibt es eine Phalanx bis hinein in die Regierung, die offen diese Zivilgesellschaft bekämpft, ohne die sie, die Gewählten, vielleicht schon bald in den Arbeits- oder Vernichtungslagern säßen, die die Extremisten nicht aus Koketterie als unerlässliche Härte maskieren, die Deutschland zur Verteidigung gegen die bürgerliche Gesellschaft bräuchte. Es reicht schon, wenn man sich im Sinne der Verfassung äußert, wenn man Klimaschutz und Antifaschismus fordert oder nur die Einhaltung der geltenden Asylgesetzgebung. Die Regierung und ihre Schergen behandeln derlei als Staatsfeinde, wären aber die ersten, die die Mütter und Väter des Grundgesetzes an die Wand nageln würden.

Das rechte Denkverbot ist ein Handlungsverbot geworden, und getreu der genannten Prämisse, dass Autokraten ihren Gegnern immer das vorwerfen, was sie selbst im Sinn haben, baut sich das ein dürres Konstrukt, das nach Freiheit plärrt – die, die sie meinen – und erklärt alle anderen sofort zu Verbotsideologen. Es entlastet so schön, wenn man die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit nicht immer an neuen Markern erklären muss, Politik aus Emotionen und Bratwurst schwiemeln kann und keinen Plan braucht außer der Absicht, sich selbst an der Macht zu halten und dort reich zu werden.

Wir sind vorbereitet auf die Machtergreifung, sie hat eigentlich schon stattgefunden. Der Diskurs ist Herrschaft geworden. Am besten redet man nicht darüber, weil man sonst den armen Faschisten, die Opfer des gewaltsamen Linksrucks, des Zwangs zu Veganismus und Queerness, ganz dolle wehtut. Und so lassen wir sie in Frieden, damit sie sich für den Tag der Tage ausschlafen können. Aber das darf man ja gar nicht sagen. Noch nicht.





Chefsache

26 03 2026

„Jawoll, zu Befehl! Milch und Zucker, sofort! Und die ganzen alten Unterlagen kommen nach unten, das ist, also unverzüglich, und Ihr Schreibtisch ist heute noch, also in einer Stunde? Geben Sie mir zehn Minuten, Herr Pistorius!

Die Schränke sind zu, da müsste ich erst die Schlüssel besorgen, falls wir die noch haben. Da sind die Reformen seit 2005 drin, alle ordentlich in Klarsichthüllen. Falls mal jemand welche braucht. Also Reformen. Nicht witzig? Ja, finde ich auch. Ich wollte nur sagen, die können dann weg. Dann haben Sie hier ein mehr Platz an der rechten Seite, da brauchen Sie ja Beinfreiheit, oder? Wissen Sie jetzt noch nicht? Was frage ich auch. Sie sind ja jetzt hier in der Verantwortung, und da wollte ich mich auch gar nicht einmischen.

Um zehn kommt der Herr Klingbeil noch mal kurz vorbei, der hatte hier zwanzig Milliarden Euro liegen lassen, oder waren es hundertzwanzig? Nur nicht, dass Sie sich wundern, so viel Geld haben wir ja sonst nie, zumindest liegt das nicht einfach in der Schreibtischschublade. Wir sind ja nicht die Union. Was er will? So genau kann ich Ihnen das gar nicht sagen, Herr Pistorius. So genau wird er Ihnen das auch nicht sagen können, er ist ja in der SPD, und da weiß man das erst hinterher, falls man es dann doch nicht geschafft hat. Vermutlich wird er Ihnen erklären, dass er nicht schuld ist. Woran, das wird er Ihnen vielleicht auch sagen, falls er es bis dahin weiß. Nein, das ist keine Tradition. Das hat sich hier nur seit einigen Jahren so eingebürgert.

Das ist noch Dekoration von früher, die kann wieder weg. Ich dachte, wo der Herr Schmidt auch mal Verteidigungsminister war, da haben wir die Fahnen, aber die natürlich sofort verschwunden. Ich dachte, ich mache das mal ein bisschen traditionell, und Sie sollen sich ja hier in Ihrer neuen Funktion standesgemäß einrichten. Kein Schnickschnack? Da bin ich ganz bei Ihnen, Herr Pistorius. Wenn ich Ihnen auf die Nerven gehe, dann sagen Sie mir das einfach. Jetzt schon?

Das war jetzt auch nur so ein Vorschlag, dass Sie das Verteidigungsministerium jemandem aus der Partei überlassen, der die nötige Kompetenz für das Amt mitbringt. Wo Sie es sagen, mir fällt auch niemand ein. Die sind ja alle so charismatisch wie Mehlsäcke. Oder CDU-Vorsitzende. Wobei da der Übergang auch eher fließend zu sein scheint. Also machen Sie das dann noch nebenher, wie Bas, oder wie Klingbeil den Vorsitz, wenn er mal nichts zu tun hat? Ich frage für die Bundesspitze, ob die sich an einen neuen Führungsstil gewöhnen muss. Oder überhaupt mal an Führung.

Der CDU-Generalsekretär hat sich für halb vier Uhr angekündigt, und er wollte vorher schon mal wissen, ob das wie bei anderen Führungswechseln geht. Also erst eine Rede, die die Kernwählerschaft der SPD adressiert, die Verteilungsfragen stellt und soziale Gerechtigkeit als Hauptanliegen benennt, damit die Jusos den Kleinkrieg gegen die Union fordern können und nach drei Tagen dann nichts mehr passiert. Das war bisher immer so, und dann könnte er jetzt schon mal die Rede für den nächsten CDU-Parteitag schreiben, in der er die SPD als linksgrüne Spinner angreift, die außer ideologischer Verwirrung und unbezahlbaren Vorschlägen nichts zu bieten hat. Er soll sich hinten anstellen und eine Nummer ziehen? Richte ich so aus, Herr Pistorius.

Nein, Sie haben sich um das Amt nicht gerissen, das ist klar. Glaube ich Ihnen sofort, weil, wenn einer schon ums Verrecken in ein Amt will, dann ist das nichts. Sehen Sie auch so. Ja, überrascht mich auch nicht.

Das riecht hier immer so. Das können wir nicht abstellen, das kommt aus dem Keller. Ist ja schon eine alte Partei, da nimmt man manches mit, und das hier kommt eben von ganz unten. Da kann man umziehen, so oft man will, rechte Seite, linke Seite, das nimmt man mit. Bei anderen ist mehr Leiche, hier haben wir so Kopfnoten von Hartz IV und jetzt Cum-Ex mit unangenehmer Penetranz von Rente. Es soll ja welche geben, die dieseln sich damit ein, um Koalitionsgespräche zu führen. Lüften würde da helfen, Herr Pistorius, aber wem sage ich das. Bis hier einer mal das Fenster aufmacht, das dauert. Und wenn man dann ein neues Heizungsgesetz hat, riecht das auch nicht besser.

So, und das hier ist der Kompass. Das ist kein Mythos, den gibt es tatsächlich. Der ist in diesem Kasten, damit man ihn auch mal mitnehmen kann, zum Beispiel in die Regierung, falls man neben der Partei noch ein Mandat hat oder ein Amt. Ein hoch effizientes Gerät, richtig gut gearbeitet, aber man muss mit dem Ding auch umgehen können. Das Ziel muss man klar anpeilen, das ist auch genau einstellbar, und dann muss man gut navigieren. Am besten den Horizont im Auge behalten, dann sieht man weiter. Auf Sicht steuern ist manchmal okay, aber wenn man das dauernd macht, oder wenn man nur die Markierungen am Rand nutzt, rechts oder links, dann führt das zu nichts. Stabilität ist schön und gut, aber man kann den Kahn auch stabil den Wasserfall runterfahren lassen. Sie sind erst mal für den Laden hier verantwortlich, und dann reden wir erst von Staatsverantwortung, Herr Pistorius.

Ich muss mich dann mal um die Umzugskartons kümmern, Telefon habe ich zu mir umgestellt, das klingelt ja in einer Tour, weil alle wissen wollen, wie es jetzt weitergeht, nur die einen haben Angst vor dem Untergang und die anderen können es gar nicht abwarten. Wenn Sie mich suchen, dann – da, schon wieder! Hallo? Wen wollten Sie bitte sprechen? den Bundeskanzler? Nein, bedaure. Noch zu früh.“





Dilemma

25 03 2026

„… die Sicht der Kritik am Umgang mit dem Sondervermögen zurückgewiesen werde. Die vom ifo Institut für Wirtschaftsforschung genannten Punkte könne die Regierung nicht nachvollziehen, da sich der Reformbedarf in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten auch ohne die…“

„… aber nur für zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur sowie Investitionen zur Erreichung der Klimaneutralität gelte. Artikel 143h GG sei durch dieses Vorgehen der Bundesregierung vorsätzlich ignoriert worden, was für die Opposition zu einer Verfassungskrise führe und unverzüglich im…“

„… dass die Kritiker der Finanzpolitik der Bundesregierung allesamt nicht der Union und der SPD angehören würden, also mit Sicherheit aus dem linksextremistischen Milieu stammen müssten. Linnemann fordere eine sofortige Überwachung der NGOs durch den Verfassungsschutz und eine…“

„… in einem Rundschreiben des Staatssekretärs im Bundesfinanzministeriums an alle Ressorts die Absenkung der Ausgaben gefordert werde, da diese künftig vom Sondervermögen gedeckt würden. Es habe eine centgenaue Verschiebung der Einzelpläne für Wirtschaft, Verkehr und Forschung gegeben, was dem Vizekanzler erlaube, Intransparenz genau wie einen ansteigenden Haushaltsbedarf strikt als Falschdarstellung der Medien und des…“

„… vor und nach der Auszahlung des Kredits an die Bundesregierung nicht genau geklärt worden sei, was genau als Infrastruktur definiert werde. Die CDU habe in einem Fraktionsbeschluss betont, dass der Rückbau des Schienennetzes zur Finanzierung neuer Bundesautobahnen alternativlos sei, auch wenn dadurch die Elektromobilität gefördert und der ebenfalls unumgängliche Bau von mindestens dreißig Atomreaktoren in einer Grauzone des…“

„… die Studie zum Sondervermögen vom WWF Deutschland beauftragt worden sei, was für den Bundesinnenminister darauf schließen lasse, dass eine internationalistische Organisation aus dem Feld des überstaatlichen Ökoterrorismus Gelder dafür ausgebe, um die erfolgreiche Politik der CDU und der CSU zu hintertreiben. Es dürfe deshalb für Umweltschutz keine Förderung mehr geben, da die schwerwiegende Gefahr einer Wiederholung des…“

„… den Vorwurf der Korruption nicht dulde, da alle von der Bundesregierung beauftragten externen Berater aus dem engsten Freundeskreis von Merz und seinen Parteikollegen stammen würden und deshalb über jeden Zweifel…“

„… die Grünen nur deshalb eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht in Erwägung zögen, da sie sich für die erfolgreiche Rechtsdurchsetzung der CDU gegen die linksgrüne Ampel-Junta und ihre unverantwortliche Verschwendungspolitik rächen wollten. Klingbeil habe sich aber genau mit allen verfassungsrechtlichen Vorgaben beschäftigt und sie zum Teil sogar verstanden, so dass von einer bewussten Veruntreuung überhaupt keine…“

„… der Vorwurf, 95% des Schuldenpakets seien zweckentfremdet worden, jeder haushalterischen Grundlage entbehre. Miersch und Bilger hätten in einer gemeinsamen Kalkulation festgestellt, dass nicht einmal die in der Presse genannten 86%, sondern nur 85,998% zuzüglich der Kosten für einen Inlandsflug und den Aufenthalt auf dem Oktoberfest mit anschließendem…“

„… hätten die Grünen durch Verfassungstricks das Sondervermögen überhaupt erst ermöglicht und den Bundeskanzler in ein Dilemma zwischen einer massiven Lügenkampagne und milliardenschwerem Kreditbetrug gezwungen. Söder fordere, die grüne Verbotspartei als staatsfeindliche NGO sofort zu…“

„… auch zur Rettung der Wirtschaft vor dem linksgrünen Terrorregime unter Diktator Habeck gedient habe. Linnemann habe die Aufgabe des Kanzlers darin gesehen, Industrie, Handwerk und viele mittellose, verängstigte Milliardäre vor den Folgen eines zerstörerischen Klimaschutzes zu schützen, was sich auch in der Dominanz der bisher wichtigen ökonomischen Bereiche gegen die vielen ökologischen Ausschweifungen der…“

„… von einem Kreditbetrug nicht die Rede sein könne, da Merz nicht nachgewiesen werden könne, dass er das Schuldenpaket zur Finanzierung von Konsumausgaben herangezogen habe. Es sei nach Ansicht des Unionsexperten für vorhandenes Geld, nicht mehr vorhandenes Geld und Brandmauern Spahn auszuschließen, dass der Kanzler in Bezug auf Wirtschaft, Finanzen oder Geld nennenswerte Kenntnisse besitze, die etwa über die Vorstellungen eines Grundschülers hinaus für den…“

„… die Zukunftsgestaltung, die die Grünen aus den angeblich verfassungskonformen Forderungen ableiten würden, sich in den Leitlinien einer Politik gemäß Koalitionsvertrag gar nicht wiederfänden. So sei für Linnemann offenbar, dass die Ökopartei letztlich einen Betrug am Wähler durchsetzen wolle, der den wirren Wunschvorstellungen von Friedrich Merz nun einmal mehr vertraut habe als einem Kinderbuchautor, der Deutschland durch das Flächenbombardement auf ihre Heizungen ein…“

„… es nicht grundgesetzwidrig sein könne, wenn der Klima- und Transformationsfonds für die Strafzahlungen wegen fehlenden Klimaschutzes herangezogen werde. Nach Einschätzung von Merz seien dies erstens unmittelbare Folgen des Klimas, die zweitens auch für die Zukunft aufgewandt würden, da dann noch höhere Strafen wegen der…“

„… vorher bekannt gewesen sei, dass der von der Bundesregierung geplante Haushalt überhaupt kein Problem lösen würde. Es sei nun erkennbar das Versagen der linksgrünen Opposition, die kein weiteres Sondervermögen zu Rettung der…“





Abstellgleis 9¾

24 03 2026

„Dann lässt man da zum Beispiel ein Gleis frei.“ „Und dann?“ „Dann fährt da ein Zug ein, der zu spät kommt.“ „Dann ist das Gleis aber nicht mehr frei.“ „Es kann ja passieren, dass mehr als ein Zug auf einmal zu spät kommt.“ „Aber der wartet dann nicht mehr vor dem Bahnhof, der wartet dann auf ein Gleis, das irgendwann mal frei wird.“

„Und wie viele Bahnhöfe gibt es, in denen es so ein Gleis gibt?“ „Das ist doch jetzt total irrelevant.“ „Eben, wir sollen nur Vorschläge machen.“ „Ob die dann umsetzbar sind, ist egal, weil sie sowieso nie umgesetzt werden.“ „Dazu ist es ja auch nur ein Vorschlag und kein Plan.“ „Naja, keinen Plan hat die Bahn schon selbst.“ „Und wenn wir jetzt zum Beispiel überall da diese Zusatzgleise bauen, wo sie gebraucht werden?“ „Meinen Sie das ernst!?“ „Ist das zu teuer?“ „Wann waren Sie zuletzt in einer Bahnhofshalle?“ „Keine Ahnung, ich fahre ja Auto wie alle anderen normalen Leute.“

„Jetzt lassen Sie uns das mit den Verspätungen aber noch mal ganz genau durchrechnen.“ „Bisher sechzig Prozent Pünktlichkeit.“ „Also bis sechs oder sieben Minuten zu spät, das gilt dann noch als pünktlich.“ „So geht das natürlich nicht.“ „Da bin ich ganz bei Ihnen.“ „Eine Viertelstunde sollte da schon drin sein.“ „Sehr gut!“ „Und was machen wir mit Anschlusszügen?“ „Das ist eine gute Frage.“ „Braucht man die noch?“ „Die Leute fahren ja eh zu viel Bahn.“ „Man könnte die Anschlusszüge ja gleich reduzieren, dann würde es auch viel weniger Verspätung geben.“ „Also bei Anschlusszügen?“ „Bei Anschlüssen allgemein.“ „Behalten Sie das mal im Auge, falls uns nichts Besseres einfällt.“

„Aber noch mal zurück zu den Gleisen.“ „Das ist doch nur eine technische Notlösung, wir müssten mal schnellere Züge bauen.“ „Da bräuchte es dann aber auch bessere Gleise.“ „Oder mehr.“ „Und wer finanziert das?“ „Wir könnten ja beides verbinden, indem wir im laufenden Betrieb Gleise freihalten, die dann für schnellere Züge…“ „Die liegen aber doch im Bahnhofsbereich, was nützt uns das denn auf der Strecke?“ „Wenn man im Bahnhofsbereich schneller rein und raus fahren kann, sorgt das doch für weniger Verspätungen.“ „Rechnerisch geht das auf.“ „Dann können wir daraus ja noch so einen Vorschlag machen, oder?“ „Schreiben Sie das auf, das klingt nicht so teuer wie neue Züge.“

„Wir könnten die Abfahrtszeiten gegenüber dem Fahrplan einfach vorziehen, dann haben wir mehr Zeit für die Zugabfertigung.“ „Moment, wenn der Zug kürzer da steht, wie kann er dann länger Zeit im Bahnhof haben?“ „Denken Sie doch mal mit, er meint natürlich die für den nächsten Zug.“ „Ah, das löst natürlich das Problem.“ „Allerdings nur für den folgenden Zug.“ „Dann bräuchten wir ja gar nicht mehr Gleise, wenn die schneller wieder frei sind.“ „Aber diese eine Minute, die führt dann auch schon wieder zu Verspätung, wenn der Zug doch nicht rechtzeitig abgefertigt werden kann.“ „Das sparen wir aber statistisch beim folgenden Zug wieder ein, weil der dann eine Minute später zu früh kommt.“ „Sie meinen, er kommt eine Minute früher zu spät.“ „Oder so.“ „Und was ist mit den Fahrgästen?“ „Was soll mit denen sein?“ „Die verlassen sich doch auf den Fahrplan.“ „Er ist ein bisschen doof, oder?“ „Typisch Verwaltungsbeamter.“ „Hören Sie mal, ich habe keine Ahnung, wo Sie herkommen, aber welcher zurechnungsfähige Mensch verlässt sich bitte auf einen Fahrplan!?“

„Wenn wir das bei richtig großen Bahnhöfen machen, wie soll das funktionieren?“ „Sie meinen Projekte, die in absehbarer Zeit fertig sind?“ „Ich rede von Stuttgart 21.“ „Ja nun, das Jahrtausend hat gerade erst angefangen.“ „Da steigen die Fahrgäste innerhalb von dreizehn Sekunden aus und ein.“ „Jeweils dreizehn Sekunden!“ „Das ist aber immer noch weniger als eine Minute, wie wollen Sie da den Zug früher abfahren lassen?“ „Wenn wir da alle Züge einfach durchfahren lassen…“ „Geht das denn überhaupt?“ „Dann ist das kein Kopfbahnhof mehr und geht schneller.“ „… dann brauchen wir auch Gleise.“ „Aber immer nur für den nächsten Zug.“ „Haben die keine Abstellgleise?“ „Nur Abstellgleis 9¾.“ „Das klingt ja machbar.“

„Was ist mit der Vorgabe, dass wir bei Tieren im Gleis nicht mehr warnen?“ „Bei Personen im Gleis kann man ja auch nicht bremsen.“ „Da nützt dann keine Vollsperrung mehr.“ „Vollbremsung.“ „Nee, ich meine schon Sperrung.“ „Man kann dann lieber ein bisschen langsamer fahren.“ „Dann kommt der Zug ja auch verspätet an.“ „Aber wir haben einen Schuldigen.“ „Stimmt, das macht die Sache gleich viel einfacher für die Konzernleitung.“

„Kann man nicht einfach weniger Züge fahren lassen?“ „Wie viel weniger?“ „Die Hälfte?“ „Lohnt sich das?“ „Für die, die nicht fahren, lohnt sich das bestimmt, weil die dann nicht zu spät ankommen.“ „Und für die anderen?“ „Die haben eine Minute weniger, um irgendeinen Zug auf dem Zusatzgleis zu erwischen.“ „Man könnte auch die Routen stark einschränken.“ „Also nur noch Züge zwischen ganz großen Knotenpunkten fahren lassen?“ „Und dann da auch noch mal Züge einsparen.“ „Wieso das denn?“ „In die Züge passen so viele Fahrgäste rein, wenn wir da die Hälfte streichen, kommen viel mehr Leute nicht mehr zu spät.“ „Und wenn wir die Ankunftszeit einfach nicht mehr im Fahrplan erfassen?“ „Dann gibt es ja quasi überhaupt keine Verspätung mehr.“ „Das mit den Anschlusszügen ist dann auch Geschichte.“ „Das klingt sehr gut, wir sollten das für alle größeren Bahnhöfe checken.“ „Oder wir zünden den ganzen Scheiß an und lassen es einfach sein.“ „Haben Sie die Nummer?“ „Herr Bundeskanzler, ich glaube, wir haben die Lösung!“