Gernulf Olzheimer kommentiert (DCCCXII): Die Lust an der Zerstörung

1 05 2026
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Machen wir es kurz: das Ende ist nah. Gut, wer nicht jeden Tag gegen den Briefkasten läuft, merkt es früher oder später, aber dann bleibt die Frage, warum. Wer sich das ausgedacht hat. Und wem es nützt. Selbst der Nerobefehl, den der Bettnässer aus Braunau ausgab, um dem Eroberer verbrannte Erde und den minderwertigen Verlierern ein Leben in Schmutz und Schande zu hinterlassen, war aus der klaren ideologischen Perspektive eines Irren auf ein siegreiches Imperium der ostischen Untermenschen ausgerichtet. Je mehr wir heute am Abgrund der neuen faschistischen Machtergreifung vergleichen, wie wir in die Vernichtung hineingezogen wurden und wie es heute geschieht, ist uns doch neben der Ausweglosigkeit auch die Dimension klar, in der es geschieht: wir verschwinden nicht mehr als die Deutschen oder Österreicher von der Landkarte, sondern als evolutionäres Experiment innerhalb der Hominiden, die offensichtlich mit Atmen für die intellektuelle Auslastung ausgelastet waren. Ist es der Todestrieb, der als Regression in manischer und geradezu sakraler Wiederholung des Tötens die Selbstzerstörung vollenden will, damit Ruhe im Puff ist? Ist es nicht so, dass wir gerade in den Sog hineingezogen werden, der uns die Lust an der Zerstörung der Lebensgrundlagen als normal, als wünschenswert, ja notwendig erscheinen lässt?

An der Aggression gegen die eigene Art mag es liegen, aber mehr noch an der zwanghaften gegen jede Vernunft gerichteten Neigung, aufgeblasene Versager als Helden zu feiern und sie als Anführer auf den Thron zu hieven, wo sie ihre narzisstische Kränkung in der finalen Demontage der Welt abreagieren, die sie nicht erschaffen haben – die beleidigte Prometheuswurst sozusagen, die sich ein billiges Märchen zurechtschwiemelt, damit sie vor dem gewaltsamen Abtritt noch mal Bedeutung vorhampeln kann. Diese dünnhäutigen Heulsusen aber sind nicht die Bösen, sie verschaffen ihnen nur das, was diese unbedingt haben wollen und nach der gemeinsamen Glaubensvorstellung auch haben müssen: Macht. Die Demontage dieser Welt, die Preisgabe an die Klimazerstörung, die Implosion des Sozialstaates, der wirtschaftsfeindliche Pfad der auf fossile Energien gehämmerten Produktion, die Verheerung der privaten Haushalte durch kaum zu bewältigende Mieten und Lebensmittelpreise, sie ist kein Versehen, nicht einmal da, wo sie durch die Impulskontrollstörung verdeppter Arschgeigen mit stinkender Druckluft unter der Kalotte eskaliert. Alles das ist abgewogen, abgemacht, eingepreist. Es ist das Finale des Kapitalismus als kollektiver Suizid der Mitläufer mit der Auslöschung der Welt als Kollateralschaden.

Die Konsequenz der kapitalistischen Endzeit ist ein Menschenbild ohne Menschen, jedenfalls nicht mehr in der Form, wie sie von einer bürgerlichen Politkaste verkauft wird. Mit der Konzentration des gesamten Kapitals auf eine rücksichtsfreie Kaste ist die Stufe erreicht, die das letzte Privileg gewährt, das die gierigen Sozio-Paten an ihrem ergaunerten Besitz exekutieren. Wie man einen Ming-Pott auf dem Marmorboden zerdeppert, weil man es kann, crashen diese Milliardenkasper die Ökonomie und den Energiemarkt mit unsinnigem KI-Zirkus. Sie finanzieren Guerillatruppen, um sich die blutigen Stammeskämpfe in verarmten Militärdiktaturen zu gönnen. Was die Vernunft verhöhnt, wird in großem Stil aufgeblasen, als alternativlos den Volleulen im Stimmvieh vorgesetzt und als Brandmauer gegen Sozialismus oder die linkswoke Gefahr.

Dieses System war fraglos als Verwertungslogik geplant, jetzt ist er nur noch die Demonstration des Besitzes, der sich als Machtdemonstration entladen muss, weil er sonst nicht mehr als Wettbewerb um Leben und Tod erscheint – wer überlebt und wer nicht, ist dabei nicht so wichtig, die Hauptsache ist, es gibt Tote. Die Zerstörung, die das Eigene als unumschränkten Herrschaftsbereich umfasst, ist letztlich nicht mehr als eine chiliastische Vision, der Endkampf im Schulterschluss zwischen Kohle und Kriegsgerät. Willkür hat die Vorstellung von einer durch Recht und Gemeinsinn geprägten Sittlichkeit als Untergang des Abendlandes geprägt. Wer nicht sein Großmütterchen ans Messer liefert, ist kein leistungsbereiter Staatsbürger mehr und muss sozial isoliert werden. Sie herrschen, indem sie teilen. Sie nehmen Rache an einer Zukunft, die sie nicht mehr erleben müssen.

Diese Zerstörung ist eine Abkehr von der Logik, man müsse sich und der Welt alles zumuten, damit irgendwo Fortschritt entstehen könne, im Abriss von Dörfern für ein bisschen Brennmaterial, bei der Ausbeutung von Kindern für etwas Erz, durch die Verschmutzung von Meeren und Gewässern für den höheren Profit der Farbenindustrie. Die Erde wehrt sich mit Flut und Waldbränden und wird gleichsam zum Komplizen der Kapitalfaschisten, die sie der Geschichte als Müllhalde hinterlassen wollen. Das Zeitalter ist vergangen, in dem man Probleme mit Technologie lösen wollte. Sie selbst ist jetzt das Problem. Ein feuerfester Truck mag der Ausweg sein. Der Flug zum Mars. Machen wir es ihnen leicht, helfen wir ihnen auf die Müllhalde. Das wirkt wenigstens sofort.





Altersteilzeit

29 04 2026

„… dass Deutschland im EU-Durchschnitt die älteste Arbeitnehmerschaft habe. Dies stelle nach Untersuchungen der OECD eine starke Belastung des Rentensystems für die…“

„… auch daran liege, dass die Arbeitnehmer immer später in den Ruhestand gehen würden. Merz könne an der Entwicklung nichts finden, was ihn stören würde. Er sei sehr zufrieden, dass bald ein Großteil der Werktätigen 75 Jahre und älter…“

„… nur eine statistische Größe sei, die leicht korrigiert werden könne. Der Unionsexperte für Zahlen, Zahlungsausfälle und Zahlungsverzug Spahn schlage vor, einfach alle alten Migranten in ihre Herkunftsländer abzuschieben, damit sich der Durchschnitt der Deutschen innerhalb eines…“

„… höhere Beitragssätze als ideologisch falsch, da aus der linksgrünen Ecke stammend, ablehne. Söder werde die regelmäßige Erhöhung der Renten durch eine Kürzung der Sozialausgaben und…“

„… als flankierende Maßnahme das Recht auf selbstbestimmtes Sterben beseitigen. Merz fordere vom Sozialflügel seiner Partei, dass es zum Schutz des Wirtschaftswachstums keine Flucht in den Tod mehr geben dürfe, wenn damit das Überleben der deutschen Industrie und ihrer…“

„… nicht dazu führen dürfe, dass es neben den Rückführungen älterer Migranten nicht auch die normalen Abschiebungen gut integrierter und sich bereits in Ausbildung oder Arbeit befindlicher Asylbewerber geben müsse. Dobrindt verlange von der Bundesregierung, dass der von ihm gegen die Verfassung eingeschlagene jetzt konsequent zu…“

„… spreche sich Söder jetzt doch für eine Erhöhung der Rentenbeiträge aus. Dies dürfe aber nur für jüngere Arbeitnehmer gelten, die dadurch nicht automatisch Ansprüche auf eine Altersrente erwerben sollten, da die Mittel zunächst in die Mütterrente und die älteren…“

„… darauf vertraue, dass auch in den großen Industriebetrieben, die bei der Bundesregierung für ein höheres Renteneintrittsalter geworben hätten, die HR-Abteilungen keine Mitarbeiter über 50 mehr einstellen würden. Reiche halte dies für eine gut zu realisierende Lösung, die bei einer gleichzeitigen Liquidierung des Sozialstaates einen effizienten…“

„… dass auch ein früherer Renteneintritt sich signifikant auf das Durchschnittsalter auswirke. Der Unionsexperte für Standardabweichungen, weit unten liegende Bereiche und Effekte Spahn habe errechnet, dass bereits eine Verrentung mit 30 das statistische Ergebnis um einen…“

„… den Bereich der Altersteilzeit einfach nicht mehr statistisch auf die arbeitende Bevölkerung anrechnen wolle. Der Bundeskanzler sei damit einverstanden, wenn eine Aktivrente bis mindestens 90 bezogen werden müsse, wenn danach reguläre Altersruhegelder ausgezahlt würden, falls es die…“

„… sich das Alter der Frühverrentung leider auch negativ auf die Lebensarbeitszeit auswirke, die zwar der gesetzlichen Rentenversicherung auf Dauer erhebliche Kosten einspare, aber die Zahl der Arbeitnehmer dezimiere. Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft wolle der Unionsexperte für Kleinkinder, größere Kinder und kleine Jugendliche Spahn durch eine Arbeitspflicht ab drei Jahren ergänzen, die auch Entlastungen in Kitas, Schulen und bei der…“

„… sehe der CDU-Generalsekretär eine schnelle Lösung in einer vollständigen Abschaffung des Kündigungsschutzes. Linnemann habe berechnet, dass durch eine sofortige fristlose Freisetzung aller Arbeitnehmer oberhalb eines volkswirtschaftlich nicht mehr hinnehmbaren Alters die Statistik…“

„… verlange Reiche Generationengerechtigkeit. Es sei der Wunsch der Union, dass neben einem Einstellungsstopp für Arbeitnehmer nach dem vollendeten 40 Lebensjahr auch keine qualifizierten Bewerber unter 30 mehr beschäftigt würden, da diese mangels Erfahrung zu hohe Kosten für die Betriebe verursachen würden. Bisherige Regierungen hätten dies nicht ausreichend berücksichtigt und Deutschland damit in eine ökonomische Schieflage gebracht, die jetzt zum Glück durch die Rückkehr zur Atomkraft und…“

„… dass alle Teilzeitbeschäftigungen ab 50 statistisch nur noch zur Hälfte auf die Altersquote angerechnet würden. Merz spreche sich dafür aus, die offiziellen Zahlen, wie sie beispielsweise in der Kriminalstatistik oder bei seinen Beliebtheitswerten für Veröffentlichungen in den…“

„… eine kapitalgedeckte Aktienrente notwendig sei, die ab 45 ausgezahlt werde, den Arbeitsmarkt für Jüngere öffne und dadurch den Altersschnitt senke. Reiche gebe jedoch zu Bedenken, dass dazu Beiträge in Höhe des vierfachen Bruttogehalts gezahlt werden müssten, wenn nicht die bisherigen für etwa 120 Beitragsjahre…“

„… ob die Bundesregierung nicht nach den ältesten Arbeitnehmern der EU den Spitzenrang in der Weltwirtschaft anstreben wollten. Dies werde möglicherweise jedoch erst in der zweiten oder dritten Legislatur unter dem…“

„… den Sozialstaat erheblich entlasten würde, wenn die Bevölkerung diese Chance wahrnehme. Linnemann hoffe, dass auch in fortgeschrittenem Alter gearbeitet werde, so dass Aktivrentner keine Zeit mehr hätten, sich im Pflegeheim auf Kosten der Allgemeinheit in anstrengungslosem Wohlstand einen luxuriösen Lebensabend zu…“

„… kein Weg daran vorbeiführe, dass alle Menschen in Deutschland länger würden arbeiten müssen. Merz fordere eine durchgreifende und…“





Basisabsicherung

27 04 2026

„… nicht nur als zynisch und arrogant ansehe, sondern auch als Anzeichen von Dummheit. Radtke halte die fortgesetzten Äußerungen des Kanzlers über das Rentenniveau für gefährlich und ermahne ihn zu einer erheblichen …“

„… die medizinische Notfallversorgung nicht gestrichen werde. Warken sei entschlossen, einige kostenneutrale Elemente des Gesundheitssystems weiterhin für einen Teil der Versicherten im…“

„… dem CDA-Vorsitzenden zustimme. Bas habe den Kanzler jedoch in Schutz genommen, da der wie immer keine Ahnung gehabt habe, worum es sich handele, so dass er seine Meinung auch ohne eine vorherige…“

„… eine zentrale telefonische Anlaufstelle schaffen wolle, die das Vorliegen eines Notfalls vor Ort überprüfe. Der Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung Wildberger rechne auch zu Stoßzeiten mit einer Wartezeit von höchstens vier bis maximal sechs Stunden, bevor sich ein medizinischer Experte mit einem Fragenkatalog zu Symptomatik und Dringlichkeit eines…“

„… keinen Grund sehe, Merz zu widersprechen, da er nur Fakten genannt habe. Der Unionsexperte für Körpergeruch, Gleichgewichtsstörungen und Rechthaberei Spahn rate Geringverdiener, die sich kein Flugzeug kaufen könnten, durch Vorträge auf internationalen Meetings zum Demokratieabbau, Insiderhandel und mehrere Aufsichtsratsposten ein Zubrot zu den wenigen Millionen, die man ohne…“

„… sollten Integrierte Notfallzentren rund um die Uhr Patienten aufnehmen können. Um nicht zu hohe Kosten entstehen zu lassen, wolle Warken diese nur in ausgewählten Kliniken betreiben. Sie rechne aber damit, dass langfristig kein Patient mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung länger als 150 Kilometer bis zur nächsten…“

„… eine Steuerreform überfällig sei. Linnemann fordere, dass von 5.000 Euro brutto nach Steuern mindestens 7.000 übrig blieben, um etwa 10.000 Euro an Sozialversicherungsbeiträgen zahlen zu können, die dann eine Rente von mindestens 25 Euro über der regulären Grundsicherung zu…“

„… eine kostenfreie Ersthelfer-App bundesweit mit den Rettungsleitstellen in der Region vernetzt werde. Wildberger habe sich zuversichtlich gezeigt, dass die gewünschte Netzabdeckung bis zum Jahr 2050 tatsächlich ausreiche, um Leben zu retten und gleichzeitig eine gleichmäßige Auslastung der…“

„… könne das von der DGB-Vorsitzenden vorgeschlagene österreichische Modell, nach dem neben einer allgemeinen Einzahlung auch Steuern zur Finanzierung der Altersbezüge verwendet würden, nicht funktionieren. Für Frei spreche erstens dagegen, dass es in Deutschland zu wenig Schilder gebe, zweitens sei Fahimi eine Frau, und drittens dürfe man vor einer Entscheidung, ob der Wal in der Ostsee überlege, keine vorschnellen…“

„… dürfe jede gesetzliche Krankenversicherung Sterbhilfe als Wahlleistung anbieten oder diese im Fall eines potenziell lebensbedrohlichen Unfalls auch dann kostenfrei gewähren, indem nach der Identitätsfeststellung des Versicherten gar nicht erst ein Rettungsfahrzeug…“

„… dass die Basisabsicherung der Renten auch dabei helfen könne, eine angemessene Absenkung der Grundsicherung unter das von Karlsruhe immer wieder postulierte Existenzminimum zu drücken. Für Linnemann dürfe eine freiwillige Zahlung des Staates an Millionen Totalverweigerer nicht höher sein als eine durch jahrzehntelange harte Arbeit erworbene…“

„… auf Kritik reagiert habe. Warken wolle die Wahl, ob im Falle einer bedrohlichen Situation die Rettungskette aktiviert werde, grundsätzlich den Versicherten übertragen. Es müsse aus Sicht der Bundesregierung jedoch bedacht werden, dass dies auf keinen Fall kostenneutral sei und durch einen erheblichen Zusatzbeitrag zu den…“

„… dürfe man nicht an die Vermögen der Reichen gehen, da diese nach Kalkulation des Bundeswirtschaftsministeriums bereits nach etwa 120.000 Jahren aufgebraucht sein dürften, so dass auch alle heutigen Milliardäre Armutsrentner würden, die dann aber keine Zuschüsse mehr aus den Vermögen der…“

„… den Personalmangel unter den Notärzten durch Qualifizierung im Rettungsdienst auffangen wolle. Gleichzeitig hoffe die Gesundheitsministerin auf genügend ehrenamtliche Helfer beispielsweise aus dem Bereich der Grundsicherungsempfänger, die ihrerseits durch Schulungen Basiskenntnisse im Rettungswesen sowie in Pflege und…“

„… müsse natürlich im Gegenzug das Niveau der durchschnittlichen Renten auch gesenkt werden. Linnemann warne davor, dass Schmarotzer, die seit Jahren auf Staatskosten ihre Faulheit feiern würden, dafür nach den Erreichen des Rentenalters mit anstrengungslosem Reichtum belohnt und vom…“

„… dass durch effizientere Strukturierung der Behandlungsmöglichkeiten finanzielle Spielräume erwüchsen. Warken halte eine notfallmedizinische Behandlung ab 70 für ökonomisch schwierig, was sich andererseits auch positiv auf die Zahl der Rentner und deren durchschnittliche…“

„… trotz der Bemühungen der Ampelregierung die drittgrößte Wirtschaft der Welt sei. Reiche wolle dies nicht durch Zahlungen an Bürger gefährden, die nicht mehr am Arbeitsleben teilnehmen würden, könne sich aber andererseits auch für die Streichung von Löhnen und Gehältern eine attraktive…“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DCCCXI): Die rechte Welle

24 04 2026
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Wie immer ist das revolutionäre Subjekt schuld. Die kritische Theorie hatte sich so schön ausgemalt, wie die Herstellung eines gerechten Zustands unter den Menschen gelänge, da schlampt’s in Gestalt der Arbeiter und Intellektuellen und verhindert einfach nicht, dass die Nazis sich das Land unter den Nagel reißen – als sei nicht genügend Prekariat und Geist beteiligt gewesen, den Braunauer Bettnässer in die Reichskanzlei zu hieven. Schließlich haben sie die beiden Keimkräfte für den Faschismus verinnerlicht und aktiviert: wirtschaftliche Gründe wie Inflation und Staatsverschuldung – heute Globalisierung und Automatisierung – und kulturelle Angst vor dem Verlust der nationalen Identität, bei Deutschen also Benzin und Döner, wie seit dem Römer Arminius auf teutscher Urzucht bekannt. Aber die politischen Trends, vor allem die über Kontinente und Klassen hinweg wirkenden, sind selten Schockwellen wie diese schonungslos alle Erfahrung der Geschichte planierende Energie aus Hass und Selbsthass. Was also ist die Erklärung für die rechte Welle, die die westliche Welt verheert?

Ökonomischer Kollaps? noch haben die meisten Staaten funktionsfähige Sozialsysteme. Migration? Regionen, in denen kaum Migranten leben, driften mit derselben Geschwindigkeit ins Völkische. Was größere Teile der Bevölkerung radikalisiert, ist die Tatsache, dass die extremistische Haltung seit dem letzten Durchlauf nie verschwunden war, nur gut verdeckt. Die Normen haben sich verschoben. Wer heute als Klempner, Koch oder Kanzler ein arisches Stadtbild fordert, muss nicht mehr fürchten, als das Stück Dreck diskriminiert zu werden, das er ist. Das Unsagbare wieder ist ihrem Geplärr hörbar, es wird nicht mehr nur hinter verschlossenen Türen gesagt. Das Stigma, öffentlich als Nazi mit viel weicheren Worten als „Euthanasie“ oder „Blut und Boden“ dasselbe zu goebbeln, was die Vorbilder praktiziert haben, es ist unwirksam. Man lebt nicht mehr in der Mitte, obwohl man wie eh und je Faschist ist.

Schon immer gab es Klemmschwestern, Hoh- und Linnemänner in demokratihihihihihihihischen Parteien, und zog der Nazi die Unterwanderstiefel an, muss er sich heute nicht mehr maskieren. Die Sanktionen für den Tabubruch sind weg, das sieht auch der dusselige Untertan, der endlich nicht mehr das wählen muss, was sich mit Hochdruck an die Brandmauer schwiemelt. Die Nachahmung durch Goldfischgehirne im sozialen Untergeschoss lässt nicht lange auf sich warten, und so wird die übliche normative Grundhaltung, Anstand, Bürgerlichkeit oder christliches Menschenbild, in die nächstbeste Tonne getreten, wenn endlich der starke Mann™ als Emanation der Verrohung das Land in den Abgrund führt. Gut, der Tod ist vielleicht nicht unbedingt so hübsch wie Brot und Spiele, aber da weiß man doch wenigstens, dass man sich nicht verstellen muss.

Jetzt werden extremistische Gedanken auch für Parteien der Mitte interessant, verspricht das Ventil für die von ihnen selbst verursachte Wut doch einen neuen Erfolgsschub – als verschriebe der Arzt den Patienten Schnaps, um die Lebernachfrage stabil zu halten. Leider wählt das Volk dann statt der billigen Imitatoren das Original, weil es Überzeugungstäter bevorzugt, nicht die lavierenden Dünnbrettbohrer, die sich schon einmal als Bravbürger ausgegeben hatten. So gerät ihre Charakterlosigkeit ihnen gleich doppelt in die Quere. Keiner wählt gerne Versager. Das Volk nimmt den, der den Umsturz verspricht.

Ist die Aufmerksamkeit erst einmal geweckt, greift trotz aller Änderungen im Äußeren der Effekt der immer schrilleren Rhetorik, die paradoxerweise auch fachkompetente Politiker anlockt, die sich nie in radikale Splittergruppen getraut hatten. Greift das nach der Macht, sind sie bei allem zu erwartenden Schaden doch formal regierungsfähig, während die sogenannten Altparteien die letzten Schreihälse auf die Barrikaden hebt, so laut wie dämlich und daher erst recht keine Alternative. Vor allem rhetorische Entgleisungen nützen nur den Nazis, sie spielen ihr Lied. Wer da von Remigration und kleinen Paschas pöbelt, schaukelt nur auf der Woge, die andere mit ihrem Rassismus verursachen. Und sie machen die schrille Hasspropaganda noch ein bisschen mehr für bürgerliche Ohren akzeptable, wenn sie nicht mehr aus dem Mund der NS-Nachgeburten quillt. Mehr Selbstdemontage ist nicht möglich.

Gibt es einen Ausweg aus dem Dilemma der Reaktionäre? Halten sie durch, machen sie sich zum Anhängsel der Nazis; kehren sie zur (dann dreimal unglaubwürdigen) demokratischen Fassade zurück, wechselt ein Großteil ihrer Gefolgsleute das Lager. Eine Brandmauer hätte geholfen, rechtzeitig und mit demokratischem Ethos gehärtet, dass wirklich jeder, der auch nur die Hand hebt, um mit den Hitlers abzustimmen, mit einem Fußtritt in die Umlaufbahn befördert wird. Es ist zu spät für diese Mitte, die sich ihre Lähmungserscheinungen durch ideologisches Strammstehen vor dem Kapital tapfer herangezüchtet hat. Bildung wäre ein Ausweg. Oder ein sozial gerechter Gesellschaftsentwurf, der sich an der Zukunft der Vielen orientiert statt an der Idee eines gesunden Volksempfindens. Normen, die den Namen auch verdienen. Ein Staat, der sie nicht als Serviervorschlag abtut. Und Geschichtserkennung.





Palliative Entsorgung

23 04 2026

„Sehen Sie das? Diese Verschattung, der Bereich wäre sonst durchlässig. Das Gewebe absorbiert die Strahlung, das Wachstumsmuster ist relativ gut zu erkennen, ganz klar abgegrenzt. Krebs. Machen Sie die Tür bitte hinter sich zu, und wenn Sie an der Anmeldung sind, rufen Sie schon mal den nächsten Patienten rein.

Schwerhörig sind Sie auch noch? Welches Wort von ‚Raus‘ war denn jetzt zu kompliziert? Ich bin der Facharzt, ich stelle die Diagnose, und jetzt ist der nächste Patient an der Reihe. Also ziehen Sie ruhig Ihr Jäckchen an, mit dem Sie hier die ganze Zeit herumwedeln, damit jeder erkennt, dass das maßgeschneidert ist, und dann tun Sie draußen, was Sie nicht lassen können. Meine Güte, ich hatte nicht erwartet, dass Sie mit mir diskutieren wollen. Ich erwarte von Ihnen, dass Sie sterben. Aber das muss nicht unbedingt in meinen Praxisräumen passieren.

Was hatten Sie sich denn jetzt gewünscht? Dass Sie damals die Gesundheitsreform gemacht haben, und für Sie gilt die nicht mehr? Zweite Meinung? Sie können mit dem Ding da gerne noch einen anderen Onkologen aufsuchen, der wird Ihnen den Fleck auf einem zweiten Röntgenbild zeigen, falls Sie das selbst bezahlen, und wenn nicht, fordert er meins an und erklärt Ihnen noch mal, wie so ein Schatten zustande kommt. Die Kasse zahlt für die Diagnose, die haben Sie jetzt, und damit ist der Job für mich erledigt. Sie wollten das so.

Ich weiß, dass Sie Privatpatient sind. Glauben Sie, dass mich das beeindruckt? Die Regeln gelten für alle, schließlich sind Sie über 70. Sie sollten sich daran erinnern, dass die Altersgrenze für eine Krebstherapie darunter liegt seit der Reform, und da Sie mit dem Sozialstaatseinschränkungsgesetz auch die übrigen Leistungen nicht mehr erhalten, sobald in Ihrer Patientenakte der Ablebensstatus aktiviert wurde, brauchen Sie sich über Dinge wie Pension oder etwaige Rentenzahlungen auch keinen Kopf mehr zu machen. Finito. Isch over.

Wozu soll Ihnen denn dieser Staat, dem Sie jahrelang ins Gesicht getreten haben, jetzt noch auf den letzten Metern Zucker in den Arsch pusten? Sie haben als Bundeskanzler regelmäßig auf allen herumgetrampelt, die die Frechheit besessen haben, menschenwürdig leben zu wollen. Jetzt kriegen Sie Ihre eigene Medizin ab. Sie sind ja nicht einmal mehr Aktivrentner, geschweige denn ehrenamtlich tätig. Wie auch, an Ehre würde es als erstes fehlen. Und da erwarten Sie allen Ernstes, dass dieser Staat als Solidargemeinschaft Ihnen eine Therapie zahlt, Chemo, Bestrahlung, gerne psychoonkologisches Gruppenkuscheln? Jetzt ist das Krankenhaus am Rande der Stadt angesagt. Palliative Entsorgung als Regelleistung, und wenn Sie ordentlich mitmachen, sind Sie in ein paar Monaten hinüber. Es sei denn, Sie nippeln zu Hause ab. Ihre Entscheidung.

Sagen Sie mal, merkt man eigentlich, wenn man nervt? Warum muss ich Ihnen jetzt das komplette Gesundheitssystem erklären, das Sie selbst in die Tonne getreten haben? weil Sie privat versichert sind? Da waren wir schon mal. In einer deutschen Klinik wird Sie aber keiner mehr behandeln, auch nicht gegen Köfferchen mit braunen Umschlägen, wie das Ihre Parteifreunde gerne versuchen. Wie denn auch, schließlich haben wir nicht mehr genug Betten frei für solche Sperenzchen. Auch nicht in der Privatklinik. Auch nicht am Tegernsee. So ein Haus wäre ganz schnell Geschichte. Dafür hat dann zwar die aktuelle Bundesregierung gesorgt, aber Sie wollen mir doch hoffentlich nicht erklären, dass Sie für die nichts können.

Das schöne Geld, die vielen Millionen, und jetzt nützt Ihnen das gar nichts mehr – kriegen wir jetzt unseren moralischen Anfall? Ich meine, es steht Ihnen doch frei, dieses Land zu verlassen. Nehmen Sie Ihre Kohle mit, falls die sich überhaupt je auf deutschen Konten befunden haben sollte, und dann versuchen Sie es gerne im Ausland. Kann sein, dass man da ein bisschen wählerisch ist, da sind zwar auch jede Menge rechter Arschlöcher an der Macht, aber wenn ein deutscher Bundeskanzler permanent mit rassistischem Gepöbel auffällt, erzeugt das nicht unbedingt Mitleid. Oder die Preise gehen hoch, weil der Markt den Regler für den Anstand gefunden hat. Beschweren Sie sich nicht, Sie haben es ja wenigstens. Obwohl Sie erwiesenermaßen zu den Minderleistern gehören, die man eigentlich aus der Sozialversicherung rausschmeißen sollte.

Noch ein kleiner Tipp von mir, bevor Sie jetzt bitte endlich abhauen: benehmen Sie sich da nicht so wie hier in den letzten Jahrzehnten. Wenn Sie auf der Intensivstation liegen und jeden Tag die Pfleger beschimpfen, die Sie gerne abgeschoben oder als unerwünschte Migranten aus dem Stadtbild entfernt hätten, dann wird man Sie jeden Morgen mit dem Handtuch wecken. Nass und zusammengeknotet. Soll nicht so angenehm sein. Aber für Sie ist das vielleicht ganz hilfreich, dass man sich auch nach Ihrer Entlassung noch sehr gut an Sie erinnert.

Selbstverständlich können Sie damit rauchen. Sie können damit auch Torte fressen und sich jeden Tag die Lampe zukippen. Das ist alles durchaus sozialverträglich, da die Dauer des Ablebensstatus dadurch verkürzt wird. Für Sie trifft manches nicht zu, frei werdender bezahlbarer Wohnraum zum Beispiel oder ein Erbe, das so gering ist, dass es noch besteuert werden muss. Bürokratieabbau, der Kram halt. Aber wenn Deutschland handlungsfähig bleiben soll, das hatten Sie ja selbst so gesagt, muss mit allem, was der Sozialstaat an überflüssigen Vollkaskogeschenken raushaut, endlich mal Schluss sein. In diesem Sinne: gehen Sie endlich Sterben.“





Krankheitswesen

20 04 2026

„… sich auf eine Reform des Gesundheitswesens verständigt hätten. Laut Bundeskanzler Merz werde dies die größte Sozialstaatsreform, die es in der Bundesrepublik jemals…“

„… als wichtiges und starkes Signal begrüßen würden, das für den Spitzenverband Bund der Krankenkassen jedoch nicht bedeuten dürfe, dass die Vorstände und Verwaltungsräte weniger hohe Bonuszahlungen für ihre unermüdliche…“

„… dass Kliniken künftig nur das ausgeben, was sie eingenommen hätten. Linnemann sehe zwar eine Schwierigkeit darin, dass Krankenhäuser dann am 1. Januar keine Notfallpatienten etwa durch Böllerverletzungen behandeln dürften, da sie im laufenden Geschäftsjahr noch keine Behandlungen durchgeführt und Honorare kassiert hätten, wolle diese Einzelproblem aber erst nach der Einführung der Reform auf eine sichere rechtliche…“

„… vom christlichen Menschenbild Gebrauch mache. Für den Unionsexperten für Sündenfälle, automatische Absolution und Scheinheiligenscheine Spahn sei das Wesen jeder Erkrankung die Abkehr von Gott, die nach den Richtlinien der Partei mit den härtesten Strafen zu…“

„… sehe die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände Linnemanns Vorschlag, allen Bürgergeldempfängern die Krankenversicherung zu streichen, kritisch. Zwar sei BDA-Präsident Dulger daran interessiert, Lohnnebenkosten so weit wie möglich zu senken, es sei aber für viele Firmen so nicht mehr möglich, Niedriglöhner einzusetzen, die erst durch Aufstockung in den Genuss eines Gehalts zu kommen, von dem sie sich eine Wohnung und einige wenige Lebensmittel sowie einen…“

„… die Pflicht zur Zweit- oder Drittmeinung auf Kliniken zu beschränken, die mindestens 500 Kilometer vom Wohnort des Patienten entfernt seien. Warken freue sich darauf, dass durch eine Eigenleistung der Versicherten der Prozess in Gang gesetzt werde oder im Fall einer ganz plötzlichen Verschlechterung, etwa bei einem Herzinfarkt oder einem Blinddarmdurchbruch, sogar Kapazitäten, die bei einem vorschnellen Eingriff das Leben von Personen, die sowieso früher oder später…“

„… dahingehend modifizieren wolle, dass die Patienten am 1. Januar vor jeder Anamnese einen vom Klinikpersonal vorgeschlagenen Betrag in bar ausgezahlt bekommen müssten, der einer von ihnen für wahrscheinlich gehaltenen Diagnose entspricht, so dass daraus auch eine vertraglich…“

„… werde auch der Bereich der Arbeitsmedizin erheblich verschlankt. Zwar bleibe es bei der von Bas angekündigten Anzahl von Pflichtimpfungen für einige Berufe, die jedoch von den Versicherten selbst gezahlt werden müssten. Nach Auskunft der Ministerin sei es nicht erheblich, ob der Vorgang nun in den ohnehin irgendwann ansteigenden Beiträgen enthalten sei oder ob er nur dann, wenn er überhaupt genutzt werde, als einmalige Zahlung von den…“

„… das allgemeine Gesundheitsgefühl der hart arbeitenden Menschen draußen im Land stärken wolle. Warken empfinde es so, dass der häufige Aufenthalt in Arztpraxen, wozu auch Termine für präventive Untersuchungen zählen würden, eher zu einer Sorge um das eigene Wohlbefinden führe. Sie fordere daher die Abschaffung der Maßnahmen, die zum Teil keine vorliegenden Krankheiten erkennen würden und damit nur die Angst vor einer…“

„… es sich um einseitige Meinungen handele, die nur auf wenige hundert Pharmaka beschränkt sei. Wenn beispielsweise monoklonale Antikörper zur Therapie schwerer entzündlicher Prozesse wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa 4.000 Euro kosteten, während das identische Medikament in Japan für 1.200 Euro erhältlich sei, so liege dies laut Warken am internationalen Markt, der aber in Asien auf andere Art international sei, was auch an den Schildern liege, die in Deutschland keiner…“

„… das System wieder richtig zu betreiben, bevor es zu einem Krankheitswesen werde. So wolle der Unionsexperte für Spenden, Kleingeld und Verrechnungsschecks Spahn eine ärztliche Behandlung nur noch für deutsche Staatsbürger, während Migranten und Ausländer zwar einen Beitrag in voller Höhe…“

„… für Arbeitnehmer die Mitgliedschaft in einer Krankenkasse optional zu machen oder unterhalb eines Jahresbruttos von 100.000 Euro ohnehin ganz zu untersagen. Wer sich danach freiwillig gesetzlich versichern wolle, dürfe dies nach Linnemanns Vorschlag erst nach Vorlage einer geeigneten Diagnose, die andererseits die Kassen berechtige, eine Versicherung zu verweigern, so dass wiederum Einsparungen auf die Solidargemeinschaft…“

„… schon rein physikalisch-technisch sowie von der Logik her nicht funktionieren könne, weil Japan eine Insel sei. Warken lehne eine Diskussion über die…“

„… notfalls staatliche Zwangsarbeitsprogramme zu nutzen. Linnemanns Ansicht, dass alle, die ein paar Stunden am Tag arbeiten würden, in dieser Zeit wenigstens nicht beim Arzt herumsitzen und sinnlos irgendwelche Leistungen in Anspruch nehmen würden, erhärte sich bereits beim…“

„… vor Panik gewarnt habe. Da Merz eine schnelle und durchgreifende Reform wünsche und die Umsetzung bereits vor der Sommerpause in die Wege zu leiten gedenke, sei es nach Ansicht des Koalitionsausschusses so gut wie ausgeschlossen, dass in dieser Legislaturperiode auch nur Ansätze einer…“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DCCCX): Die globale Katastrophe

17 04 2026
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

So stellen sich die Rummelplatzplärrer das vor: aus dem Orient stürmt ululierend eine Milliarde böser Männer mit je hundert Kopftuchmädeln in die Häkeldeckchenstuben der Volksgenossen und macht mit dem Krummsäbel das Licht aus. Es gibt keinen Leberkäs mehr, in jedem Garten steht ein Minarett, es ist verboten, die Gattin zusammenzuschlagen und dann zu vergewaltigen (oder umgekehrt), das Deutsche, das ja seit Anbeginn als Höhepunkt der Schöpfung vorgesehen war, es wird einfach von Halbtieren in die Scheiße getreten. Futschikato das Abendland. Dabei lief sonst die Geschichte anders. Die Harappa im Indusgebiet waren eine der ersten Hochkulturen, die den Übergang vom Jäger und Sammler zu Bauern und Viehzüchter vollzogen, sesshaft wurden und dann zusahen, wie ihr Fluss austrocknete. Nach 3.000 Jahren wuchs die Zahl der Maya, während die Ackerflächen durch Raubbau nicht mehr ausreichten. Temperaturschwankungen und Kriege mit durchgeknallten Potentaten halfen dabei, diese Zivilisation auszulöschen. Die Anasazi, Indigene im amerikanischen Südwesten, wurden von einer anhaltenden Dürre während der mittelalterlichen Klimaanomalie durch die sich sprunghaft vermehrenden Vorratsschädlinge wie den Kornkäfer und den Menschenfloh ausgerottet, die auch in Europa mit Pest und Mutterkorn den Leuten das Hirn aus der Rübe marmelte. Das alles aber waren lokale Probleme. Was wir heute sehen, ist die globale Katastrophe. Wir sitzen alle in einem Boot. Während das Brot teurer wird, säuft der Kahn ab. Nur die Kapitäne feiern sich.

Das Mindset dieser Zerebraldilettanten besteht aus dem Reflex, sich schnell die ganze Schokolade in die Fresse zu pfropfen, bevor sie alle ist. Gier, die aus tieferen Hirnanhangregionen stammt und Neoliberalismus mit Konservierungsstoffen braucht für die rumpelnde Wirklichkeitsausblendung, ist das Betriebssystem für einen Kapitalfaschismus, der in Hobbes’ postuliertem Naturzustand enden wird, im bellum omnium contra omnes – die zivilisatorischen Kräfte sind schon gelähmt, uns bleiben Fehlentscheidungen aus der Perspektive des bornierten Urmenschen und zunehmend blutige Verteilungskämpfe.

Fehlentscheidungen treffen die Industriestaaten im Moment mit voller Wucht. Statt auf erneuerbare Energien zu setzen, prügeln die Steinzeithirne sich um alles, was brennen kann, Öl, Gas, Kohle. Statt die tröpfelnden Ressourcen schnellstmöglich gegen bereits funktionsfähige Technologien zu ersetzen, mit den knapper werdenden Vorräten hauszuhalten, zünden die fleischgewordenen Fehlzündungen in politischen Spitzenämtern lieber gleich das eigene Haus an, damit immer genug Feuer für den Rest im Öltank brennt. Dass sich physische Knappheit nicht mit Geld aus der Wirklichkeit schwiemeln lässt, ist die Wahrheit, die man in der geschlossenen Anstalt der Regierungsversager nicht denken darf. Dass alle Konflikte sich dadurch nur verschärfen: wer konnte das ahnen. Die dümmsten Zierpinscher greinen von Fusionsreaktoren, während sich nicht einmal ein schnöder Atomkocher in weniger als sieben Jahren aus dem Boden stampfen ließe.

Die Verteilungskämpfe der Gegenwart sind in vollem Gange, und wenn der Sand knapp wird, den wir für Beton, Glas und Küstenschutz brauchen, der Phosphor, der bald in Düngemitteln fehlt, wenn wir nicht unsere Besessenheit vom Fressen toter Tiere ablegen, dann kommt der nächste Weltkrieg um die Ressource überhaupt: Wasser. Wir haben es episch verkackt. Die Krise der Globalisierung hat seit der kolonialistischen Plünderung für eine Wirtschaft ohne Ausweg gesorgt, die wir nicht einmal selbst kapieren, da wir dieses chaotische System, in dem wir existieren, linear sehen und verändern möchten; man könnte genauso gut die Heizungen aufdrehen und die Fenster öffnen, um den Frost zu beseitigen. Alle Missgriffe führen zu politischer Polarisierung, in der die dümmsten Schreihälse ohne Kompetenz noch Erfahrung das Ruder in die Hand bekommen, um dann mit ihrem als Nationalismus getarnten Größenwahn geopolitische Spannungen bis zum Krieg hochzukochen. Gute Idee. Wenn die Bomben fallen, kann uns egal sein, was der Spargel kostet.

Die Schwierigkeiten vergangener Jahrtausende hätte man mit den technischen Voraussetzungen unserer Zeit kurzfristig erkannt und gelöst. Nicht für umme. Aber nachhaltig. Und das Völkchen, das die Osterinseln mit Betonköpfen vollklotzte, hätte heute dank Wetterbericht und besserer Kontrolle der Flächennutzung eine faire Chance, gegen Gefahren wie Bodenerosion oder Holzmangel dank Axt im Haus anzusteuern, bevor alle sich übers Meer vom Acker machen müssen.

Verteilungskämpfe erzeugen Ungleichverteilung und Ungleichverteilung lässt Kooperationen als ungeeignete Antwort auf die multiplen Krisen erscheinen, worauf neue Verteilungskämpfe folgen. Die Abwärtsspirale schleudert uns längst weit über die planetarer Grenzen hinaus. Das System gibt uns den Rest, und diesmal haben wir es mit Physik und Grundrechenarten zu tun. Unangenehme Gegner, wenn man gierig und dumm ist. Mal sehen, wie sich das Leben von uns erholt. Zeit wäre es ja mal.





Einstiegsstraftat

16 04 2026

„… endlich entkriminalisiert werden müsse. Die Beförderungserschleichung sei für Hubig kein im Strafrecht sinnvoll zu…“

„… als parasitäre Subjekte, die sich freiwillig zur Volksschädigung entschlossen hätten, fast so schlimm wie Bürgergeldempfänger seien, die das Land aus entmenschter Gier in den Abgrund reißen und deshalb drakonisch zu bestrafen seien, um das Vertrauen der Deutschen in die Regierung des besten Bundeskanzlers aller Zeiten wieder zu stärken. Linnemann fordere eine…“

„… habe das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung bekannt gegeben, dass sich der Kanzler erst dann mit der Sache beschäftigen wolle, wenn ihm die Komplexität der Lage erklärt worden sei. Laut Regierungssprecher Kornelius sei damit in dieser Legislaturperiode sicher nicht mehr zu…“

„… straffreies Schwarzfahren der erste Schritt zu kostenlosen Bussen und Bahnen sei, was dann logischerweise zu bedingungslosem Bürgergeld und linksgrünem Sozialismuswahnsinn führe. Söder werde alle Versuche von Hubig und ihrer Partei im Keim ersticken und für ein gerechtes…“

„… dürfe die Regierung hier nicht einfach wegschauen. Der Verband der Automobilindustrie sehe in den Vorstößen des SPD-Ministeriums einen Vorboten der autofreien Gesellschaft, in der alle das normale Auto durch den aufoktroyierten ÖPNV ersetzt bekommen. Verbandspräsidentin Müller (CDU) werde diese Zerstörung einer gewachsenen Leitkultur nicht wehrlos…“

„… der soziale Nutzen nur von Juristen als Argument benutzt werde, die sich lediglich mit der juristischen Seite, nicht aber mit Politik auskennen würden. Auch Kosten in Höhe von 200 Millionen Euro im Jahr seien für Dobrindt nicht relevant, da er wesentlich höhere Beträge zu investieren bereit sei, um vorsätzlich EU-Recht und Verfassung zu brechen, weil sonst Deutschland nicht mehr Deutschland sei und die…“

„… die angekündigte Entlastung der Justiz nicht so entscheidend sei. Der bereits von der Ampel als notwendig erachtete Schritt dürfe nach Meinung der Union niemals zur Zerschlagung des Rechtsstaates und zur institutionellen Strafvereitelung führen. Es müsse nach der Forderung des CDU-Präsidiums zwingend eine ausgleichende Verurteilung anderer Angeklagter geben, zur Not auch ohne strafbare Handlungen, damit das gesunde Rechtsempfinden der Wähler sich nicht in der…“

„… sich die Resozialisierung auch durch den Justizvollzug ergebe. Der CSU-Vorsitzende gehe von einer Läuterung der Persönlichkeit durch den Gefängnisaufenthalt aus, der ja als erzieherisches Mittel so erfolgreich sei, dass er von den meisten Straftätern regelmäßig und mit Tendenz zu einer längeren Nutzung der…“

„… auch frühzeitig an das Unrechtsbewusstsein herangeführt werden müsse. So sei eine Absenkung der Strafmündigkeit auf den Tag der Empfängnis für Linnemann unumgehbar, um bereits Kinder, die ihren Schülerausweis vergessen hätten, mit einem Schild um den Hals durch die Stadt getrieben und von den anständigen Deutschen mit…“

„… sinnvoll und gerecht sei, dass die Ersatzhaft nicht die treffe, die zahlungsunwillig seien, sondern ausschließlich die, denen die Mittel fehlen würden. Der Unionsexperte für Fairness, Objektivität und Stolz Spahn sei ohnehin davon überzeugt, dass mit der Anerkennung von Armut als Straftatbestand eine erhebliche Verschlankung der juristischen…“

„… zeige der Slogan Deutschland den Deutschen – Schwarze ins Lager über die CDU hinaus Anschlussfähigkeit, die sich zuerst im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt als starkes Signal für eine Koalition mit der…“

„… als Einstiegsstraftat gewertet werden müsse. Erfahrungsgemäß seien viele Mörder, Diebe und Linksterroristen bereits wegen Schwarzfahrens im Knast gewesen, was für Söder im Umkehrschluss bedeute, dass in jedem dieser Täter ein erhebliches kriminelles Potenzial schlummere, das möglichst durch eine lebenslange…“

„… vor verfassungsrechtlich unklaren und den Markt gefährdenden Vorschlägen warne, die den Steuerzahler viel Geld kosten und keine messbaren Effekte zeigen würden. Reiche fordere dagegen eine Streichung der Einkommensteuer für die oberen 0,1% der Vermögensmilliardäre, um die…“

„… von der rechtspolitischen Sprecherin der Unionsbundestagsfraktion Hierl bekämpft werde. Das Verhalten untergrabe die Solidargemeinschaft, die den öffentlichen Verkehr trage, und verursache erhebliche wirtschaftliche Schäden. Dazu komme noch, dass die 200 Millionen Euro, die für Justiz- und Haftkosten ausgegeben würden, durch die Reform nicht mehr im BIP erscheinen und damit das dringend benötigte Wirtschaftswachstum…“

„… weil durch die Entkriminalisierung von zum Teil schwersten gemeinschädlichen Straftaten wie Schwarzfahren, Kiffen oder Rassenschande große Zahl an Straftaten begangen würden, die nur aus der Statistik gestrichen würden. Dobrindt fordere eine Strafrechtsreform, die den natürlichen Zustand des deutschen Rechtsgefühls wiederherstelle, um durch ausreichend viele Verdachtsmomente alle aus der Bundesrepublik entfernen zu können, die hier sonst noch viel schlimmere…“

„… Steuerbetrug ab einer gewissen Höhe nicht mehr als Straftat, sondern nur noch als fahrlässiges Versehen ansehen müsse, das nicht auch noch die Justiz belasten müsse. Fiskalisch sehe Reiche, dass die hinterzogenen Beträge ja im Volksvermögen ausgehen würden und sogar den Wohlstand des…“





Süßes Leben

14 04 2026

„… und Steuern für sinnvoll halte, um kostspielige Folgeerkrankungen des Trinkens und Rauchens zu kompensieren. Auch sehe der Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen Blatt eine Zuckersteuer als richtiges Instrument zur Regulierung im…“

„… sich vehement gegen die Einführung von Strafsteuern ausgesprochen habe. Wenn etwa die obere Mittelklasse mit Milliardenvermögen im zweistelligen Bereich Abgaben als Buße für ihre Leistungsbereitschaft empfände, fürchte Merz eine Kapitalflucht von mindestens…“

„… die Altparteien wie CDU und SPD das Volk grundsätzlich in seiner Freiheit einschränken und finanziell ausnehmen wollten. Kubicki habe die freie Entscheidung jedes Bürgers betont, sich durch Alkohol, Nikotin oder…“

„… sei es für die Bundesregierung kein Grund, Zuckersteuern einzuführen, nur weil andere Staaten ihre Bürger damit bestrafen würden. Es sei für Merz als Befürworter von Menschenrechten schlimm genug, dass Deutschland das einzige EU-Mitglied sei, das nicht vom allgemeinen Tempolimit…“

„… befürworte Linnemann generell Verbote, die zur Bestrafung von Suchtverhalten benutzt werden könnten. Es müsse jedoch sichergestellt werden, dass diese ausschließlich für nicht leistungsbereite Bürger, die ihren Konsum auf Kosten der …“

„… generelle Steuererhöhungen für ein gutes Lenkungsmittel halte, wenn andererseits auch generelle Steuersenkungen dadurch bezahlt würden. Söder wolle mit einem Modell zur Senkung der Erbschaftssteuer, das andererseits durch Steuern auf Cannabis, das allerdings trotzdem verboten werden müsse, um keine kriminellen…“

„… mit Sicherheit verfassungswidrig seien. Für Reiche stelle die faktische Einschränkung des Verkaufs von Alkohol und Tabakwaren eine nicht mit der im Grundgesetz verankerten Staatsform des Kapitalismus dar, die keiner Prüfung vor dem Bundesverfassungsgericht…“

„… der Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat Rainer mit einer Steuer auf Alkohol und Zucker einverstanden sei. Er lege aber größten Wert darauf, dass sämtliche Einnahmen zweckgebunden wieder zur Förderung an deutsche Winzer und Zuckerrübenproduzenten ausgeschüttet würden, um den Wirtschaftskreislauf nicht zu…“

„… halte Reiche es für gefährlich, damit den Verkauf zucker- und alkoholfreier Erzeugnisse zu ermöglichen, die vom Verbraucher danach erst mit wesentlich höheren Dosen von nicht versteuertem Zucker zu einem gesundheitlich noch viel…“

„… könne Söder beim Genuss von Zucker und Alkohol nach landläufiger Einschätzung kein Suchtverhalten konstatieren, da diese sich durch Verbote nicht wirksam…“

„… müsse man bei der Lenkungswirkung von Strafabgaben viel früher ansetzen. Linnemann sehe in der 100%-igen Besteuerung der Grundsicherung, die ein süßes Leben verspreche, eine gut geeignete Abschreckung zur erzieherischen…“

„… sich bei der Suchtprävention weiterhin als Partner der Versicherten zeigen müssten. Warken halte es aber angesichts der Auswahlmöglichkeiten unter 110 gesetzlichen Krankenkassen für denkbar, dass eine Zuckersteuererstattung als Wahlleistung für die…“

„… dem CSU-Vorsitzenden widerspreche, wenn er Steuern auf sämtliche Drogen erheben wolle. Kubicki fürchte, dass sich in seinem Freundeskreis die Zahl der Privatinsolvenzen durch steigende…“

„… das gesamte System der Krankenkassen sich dadurch in Gefahr befinden würde. So fürchte der Unionsexperte für steigende Beiträge, plötzlich verschwundene Rücklagen und Vermögensdelikte Spahn, dass bald Arme und Alte in die privaten Kassen wechseln würden, um keine Steuern zu…“

„… die Lenkungswirkung auf sämtliche Bereiche ausweiten müsse. Da nach Söders Ansicht bald Erwerbslose anderen die Jobs wegnehmen könnten, um arbeitssüchtig zu werden, müsse man Erwerbsarbeit im Vergleich zu Vermögen noch sehr viel höher…“

„… sich nun auch Klöckner in die Debatte einbringen wolle. Die Bundestagspräsidentin habe in einer von Nestlé veröffentlichten Studie gelesen, dass deutsche Kinder nur etwa zehn Prozent der von ihren Lebensmittelforschern empfohlenen Tagesdosis zu sich nehmen würden, was auf eine eklatante Untervorsorgung schließen lasse. Die CDU dürfe daher durch eine ungerechte Steuer nicht die gesunde, süße Ernährung verhindern, die besonders im Säuglingsalter alternativlos und…“

„… wegen des Nichtgebrauchs juristisch als analog zur Steuerhinterziehung betrachte. Für Merz sei die Ablehnung von Alkohol als Teil deutscher Leitkultur ein wesentliches Merkmal migrantischer Parallelgesellschaften, die in einem Rechtsstaat so nicht mehr straflos…“

„… auch das Scheitern der Regierungskoalition in Kauf nehmen würde, um weitere Abgaben gegen die Interessen der Bürger zu verhindern. Söder ahne bereits die Hetz- und Lügenkampagne der Grünen für eine Fleischsteuer, so dass sich der einfache Arbeiter mit einem Bruttogehalt von weit unter einer Million Euro seine Leberkässemmel bald nur noch einmal pro…“

„… die Vorschläge der SPD zurückgewiesen habe, durch eine dauerhafte Erhöhung der Steuern auf Mineralölerzeugnisse den Autoverkehr zu vermindern und Verkehrstote zu vermeiden. Reiche sei dabei jedoch auf Kritik gestoßen, da sich der Kanzler nicht an ihre…“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DCCCIX): Die Parallelgesellschaft der Superreichen

10 04 2026
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Die Romantik hat ganze Arbeit geleistet. Da ist der Ritter auf dem stolzen Ross, in schimmernder Wehr, wie er Abenteuer sucht, Minnelieder klampft und nebenher Witwen und Waisen von dem Bösen schützt. Am Arsch. Der Adel, zumal aus den älteren Geschlechtern, hatte über viele Jahrhunderte nichts Besseres zu tun, als Bauern und Pilger auszurauben, Frauen zu schänden, von der ergaunerten Kohle Burgen in die Landschaft zu klotzen und von den durchreisenden Händlern Wegezölle in beliebiger Höhe abzuzocken. Und das nicht in herrschaftlicher Umgebung, in prunkvoll geschmückten Sälen oder an höfischer Tafelrunde, sondern in begehbaren Kloaken mit Schweinezucht im Erdgeschoss und offener Kohleheizung. Warum hören wir noch heute mit kugelrunden Augen zu, wenn Großfürst Emil der Ausgestopfte die Prinzessin Popeline von Dings zu Bums ehelicht, mit der er um ein paar Ecken eh aus dem gemeinsam gepinkelten Genpool stammt? Was macht diese Traumwelt, die in jeder dämlichen Märchenverfilmung klischeetreu aufpoppt, zu einer ultimativen Parallelgesellschaft? Haben wir nicht schon genug von der Sorte?

Zum Beispiel die der Superreichen: abgeschottet von der Mehrheit der 99,9999%, abgehoben in ihrer Gier, die sie den Rest der Welt wie ein langweiliges Computerspiel durchdaddeln. Wenn sie etwas daran interessiert, dann die Möglichkeit zum spektakulär bekloppten Auftritt und zur hirnverbrannten Idee. Autos in die Umlaufbahn katapultieren, zum Mars fliegen, ganz Venedig für eine Disney-Hochzeit als privaten Mülleimer mieten, nichts ist dem Pack zu peinlich, ihre Hybris damit lautstark zu inszenieren.

Sie haben ihre Vermögen nicht erarbeitet, sie haben geerbt, durch Spekulation, Erzwingen von Standards und Plünderung von Ressourcen nach libertärem Muster – Gewinne werden privatisiert, Kosten sozialisiert – in weltweitem Stil und ohne Rücksicht auf die Verluste der anderen. Sie wollen die Erde brennen sehen, weil sie es können. Regeln gelten für sie nicht. Sie bedienen sich allenfalls der Ausnahmen, die ihr Geld kauft. Sie destabilisieren ihr eigenes System, aber für jemanden, der so viel Geld hat, sind die Schwankungen, die längst auch die Mittelschicht in Armut und Krankheit wirft, eine amüsante Vibration der Börsenkurse.

Natürlich hat der Staat genug Mittel, sie in die Schranken zu weisen. Man besteuert ihr Vermögen, kontrolliert ihre Firmennetzwerke mit Werkzeugen des Kartellrechts, sieht ihnen auf die Finger, wo sich Korruption oder Einflussnahme auf die Politik offenbaren, und man lässt sie vor dem Richter die Hacken zusammenschlagen, wenn sie ihre Steuern hinterziehen. Ihre Ausbeutung, die sich bis in den privaten Rahmen fortsetzt, die gewohnheitsmäßigen Umweltstraftaten, die bei jeder Benutzung von Luxusjachten und Privatjets an der Tagesordnung sind, Erpressung und Betrug, was auch immer in dieser Dreckschicht zum guten Ton gehört, um die Exklusivität zu erhalten, werden mit drakonischen Strafen und sozialer Ächtung geahndet. Eben noch Supermilliardär mit dem Hang, Dienstmädchen zu vergewaltigen, jetzt schon Langzeitinsasse in einer Einrichtung, die kostengünstig ohne das lästige Resozialisierungsgedusel auskommt. Wir müssen nur wollen.

Allein sie wollen nicht, denn sie tanzen uns auf der Nase herum. Sie kaufen Regierungen und ganze Volkswirtschaften, lassen Länder verarmen und in Infektionswellen versinken, weil der Profit für die gängigen Arzneimittel immer noch etwas höher sein könnte, und schließlich kaufen sie Kinder, die sie benutzen und wegschmeißen. Sie lassen gekaufte Politiker und ökonomisch interessante Opfer an der Widerlichkeit ihres entmenschten Verhaltens und an der nicht abwaschbaren Schuld teilhaben, wie man jemandem Drogen spendiert, um ihn an die Nadel zu kriegen. Die Grenzen dieser Parallelgesellschaft laufen, der Name sagt es, nie so, dass irgendwo eine Überschneidung zu erwarten wäre. Das Recht, wie es die zivilisiert verfassten Gemeinschaften kennen, spielt hier keine Rolle, nicht einmal die eines dreist verschwiemelten Zerrbildes, das zum Scheingefecht mit der realen Welt taugt. Wir lassen sie gewähren, kontrollieren sie weniger als einen Armen, der von Transferleistungen überleben muss, und lassen uns von ihnen auf der Nase herumtanzen wie von einem verzogenen Drecksbalg, dem Diener hinterräumen. Und dann gaukeln sie uns noch durch ihre Medien – wir nutzen sie alle, sie gehören nur inzwischen ihnen – dieses antisoziale Verhalten als Erfolgsstory vor, damit der Normalverbraucher, einem Bettler unter der Brücke näher als einem Einfachmillionär, ihre Fresslust als Vorbild verteidigt.

Es gäbe einen Ausweg, die Geschichte hat ihn an entscheidenden Wendepunkten gewählt, um sich dieser apokalyptischen Zersetzung zu erwehren. Multimilliardäre brauchen die Gesellschaft, um von ihr zu leben. Umgekehrt sieht die Sache schon ganz anders aus. Wie blutig es verläuft, sehen wir dann. Eine Enteignung und die Abschaffung des Adels, in welcher Form auch immer, wäre ja durchaus drin. Man müsste nur das geltende Recht der Mehrheit anwenden. Dazu ist es unter anderem auch da. Alles andere können wir uns nicht mehr leisten.