00:21 – In einer grenznahen 24-Stunden-Tankstelle in Bayerisch Eisenstein kommt es zu einem Zwischenfall. Fernfahrer František N. (43) trinkt den ersten Schluck seines Automatenkaffees, als er plötzlich einen Schwächeanfall erleidet und sich auf den Boden setzen muss. Der eilig herbeigerufene Notarzt diagnostiziert einen Kreislaufkollaps. Ein in der Klinik angefertigtes Blutbild stellt keine Auffälligkeiten fest.
00:55 – Der gerade von einem Zimmerbrand in die Wache Nord zurückgekehrte Feuerwehrmann Lutz K. (35) gießt sich einen Becher frisch aufgebrühten Filterkaffee ein. Das Getränk schmeckt fade. Er verdächtigt die Kameraden des Löschzuges, ihm einen bösen Streich zu spielen. In seinem Zorn gießt er zusätzlich Leitungswasser in die Kanne.
01:05 – Mehrere Polizeidienststellen in Hamburg, Sachsen-Anhalt und Hessen nehmen Notrufe stark verunsicherter Bürger auf, die sich einen Kaffee mit lokalem Leitungswasser zubereitet hatten und beim Trinken eine Verunreinigung, wenn nicht einen Giftanschlag vermuten, da das gewohnte Aroma ausbleibt. Ein Student der Rechtswissenschaft gibt eine Probe im 1. Polizeirevier in der Frankfurter Zeil ab. Dort ist das Problem bereits bekannt.
01:22 – Die Spätkaufsstelle Koof ma! am U-Bahnhof Schlesisches Tor wird von Berlinern überrannt. Als Inhaber Mehmet Ö. (25) die letzte 500-Gramm-Packung gemahlenen Röstkaffee zum Preis von zwölf Euro fünfzig verkauft, kippt die Stimmung.
01:47 – In Hannover-Bemerode wird Jennifer A. (46) von ihrer Kneipenbekanntschaft Helmut P. (59) noch bis zur Haustür begleitet. Spontan nimmt er das Angebot an, bei ihr noch eine Tasse Kaffee zu trinken. Da er das Ergebnis des Brühvorgangs mit angewiderter Miene auf den Küchenboden spuckt, endet der Abend mit einer Ohrfeige sowie einer lauten Auseinandersetzung, die Nachbar im zweiten bis vierten Stock teilweise wortgetreu wiedergeben können, als die Polizei eintrifft.
02:15 – Im Klinikum Arnstadt wacht Assistenzarzt Melvin T. (29) im Bereitschaftsraum auf. Das Schnarchen des Pflegers Tim F. (32) aus dem Nebenraum ist nicht zu überhören, obwohl dieser bereits seine übliche Dosis von zwei Litern Kaffee pro Nachtschicht überschritten hat.
02:58 – Theo G. (64), langjähriger Wirt von Molli’s Pinte in der Lüneburger Altstadt, drückt bereits die dritte Kapsel in die neue ExPresso-Maschine, um Stammgast Karlheinz „Karle“ O. (65) wach zu bekommen. Der Frührentner ist wie immer zur Sperrstunde leicht somnolent, reagiert aber nicht mehr auf den Trunk.
03:22 – Die ersten Kokstaxis im Bezirk Mitte steigen auf Röstkaffee um. Ein 1.000-Gramm-Paket Bio-Fairtrade-Espresso wechselt für 80 Euro den Besitzer. Im Laufe des frühen Morgens wird die Ware knapp.
03:46 – Bei einer Kontrolle in der Jebensstraße hinter dem Bahnhof Berlin Zoologischer Garten werden Jugendlichen von Sicherheitsmitarbeitern der Deutschen Bahn AG szenetypische Päckchen aus Aluminiumfolie abgenommen. Im Inneren von zwei Schichten Kaugummipapier befinden sich je fünf Gramm löslicher Kaffee.
04:21 – Stadtbahnführer Stefan G. (43) öffnet kurz nach Ausfahrt seines Zuges in Richtung Bergisch Gladbach aus dem Bahnhof Köln Chorweiler die Thermoskanne, um die intermittierende Müdigkeit zu bekämpfen. Der erste Schluck verursacht einen Wutanfall bei ihm. Er meint, dass seine Freundin ihm vorsätzlich heißes Wasser abgefüllt hat, und teilt ihr per WhatsApp die sofortige Trennung mit.
04:55 – In der Küchenbrigade der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim bahnt sich eine Revolte an. Die Gefangenen, die während der Vorbereitung des Frühstücks für die anderen Häftlinge sowie das Personal der JVA zuständig sind, halten den Kaffee für eine widerrechtliche Foltermaßnahme. Ein Sprecher der Insassen teilt der Leitung mit, dass niemand mehr etwas zu verlieren hat. Die Lage spitzt sich zu.
05:30 – Das Morgenmagazin von ARD und ZDF beginnt mit einem Schock. Der Präsident des Bundeskriminalamts Münch tritt mit Anzeichen starker Übernächtigung vor die Kamera und teilt mit, dass es Anzeichen für einen terroristischen Anschlag auf die nationale Sicherheit gibt. In ganz Deutschland wurden Fälle von entkoffeiniertem Kaffee gemeldet. Betroffen seien alle Produkte ohne Rücksicht auf Kauf- oder Haltbarkeitsdatum.
05:49 – Die Lieferanten in Friedrichshain nehmen für 500 Gramm ganze Bohnen (Aldi Nord) 800 Euro. Als der Clubbetreiber Mërgim X. (33) beim Testen in einem Hinterhof einige Bohnen zerkaut und grasigen Nachgeschmack ohne Bitterstoffe feststellt, kommt es zum tödlichen Schusswechsel.
06:01 – In den Redaktionen mehrerer Printmedien und TV-Sender geht ein Bekennerschreiben ein. Die E-Mail der Gruppe Kommando HAG behauptet, in ganz Deutschland das Koffein restlos entfernt zu haben. Es werden zunächst keine weiteren Forderungen gestellt.
06:28 – Die Schlangen vor den Supermärkten wachsen bereits vor der Öffnung an, da vorrätigem Kaffee Misstrauen entgegengebracht wird. Zu Behinderungen kommt es vor allem durch eine Menschenkette, die in der Nähe des Hamburger Rathauses entsteht und sich um die Außenalster herum wieder in Richtung Dammtor windet.
07:02 – Die Bundesautobahnen sind erheblich leerer als sonst, da große Teile des Berufsverkehr fehlen. Dennoch sind außergewöhnlich viele Rettungsfahrzeuge im Einsatz, da es zu doppelt so vielen Unfällen kommt.
07:11 – Das Kaffeesortiment des Hamburger Supermarktes ist ausverkauft. Während einige der Kunden mit mehreren Kilotüten ohne zu zahlen das Geschäft verlassen haben, warfen andere 100-Euro-Scheine auf die Kassierer, ohne auf Wechselgeld zu warten. Der Inhaber hat abgesehen von einigen Sachbeschädigungen keinen Verlust erlitten.
07:27 – Bundesinnenminister Dobrindt erklärt im Morgenmagazin, dass es sich zweifelsfrei um einen Terroranschlag aus der linksextremistischen Szene handelt. Es gibt noch keine Beweise, aber die sind bisher nur ihm bekannt. Der Bundeswehreinsatz im Innern ist also nur noch eine Frage der Zeit.
07:44 – Randalierende Pendler zerlegen den Stand der Gastronomiekette Petit Café im Bahnhof Fulda. Die Aggressivität der Kunden ist für die Restaurantfachkraft Carola T. (56) nicht mehr zu bewältigen. Der Sicherheitsdienst muss mit Schlagstöcken und Reizgas für Ordnung sorgen.
08:00 – Durch einen technischen Defekt werden in Ibbenbüren-Uffeln die Alarmsirenen ausgelöst. Das Signal mit auf- und abschwellendem Heulton wird allgemein dem Angriff auf die Versorgung der Bürger mit Kaffee zugeordnet. Dennoch hält der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Wüst die Aktion für leicht übertrieben.
08:19 – Der CSU-Vorsitzende gibt in seinem neuen Instagram-Video zu verstehen, dass die Krise im Freistaat Bayern keine Rolle spielt. Vor zwölf ist für ein traditionelles Weißwurstfrühstück nur ein Weizenbier nötig, das dank der Wirtschaft im besten Bundesland Deutschlands immer vorrätig ist.
08:44 – Flächendeckend wird eine abfallende Wirtschaftsleistung gemessen. Besonders auffällig ist, dass landesweit niemand mehr ans Telefon geht oder E-Mails liest. Im Bundeskanzleramt wird die Situation bereits mit einem Generalstreik verglichen und der Einsatz bewaffneter Schutztruppen beraten.
08:58 – Stichprobenartige Kontrollen am Rohkaffee im Hamburger Hafen ergeben ein verheerendes Resultat. Bei einer Verkostung frisch gerösteter Bohnen stellt sich eine nicht zum Verkauf geeignete Qualität heraus.
09:03 – Der DAX reagiert zunächst zurückhaltend auf die Nachrichten. Die Kurse mehrerer Konzerne aus dem Lebensmitteleinzelhandel fallen deutlich, während der Goldpreis ansteigt.
09:21 – Für den Mittag ist das Zusammentreten des Großen Krisenstabes geplant. Bundeskanzler Merz kündigt eine Fernsehansprache für den Abend an, um die Bevölkerung auf wirtschaftliche Probleme, Mehrarbeit, Lohnkürzungen und die Abschaffung des Kündigungsschutzes einzustimmen.
09:39 – Der CDU-Landesverband Sachsen erinnert an die Erfahrungen der Landsleute im Osten und schlägt vor, Briefe an Freunde und Verwandte im Westen zu schicken. Wirtschaftsminister Panter hält es für möglich, dass Bohnenkaffee auf diese Weise in den Osten gelangt.
09:55 – In Osnabrück-Voxtrup dringen drei mit Skibrillen maskierte Täter in eine Sparkasse ein und bedrohen die Anwesenden mit halbautomatischen Schusswaffen. Sie verlangen hundert Kilo Kaffee in ganzen Bohnen sowie ein vollgetanktes Fluchtauto.
10:11 – Der Hashtag #stoff wird im deutschsprachigen Internet zum Trend.
10:18 – Für den bayerischen Ministerpräsidenten ist die Lage eindeutig auf das Versagen der Grünen zurückzuführen, die bereits durch die Abschaffung der Atomkraft in der Regierung Merkel das Land in den Ruin getrieben haben. Jedes Problem, auch die Kaffeeversorgung, lässt sich seiner Meinung nach durch ein Verbot dieser Verbotspartei lösen.
10:49 – Im Springer-Verlag liegen die Nerven blank. Ohne Rücksprache mit Merz titelt BILD Online: „KANZLER DEUTSCHLAND HAT DEN KAFFEE AUF!“
11:11 – In Schwabing werden Jugendliche von der Polizei festgenommen und auf die Polizeiinspektion 13 verbracht. Sie wurden von Anwohnern dabei beobachtet, wie sie kleine Päckchen weitergegeben und Geldscheine angenommen haben. In ihren Jackentaschen finden sich Wattepads. Es lässt sich nicht nachweisen, dass sie diese als Filterpapier mit Kaffeefüllung verkauft haben sollen.
12:01 – Der Krisenstab tritt zusammen, die wichtigsten Politiken der Bundesrepublik haben sich im Kanzleramt versammelt: Merz, Klingbeil, Dobrindt und Pistorius. Spahn wird an der Tür die Mitteilung gemacht, dass er nicht wichtig genug ist.
12:25 – Der Präsident des ifo Instituts Fuest hält ein Tauschgeschäft von Autos und Rüstungsgütern mit China für zielführend, um wieder an Kaffee zu gelangen. Seiner Meinung nach herrscht dort ein Mangel an hocheffizienten Verbrennern, der von der deutschen Industrie schnell beseitigt werden kann, wenn alle 80 Stunden in der Woche arbeiten.
12:38 – Das Robert Koch-Institut teilt auf Anfrage des Bundesministeriums für Gesundheit mit, dass es für eine Laboranalyse von Kaffeebohnen nicht zuständig ist. Die am Vormittag vom Innenminister angefragte Untersuchung ist mit den vorhandenen technischen Mitteln auch nicht zu bewerkstelligen.
13:04 – Erste Ergebnisse der Besprechung werden an die Presse durchgestochen. Während Merz sich für eine komplette Streichung der Grundsicherung und eine Abschaffung der Erbschaftssteuer ab einer Million Euro ausspricht, fordert Spahn Neuwahlen und offene Gespräche mit der AfD. Die Kaffeefrage wird nach Auskunft von Merz erst in einer weiteren Sitzung in der nächsten Woche besprochen.
13:20 – Auf Anweisung des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat nimmt das Bundesinstitut für Risikobewertung einen Prüfauftrag an. Damit soll sichergestellt werden, dass in Deutschland in Verkehr gebrachter Kaffee keine gesundheitsschädlichen Substanzen enthält. Aus Gründen der eher dünnen Personaldecke wird eine abschließende Bewertung frühestens in sechs bis acht Wochen erwartet.
13:42 – Das Landeskriminalamt Berlin nimmt zu den Vorwürfen Stellung, nicht ausreichend gegen Jugendliche vorzugehen, die im Görlitzer Park mit Teebeuteln handeln. Jugendsenatorin Günther-Wünsch hatte Kontrollen wegen des Verdachts des Vortäuschens einer Straftat verlangt, die jedoch von Polizeipräsidentin Slowik Meisel als juristisch nicht durchsetzbar abgelehnt wurden. Da sie nicht im Abgeordnetenhaus erscheint, wird sie vom Regierenden Bürgermeister telefonisch beordert, wobei sich herausstellt, dass sie sich mit ihm im selben Raum aufhält und Mau-Mau spielt.
14:03 – In einer geheimen Videoschalte lässt sich Merz mit dem Weißen Haus verbinden. Der Kanzler fragt den US-Präsidenten, ob dieser sich zur Abwendung einer nationalen Krise eine gemeinsam durchgeführte Annexion Kolumbiens vorstellen kann. Trump ist nicht abgeneigt, verlangt aber als Gegenleistung einen Fußball-Nobelpreis und ein gemeinsames Foto mit Franz Beckenbauer.
14:30 – Eine erste gaschromatographische Analyse am Institut für Lebensmittelsicherheit und -hygiene der Freien Universität Berlin an insgesamt zehn zufällig ausgewählten Produktstichproben ergibt keine auffälligen Verunreinigungen. Sie sind alle zum menschlichen Verzehr geeignet, stellen keine gesundheitliche Gefahr für die Verbraucher dar und lösen keine behördlichen Maßnahmen aus. Daneben weist die Untersuchung einen Koffeingehalt von 0,0% Prozent aus, der auf ein neuartiges Verfahren zur Entkoffeinierung schließen lässt.
14:52 – Merz schwört in einer improvisierten Ansprache die deutsche Bevölkerung auf harte Zeiten ein. Die Bundesregierung will die durch den überhand nehmenden Veganismus gebundenen Ressourcen an Erbsenmehl zur Streckung von Ersatzprodukten aus Malz, Getreide oder Zichorie durch Notstandsgesetzgebung verfügbar machen und zum Ausgleich große Regenwaldflächen durch Brandrodung zerstören, damit die Ökobilanz nicht künstlich verbessert wird. Außerdem kündigt er Rentenkürzungen an, da die Bevölkerung mutwillig das Vertrauen des Bundeskanzlers verspielt hat.
15:13 – Korrespondentenberichte aus Österreich ergeben, dass die von Bundeswirtschaftsministerin Reiche behauptete weltweite Beeinflussung des Koffeingehalts zumindest in Wiener Kaffeehäusern nicht stattgefunden hat. Die Bundesministerin für europäische und internationale Angelegenheiten Meinl-Reisinger kündigt an, dass sie den deutschen Botschafter zeitnah einbestellen wird.
15:30 – Das Gutachten der FU Berlin veranlasst IM Dobrindt zur Bewertung, dass es sich nur um linken Bioterrorismus handeln kann, der die Zerstörung der westlichen Welt zum Ziel hat. Er kündigt für die nächsten Stunden einen Einsatzplan an, der NATO-Truppen im deutschen Stadtbild und Razzien in den kommunistischen Zentren in Leipzig und Berlin zur Folge haben wird.
15:31 – Bundesverteidigungsminister Pistorius sagt Dobrindt die volle Unterstützung zu.
15:44 – Armin Laschet wird im niederländischen Simpelveld von Parkraumwächtern aufgegriffen. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses war ins Het kleine huisje eingekehrt, um einen Cappuccino zu bestellen, da es sich um einen lizenzierten Coffeeshop handelt. Obwohl er angibt, nicht inhaliert zu haben, ist er nach einer Minute in der Verkaufsstelle nicht mehr in der Lage, seinen Dienstwagen zu öffnen. Die Polizei übernimmt.
16:11 – Bundeslandwirtschaftsminister Rainer tritt vor die Presse und verkündet eine nationale Kaffee- und Schweinefleischstrategie. Da beide laut CSU untrennbar mit der nationalen Identität des Staates verbunden sind, werden sie ab sofort durch eine gemeinsame Finanzierung auf dem Markt gestärkt. Bis zur Zucht deutscher Kaffeepflanzen wird der Anteil allerdings in den Ausbau der Tierhaltung umgeleitet.
16:40 – Der DAX hat sich inzwischen beruhigt, die Goldkurse stabilisieren sich auf hohem Niveau.
16:43 – IM Dobrindt stellt als ersten Schritt für eine Zielfahndung die Täterdatei der Ermittlungsgruppe EG 126-Stoff vor. Sie enthält alle Deutschen, die als Kaffeekonsumenten identifiziert wurden, da diese einen Tatbezug haben könnten, sowie alle anderen, da man bei ihnen den Tatbezug rein theoretisch nicht ausschließen kann. Um die lückenlose Videoüberwachung sämtlicher Bürger zu gewährleisten, schlägt er außerdem eine sofortige Abschaffung des Grundgesetzes vor.
17:17 – In der Bayerischen Staatskanzlei stellt Ministerpräsident Söder vor internationalem Publikum sein Projekt bavariaXpresso vor. Im Gegensatz zur Sorte Robusta, die vom Anpflanzen bis zur ersten Ernte etwa acht Jahre benötige, soll ein hocheffizienter Hyper-Hybrid-Kaffee durch 240 regionale Kleinkernreaktoren und ein landesweites Verbot veganer Lebensmittel in zwölf Monaten genussreif sein. Die Vermarktung des Produktes ist unter dem Markennamen Markus Gold geplant.
17:33 – Durch einen MAZ-Fehler wird in der Werbepause des Magazins Brisant der Spot Frau Sommer empfiehlt Jacobs Krönung gegen patriarchalische Arschlöcher eingespielt. Innerhalb einer Stunde erreichen gut hundert Protestanrufe den Sender. Der ARD-Vorsitzende Hager wird zum Rücktritt gedrängt, da sich der Staatsfunk über das Volk lustig macht.
18:06 – In den sozialen Medien verbreitet sich das Gerücht, dass das Eiscafé Venezia in der Göttinger Innenstadt noch einen koffeinhaltigen Espresso anbietet. Innerhalb von etwa Minuten wird das Lokal von 500 Besuchern gestürmt, die ihren Zorn über die Falschmeldung gemeinsam an der Inneneinrichtung auslassen. Es kommt zu einem Polizeieinsatz mit mehreren Festnahmen.
18:44 – Für den Abend ist ein Bittgottesdienst im Kölner Dom geplant. Domkapitular Weihbischof Dominikus Schwaderlapp ruft Katholiken in ganz Deutschland zu einer Bußübung auf, da es durch unchristlichen Lebenswandel zu einem Eingriff in die Seinsgewissheit des Volkes gekommen sei, dem durch einen Akt der Keuschheit begegnet werden kann. Diözesanbischof Rainer Maria Kardinal Woelki distanziert sich ausdrücklich von einer als Eucharistie benannten Reichung von Graubrot und Schonkaffee.
19:17 – Der CSU-Vorsitzende warnt vor steigender Drogenkriminalität. Seiner Meinung nach weichen viele Kaffeetrinker nicht auf Tee oder Energydrinks aus, sondern spritzen sich gleich Hasch. Das Verbot aller illegalen Drogen muss nach Söders Plan in den nächsten 24 Stunden umgesetzt werden. um den Untergang Deutschlands zu verhindern.
19:38 – Aus Berlin werden mehrere Raubüberfälle auf Apotheken gemeldet. Alle Täter verlangten statt der Kassenbestände die Herausgabe von Koffein in Tablettenform. Es gab keine Verletzten.
20:15 – Im ARD-Brennpunkt betont der Kanzler, dass eine Kooperation mit Vietnam als Exporteur nicht in Frage kommt, da der ostasiatische Staat zu komplex ist, selbst nicht genug aus Deutschland einführe und zu komplex ist. Andererseits hat Merz im Laufe des Tages intensive Gespräche mit der vietnamesischen Staatsführung geführt, um eine Masseneinwanderung erfahrener Kaffeepflanzer in die Bundesrepublik zu verhindern, weil Migration auch bei positiven Auswirkungen auf das BIP den nächsten Wahlkampf erschwert.
21:03 – Eine spontane Kundgebung von etwa 15.000 Demonstranten trifft sich auf dem Dresdner Theaterplatz. Unter dem Motto Gegen jede Islamisierung – Deutscher Kaffee für Deutsche – Rasseschädlinge remigrieren sprechen sich die Teilnehmer gegen von der Regierung bestellte Chemtrails aus, die Fußpilz, Homosexualität und Überfremdung verursachen. Ministerpräsident Kretschmer erklärt der Menschenmenge, dass er für ein Deutschland kämpft, in dem Deutsche endlich wieder Deutsche sein können.
21:46 – Bei einem Feuerwehreinsatz in Mannheim-Käfertal werden zwei junge Männer über die Drehleiter aus einem brennenden Dachgeschoss gerettet. Die beiden Studenten hatten in der WG-Küche eine Kaffeekapsel mit einreduzierter Cola geimpft, die sich während des Brühvorgangs als raumfordernd herausstellte. Das Haus mit elf Mietwohnungen wurde durch das Löschwasser unbewohnbar.
21:59 – In einer Sondersendung des BR fordert Söder, dass Bürgergeldempfänger ab sofort keinen Kaffee mehr besitzen dürfen. Für ihn ist dies eine Frage der Gerechtigkeit, dass sich hart arbeitende Arbeitnehmer, die morgens keinen Kaffee mehr trinken können, nicht mehr länger mit anschauen müssen, wie dies staatlich durchgefütterte Faulpelze straffrei tun dürfen.
22:44 – Das Kanzlerinterview in den ARD-Tagesthemen wirft Fragen auf. Merz ist der Ansicht, dass das deutsche Volk aufsässig und bösartig ist und daher Luxus gar nicht verdient hat. Nachdem er in einem Wutanfall schreit, wenn die Leute keinen Kaffee haben, sollen sie Champagner trinken, wird das Gespräch jäh abgebrochen.
23:12 – In der Müllverbrennungsanlage Hamburg-Stapelfeld wird Alarm ausgelöst. Ein beißender Gestank in der Abluft schreckt die Belegschaft der Nachtschicht auf. Schichtleiter Olaf P. (56) hält die Beschickung an. Nach erster Inaugenscheinnahme der Müllschütte befinden sich ungefähr fünf Tonnen Rohkaffee auf dem Weg in den Ofen. Es handelt sich möglicherweise um eine nicht gemeldete Anlieferung aus dem Hamburger Hafen, die erfolgt war, um unnötige Lagerkosten zu sparen.
23:32 – Krisensitzung im Konrad-Adenauer-Haus. Die CDU-Führung ist nicht nur entsetzt, weil der Parteivorsitzende wieder einmal versucht hat, durch irrationale Ausfälle von seiner Inkompetenz abzulenken. Auch die für den nächsten Tag geplante BILD-Schlagzeile „DEUTSCHLAND VERSAGT BEI DER K-FRAGE!“ versetzt alle in Aufregung.
23:58 – Die Linienmaschine aus Brüssel landet mit Verspätung auf dem Flughafen Berlin Brandenburg, was eine Verletzung des Nachtflugverbots darstellt. Fritz R. (69) kommt als einer der letzten Passagiere aus dem Flieger. Er ist froh, dass die Gastronomie vor Ort noch nicht geschlossen ist, und ordert am Imbissstand einen Becher Kaffee. Nach wenigen Schlucken kollabiert der Unternehmensberater und muss wegen anhaltenden Kammerflimmerns intensivmedizinisch betreut werden. Die späteren polizeilichen Ermittlungen ergeben in dem Heißgetränk einen Koffeingehalt von etwa 2.000 Milligramm. Eine derartige Überdosierung lässt auf einen gezielten Anschlag schließen.
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