„Guten Morgen“, grüßte der Wirt, als Nyrn den Schankraum betrat, „Ich hoffe ihr hattet eine angenehme Nacht.“
„Ja, die hatte ich. Vielen Dank“, erwiderte Nyrn und nahm an einen Tisch in der Ecke des Raumes Platz.
„Kann ich euch etwas zu essen bringen?“, erkundigte sich Christian zuvorkommend.
„Gerne!“, antwortete Nyrn. Sogleich verschwand der Wirt in einer Tür, hinter der sich die Küche befand. Es dauerte einen Moment bis er wieder mit einem Teller in der Hand erschien. Während er wartete, ließ Nyrn seinen Blick durch den Raum schweifen. Noch immer waren einige der Gestalten vom Vortag zugegen und sahen so aus, als hätten sie die Nacht hier verbracht.
„Ich hoffe ihr mögt Ei mit Speck!“, meinte der Wirt entschuldigend und stellte die Speisen, zusammen mit etwas Brot, auf den Tisch. „Das ist das leider das Einzige was meine Schwester, ohne größere Katastrophe in der Küche zu hinterlassen, zubereiten kann.“ Dabei rang er sich ein eher verzweifelt wirkendes Lächeln ab.
„Ja, das geht schon in Ordnung“, beruhigte Nyrn ihn.
„Ach und bevor ich es vergesse. Ich glaube dies gehört eurem Gefährten!“, meinte Christian und legte Gramils prall gefüllten Geldbeutel auf den Tisch. Überrascht sah Nyrn auf und warf denn einen prüfenden Blick in den Beutel. Als er die glänzenden Goldmünzen erkannte, bestätigte er Christians Verdacht: „Ja, der Gehört Gramil! Woher habt ihr ihn?“
„Ein … aufmerksamer Gast hat ihn mir gestern Abend überlassen. Zugegebenermaßen nicht ganz freiwillig!“, antwortete der Wir mit einem verschmitzten Lächeln.
Nyrn sah wieder zu seinem Gegenüber und gab anerkennend zu: „Ihr erstaunt mich immer mehr!“
„Wieso das?“, wollte dieser neugierig wissen. Sein Lächeln verriet aber, dass er nicht sonderlich überrascht war.
„Wie ihr zum Beispiel gestern mit diesem Tagedieb umgegangen seid“, erinnerte Nyrn, „Ich bin mir zwar sicher dass mein Gefährte und ich ohne Probleme mit ihm fertig geworden wären. Aber euer Eingreifen überraschte mich wie gesagt. Ich hätte eher erwartet dass ihr, schon aufgrund eures Alters und der Gesundheit willens, euch aus solchen Angelegenheiten heraushaltet. Habt ihr keine Angst, dass gerade hier Draußen, Leute wie dieser Haron sich wegen solcher Einmischungen an euch rächen wollen?“
„Nein die habe ich nicht!“, lachte der Wirt und meinte dann etwas ernster: „Leute wie Haron mussten sehr schnell lernen, dass es gesünder für sie ist uns in Ruhe zu lassen. Meinetwegen sollen sie sich hier betrinken. Es ist mir ebenfalls egal woher sie das Geld dafür haben. Aber sie sollen es nicht noch einmal wagen meiner Schwester oder mir zu nahe zu kommen!“
„Wirklich sehr ungewöhnlich!“, wiederholte Nyrn und musterte Christian erneut.
„Vielen Dank!“, erwiderte der Wirt grinsend, „Ihr seid aber auch nicht gerade das, was man einen gewöhnlichen Reisenden nennen kann!“
„Ach ja, wie kommt ihr darauf?“, fragte Nyrn nun wieder neugierig.
„Ihr kommt aus Norour!“, stellte Christian fälschlicher Weise fest, „habe ich nicht recht?“
„Nein, da liegt ihr falsch! Ich komme aus Königsburg!“, stellte Nyrn richtig. Wobei dies auch nicht ganz der Wahrheit entsprach. Aber er konnte diesem Mann wohl kaum erklären, dass er in Wirklichkeit ein Drache sei und in einem Hort, in der Nähe von Eborias Hauptstadt aufwuchs. „Aber wie kommt ihr auf diese Idee. Ich habe diesen Kontinent bisher nicht einmal besucht!“
„Wie ihr euch sicher denken könnt, gehört es auch zu meinen Aufgaben, mich um die Tiere meiner Gäste im Stall zu kümmern“, erklärte der Wirt wissend lächelnd. „Was glaubt ihr wie überrascht ich war, als ich dort heute Morgen einen Greifen in einer der Boxen vorfand? Soweit ich weiß gibt es die nur in Norour. Und mal von den in Kaz'Maerun lebenden Zwergen abgesehen, von denen Niemand weiß ob sie überhaupt noch existieren, soll es dort ebenfalls Zwerge geben. Dann fragte ich mich jedoch, wie zwei Personen auf einem Greif reisen konnten. Bis mir wieder einfiel, dass es in Norour auch eine der berühmtesten Magieakademien gibt. Denn ich bin mir sicher, dass ihr ein Magiegelehrter seid und ihr eure eigenen Methoden zum Reisen besitzt!“
„Könnte man so sagen. Wegen eurer anderen Vermutung, befürchte ich euch nochmals enttäuschen zu müssen!“, erwiderte Nyrn entschuldigend. Gleichzeitig wunderte er sich darüber, was der Wirt alles zu wissen schien. Es gab nur wenig Kontakt mit Norour, da der Seeweg wegen der dort lebenden Kreaturen den sicheren Tot bedeutete und nur selten ein Bote von dort mit einem Greifen hier erschien. Dennoch deckte sich vieles von dem was Christian sagte mit dem, was er selbst über den Kontinent gehört hatte. Sogar das Verwandte der Zwerge aus Kaz'Maerun dort lebten war ihm nicht neu. „Leider liegt ihr mit euren Vermutungen fast gänzlich daneben! Lediglich der Greif stammte tatsächlich aus Norour!“ Nyrn öffnete abermals Gramils Geldbeutel. Er entnahm eine der Goldmünzen, welche er dem Wirt reichte, und meinte: „Ihr scheint vieles mitzubekommen, was für einen Gastwirt wohl nicht sehr ungewöhnlich ist, wenn er aufmerksam seinen Gästen zuhört. Aber bei all euren Vermutungen habt ihr das offensichtlichste übersehen. Denn auf dieser Münze ist das Wappen der amtierenden Herrscherfamilie von Kaz'Maerun abgebildet. Welches sich im Übrigen die letzten zweitausend Jahren nicht geändert hat!“
Christian betrachtete die Münze genauer uns sagte anschließend schulterzuckend: „Ich muss wohl zugeben, dass ich das Wappen nicht kenne. Aber ihr habt mir noch nicht beatwortet, ob ihr ein Magier seid!“
„Sagen wir, ich bin etwas, dass dem sehr nahe kommt!“, antwortete Nyrn ausweichend.
„Gut, wenn ihr es mir nicht sagen wollte, muss ich das wohl akzeptieren“, meinte Christian und wollte Nyrn die Goldmünze zurückgeben.
„Behaltet sie als Finderlohn. Gramil wird mit Sicherheit nichts einwenden!“, versicherte Nyrn und schob die Hand des Wirts von sich weg.
„Vielen Dank!“, seufzt er und sah ein, dass es keinen Zweck hatte zu wiedersprechen.
Erschrocken blickten beide Richtung Küche, als von dort plötzlich ein lautes Getöse zu hören war. Es klang als währen einige Töpfe und Krüge zu Boden gefallen und teilweise auch zu Bruch gegangen.
„Aua …!“, klagte Christians Schwester nur einen Augenblick später, „Musst du hier immer im Weg herum liegen!“
Kurz darauf sprang ein großer Hund mit einem Stück Fleisch im Maul durch die Tür zur Küche und versteckte sich unter einem Tisch in einer anderen Ecke des Raums. Dabei hinterließ er eine deutliche Spur weißer Pfotenabdrücke auf dem Boden.
Erneut schepperte es in der Küche, bis schließlich Tamara in der Tür erschien, welche von Kopf bis Fuß mit Mehl bedeckt war.
„Bleib gefälligst stehen wenn ich mit dir Schimpfen will!“, meckerte das Mädchen empört. Sie sah sich kurz um und rannte dann, die Spuren des Hundes auf dem Boden vollkommend ignorierend und mit einer Pfanne bewaffnet, zur Eingangstür.
„Solltet ihr eurer Schwester nicht besser helfen?“, schlug Nyrn vor und konnte über die Situation nur den Kopf schütteln.
„Nein, Tamara wird schon klar kommen!“, beruhigte Christian ihn lächelnd.
„Nicht das sie sich oder irgendjemanden verletzt!“, gab Nyrn zu bedenken.
„Den einzigen, den sie dort Draußen um diese Zeit gefährlich werden könnte, wissen dass sie sich von ihr fernhalten sollten!“, bemerkte der Wirt unbekümmert.
„Guten Morgen“, grüßte Nyrn seinen zwergischen Begleiter, der nun auch aufgetaucht war und sich torkelnd zu ihm und den Wirt an den Tisch setzte. Gequält sah Gramil die beiden an und stützte seinen Kopf mit beiden Händen auf den Tisch.
„Stimmt etwas nicht?“, fragte Nyrn besorgt, ahnte aber bereits was los war.
„So wie euer Gefährte aussieht und man bedenke, was er gestern Abend noch alles Getrunken hat, Leidet er wohl unter einem kräftigen Kater!“, erklärte Christian feixend. „Um ehrlich zu sein war Haron und seine Kumpanen nicht ganz unschuldig daran. Sie haben ziemlich eindeutig versucht ihn abzufüllen!“
„Und ihr habt sie nicht davon abgehalten?“, fragte Nyrn verstimmt.
„Nein! Wieso auch?“, verteidigte sich der Wirt noch immer grinsend, „mir war von Anfang an klar wieso sie ihm eine Runde nach der anderen ausgaben. Nachdem sie hatten was sie wollten, nahm ich ihnen genau das wieder ab und ließ sie anschließend die Zeche von ihrem eigenen Geld bezahlen. Glaubt mir, sie waren nicht sonderlich erfreut über die Menge, die euer Freund gesoffen hatte!“
„Und ich bin nicht sonderlich erfreut darüber, dass wir nun einen halben Tag vergeuden, bis er wieder fit genug ist weiterzureisen!“, beschwerte sich Nyrn lautstark, woraufhin Gramil ächzend, mit zugekniffenen Augen, zusammen zuckte.
„Wenn das alles ist was euch sorgen bereitet. Gebt mir nur einen Moment. Ich hab da ein altes Hausmittel, dass ihn im Nu wieder auf die Beine bringt!“, versprach Christian und verschwand mit diesen Worten in der Küche.
Nahezu im selben Augenblick erschien seine Schwester wieder in der Eingangstür. Noch immer von Mehl bedeckt. Gramil schien sichtlich verwirrt von ihrer Erscheinung zu sein und rieb sich verwundert die Augen.
„Bei den Ahnen … ein Geist!“, lallte er wenig besorgt und ließ seinen Kopf auf den Tisch fallen.
„Ach dort unten hast du dich versteckt!“, freute Tamara sich, als sie den Hund unter dem Tisch entdeckte. Sie ging vor ihm in die Hocke und versuchte ihn mit einem: „Na komm schon her“ hervorzulocken.
Winselnd und in geduckter Haltung kam er tatsächlich aus seinem Versteck gekrochen und Blickte sein Frauchen mit großen Augen an.
„Ach herrje, wie siehst du denn aus?“, wunderte sich das Mädchen, als sie sah wie der Hund zugerichtet war. „Komm, wir gehen dich erst einmal sauber machen!“
Brav folgte er ihr zur Küche, wo die beiden beinahe mit Christian zusammengestoßen wären, als dieser gerade mit einem Teller und einem Krug wieder heraustreten wollte.
„Na, habt ihr beide euch wiedergefunden?“, bemerkte er lächelnd und drückte sich am Rahmen an den Beiden vorbei.
„Ja, ja“, antwortete Tamara vergnügt, „jetzt muss ich aber erst einmal dieses große Ferkel sauber machen!“, und verschwand ihrerseits in der Tür.
„So, das hier sollte helfen!“, versprach der Wirt und stellte erst den Krug, in dem eine gelblich trübe Flüssigkeit schwappte, und dann den Teller, auf dem das Gleiche wie bei Nyrn angereichtet war, auf den Tisch. „Und natürlich auch etwas zu essen damit es schneller wirkt.“
Müde erhob Gramil sich wieder. Misstrauisch begutachtete er den Inhalt des Kruges und fragte: „Was ist das für eine Brühe? Die riecht ja abscheulich!“
„Es soll dir helfen wieder einen klaren Kopf zu bekommen!“, behauptete Nyrn auf Zwergisch. Wusste aber über die tatsächliche Wirkung des Trankes nicht Bescheid.
„Na dann, wenn es hilft!“, keuchte der Zwerg achselzuckend und leerte den gesamten Inhalt des Kruges in einem Zug. „Arg … es schmeckt wirklich so wie es riecht. Absolut widerlich! Da sind mir die Kopfschmerzen schon fast lieber. Ich hoffe das wenigstens das Essen besser ist und den Geschmack irgendwie wieder entfernt.“ Er verzog dabei nur kurz das Gesicht und verschlang anschließend gierig den Inhalt des Tellers.
„Ich denke ich sollte schon einmal für Nachschub sorgen!“, meinte Christian lächelnd und verschwand abermals in der Küche, nur um ein wenig später mit einer zweiten Portion aufzutauchen. Diese stellte er auf dem Tisch ab und meinte: „Ihr sagtet eben, ihr stammt aus Königsburg. Habe ich das richtig verstanden?“
„Ja, das ist richtig!“, bestätigte Nyrn nickend.
„Mir ist vorhin wieder eingefallen, dass vor wenigen Tagen einige Soldaten hier waren!“, erklärte der Wirt leise, so als ob er wollte, dass ihn niemand im ohnehin fast leeren Schankraum hörte. „Sie hatten den Auftrag, alle unsere, aus Eboria stammende Gäste, unter Arrest zu stellen!“
„Wieso denn das?“, wollte Nyrn erstaunt wissen.
„Ich weiß nicht ob ihr es mitbekommen habt, was hier in den letzten Wochen alles vor sich ging. Aber die anhaltenden Angriffe von Soldaten aus Eboria auf kleinere Siedlungen, Bauernhöfe und Reisende haben den König dazu veranlasst, endlich zu handeln. Er lässt nun beide Bergpässe bewachen, sodass niemand mehr unbemerkt die Grenzen überqueren kann. Seit dem werden auch alle, die aus Eboria stammen, als Spione beschuldigt, bis sie das Gegenteil bewiesen haben. Angeblich bereitet Adrian seine Truppen auch bereits für einen Gegenschlag vor!“
„Also wird sich die Geschichte wiederholen!“, ächzte Nyrn fassungslos, „Immerhin werden sie diese mal nicht durch die Tunnel der Zwerge nach Eboria einfallen können.“
„Ja ein Glück!“, stimmte Christian zu, „Allerdings hatte der König vor einigen Jahren vor gehabt, die Tunnel wieder freizulegen! Er war der Meinung, dass es niemanden mehr in der Stadt geben würde und wollte an die Reichtümer der Zwerge. Doch hatten sie offensichtlich ganze Arbeit geleistet. Denn nur wenige Monate später wurde dieses Unterfangen wieder aufgegeben. Zwar hatte man den Zugang schnell wieder freigeräumt, doch verbarg sich dahinter reinster Granit.“
Dann sah er zu Gramil, der gerade mit seiner zweiten Portion fertig geworden war und sich zufrieden auf den gesättigten Bauch klopfte.
„Wie habt ihr das eigentlich angestellt?“, wollte Christian von Gramil wissen, der ihn daraufhin fragend ansah. Nyrn erklärte was der Wirt von ihm wissen wollte, worauf der Zwerg sofort zu lachen begann.
„Das war kein Granit!“, korrigierte Gramil, sich langsam wieder beruhigend. „Die Tunnel wurden Stück für Stück mit Flüssigstein geflutet. Das ist eine Mischung aus Kalkstein, Ton, Sand, Wasser und einigen anderen Stoffen die nach einigen Tagen Aushärten. Hervorragend geeignet zum Bauen. Ob für ganze Gebäude, als Fundament oder nur um Ziegeln Halt zu geben. Kein Wunder das ihr da nicht durchgekommen seid. Selbst mit einem Dampfdruckhammer ist es schon schwer dieses Material zu bearbeiten. Es wäre wohl einfacher gewesen, wenn ihr einen Neuen Tunnel gegraben hättet!“
„Hört sich so an, als ginge es dir bereits besser!“, bemerkte Nyrn erstaunt, da der Zwerg seine Erklärung recht lautstark abgegeben hatte.
„Ja, du hast Recht. Der Kopfschmerz ist wie weggeflogen!“, bestätigte Gramil erstaunt. „Das Zeug scheint wirklich geholfen zu haben. Vielen Dank!“
Nyrn übersetzte auch dieses Mal und gab auch Gramils Dank weiter.
„Keine Ursache“, erwiderte Christian mit einer knappen Verbeugung, „Ihr solltet das nächste Mal aber besser auf euren Gefährten achtgeben. Er wird sehr redselig wenn er angetrunken ist. Gut das niemand verstand was er sagte. Wer weiß welche Geheimnisse er preisgegeben hat!“
„Ich werde es beherzigen“, versicherte Nyrn seufzend dem Wirt und zu Gramil sagte er: „Wir sollten jetzt aufbrechen!“
Mit einem Nicken stimmte der Zwerg zu und beide erhoben sich.
„Vielen Dank für die Gastfreundschaft“, zeigte Nyrn sich bei Christian erkenntlich und reichte ihm die Hand.
„Vielen Dank für die fürstliche Entlohnung!“, erwiderte er und packte die Hand. Anschließend begleitete er die beiden vor die Tür. Gramil half er den Greif zu satteln und aus dem Stall zu holen. Unterdessen nahm Nyrn wieder die Gestalt des Falken an und Wartete vor dem Stall auf den Zwerg. Christian erstarrte vor Staunen, als er zusammen mit Gramil wieder auf dem Hof erschien.
„Ich sagte es doch, ihr seid ein Magier!“, entfuhr es dem Wirt triumphierend.
«Nein bin ich nicht!», wiedersprach Nyrn abermals und erhob sich mit einigen Flügelschlägen in die Luft. Dann zeigte er dem Wirt ein Bild seiner wahren Gestalt. Er war sich nicht sicher wieso er dies tat, aber er war davon überzeugt, dass dieses Geheimnis bei ihm gut aufgehoben war. Doch selbst wenn nicht. Es würde ihm ohnehin niemand Glauben schenken.
Nachdem auch Gramil seinen Greif dazu bewegen konnte sich in die Luft zu schwingen, schlug Nyrn wieder den Weg Richtung Kaz'Mordan ein.
Bereits kurz nach dem sie das Gasthaus hinter sich gelassen hatten, bemerkte Nyrn einige Gestalten unter sich am Wegesrand. Wie er bereits vorher angenommen hatte, war es Haron und einige seiner Kumpanen die vermutlich auf Gramil und ihn warteten. Nyrn bekam gerade so noch mit wie Haron zu ihnen hinaufsah, als sie über ihn hinwegflogen. Ob er jedoch begriff, dass es diejenigen waren auf die er wartete interessierte Nyrn nichtmehr. Was ihn hingegen sehr interessierte war, ob die Behauptung stimmte, dass Calay seine Grenzen geschlossen hatte. Da sie in der Nähe von Kebor waren und somit auch in der Nähe des Bergpasses der nach Horin führte, konnten sie sich die wenigen Augenblicke die der Umweg dorthin kosten würde, locker leisten.
Schnell musste Nyrn feststellen, das Christian nicht übertrieben hatte. Schon auf dem Weg zum Bergpass begegneten ihnen lange Kolonen, welche wohl das gleiche Ziel hatten.
Als sie schließlich den Ort erreicht hatten, war dort bereits eine ganze Hundertschaft damit beschäftigt eine Befestigung zu errichten. Eine Palisade samt Tor stand bereits, sodass man den Pass nur noch dann unbemerkt passieren konnte, wenn man Hab und Gut stehen ließ und die Felswände mit bloßen Händen erklomm.
Derzeit war man hauptsächlich damit beschäftigt, einige Baracken zusammen zu zimmern. Von denen es offensichtlich eine ganze Menge geben sollte.
Nyrn hatte genug gesehen. Umgehend schlug er wieder seinen ursprünglichen Kurs ein. Kaz'Mordan würden sie mit Sicherheit noch heute Abend, spätestens aber morgen früh erreichen.
Da sie wussten, dass selbst ein ganzer Clan alleine keine Chance gegen den Dämon hatte, vereinbarten die Ältesten der drei verbleibenden, und einst bis aufs Blut verfeindeten Drachenclans, ein Treffen. Aus dem Opfer, welches die Schwarzen dargeboten hatten, wussten sie, dass sie den Dämonen zumindest verbannen konnten. Wenn es ihnen schon nicht gelang ihn zu vernichten.
Doch dazu benötigten sie einen Ort an dem sie ihn Festhalten konnten!
Daher beschlossen die Drachen, die Zwerge um Hilfe zu bitten. Sie hofften dass diese ihnen ein geeignetes Gefängnis bauen konnten. Da diese Schließlich von jeher meisterhaft wussten mit jeder Art Stein und Metall umzugehen.
Die Zwerge waren jedoch zunächst unschlüssig. Zwar gab es keine direkte Fehde zwischen ihnen und den Drachen. Doch waren sie nicht selten die leidtragenden, wenn zwei Drachen mit einander Kämpften und dabei einen ganzen Landstrich verwüsteten.
Die Zwerge sahen aber schnell ein, dass dieser Dämon auch für sie irgendwann zur Bedrohung werden konnte. Sie versprachen den Drachen ihre Hilfe, verlangten dafür aber eine Gegenleistung.
Darüber hinaus kannten sie nur ein Material, das den schier unermesslichen Kräften des Dämons wiederstehen konnte. Welches sie erst wenige Jahre zuvor entdeckt hatten. Allerdings war ihnen nur ein Ort bekannt, an dem man es finden konnte. In einem Krater von hohen Felsen Umringt, in einem Abgelegenen Sumpf.
Unter Hochdruck fertigten die Zwerge das geforderte Gefängnis. Doch sowohl Abbau als auch Verarbeitung des Metalls stellten ein großes Problem dar, das nur mit Speziellen Werkzeugen gelöst werden konnte. Alles dafür Notwendige brachten die Drachen aus dem weit entfernten Kaz'Maerun zu diesem Ort, sodass die Arbeiten bereits nach kurzer Zeit beginnen konnten.
Um den Fortbestand ihrer Nachkommen zu sichern erklärten sich viele der Älteren Drachen dazu bereit den Dämon so gut es ging abzulenken. Dies war auch nötig, um den Zwergen die nötige Zeit zu geben ihren Käfig fertigzustellen. Zwar gelang es ihnen, wie zuvor auch, oft den Dämon in seine Schranken zu weisen, doch geschah dies nur selten ohne Verluste. Ebenfalls gelang es ihnen nicht ihn endgültig zu besiegen.
Doch trotz aller Widrigkeiten gelang es den Zwergen das Gefängnis bienne weniger Monate fertigzustellen. Von der mit Runen versehen Kugel, die die Physischen und Magischen Attacken abschwächen sollten, war man sich sicher, dass sie den Dämon, wenn er einmal darin Gefangen sei, nicht mehr daraus entkommen könnte.
Schließlich versammelten sich alle bis auf jene, die zum Schutz der Jungen betraut wurden, um ihrer Geißel eine Ende zu bereiten an dem Ort, an dem die Zwerge das Gefängnis errichtet hatten.
Wie nicht anders zu erwarten war, dauerte es nicht lange bis auch der Dämon erschien. Ein verlustreichen Kampf entbrannte, bei dem der Dämon, anders als sonst, lange die Oberhand behalten konnte. Da immer mehr Drachen fielen oder nicht mehr in der Lage waren zu kämpfen, opferten sich die drei Stärksten, packen ihren Gegner und drängten ihn in das Gefängnis, in das sie alle zusammen eingeschlossen wurden.
Ein Aufschrei ging durch die verbleibenden Drachen als sie sahen wie ihre Anführer mit eingesperrt wurden und nicht wenige forderten sie wieder herauszulassen. Doch war dies nicht möglich ohne Gefahr zu laufen auch den Dämon wieder freizulassen. Es dauerte Tage, bis dies auch der letzte eingesehen hatte. Trauernd über ihre dahingeschiedenen Artgenossen errichteten die verbleibenden Drachen eine Barriere um das Gefängnis. Diese sorgte dafür, dass die natürlichen magischen Ströme um den Dämon herumgeleitet wurden und sich so nichtmehr von diesen Ernähren konnte. Fortan war es die Aufgabe des Wächters diese Barriere aufrecht zu erhalten. Gleichermaßen sorgten die Zwerge fortan dafür, dass die Runen niemals erlöschen würden.
So entstand die Stadt Kaz'Mordan und diese Hallen sollen auf ewig daran erinnern, was hier geschah. Niemals dürfe es jemand wagen, diesen Dämon zu befreien und somit die Opfer, die dafür erbracht wurden um dies zu erreichen, zunichtemachen!
Haltet sie stattdessen in Ehren und gedenkt ihrer.
Dies schien das letzte Relief gewesen zu sein und Turmalon musste sich unweigerlich fragen ob dies der Grund war wieso Rak'Zunaih in dazu beauftragt hatte Rianna zu befreien. Ein Blick zu ihr und Al'Askahra verriet ihm, dass sie sich noch immer gegenüber saßen und womit auch immer beschäftigt waren.
Al'Askahras undeutliche Gestallt machte es unmöglich für ihn einzuschätzen, was sie gerade tat. Er konnte nicht sagen ob sie ganz auf Rianna konzentriert war, oder ob sie nebenbei Turmalon beobachtete und somit wusste, was er gerade in Erfahrung gebracht hatte.
Für den Drachen unverständlich war jedoch, dass Rianna, trotzt dem was für jeden ersichtlich an den Wänden in Stein gemeißelt war, weiterhin dazu bereit war Al'Askahra zu helfen. Er konnte kaum glauben, dass sie so etwas übersah.
Turmalon näherte sich dem Mädchen, die vor dem Podest in der Mitte des Raumes saß. Da er wohl kaum Rianna seine neun Erkenntnisse mitteilen konnte während Al'Askahra anwesend war, beschloss er sie ein wenig abzulenken und so die Beiden in ihren Bemühungen zu stören.
Vorsichtig stupste der Drache mit seiner Schnauze Rianna an der Schulter. Allerdings reagierte sie nicht, was Turmalon dazu veranlasste energischer zu werden. Jedoch erst, als er sich mit seiner Stirn gegen ihre Brust lehnte wurde Rianna auf ihn aufmerksam. Mit beiden Händen musste sie sich auffangen, da sie ihr Gleichgewicht verloren hatte und sonst nach hinten gekippt wäre.
„Oh, Hallo!“, entfuhr es ihr überrascht als sie endlich ihre Augen öffnete und Turmalon unmittelbar vor sich entdeckte. Sofort umspielte ein Lächeln ihr Lippen und sie strich ihm mit einer Hand über die Stirn. „Entschuldige. Ich weiß das muss furchtbar langweilig für dich sein. Es gibt aber leider keinen anderen Weg Al'Askahra zu helfen. Daher wirst du dich wohl noch eine Weile gedulden müssen!“
Rianna richtete sich wieder auf und schloss abermals die Augen.
Verwundert sah Turmalon sie an und begann sich zu fragen, ob sie ihr Gespräch von Gestern bereits vergessen hatte. Erneut stieß der Drache ihr mit der Stirn gegen die Brust.
Seufzend ließ Rianna sich nach hinten fallen und blickte, einer Erklärung erwartend, zu Turmalon auf. Doch statt ihr dies zu geben, legte er sich neben sie und bette seinen Kopf auf ihrem Körper.
„Was ist denn heute los mit dir? Das du nach so viel Aufmerksamkeit verlangst kenne ich ja gar nicht von dir!“, lachte Rianna und strich nochmals über seinen Kopf. „Ich glaube das wird so nichts. Al'Askahra, hättest du etwas dagegen wenn wir für eine Weile rausgehen?“
„Allerdings habe ich etwas dagegen!“, wiedersprach Al'Askahra.
„Was? Wieso denn nicht?“, verlangte Rianna zu erfahren.
„Vergiss nicht was wir seit heute Morgen getan haben!“, erinnerte Al'Askahra, „Ich weiß von dem was Turmalon vor hat. Aber keine Angst, ich kann es ihm nicht verdenken. Ich verspreche euch, dass, sobald ich erfahren habe was ich wissen will, ihr gehen könnt. Aber um bei der Wahrheit zu bleiben, die Art wie wir diesen Weg beschreiten ist sehr langwierig und könnte Wochen oder sogar Monate dauern. In dieser Zeit soll es euch an nichts fehlen. Aber ich werde nicht zulassen, dass ihr geht!“
Knurrend richtete sich Turmalon auf als er dies Hörte. Drohend stellte er sich Al'Askahra entgegen und meinte verärgert: „Von dir lasse ich mich nicht hier drin einsperren!“ Dann sprang er die blau leuchtende Erscheinung an, um sie zu Boden zu stoßen. Doch anstatt sie mit sich zu reißen, glitt Turmalon ohne einen spürbaren Wiederstand durch sie hindurch.
Sichtlich irritiert, dass nichts unter ihm auf dem Boden lag, sah sich der Drache nach Al'Askahra um und entdeckte sie über ihm schwebend.
„Ich denke es reicht für heute!“, meinte die geisterhafte Gestallt ruhig und näherte sich dem Podest. „Ich weiß, es ist ungerecht euch hier zu behalten und ich kann mich nur dafür entschuldigen. Auch wenn es nichts daran ändern wird.“ Anschließend verschwand Al'Askahra und ließ Rianna und Turmalon alleine.
„Wochen oder Monat?“, keuchte Rianna baff, „Das kann nun wirklich nicht ihr ernst sein! Ich muss sie Morgen fragen, ob sie mit ihrer Andeutung sagen wollte, dass es auch schneller geht. Denn so lange will ich auf keinen Fall hier bleiben!“
„Dann sind wir uns zumindest darin einig!“, erwiderte Turmalon verstimmt, was Rianna überrascht aufmerken ließ. „Aber schön, dass du Al'Askahra verraten hast was wir vor hatten!“
„Nein, das habe ich nicht!“, wiedersprach Rianna entschuldigend und ging einige Schritte auf den Drachen zu. Doch wich er vor ihr zurück was sie erschrocken aufatmen ließ.
„Das hat sich aber gerade anders angehört!“, knurrte Turmalon.
„Aber das habe ich nicht mit Absicht getan!“, versuchte Rianna zu erklären, „Al'Askahra hat die letzten beiden Tage in meine Gedanken und Erinnerungen verbracht und sie durchforscht. So versucht sie herauszufinden, wie ich ihr helfen kann.“
„Du lässt sie in deinen Kopf?“, hakte Turmalon erschrocken nach. „Das ist es, was ihr die letzten Tage hier getan habt?“
Rianna nickte leicht und antwortete verhalten: „Ja!“
Sprachlos starte der Drache sie an. Dann aber beruhigte er sich wieder und meinte Kopfschüttelnd: „Komm, ich möchte dir etwas zeigen!“
Erleichtert dass Turmalon nicht mehr Sauer auf sie war, kam Rianna seiner Bitte nach und folgte ihm.
„Sind dir eigentlich diese Bilder an den Wänden aufgefallen?“, erkundigte sich Turmalon als sie vor einem der Reliefs stehen blieben.
„Ja, sie waren mit das erste, was mir hier drin auffiel!“, antwortete Rianna und betrachtete die in die Wand geschlagene Abbildung. „Ich vermute sie erzählen eine Geschichte, die für die Lyzarie sehr wichtig sein muss. Sonst hätten sie dies hier wohl nicht in Stein gehauen. Leider kann ich nur erraten was sie bedeuten.“
„Nicht für die Lyzarie!“, wiedersprach Turmalon und blickte sie dann verwundert an, „Aber wieso musst du es erraten? Die Bedeutung steht doch jeweils dabei!“ Er deutete auf eine Inschrift und musste fast mit seiner Schnauze dagegen stoßen ehe Rianna sie entdeckte. Aber selbst dann stierte sie die Schriftzeichen, mit nach rechts geneigtem Kopf, eine ganze Weile nur fragend an.
„Ich kann dort beim besten Willen nichts Lesbares erkennen!“, meinte sie kopfschüttelnd und trat wieder von der Wand zurück, „aber wenn du es lesen kannst, verrate mir doch was dort geschrieben steht.“
„Gerne“, stimmte Turmalon zu und kam der Bitte nach. Als er etwa bei der Hälfte des Textes dieses Reliefs war, keuchte Rianna plötzlich auf. Erschrocken wandte sich der Drache ihr zu und sah, wie sie auf dem Boden kauerte und mit beiden Händen ihren Kopf hielt.
„Was ist los mit dir?“, sorgte sich Turmalon. Hilflos stupste er ihr mit der Schnauze gegen die Schulter um eine Antwort zu erhalten. Doch es vergingen erst einige Momente, in denen er nur zusehen konnte, bis Rianna wieder reagierte.
„Ja, es geht schon wieder!“, beruhigte sie ihn und richtete sich schwankend wieder auf. Lächelnd legte sie ihre Hand auf die Spitze seiner Schnauze, „Keine Angst. Mir ist nichts geschehen. Es ist lange her dass ich einen solchen Anfall hatte. Früher als Kind hatte ich so etwas öfter. Es ist ein unheimlich starkes Pochen in meinem Kopf, wodurch mir schwindelig wurde. Aber jetzt ist es vorüber. Mach dir keine Sorgen, bisher ist mir nie etwas geschehen.“
„Bist du sicher?“, erkundete sich Turmalon dennoch besorgt. Auch wenn er nicht wusste, wie er etwas daran hätte ändern könnte.
„Ja“, widerholte Rianna, „aber du wolltest mit etwas vorlesen!“
Zwar war Turmalon nicht gänzlich davon überzeugt, wollte ihr aber auch nicht wiedersprechen. Seine Aufmerksamkeit richtete sich wieder dem Relief zu, wo er die Stelle suchte an der er zuvor unterbrochen wurde.
Plötzlich las Rianna den Rest der Inschrift vor. Sie selbst schien darüber nicht weniger überrascht zu sein als Turmalon.
„Sagtest du nicht eben noch, dass du das nicht lesen kannst!“, erinnerte Turmalon vorwurfsvoll.
„Ja, konnte ich auch nicht!“, beteuerte Rianna und blickte noch immer auf die Symbole an der Wand. „Bis eben haben diese Zeichen für mich wie ein wirres Gekritzel ausgesehen. Deren einziger Nutzen für mich der Verzierung galt. Was ist das eigentlich für eine Sprache?“
„Keine Ahnung!“, gab Turmalon ratlos zu.
„Wie bitte?“ wunderte sich Rianna, „du kannst sie lesen, weißt aber nicht woher sie kommt?“
„Ja und?“, erwiderte der Drache unbekümmert, „Du kannst sie doch auch lesen und weißt selbst nicht wieso!“
„Stimmt auch wieder!“, musste Rianna zugeben, „Jetzt will ich aber auch den Rest erfahren!“
Nach und nach ging sie nun die Reliefs ab während Turmalon ihr schweigend folgte.
Als sie etwa die Hälfte der Wand abgegangen waren fragte Rianna nachdenklich: „Glaubst du dass mit diesem Dämon von dem hier die Rede ist Al'Askahra gemeint ist? Sie sagte dass sie mit eingesperrt wurde.“
„Wen sollten sie sonst meinen?“, erwiderte Turmalon, sehr von seinen Worten überzeugt, „Und wenn es stimmt was hier steht, sollten wir jeden versuch sie zu befreien verhindern statt sie zu unterstützen!“
Betrübt blickte Rianna zu Boden. Es war offensichtlich, dass trotz dem was sie nun wusste, sie noch immer Mitleid mit Al'Askahra hatte.
„Hier gefangen zu sein sollte eine angemessene Strafe für das sein, was sie anrichtete!“, stellte Turmalon klar.
„Jetzt verstehe ich auch, wieso du vorhin so anhänglich wurdest“, erinnerte sich Rianna und rang sich ein kurzes Lächeln ab, nur um anschließend wieder nachdenklich auf das vor ihr befindliche Relief zu starren.
„Ja, auch deswegen!“, gestand Turmalon und neckte sie, indem er sie abermals an der Schulter stupste. Ein weiteres Lächeln erschien auf Riannas Lippen. Allerdings beachtete sie ihn nicht weiter, sondern konzentrierte sich auf das was an der Wand stand. Dies kümmerte Turmalon jedoch nicht, da er erreicht hatte was er wollte. Zufrieden suchte er sich einen Stelle an dem er sich niederlegen konnte. Da hier jedoch ein Platz so gut wie jeder andere war, legte er sich einfach an Ort und Stelle hin.
Während er Rianna dabei Beobachtete wie sie weiterhin die Inschriften las, überlegte der Drache ob er ihr erzählen sollte was er vor hatte um von hier zu entkommen. Doch wusste er nicht in wie weit Al'Askahra in ihre Gedanken vordrang. Und selbst wenn dies im Moment nicht der Fall war, hätten sie heute noch genügend Zeit dies nachzuholen.
Turmalon musste es morgenfrüh darauf ankommen lassen, dass Rianna wusste was sie zu tun hat. Jetzt konnte er nur hoffen, dass Al'Askahra nicht ebenfalls versuchte in seinen Geist einzudringen. Doch wie sollte er das feststellen. Er konnte ja nicht einmal mit Sicherheit sagen, dass wenn ihre Erscheinung verschwand, sie auch tatsächlich nicht mehr anwesend war. Geschweige denn, dass sie ihn und Rianna weiter beobachtete.
Turmalon war so sehr in seine Gedankten vertieft, dass er Rianna erst dann wieder bewusst war nahm, als sie sich mit dem Rücken an seine Seite lehnend zu ihm setzte. Fast wie durch ein Reflex drehte er seinen Kopf zu ihr und bettete ihn auf ihrem Schoß. Schließlich wanderte sein Schwanz zu ihren Beinen und dessen schmales Ende wickelte sich um ihren rechten Knöchel.
Von ihrem Schoß sah er zu ihr auf und wurde dafür mit einem weiteren Lächeln belohnt, während sie wieder über seinen Kopf strich.
So saßen sie für einige Momente Schweigend zusammen, bis Rianna leise flüsterte: „Was auch immer du vor hast um von diesem Ort zu entkommen, du kannst auf alle Fälle mit meiner Unterstützung rechnen!“
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