»Gewöhnlich glaubt der Mensch, wenn er nur Worte liest, es müsse sich
dabei doch auch was denken lassen.« (Johann Wolfgang von Goethe)
Für ihre mitunter absurden, mitunter bizarren Wortmeldungen berüchtigt war Frau Sachslehner Zeit ihres Wirkens als aktive ÖVP-Politikerin. Mittlerweile der schnöden Parteipolitik abhold, fungiert sie nunmehr als Kolumnistin im rechtspopulistischen Desinformations- und Fakenews-Verbreitungsorgan “Exxpress für Selberdenker“:
| »Leistung gilt bei uns nicht längst mehr als erstrebenswert, sondern zunehmend als anrüchig.« |
Leistung gilt bei uns als anrüchig – was soll denn das heißen? Was meint die Frau mit dieser absurden Aussage?
| ».. ein Sozialsystem, das immer ungerechter wird. [..] Ein gerechter gesellschaftlicher Ausgleich existiert in Österreich nur noch auf dem Papier.« |
Auf welchem »Papier«, nur noch? Vermutlich meint sie ja: gerechter gesellschaftlicher Ausgleich existiert in Österreich nicht, bzw. existiert nicht mehr – aber seit wann nimmer? Immerhin stellt ihre Ex-Partei seit beinahe zehn Jahren die Regierung, so wäre der Ausgleich zuvor unter den Sozis also gerechter gewesen? Das meint sie als notorische Linken-Basherin gewiss nicht, aber was meint sie dann?
| »Die obersten 20 % in unserem Land stellen in weiten Teilen ausschließlich Nettozahler dar, die wesentlich mehr in das System einzahlen, als sie daraus zurückbekommen.« |
Na was sollen Nettozahler denn sonst tun? Genau das ist ja die Definition von »Nettozahler«: wer in ein System mehr reinzahlt als er rausbekommt. (Die Formulierung »in weiten Teilen ausschließlich« mag zwar etwas befremdlich anmuten, aber von einer Frau Sachslehner ist man durchaus Befremdlicheres gewohnt.)
Mit den »obersten 20 %« gemeint ist vermutlich das einkommensstärkste Fünftel der Bevölkerung. Logisch zahlen die höhere Einkommensteuerbeträge und auch Sozialversicherungsbeiträge als einkommensschwächere Schichten, obwohl eine Blinddarmoperation an einem Besserverdienenden für die Krankenkassa nicht teurer ist als an einem Niedriglohnbezieher, und der Nettozahler mit seiner Blinddarmoperation nicht mehr für seine höheren Beiträge »zurückbekommt« als jemand von den »unteren 80 %« für seine geringeren – aber was sollte daran kein gerechter gesellschaftlicher Ausgleich mehr sein? Warum sollte deswegen »dieser Staat Leistungsträger hassen«, wie in der Überschrift behauptet?
| »Was anfangs zum Ziel hatte, die Schere zwischen Arm und Reich auszugleichen und eine gerechte sowie solidarische Umverteilung sicherzustellen, [..]« |
Wann war »anfangs«? Bevor die ÖVP an die Regierung kam, unter den Sozis gar? Das meint sie garantiert nicht, denn ihrer Diagnose zufolge ist ja –
| – »die jahrzehntelange linke Stimmungsmache [..] zu großen Teilen mitverantwortlich für die angespannte wirtschaftliche Situation in unserem Land.« |
Wer zu großen Teilen hauptverantwortlich ist und was das alles überhaupt mit den Nettozahlern »in weiten Teilen« zu tun haben soll, erläutert “Exxpress“-Kolumnistin Sachslehner in ihrer Kolumne nicht.
Steht so da. Was damit gemeint sein soll, bleibt unergründlich.