

In Schweden, Norwegen und Finnland dauert die Weihnachtszeit zwanzig Tage und endet erst am 13. Jänner, dem St.-Knuts-Tag. An diesem Tag werden traditionell die Weihnachtsbäume entsorgt, indem sie kurzerhand aus dem Fenster hinausgeworfen werden.
In den USA steht heute der National Wiener Schnitzel Day am Kalender.
Eine der größten Fastfood-Ketten in den USA, 1961 mit einem Hotdog-Kiosk am Pacific Coast Highway in Los Angeles gegründet, hieß in den ersten 16 Jahren seit der Gründung ungeachtet des Grammatikfehlers “Der Wienerschnitzel“, weil die Ehefrau des Gründers den Namen gleichermaßen ulkig wie einprägsam fand.
Mittlerweile besteht die Restaurant-Kette aus 350 Filialen in zahlreichen Bundesstaaten und heißt nur mehr “Wienerschnitzel“, weil der Grammatikfehler beizeiten erkannt wurde. Verkauft werden traditionell Hotdogs, Wiener Schnitzel gab es nie im Angebot.
Der ursprüngliche erste Drive-Thru-Kiosk* wurde vom Stadtrat Los Angeles unter Denkmalschutz gestellt.
Die Firma ist Hauptsponsor der “Wiener Nationals“, der nationalen Dackelrennwettbewerbe der USA, weil Dackel auf englisch “sausage dog“ (= Wursthund) heißt.
Am 20. Juli vor 113 Jahren fand auf einem Kleeacker in Wichita/Kansas das erste offizielle Autopolo-Match statt, veranstaltet von einem regionalen Ford-Händler als Werbeaktion für den Verkauf von Modell-T-Autos. Die Regeln waren ähnlich wie beim Pferdepolo, aber anstelle von Pferden mit karosserielosen Fahrzeugchassis, die Geschwindigkeiten bis zu 60 km/h erreichten und mit einem Fahrer und einem Schläger besetzt waren, welcher mittels Holzhammer einen Basketball ins gegnerische Tor zu schlagen hatte. Die Schiedsrichter liefen zu Fuß zwischen den Fahrzeugen auf dem Spielfeld umher wie Rodeo-Clowns, die motorisierten Bullen entgegentraten.
Die Motorsportart war bis in die späten 1920er Jahre auf Jahrmärkten, Ausstellungen und Sportplätzen in den USA und Teilen Europas populär. Sie war äußerst gefährlich und ging zumeist mit spektakulären Fahrzeugschäden sowie Verletzungs- und Todesgefahr für Teilnehmer und Zuschauer einher. Aus einem Zeitungsbericht in “The Southeast Missourian“ aus dem Jahr 1922 war zu erfahren: »Zu jeder Mannschaft gehören ein Arzt und eine Krankenschwester, die beide häufig gebraucht werden, wenn sich ein Spieler schwer verletzt hat.«

Österreichs auflagenstärkstes Verschenk-Volksinformationsorgan informiert:
Schon 2025: soll heißen, nächstes Jahr? So steht’s im Artikel:
Eh klar – bis nächstes Jahr ist ja »weniger als 100 Millionen Jahre«. Lässt sich mathematisch nicht widerlegen.
(Freilich muss man derlei astronomische Prognosen in besagtem Verschenkblatt nicht unbedingt für bare Münze nehmen.)
Heute vor 75 Jahren wurde in Berlin-Charlottenburg erstmals eine gar abscheuliche Greueltat aktenkundig, welche seither unzählige Nachahmungstäter fand: das grausame Ersäufen einer guten deutschen Wurst in gezuckerter Tomatensoße.
Eine barbarische kulinarische Freveltat – man möchte schier meinen, die arme unschuldige Wurst um Erbarmen flehen zu hören.

Der Nacherzählungsbeauftragte von Österreichs Verschenk-Volksinformationspostille “Nummer 1“ weiß ebenfalls darüber zu erzählen, und extemporiert:
Was sie dem “oe24“-Aufmachererfindungsbeauftragten ins Müesli gestreut haben bevor ihm dieser Aufmacher einfiel, ist nicht überliefert, aber was rezeptfreies wars mutmaßlich nicht.

Heute vor 111 Jahren, am 24. November 1912, fand in Paris unter dem Titel “Concours de l’Aviette“ ein von der Firma Peugeot Frères veranstalteter Wettbewerb für fliegende Fahrräder statt, welche ausschließlich durch menschliche Muskelkraft angetrieben sein sollten. Es gab keinen Gewinner.

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Die Aviette von Raymond.
Links: Das fliegende Fahrrad, danebenstehend der Erfinder Henry Raymond. – Rechts: Die Raymond≈Aviette auf der Fahrt, aber noch nicht im Fluge. |
(S.g. Leser,
leider endet unsere Bildstrecke über das fliegende Fahrrad nach dem zweiten Bilde, weil dem Photographen der Film ausgegangen ist.
Die Redaction)
Auch die Sprache ist exotisch.
(Haben Sie gewusst, dass die Schweiz doppelt so groß ist wie die Niederlande?
Heute vor 76 Jahren kam in Thal bei Graz der kleine Arnold Schwarzenegger zur Welt, mittlerweile ist ein großer Mann aus ihm geworden.
Ein Freund von mir war mal in den USA, bekanntlich wird unser Austria dort drüben ständig mit Australien verwechselt. Herrn Schwarzenegger aber, den gebürtigen Österreicher, kennen freilich alle. Als mein Freund Auskunft gab wo er herkommt, da sagten die Amis:
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(Siehe auch: »Arnie & das Weltklima«)
Heute vor 270 Jahren, am 26. Juli anno 1753, kam in Sankt Petersburg Herr Georg Wilhelm Richmann ums Leben, und hätte es den Darwin Award zu seiner Zeit schon gegeben, wäre er gewiss dafür nominiert worden.
Herr Richmann befasste sich mit Studien über die Auswirkungen von Blitzen, zwecks welchem Behufe er auf seinem Haus einen Blitzableiter installieren ließ. Weil nun ein Stubengelehrter nicht gern ins Freie geht, schon gar nicht bei einem Gewitter, erdete er den Blitzableiter direkt an seinem Schreibtisch – um die Auswirkungen der Blitze behaglich in seiner Studierstube beobachten zu können. Die Auswirkungen des ersten & zugleich letzten Blitzeinschlages in seinen Schreibtisch, zu dessen Beobachter er an demselbigen sitzend wurde, überlebte Herr Studienrat Richmann nicht.
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(siehe auch: von einem, der vom Blitz nicht getroffen wurde)
| In der besten aller Welten wären die Deutschen die Techniker, die Franzosen die Köche, die Italiener die Liebhaber, die Schweizer die Organisatoren, und die Briten die Humoristen. In der schlechtesten aller Welten aber wären die Deutschen die Humoristen, die Franzosen die Techniker, die Italiener die Organisatoren, die Schweizer die Liebhaber, und die Briten die Köche. |




Heute vor 95 Jahren gelang drei wagemutigen Herren der erste Transatlantikflug in Ost-West-Richtung. Das ursprüngliche Ziel New York wurde wegen Kompassabweichungen zwar weit verfehlt, bei der Landung auf einem zugefrorenen Tümpel auf einer unbewohnten Insel vor der kanadischen Küste brach das Eis und das Flugzeug kippte kopfüber, wurde zum Glück aber nur leicht beschädigt.

| »Wenn Siegfried & Joy [..] mystische Teleportationen vollführen, wird schnell klar, dass sie ihre Kunst beherrschen.« (Spoon Agency) |
Angeblich machen die beiden Knallchargen das beruflich.

Von 1995 bis 1998 blockierte Deutschland unter Innenminister Kanther die Aufnahme Österreichs in den Schengenraum mit der Begründung, diese würde einen unaufhaltsamen Zustrom von Asylbewerbern zur Folge haben, da Österreich nicht imstande sei seine Grenzen zu Osteuropa und dem Balkanraum ausreichend zu kontrollieren. Bayerns Innenminister Beckstein wollte den Beitritt Österreichs gar bis zum Jahr 2000 verhindern, weil die bayerischen Grenzpolizisten an der österreichischen Grenze dann nichts mehr zu tun hätten und darob der Melancholie anheimfielen.
Seiner Empörung darüber Ausdruck verlieh der deutsche EU-Parlamentsabgeordnete Oetjen und erstellte die Diagnose:
»Österreichs Haltung ist schäbig und hat ausschließlich innenpolitische Motive.« |
Innenpolitische Motive! Wie hat der Mann das bloß herausgefunden, und was findet der als nächstes heraus – dass der Papst katholisch ist? Was für Motive sollte Österreichs Veto gegen eine Schengenraum-Erweiterung denn sonst haben, wenn nicht innenpolitische – etwa außerirdische?
*) (Knapp die Hälfte der österreichischen Bevölkerung ist überdies gegen das Veto.)
| »Eine Studie aus dem Jahr 2014 konnte anhand von drei Weltmeisterschaften zeigen, dass Meldungen zu Gewalt gegen Frauen während und nach Fußballspielen anstiegen. So stiegen etwa [..] die Meldungen zu häuslicher Gewalt um 26 Prozent, wenn es ein Unentschieden gab oder die Nationalmannschaft gewann. Verlor sie, stiegen die Meldungen sogar um 38 Prozent an.« |
Wen die SPÖ da vor Gewaltanstieg während und nach Fußballspielen einer Nationalmannschaft eigentlich warnt, geht aus dem “Standard“-Artikel nicht hervor. Die österreichische Nationalmannschaft spielt bei der WM nämlich gar nicht mit – vielleicht könnte das ja wer der SPÖ verraten: dass die sich deswegen also keine Sorgen zu machen braucht. Die hat bekanntlich eh genug andere Sorgen.
| »Die Motorrad-Polizisten von Los Angeles benützen, auf der Lauer liegend, das Periskop, um Schnellfahrer durch einen der Stadt-Tunnels schon von weitem zu sehen. Amtshandlung folgt im gegebenen Augenblick.« |
Was soll das bedeuten? Was auch immer unter dem Begriff einschüchternde “Komplimente“ verstanden sein will, kann es sich jedenfalls um nichts handeln, was man gemeinhin unter einem Kompliment zu verstehen hat.
Vor Jahren war ich mal mit einem Mädchen in Spanien, und als ich dort irgendwo mal ein paar Schritte von ihrer Seite wich, da raunte ihr einer im Vorübergehen irgendwas zu und ging weiter. Sie sprach bissel Spanisch, aber als ich sie fragte was der zu ihr gesagt habe, erklärte sie bloß kurz angebunden: »Ach nix, irgendso ein piropo-Quatsch halt.« Sie kannte das von früheren Spanienaufenthalten.
Ein Piropo*, ein sog. “Flüster-“ oder “Schmeichelkompliment“ ist eine in der spanischen und lateinamerikanischen Machismo-Kultur traditionell gepflogene Unsitte, fremden Frauen mit beiläufig zugeraunten galanten Komplimenten auf die Nerven zu gehen. Ein traditioneller Piropo sollte indes keine sexuelle Anzüglichkeit oder gar Anstößigkeit darstellen.
Mit den originären spanischen Piropos aber, was auch immer man von denen halten mag, können die nunmehr in Spanien unter Strafe gestellten sog. “einschüchternden Komplimente“ jedenfalls nix zu tun haben.
Ob der sich was dafür kaufen kann?
Seine Karriere begann damit, dass er in den Münchner Kleinkunstbühnen durch das Mitbringen seiner Gitarre keinen Eintritt bezahlen musste, indem er sich als auftretender Musiker ausgab. Als der eigentliche Künstler eines Abends fehlte, wurde Fesl vom Publikum auf die Bühne genötigt und musste wirklich selber auftreten.
Fredl Fesls Wortzerklaubereien kommen in schönster valentinesker Tradition daher:

Jenatzys Eigenkonstruktion namens “La Jamais Contente“ (= “Die nie Zufriedene“) wog, obwohl aus einer Leichtmetalllegierung aus Aluminium, Magnesium und Wolfram angefertigt, beinahe eineinhalb Tonnen. Erkenntnisse über aerodynamisch günstigere Stromlinienformen wurden erst in den folgenden Jahrzehnten gewonnen, daher wurde die Karosserie vorne torpedoförmig spitz zulaufend anstatt tropfenförmig konstruiert. Das freiliegende Fahrwerk und inbesondere die herausragende Sitzposition des Fahrers bewirkten massiven Luftwiderstand, sonst wäre gewiss ein noch höheres Tempo möglich gewesen.

¹) Bei einem Automobilrennen am 17. Juni 1904 in Homburg/Deutschland belegte Camille Jenatzy den zweiten Platz, wobei er allerdings großes Glück hatte, als ihn bei der Fahrt über einen Bahnübergang ein Zug nur um Zentimeter verfehlte. Am 8. Dezember 1913 aber kam Jenatzy als Spaziergänger bei einem Waldausflug ums Leben, als ihm sein Talent, Tiergeräusche nachzuahmen, zum Verhängnis wurde: ein Jäger (Alfred Madoux, Direktor des Journals “L’Etoile Belge“) verwechselte ihn darob mit einem Rehbock und erschoss ihn irrtümlich.
Dass die Antarktis mit der Arktis verwechselt wird, kommt bekanntlich öfters vor.
Diverser Unsinn kommt freilich mitunter auch in Online-Qualitätsmedien vor, z.B.:
Genug der Spitzfindigkeiten, für heute.
(Was hat man sich unter “Einweihung“ einer Toilette eigentlich vorzustellen: einen Weihrauch schwenkenden / Weihwasser sprenkelnden geistlichen Würdenträger, der dem Örtchen die Weihe erteilt? Oder was anderes? – Aber was?)