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Die Wahrheit über Israels Kriegszensur

19. März 2026

Chaim Lax, HonestReporting, 16. März 2026

„In Israel gibt es Zensurgesetze.“ (NPR)

„Israel hat seit Jahrzehnten die strengste Militärzensur verhängt… aber es hat seine Restriktionen noch verschärft.“ (AFP)

„‘Wir haben eine teilweise Verständigung der Realität vor Ort‘, gab der ranghohe Manager zu. ‚Unsere Berichterstattung zum Krieg ist nicht wahrheitsgetreu.“ (Magazin +972)

Seit dem Ausbruch des Krieges der USA und Israels gegen die Islamische Republik Iran Ende Februar 2026 hat ein Aspekt der Medienberichterstattung besondere Aufmerksamkeit erregt – die israelischen Vorschriften zur militärischen Zensur und ihre Auswirkungen auf das, was Journalisten veröffentlichen können.

Während einige behauptet haben, diese Beschränkungen seien dazu gedacht, die Schäden durch iranische Raketenangriffe zu verbergen, ist die Realität weit weniger verschwörerisch.

Wie der CNN-Korrespondent Oren Liebermann in einem aktuellen Bericht erklärte, besteht der Zweck der israelischen Zensurregeln darin, die Veröffentlichung sensibler militärischer Informationen zu verhindern, die dem Iran in seiner laufenden Raketenoffensive helfen könnten.

Dazu gehören Details wie die genauen Einschlagsorte von Raketen oder die Positionierung israelischer Abfangsysteme – Informationen, die iranischen Kräften helfen könnten, ihre Zielerfassung anzupassen.

Liebermann weist darauf hin, dass die Vorschriften CNN oder andere Medien nicht daran gehindert haben, Aufnahmen von Angriffen zu veröffentlichen, dass sie jedoch Livestreams während Raketenangriffen verbieten, da diese unbeabsichtigt operative Details in Echtzeit offenlegen könnten.

Dieser Aspekt der militärischen Zensur unterscheidet sich von Israels Politik, ausländischen Journalisten keinen unabhängigen Zugang in den Gazastreifen zu gewähren und Einreise im Wesentlichen nur über eingebettete Touren mit der IDF zu ermöglichen.

In diesem zweiten Fall wurde die Begründung nicht mit dem Risiko der Veröffentlichung sensibler militärischer Informationen angegeben, sondern mit Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Journalisten sowie der möglichen Störung laufender Militäroperationen.

So erklärte der ehemalige IDF-Sprecher Lt. Col. (res.) Peter Lerner:

Tatsächlich gibt es in Israel eine Militärzensur, die den Medien Richtlinien vorschreibt, was gesendet werden darf oder nicht. Zumeist geht es um den Schutz der Truppen und bestimmte Einschlagsorte von Raketen, damit die Islamische Republik die Zielbestimmung nicht bestätigen kann. CNN hat das im Einzelnen so beschrieben…

Es sollte auch erwähnt werden, dass Israels Zensurregeln im Kriegsfall sich nicht nur auf Journalisten beschränken. Theoretisch gelten sie auch für Zivilisten.

Zu Beginn des Krieges gab die IDF auf X eine öffentliche Warnung aus, in der Israelis aufgefordert wurden, die Orte von Raketeneinschlägen nicht online zu teilen, da solche Informationen dem Feind helfen könnten (eine moderne israelische Version des klassischen „loose lips sink ships“/Feind hört mit).

Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Durchsetzung solcher Beschränkungen gegenüber Millionen von Zivilisten, die in sozialen Medien posten, weit schwieriger ist als die Regulierung einer viel kleineren Zahl professioneller Nachrichtenorganisationen.

Israel ist nicht das einzige Land, das im Krieg militärische Zensur über sensible Informationen durchsetzt.

Wie von AFP angemerkt, haben die Golfstaaten, die mit Raketen- und Drohnenbedrohungen aus dem Iran konfrontiert sind, ähnliche Zensurmaßnahmen eingeführt. Einige verbieten die Verbreitung von Bildern sensibler Orte wie Einschlagsstellen von Raketen, während andere die Verbreitung entmutigender oder falscher Berichte im Internet einschränken.

Außerhalb des Nahen Ostens existieren Zensurregeln auch in anderen modernen Konfliktzonen, darunter in der Ukraine und in der Kaschmir-Region zwischen Indien und Pakistan.

Mit anderen Worten: Israels Zensurvorschriften im Kriegsfall sind kein Versuch, Schäden durch iranische Angriffe zu vertuschen oder die Darstellung des Krieges zu manipulieren.

Sie sind eine übliche Kriegsmaßnahme, die verhindern soll, dass sensible Informationen dem Feind nutzen – eine Praxis, die von Staaten, die aktiven militärischen Bedrohungen ausgesetzt sind, weithin angewendet wird.

Israels Präventivschlag gegen den Iran war legal. Punkt.

19. Juni 2025

Channa Rifkin, HonestReporting, 17. Juni 2025

Jahrzehnte lang hat das Regime im Iran durchweg und regelmäßig Israels Existenz bedroht – geschworen es von der Landkarte zu wischen und versucht Israelis überall auf dem Globus zu ermorden. Israelische Führungspolitiker und Experten, allen voran Premierminister Benjamin Netanyahu, haben gewarnt, dass dem Atomprogramm des Iran nicht erlaubt werden darf verwirklicht zu werden.

Nach der Neutralisierung der iranischen Handlanger Hamas und Hisbollah und der Beseitigung der Diktatur des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad, hatte Israel ein strategisches Zeitfenster und die Fähigkeit einen Präventivschlag auf das Atomprogramm der Islamischen Republik zu führen.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA), die Nuklear-Watchdog-Organisation der UNO, behauptet, Israels Angriff auf die iranischen Atomeinrichtungen verstoße gegen das Völkerrecht, aber im selben Atemzug sagen sie dann, dass der Iran gegen die Beschränkungen zur Urananreicherung verstoßen hat und jetzt die Fähigkeit haben könnte neun Atomwaffen zu entwickeln.

Andererseits erlaubt das Völkerrecht Präventive Selbstverteidigung, aber nur unter bestimmten, strengen Bedingungen.

Hier kommt die Frage: Ist Israels Präventivschlag auf das Atomprogramm des Iran angesichts dieser Gegenargumente legal?

Die kurze Antwort lautet: Ja.

In dem Fall des sich gegen den Iran verteidigenden Israel werden diese Bedingungen zur Rechtfertigung eines rechtmäßigen Präventivangriffs komplett erfüllt.

Wenn die Medien sagen, Israels Angriff auf die Atomeinrichtungen des Iran oder anderer Ziele in der Islamischen Republik verstoßen gegen das Völkerrecht, dann füttern sie Sie mit falschen Informationen, die auf einem tendenziösen Narrativ gründen.

Die Islamische Republik Iran ist die Seite, die gegen das Völkerrecht verstößt, indem sie willkürlich hunderte Selbstmord-Drohnen und ballistische Raketen gegen israelische Zivilisten startet.

Der Zermürbungskrieg: der „Krieg zwischen den Kriegen“

3. Oktober 2019

Dov Lipman, HonestReporting, 26. September 2019

Ein Hubschrauber wartet am 23. Januar 1970 während des Zermürbungskriegs darauf nach einer Militäraktion auf der Insel Schadwan südlich von Scharm el-Scheik Truppen und Ausrüstung abzufliegen. (Foto: Mosche Milner; mit freundlicher Genehmigung des GPO)

Israel ist das einzige Land der Welt, das in einem Status lebt, der „Krieg zwischen den Kriegen“ genannt wird. Da es von Feinden umringt ist, die seine Vernichtung anstreben, selbst wenn offiziell kein Krieg herrscht, hat es ständig mit kleinen Angriffen dieser Feinde zu tun. Das größte Beispiel für diesen Status ist der dreijährige Zeitraum von 1967 bis 1970, eine Periode, die heute der „Zermürbungskrieg“ genannt wird.

Man hätte meinen sollen, dass Israels durchschlagender Sieg über alle benachbarten arabischen Länder im Sechstage-Krieg vom Juni 1967 dem jüdischen Staat ein paar Jahre Frieden und Ruhe verschafft hätte.

Das war aber nicht der Fall.

Der ägyptische Präsident Gamal Abdel Nasser war entschlossen alles Mögliche zu tun, um die Sinai-Halbinsel zurückzugewinnen, die Israel während des Krieges eroberte, der am 9. Juni 1967 endete. Der Sechstage-Krieg war zwar vorbei, aber es dauerte nicht lange, bis der Zermürbungskrieg begann.

Die Anfänge des Zermürbungskriegs

Schon am 1. Juli zogen ägyptische Stoßtrupps in nur 16km Entfernung von den israelischen Positionen auf dem Ostufer des Suezkanals. Israel, das gemäß eines Plans agierte, mit dem ägyptische Streitkräfte daran gehindert werden sollten sich in dem Bereich zu sammeln, griff die Stoßtrupp-Soldaten an und verlor selbst einen Soldaten, 13 wurde verwundet. Am nächsten Tag bombardierte die israelische Luftwaffe die ägyptische Artillerie, die den Kommandotruppen Deckung gegeben hatte. Das führt zu einem ägyptischen Luftangriff auf israelische Streitkräfte im Sinai und im Grunde genommen war der Waffenstillstand vom 9. Juni damit nicht mehr passee. Die Geplänkel zwischen den beiden Seiten gingen den Juli hindurch weiter, wobei zahlreiche ägyptische Kampfjets von Israel abgeschossen wurden und Israel zwei ägyptische Torpedoboote versenkte.

Der israelische Zerstörer INS Eilat, den die ägyptischen Marine im Oktober 1967 versenkte; dabei wurden Seeleute getötet. (Bild: Wikimedia Commons)

Im August, September und Oktober war es relativ ruhig, aber am 21. Oktober 1967 versenkte die ägyptische Marine in internationalen Gewässern vor der Küste von Port Said die Eilat, einen Zerstörer der israelischen Marine; dabei wurden 47 Seeleute getötet. Israel schlug mit umfangreichen Bombardierungen ägyptischer Öl-Raffinerien und -Depots in der Region zurück, was erhebliche Artilleriegefechte zwischen den beiden Seiten zur Folge hatte; dabei gab es Oper unter ägyptischen Zivilisten.

Das Hin und Her ging 1968 mit ägyptischen Artillerie-Angriffen auf israelische Positionen weiter, was zu israelischen Vergeltungsangriffen führte. Die israelischen Führungskräfte glaubten, sie müssten handeln, um den ständigen ägyptischen Angriffen ein Ende zu setzen, die von Israel Opfer forderten. Am 30. Oktober 1968 zerstörten IDF-Kommandosoldaten eine ägyptische Trafostation und zwei Dämme sowie eine Brücke am Nil. Der Angriff führte zu einem großräumigen Stromausfall in Ägypten und der Schaden brachte friedliche Monate. Die Pause ermöglichte es Israel sich entlang des Ostufers des Kanals durch den Bau der „Bar-Lev-Linie“ zu stärken.

Ägypten griff Israel am 8. März 1969 wieder an, diesmal mit schwerem Artilleriefeuer und Luftangriffen auf die IDF, was erhebliche israelische Verluste verursachte. Die IDF reagierte entschlossen; sie schickte Truppen tief auf ägyptisches Gebiet, um militärische Ziele anzugreifen. Am nächsten Tag tötete Israel den ägyptischen Generalstabschef, General Abdul Munim Riad, als dieser ägyptische Streitkräfte entlang des Kanals besuchte.

Israel beschloss einmal mehr, dass es ernste militärische Aktivitäten unternehmen müsse, um den Versuch zu unternehmen, die ständigen ägyptischen Angriffe zu stoppen. Am 19. Juli 1969 begann diese Operation mit einem Stoßtrupp-Angriff auf den ägyptischen Militärposten auf Green Island, wobei 80 ägyptische Soldaten getötet wurden; dem folge ein Angriff der israelischen Luftwaffe auf ägyptische Streitkräfte am nördlichen Teil des Suezkanals, der 300 ägyptische Soldaten tötete und die ägyptischen Posten schwer beschädigte. Dem folgten etwa 1.000 Einsatzflüge der israelischen Luftwaffe im August, bei denen ägyptische Raketen-Abschussrampen und mehr als 20 ägyptische Kampfjets zerstört wurden.

Die Supermächte greifen ein

Beginnend im Oktober 1969 fingen die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion an die Seiten in diplomatische Gespräche zur Beendigung der Kämpfe zu verwickeln. Als diese Versuche aber scheiterten, schickte die Sowjetunion beträchtliche Mengen an Waffen und Soldaten, um den Ägyptern zu helfen, was letztlich zu Luftkämpfen zwischen israelischen und ägyptischen Piloten führte, bei der die israelische Luftwaffe zahlreiche russische Flugzeuge abschoss.

Israelische Gegenschläge für ägyptische Angriffe gingen bis zum 8. April 1970 weiter, als Israel versehentlich in dem Glauben, es handele sich um eine ägyptische Militäranlage, eine Schule angriff. Bei dem Angriff wurden 46 ägyptische Kinder getötet und mehr als 59 verletzt. Israel beschloss an diesem Punkt seine Gegenangriffe einzustellen. Diese Veränderung der Politik erlaubte es den ägyptischen und sowjetischen Streitkräften näher an den Kanal zu rücken als Israel das wollte. Die Kombination der Schäden durch die ägyptische Armee, zusammen mit den militärischen Gewinnen und den Opfern, die der israelischen Seite zugefügt wurden sowie der Fähigkeit seine Streitkräfte näher an den Kanal zu bringen erlaubte es am 7. August 1970 eine Feuereinstellung zu erzielen, ohne eine Veränderung der Grenzen des Krieges von 1967 und ohne dass eine Seite sich zu Friedensverhandlungen verpflichtete.

Ein israelischer Soldat blickt über den Suez-Kanal auf ägyptische Dorf Kantara, 26. November 1970. (Foto: Mosche Milner, mit freundlicher Genehmigung durch das GPO)

Sadat legt die Grundlage für den Yom Kippur-Krieg

Der ägyptische Präsident Nasser starb am 28. September 1970 infolge eines Herzinfarkts und sein Nachfolger, Anwar Sadat, hielt sich an den Waffenstillstand; er konzentrierte sich auf den Wiederaufbau und die Vorbereitung der ägyptischen Armee für einen Großangriff auf Israel, der dann mit dem Yom Kippur-Krieg im Oktober 1973 stattfinden sollte.

Es gibt widersprüchliche Berichte dazu, wie viele Israelis zwischen Juni 1967 und August 1970 in diesem Zermürbungskrieg getötet wurden. Die Zahlen reichen von 600 bis 1.400 mit tausenden Verletzten. Israel verlor mehr als 20 Flugzeuge sowie seinen Zerstörer, die Eilat, Auf ägyptischer Seite reichen die Schätzungen von 2.882 Getöteten und 6.285 Verwundeten bis zu 10.000 Getöteten. Zudem verlor Ägypten mehr als 100 Flugzeuge und mehrere Schiffe.

Dieser dreijährige Zermürbungskrieg bereitete den Weg zum Yom Kippur-Krieg drei Jahre später. Er führte Israel in einen Zustand weiterer Selbstgefälligkeit, überzeugt davon es können jeden Angriff abwehren, der von seinen benachbarten Feinden ausgeht. Der Schaden, den Ägypten Israel während dieser drei Jahre zufügen konnte, stärkte Ägypten und Israels andere Nachbarn so weit, dass sie die Zuversicht empfanden, sie könnten letzten Endes ihr gemeinsames Ziel erreichen den jüdischen Staat militärisch zu vernichten.

Israel im Krieg, Tag 15

12. Januar 2009

HonestReporting Media BackSpin, 11. Januar 2009

Quellen und Updates, da Israels Kampagne in Gaza in die dritte Woche geht.

Lesen Sie dazu das neue Kommuniqué von HonestReporting: Israel im Krieg, Tag 15

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