Chaim Lax, HonestReporting, 16. März 2026
„In Israel gibt es Zensurgesetze.“ (NPR)
„Israel hat seit Jahrzehnten die strengste Militärzensur verhängt… aber es hat seine Restriktionen noch verschärft.“ (AFP)
„‘Wir haben eine teilweise Verständigung der Realität vor Ort‘, gab der ranghohe Manager zu. ‚Unsere Berichterstattung zum Krieg ist nicht wahrheitsgetreu.“ (Magazin +972)
Seit dem Ausbruch des Krieges der USA und Israels gegen die Islamische Republik Iran Ende Februar 2026 hat ein Aspekt der Medienberichterstattung besondere Aufmerksamkeit erregt – die israelischen Vorschriften zur militärischen Zensur und ihre Auswirkungen auf das, was Journalisten veröffentlichen können.
Während einige behauptet haben, diese Beschränkungen seien dazu gedacht, die Schäden durch iranische Raketenangriffe zu verbergen, ist die Realität weit weniger verschwörerisch.
Wie der CNN-Korrespondent Oren Liebermann in einem aktuellen Bericht erklärte, besteht der Zweck der israelischen Zensurregeln darin, die Veröffentlichung sensibler militärischer Informationen zu verhindern, die dem Iran in seiner laufenden Raketenoffensive helfen könnten.
Dazu gehören Details wie die genauen Einschlagsorte von Raketen oder die Positionierung israelischer Abfangsysteme – Informationen, die iranischen Kräften helfen könnten, ihre Zielerfassung anzupassen.
Liebermann weist darauf hin, dass die Vorschriften CNN oder andere Medien nicht daran gehindert haben, Aufnahmen von Angriffen zu veröffentlichen, dass sie jedoch Livestreams während Raketenangriffen verbieten, da diese unbeabsichtigt operative Details in Echtzeit offenlegen könnten.
Dieser Aspekt der militärischen Zensur unterscheidet sich von Israels Politik, ausländischen Journalisten keinen unabhängigen Zugang in den Gazastreifen zu gewähren und Einreise im Wesentlichen nur über eingebettete Touren mit der IDF zu ermöglichen.
In diesem zweiten Fall wurde die Begründung nicht mit dem Risiko der Veröffentlichung sensibler militärischer Informationen angegeben, sondern mit Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Journalisten sowie der möglichen Störung laufender Militäroperationen.
So erklärte der ehemalige IDF-Sprecher Lt. Col. (res.) Peter Lerner:

Es sollte auch erwähnt werden, dass Israels Zensurregeln im Kriegsfall sich nicht nur auf Journalisten beschränken. Theoretisch gelten sie auch für Zivilisten.
Zu Beginn des Krieges gab die IDF auf X eine öffentliche Warnung aus, in der Israelis aufgefordert wurden, die Orte von Raketeneinschlägen nicht online zu teilen, da solche Informationen dem Feind helfen könnten (eine moderne israelische Version des klassischen „loose lips sink ships“/Feind hört mit).
Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Durchsetzung solcher Beschränkungen gegenüber Millionen von Zivilisten, die in sozialen Medien posten, weit schwieriger ist als die Regulierung einer viel kleineren Zahl professioneller Nachrichtenorganisationen.
Israel ist nicht das einzige Land, das im Krieg militärische Zensur über sensible Informationen durchsetzt.
Wie von AFP angemerkt, haben die Golfstaaten, die mit Raketen- und Drohnenbedrohungen aus dem Iran konfrontiert sind, ähnliche Zensurmaßnahmen eingeführt. Einige verbieten die Verbreitung von Bildern sensibler Orte wie Einschlagsstellen von Raketen, während andere die Verbreitung entmutigender oder falscher Berichte im Internet einschränken.
Außerhalb des Nahen Ostens existieren Zensurregeln auch in anderen modernen Konfliktzonen, darunter in der Ukraine und in der Kaschmir-Region zwischen Indien und Pakistan.
Mit anderen Worten: Israels Zensurvorschriften im Kriegsfall sind kein Versuch, Schäden durch iranische Angriffe zu vertuschen oder die Darstellung des Krieges zu manipulieren.
Sie sind eine übliche Kriegsmaßnahme, die verhindern soll, dass sensible Informationen dem Feind nutzen – eine Praxis, die von Staaten, die aktiven militärischen Bedrohungen ausgesetzt sind, weithin angewendet wird.







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