Sonntag nachts dann doch nicht

Es ist jetzt schon eine Weile her, dass ich in diesem Blog über einen ungenau formulierten Text an Altglascointainern geschrieben habe (hier). Neulich habe ich an einem anderen Glascontainer in der Nachbarschaft einen Aufkleber mit einem besser formulierten Text gesehen:

Der Text ist schön klar und deutlich und dabei noch freundlich formuliert. Das gefällt mir!

Ebenfalls wasserdicht, allerdings etwas unfreundlicher, ist das hier formuliert:

Da hat jetzt so leicht keiner mehr eine Ausrede.

„Dein Style“

Handgeschriebenes Schild im Fenster eines Friseursalons:

Raus aus dem ALLTAG
rein in DEIN STYLE!

Der Salon heißt leider nicht Dein Style. Dann wäre das Schild wenigstens grammatisch korrekt gewesen. Und der Gegensatz Alltag – Friseursalon leuchtet mir auch ein. Im Alltag mache ich meine Arbeit, kaufe ein, putze, was auch immer. Beim Friseur lasse ich mich verwöhnen, werde aufgehübscht und kann mich dabei ein bisschen vom tristen Alltag erholen.

Aber das gibt der Text nicht her. Da ist erstens die Grammatik verhunzt und zweitens der Inhalt verdreht: Wenn ich „in meinen Style“ finde, vulgo mich dort beraten und frisieren lasse, habe ich hinterher immer noch Alltag, nur eben unter einer anderen Frisur.

Das Schild ist sprachlicher Schneematsch. Damit möchte ich natürlich nichts gegen die beruflichen Fähigkeiten der Friseurinnen und Friseure dort gesagt haben. Für die spricht, dass der Laden einigermaßen gut zu laufen scheint.

Marmeladenbrotmaschine

Meine Tochter hat gelegentlich Schwierigkeiten, Butter und Marmelade oder Honig halbwegs sauber und gleichmäßig auf das Brot zu streichen. Besonders oft beklagt sie Lücken in der Butterschicht, die sie nicht geschlossen kriegt. Das ist natürlich Übungssache, das Problem wird sich also in absehbarer Zeit praktisch von selbst erledigen. Aber im Moment ist es für sie sehr frustrierend.

Eigentlich ist es auch gar nicht nötig, die Butter am Stück auf den Tisch zu stellen. Dabei ist sie oft zu hart, oder sie wird verschmiert, wenn noch Marmelade o. ä. am Messer ist. Am Ende sieht die Butter oft eher unappetitlich nach Schlachtfeld aus. Es wäre doch ganz praktisch, die Butter Weiterlesen „Marmeladenbrotmaschine“

Schlafrhythmusstörung

Jetzt steht wieder die alljährliche Umstellung auf die Sommerzeit bevor. Die Nacht zum Sonntag ist eine Stunde kürzer, und dann tun wir ein halbes Jahr lang so, als sei es immer eine Stunde später als es eigentlich ist. Wir kommen alle aus dem Rhythmus: Wir schlafen abends nicht einfach so eine Stunde früher ein und kommen morgens so früh nicht raus. Besonders die Kinder tun sich schwer damit. Es dauert wieder zwei, drei Wochen, bis sich das wieder eingependelt hat. Und wofür das Theater?

Mittlerweile ist sattsam bekannt, dass durch die Zeitumstellung keine Energie gespart wird. Außerdem ist die Vor- und Zurückstellerei auch noch gesundheitsschädlich. Die Zeitungen schreiben alle Jahre wieder drüber (zum Beispiel hier und hier). Umfragen zum Thema ergeben regelmäßig, dass die Mehrheit der Bevölkerung sich die Zeitumstellung lieber sparen würde.

Und der Hauptgrund, diesen Unsinn nicht einfach abzuschaffen (wie das u. a. Argentinien, China, Indien und noch eine Handvoll Länder <a title="Graphik auf Wikipedia: Aktuelle und frühere Verwendung der de:Daylight saving time auf der Welt" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:DaylightSaving-World-Subdivisions.png&quot; target="_blank"anscheinend gemacht haben) ist der, dass man in der EU natürlich keine nationalen Alleingänge mehr machen kann oder machen zu können glaubt. Alle EU-Länder in dieser Frage auf eine Linie zu kriegen ist wahrscheinlich aussichtslos. Also machen wir denselben Zirkus jahrein, jahraus weiter. Zum Kotzen, das!

Hundert Jahre Leidenschaft

Heute morgen auf einem Glas Schwartau Johannisbeer-Himbeer-Gelee extra gelesen:

Wir in Bad Schwartau, im Herzen Schleswig-Holsteins, leben seit über 100 Jahren mit Leidenschaft für feinste Gelees.

Ich habe dann im Laden auf einem Glas Schwartau Konfitüre extra nachgesehen. Dort steht, man lebe seit über 100 Jahren mit Leidenschaft für feinste Konfitüren.

Also, entweder haben die getrennte Abteilungen, eine für Gelees und eine für Konfitüren, und die einen leben mit Leidenschaft für Gelees, die anderen mit Leidenschaft für Konfitüren. Dann Weiterlesen „Hundert Jahre Leidenschaft“

Immer wieder sonntags…

Haben die jetzt jeden Sonntag von 8 bis 11 Uhr geöffnet? Oder entscheidet der Chef von Woche zu Woche, ob er den Laden am Sonntag aufmacht? Vielleicht soll die Kundschaft mitfiebern – jedesmal denken wir, es wird nichts, aber er schafft es doch immer wieder, am Sonntag von 8 bis 11 zu öffnen. Immerhin ist alles richtig geschrieben, das ist ja auch keine Selbstverständlichkeit.

Zugang verlegt

Es ist wieder Zeit für die alljährliche Durchsicht der Gaswasserheizer im Haus. Die von der Hausverwaltung beauftragte Firma hat im Hausflur ein Schreiben aufgehängt, in dem sie mitteilt, wann sie die Wartungsarbeiten durchzuführen gedenkt. Darin heißt es:

Bitte halten Sie in dieser Zeit den Zugang zu Ihrer Wohnung bereit.

Das könnte schwierig werden – Ich fürchte, wir haben neulich unsere Zugbrücke verlegt, und wo kriege ich so schnell eine neue her? Es war wahrscheinlich auch ein Fehler, die Treppe in den zweiten Stock abzubauen.

Bleistifte und Glühstrümpfe

Vorhin habe ich zum ersten Mal seit längerem jemanden zum Bleistift statt zum Beispiel sagen hören. Nerven tut das, ganz unglaublich.

Vielleicht war es ja beim ersten Mal wirklich noch ein bisschen lustig, herzlichen Glühstrumpf statt herzlichen Glückwunsch zu sagen, oder Terroristen statt TouristenKlappert’s statt Klappt’s. Das mag vielleicht 1985 oder so gewesen sein. Aber muss man denn jede Witzigkeit bis zum Erbrechen ausschlachten? Alle haben ihren Spaß gehabt, und jetzt könnte man das doch mal ruhen lassen.

Von so nervigen Wendungen wie Aus die Maus oder Ende Gelände will ich gar nicht anfangen, sonst kriege ich gleich wieder schlechte Laune. Und das wäre nicht gut, wo doch gleich Wochenende ist.

Nachtrag: Natürlich gibt es auch Fred für Thread, also Diskussionsstrang in einem Forum.

Noch’n Nachtrag: Jetzt ist aber Schluss (mancher sagt auch Schulz dazu).

Überalterung? Muss doch nicht sein…

Samstagnachmittag, Fußgängerzone. Ein sechs- oder siebenjähriger Junge mit Spielzeuggewehr kommt aus einem Café, baut sich in der Fußgängerzone auf und fragt in die Runde: „Wer will erschossen werden?“

Niemand reagiert. Er wendet sich an eine junge Frau: „Wollen Sie erschossen werden?“

Sie knurrt was Unwilliges, macht einen Bogen um ihn und geht weiter. Der Junge schaut sich um und spricht einen älteren Herrn an:

„Wollen Sie erschossen werden? Sie sind sowieso schon zu alt.“

Mittlerweile habe ich den Mund wieder zugekriegt. Ich frage mich, wo er die Formulierung herhat. Hat jemand seinem Vater die Vorfahrt genommen? Hat eine große deutsche Boulevardzeitung wieder eine besonders gemeine Abzocke eines Politikers aufgedeckt? Und: wusste der Junge, was er da sagt?

Waschbar bei 40°

Meine Tochter hat ein elektronisches Spieledingens in Form eines Mobiltelefons, das bei irgendeinem Heft als Gimmick dabeiwar. Da ist eine Art Tetris drauf und noch ein, zwei Spiele. Seit einer Weile hat das Ding nicht mehr funktioniert. Ich habe neulich neue Batterien reingemacht, aber das hat auch nicht geholfen. Also hatte ich mich schon darauf vorbereitet, meiner Tochter schonend beizubringen, dass ihr geliebtes Spielhandy leider das Zeitliche gesegnet hat.

Heute ist das Gerät versehentlich mit der Jacke in der Waschmaschine gelandet. Ich dachte, jetzt können wir es wohl wirklich wegschmeißen.

Überleben Batterien eigentlich einen Waschgang? Zufällig Weiterlesen „Waschbar bei 40°“

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