Und dann war da noch (80)

… das mit dem Gesang.

Ich gehe einkaufen. Kurz bevor ich im Laden verschwinde, kommt jemand mit einem Lastenfahrrad auf den Parkplatz. Auf der Ladefläche vier Kindersitze mit Kindern im Kindergartenalter, die lauthals singen:

Luss-tick-luss-tick-tralla-lalla-LAH! Ball-tis Ni-hi-kla-haus-ah-bänn-TAH!

Ein paar Minuten später zieht der Trupp in den Laden ein, unter Absingen von Schneeflöckchen, Weißröckchen. Tausendmal netter als verkaufsstimmungsfördernsollender Dudelfunk!

Du-hu wohn-zin den Wol-ken, da-hain Wehk is-soh WEIT.

Und dann war da noch … (79)

… die Sache mit dem Fahrradreifen.

Zwei kleine Kinder im Supermarkt, Bruder und Schwester, so drei und vier Jahre alt. Beim Reinkommen kabbeln sie sich etwas, der Bruder lacht, die Schwester weint. Dann dürfen sie Erdbeeren aussuchen, eine Packung pro Kopf, der Streit ist vergessen. Dann geht es zu den Nudeln, sie beteiligen sich eifrig an der Auswahl der einzukaufenden Ware, und man kann den Fortschritt ihres Einkaufs akustisch gut mitverfolgen.

Dann kommt ein Mann in den Laden, der das Vorderrad eines Fahrrads in der Hand trägt. Er läuft schweigend in Richtung Kühltheke, als die beiden Kinder um eine Ecke kommen, das Rad sehen und völlig baff erstarren. Als der Mann vorbei ist, rennen sie zum Vater und berichten hörbar befremdet: Papa, da hat einer einen Fahrradreifen dabei!

Die Situation erinnert mich ein bisschen an den UPS-Fahrer ohne Tür

Die Bühne

Am Nachmittag auf einer Volksfestlichkeit ohne Fahrgeschäfte. Auf einer großen Grasfläche gibt es eine Menge Stände, wo man Essen und Trinken und Zeug kaufen kann. Über das Gelände verteilt sind mehrere Bühnen, auf denen in loser Folge alle möglichen Bands ihre Kunst darbieten sollen.

Die Stromversorgung läuft über am Boden verlegte Kabel in trittfesten Kabelbrücken. Kennt man ja, diese Hartgummidinger, die in Form und Verhalten an die manchmal in Tempo-30-Zonen verlegten Bremsschwellen („schlafende Polizisten“) erinnern. Hier auf dem Platz Weiterlesen „Die Bühne“

Lalülalülalü

Bei uns in der Nähe gibt es eine Grundschule und mehrere Kindergärten. Ein Teil der Klientel, soweit sie nicht mit dem Auto gebracht wird, kommt oft bei uns die Straße entlang. Über die Jahre hatten wir einige regelmäßige fast schon Bekannte.

Da war der Junge, der auf dem Schulweg sehr oft an dem Garten schräg gegenüber stehenblieb, sich die Blumen anschaute und Weiterlesen „Lalülalülalü“

Und dann war da noch… (75)

… der noch nicht ganz sattelfeste Abc-Schütze, der mit seiner Mutter und kleinen Schwester in der Stadt unterwegs war. Er durfte das Handy der Mutter halten, während die einen kleinen Notfall des kleinen Mädchens im Kinderwagen versorgte.

Er schaut auf das Display, man sieht ein paar Zahnräder im Kopf klackern, dann deklamiert er: Mama, es ist zwölf Uhr fünfundsiebzig.

Eigentlich logisch, man liest die Zahlen in der Reihenfolge, in der sie auftreten – 12:57.

Gelegenheiten (3)

Eine Frau mit einem kleinen Kind auf dem Weg zum Einkaufen. Das Kind, so zwischen zwei und allerhöchstens drei Jahre alt, fährt Laufrad. Sie kommen an einer für Erwachsene halb kniehohen Vorgartenmauer mit schön breiter und flacher Krone vorbei (Da ist eine Art Gehwegplatte im Format 30 mal 50 cm verbaut). Kleinchen bleibt stehen, begutachtet das gut hüfthohe Bauwerk und meint: Das ist hoch.

Die Mutter merkt an: Da fährt man ja auch nicht. (Vermutlich hat es in der jüngeren Vergangenheit Diskussionen gegeben, wo man mit dem Laufrad fahren kann oder darf und wo aus welchen Gründen nicht.)

Kleinchen, nach kurzer Denkpause: Aber da kann man laufen. Weiterlesen „Gelegenheiten (3)“

Und dann war da noch… (73)

… die Sache mit dem Pferdeanhänger.

Ein Mann geht mit seiner wohl fünf- oder sechsjährigen Tochter die Straße entlang. Dort steht ein (ohne Zugmaschine) abgestellter einachsiger Pferdeanhänger. Das Mädchen fragt, was das ist. Ein Pferdeanhänger, damit kann man ein Pferd transportieren, erklärt der Vater.

Das Mädchen fragt dann: Kannst Du den aufmachen? Ich möchte das Pferd sehen.

 

Keine Memme

Familie in einem Naherholungsgebiet. Zweijähriger Junge hat sich den Fuß gestoßen und weint etwas. Die große Schwester, ungefähr mittleres Kindergartenalter, fragt die Eltern: „Soll ich pusten?“

Darauf die Mutter ganz trocken: „Nein, der soll keine Memme werden.“

Und da fragt man sich, wo die ganzen emotional verwahrlosten, kaputten Leute herkommen…

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