Geruch vernommen

Anscheinend hat die Polizei im Dezember 2009 in Pfinztal einen Schlangenlinien fahrenden Autofahrer angehalten. Bei der Kontrolle geschah es dann: Die Beamten vernahmen deutlichen Alkoholgeruch. Ich hoffe, das macht nicht Schule!

Gefunden auf S. 12 in der gedruckten Bürgerzeitschrift für Karlsruhe, Januar 2010. Online ist zurzeit leider nur ein Teil der Ausgabe November 2009 zu sehen, und die Ausgabe Dezember 2009 kann als PDF geöffnet werden. Kann sein, dass die aktuelle Ausgabe im Lauf des Frühjahrs online gestellt wird.

P.S.: Auf Seite 3 gibt es noch die geniale Überschrift Lärm durch Schall. Wäre ich nie drauf gekommen, leuchtet aber ein.

Virtuell…

Virtuelle Meetings gehören in international tätigen Firmen zum Alltag. Netmeeting, Telefon- und Videokonferenzen legen uns die weite Welt zu Füßen. Wir können am eigenen Schreibtisch bleiben und brauchen trotzdem nicht auf den persönlichen Kontakt zu Kollegen in China, Indien, den USA oder Südafrika zu verzichten. Wir machen virtuelle Meetings, und es ist fast so, als wäre man tatsächlich in einem Raum, heißt es.

Dabei ist es nicht ganz so einfach: Funktionieren solche Meetings genauso wie herkömmliche Besprechungen, wo alle Teilnehmer in einem Raum sitzen? Kaum jemand hat eine Ahnung, wie bestimmte Verhaltensweisen über Telefon und Video wirken, besonders wenn man es mit Kollegen aus den verschiedensten Kulturen zu tun hat. Das kann sehr leicht sehr peinlich werden. Man kann schneller als man denkt Kollegen oder Kunden vergrätzen.

Und die Technik hat natürlich auch ihre Tücken. Schon die Konfiguration von vergleichsweise simplen Tools Weiterlesen „Virtuell…“

Gern auch Sonntag nachts

Glascontainer sind ganz üble Lärmschleudern. Wer jemals in Hörweite von sowas gewohnt hat, kann ein Lied davon singen. Völlig einleuchtend, dass man da um Rücksichtnahme bittet und die Einwurfzeiten einschränkt. Angenommen, das Einwerfen von Altglas soll nur an Werktagen erlaubt sein, und zwar nur zwischen 7 und 19 Uhr. Wie formuliere ich das eindeutig? Die Formulierung auf dem Foto sagt nur, dass man werktags vor 7 und nach 19 Uhr kein Altglas einwerfen darf. Über Sonn- und Feiertage wird hier keine Aussage gemacht. Nach dem Wortlaut Weiterlesen „Gern auch Sonntag nachts“

Textqualität? Eigene Nase! (2)

Übersetzer, hatte ich neulich geschrieben, finden beim Übersetzen ständig Fehler, Lücken und Ungereimtheiten in den Ausgangstexten und sind oft der Meinung, eigentlich selbst besser schreiben zu können. Dabei produziert auch der beste Übersetzer immer wieder Texte von allerhöchstens zweifelhafter Qualität, egal ob er übersetzt oder selbst schreibt. Die griffige Holznase, die jeder Übersetzer zum Dranfassen haben sollte, wäre bei ehrlicher Verwendung meistens gut poliert.

Ich kriege aber gelegentlich Texte zur Übersetzung, in denen so ziemlich alles falsch gemacht wurde, was geht. Das fängt dabei an, dass der Autor die Rechtschreibprüfung ausgelassen hat. Dazu kann es noch grammatische Fehler geben, unvollständige Sätze, oder die gültigen Richtlinien wurden missachtet. Viele große Firmen verwenden kontrollierte Sprache und haben ihre eigenen Stilfibeln. Die Idee ist, dass jeder Text, der die Firma verlässt, bestimmten Qualitätsstandards entspricht und sich zur Corporate Identity passt, oder so. Dieselben Firmen überlasten ihre Mitarbeiter aber oft derart, dass die kaum noch Zeit für irgendwas haben. Dann werden die Texte eben auf den letzten Drücker in die Tasten gehackt

Und die Tatsache, dass ich auch nicht perfekt schreibe und teils peinliche Fehler mache, ändert nichts daran, dass ich viele Texte übersetzen muss, die tatsächlich schlampig geschrieben sind, und das gehört nicht so. Die Welt ist schlecht!

Wuahahaaaaa, der ist gut! Hihihiiiii!

Spaß muss sein. Geburtstage, Abitur, Examen, Führerschein, Beförderungen und so Sachen gehören gefeiert. Gern auch laut und lange. Wenn sowas in der Nachbarschaft passiert und sich bis in die Nacht hinzieht, nervt das zwar, ist aber ok. Wer das nicht verträgt, muss sich eben eine Einsiedelei im Wald suchen. Da röhren dann vielleicht die Hirsche, aber wenn es ganz schlimm kommt kann man die im Gegensatz zu den feiernden Nachbarn abschießen.

Viel schlimmer finde ich Festlichkeiten im Büro. Wenn also Kollegin X ihre Beförderung feiern will, Kollege Y seinen Geburtstag oder Projektleiter Z den erfolgreichen Abschluss des Projekts, laden sie zu Brezeln und einem Gläschen Sekt in ein Büro oder in die Kaffee-Ecke. Dort steht man dann und unterhält sich. Je nach Sektmenge Weiterlesen „Wuahahaaaaa, der ist gut! Hihihiiiii!“

Streifen am Himmel

Eigentlich gibt es gar keine Verschwörungstheorien. Die sind alle nur gefälscht und mit irgendeiner finsteren Absicht unters Volk gebracht worden.

An einem schwarzen Brett hing neulich ein Artikel über Chemtrails, drei Seiten Text in Fettdruck. Jemand lasse Flugzeuge unter strenger Geheimhaltung Chemikalien versprühen, um die Erderwärmung zu bremsen und nehme dabei schwere gesundheitliche Schäden bei einem großen Teil der Menschheit in Kauf. Es gebe viele Beweise: Neuerdings Weiterlesen „Streifen am Himmel“

Interpunktionsdiarrhö

Viele Leute durchsetzen ihre schriftlichen Äußerungen mit Clustern von Ausrufungs- und Fragezeichen. Ein einzelnes Fragezeichen scheint den Fragecharakter einer Frage oft nicht angemessen auszudrücken, und ein einfaches Ausrufungszeichen wird der Dringlichkeit mancher Äußerungen anscheinend nicht gerecht. Derlei kommt an vielen Stellen vor, wo jemand schriftliche Äußerungen an eine Öffentlichkeit richtet, z.B. auf Schildern in Läden, Bahnhöfen, Hausfluren usw.

Wenn kein gekauftes Standardschild („Ausfahrt freihalten!“ oder „Hinauslehnen verboten!“) verwendet wird, sondern Leute die Schilder selbst basteln, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass mehr Interpunktion als nötig verwendet wird. Das führt dann zu Preziosen wie „Tür, immer schließen ! ! !“ oder „Kaffee?? Nur mit Untertasse“. Gelegentlich hört man die Genervtheit durch, die den Anlass für das Schild liefert: „Wir sind keine Wechselstube!! Wir wechseln nur für unsere KUNDEN!!!“

Witzig wird es, wenn die übermäßige Verwendung von Interpunktionszeichen die Bedeutung einer Äußerung verändert. “Job gefällig???? Wir stellen ein… Mit einem Fragezeichen hätte man einfach Leute angesprochen, die einen Job suchen. Mit vier Fragezeichen bedeutet es eher sowas wie Was wollen Sie? Einen Job? Ganz in echt jetzt? Auf was die Leute nicht alles kommen!

Hmja, soll’s geben…

„We have voices over the phone!“

Neulich erlebt: Termin mit ein paar Dutzend Teilnehmern an drei Standorten, Netmeeting mit Telefonkonferenz. Ein Kollege trägt per Telefon was vor, und immer wieder sind Gesprächsfetzen zu hören, die nicht zu seinem Vortrag gehören und offensichtlich nicht von seinem Telefon kommen. Wiederholte Aufrufe an die Teilnehmer, doch bitte die Telefone stummzuschalten. Es trillert und piepst vom vielen Tastendrücken, als die Leute versuchen, dem nachzukommen.

Das Fremdgespräch geht unbeeindruckt weiter. Der Vortrag wird unterbrochen, eine Diskussion über mögliche Maßnahmen bricht aus. Jemand sagt mit großer Dringlichkeit: We have voices over the phone! (Als wäre das mit den Stimmen nicht der Hauptzweck des Telefons überhaupt.)

Nach ein paar Minuten einigt man sich, trotz Störgeräuschen den Vortrag wieder aufzunehmen. Mittlerweile sind es zwei Gespräche, die wir mithören. Dazu kommt noch der Lärm von einem, der auf sein Mikrofon atmet und es ständig irgendwo gegenschlägt. Wiederholte Aufrufe an die Teilnehmer, doch bitte die Telefone stummzuschalten. Et cetera ad nauseam.

Textqualität? Eigene Nase!

Als Übersetzer setze ich mich tagaus tagein mit den Elaboraten mehr oder minder begabter Autoren auseinander. Ich muss das Zeug einigermaßen detailliert verstehen, um es angemessen ins Deutsche übersetzen zu können. Benutzungsoberflächen und technische Dokumentation müssen in sich stimmig sein und zueinander passen, sonst kann der Benutzer am Ende die Software nicht gescheit benutzen. Schlimmstenfalls legt ein durch die fehlerhafte Übersetzung schlechter Dokumentation verursachter Bedienfehler das Produktivsystem einer Bank lahm. Dann ist die Bank zu Recht ärgerlich, und es gibt Stunk. Selbst wenn man versichert ist will man das ja nicht.

Übersetzen beinhaltet immer eine Art Qualitätskontrolle, umsomehr wenn man als Festangestellter nicht nach übersetzten Zeilen bezahlt wird, sondern nach Arbeitszeit. Viele Übersetzer sind Perfektionisten und glauben insgeheim, eigentlich die besseren Autoren zu sein. Man sieht ja immer die Fehler der technischen Redakteure und Entwickler, die missverständlichen Formulierungen, die verquasten Endlossätze, die terminologische Inkonsistenz. Könnte man alles viel besser. Aber echt.

Ich muss zugeben, dass ich meistens so denke, und ich glaube, diese Haltung auch bei Übersetzerkollegen auszumachen. Das geht auch ganz gut, bis Weiterlesen „Textqualität? Eigene Nase!“

Nicht zuendegedacht

Die Androhung, widerrechtlich geparkte Fahrzeuge abschleppen zu lassen, ist hierzulande gang und gäbe. Bei Kfz hat man im Ernstfall auch kaum Probleme, den Fahrzeughalter zu ermitteln oder ermitteln zu lassen. Außerdem sind Autos in der Regel so teuer, dass die Kosten für den Abschleppdienst meistens nur einen Bruchteil des Wertes eines Autos ausmachen. Es lohnt sich im Normalfall also für den Besitzer, die Abschleppkosten zu begleichen, um sein Auto wiederzukriegen.

Aber Fahrräder? Weiterlesen „Nicht zuendegedacht“

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten