
klein’s Blütelein, Du bist so fein 🙂
Schon seit Frühjahr freue ich mich auf das unspektakulärtste Spektakel meines Gartens, das nun laaaangsam beginnt:
die raue Nelke, Dianthus armeria, beginnt, ihre winzigkleinen Blütchen in verschwenderischer Fülle über den Staudengarten zu legen!
Ich wusste, ehrlich gesagt, nicht, welches Geschenk mir vor drei oder vier Jahren Maren-hoppefloh mit ihrem Tütchen Saat gemacht hat, kannte ich Nelken doch nur in der ollen Blumenladen-Version, die ich nie gemocht habe. Daß es aber auch heimische gibt, die sich noch dazu so zurücknehmen, das wusste ich nicht, hatte ich sie doch noch nie draußen gesenen – und das ist auch leider kein Wunder:
In Deutschland finden wir sie zerstreut an Wald- und Gebüschrändern und in Halbtrockenrasen. Durch die zunehmende „Ausräumung der Landschaft“ und das daraus folgende Verschwinden entsprechender Standorte sind die Bestände von Dianthus armeria im Rückgang begriffen und deshalb ist sie regional „stark gefährdet“.

die erste Ahnung des Blütenflors
Jedenfalls säte ich – und dann passierte erst einmal nichts. Logisch, denn zunächst bildet die raue Nelke kleine Rosetten direkt am Boden. So wartet sie auf das nächste Jahr, in dem sie loslegt.
Etwa bis Spatenhöhe wächst sie bei mir, und da oben legt sich inzwischen ein Blütenflor über den Staudengarten. Jedes Jahr sammle ich Saat und streue sie an Stellen aus, die ich mag – und die raue Nelke offenbar auch, inzwischen hab ich’s raus: von alleine wandert sie ab, denn sie liebt die Sonne und sät sich ihr entgegen – gen Straße und gen Nachbars, die aber eh nicht wissen, was ihnen da blüht.

grünes Gestrüpp vor’m Spaten? Nein! Raue Nelken in Massen!
Also säe ich eifrig weiter hinten im Staudengarten auf offenem Boden, überall, wo ich zuvor im Jahr gerupft und ausgegraben habe (derzeit versuche ich, den Blutstorchschnabel und den bodendeckenden Staudenehhrenpreis an der Alleinherrschaft zu hindern, davor waren’s der kriechende Günsel und die Montbretie- irgendwas möchte immer groß rauskommen und Anderes verdrängen) – und in diesem Jahr dankt mir’s die raue Nelke – wie gesagt, ich freu mich schon seit Frühjahr….
Jetzt schon aktiv ebenso ausaatfreudig, bloß leider absolut nicht mit der Zurückhaltung der rauen Nelke gesegnet ist eine andere Nelke, von derselben Naturgarten-Freundin vor Jahren im Saattütchen bekommen: die Kronen-Lichtnelke (Silene coronaria)

Kronen-Lichtnelken säumen die Einfahrt
Strenggenommen: sie gehört zu den Nelkengewächsen, ist aber ein Leimkraut, wie schon das „Silene“ ihres lateinischen Namens verrät, aber da ich das nicht wusste, bis ich vergeblich nach ihrem Namen suchte unter dem Suchbegriff „Nelke, pink“ will ich mal nicht so sein *g*
Sie drängelt sich vor mit ihren neonpinken, großen Blüten, und darüber war ich erstmal gar nicht so glücklich…. aber dann hat sie es mir gezeigt: sie hat sich in der Einfahrt ausgesät – da, wo wir vor Jahren die Buchenhecke in der Breite massiv gestutzt hatten, ist ein schöner Blühstreifen ganz von alleine entstanden, und dort könnte es gar nicht schöner sein, diese aufgetakelte Primadonna blühen zu sehen.

Heidenelkenblüte
Es fehlt noch eine kleine, auf die ich mich
auch freue, und die jährlich größer wird. Auch sie habe ich als Ableger von der Nelkenmaren bekommen (das wäre doch mal ein guter Nickname, oder?) Damit sie (die Pflanze *g*) bleibt, muß ich sie hegen, denn sie ist zart und niedrig. Erst zur Blüte richten sich die dünnen Stengelchen etwas auf …. aber da sie immer etwas im Schatten der Großen ist, lässt ihre Blüte noch auf sich warten: die Heide-Nelke (Dianthus deltoides) Meine Versuche, Ableger (die jedes Mal entstehen, wenn ich Anderes aus ihrem Polster zupfe und dazwischen dann bewurzelte Kriechstengelchen sind) im ihr eigentlich – dachte ich – besser entsprechenden Vorgartenbeet unterzubringen, sind bislang fehlgeschlagen

Bartnelke
Ja, und dann ist da ja auch noch eine, die wacker jedes Jahr wieder im Staudengarten auftaucht, inzwischen nur noch in weiß und in rosa-weiß, früher auch in bordeaux und reinrosa: die Bartnelke (Dianthus barbatus). Irgendeine Züchtung, seit je ein geduldetes Stiefkind in meinem Garten, das ich inzwischen schlicht deshalb mag, weil es sich einfach nicht unterkriegen lässt.
Ganz schön viele Nelken dafür, daß ich ja eigentlich keine Nelken mag, gell?
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