Posted tagged ‘Experten’

Wie die „Experten“ ihre Glaubwürdigkeit verloren: 10 Vorhersagen zu Israels Krieg, die sich in Wohlgefallen auflösten

30. Oktober 2025

Gil Hoffman, HonestReporting, 23. Oktober 2025

Israels Gründungs-Premierminister David Ben-Gurion witzelte einmal: „Wenn ein Experte sagt, das geht nicht, hole einen anderen Experten.“

Es gibt zwar gesicherte Fakten, egal wer sie verkündet, doch diese Weisheit hat sich im Krieg, der mit der Invasion Israels durch die Hamas am 7. Oktober 2023 begann, bestätigt.

In den letzten zwei Jahren haben Politiker, Wissenschaftler, Journalisten und Analysten – Menschen, die regelmäßig als „Experten“ dargestellt werden – düstere Vorhersagen und pauschale moralische Urteile über Israel und seine Feinde abgegeben. Immer wieder lagen sie falsch.

Hier sind zehn Beispiele.

1. Der General, der die israelischen Streitkräfte unterschätzte

Kurz nach dem 7. Oktober warnte ein mit der Beratung Israels beauftragter Drei-Sterne-Generalleutnant des US-Marineinfanterieregiments vor einer Bodenoffensive und prognostizierte, dass Israel täglich 20 Soldaten verlieren würde. Seine Prognose – über 14.000 Todesopfer – erwies sich als maßlos übertrieben. Die 918 getöteten israelischen Soldaten bleiben eine nationale Tragödie, doch die Vorhersage katastrophaler Verluste war, wie viele andere auch, unbegründet.

2. Der nie eingetretene „Sieg“ der Hisbollah

Am 4. Oktober 2024 schrieb Samer Jaber, Doktorand an der Royal Holloway University, auf Al Jazira: „Die Hisbollah hat einen schweren Schlag erlitten, aber sie kann Israel noch besiegen.“ Ein Jahr später ist die Hisbollah als Streitmacht zerschlagen und selbst die libanesische Regierung betrachtet sie nun als Feind.

3. Die „Dritten Weltkrieg“-Vorhersagen

Als Israel – und später die USA – im Juni 2025 den Iran angriffen, warnten Medien wie The Independent und The New York Times vor „katastrophalen Folgen“ und dem „Beginn des Dritten Weltkriegs“. Der iranische Botschafter in Frankreich erklärte ein solches Szenario für unvermeidlich. Doch anstatt einen globalen Krieg auszulösen, lähmten die Angriffe das iranische Terrornetzwerk und zwangen die Hamas, da einer ihrer Hauptsponsoren fehlte, zu einem Waffenstillstand.

4. Die „14.000 Babys“-Behauptung der UN

Im Mai 2025 sagte Tom Fletcher, der humanitäre Leiter der UNO, gegenüber BBC Radio 4: „14.000 Babys werden in den nächsten 48 Stunden sterben, wenn wir sie nicht erreichen.“ Seine Worte wurden von der New York Times, NBC, ABC, TIME und dem Guardian unkritisch wiederholt. Die Vorhersage traf nie ein – der Imageschaden für Israel jedoch schon.

5. Die inszenierte „Hungersnot“

UNRWA-Chef Philippe Lazzarini warnte wiederholt vor einer „unmittelbar drohenden Hungersnot“ im Gazastreifen. Doch gemäß der integrierten Phasenklassifizierung für Ernährungssicherheit kann eine Hungersnot nur dann ausgerufen werden, wenn drei spezifische Schwellenwerte überschritten werden: 20 Prozent der Haushalte sind von extremer Nahrungsmittelknappheit betroffen, 30 Prozent der Kinder leiden an akuter Unterernährung und täglich verhungern zwei oder mehr von 10.000 Menschen. Keine dieser Bedingungen wurde erfüllt. Für die Bevölkerung des Gazastreifens würde dies über 400 Hungertote täglich bedeuten – eine Zahl, die nicht einmal die Hamas behauptet.

6. Die „Völkermordforscher“

Omer Bartov, Professor für Holocaust- und Genozidstudien an der Brown University, erklärte in der New York Times: „Ich bin ein Völkermordforscher. Ich erkenne es, wenn ich es sehe.“ Im Dezember 2024 – Monate vor Kriegsende – beschuldigte er Israel erstmals des Völkermords. Dennoch nahm die Bevölkerung des Gazastreifens während des gesamten Konflikts zu, da Israel kontinuierlich Zivilisten aus den Kampfgebieten evakuierte. Völkermord erfordert die Absicht zu vernichten; Israels Absicht war es zu schützen. Wie Salo Aizenberg, Vorstandsmitglied von HonestReporting, trocken bemerkte, „braucht man lediglich eine Kreditkarte, um Mitglied der International Association of Genocide Scholars zu werden.“

7. Das falsch interpretierte IGH-Urteil

Im Mai 2024 ordnete der Internationale Gerichtshof an, dass Israel alle Aktionen in Rafah einstellen solle, die die vollständige oder teilweise Vernichtung des palästinensischen Volkes zur Folge haben könnten. Große Medien – BBC, CNN, NBC, Newsweek – berichteten jedoch fälschlicherweise, es handle sich um ein generelles Verbot der israelischen Rafah-Operation. Die israelischen Streitkräfte griffen ein, zerstörten die letzte Hochburg der Hamas und der vermeintliche „Verstoß“ blieb aus.

8. Die „zurückhaltende“ Hamas

Am Vorabend des Angriffs vom 7. Oktober bezeichnete Israels Nationaler Sicherheitsberater Tzachi Hanegbi die Hamas selbstbewusst als „zurückhaltend“. In einem privaten Gespräch am Nachmittag des 6. Oktober stellte er fest, dass sich die Hamas aus den jüngsten Zusammenstößen Israels mit dem Islamischen Jihad herausgehalten und sich darauf konzentriert habe, mehr Arbeiter aus dem Gazastreifen nach Israel zu schicken. Sechzehn Stunden später marschierte die Hamas ein.

Hanegbi – der diese Woche von Premierminister Netanjahu entlassen wurde – hatte Ma‘ariv im September 2023 auch gesagt: „Ich sehe unsere Feinde nicht kampfbereit, nicht im Libanon, nicht im Gazastreifen und nicht in Syrien.“

9. Hat die Hamas Stabilität dem Jihad vorgezogen?

Der Historiker und ehemalige stellvertretende Minister Michael Oren schrieb nach der Operation Shield and Arrow im Mai 2023, die Hamas habe „soziale und finanzielle Stabilität dem Jihad vorgezogen“. In Wirklichkeit war die „Zurückhaltung“ der Hamas eine strategische Täuschung – ein Vorspiel zum 7. Oktober. Die Ruhe war kein Frieden, sondern Vorbereitung.

10. Der Unheilsprophet

Im Mai 2025 sagte der New York Times-Kolumnist Thomas Friedman voraus, Israel bereite sich auf eine „erneute Invasion in den Gazastreifen“ und eine „fortschreitende Annexion“ im Westjordanland vor. Seine Schlagzeile lautete: „Diese israelische Regierung ist nicht unser Verbündeter.“ Sechs Monate später erklärte Präsident Trump den Krieg für beendet. Es gab keine Annexion, keine Massenvertreibung – nur eine weitere gescheiterte Prophezeiung der Zeitung, die selten etwas lernt.

Das Muster: Expertise ohne Verantwortung

Von Generälen bis zu Journalisten, von UNO-Beamten bis zu Akademikern ist das Muster dasselbe: Selbstüberschätzung, Verzerrung und mangelnde Verantwortung, wenn die Erzählungen der „Experten“ zusammenbrechen.

Ben-Gurions Rat gilt nach wie vor: Wenn ein Experte darauf besteht, dass etwas nicht möglich ist – oder Schrecken erfindet, die es nie gab –, ist es Zeit, einen anderen Experten zu suchen.


Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten