Original: einarschlereth.blogspot.de
Hat Russland die Grenze seiner diplomatischen Toleranz der US- und seiner NATO- Alliierten erreicht? Moskaus Erklärung in dieser Woche, mit der Entsendung von Lang-Streckenbombern in den Golf von Mexiko – Amerikas eigenen Hinterhof – deutet das an.
Dieser Zug erscheint als rücksichtsloses Schraubenanziehen bei den Spannungen zwischen den Rivalen des Kalten Krieges. Die russischen strategischen Tupolev Bomber können atomare Gefechtsköpfe tragen, und wie erwartet, hat die Entscheidung, das Karibische Meer zu patroullieren von Washington eine scharfe Antwort erzeugt, die Moskau vor Risiken warnte.
Aber erstens ist es nicht Russland, das etwas Illegales tut. Es hat ein Recht, mit Kriegsflugzeugen in welchem internationalen Luftraum auch immer zu fliegen, wie es alle Länder tun, um Trainingsmanöver zu absolvieren.
Selbst Washingtons Beamte haben knurrend zugegeben, dass Russland das Recht habe. Der Christian Science Monitor zitierte den Pentagon-Sprecher Oberst Steve Warren, der sagte, dass „Russland ein Recht hat, im internationalen Luftraum zu fliegen“.
Doch können wir sicher sein, dass die Falken in Washington wütend sein werden und dies als Wladimir Putins „Unverschämtheit“ ansehen werden, Kriegsflugzeuge in unmittelbare Nähe der USA zu schicken. Für die de facto US-Kriegspartei aus Republikanern und Demokraten bestätigt dieser neue russische Schachzug ihre Anklagen, dass Putin versucht, „die Muskeln der Sowjetära“ zu spannen. Oder, wie der amerikanische NATO-Befehlshaber General Philip Breedlove es ausdrückte, Russland „schicke die Botschaft, dass es eine große Macht ist“.
Das ist ein typisch arrogantes Missverständnis Washingtons der Situation. Es ist nicht Putin, der provokativ ist oder mit expansionistisches Ambitionen daherkommt. Es ist einfach so, dass Russland der USA ihre eigene Medizin zu schmecken gibt und in einer Sprache, die von den arroganten Kriegshetzern in Washington verstanden wird.
Seit dem Fall der Sowjetunion 1991 hat die US-geführte NATO eine unaufhörliche Kampagne der Einkreisung von Russland geführt. In völliger Missachtung der bindenden Abkommen, wie dem Gründungsakt zwischen NATO und Russland 1997, ist die US-Militärallianz bis an die russischen Grenzen mit Kriegsflugzeugen, Kriegsschiffen, Raketen und Truppen vorgestoßen. Es ist Washington, das drohend expansionistisch ist, nicht Russland.
Die Destabilisierung der ehemaligen Sowjetrepublik Ukraine, um ein illegales, anti-russisches Regime einzusetzen, das die russisch-ethnische Bevölkerung im Osten des Landes massakriert – trotz eines angeblichen Waffenstillstandes – ist von Moskau als eine rote Linie angesehen worden.
Washington hat militärische Hilfe an das Regime in Kiew geschickt und sein Training von neo-Nazi-Brigaden verstärkt, die in Menschenrechtsverbrechen gegen das Volk von Donetsk und Lugansk verwickelt sind – einfach nur, weil es sich weigert, den illegalen Regime-Wechsel in ihrem Land anzuerkennen.
Die jüngsten Reports dieser Woche sagen, dass das Kiew-Regime eine Eskalation seiner militärischen Angriffe auf die Ostregion in Verletzung des Waffenstillstandes, den es am 5. September unterzeichnete, vorbereitet. Vergangene Woche hat es willentlich Donetsk beschossen und zwei Jugendliche getötet. Dies ist nur das neueste Verbrechen einer langen Liste, das von dem West-gestützten Regime seit seiner Offensive im April begangen wurde.
Jene Offensive erfolgte nur Tage nach dem geheimen Besuch des CIA-Direktors John Brennan in Kiew zu einem Treffen hinter verschlossenen Türen mit dem sogenannten Premierminister Arseni Yatsenjuk, der von der Bevölkerung im Osten als „Untermenschen“ sprach, die „gesäubert“ werden müssten. Seit dem siebenmonatigen vom Westen voll unterstützten Staatsterrorismus Kiews sind 4000 Leute getötet worden und bis zu einer Million Flüchtlinge geworden.
Doch angesichts dieser Aggression stellen Washington und seine NATO-Alliierten in Europa ständig die Realität auf den Kopf und klagen Russland an, den Konflikt anzuheizen, den sie selber hochfahren mit Handels-Sanktionen als Strafe.
Mit der servilen Hilfe der gesamten Westmedien hat Washington, seine europäischen Lakaien und das Marionetten-Regime in Kiew schamlos Stories erfunden von russischen Streitkräften, die die Ukraine invadieren. Bilder von Armee-Konvoys werden wieder und wieder gezeigt ohne nachprüfbare Daten oder Orte. Auf Basis von NATO-Lügen und empörender Doppelzüngigkeit hat Russland angeblich die ukrainische Souveränität verletzt.
In dieser Woche wiederholte der russische Sprecher des Außenministeriums Alexander Lukaschewitsch erneut Moskaus Verneinung, dass es Truppen oder militärische Ausrüstung in die Ostukraine geschickt habe. Er sagte zu den Behauptungen: „Statt Fakten zu liefern, sind alles, was sie geliefert haben, unbegründete Anklagen. Es wäre weit besser, Fragen an die westlichen Beamten zu stellen, die solche Erklärungen abgeben, um Spannungen zu erzeugen und ihre Handlungen zu rechtfertigen.“
Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums Igor Konaschenkow war direkter. Er sagte: „Wir haben bereits aufgehört, auf die unbegründeten Erklärungen des Oberkommandierenden der NATO in Europa, General Philip Breedlove, zu hören, dass er russische Militär-Konvoys „gesehen“ habe, die in die Ukraine einmarschieren“.
Es scheint, dass Moskau es endlich müde geworden ist, normale diplomatische Gespräche mit den idiotischen Amerikanern und ihren europäischen Marionetten zu führen. Putin hat wohl Obama kurz auf der APEC-Konferenz getroffen und auf dem G20-Gipfel in Australien, aber es ist berichtet worden, dass der russische Führer kein Gespräch mehr aus dem Weißen Haus entgegennimmt – zum Kummer von Obama.
Wenn man es mit einem irrationalen, arroganten Schikaneur zu tun hat, ist die einzige Sprache, die er versteht, aggressive Gewalt. Russland hat das Recht, seine Patrouille-Flugzeuge nahe der USA zu platzieren. Schließlich haben US- Kriegsflugzeuge dies nahe der russischen Grenzen seit Jahren gemacht. Nur glaubt die arrogante, außergewöhnliche Nation, sie habe das Recht, das ohne Konsequenzen zu tun. Und keine noch so große Menge an diplomatischer Argumentaion wird auf ein arrogantes Monster Eindruck machen.
Anders gesagt, mit vergeblicher Diplomatie zu plänkeln und nicht auf Washingtons Kraftmeierei zu reagieren – das wäre eine verantwortungslose Option. Einen Schikaneur darf man nicht ermutigen. Stattdessen mus man ihn stellen und zurückstoßen.
Quelle: http://einarschlereth.blogspot.de/2014/11/russland-spricht-die-sprache-die.html
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