Was ist die Schilddrüse – einfach erklärt
Die Schilddrüse (lateinisch Glandula thyreoidea) ist eines der wichtigsten hormonbildenden Organe. Sie wiegt etwa 18 bis 25 Gramm und versorgt den Körper mit den beiden Schilddrüsenhormonen Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4). Für deren Bildung wird Jod benötigt.
Die Hormone der Schilddrüse übernehmen wichtige Aufgaben und beeinflussen den gesamten Körper – beispielsweise den Stoffwechsel, das Herz-Kreislauf-System, die Körpertemperatur und die Psyche. Über die Menge und den Zeitpunkt ihrer Ausschüttung entscheidet im Wesentlichen das Gehirn, genauer gesagt das Hormon Thyrotropin (TSH), das in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildet wird.
Die Ausschüttung von TSH wird dabei an den jeweiligen Bedarf angepasst: Bei einem Überschuss an Schilddrüsenhormonen wird die Hormonproduktion gedrosselt. Bei einer geringen Menge gibt die Hypophyse hingegen das Signal, die Produktion zu steigern.
Wo liegt die Schilddrüse?
Die Schilddrüse befindet sich an der Vorderseite des Halses. Von der Form und Größe her ähnelt die Schilddrüse einem Schmetterling. Sie besteht aus zwei Flügeln, die sich unterhalb des Kehlkopfes um die Luftröhre legen. In der Mitte sind die Flügel durch eine Gewebebrücke verbunden.
Am oberen und unteren Rand der Schilddrüsenflügel sitzen die Nebenschilddrüsen – winzige Drüsen, die die Ausschüttung des sogenannten Parathormons steuern. Dieses Hormon reguliert die Calciumkonzentration im Blut und beeinflusst zudem die Muskel- und Nervenfunktion.
Welche Aufgaben hat die Schilddrüse?
Mit der Produktion der beiden Schilddrüsenhormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) übernimmt die Schilddrüse viele wichtige Aufgaben und Funktionen.
Zu den wichtigsten Aufgaben der Schilddrüse gehört die Bildung von Schilddrüsenhormonen. Diese Hormone gelangen über das Blut in den Körper und wirken als Botenstoffe. Auf diese Weise beeinflussen sie die verschiedensten Körperfunktionen. Hierzu gehören unter anderem:
- das Herz-Kreislauf-System und der Blutdruck
- der Wärmehaushalt
- der Energiestoffwechsel
- das Körpergewicht
- die Psyche und Hirnaktivität
- die Muskelfunktion und das Nervensystem
- der Schlaf-Wach-Rhythmus
- das Wachstums von Ungeborenen und Kindern
- der Energiestoffwechsel
Für die Hormonproduktion und eine optimale Schilddrüsenfunktion wird Jod benötigt. Jod ist ein essenzielles Spurenelement, das vom Körper nicht selbst gebildet werden kann und über die Ernährung aufgenommen werden muss. Für eine optimale Funktion der Schilddrüse ist es daher wichtig, dass ausreichend Jod zur Verfügung steht.
Welche Schilddrüsenhormone gibt es?
Zu den wichtigsten Schilddrüsenhormonen gehören:
- Trijodthyronin (T3)
- Thyroxin (T4)
Die Schilddrüsenhormone Thyroxin und Trijodthyronin sind jeweils an vier beziehungsweise drei Jodatome gebunden. Für ihre Herstellung benötigt die Schilddrüse deshalb Jod sowie die Aminosäure Tyrosin. Von dem Schilddrüsenhormon Thyroxin werden täglich etwa 80 bis 100 Mikrogramm produziert. Die Menge an Trijodthyronin ist mit einem täglichen Anteil von etwa 10 bis 50 Mikrogramm deutlich geringer.
Bei Bedarf werden die Hormone in das Blut abgegeben: Von dort aus gelangen sie mithilfe von Eiweißen zu den jeweiligen Organen. Schilddrüsenhormone fungieren dabei als „Motor des Körpers“: Bei einer erhöhten Ausschüttung läuft der Körper buchstäblich auf „Hochtouren“. Ist hingegen zu wenig vorhanden, arbeitet er auf „Sparflamme“.
Neben den beiden Schilddrüsenhormonen produziert die Schilddrüse außerdem das Hormon Calcitonin. Dies ist ein Botenstoff, der den Calcium- und Knochenstoffwechsel unterstützt.
Was ist eine Schilddrüsenüberfunktion?
Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) werden die beiden Schilddrüsenhormone Tyroxin und Trijodthyronin in gesteigertem Maße produziert. Dadurch werden sämtliche Funktionen, auf die die Schilddrüse Einfluss nimmt, in erhöhtem Maße ausgeführt.
Die häufigste Ursache für eine Schilddrüsenüberfunktion ist Morbus Basedow – eine Autoimmunerkrankung, die zu einer übersteigerten Stimulation der Schilddrüse beiträgt. Oft geht eine Überfunktion mit einer Vergrößerung der Schilddrüse, auch Struma (Kropf) genannt, einher.
Zu den Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion gehören unter anderem:
- hoher Blutdruck
- schneller Puls
- Herzrasen
- Herzrhythmusstörungen
- Haarausfall
- Muskelschmerzen, Muskelschwäche
- Gereiztheit, nervöse Unruhe
- Schlafstörungen
- Durchfall
- Heißhunger
- Gewichtsverlust
- allgemeine Schwäche
Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion?
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) produziert die Schilddrüse weniger Hormone als der Körper normalerweise benötigt. Dadurch trägt eine Schilddrüsenunterfunktion zu einer Verlangsamung des Stoffwechsels bei.
Typische Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion können unter anderem sein:
- trockenes, sprödes Haar
- Müdigkeit
- Antriebslosigkeit
- verminderte Leistungsfähigkeit
- Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
- trockene Haut
- depressive Verstimmungen
- Gewichtszunahme
Ernährung für die Schilddrüse: Welches Essen für die Schilddrüse?
Die Schilddrüse benötigt Jod, um Hormone zu produzieren. Aus diesem Grund sollte die Ernährung ausreichend Jod enthalten. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) liegt die empfohlene Tageszufuhr für Erwachsene bei 150 Mikrogramm, für Schwangere und Stillende bei 220 und 230 Mikrogramm.
Die folgenden Lebensmittel können aufgrund ihres Jodgehaltes die Schilddrüse unterstützen:
- jodiertes Speisesalz
- Seefisch (Seelachs, Kabeljau, Scholle)
- Meeresfrüchte
- Algen
- Milch
- Milchprodukte
- Eier
Welche Mikronährstoffe sind wichtig für die Schilddrüse?
Es gibt bestimmte Nährstoffe, die die Funktion der Schilddrüse unterstützen können. Von besonderer Bedeutung ist Jod, da es für die Bildung von Schilddrüsenhormonen notwendig ist. Auch Selen spielt eine Rolle: Es ist Bestandteil bestimmter Enzyme, die an der Umwandlung der Schilddrüsenhormone im Körper beteiligt sind. Beide Mikronährstoffe tragen somit zu einer normalen Schilddrüsenfunktion bei.
Darüber hinaus tragen Antioxidantien wie Vitamin C und E dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Gerade beim Stoffwechsel der Schilddrüse können viele freie Radikale anfallen.
Weitere Mikronährstoffe, die Ärzte und Therapeuten für eine gesunde Schilddrüse im Blick haben, sind:
- Eisen
- Vitamin D
- Vitamin A
- B-Vitamine
- essenzielle Aminosäuren