
Naturkitsch. Stadtpark Lichtenberg, Rummelsburger Bucht, Spiegelungen, ganz schlimm.

Wieso haben eigentlich alle was gegen Koniferen? Die sähen langweilig und friedhofsmäßig aus. Ja und? Sind Friedhöfe keine wunderbaren Oasen der Ruhe und Einkehr? Meine Koniferen sind auch alles andere als eintönig. Vier verschiedene Sorten der kiefernartigen Nacktsamer drängen sich nebeneinander zu einer undurchdringlichen Mauer, filigran gefiedert, ruppig bewedelt, konisch streng oder pyramidal, fuchsschwänzig elegant oder filzig verbuscht, jedenfalls allesamt alt und groß. Zu groß nach dem Deutschen Kleingartengesetz von 1913, das zum öffentlichen Raum, also den Wegen hin, eine Heckenhöhe von 1,25 m vorschreibt. Deshalb müssen ihre schon ziemlich knorrigen Auswüchse jedes Jahr aufs Neue gestutzt werden. Erlaubt ist das aus Vogelschutzgründen nur im Herbst und Winter. Dazu braucht’s eine elektrische Heckenschere, ich leih mir die gerne mit Mann dran aus. Der rasiert meine winterharte Sichtblende in Façon, bis sie wie Grace Jones aussieht. Umwerfend würzig ist dabei der Duft des frischen Koniferenschnitts. Allein dafür haben sie (trotz des in ihnen überwinternden Gitterrosts) einen Ehrenplatz bei mir verdient. Übrigens sollen sogar die als tantenhaft verunglimpften (was ist eigentlich so schlimm an Tanten?) Hortensien mit ihren rosa-hellblauen Blütenbällen wieder in Mode kommen. Zumindest steht das im Gartenfreund, unserer allmonatlichen Vereinszeitschrift, und die hat den grünen Daumen am Puls des Gärtnerbedarfs.