Archiv der Kategorie: Allgemein

brennnesseln (und invasoren wie das springkraut)

ostkreuz januar 2021

das wären die Brennnesseln, ausm Oktober, letzte Kolumne dort, die eigentliche Fassung enthielt Götter, Schmiede und saufende Kerle ums Feuers, auch Mars, Text muss ich suchen, auf dem pad klappt das ja noch arg umständlich mit Fotos hochladen und allem auf diesem neuen editor und der alte geht auch nicht wie früher, herrje, immer muss ich neues lernen…

Das also die Brennnesseln und das

https://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2020-10/samen-sammeln-brennnesselsamen-birnensamen-vitamine-mineralstoffe

und das waren die Invasiven

https://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2020-08/wildkraeuter-gartenkraeuter-invasiv-springkraut-pflanzenbestimmungsapp-garten

Wurm drin (hopfen und schnecken)

Johannistag am 24. Juni, am 23.Juli ist der Komet Neowise der Erde so nah wie in 5000 Jahren wieder

Knoblauchblüte unscharf

Und ein weiterer gescheiterter Versuch, einen link einzubetten, zuerst der mit dem hopfen

https://www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2020-06/hopfen-kraeuter-spargel-knoblauch-schnittlauch-garten-gruenzeug

und jetzt der mit den schecken vom juli, menno

https://www.zeit.de/zeit-magazin/essen-trinken/2020-07/nacktschnecken-garten-salat-pflanzen-bierfallen-kompost

Invasiv

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Hübsch ist er, der Japanische Staudenknöterich,. Hier hat er die eine Seite der Uferpromenade  Stralauer Insel eingenommen, an Wasserwegen entlang verbreitet er sich am schnellsten, jede abgerissene Pflanzenzelle trägt Bausteine und Überlebenswillen zu einer neuen Pflanze in sich. Und wo der invasive Wüterich sich ansiedelt, wächst bald nichts anderes mehr. Seine Wurzeln sind mehrere Meter lang, stark wie Seile, vor allem reichen sie auch Meter tief, sind also nur mit großem Gerät auszubaggern. Im Garten bekämpfe ich ich „konservativ“, zuerst Kahlschlag, dann wöchentliches Bodenscannen, jeder Trieb, der raus guckt, wird vorsichtig tief rausgezogen. Jetzt ist erst mal Ruhe, die Zierquitten haben Platz, um zu fallen.

Neue Feinde

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Seit einer Weile verfolge ich die Veröffentlichungen einer Gartengruppe. Dort sind ziemliche Dogmatiker am Werk, denen zufolge man grundsätzlich alles wachsen lassen soll und jeder Eingriff in Wildwuchs verpönt ist, was dem Prinzip des Gärtnerns, also des Hegens eines umfriedeten Gartens als Ort der gestalteten Natur, ja eigentlich widerspricht. Dort erfahre ich komischerweise lauter interessante Sachen über fiese Pflanzen. Eine Gärtnerin freut sich dort etwa über eine prächtig wachsende Rotbeerige Zaunrübe. Die ist sehr giftig, überwucherte bei mir die riesige alte Brombeerhecke des Nachbarn mit  ihren meterlangen Treiben, denen man beim wachsen quasi zugucken konnte. Musste ich mit Stumpf und Stiel ausrott.., äh ausgraben. Und im Müllsack entsorgen. Seit neuesten hab ich den bambusartigen, meterhohen Stengel mit im Sommer tellergroßen  Blättern am Zaun zum Nachbarn als Japanischen Staudenköterich (Knöterich) identifiziert. er breitet sich zwischen zähen und auch gerne alles zart umwürgenden Hopfentrieben unter der stacheligen wilden Quitte aus, die gerade so knallig korallenrot blüht, von Bienen umschwärmt ist und im Spätsommer feinste Einmachfrüchte trägt. Der Japaner, lerne ich, ist invasiv, brutal dominant, er verdrängt in wenige Jahren alles andere, kurzum er gehört raus. Denkste. Seine bis zu zwei Meter tiefen Wurzeln bilden ein zähes Rhizom, das legendäre widerständigste Wurzelgeflecht, und jedes abgerissenen Teil  und jede Zelle will wieder eine neue Pflanze bilden, die als meterhoher Stengel mit riesigen Blättern in die Höhe wachsen will. Nicht auf den Kompost! Wie der Giersch. Und die Zaunrübe, die aber übrigens die Alraune ist, was bekanntlich eine Hexen- und Zauberpflanze ist. Die jungen Sprossen – des Staudenknöterichs – gedünstet, seien bedingt essbar. Nur durch jahrelanges Rausrufen lasse sich das Monster ermüden, wenn überhaupt. Abdecken mit schwarzen Folie über Jahre ist auch keine Lösung. Wieso find ich in letzter Zeit immer neue Feinde? Als nächstes: die Kermesbeere (Phytolacca), ein Geschenk des anderen Nachbarn, wächst krautig, verändert sich von weißer Blüte zur dunkelroten Beerenrispe ganz hübsch, kann stehen bleiben, ist zwar bisschen giftig, kann Hautausschlag verursachen, auch invasiv, aber irgendwie auch eine alte Arznei gegen Gicht. Den Stechapfel (Datura stramonium), ein weiß blühend fein duftendes Nachtschattengewächs, hab ich jetzt noch nicht bei mir entdeckt. Schade eigentlich. Kann Hautreizungen auslösen. Schön auch die Kreuzblättrige Wolfsmilch, (Euphorbia lathyris), auch Wühlmaus-Wolfsmilch, Spring-Wolfsmilch, Springkraut, Hexenkraut oder Giftkraut genannt, ebenfalls ein Einwanderer aus Asien. Die attraktive, bis zu anderthalb Meter große attraktive Zierpflanze, sehr apart anzusehen, ist schon hochgiftig und sollte beim Aussamen am allzu wüsten Vermehren gehindert werden. Die hab ich auch schon gesehen bei mir. Ist da gerade eine Verschwörung am Werk, oder sollt ich mal meinen negativen Blick überdenken? Hallo Feind?

Des-Orientierung*

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Über diesen speziellen Ort darf ich nicht zu konkret schreiben, schon um ihn nicht zu verraten. Das Versteck  ist nämlich ganz nah.  Im letzten Sommer hab ich dort mal mit Lieblings-Kollegin X. eimerweise Kirschen geerntet und entsteint. Fast alle waren verwurmt, in der Nacht drauf träumten wir von Madenattacken. Es soll an die 600 giftigen Pflanzen in diesem Garten hier geben, Toxi hat sie alle gepflanzt. So heißt sich der Gärtner dieses verwunschen Giftpflanzengartens. Das Gelände liegt am Bahndamm der Ringbahn, vergiftetes Brachland lange bevor Toxi es kultivierte und zu einem Zaubergarten bepflanzte, das Tor ist offen, es gibt eine Bar, Gartenmöbel und sommerabends dann Kunstdarbietungen. (*Des-Orientation hieß die vom deutschen Kurator René Block ausgerichtete Biennale von Istanbul 1995, bei der sowohl auf unseren westzentristischen Orientalismus als auch auf die mehrfachen Nationalitäten der Künstler anspielte.)