A…H

Die fünf Design-Elemente oder auch mikrostrukturellen Elemente beschreiben jede Interaktion in Gruppen. Immer wenn wir in Interaktion treten sind folgende fünf Elemente definiert: 1.Einladung, 2.Aufbau von Raum und Materialien, 3.Einbindung der Teilnehmenden, 4.Konfiguration der Gruppe, 5.Ablauf und Dauer.
Die Einladung (mikrostrukturelles Element) gibt die Art der Interaktion und eine Aufgabe vor. Beispielsweise: „Tausche dich zu folgenden Fragen aus: ‚Warum bist du heute hier? Was bist du bereit zu geben?'“
Ein Facilitator gibt den Rahmen für eine Interaktion vor und möglichst nicht den Inhalt. Selbst unter LS prägt ein Facilitator den Inhalt und die Ergebnisse allerdings mindestens durch die Auswahl der LS und der Einladungen.
FOMO: Fear of missing out – die Angst, etwas zu verpassen.
FTW: For the win – „… ist das Beste!“

Die großen Fünf (Big Five) Mikrostrukturen sind oft hinderliche Interaktionsstrukturen, die entweder zu stark (Präsentation, moderierte Diskussion, Statusrunde) oder zu schwach strukturiert (offene Diskussion, Brainstorming) sind, um alle zu beteiligen und das Potenzial der Gruppe für eine gemeinsame Herausforderung zu nutzen.
Hilfemuster Geführtes Entdecken: Mein Gegenüber unterstützt mich, selbst Einsichten zu gewinnen und Lösungen zu finden. Statt Antworten und Lösungen vorzugeben, lenkt es behutsam meine Aufmerksamkeit auf bestimmte Fragen, Aspekte oder Möglichkeiten, die ich selbst erforschen kann. Mein Gegenüber erreicht das dadurch, dass es mir Fragen stellt, die zum weiteren Nachdenken anregen und mich ermutigen, eigene Schlüsse zu ziehen; dass es mit Hinweise oder Anstöße bietet, in die richtige Richtung zu gehen; dass es mein Selbstvertrauen durch positive Rückmeldungen fördert; und dass es mich in kleinen machbaren Schritten begleitet, so dass ich selbst die Kontrolle über mein Vorgehen behalte.
Hilfemuster Gemeinsames Formen: Mein Gegenüber und ich arbeiten kooperativ auf Augenhöhe und gestalten und entwickeln unsere Ideen und Äußerungen gemeinsam. Beide Seiten bringen ihre Ideen, Gedanken und Vorschläge zusammen und schaffen etwas Neues. Beide reagieren auf Vorschläge und Bedürfnisse, und geben ihre Impulse und Inspirationen wieder, so dass ein produktiver Dialog entsteht. Die Rollen sind dabei flexibel, mal führr der eine, mal die andere. Fortschritte werden bewusst durch wertschätzendes, positives Feedback bemerkt und durch Ausrufe wie „Ja genau! Und außerdem …“ weitergeführt.

Fünf Hilfemuster stille Präsenz, geführtes Entdecken, liebevolle Provokation, gemeinsames Formen und strukturelle Bewusstheit– entliehen aus der Liberating Structure Helping Heuristics – erlauben uns, auszudrücken, welche Art von Hilfe oder – genauer – Haltung wir uns von unserem Gegenüber wünschen.
I..R
Ein Immersion Workshop ist ein Workshopkonzept von Keith McCandless und Henri Lipmanowicz und ist dazu gedacht, um Liberating Structures in neue Communities einzuführen und dabei oft auch lokale Akteure im Entwurf und der Moderation der Workshops mit einzubinden. Diese Akteure werden dann meist Superspreader der LS in ihrem Umfeld.
Komplexe Herausforderungen sind Herausforderungen, die durch ausprobieren, Resultate betrachten, Vorgehen anpassen gelöst werden können. Die Lösung ist vorher nicht bekannt und ein passender Lösungsansatz muss gemeinsam entwickelt werden.
Liberating Structures sind Mikrostrukturen, die für die Sinnstiftung bei komplexen Herausforderungen erschaffen wurden. Sie stellen unter anderem einen Gegenentwurf zu den großen Fünf Mikrostrukturen dar.
Hilfemuster Liebevolle Provokation: Mein Gegenüber weist mich liebevoll auf Aspekte hin, die ich selbst nicht sehe oder sehen kann. Es fordert mich sanft, aber bewusst heraus und holt mich aus meiner Komfortzone, spiegelt mir meine eingefahrenen Denkmuster und eröffnet mir ungewohnte Perspektiven. Die Provokation ist nie verletzend, sondern immer auf Wachstum und Erkenntnis ausgerichtet. Mein Gegenüber erreicht das dadurch, dass es unerwartete Fragen stellt, mich freundlich und huorvoll auf meine eigenen Blockaden hinweist und deutlich seine Haltung von Verständnis und Mitgefühl statt Kritik und Ungedzuld dabei zeigt.
Mikrostrukturen sind Interaktionsmethoden, die durch die fünf mikrostrukturellen Elemente definiert sind.
S..Z
Sinnstiftung ist ein passendes Vorgehen im komplexen Umfeld, das darauf abzielt, zu verstehen, zu hinterfragen, aufzudecken, Zusammenhänge zu erkennen, kollektive Bewusstheit zu schaffen. Mögliche Fragestellungen sind beispielsweise: Was bedeutet das für uns? Was fehlt? Was könnte uns das sagen? Über die Organisation? Über uns? Über mich (als Führungskraft)? Was ist verwirrend? Was ist seltsam? Was ist schwer zu ertragen? Was ist schwer zu verstehen? Was in uns macht es schwer zu verstehen? Was wird dadurch bestätigt oder widerlegt? Was scheint zu fehlen?
Die Statusrunde ist eine oft lähmende Interaktionsstruktur, die eingesetzt wird, um Informationen mit anderen zu teilen. Sie kommt in verschiedenen Varianten vor, wie etwa der Projektstatusrunde, der Vorstellungsrunde oder auch die Daily Scrum. Meistens wird dieses Ziel aufgrund der Dauer, den unterschiedlichen Flughöhen und Themen der Beiträge, der eigenen Aufregung („Was erzähle ich gleich?“) nicht erreicht. Zu oft schweifen die Teilnehmenden ab und konzentrieren sich nur auf ihren eigenen Redebeitrag.
Hilfemuster Stille Präsenz: Mein Gegenüber hört mir einfach nur zu, ist präsent und empathisch und gibt mir Raum, mich auszudrücken. Mein Gegenüber geht nicht verbal auf mich ein und bietet mir keine Lösungen an. Es ist einfach nur da und unterstützt mich Geduld und Ruhe.
Strings sind eine Abfolge von Mikrostrukturen. Die Ergebnisse einer Mikrostruktur werden dabei in der nächsten Mikrostruktur aufgegriffen. Hilfreich, um größere Herausforderungen anzugehen.
Hilfemuster Strukturelle Bewusstheit: Mein Gegenüber und ich gehen auf die Metaebene und reflektieren, indem wir uns die Art und Struktur unserer Interaktion bewusst machen und gemeinsam überlegen, welches Hilfemuster oder welche Interaktionsmethode uns jetzt weiterhilft.




