Krieg in Nahost

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran erneut mit härteren Angriffen auf die Infrastruktur des Landes gedroht. Das US-Militär habe noch nicht einmal damit begonnen, das zu zerstören, was im Iran noch übrig sei, schrieb er heute auf seiner Plattform Truth Social.

„Brücken als Nächstes, dann Kraftwerke!“ Er ergänzte: „Die neue Führung des Regimes weiß, was getan werden muss.“ Und das müsse schnell geschehen. Es blieb zunächst unklar, was genau er damit meinte.

Wichtige Autobahnbrücke bombardiert

Zuvor hatten die USA eine wichtige Autobahnbrücke bei Teheran bombardiert. Das iranische Staatsfernsehen und die Nachrichtenagentur FARS berichteten unter Berufung auf den stellvertretenden Gouverneur der Provinz von acht Toten und 95 Verletzten. Die Brücke war Teil der Pendlerroute zwischen der Großstadt Karadsch und Teheran.

„Angriffe auf zivile Strukturen, einschließlich unfertiger Brücken, werden die Iraner nicht zur Kapitulation zwingen“, schrieb Araktschi auf X. Derartige Angriffe seien Ausdruck eines „moralischen Zusammenbruchs“, fügte er hinzu. Die als „B1“ bekannte Autobahnbrücke war gestern zweimal innerhalb kurzer Zeit bombardiert worden, beim zweiten Mal lief iranischen Medien zufolge ein Rettungseinsatz.

Der UNO-Sicherheitsrat soll heute über den vom Golfkooperationsrat geforderten Schutz der Straße von Hormus mit Waffengewalt abstimmen. Das hieß es gestern aus Diplomatenkreisen.

Bahrain hatte einen Resolutionsentwurf vorgelegt, demzufolge „alle notwendigen Mittel“ eingesetzt werden können sollen, um die Fahrt durch die Straße von Hormus zu gewährleisten.

Vetomächte mit starken Bedenken

Die Vetomächte Russland, China und Frankreich äußerten starke Bedenken gegenüber dem von den USA unterstützten Vorschlag. „Der Einsatz von Gewalt kann keinen Frieden bringen“, sagte etwa der chinesische UNO-Botschafter Fu Cong vor dem Sicherheitsrat. Ein Ja aus dem Sicherheitsrat käme der Legitimierung des rechtswidriger und wahlloser Gewalt gleich.

Der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Walz, sagte indes, der Vorschlag des Golfkooperationsrates habe die Unterstützung Washingtons. Einwände der Vetomächte führten zu mehreren Änderungen am Text des Resolutionsentwurfs.

Krisensitzung ohne konkrete Ergebnisse

Gestern nahmen rund 40 Staaten an einem von Großbritannien initiierten Online-Krisensitzuung zur Lage in der Straße von Hormus teil. Dabei wurde über mögliche weitere Sanktionen gegen Teheran gesprochen. Konkrete Schritte blieben jedoch vorerst aus.

Die von Teheran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen haben zum vierten Mal seit Beginn des Iran-Kriegs Israel angegriffen. Ein Huthi-Sprecher sagte gestern, es seien mehrere ballistische Raketen auf feindliche Ziele im Raum Tel Aviv abgefeuert worden.

Die israelische Armee hatte zuvor erklärt, eine aus dem Jemen in Richtung Israel abgefeuerte Rakete identifiziert zu haben. Abfangsysteme seien im Einsatz, hieß es in einer Mitteilung. Am Mittwoch hatte die Huthi-Miliz im Jemen den bisher dritten Raketenangriff auf Israel verkündet, die Rakete wurde abgefangen.

Die Miliz ist wie die Terrororganisation Hamas im Gazastreifen und die Hisbollah im Libanon Teil der iranischen „Achse des Widerstands“. Deren erklärtes Ziel ist die Vernichtung Israels. Am vergangenen Samstag hatte die Huthi-Miliz ihren Eintritt in den Iran-Krieg verkündet.

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben einen weiteren ranghohen iranischen Kommandanten getötet. Bei dem Angriff in der iranischen Hauptstadt Teheran sei Dschamschid Eshaghi in dieser Woche ums Leben gekommen. Er sei Kommandant des „Öl-Hauptquartiers“ der iranischen Streitkräfte gewesen, hieß es gestern weiter in der Mitteilung.

Dieses ermögliche dem iranischen Machtapparat die Fortsetzung seiner Aktivitäten und seines militärischen Aufbaus durch Gewinne aus Ölverkäufen.

Eshagi sei auch für die Bereitstellung finanzieller Mittel für Verbündete des Iran in der Region verantwortlich gewesen, darunter die libanesische Hisbollah sowie die Huthi-Miliz im Jemen. Eshaghi war auf einer Sanktionsliste des US-Finanzministeriums aufgelistet und dort als weltweit agierender Terrorist eingestuft.

Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Rekrutierung von Kindern ab zwölf Jahren für militärische Einsätze an Checkpoints und bei Patrouillen im Iran als schwere Verstöße gegen die Kinderrechte und das humanitäre Völkerrecht.

„Die Rekrutierung und der Einsatz von Kindern in bewaffneten Konflikten stellen ein Kriegsverbrechen dar“, erklärte Amnesty International gestern.

Verifizierte Fotos, Videos und Augenzeugenberichte zeigen laut Amnesty bewaffnete Kinder an Checkpoints der Revolutionsgarde und auf Patrouillen, teilweise mit AK47-Sturmgewehren. Über die Basidsch-Milizen des IRGC können Kinder bereits unter 15 Jahren formell eingebunden werden.

„Behörden missbrauchen Kinder“

„Die iranischen Behörden missbrauchen Kinder für militärische Zwecke und bringen sie wissentlich in Lebensgefahr“, sagte Erika Guevara-Rosas, Recherchedirektorin von Amnesty International.

Der elfjährige Aliresa Dschafari etwa sei bei einem Drohnenangriff an einem Checkpoint in Teheran ums Leben gekommen. Die Behörden bestätigten, dass das Kind „im Dienst“ war. Seine Mutter berichtete, der Vater habe wegen Personalmangels an Kontrollposten seine Söhne mitgenommen.

Amnesty International fordert die iranischen Behörden auf, die Rekrutierung von Minderjährigen unverzüglich zu stoppen, allen Personen unter 18 Jahren den Militärdienst zu verbieten und bereits rekrutierte Kinder umgehend freizustellen. Der Iran sei Vertragsstaat der UNO-Kinderrechtskonvention.

Ausland

Inmitten des Iran-Kriegs hat US-Verteidigungsminister Pete Hegseth Armeechef Randy George zum Rücktritt gedrängt. Ein US-Regierungsvertreter bestätigte gestern einen entsprechenden Bericht des US-Senders CBS. Der General sei aufgefordert worden, in den sofortigen Ruhestand zu gehen.

Die Gründe dafür sind unklar. CBS berichtete aber unter Berufung auf informierte Kreise, Hegseth wolle einen General auf dem Posten, der seine Vision und die Vision von US-Präsident Donald Trump vom Heer teile. George war von Trumps Vorgänger Joe Biden an die Spitze der Landstreitkräfte berufen worden.

Seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit sind zahlreiche ranghohe Militärvertreter ausgetauscht worden. So wurde im Februar 2025 Generalstabschef Charles „CQ“ Brown ohne Angabe von Gründen gefeuert.

Ausgetauscht wurden auch die Spitzen von Marine, Küstenwache und des Geheimdienstes NSA. Die oppositionellen Demokraten warnen vor einer politischen Vereinnahmung der traditionell neutralen US-Streitkräfte.

Die kubanische Regierung hat eigenen Angaben nach mehr als 2.000 Gefangene begnadigt. Es handle sich um eine humanitäre Geste während der Karwoche, teilte die kommunistische Regierung heute auf X mit.

Unter den Begnadigten seien junge Menschen sowie über 60-Jährige, Frauen und Ausländer. Nicht entlassen werden sollen unter anderem Sexualstraftäter oder Mörder. Weitere Details nannte die Regierung zunächst nicht. Unklar war, ob politische Gefangene dabei waren.

Starke Spannungen mit USA

Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund starker Spannungen mit den USA. Kuba steckt seit Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise, die seit drei Monaten durch ein US-Ölembargo dramatisch verschärft wird. Washington fordert unter anderem immer wieder die Freilassung von Häftlingen und hatte zuletzt den Druck auf Kuba erhöht, wirtschaftlichen und politischen Veränderungen zuzustimmen.

Bereits Mitte März hatte Havanna überraschend die Freilassung von 51 Häftlingen angekündigt – mit dem Hinweis, dies sei das Ergebnis der engen Kontakte mit dem Vatikan.

Die mit der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) verbundene Miliz Alliierte Demokratische Kräfte (ADF) hat nach gestrigen Angaben der Armee bei einem Angriff im Nordosten der Demokratischen Republik (DR) Kongo mindestens 43 Menschen getötet.

Bei dem Angriff auf den Ort Bafwakoa in Ituri, rund 300 Kilometer westlich der Provinzhauptstadt Bunia, seien zudem 44 Häuser niedergebrannt worden. Das Netzwerk Kivu Security Tracker von Analysten mit Sitz im Ostkongo sprach im Onlinedienst X von "mindestens 35 getöteten Zivilisten

Die ADF-Miliz stammt ursprünglich aus dem Nachbarland Uganda. Sie ist in den Provinzen Nord-Kivu und Ituri im Osten der DR Kongo aktiv. Die Miliz ist dafür bekannt, Frauen und Kinder zwangsweise zu rekrutieren, die unter anderem als menschliche Schutzschilde und Hilfskräfte in abgelegenen Lagern im Wald eingesetzt werden.

Vor der libyschen Küste treibt nach Behördenangaben ein manövrierunfähiger Flüssigerdgastanker unkontrolliert im offenen Mittelmeer. Eine Abschleppoperation des Tankers sei gescheitert, teilten libysche Behörden gestern mit. Das Schiff treibe nun „unkontrolliert auf See“.

Der russische Tanker „Arctic Metagaz“
Reuters/Marina Militare (Archivbild)

Das russische Gastankschiff „Arctic Mategaz“ war Anfang März vor der Küste Libyens nach Explosionen in Brand geraten. Russland wirft der Ukraine vor, das Schiff mit Wasserdrohnen angegriffen zu haben. Kiew hat den Vorfall offiziell nicht kommentiert. Die 30 Mann starke Besatzung wurde gerettet. Das Schiff ist seitdem führerlos.

Gefährliche Wetterbedingungen

Den libyschen Behördenangaben zufolge sei der Schleppvorgang gestern in den Morgenstunden aufgrund schlechter Wetterbedingungen gescheitert. Das Schleppboot sei unter den „gefährlichen“ Wetterbedingungen nicht in der Lage gewesen, den Tanker erneut zu sichern. Alle Schiffe und Marineeinheiten wurden aufgefordert, das Gebiet zu meiden.

Libyens staatlicher Ölkonzern wollte den beschädigten Tanker zunächst in einen Hafen schleppen lassen und beauftragte dafür eine Spezialfirma. Später entschied sie jedoch, das Schiff in internationale Gewässer zu verlegen.

Ukraine-Krieg

Bei neuen russischen Angriffen auf die Ukraine sind mindestens zwei Menschen getötet und zahlreiche weitere Menschen verletzt worden.

In der südöstlichen Region Cherson habe Russland mit „Artillerie, Granatwerfern und Drohnen“ angegriffen, erklärte die regionale Staatsanwaltschaft gestern. Ein 42-jähriger Mann sei getötet worden, als eine Drohne ein ziviles Fahrzeug getroffen habe. Bei Luftangriffen und Artilleriebeschuss seien außerdem 16 Menschen verletzt worden.

In der nördlich der Hauptstadt Kiew gelegenen Region Tschernihiw habe eine ballistische Rakete Gebäude eines Unternehmens getroffen, erklärte derweil die zuständige Militärverwaltung. Dabei sei mindestens ein Mensch getötet worden. Bei Angriffen auf die Stadt Druschkiwka in der ostukrainischen Region Donezk wurden laut Behördenangaben mindestens neun Menschen verletzt.

Russland hat zuletzt seine Drohnenangriffe auf die Ukraine verstärkt. Laut einer Analyse der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Zahlen der ukrainischen Luftstreitkräfte wurde die Ukraine im März von mehr Drohnen angegriffen als in jedem anderen Monat seit Beginn des Krieges im Februar 2022.

Russland hat an der Front in der Ukraine laut einer Datenauswertung im März das erste Mal seit zweieinhalb Jahren keine Geländegewinne erzielt.

Wie gestern aus einer Analyse der Nachrichtenagentur AFP von Daten des US-Thinktanks Institute for the Study of War (ISW) hervorging, gelang es ukrainischen Soldaten im vergangenen Monat, neun Quadratkilometer zurückzuerobern, während die russischen Kräfte entlang der gesamten Front an Tempo verloren.

Der Vormarsch der russischen Armee verlangsamte sich laut der Analyse seit Ende 2025 wegen Gegenoffensiven im Südosten der Ukraine: Die Armee erlangte den Daten zufolge im Jänner Zugewinne von 319 Quadratkilometern und im Februar von 123 Quadratkilometern; das waren die geringsten Geländegewinne seit April 2024.

Starlink als Faktor

Das ISW verwies zur Begründung der Entwicklungen auch auf Maßnahmen gegen die Nutzung von Geräten des Satellitennetzes Starlink durch russische Truppen in der Ukraine und „die Bemühungen des Kremls, den Zugang zu Telegram einzuschränken“. Der Messenger-Dienst ist auch bei russischen Soldaten beliebt.

Wie schon im Februar verlor Russland den Daten zufolge im südlichen Frontbereich zwischen den Regionen Donezk und Dnipropetrowsk an Boden. Ende Jänner hatte die Armee dort noch mehr als 400 Quadratkilometer kontrolliert. Dieses Gebiet schrumpfte im Februar auf 200 Quadratkilometer und im März auf 144 Quadratkilometer.

In der weiter nördlich gelegenen Region Donezk dagegen war die Lage für die ukrainische Armee zuletzt laut der Analyse vergleichsweise schwierig.

Umfassende russische Eroberungen im Vorjahr

Insgesamt eroberte die russische Armee im vergangenen Jahr in der Ukraine mehr Gebiete als in den vorangegangenen 24 Monaten. In den ersten drei Monaten dieses Jahres waren die russischen Zugewinne den Daten zufolge jedoch nur halb so groß wie im Vorjahreszeitraum.

Vier Jahre nach Beginn der russischen Ukraine-Invasion kontrolliert Moskau knapp ein Fünftel des Gebiets der Ukraine. Der Großteil davon wurde in den ersten Wochen des Kriegs erobert.

Wirtschaft

Venedig kostet seit heute wieder Eintritt, konkret zehn Euro pro Tag. An insgesamt 60 Terminen bis Ende Juli werden Kurzbesucherinnen und -besucher in der italienischen Lagunenstadt erneut zur Kasse gebeten. Bei frühzeitiger Buchung kostet der Eintritt fünf Euro.

Damit geht die umstrittene Regelung, die ursprünglich nur als Test deklariert war, bereits in die dritte Saison. Eintritt müssen alle Tagesgäste zahlen. Letzter Zahltermin ist der 26. Juli. Übernachtungsgäste bleiben weiterhin ausgenommen.

Maßnahme brachte 5,4 Mio. Euro

Vergangenes Jahr registrierten sich mehr als 720.000 Tagesbesucher, was der Stadt etwa 5,4 Millionen Euro brachte. Allerdings mogelten sich immer noch viele um den contributo di accesso – so heißt die Gebühr auf Italienisch – herum. Besonders streng kontrolliert wird bislang nicht.

Das Geld soll helfen, den Massentourismus in der Stadt mit den vielen Kanälen und Palästen besser zu steuern. Kritiker wenden ein, dass der Eintritt kaum jemanden davon abhält, nach Venedig zu kommen.

Ein Jahr nach der großen Zolloffensive von US-Präsident Donald Trump hat seine Regierung gestern mit weiteren Abgaben nachgelegt. Auf patentierte Arzneimittel werde künftig in der Regel ein Zollsatz von 100 Prozent des Warenwertes fällig, wie aus einem Dekret des Weißen Hauses hervorgeht.

Für große Unternehmen gelte das in 120 Tagen, für kleinere 60 Tage später. Mit Blick auf die Arzneizölle gilt für die EU allerdings ein reduzierter Satz von 15 Prozent. Hinsichtlich der Stahl-, Aluminium- und Kupferzölle ändert die US-Regierung ebenfalls ihre Regeln.

Regierung will Produktion in die USA holen

Der Schritt macht deutlich, dass die US-Regierung auch nach dem wegweisenden Urteil des Obersten Gerichtshofes an der aggressiven Zollpolitik festhält. Trump hatte sie zum Kernelement seiner zweiten Amtszeit gemacht. Zum einen will er mit den Zöllen mehr Produktion in die USA holen und so Arbeitsplätze sichern. Zudem sieht es seine Regierung auf Mehreinnahmen in Milliardenhöhe ab.

Besonders die hohen Arzneimittelpreise in den USA sind Trump seit Längerem ein Dorn im Auge. Neue Zölle waren deshalb bereits erwartet worden. Ausgenommen sind neben EU-Staaten auch die Schweiz und das Vereinigte Königreich, auch für Japan gilt die Ausnahme. Den Angaben zufolge können Länder ihre Zölle auch auf null senken, wenn sie entsprechende Vereinbarungen mit der Regierung treffen und mit dem Bau von Fabriken in den USA beginnen.

Änderungen bei Aluminium, Stahl und Kupfer

Zusätzlich zu den Arzneimitteln will die US-Regierung auch bei Aluminium, Stahl und Kupfer Änderungen vornehmen. „Wir haben nicht die gewünschten Zolleinnahmen erzielt, da die Welt die angegebenen Kosten für Stahlimporte nach Amerika künstlich gesenkt hat“, sagte ein hochrangiger Regierungsbeamter.

Der Zollsatz von 50 Prozent soll deshalb künftig nicht auf den Preis des Exporteurs erhoben werden, sondern auf den Preis, der auf dem amerikanischen Markt fällig wird. Für Unternehmen, die in die USA exportieren, könnte das deutlich höhere Abgaben bedeuten.

Für andere Produkte könnte der Zollsatz hingegen sogar fallen. Solange sie zu mehr als 15 Prozent aus Stahl, Aluminium oder Kupfer bestehen, wird künftig ein einheitlicher Satz von 25 Prozent fällig. Zuvor war ein 50-prozentiger Satz auf den Anteil des Produkts fällig geworden, der aus einem der Stoffe besteht, wie der Regierungsbeamte ausführte.

Nach dem niederländisch-französischen Luftfahrtkonzern Air France-KLM hat auch die Lufthansa ein Übernahmeangebot für die portugiesische Airline TAP abgegeben. „Wir bestätigen die Einreichung eines unverbindlichen Angebots für TAP Air Portugal“, sagte gestern ein Konzernsprecher.

TAP war 2020 im Zuge der Pandemie vom Staat gerettet und verstaatlicht worden. Im vergangenen September hatte Lissabon angekündigt, das Unternehmen wieder zu privatisieren und seine 49,9 Prozent Anteile zu verkaufen.

Kein Angebot von IAG

IAG, der Mutterkonzern von British Airways und Iberia, gab kein Angebot ab, nachdem er zunächst Interesse bekundet hatte. Im November hatte ein Sprecher noch erklärt, dass „TAP innerhalb der IAG ein erhebliches Potenzial birgt“. Er fügte damals hinzu, es müssten „mehrere Bedingungen erfüllt sein, bevor die IAG eine Investition anbieten kann“.

Für internationale Fluggesellschaften ist TAP vor allem wegen seiner Verbindungen nach Brasilien und ins portugiesischsprachige Afrika interessant.

Chronik

US-Schauspielerin Blake Lively (38) hat in einem Rechtsstreit mit ihrem Kollegen Justin Baldoni (42) eine Niederlage erlitten.

Ein Richter in New York wies die meisten ihrer Vorwürfe gegen Baldoni, darunter Vorwürfe sexueller Belästigung, zurück, wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht. Nur noch drei von zunächst dreizehn Punkten, darunter Vertragsbruch, sollen Gegenstand des Verfahrens sein. Der Prozessauftakt ist für Mitte Mai angesetzt.

Gegenseitige Vorwürfe

Lively („Gossip Girl“) hatte ihren Kostar Baldoni im Dezember 2024 wegen sexueller Belästigung beim Dreh von „Nur noch ein einziges Mal“ angezeigt und ihm sowie dem Produzenten Jamey Heath in einer Klage vorgeworfen, ihren Ruf zerstören zu wollen.

Baldoni („Jane the Virgin“), der bei dem Film auch Regie führte, hatte seinerseits mit einer Klage unter anderem gegen Lively und ihren Ehemann Ryan Reynolds wegen Verleumdung reagiert. Diese Klage war im vorigen November von einem Richter abgewiesen worden.

Die Romanverfilmung des gleichnamigen Bestsellers von US-Autorin Colleen Hoover dreht sich um ein Liebespaar, gespielt von Lively und Baldoni, in einer missbräuchlichen Beziehung.

Ein 20-Jähriger hat gestern Abend in einem ICE-Zug auf dem Weg nach Frankfurt mit einem Anschlag gedroht und Böller explodieren lassen. Zwölf Fahrgäste wurden laut Polizeiangaben leicht verletzt.

Die Polizei rückte mit schwer bewaffneten Beamten an, der ICE 19 wurde geräumt. Die Hintergründe des Vorfalls sind noch unklar.

Mann hatte Messer im Rucksack

Die verletzten Fahrgäste erlitten dem Sprecher zufolge unter anderem Knalltraumata. Eine Sprecherin der Bundespolizei sprach nach einer ersten Lageeinschätzung auch von „leichten, oberflächlichen Hautverletzungen“ bei Betroffenen.

Der Mann habe mit einem Anschlag gedroht und ein Messer im Rucksack gehabt, sagt die Sprecherin. Details nannte sie nicht. Zu den Motiven des Mannes wird noch ermittelt. Zuvor hatten mehrere Medien über den Vorfall berichtet.

Science

Die vier Astronauten der Mondmission Artemis 2 haben einen Tag nach ihrem Start die Erdumlaufbahn verlassen und fliegen nun Richtung Mond. Das Triebwerk der Orion-Kapsel katapultierte die Astronauten mit einem fast sechsminütigen Schub auf ihre Flugbahn zum Mond, wie der NASA-Livestream in der Nacht zeigte. „Sieht nach einem guten Schub aus“, erklärte das NASA-Kontrollzentrum in Houston.

Besatzung geht es gut

Die Astronauten meldeten sich nach dem Triebwerksmanöver, das gegen 19.49 Uhr US-Ostküstenzeit stattfand (Freitag 1.49 Uhr MESZ), zu Wort. „Der Besatzung geht es hier oben auf dem Weg zum Mond ziemlich gut“, sagte der Kanadier Jeremy Hansen. „Die Menschheit hat einmal mehr gezeigt, wozu wir fähig sind“, fügte er hinzu.

Die vier Astronauten – drei Männer und eine Frau – waren am Mittwochabend (Ortszeit) erfolgreich vom Weltraumbahnhof Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida ins All gestartet. „Den Artemis-2-Astronauten geht es großartig“, schrieb NASA-Chef Jared Isaacman danach im Onlinedienst X.

Mondlandung nicht Teil der Mission

Bei der zehntägigen NASA-Mission ist eine Umrundung des Erdtrabanten geplant, eine Mondlandung ist nicht Teil von Artemis 2. Die NASA strebt eine Landung auf dem Mond für das Jahr 2028 an. Artemis 2 soll dafür die Voraussetzungen schaffen.

Kultur

25 Jahre nach dem weltweiten Bestseller-Erfolg des Gesellschaftsromans „Die Korrekturen“ von US-Autor Jonathan Franzen kündigte Netflix gestern eine Serienadaption an. Die dreifache Oscar-Preisträgerin Meryl Streep (76) ist als Hauptdarstellerin an Bord.

Cord Jefferson, der für seine Filmsatire „American Fiction“ den Oscar für das beste adaptierte Drehbuch holte, wird die Miniserie inszenieren. Franzen (66) schreibt das Skript.

„Die Korrekturen“ (engl. Titel „The Corrections“) dreht sich um eine Familie im provinziellen Mittleren Westen Amerikas. Familienpatriarch Alfred versinkt darin zusehends in Demenz. Seine Ehefrau Enid setzt alle Energien und Überredungskünste daran, die drei erwachsenen Kinder zu einem letzten gemeinsamen Weihnachten nach Hause zu holen. Der Roman wurde vielfach prämiert und millionenfach verkauft.

Religion

Unter der erstmaligen Leitung von Papst Leo XIV. haben die Feierlichkeiten zum diesjährigen Osterfest begonnen. In der Lateranbasilika, der Kathedrale des Bistums Rom, wusch das Oberhaupt der katholischen Kirche bei einer Messe zur Erinnerung an das letzte Abendmahl von Jesus Christus als Zeichen der Demut zwölf Priestern die Füße. Zum Abschluss küsste er die Füße auch.

Papst Leo XIV. bei Feierlichkeiten zum Osterfest
APA/AFP/Filippo Monteforte

Elf der Priester hat Leo XIV. im vergangenen Jahr selbst geweiht. Der zwölfte Priester ist der Seelsorger des örtlichen Priesterseminars. „Mit seiner Geste der Fußwaschung reinigt Jesus nicht nur unser Gottesbild von den Götzenbildern und Lästerungen, die es verunreinigt haben, sondern er reinigt auch unser Menschenbild, das sich mächtig wähnt und sich groß fühlt, wenn es gefürchtet wird“, sagte der Papst.

Er rief dazu auf, dem Beispiel Jesu „der Hingabe, des Dienstes und der Liebe“ zu folgen. „Angesichts einer Menschheit, die durch viele Beispiele von Brutalität in die Knie gezwungen ist, sollten auch wir uns als Brüder und Schwestern der Unterdrückten niederknien“, erklärte der Papst.

Papst trägt Kreuz selbst

Leos XIV. Vorgänger Franziskus, der am Ostermontag vergangenes Jahres im Alter von 88 Jahren starb, war dazu zu Häftlingen in ein römisches Gefängnis gegangen. Im Unterschied zu Franziskus nimmt Leo XIV. verschiedene Traditionen der katholischen Kirche wieder auf.

Der erste US-Amerikaner als Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken wird heute auf einem Kreuzweg in der Nähe des Kolosseums auch ein großes Kreuz persönlich tragen. Am Sonntag wird er vor Zehntausenden zum ersten Mal an Ostern den traditionellen Segen „Urbi et orbi“ („Der Stadt und dem Erdkreis“) spenden.