Laut Nachrichtenagentur Reuters rechnen Fachleute mit einer leichten Erholung und rund 48.000 neu geschaffenen Jobs. Im Februar waren die Arbeitsmarktdaten überraschend schlecht: mehr als 90.000 Jobs weniger und ein leichter, aber ebenfalls unerwarteter Anstieg der Arbeitslosenquote auf 4,4 Prozent.
Das geringe Jobwachstum und der Inflationsdruck könnten US-Haushalte dazu bringen, weniger auszugeben. Investoren werden laut Reuters daher darauf achten, ob sich die durch den Iran-Krieg gestiegenen Energiepreise auf das Konsumverhalten der US-Bevölkerung auswirken. Das ist laut aktuellen Daten vom Dienstag bisher nicht der Fall. Der Umfrage zufolge stieg die Konsumlaune der US-Bürgerinnen und -Bürger im März trotz des Iran-Krieges leicht.
Weniger gut sieht es jedoch auf dem Arbeitsmarkt aus. Ebenfalls am Dienstag veröffentlichte Daten zeigten, dass die Zahl offener Stellen von Jänner auf Februar von 7,2 auf 6,9 Millionen zurückging – und das noch vor Beginn des Angriffskrieges der USA und Israels gegen den Iran.
Sorge vor Folgen von KI für Jobs
Zuletzt kamen zudem Sorgen vor möglicherweise heuer drohendem massenhaftem Jobabbau durch KI hinzu. Mehrere IT-Unternehmen haben zuletzt Tausende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gekündigt, darunter etwa des Finanztechnologie-Unternehmen Block des ehemaligen Twitter-Chefs Jack Dorsey.
Auch Meta-Chef Mark Zuckerberg begründete zuletzt Kündigungen mit KI, auch Amazon kündigte Tausende Mitarbeiter. Freilich gibt es auch Mutmaßungen, dass KI als Begründung nur vorgeschoben wird, um ohnehin geplante große Entlassungswellen mit weniger Widerstand umsetzen zu können.
Notenbank im Dilemma
Die Unsicherheit, wie es mit dem Iran-Krieg weitergeht und welche Folgen dieser für die Wirtschaft noch haben wird, erschwert auch der US-Notenbank zuverlässige Prognosen. Auf den Finanzmärkten wird laut Reuters bereits damit gerechnet, dass die Notenbank den Leitzins heuer nicht mehr senken wird. Denn der rasante Ölpreisanstieg erhöht die Risiken einer beschleunigten Inflation.
In Europa rechnen deshalb die Finanzmärkte bereits mit Zinsanhebungen durch die EZB bis Jahresende von derzeit zwei auf 2,75 Prozent. Der Preisschock durch den Iran-Krieg dürfte in den USA freilich geringer ausfallen, da das Land bei Öl und Gas autark ist.
Für die US-Notenbank wird es aber jedenfalls schwieriger, die Zinsen zu senken – doch genau das fordert wiederum Trump seit Monaten, der damit auch im anlaufenden Wahlkampf punkten will. Er hatte vor seiner Wahl die Demokraten für die – vor allem durch die Covid-Pandemie und den Ukraine-Krieg bedingte – lange extrem hohe Inflation schwer attackiert und versprochen, es selbst besser zu machen.
Trumps Inflation
Die Inflation im Februar lag bei 2,4 Prozent und damit nahe der angepeilten Marke von zwei Prozent. Doch die US-Bürgerinnen und -Bürger empfinden die Preise weiter als viel zu hoch, wie Umfragen zeigen – und es dürfte ein zentrales Thema im Wahlkampf werden. Mittlerweile ist es auch in der öffentlichen Wahrnehmung Trumps Inflation, nicht mehr die seines Amtsvorgängers Joe Biden. Trumps Umfragewerte – sie sind ein wichtiger Indikator für die Wahlchancen der Republikaner im November – sind für einen Präsidenten zu diesem Zeitpunkt seiner Amtszeit äußerst schlecht.
Zuletzt hatte die Notenbank den Leitzins weiter unverändert in der Spanne zwischen 3,50 Prozent und 3,75 Prozent belassen. Angesichts des starken Energiepreisanstiegs sagte Fed-Chef Jerome Powell am Dienstag, die Notenbank könne bei kurzfristigen Preisschwankungen kaum etwas machen. Doch es sei wichtig, darauf zu achten, ob diese auch eine anhaltende Teuerung auslösten. Powell machte damit indirekt klar, dass er derzeit keinen Spielraum für Zinssenkungen sieht.