Ausland

Israel hat rund 20 Boote der Hilfsflotte für den Gazastreifen gestoppt und Dutzende Aktivisten und Aktivistinnen nach Griechenland gebracht. 175 Personen seien heute auf der griechischen Insel Kreta an Land gegangen, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP.

Unter Begleitung der griechischen Küstenwache seien sie in vier Bussen in eine Stadt gebracht worden. Gestern waren die Boote von den israelischen Streitkräften festgesetzt worden. Die Organisatoren der Aktion „Global Sumud Flotilla“ meldeten ihrerseits 211 Aktivisten, die von Israel „gekidnappt“ worden seien.

In internationalen Gewässern

Die Aktivisten waren in internationalen Gewässern vor Kreta festgesetzt worden. Israels Außenminister Gideon Saar hatte zuvor auf der Plattform X angekündigt, dass sie „in Abstimmung mit der griechischen Regierung“ an einem griechischen Strand an Land gehen würden. Er dankte Griechenland „für die Bereitschaft, die Teilnehmer der Flottille aufzunehmen“.

Die ursprünglich insgesamt mehr als 50 Boote der Hilfsflotte waren in den vergangenen Wochen von Marseille in Frankreich, Barcelona in Spanien und Syrakus in Italien ausgelaufen, um Hilfsgüter in den Gazastreifen zu bringen.

Auch Flotte im Vorjahr wurde gestoppt

Ende 2025 hatte schon einmal eine Hilfsflotte versucht, in den Gazastreifen zu gelangen. An Bord der Schiffe waren mehrere prominente Persönlichkeiten, darunter die schwedische Aktivistin Greta Thunberg. Die Schiffe wurden damals von der israelischen Marine aufgebracht, die Besatzungsmitglieder festgenommen und anschließend ausgewiesen.

Nach den Schüssen beim traditionellen Dinner mit Korrespondenten in den USA vor wenigen Tagen hat das Justizministerium in Washington nun neues Videomaterial dazu veröffentlicht.

Ein Ausschnitt des rund sechsminütigen Videos zeige, wie der Verdächtige „bei seinem Bestreben, den Präsidenten zu ermorden, auf einen Sicherheitsbeamten schießt“, so US-Staatsanwältin Jeanine Pirro gestern Abend (Ortszeit) auf der Plattform X. Die Schüsse im Washingtoner Hilton-Hotel waren Samstagabend während der Teilnahme von US-Präsident Donald Trump an der Veranstaltung in einem Kontrollbereich außerhalb des Festsaals gefallen.

Verdächtiger Cole Tomas Allen sprintet durch eine Sicherheitskontrolle im Hilton Hotel in Washington D.C.
Reuters/U.S. Attorney Jeanine Pirro Via X

„Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Schüsse (auf den Sicherheitsbeamten) aus den eigenen Reihen stammten“, fügte Pirro hinzu. Das veröffentlichte Videomaterial zeige außerdem, wie der Verdächtige am Tag vor dem Anschlag das Hilton „auskundschaftete“.

Schützen droht lebenslange Haft

Die Schüsse beim Dinner waren gefallen, kurz bevor Trump das Wort ergreifen sollte. Der US-Präsident und seine Frau Melania wurden rasch von Sicherheitskräften abgeschirmt und in Sicherheit gebracht. Auch Vizepräsident JD Vance und alle anderen beteiligten Kabinettsmitglieder überstanden den Vorfall unversehrt. Durch die Schüsse wurde ein Sicherheitsbeamter getroffen, der den Angriff aber überlebt hat. Der 31-jährige mutmaßliche Täter wurde am Montag unter anderem wegen versuchten Mordes angeklagt. Bei einer Verurteilung droht ihm eine lebenslange Haftstrafe.

Gerichtszeichnung zeigt Cole Tomas Allen während einer Verhandlung in Washington DC
AP/Dana Verkouteren

Trump will keine Schutzweste tragen

Eine Schutzweste will Trump nicht tragen – aus Gründen des Aussehens, wie er gestern vor Journalisten in Washington sagte. „Ich weiß nicht, ob ich es aushalte, 20 Pfund schwerer auszusehen.“ US-Medienberichten zufolge war die Maßnahme nach den Schüssen am Rande einer Galaveranstaltung mit Trump in Washington am vergangenen Samstag in Erwägung gezogen worden.

Trump war in den vergangenen zwei Jahren zwei Attentatsversuchen entgangen: Im Juli 2024 schoss ein Mann während einer Wahlkampfveranstaltung im US-Bundesstaat Pennsylvania auf ihn, die Kugel streifte den damaligen Präsidentschaftskandidaten am Ohr. Im September 2024 wollte ein Mann Trump in Florida beim Golfspielen erschießen. Der 59-Jährige wurde festgenommen und Anfang Februar zu lebenslanger Haft verurteilt.

Der deutsche Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Alois Rainer (CSU) will die staatliche Lebensmittelversorgung für Krisenfälle erweitern.

„Neben den klassischen Reserven wollen wir künftig auch mehr sofort verfügbare Lebensmittel einbeziehen – also Konserven, die im Ernstfall direkt genutzt werden können“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Logistische Großaufgabe

Diese Vorräte sollten künftig nicht nur in staatlichen Lagern liegen, sondern auch bei Herstellern und im Handel. Ein fester Teil solle dort jederzeit verfügbar sein – etwa in Lagerhallen. Vor dem Ablauf der Haltbarkeit sollten die Lebensmittel dann rechtzeitig in den Verkauf gegeben werden. Die Kosten bezifferte Rainer mit „etwa 70 bis 80 Millionen Euro“ jährlich.

„Staat behält jederzeit die Kontrolle“

Bedenken, Lebensmittelkonzerne und Einzelhandel könnten Profit aus der Lagerung schlagen, wies Rainer zurück. „Entscheidend ist: Der Staat behält jederzeit die Kontrolle. Im Ernstfall gilt klare staatliche Steuerung.“

Aktuell wird die staatliche Lebensmittelreserve an mehr als 150 Standorten im deutschen Bundesgebiet gelagert. Aus Sicherheitsgründen werden die genauen Orte nicht öffentlich genannt. Eingelagert sind Weizen, Roggen und Hafer, aber auch haltbare Nahrungsmittel wie Reis, Hülsenfrüchte und Kondensmilch. Gebrauchsfertige Nahrungsmittel sollen im Krisenfall über Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen abgegeben werden.

In Mali haben Islamisten laut Sicherheitskreisen mit einer Blockade der Hauptstadt Bamako begonnen. Wie die Nachrichtenagentur AFP gestern aus Sicherheits- und Transportkreisen erfuhr, wurde in Richtung der Hauptstadt eine Straßenblockade errichtet.

Nach Angaben von Transportunternehmen saßen Hunderte Fahrzeuge und Waren an verschiedenen Zufahrtsstraßen zur Stadt fest, insbesondere auf den Straßen in die für Malis Wirtschaft wichtigen Hafenstädte Conakry, Abidjan und Dakar.

Vergeltungsmaßnahmen angekündigt

Die mit dem Terrornetzwerk al-Kaida verbündete islamistische Gruppe JNIM hatte zwei Tage zuvor angekündigt, die Zufahrtsstraßen nach Bamako zu blockieren. Die Islamisten drohten zudem allen, die sich noch auf den Straßen in Richtung Hauptstadt oder der nahe gelegenen wichtigen Stadt Kati aufhielten, mit schweren Vergeltungsmaßnahmen.

Dschihadisten und Tuareg-Rebellen hatten am Wochenende im ganzen Land Positionen der Militärjunta angegriffen und dabei die Kontrolle über die wichtige Stadt Kidal im Norden des Landes übernommen. Die „Azawad-Befreiungsfront“ (FLA) der Tuareg-Rebellen und die islamistische JNIM bekannten sich zu den Angriffen.

Fast acht Wochen nach der Landtagswahl im deutschen Bundesland Baden-Württemberg haben sich Grüne und CDU auf einen Koalitionsvertrag geeinigt.

Das teilten die Parteien gestern in der Landeshauptstadt Stuttgart mit. Die Grünen mit Spitzenkandidat Cem Özdemir hatten die Landtagswahl vom 8. März knapp vor der CDU von Parteichef Manuel Hagel gewonnen. Nach Sondierungsgesprächen nahmen beide Parteien Mitte April Koalitionsverhandlungen auf.

Es handle sich nicht um den kleinsten gemeinsamen Nenner, sagte Özdemir. Ein starker Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg und Klimaschutz seien kein Gegensatz. Der Koalitionsvertrag soll nächste Woche der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Özdemir soll am 13. Mai im Landtag zum Ministerpräsidenten gewählt werden.

Einen Tag nach seiner Drohung eines US-Truppenabzugs aus Deutschland legt Präsident Donald Trump nach. Auf die Frage von Journalisten, ob er sich einen solchen Schritt auch in Italien und Spanien vorstellen könne, sagte er gestern: „Ja, wahrscheinlich. Wahrscheinlich werde ich das.“

Italien habe sich nicht als Hilfe für die Vereinigten Staaten erwiesen, sagte Trump ohne Nennung weiterer Details. Über Spanien, mit dem der Republikaner seit geraumer Zeit im Clinch liegt, sagte er: „Furchtbar, absolut furchtbar.“ Die USA waren sowohl in Spanien als auch in Italien auf Widerstand bei der Nutzung von Militärstützpunkten für den Iran-Krieg gestoßen.

Verbaler Schlagabtausch

Tags zuvor hatte Trump angekündigt, einen US-Truppenabzug aus Deutschland überprüfen zu lassen. Eine Entscheidung solle in Kürze folgen. Kurz vor der Drohung hatte Trump den deutschen Kanzler Friedrich Merz verbal attackiert. Es sei kein Wunder, „dass es Deutschland so schlecht geht, sowohl wirtschaftlich als auch in anderer Hinsicht!“, schrieb er etwa.

Merz hatte das Vorgehen der USA im Iran-Krieg kritisiert: Sie seien „ganz offensichtlich ohne jede Strategie in diesen Krieg gegangen“. Deshalb sei es umso schwerer, den Konflikt nun wieder zu beenden. „Zumal die Iraner offensichtlich sehr geschickt verhandeln – oder eben sehr geschickt nicht verhandeln“, sagte Merz. „Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung.“

Aktuell sind nach Angaben des US-Militärs von Mitte April rund 86.000 Soldaten in Europa stationiert, davon rund 39.000 in Deutschland. Die Zahl verändert sich regelmäßig, auch wegen Rotationen und Übungen.

Die britische Regierung hat die Terrorwarnstufe im Land auf die zweithöchste Stufe der fünfstufigen Skala angehoben. Diesem Schritt waren eine Reihe von Brandanschlägen auf jüdische Einrichtungen und ein als „terroristisch“ eingestufter Messerangriff gestern vorausgegangen. Die Regierung erklärte gestern, man befinde sich in einer „antisemitischen Notlage“.

In den vergangenen Wochen häuften sich in London Vorfälle bei jüdischen Einrichtungen. Bei dem jüngsten Vorfall wurden am Mittwoch zwei jüdische Männer bei einem Messerangriff verletzt. Ein 45-jähriger Verdächtiger, ein in Somalia geborener britischer Staatsbürger, war nach Angaben der Behörden festgenommen worden.

Der britische Premierminister Keir Starmer und König Charles III. verurteilten die jüngste Tat als „absolut entsetzlich“ und „abscheulichen“ Angriff. „Es darf in der Gesellschaft absolut keinen Raum für Antisemitismus geben“, sagte der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan.

Zu dem jüngsten Angriff wie auch zu einigen vorangegangenen Angriffen seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar bekannte sich eine proiranische Gruppe namens Islamische Bewegung des Volkes der Rechten Hand (Harakat Ashab al-Yamin al-Islamiyya, HAYI). Die Gruppe hatte zuletzt zu mehreren Anschlägen auf jüdische Einrichtungen Bekennervideos veröffentlicht.

Antisemitismus „nationaler Notstand“

Der unabhängige Prüfer der Regierung für Terrorismus- und Staatssicherheitsgesetzgebung, Jonathan Hall KC, bezeichnete den Antisemitismus gegenüber der BBC als „größten nationalen Sicherheitsnotstand“ seit 2017. Israel forderte umgehend Maßnahmen zum Schutz von Juden und Jüdinnen.

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Inland

In Wien haben heute die traditionellen Maifeierlichkeiten der SPÖ begonnen. Seit der Früh ziehen die Delegationen aus den Bezirken wieder in Richtung Rathausplatz.

Dort findet die Schlusskundgebung statt, bei der der Bundesparteivorsitzende, Vizekanzler Andreas Babler, Wiens Bürgermeister und SPÖ-Landeschef Michael Ludwig sowie der Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB), Wolfgang Katzian, und die Frauenvorsitzende der SPÖ Wien, Marina Hanke, das Wort ergreifen werden.

Ludwig mit Delegation aus Floridsdorf

Ludwig zog als einer der Ersten auf den Rathausplatz ein. Wie üblich führte der Stadtchef die Abordnung aus seinem Heimatbezirk Floridsdorf an. Auf den diversen Schildern und Transparenten der Delegationen wurde – auch das ist Tradition – mitunter nicht mit Kritik an der eigenen Partei gespart. So waren heute etwa Parolen zu lesen, die Kritik an Kürzungen bei der Mindestsicherung übten. Auch „Her mit der Millionärssteuer“ wurde da gefordert. Die Mahnung „Soziale Werte nicht über Bord schmeißen“ war ebenfalls zu lesen. Auch Grüne und KPÖ luden zu Veranstaltungen.

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Die Zahl der Betretungs- und Annäherungsverbote ist in Österreich im letzten Jahr leicht gesunken, bleibt aber auf hohem Niveau. Insgesamt wurden laut Gewaltschutzbericht 2025 insgesamt 14.101 Maßnahmen ausgesprochen, nach 14.583 im Jahr davor.

„Der Gewaltschutz ist ein wichtiger Teil des Regierungsübereinkommens und damit Aufgabe der gesamten Bundesregierung. Wir konnten dabei auf ein solides Fundament aufbauen“, so Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) heute in einer Aussendung.

Parallel zu den leichten Rückgängen ist die Zahl der Anzeigen wegen Nichteinhaltung der Verbote dem Bericht zufolge gestiegen. Das wird vor allem auf intensivere Kontrollen durch die Polizei zurückgeführt.

Weniger Fallkonferenzen

Ein zentrales Element im Gefährdungsmanagement sind die sicherheitspolizeilichen Fallkonferenzen (S-FK). Im Jahr 2025 wurden 161 Fallkonferenzen mit Bezug zu Gewalt in der Privatsphäre durchgeführt, nach 193 im Jahr 2024. „Dieser Rückgang ist ein positives Signal und zeigt, dass präventive Maßnahmen sowie die enge Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen zunehmend Wirkung entfalten“, hieß es in der Aussendung.

„Jeder Fall häuslicher Gewalt ist einer zu viel“

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Arbeit mit Gefährdern. Wie bereits im Jahr zuvor wurden auch 2025 mehr als 12.000 Anlassfälle durch Beratungsstellen für Gewaltprävention bearbeitet und ebenso viele Gefährder betreut. Ergänzend dazu wurden zahlreiche präventive Rechtsaufklärungs- und Opferkontaktgespräche geführt.

„Jeder Fall häuslicher Gewalt ist einer zu viel. Deshalb bleibt Gewaltschutz für uns eine zentrale und dauerhafte sicherheitspolitische Aufgabe“, betonte der Direktor des Bundeskriminalamtes (BK), Andreas Holzer.

Die Kritik an der Erstellung von Gutachten durch die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) reißt nicht ab. Wie Recherchen von ORF, APA und dem Magazin „Dossier“ ergaben, enthalten geheime Schulungsunterlagen für ärztliche Gutachter Leseempfehlungen zu ME/CFS und dem Post-Covid-Syndrom, die nicht dem aktuellen Stand der Wissenschaft entsprechen – potenziell zum Nachteil der Versicherten.

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Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) kündigte gestern Schritte an. Sie habe sowohl PVA-Generaldirektor Winfried Pinggera als auch PVA-Obmann Peter Schleinbach angerufen und um „volle Aufklärung“ gebeten, sagte ein Sprecher. Es sei ihr versichert worden, dass die erwähnten Unterlagen nicht mehr benutzt würden und auch die genannten Literaturhinweise nicht mehr vorkommen.

Schumann werde nun sowohl die Spitze der PVA als auch die Expertinnen und Experten für ME/CFS, darunter auch die Leiterinnen des Nationalen Referenzzentrums für Postvirale Syndrome an der MedUni Wien, zu Gesprächen bitten, um die Expertise zu bündeln, hieß es.

FPÖ und Grüne sprechen von „Skandal“

Scharfe Kritik kam von FPÖ und Grünen. Von einem „Skandal beim Gutachtersystem“ sprach FPÖ-Behindertensprecher Christian Ragger, der die Selbstverwaltung der PVA als „selbstgefälligen Machtapparat“ bezeichnete.

Der grüne Gesundheitssprecher Ralph Schallmeiner sah „ein strukturelles Systemproblem mit massiven Folgen für Tausende Betroffene“ und forderte von Schumann „umgehend“ eine „vollständige Offenlegung“ aller aktuellen und bisherigen Schulungsunterlagen.

Krieg in Nahost

Angesichts des fragilen Waffenstillstands zwischen Israel und der proiranischen Terrororganisation Hisbollah fordern die USA direkte Gespräche zwischen Israel und dem Libanon auf höchster Ebene.

„Der Libanon steht am Scheideweg. Seine Bevölkerung hat die historische Chance, ihr Land zurückzugewinnen und ihre Zukunft als wahrhaft souveräne, unabhängige Nation zu gestalten“, hieß es in einer auf der Plattform X veröffentlichten Mitteilung der US-Botschaft in Beirut.

Fast täglich gegenseitige Angriffe

Im Konflikt zwischen der Hisbollah-Miliz im Libanon und Israel gilt aktuell eine Waffenruhe. Diese hatte US-Präsident Donald Trump Mitte April nach Gesprächen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun verkündet.

Faktisch kommt es aber fast täglich zu Angriffen beider Seiten. Die israelischen Streitkräfte sind auch mit Bodentruppen im Südlibanon aktiv. Der Libanon selbst ist offiziell keine Konfliktpartei.

„Wiederherstellung der libanesischen Staatsgewalt“

„Ein direktes Treffen zwischen Präsident Aoun und Ministerpräsident Netanjahu – vermittelt von Präsident Trump – würde dem Libanon die Möglichkeit bieten, konkrete Garantien für volle Souveränität, territoriale Integrität, sichere Grenzen, humanitäre Hilfe und Wiederaufbauhilfe sowie die vollständige Wiederherstellung der libanesischen Staatsgewalt über jeden Zentimeter seines Hoheitsgebiets zu erlangen – garantiert durch die Vereinigten Staaten“, hieß es in dem Schreiben der US-Botschaft.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben ihren Staatsangehörigen unter Verweis auf die Entwicklung der Lage in der Region Reisen in den Iran, den Libanon und den Irak untersagt. „Angesichts der aktuellen regionalen Entwicklungen“ habe das Außenministerium des Landes „ein Reiseverbot für emiratische Staatsangehörige in die Islamische Republik Iran, die libanesische Republik und die Republik Irak“ erlassen, berichtete die offizielle Nachrichtenagentur WAM gestern.

Staatsangehörige, die sich derzeit in diesen Ländern aufhielten, wurden aufgerufen, „ihre sofortige Rückkehr zu beschleunigen“.

Vor der Einigung auf eine Waffenruhe hatte der Iran Ziele in den Emiraten mit Drohnen und Raketen angegriffen. Teheran attackierte dabei insbesondere zivile Einrichtungen und die Energieinfrastruktur der Emirate.

Wirtschaft

Das EU-Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay ist heute vorläufig in Kraft getreten. Damit fallen unterschiedliche Zölle auf beiden Seiten weg. Die Europäer exportieren unter anderem Autos und chemische Produkte nach Südamerika, während die Mercosur-Länder hauptsächlich landwirtschaftliche Erzeugnisse und Rohstoffe liefern.

Alle vier südamerikanischen Staaten haben das Abkommen ratifiziert, auf europäischer Seite steht der abschließende Schritt noch aus. Das Europaparlament hat den Handelsvertrag zunächst für eine juristische Prüfung an den Europäischen Gerichtshof (EuGH) verwiesen. Landwirte in mehreren europäischen Staaten und vor allem in Frankreich protestieren vehement gegen das Abkommen, weil sie Konkurrenz und Preisdruck durch billige Importe fürchten.

Auch Deutschland hat seine Art Spritpreisbremse, einen Tankrabatt, der seit Mitternacht gilt. Er ließ die Spritpreise in der Früh recht deutlich sinken. Am Vormittag hieß es allerdings, er sei „noch nicht an allen Tankstellen angekommen“.

Im Vergleich zum Vortag reduzierte sich laut ADAC der Preis für Super E10 um 10,7 Cent auf 1,976 Euro, der für Diesel um 10,4 Cent auf 2,063 Euro.

Die Rückgänge fallen damit allerdings deutlich geringer aus als der Steuerrabatt von 16,7 Cent pro Liter. „Die Senkung der Energiesteuer ist also bislang erst zum Teil an den Zapfsäulen angekommen“, so eine ADAC-Sprecherin.

Noch „alter“ Sprit in Tanks

Ein Grund dafür dürfte sein, dass sich in den Tanks vieler Tankstellen derzeit noch Kraftstoff befindet, der nach den alten Steuersätzen abgerechnet wurde. Entscheidend für den Steuernachlass ist nämlich nicht der Verkauf an der Tankstelle, sondern der Moment, in dem der Kraftstoff das Tanklager beziehungsweise die Raffinerie verlassen hat.

Die deutsche Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) forderte von der Mineralölwirtschaft, dass die Steuersenkung, die den Staat rund 1,6 Milliarden Euro kostet, bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommt. „Das ist keine Bitte, das ist eine klare Erwartung.“ Es gab auch Kritik an der sozialen Treffsicherheit der Maßnahme, die Umweltschutzorganisation Greenpeace forderte die Abschaffung.

Die Einkommen in den Chefetagen dieser Welt sind in den vergangenen Jahren einer Analyse zufolge deutlich gestiegen, während allen übrigen Beschäftigten immer weniger Geld zur Verfügung stand.

Laut Rechnung der Entwicklungsorganisation Oxfam bekamen die 1.500 am besten verdienenden Konzernvorstände im vergangenen Jahr im Schnitt rund 8,4 Millionen Dollar (knapp 7,2 Millionen Euro) ausgezahlt.

Die Zahl bedeute einen inflationsbereinigten Anstieg der Managereinkommen von elf Prozent im Vergleich zu 2024 und von 54 Prozent im Vergleich zu 2019. Grundlage für die Berechnungen waren Daten zu 1.500 Unternehmen aus 33 Ländern aus der S&P Capital IQ Database, einer Datenbank mit Informationen zu börsennotierten und privaten Unternehmen weltweit.

Normalverdiener spüren Inflation deutlich

Im Vergleich dazu hatten „gewöhnliche“ Beschäftigte zunehmend weniger Geld zur Verfügung. Das um die Preissteigerungen bereinigte Durchschnittseinkommen der weltweiten Erwerbsbevölkerung lag Oxfam zufolge im vergangenen Jahr bei 17.156 Dollar – gerade einmal um 0,5 Prozent mehr als 2024, aber zwölf Prozent weniger als 2019. Grundlage der Rechnung waren hier Daten der Internationalen Arbeitsorganisation der UNO (IAO) sowie des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Vor dem Hintergrund wachsender Unzufriedenheit über schwierige Lebensbedingungen hat die Regierung von Venezuela den Mindestlohn in dem südamerikanischen Land um 26,3 Prozent auf 240 Dollar (knapp 205 Euro) erhöht.

Es handle sich um „die bedeutendste Erhöhung der vergangenen Jahre“, sagte Venezuelas Übergangspräsidentin Delcy Rodriguez gestern (Ortszeit), am Vorabend des Internationalen Tags der Arbeit, vor Tausenden Regierungsanhängern in Caracas.

In den vergangenen Wochen hatten zahlreiche Menschen in Venezuela immer wieder für eine Anhebung der Löhne demonstriert. Am 9. April kam es zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Tausenden Demonstranten, die zum Präsidentenpalast in Caracas marschierten, um Lohn- und Rentenerhöhungen zu fordern.

Kaum genug zum Leben

Die Erhöhung bezieht sich auf das „umfassende Mindesteinkommen“. Dieses Paket setzt sich aus einem sehr niedrigen Lohn von 0,30 Dollar im Monat, zuzüglich eines Lebensmittelzuschusses von 40 Dollar und eines „Wirtschaftskrieg“-Bonus von 150 Dollar zusammen – insgesamt 190 Dollar.

Rodriguez kündigte außerdem eine Erhöhung der staatlichen Pensionen um 70 Dollar an, was nach ihren Worten einer Steigerung um 40 Prozent entspricht. Trotz der Erhöhungen liegen die meisten Beschäftigten weiterhin weit hinter den 677 Dollar zurück, die eine fünfköpfige Familie nach Angaben venezolanischer Analysten benötigt, um ihre grundlegenden Nahrungsmittelbedürfnisse zu decken.

Rodríguez war nach der Gefangennahme des linksgerichteten Präsidenten Nicolas Maduro durch US-Streitkräfte Anfang Jänner zur Interimsstaatschefin ernannt worden. Davor war sie Maduros Stellvertreterin.

Leute

Nach der vorübergehenden Festnahme wegen einer Autofahrt unter Einfluss von Alkohol und Drogen vor knapp zwei Monaten ist gegen US-Popstar Britney Spears Anklage erhoben worden, wie die Staatsanwaltschaft im Bezirk Ventura County (Kalifornien) gestern (Ortszeit) mitteilte. Am Montag soll die Anklage vor Gericht formell verlesen werden. Einzelheiten über den Grad von Spears’ Beeinträchtigung bei der Fahrt wurden nicht genannt.

Britney Spears
Reuters/Eduardo Munoz (Archivbild)

Spears muss bei dem Termin nicht persönlich erscheinen. Bei einem weniger schwerwiegenden Strafbestand reicht eine Rechtsvertretung aus. Die 44-Jährige war Anfang März in Kalifornien von der Autobahnpolizei gestoppt und vorübergehend festgenommen worden.

„Bedauerlich“ und „komplett unentschuldbar“

Eine Sprecherin der Musikerin hatte danach mitgeteilt, der Vorfall sei „bedauerlich“ und „komplett unentschuldbar“. Spears werde „die richtigen Schritte unternehmen, sich an die Gesetze halten und dann kann dies hoffentlich der erste Schritt hin zu einer schon lange überfälligen Veränderung sein, die in Britneys Leben erfolgen muss. Hoffentlich kann sie die Hilfe und die Unterstützung bekommen, die sie in dieser schwierigen Zeit braucht“. Wenig später hatte sich die Sängerin laut ihres Managements freiwillig in eine Behandlungseinrichtung begeben.

Sorge um die Popikone

Spears zählt mit Hits wie „… Baby One More Time“ und „Oops! … I Did It Again“ zu den erfolgreichsten Künstlerinnen der Musikgeschichte und feierte vor allem in den 1990er und 2000er Jahren große Erfolge. In den vergangenen Jahren gab es jedoch häufig Sorgen um den Zustand der zweifachen Mutter.

Im Jahr 2008 wurde sie nach persönlichen Krisen unter Vormundschaft gestellt, wodurch ihr Vater die Kontrolle über ihr Leben und ihre Finanzen erhielt. 2021 wurde die Regelung nach einem viel beachteten Gerichtsverfahren beendet.

Panorama

Ein kleines Fläschchen von im Weltall gebrautem Sake ist in Japan für umgerechnet knapp 600.000 Euro verkauft worden. Die Sake-Brauerei Dassai entwickelte gemeinsam mit dem Raumfahrt- und Technikunternehmen Mitsubishi Heavy Industries spezielle Brauausrüstung und schickte sie zusammen mit den notwendigen Zutaten zur Internationalen Raumstation (ISS), wie beide Unternehmen heute berichteten.

Im November fand der Fermentationsprozess an Bord der ISS unter Bedingungen statt, die die Schwerkraft auf dem Mond simulierten. Anschließend wurde die Maische im Februar zurück zur Erde gebracht und dort zu 116 Milliliter Sake, im Deutschen auch nicht ganz korrekt als „Reiswein“ bezeichnet, fertig verarbeitet. 100 Milliliter davon wurden in ein Fläschchen abgefüllt und gingen nun für 110 Millionen Yen (587.000 Euro) an einen anonymen Käufer. Die übrigen 16 Milliliter wurden für Kostproben genutzt.

„Lebensqualität“ für den Mond

Der Versuch habe bewiesen, „dass Sake-Produktion selbst unter Bedingungen der Mondschwerkraft möglich ist“, so die beiden an dem Projekt beteiligten Unternehmen. Dassai plant nach eigenen Angaben bis 2050 den Bau einer Sake-Brauerei auf dem Mond. Ziel sei es, „die Lebensqualität für künftige Mondbewohner zu verbessern“.