Partei: Ugandas Oppositionschef Bobi Wine „unter Hausarrest“
Einen Tag nach der Präsidentschaftswahl in Uganda ist der Oppositionschef Bobi Wine nach Angaben seiner Partei unter Hausarrest gestellt worden. Das Militär und die Polizei hätten die Residenz des Herausforderers von Langzeitherrscher Yoweri Museveni „umzingelt und ihn und seine Frau damit praktisch unter Hausarrest gestellt“, erklärte Bobi Wines Partei National Unity Platform gestern am späten Abend im Onlinedienst X. Sicherheitskräfte seien „unrechtmäßig über den Zaun geklettert und errichten nun Zelte auf seinem Grundstück“, hieß es weiter.
Der frühere Popstar Bobi Wine heißt mit bürgerlichem Namen Kyagulanyi Ssentamu Robert. Er ist vor allem bei jungen Menschen in dem ostafrikanischen Land beliebt. Der seit 1986 regierenden Museveni wurde im Vorfeld der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen von der Opposition scharf kritisiert.
Technische Probleme bei Wahl
Die Wahlen gestern waren von starken technischen Problemen überschattet worden. In vielen Wahllokalen startete der Urnengang mit mehrstündiger Verspätung. Die Opposition beschuldigte die Regierung der Wahlfälschung.
Der Generalsekretär der oppositionellen National Unity Platform, David Lewis Rubongoya, sprach von einer „Farce“. Wine warf der Regierung „massive Wahlfälschung“ vor und beschuldigte sie, unter dem Deckmantel der Internetsperre Mitglieder seiner Partei festgenommen zu haben.
Museveni laut Auszählung voran
Nach Auszählung von etwa einem Viertel der Stimmen gab die Wahlkommission derweil bekannt, dass Yoweri Museveni rund 76 Prozent der Stimmen erhalten habe, Wine dagegen nur knapp 20 Prozent.
Uganda wird seit Jahrzehnten vom Langzeitherrscher Museveni regiert. Der 81-Jährige kontrolliert die Staats- und Sicherheitsorgane und unterdrückt die Opposition.