Ausland

Einen Tag nach der Präsidentschaftswahl in Uganda ist der Oppositionschef Bobi Wine nach Angaben seiner Partei unter Hausarrest gestellt worden. Das Militär und die Polizei hätten die Residenz des Herausforderers von Langzeitherrscher Yoweri Museveni „umzingelt und ihn und seine Frau damit praktisch unter Hausarrest gestellt“, erklärte Bobi Wines Partei National Unity Platform gestern am späten Abend im Onlinedienst X. Sicherheitskräfte seien „unrechtmäßig über den Zaun geklettert und errichten nun Zelte auf seinem Grundstück“, hieß es weiter.

Der frühere Popstar Bobi Wine heißt mit bürgerlichem Namen Kyagulanyi Ssentamu Robert. Er ist vor allem bei jungen Menschen in dem ostafrikanischen Land beliebt. Der seit 1986 regierenden Museveni wurde im Vorfeld der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen von der Opposition scharf kritisiert.

Technische Probleme bei Wahl

Die Wahlen gestern waren von starken technischen Problemen überschattet worden. In vielen Wahllokalen startete der Urnengang mit mehrstündiger Verspätung. Die Opposition beschuldigte die Regierung der Wahlfälschung.

Der Generalsekretär der oppositionellen National Unity Platform, David Lewis Rubongoya, sprach von einer „Farce“. Wine warf der Regierung „massive Wahlfälschung“ vor und beschuldigte sie, unter dem Deckmantel der Internetsperre Mitglieder seiner Partei festgenommen zu haben.

Museveni laut Auszählung voran

Nach Auszählung von etwa einem Viertel der Stimmen gab die Wahlkommission derweil bekannt, dass Yoweri Museveni rund 76 Prozent der Stimmen erhalten habe, Wine dagegen nur knapp 20 Prozent.

Uganda wird seit Jahrzehnten vom Langzeitherrscher Museveni regiert. Der 81-Jährige kontrolliert die Staats- und Sicherheitsorgane und unterdrückt die Opposition.

Südkoreas früherer Präsident Yoon Suk Yeol ist in einem ersten Prozess gegen ihn zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Der Richter befand den Ex-Staatschef wegen Justizbehinderung und weiterer Anklagepunkte im Zusammenhang mit der vorübergehenden Ausrufung des Kriegsrechts für schuldig. Yoons Anwalt kündigte Berufung an.

Das Bezirksgericht sprach Yoon schuldig, die Behörden an der Vollstreckung eines Haftbefehls im Zusammenhang mit seiner Verhängung des Kriegsrechts im Dezember 2024 gehindert zu haben, wie aus einer Liveübertragung der Urteilsverkündung hervorging.

Er wurde außerdem wegen Fälschung amtlicher Dokumente und Nichtbeachtung der für das Kriegsrecht erforderlichen rechtlichen Verfahren für schuldig befunden.

Kriegsrecht wegen Budgetstreits verhängt

Yoon hatte das Kriegsrecht kurzzeitig in einem Streit mit dem von der Opposition dominierten Parlament über das Budget verhängt. Den Ermittlern zufolge soll er versucht haben, einen militärischen Konflikt mit Nordkorea zu provozieren, um das von ihm verhängte Kriegsrecht zu rechtfertigen.

Auch der ehemalige Verteidigungsminister und der frühere Chef des Militärgeheimdienstes wurden in dem Fall angeklagt. Yoon bestreitet die ⁠Vorwürfe.

Nach Jahren der Eiszeit suchen China und Kanada eine Neujustierung ihrer Beziehungen inmitten wachsender Spannungen mit den USA. Kanada sei bereit, gemeinsam mit China eine starke und nachhaltige neue strategische Partnerschaft aufzubauen, um den Menschen beider Länder mehr Wohlstand zu bringen, sagte der kanadische Premierminister Mark Carney laut Chinas staatlicher Nachrichtenagentur Xinhua heute bei einem Treffen mit Staats- und Parteichef Xi Jinping in Peking.

Ziel sei es, die Zusammenarbeit unter anderem in den Bereichen Handel, Energie, Landwirtschaft, Finanzen, Bildung und Klimawandel auszubauen und zu vertiefen. Xi erklärte demnach, beide Politiker hätten sich bereits im Oktober vergangenen Jahres am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) in Gyeongju in Südkorea getroffen und damit eine neue Phase der Stabilisierung und Verbesserung der Beziehungen eingeleitet.

Kanada unter Druck von Trump

Seitdem hätten beide Seiten intensiv über die Wiederaufnahme und den Neustart der Zusammenarbeit beraten. Eine gesunde und stabile Entwicklung der Beziehungen entspreche den gemeinsamen Interessen beider Länder.

Carneys Besuch ist der erste eines kanadischen Regierungschefs in China seit acht Jahren. Die Beziehungen waren zuvor von Spannungen geprägt. Eine tiefe Krise löste 2018 die Festnahme der Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou in Kanada auf Betreiben der USA aus. Peking reagierte damals mit der Inhaftierung zweier Kanadier.

Seit dem erneuten Amtsantritt von Donald Trump vor einem Jahr ist Kanada unter Druck aus den USA geraten. Der US-Präsident hat nicht nur den Rivalen China, sondern auch den Nachbarn und Partner Kanada in Handelskonflikte verwickelt. Beobachter werten dies als einen Hintergrund für die Annäherung zwischen Peking und Ottawa.

Das israelische Militär hat eigenen Angaben zufolge mehrere Ziele im Libanon angegriffen. Im Süden des Nachbarlandes habe die Armee auf mehrere Waffenlager sowie auf weitere Infrastruktur der Hisbollah-Miliz gezielt, teilte das israelische Militär gestern mit. In einem weiteren Angriff sei ein unterirdisches Waffenlager getroffen worden.

Rauchsäulen nach Luftangriffen im Südlibanon
APA/AFP/Rabih Daher

Aktivitäten der Hisbollah an den genannten Orten stellten eine Verletzung der zwischen Israel und dem Libanon vereinbarten Waffenruhe dar, hieß es in der Mitteilung weiter.

Anwohner und Anwohnerinnen benachbarter Gegenden berichteten von lauten Explosionen, die ihre Häuser erschüttert hätten. Libanesische Sicherheitsquellen sagten der dpa, dass die israelischen Luftstreitkräfte mindestens zwei Luftschläge ausgeführt hätten. Berichte über mögliche Opfer gab es nicht.

Entwaffnung der Hisbollah als Ziel

Im Zuge einer seit Ende November 2024 geltenden Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah sollte auch die vom Iran unterstützte Schiitenmiliz entwaffnet werden. Die libanesische Regierung beauftragte die Armee mit der Entwaffnung. Diese soll in fünf Phasen ablaufen. Der 31. Dezember galt eigentlich als Frist für den Abschluss der ersten Phase der Entwaffnung.

Israel wirft der Hisbollah vor, sich entgegen dem Abkommen neu zu organisieren und nachzurüsten. Nahezu täglich greift das Militär daher weiter im Nachbarland an. Seit Inkrafttreten der Waffenruhe wurden im Libanon nach staatlichen Angaben mehr als 300 Menschen getötet. Mehr als 100 davon waren nach UNO-Angaben Zivilisten und Zivilistinnen.

Die venezolanische Oppositionspolitikerin Maria Corina Machado hat US-Präsident Donald Trump gestern laut eigenen Worten ihre Friedensnobelpreismedaille übergeben. „Ich habe dem Präsidenten der Vereinigten Staaten die Medaille des Friedensnobelpreises überreicht“, sagte sie vor Journalistinnen und Journalisten in Washington.

Auf die Frage, ob Trump die Medaille behalten habe, antwortete sie nicht. Das Nobelkomitee hatte zuvor klargestellt, dass der Preis nicht übertragbar ist. Etwas später berichtete der US-TV-Sender Fox News unter Berufung auf das Weiße Haus, der Präsident habe die Medaille akzeptiert.

Als sie das Weiße Haus verließ, begrüßte Machado eine Gruppe von Anhängern und Anhängerinnen, die sich vor dem Regierungssitz versammelt hatten. „Seid versichert, dass wir für die Freiheit Venezuelas auf Präsident Trump zählen können“, sagte sie.

Die venezolanische Oppositionspolitikerin Maria Corina Machado bei ihrem Besuch im US-Kapitol in Washington
APA/AFP/Saul Loeb

Trump empfing Machado zu einem Mittagessen im Weißen Haus. Zuvor stellte er klar, was er erwartet: Machado solle ihren Nobelpreis an ihn weiterreichen. Anfang Jänner hatte Machado im US-Sender Fox News gesagt, sie sei zur Weitergabe an Trump bereit.

Unterdessen sieht Trump Machado nach Angaben des Weißen Hauses weiterhin nicht als erfolgversprechende Nachfolgerin des gestürzten Staatschefs Nicolas Maduro.

Die Frage, ob Trump es nach wie vor als schwierig für Machado erachte, Venezuela zu führen, weil ihr die Unterstützung und der Respekt in dem Land fehlten, bejahte seine Sprecherin Karoline Leavitt bei einer Pressekonferenz. Trumps „realistische Einschätzung“ basiere auf den Angaben von Beratern und dem nationalen Sicherheitsteam.

Inland

Im Parlament haben gestern die ersten Befragungen im Untersuchungsausschuss zur Causa Christian Pilnacek stattgefunden. Als Auskunftspersonen standen den Abgeordneten der Baggerfahrer, der die Leiche des ehemaligen Sektionschefs im Justizministerium in einem Seitenarm der Donau in Rossatz (Niederösterreich) entdeckt hatte, sowie ein Feuerwehrmann und ein Polizist, der am Fundort Spuren sicherte, Rede und Antwort.

Dass der Feuerwehrmann, der Polizist von Beruf ist, und der zweite Beamte eine Schulung des Innenministeriums über „Rechte und Pflichten“ bei Aussagen in einem U-Ausschuss erhielten, sorgte für eine Geschäftsordnungsdebatte und eine längere Unterbrechung.

Befragter: Keine inhaltliche Einflussnahme

Der Feuerwehrmann sagte im U-Ausschuss, die Schulung habe am 8. Jänner, genau eine Woche vor der Befragung, im Bezirkspolizeikommando Krems stattgefunden. Dabei sei es auch um diesen U-Ausschuss gegangen. Durchgeführt worden sei sie vom Anwalt Martin Huemer, der den Feuerwehrmann und den Polizisten bei der Befragung als Vertrauensperson begleitete.

Huemer war in U-Ausschüssen bereits mehrfach als Vertrauensperson von Auskunftspersonen mit ÖVP-Nähe tätig – unter anderen für Altkanzler Karl Nehammer und Ex-Finanzminister Gernot Blümel. Das Angebot für die Schulung sei vom Innenministerium gekommen, sagte der Feuerwehrmann auf eine Frage von Grünen-Fraktionsvorsitzender Nina Tomaselli. Inhaltlich sei er in Bezug auf seine Aussage nicht beeinflusst worden.

Die Frage von NEOS-Fraktionschefin Sophie Wotschke, ob eine solche Schulung vor U-Ausschüssen üblich sei, konnte der Befragte nicht beantworten. „Gott sei Dank“ sei es seine erste Ladung gewesen.

Besprechung mit Anwältin

Bei dem Seminar seien zwei hochrangige niederösterreichische Polizeibeamte dabei gewesen, sagte der Polizist, der Spuren am Fundort sicherte. Tags darauf habe es eine weitere Besprechung gegeben – mit einer Anwältin, die in der Causa Pilnacek Polizisten in einem Medienprozess gegen den ehemaligen Abgeordneten und ZackZack-Herausgeber Peter Pilz vertreten hatte.

Hafenecker: „An Absurdität kaum zu überbieten“

Scharfe Kritik kam von FPÖ-Fraktionschef Christian Hafenecker. Dass das ÖVP-geführte Innenministerium Zeugen eine solche Schulung anbiete, sei „an Absurdität kaum zu überbieten, gerade in einem Fall, wo es um mögliche politische Einflussnahme geht“.

ÖVP: FPÖ und Grüne stellen Einsatzkräfte „an Pranger“

Die ÖVP-Abgeordnete Bettina Zopf warf wiederum FPÖ und Grünen vor, Einsatzkräfte zu Unrecht „an den Pranger“ zu stellen. Sowohl die freiwillige Feuerwehr als auch die Polizei „werden hier pauschal verdächtigt und deren professionelle Arbeit in Zweifel gezogen“, so Zopf.

Ukraine-Krieg

Die ukrainische Armee berichtet von heftigen russischen Angriffen an der Front im Osten des Landes. Der Generalstab in Kiew teilte in seinem Morgenbericht zur Lage mit, seit gestern Früh habe es 180 einzelne russische Attacken gegeben. Den ukrainischen Verteidigern sei es gelungen, 1.370 russische Soldaten tot oder verwundet „auszuschalten“.

Diese Zahlen des Militärs sind nicht im Detail überprüfbar; sie liegen aber über dem Durchschnitt der täglichen Berichte und deuten auf intensive Kämpfe hin. Ein Schwerpunkt war laut den Angaben weiterhin der Frontabschnitt von Pokrowsk, das zum großen Teil von russischen Truppen erobert ist. Doch die Ukrainer halten weiterhin Stellungen in der Nachbarstadt Myrnohrad im Gebiet Donezk.

Russische Armee rückt in Saporischschja vor

Ebenfalls viele Angriffe gab es weiter südlich bei Huljajpole im Gebiet Saporischschja. In der Kleinstadt habe die russische Armee weitere Straßenzüge erobert, berichtete das militärnahe ukrainische Blog DeepState. Damit bleibt es bei dem Bild der vergangenen Monate an der Front: Die russische Armee arbeitet sich langsam vor, erleidet dabei aber hohe Verluste.

Der ukrainische Oberbefehlshaber Olexandr Syrskyj schrieb in einer Bilanz für 2025, es sei gelungen, kritische Durchbrüche des Gegners zu verhindern. Seiner Einschätzung nach schalte seine Armee jeden Monat mehr russische Soldaten aus, als Moskau mobilisieren kann. Zugleich habe die ukrainische Armee die eigenen Verluste um 13 Prozent verringern können, schrieb Syrskyj ohne nähere Erläuterung.

Vor dem Hintergrund neuer russischer Attacken auf Energieanlagen hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj von seinem Ministerkabinett schnelle Lösungen gefordert.

„Vor allem damit der Import von Strom und aller Möglichkeiten für die Reserveversorgung erhöht wird“, sagte der Staatschef gestern in seiner abendlichen Videobotschaft. Dafür sei auch eine stärkere Kooperation zwischen den örtlichen Regierungsorganen und den Energieunternehmen notwendig.

Schutz der Energieanlagen im Fokus

Er kündigte tägliche Beratungen mit Regierungsmitgliedern und regionalen Verantwortlichen zur Lage im Energiesektor an. Gesondert habe es zudem eine Beratung mit Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow und dem Chef der Luftstreitkräfte, Anatolij Krywonoschko, zum Schutz der Energieanlagen gegeben.

„Heute gab es erneut heftige Raketenschläge auf Charkiw, eben auf die kritische Infrastruktur. Drohnen flogen heute Früh und jetzt am Abend auf Kiew“, so Selenskyj weiter. Schwer sei die Lage auch im Grenzgebiet zu Russland und den Gebieten Dnipropetrowsk und Odessa.

Er kündigte neue Gespräche mit Verbündeten an, um eine Stärkung der Flugabwehr zu erreichen. Dabei habe er bereits mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte über den Kauf von Raketen für Flugabwehrsysteme gesprochen.

Wirtschaft

Am Montag dürfte Rauchen großteils wieder teurer werden. Der Preis für eine Packung Zigaretten erhöhe sich dann um zehn bis 40 Cent, berichtete heute die Gratiszeitung „heute“.

Den Auftakt mache Japan Tobacco International (JTI), Mitbewerber Philip Morris ziehe am 2. Februar nach. Als Grund wird die Anhebung der Tabaksteuer mit Februar genannt. Das Finanzministerium erhoffe sich heuer 100 Mio. Euro zusätzlich aus der Tabaksteuer, berichtete zuletzt die „Krone“.

JTI werde beispielsweise die Preise der Marken Camel, Benson & Hedges, Sobranie, Winston, Meine Sorte und Smart Export um 30 bis 40 Cent erhöhen. Bei Philip Morris koste die Packung Marlboro künftig sieben Euro, ein Plus von zehn Cent.

Im Vorjahr legten die Einnahmen aus der Tabaksteuer im Vergleich zum Jahr 2024 um rund 50 Millionen Euro auf 2,18 Milliarden Euro zu. Inklusive Mehrwertsteuer wurden rund 2,9 Milliarden Euro eingenommen. Verkauft wurden jedoch weniger Zigaretten.

Das Volumen sank um 4,3 Prozent auf 10,7 Milliarden Stück. Eine Packung Zigaretten kostete 2025 im gewichteten Durchschnitt 6,25 Euro nach 5,96 Euro im Jahr 2024. Der Steueranteil lag bei 76 Prozent.

Tabakmonopol wird ausgeweitet

Insgesamt wurden in Österreich 12,3 Milliarden Zigaretten geraucht, darunter fielen auch solche, die nicht in Österreich versteuert wurden. Der Anteil der geschmuggelten Zigaretten wird auf 13 Prozent geschätzt, das waren rund 1,6 Milliarden Stück.

Heuer wird nicht nur die Tabaksteuer erhöht, es wird auch das Tabakmonopol ausgeweitet. Die Steuer wird außerdem auf „tabakverwandte Produkte“ wie Nikotinbeutel und E-Liquids für E-Zigaretten angewandt. Ab April fallen diese beiden Produkte unter das Tabakmonopol.

Für CBD-Shops gibt es eine Übergangsfrist bis Ende 2028. Danach fallen Cannabiswaren mit niedrigem THC-Gehalt unter das Tabakmonopol und dürfen nur in Tabaktrafiken verkauft werden.

Die Weltwirtschaft wird nach Einschätzung von IWF-Chefin Kristalina Georgiewa trotz Handelsschocks weiterhin ziemlich stark wachsen. Die neuesten Wirtschaftsprognosen, die in der kommenden Woche veröffentlicht werden, würden die anhaltende Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft zeigen, sagte die geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds gestern.

Sie wollte sich jedoch nicht konkret dazu äußern, ob der IWF seine Prognosen erneut leicht nach oben korrigieren werde, wie es die Weltbank in dieser Woche getan hatte. Im Oktober hatte der IWF seine globale Wachstumsprognose für 2026 leicht auf 3,2 Prozent angehoben. Die Aktualisierung des Weltwirtschaftsberichts wird für 19. Jänner erwartet.

Die deutsche Regierung hat einem Medienbericht zufolge ein neues Förderprogramm für Elektroautos mit Zuschüssen von 1.500 bis 6.000 Euro für Privatpersonen geplant. Das berichtete die „Bild“ vorab unter Berufung auf Pläne, die Umweltminister Carsten Schneider (SPD) heute vorstellen wollte. Wegen der Abstimmung letzter Details, wie es aus dem Ministerium hieß, wurde die Präsentation aber mittlerweile auf Montag verschoben.

Die Anträge sollen laut dem Bericht rückwirkend für Neuzulassungen ab dem 1. Jänner 2026 gestellt werden können. Ein Onlineportal zur Beantragung werde voraussichtlich im Mai freigeschaltet.

Als Anschub für E-Mobilität

Dem Bericht zufolge sagte Schneider der Zeitung: „Die Mittel reichen für geschätzt 800.000 Fahrzeuge in den nächsten drei bis vier Jahren.“ Er sehe das Programm als Anschub für die Elektromobilität in Deutschland und für die heimische Automobilwirtschaft, die starke Elektroautos im Angebot habe.

Im vergangenen Jahr seien etwa 80 Prozent der in Deutschland neu zugelassenen Elektroautos und Plug-in-Hybride aus europäischer Produktion gekommen, so der Minister.

Nach Aufweichung von Verbrenner-Aus

Deutschland hatte erst vor Kurzem gemeinsam mit anderen Ländern wie Frankreich und Österreich das von der EU bereits beschlossene Aus für die Produktion von Autos mit Verbrennermotor ab 2035 stark aufgeweicht.

Diese Vorgabe war eigentlich dazu gedacht, der europäischen Autoindustrie Investitionssicherheit zu geben und den Umstieg auf E-Autos zu beschleunigen. Mittlerweile ist China weltweit bei der E-Auto-Technologie führend, und europäische Autokonzerne hinken hinterher.

Chronik

Der spanische Schlagerweltstar Julio Iglesias hat jetzt Vorwürfe der sexuellen Übergriffe gegenüber früheren Angestellten zurückgewiesen. „Ich bestreite, jemals eine Frau unter Druck gesetzt oder respektlos behandelt zu haben. Diese Anschuldigungen sind absolut falsch und machen mich sehr traurig“, schrieb der 82-Jährige auf Instagram.

Zwei frühere Angestellte des Sängers hatten über sexuelle Übergriffe, Beleidigungen, Demütigungen, Gewaltanwendung und Zwangsarbeit „in einem Umfeld ständiger Kontrolle und Belästigung“ geklagt, wie die spanische Digitalzeitung elDiario.es und der spanischsprachige US-TV-Sender Univision Noticias kürzlich berichteten.

Ehemalige Haushaltshilfe und Ex-Physiotherapeutin

Gegen Iglesias sei eine entsprechende Anzeige bei der Staatsanwaltschaft am Nationalen Gerichtshof in Madrid eingereicht worden, teilte die Behörde der dpa auf Anfrage mit. Man habe Ermittlungen eingeleitet.

Die Justiz wollte der dpa zu den Ermittlungen keine weiteren Details nennen. Das diene auch dem Schutz der möglichen Opfer. Weitere Details werde man deshalb bis auf Weiteres nicht veröffentlichen. Iglesias selbst hatte Anfragen von Medien tagelang unbeantwortet gelassen.

Bei den betroffenen Frauen handelt es sich nach Angaben von elDiario.es und Univision Noticias um eine frühere Haushaltshilfe und eine ehemalige Physiotherapeutin des Künstlers. Die mutmaßlichen Taten sollen sich im Jahr 2021 in zwei Villen von Iglesias in Punta Cana in der Dominikanischen Republik sowie in Lyford Cay auf den Bahamas ereignet haben.

In Videos berichten die beiden mutmaßlichen Opfer, die anonym bleiben, detailreich und zum Teil weinend von schrecklichen Erlebnissen. Iglesias habe ihr „Leben zerstört“. Die Aussagen seien von Bekannten und Ärzten der beiden Frauen bestätigt worden.

Im Zentrum der niederländischen Stadt Utrecht haben sich gestern Nachmittag in einem Wohnhaus zwei Explosionen ereignet, die einen Brand ausgelöst haben.

Großbrand nach Explosionen in Utrecht

Augenzeugen berichten von einem enormen Knall, zahlreiche Einsatzkräfte sind an der Unglücksstelle. Der niederländische öffentlich-rechtliche Sender NOS zitierte Bürgermeisterin Sharon Dijksma, die eine Gasexplosion als Ursache nahelegte. In dem Grätzel, in dem sich die Explosion ereignete, stehen vor allem kleine, einstöckige Häuser.

Einsatzkräfte löschen ein Haus in Utrecht
APA/AFP/Jeroen Jumelet

Laut Behördenangaben gibt es derzeit vier Verletzte, allerdings war unklar, ob sich weitere Menschen am Unglücksort aufgehalten haben. Die Feuerwehr versuchte unterdessen, eine Ausweitung des Brandes zu verhindern. Eine benachbarte Bäckerei stand bereits in Flammen. Auf Bildern und in Videos in sozialen Netzwerken waren Dachziegel und Glasscherben von zerborstenen Fenstern in schmalen Gassen der Stadt zu sehen.

„Es ist möglich, dass noch Menschen unter den Trümmern begraben sind“, sagte die Bürgermeisterin von Utrecht, Sharon Dijksma, gegenüber NOS.

IT

Seit gut einem Monat dürfen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren in Australien keine eigenen Social-Media-Konten mehr haben. Jetzt gibt es erste Zahlen: Nach Angaben der Regierung wurden seit Inkrafttreten des entsprechenden Gesetzes am 10. Dezember mehr als 4,7 Millionen Accounts von Kindern und Jugendlichen deaktiviert, gelöscht oder eingeschränkt.

Australien hat als erstes Land der Welt entsprechende Regeln eingeführt und gilt damit als Vorreiter im digitalen Kinderschutz. Nach vorläufigen Auswertungen der Onlinesicherheitsbehörde eSafety unternehmen betroffene Plattformen „ernsthafte Anstrengungen“, um Minderjährigen den Zugang zu verwehren.

Veränderungen passierten nicht über Nacht, sagte Premierminister Anthony Albanese. „Doch diese ersten Ergebnisse zeigen, wie wichtig es war, dass wir diesen Schritt gegangen sind. Wir wollen, dass unsere Kinder eine Kindheit haben – und dass Eltern wissen, dass wir hinter ihnen stehen.“

Messengerdienste ausgenommen

Betroffen von dem Gesetz sind unter anderem Instagram, TikTok, Snapchat, Facebook, YouTube, X, Reddit und Twitch. Ausgenommen sind verschiedene Messenger- und Spieledienste wie Roblox, WhatsApp und Facebook Messenger.

Kultur

Eine doppelte Begegnung mit Joseph Roth hat das Wiener Volkstheater auf die Bühne gebracht. Die Premiere der Revue „Ukrainomania“ gestern Abend in Wien erinnerte nicht nur an den direkten Austausch zwischen dem Volkstheater und dem Nationaltheater Lwiw über den in Galizien geborenen Autor Roth.

Roth selbst wird in dem Stück, das Regisseur Jan-Christoph Gockel aus Texten von Roth sehr frei zusammengesetzt hat, in seine Heimat zurückgeschickt – und das ist die Ukraine der Gegenwart und des Krieges.

Die Begegnung, die hier zwischen dem Roth-Darsteller Bernardo Arias Porras und der ukrainischen Schauspielerin Solomija Kyrylowa entsteht, ist eine der Befremdung. Sorgt sich Roth, aus dem Grab in Paris entstiegen, um die Frage seiner Verbreitung in der einstigen Heimat, so begegnet die junge Darstellerin dem ihr eher fremden Autor mit einer Grundsatzfrage: Wie gehst du um mit einer Welt, die im Krieg, wie von Roth beschrieben, verrückt geworden ist?

Die Welt nach Roth

Während Roth den Rückblick beschwört und in seinen Antiidealisierungen wie der Vorbote von Thomas Bernhard wirkt, ist die ukrainische Antwort auf die Verwüstung des Krieges die eines kreativen Überlebenswillens.

Die Bühnenrevue erinnerte nicht nur ästhetisch an die 1990er Jahre. All jene, die einst nach Galizien oder in die Bukowina auf den Spuren deutschsprachiger Autoren wie Roth, Paul Celan und Rose Ausländer waren und damals ein Land im Aufbruch erlebten, müssen nun erkennen, dass die einstigen Hoffnungen in jener Welt geendet haben, gegen die Celan und Ausländer kämpften.

„Eine Nation, die ihre Selbstständigkeit verliert, herrscht in der Operette und in den Varietes“, schrieb Roth. In der Ukraine gilt das Theater im Krieg als systemrelevant, weswegen Darsteller zeitweilig vom Kriegsdienst befreit sind.

Starkomponist Hans Zimmer (68) begibt sich in die magische Zauberwelt von Harry Potter. Der in Frankfurt geborene Oscar-Preisträger („Der König der Löwen“, „Dune“) werde die Musik für die neue „Harry Potter“-TV-Serie von HBO liefern, teilte der Streamingdienst mit. Zimmer wird dabei auch von Musikern des von ihm mitbegründeten Komponistenkollektivs Bleeding Fingers Music unterstützt.

Komponist Hans Zimmer
AP/Invision/Rebecca Cabage (Archivbild)

Fans müssen sich bis 2027 gedulden

Die für 2027 angekündigten Serie wird in den Warner Bros. Studios Leavesden in Großbritannien gedreht. Jede Staffel soll eine werkgetreue Adaption der sieben Bücher von Autorin JK Rowling sein, die als ausführende Produzentin an Bord ist.

Dominic McLaughlin wird den berühmten Zauberlehrling Harry Potter spielen, Arabella Stanton ist Hermine Granger, und Alastair Stout verkörpert Ron Weasley. Es wurden auch prominente Schauspieler für Nebenrollen verpflichtet. John Lithgow wird Professor Albus Dumbledore spielen, Nick Frost den freundlichen Wildhüter Rubeus Hagrid, Warwick Davis übernimmt die Rolle des Professors Filius Flitwick.

Die Serie ist die zweite Verfilmung der Romane nach den erfolgreichen Spielfilmen mit Daniel Radcliffe, Emma Watson und Rupert Grint, die von 2001 bis 2011 in die Kinos kamen.