Geschichte des Prime Brokerage

Die wachsende Zahl von Hedgefonds und der damit verbundene Umfang ihrer Geschäftstätigkeit erforderten schnell einen speziellen Vermittler, der ihre Bedürfnisse erfüllen konnte. Dieser Vermittler war der „Prime Broker“. Das Prime-Brokerage-Geschäft erregte schnell die Aufmerksamkeit vieler Investmentbanken, da es zu einer bedeutenden Einnahmequelle wurde.

Heute betreiben alle großen Investmentbanken ein Prime-Brokerage-Geschäft, das einen erheblichen Teil ihrer Einnahmen ausmacht.. Außerdem sind Hedgefonds fast die einzigen Kunden der Prime Brokerage-Unternehmen. Der Anstieg der Zahl der Prime Brokerage-Unternehmen bei gleichbleibender Zahl der Hedgefonds hat zu einem intensiven Wettbewerb in der Branche geführt.

Prime Brokerage-Unternehmen entwickelten sich aus dem stetig wachsenden Umfang der Hedgefonds-Aktivitäten. Mit dem Beginn des regelmäßigen Handels wurden ihre Aktivitäten komplexer und schwieriger zu verwalten. Die dafür erforderliche Technologie und Infrastruktur war teuer und da sie nicht zum Kerngeschäft der Hedgefonds gehörte, war sie keine lohnende Investition.

Große Investmentbanken verfügten jedoch bereits über die Infrastruktur, um Investitionen in Milliardenhöhe zu verwalten. Daher boten sie den Hedgefonds diese Dienstleistung gegen eine Gebühr an. Die angebotenen Dienstleistungen waren vielfältig. Aus diesem Grund war es schwierig, eine genaue Definition eines Prime-Brokerage-Unternehmens zu finden. Im Folgenden werden einige der von Prime-Brokerage-Unternehmen angebotenen Dienstleistungen aufgeführt.

Von Prime Brokerage angebotene Dienstleistungen

  • Finanzierung: Hedgefonds sind per Definition hoch verschuldete Unternehmen. Das von Anlegern erhaltene Geld wird durch Kredite von Prime Brokern weiter gehebelt. Prime Broker bieten kurzfristigen Zugang zu einem nahezu unbegrenzten Geldpool zu angemessenen Zinssätzen. Im Gegenzug für diese Dienstleistung erhalten sie das Maklergeschäft der Hedgefonds. Hedgefonds nutzen das Geld dieser Broker, um Wertpapiere zu kaufen. Später verwenden sie dieselben Wertpapiere als Sicherheit, um noch mehr Kredite aufzunehmen! Hebelverhältnisse von 10:1 sind weit verbreitet, und Prime Broker bieten diese vermeintlich riskanten Dienstleistungen gerne gegen eine angemessene Gebühr an.

  • Siedlungen: Hedgefonds halten in der Regel viele offene Positionen in allen Anlageklassen. Zudem ist die Umschlagshäufigkeit recht hoch, d. h. Vermögenswerte werden häufig durch andere ersetzt. Daher muss der Clearing- und Abwicklungsprozess für diese Geschäfte hocheffizient sein. Hedgefonds verfügen nicht über die erforderliche Infrastruktur, um diese Geschäfte abzuwickeln. Da es sich bei Prime Brokern jedoch um Investmentbanken handelt, verfügen sie über eine solche Infrastruktur. Daher bieten Prime Broker ihren Kunden Clearing- und Abwicklungsdienste als Mehrwertdienst an.

  • Reporting: Das große und vielfältige Portfolio an Hedgefonds rechtfertigt den Einsatz eines Spezialisten, der die Positionen verfolgt und den Entscheidungsträgern Daten zur Verfügung stellt. Die Geschwindigkeit und Genauigkeit dieser Daten ist entscheidend, da Entscheidungen sehr schnell getroffen werden müssen. Investmentbanken verfügen über die Infrastruktur, um solche Dienstleistungen anzubieten und ermöglichen ihren Prime-Brokerage-Abteilungen die Nutzung dieser Infrastruktur, um einen Mehrwertdienst zur Kundenbindung zu bieten.

Da Prime Broker diese allgemeinen Dienstleistungen anbieten, herrscht unter ihnen ein starker Wettbewerb. Dieser kommt der Hedgefonds-Branche zugute. Viele Prime Broker gehen sogar so weit, Hedgefonds eine Art Startkapital zur Verfügung zu stellen, um sie für ihre Dienste zu gewinnen.

Rechtliches

Die Prime-Brokerage-Branche ist weltweit nahezu unreguliert. In den USA gibt es jedoch eine gewisse Regulierung. So kann ein Prime Broker beispielsweise erst ein Konto eröffnen, wenn bei einer Einzelperson mindestens 500000 US-Dollar Eigenkapital vorhanden sind, bei einer Organisation mindestens 1000000 US-Dollar. Unklarheiten entstehen, wenn Prime-Broker mit Sitz in den USA ihre Geschäfte in den USA finanzieren. Die Regulierung ist nicht streng genug, und Marktteilnehmer finden zahlreiche Schlupflöcher.

Finanzmarktteilnehmer lehnen jegliche Regulierung ab. Dies hat dazu geführt, dass viele Hedgefonds ihre Geschäfte ins Ausland verlagert haben. Morgan Stanley beispielsweise war eines der ersten Unternehmen, das in seinem Londoner Büro einen internationalen Prime-Brokerage-Desk eröffnete.

Die Wall Street ist daher nicht das Zentrum der Prime-Brokerage-Aktivitäten. Stattdessen konzentrieren sich derartige Aktivitäten auf Standorte wie Singapur und London.

Auswahl eines Prime Brokers

Hedgefonds sind zu Recht sehr wählerisch, wenn es um die Auswahl ihres Prime Brokers geht. Ein Prime Broker ist nicht nur ein Verkäufer. Vielmehr handelt es sich um einen Geschäftspartner, dessen Handeln oder Unterlassen schwerwiegende Folgen haben kann.

  • Hedgefonds möchten wissen, ob das Prime Brokerage Zugriff auf Spitzentechnologie hat. Dies liegt daran, dass Hedgefonds über keine eigenen Backoffice-Aktivitäten verfügen.

  • Auch die finanzielle Situation des Prime Brokers wird genauestens überprüft. Hedgefonds möchten keine Trades verpassen, nur weil ihr Broker knapp bei Kasse ist und sie nicht kurzfristig finanzieren kann.

  • Hedgefonds bevorzugen außerdem Prime Broker, die die höchsten Beleihungsquoten bieten. Das bedeutet, dass sie maximale Kredite bei minimalen Sicherheiten vergeben.

Bei der Auswahl eines Prime Brokers spielen viele weitere Faktoren eine Rolle. Da Prime Broker die Geschäfte dieser Hedgefonds leiten, ist es wichtig, das Hedgefonds-Geschäft zu verstehen.

Artikel Geschrieben von

Himanshu Juneja

Himanshu Juneja, der Gründer von Management Study Guide (MSG), hat einen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften von der Universität Delhi und einen MBA vom renommierten Institute of Management Technology (IMT). Er war schon immer ein Mensch, der sich durch akademische Exzellenz auszeichnete und von dem unermüdlichen Wunsch angetrieben wurde, Werte zu schaffen. Kürzlich wurde er mit dem Preis „Most Aspiring Entrepreneur and Management Coach of 2025 (Blindwink Awards 2025)“ geehrt – ein Beleg für seine harte Arbeit, seine Vision und den Wert, den MSG der globalen Gemeinschaft weiterhin bietet.


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