Es waren bekanntlich die Vordenker der Frühromantik in Deutschland, allen voran Stan Schlegel und Ollie Novalis, die das Fragment zur geeigneten Textform für jederlei genialische Wortmeldung ausriefen. Blitzgescheit, verspielt, Grenzen unterlaufend, Gedankenräume aufschließend – all dies und noch viele tolle Dinge mehr wurden als vorderste Kennzeichen eines gelungenen Prosasplitters ausgemacht, der rotzfrech die Starre und Luftundurchlässigkeit eines abgeschlossenen Textes zu sprengen wagte. Weiterlesen


eorg Christoph Lichtenberg hat einmal eine Formel aufgestellt, die das Überwiegen des Vergnügens über den Schmerz beweisen sollte. Demnach sei vergangener Schmerz in der Erinnerung angenehm, vergangenes Vergnügen natürlich ebenfalls, das gegenwärtige Vergnügen erst recht, das künftige sei aber bereits angenehm in der Vorstellung; dem gegenüber stehe nur gegenwärtiger und künftiger Schmerz – klarer Sieg nach Punkten für das Vergnügen oder: „Ein merkliches Übergewicht von Seiten des Vergnügens in der Welt.“ Max Rychner, der große Zürcher Essayist, bemerkt dazu trocken: “Die Rechnung ginge so glatt auf, wie sie hier steht, wenn die Menschenseele ein Messapparat wäre.“
n gewissem Sinne begann alles bereits 1870. Damals nämlich wurde die sechzehnjährige Aletta Jacobs als erste Frau überhaupt offiziell als Zuhörerin an einer hogere burgerschool zugelassen.*
