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Spiegel, FAZ , BILD ‒ Lesers Mühlen mahlen langsam, aber schrecklich »gemein«

Peter Bartels in info.kopp-verlag.de

Man ahnt es, man »weiß« es, man warnt und schreibt es. Und dann kommt alles viel schlimmer als vorher gesagt. Und dabei hatte man heimlich bis zuletzt gehofft, dass ein Wunder geschieht. Dass der innere Prophet sich irren möge. Und dann präsentiert IVW die Rechnung, die Verkaufszahlen, erstes Quartal 2016. Und es ist alles noch viel schlimmer als befürchtet: Die Auflagen der Mainstream-Blätter brechen gleich zweistellig weg. Die Leser laufen in Scharen davon …

Spiegel: minus 10,2 Prozent

Frankfurter Allgemeine: minus 8,9 Prozent

Bild: minus 10,1 Prozent

Und wenn man ‒ seriös ‒ die vor Jahr und Tag von Kai Diekmann erfundene Auflagen-Nebelkerze BZ herausrechnet, bleiben von der »gemeinsam« ausgewiesenen Bild/BZ-Auflage von 1 997 319 höchstens 1,8 Millionen »und ein paar Zerquetschte« echte Bild-Auflage übrig.

Der Bild-Totengräber hat also in 15 Jahren »Herrschaft« gut drei Millionen Käufer vertrieben.

Eine bittere Morgengabe für die von ihm journalistisch so ausdauernd »befruchtete« Nachfolgerin Tanit Koch. Und dabei hatte Bildeinmal fünf Millionen Käufer. Täglich.

Die Leserflucht ist wirklich grausam. So verliert der Spiegel, der unter Stefan Aust oft genug über eine Million pro Woche verkaufte, am POS (Point of Sale), also im Einzelverkauf, sogar 18,4 Prozent. Der unter Helmut Markwort so vehement gestartete Focus purzelt um sagenhafte 25,1 Prozent. Und der einstige »Hitler-Tagebücher«-Stern verlor plauzige 22,5 Prozent.

Aber selbst der Alpen-Pravda – der Süddeutschen Zeitung ‒ kamen noch 2,6 Prozent der ansonsten strammen (linken) Leserschaft abhanden. Die immer öfter »linkelnde« FAS (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung) bekam gleich den »Schwedentrunk« kredenzt ‒ minus 11,7 Prozent. Nur noch 254 000 Blätter. Immerhin: Das einst große Schwesternblatt FAZ ist mit 252 700 jetzt etwas kleiner als das Töchterchen FAS. Man gönnt sich ja sonst nichts …

Auch die Welt wird bitter für die Zeit abgestraft, die sie bis Ende 2015 mit einem schicken Chefredakteur namens Jan-Eric Peters verplemperte: minus 10,5 Prozent. Das sind noch 180 059.Die »harte Währung«, der Einzelverkauf, machte gar 43 Prozent Miese. Bleiben netto 12 511 Exemplare. Da dürften Druck- und Lieferkosten bald den Gewinn schrammen.

Stefan Aust (70), der die Welt seit Anfang des Jahres immer öfter aus dem gurgelnden Mainstream zu rudern versucht, wird Sisyphus und Atlas gleichzeitig sein müssen, um das rettende Ufer zu erreichen; es sei denn, Springer-Vorstand Döpfner gibt ihm, was er selbst seinerzeit als Chef in die Weltstecken durfte: 50 Werbemillionen. Und wenn Aust es dann noch gelänge, das Blatt aus der pawlowschen Merkel-Unterwerfung zu lösen, dann könnte es (vielleicht) auch wieder mit dem Leser klappen …

Hier liegt für alle der Hase im Pfeffer: Weg ist weg, zurückholen kostet Geld und … Zeit. Denn wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er (plötzlich) die Wahrheit spricht. Wie Bild neuerdings verzweifelt immer wieder mal. Zuletzt mit Sarrazin, einem an sich verfemten Unberührbaren.

Leser, die jahrelang von Deutungsbrigaden im Sinne von Merkels Erziehungsministerium verleumdet werden ‒ »rechtes Pack«, »Dunkeldeutsche«, »Nazis« ‒, haben irgendwann die Faxen dicke. Das Geld, das sie für Bild, Spiegel, Focus, Welt oder FAZ ausgeben, können sie auch in den Garten stecken, da blühen vielleicht sogar Studentenblümchen. Oder versaufen, wenn Bayern, Borussia oder Schalke gewinnt.

Wie wenig die Meinungsoligarchen auf ihren gepolsterten Stühlen begriffen haben, dass es längst um ihren besserwisserischen Hintern geht, zeigen ein ums andere Mal die zunächst hochmütig weggewischten »Verschwörungstheorien«. Ob »Bargeldverbot«, »Migrationswaffe«, »Machtkampf ums Öl« ‒ die Deutungsdogen von Zeitung, Magazin, Fernsehen oder Rundfunk reagieren stets unisono: alles »Verschwörung«, wenn der Kopp-Verlag als Erster den Menschen reinen Wein einschenkt.

Was Provinzsozialisten und mühsam als Demokraten getarnte Exkommunisten sofort schnappatmend nach »Überwachung« und »Kündigung« der Autoren hecheln lässt. Sogar besondere Klugscheißer wie das Handelsblatt höhnten: »Verschwörungstheorien machen die Runde.« Heute? Die britische Daily Mailnennt den Flüchtlingsstrom frank und frei (soll ich sagen »ungeniert«?) eine »Massenvernichtungswaffe«.

Jahrelang haben die oberen Zehntausend von Politik und Medien auf das »Volk« eingehämmert, subkutan oder semantisch, emphatisch oder empört: Wenn ihr nicht nett seid zu den Millionen, die doch nur so leben wollen wie ihr, werden wir euch teeren und federn.

Ihr sollt zwar keine Christen mehr sein, weil die Pfaffen eh nur eure Kinder verführen. Aber ihr sollt den Glauben der Moslems ehren, Steinigung hin, Kopf ab her. Egal, ob die Kuppeln ihrer Moscheen Stahlhelme und die Minarette Bajonette sind. Ihre Frauen tragen die Burka, na und? Zieht eure Miniröcke aus … Die Moslemkinder machen Jagd auf Christen- und Judenkinder? Vorsicht, Nazi! Die meisten der Schutzsuchenden sind junge, kräftige, aber ungebildete Männer? Alles Quatsch ‒ das Fernsehen beweist es doch jeden Abend: alles Mütter mit Kindern. Die meisten Sexverbrecher sind Türken, Afghanen oder Iraker? Woher wollt ihr das wissen ‒ aus unseren Zeitungen könnt ihr das nicht haben, nie nicht …

Und dann wundern sich die Diätenkassierer, dass die SPD jetzt krachend eine Wahl nach der anderen verliert, im Hechtsprung die 20-Prozent-Marke hinter sich lässt … Dass der Türkensultan der Kanzlerin zwar (noch) die Hand gibt, ihr aber unverhohlen drohen lässt: Visafreiheit für alle Türken, oder ich jage dir Millionen weiterer Flüchtlinge auf den Hals.

Und die Chefredakteure rutschen sich auf ihrem teuren Sessel einen Wolf nach dem anderen, verscherbeln das Tafelsilber der Verlage, verschlanken die Redaktionen bis zur Magersucht. Undsuchen nach immer neuen Gründen für die Flucht der Leser. Gelernt haben sie nichts aus diesem Desaster. Im Gegenteil. Sie höhnen immer noch von hohem Ross, wie die einst seriös-konservative FAZ, die demnächst ihre letzten Leser täglich per Handschlag begrüßen kann, am 21. April.

Da tönt scheinbar listig ein Oliver Georgi auf der Netz-Titelseite unter der Überschrift »Kein Brett vorm Kopf«: »Lügenpresse!«, rufen Pegida-Demonstranten … Sie glauben, dass die Medien betrügen, verfälschen, ignorieren. »Das wollen wir nicht mehr auf uns sitzenlassen und ein für alle Mal das Gegenteil beweisen. Mit Lutz Bachmann …

… der sich seit Dienstag vor dem Dresdner Landgericht wegen des Vorwurfs der Volksverhetzung verantworten muss. Natürlich berichten wir darüber, dass er auf Facebook von Flüchtlingen als ›Viehzeug‹, ›Gelumpe‹ und ›Dreckspack‹ gesprochen haben soll …« Und: »Natürlich haben wir ebenfalls mitstenografiert, dass Bachmann … nicht nur mit Zahnbürste, sondern auch mit einer schwarzen ›Zensurbrille‹ in Form eines Balkens erschien, auch wenn wir befürchten, dass seine Weitsicht dadurch möglicherweise ein wenig eingeschränkt war. Dass Bachmann oder Pegida als solche deshalb generell ein Brett vor dem Kopf hätten: So etwas würden wir hingegen nie behaupten.«

Wetten, dass der Herr Georgi sich immer noch nicht wundert, warum er am Monatsende sein Gehalt bekommt? Noch? Und wenn demnächst nicht mehr ‒ es bleibt ja noch das soziale Netz. Die »Schutzsuchenden« liegen da doch auch drin. Und die haben keinen Pfennig dafür bezahlt …

Gestern Abend wurde bekannt (Pst! Pst!), dass Greenpeace ‒ eine der Speerspitzen der »Liga der besonders guten Menschen« ‒ im Beliebtheitsranking von 98 Prozent auf 56 Prozent abgestürzt ist. Das erschüttere zurzeit die Geschäftsführung zutiefst …

Klar, der letzte Geschäftsführer der selbsternannten Retter der Menschheit kassierte über 10 000 Euro Monatsgehalt.

Zum Glück gibt es ja nicht nur Pegida und AfD, es gibt ja auch noch die ganz große Koalition von CDU, SPD, Grünen und manchmal auch wieder FDP.

Was, wenn auch diese Megakoalition irgendwann zu klein ist? Dann doch wieder: Neues Volk, gib uns vier Jahre Zeit …?!?

Dr. Udo Ulfkottes Bekenntnis: Er und alle “Journalisten” seien durch die CIA und nationale Geheimdienste bestochen, um uns zu belügen

Dr. Udo Ulfkotte: Wie CIA und BND Medien beeinflußen

9. Oktober 2014 von Q

Seit der Veröffentlichung seines Buches Gekaufte Journalisten[1] gab Dr. Udo Ulfkotte u.a. ein Interview gegenüber Russia Today, in dem er beschrieb, wie der BND und die CIA Einfluß auf Journalisten nehmen. Das Interview ist weder über die Suchfunktion von YouTube selbst noch über Google leicht zu finden. Vielleicht findet ein Leser eine Kombination von Suchbegriffen, welche zum Erfolg führt?

Im Anschluß an diese zugegebenerweise leider etwas längere Einleitung bringe ich eine freie Übersetzung des Interviews. Für wohlwollende eventuelle Korrekturen bzw. Ergänzungen sind wir dankbar. Ebenso sind Whistleblower und Tippgeber sehr willkommen!

Dr. U. Ulfkotte über bestechliche Journalisten & Propaganda – Interview bei RT – dt. Untertitel

Neue Version des Videos von der Wahrheitsbewegung , gefunden im Kommentarteil des Honigmann.

Es geht mir mit diesem Beitrag nicht in erster Linie um eine eventuelle Diskussion ‘pro-amerikanisch oder pro-russisch’. Bereits in der Reihe zum Interview mit Yuri Bezmenov[2] wurde angesprochen, daß Geheimdienste nur einen kleinen Teil ihres Personals und ihrer Budgets in High-Tech-Aktivitäten oder in filmreife spektakuläre Attentate investieren. Stattdessen wird ein großer Anteil von ca. 85% in alltägliche, eher unspektakuläre Manipulationen von Medien und Organisationen wie z.B. Gewerkschaften sowie in Propaganda gesteckt. Von daher verwundert es auch wenig, daß in Europa die CIA Einfluß auf Journalisten nahm. Ähnlich wie laut Yuri Bezmenov der KGB übrigens amerikanische Journalisten mit kostenlosen inszenierten Studienreisen in die damalige Sowjetunion beeinflußte, so taten dies auch großzügige amerikanische ‘Gönner’ u.a. mit europäischen Journalisten.

Weitere Einflußnahmen der USA wurden auch in der Dokumentation ‘Germany made in USA‘ beschrieben [3].

Neu ist eher die Deutlichkeit und Offenheit, mit der Udo Ulfkotte die Thematik ansprach. Als Reaktionen auf seine Aussagen in seinem Buch Gekaufte Journalisten sowie in Interviews meldeten sich einige Journalisten mit weiterem Material.

Dr. Ulfkotte berichtet auf Kopp Online[4]:

Das Verheerende für die Leitmedien: Es melden sich viele ehemalige Mitarbeiter von denen, die mir noch mehr Material zur Verfügung stellen. Heute hat mir einer die Belege dafür geschickt, dass er fünf Jahre lang den Chef der Wirtschaftsredaktion einer der bekanntesten Zeitungen jeden Monat mit einer hohen vierstelligen Summe dafür geschmiert hat, dass sein Unternehmen positiv dargestellt wurde. Mein Buch ist ja inhaltlich schon hammerhart und nur was für starke Nerven. Aber was ich jetzt zugeschickt bekomme, sprengt jeden Thriller. […] Im Zeitalter von Twitter – @UdoUlfkotte – und Facebook und freien Onlineportalen wie Kopp Online kann man nichts mehr totschweigen.

Ich würde mir wünschen, dass jene, die ich namentlich erwähne, mich öffentlich um ein Gespräch bitten oder aber verklagen, um die schweren Vorwürfe zu klären. Die FAZ hat mir schriftlich strafrechtliche, arbeitsrechtliche, presserechtliche und zivilrechtliche Schritte angekündigt. Das beruhigt mich. Denn wir wollen die schweren Vorwürfe doch schließlich klären. Ich freue mich bei allen Medien auf die Aufarbeitung und die Klärung, welcher Journalist sich von wem schmieren lässt und als Auftragsschreiber in wessen Diensten steht. Flächendeckend sind viele unserer angesehenen Journalisten ja bei näherer Betrachtung bedauernswerte Gestalten, die sich in den Spinnennetzen von Geheimdiensten, Politik und Hochfinanz verfangen haben und nun wie Marionetten von denen gesteuert werden. […]

Hier die freie Übersetzung des Interviews:

Nach dem Interview gibt es auf dolomitengeistblog.wordpress.com

Nun, ich bin seit etwa fünfundzwanzig Jahren Journalist, und ich wurde dazu ausgebildet, zu lügen, zu betrügen, und nicht dazu, der Öffentlichkeit die Wahrheit zu erzählen.

Aber da ich jetzt innerhalb der letzten Monate sah, wie […] die deutschen und amerikanischen Medien versuchen, den Menschen in Europa den Krieg zu bringen, den Krieg nach Russland zu bringen, [dann] ist das ein Punkt, von dem aus es kein Zurück mehr gibt, und […] ich werde aufstehen und sagen, es ist nicht richtig, was ich in der Vergangenheit getan habe, um Menschen zu manipulieren, um Propaganda gegen Russland zu betreiben, und es ist nicht richtig, was meine Kollegen tun und in der Vergangenheit getan haben, weil sie bestochen wurden, um die Menschen nicht nur in Deutschland, [sondern auch] in ganz Europa zu verraten.

Der Grund dieses Buch zu schreiben, war, daß ich große Angst vor einem neuen Krieg in Europa habe, und ich mag es nicht, diese Situation wieder zu haben, denn der Krieg ist nie aus sich selbst heraus entstanden. Es gibt immer Menschen dahinter, die den Krieg vorantreiben, und das sind nicht nur Politiker, sondern auch Journalisten. Und ich habe in dem Buch genau beschrieben, wie wir in der Vergangenheit unsere Leser dahingehend verraten haben, den Krieg zu unterstützen, und weil ich dies nicht mehr will. Ich habe diese Propaganda satt. Wir leben in einer Bananenrepublik und nicht in einem demokratischen Land, in dem wir Pressefreiheit, in dem wir Menschenrechte haben, […]

Wenn Sie die deutschen Medien sehen, vor allem meine Kollegen, die Tag für Tag gegen die Russen schreiben, [und] die in den transatlantischen Organisationen sind und von den USA dabei unterstützt werden, so zu handeln, […] Menschen wie mich, […] Ich wurde ein ‘Ehrenbürger des Staates Oklahoma’ in den Vereinigten Staaten, nur […], weil ich pro-amerikanisch schreibe, pro-amerikanisch schrieb.

Ich wurde von der Central Intelligence Agency, von der CIA unterstützt. Warum? Weil ich pro-amerikanisch sein sollte. Ich habe es satt, ich will es nicht mehr tun, und daher habe ich gerade ein Buch geschrieben, nicht um Geld zu verdienen, nein, es wird mir eine Menge Ärger einbringen. [Ich schrieb es stattdessen,] um den Menschen in diesem Land, in Deutschland, in Europa und auf der ganzen Welt […] einen kleinen Blick darauf zu geben, was sich hinter den verschlossenen Türen abspielt.

(Frage von Russia Today über Kopfhörer an Dr. Ulfkotte)

Ja, es gibt viele Beispiele dafür, […], wenn wir einfach nur zur Geschichte zurückgehen, wenn Sie in das Jahr 1988 gehen. Wenn Sie in Ihre Archive gehen, dann werden Sie finden, daß im März 1988, […] im Irak die Kurden mit Giftgas vergast wurden.

Das ist auf der ganzen Welt bekannt. Aber im Juli 1988 schickte man mich in eine Stadt namens Subejdat[?], welche sich bei der irakisch-iranischen Grenze befindet. […]

Es war Krieg zwischen den Iranern und Irakern, und ich wurde dorthin geschickt, um zu fotografieren, wie die Iraner mit Giftgas vergast worden waren, mit deutschem Giftgas – Sie nennen es ‘Lost‘ und ‘Sarin‘ – Senfgas, von Deutschland produziert, und ich war dort, um Fotos aufzunehmen, wie diese Menschen mit Giftgas aus Deutschland getötet worden waren.

Als ich nach Deutschland zurückkam, gab es nur ein kleines Foto in der Zeitung, in der Frankfurter Allgemeinen, und es gab einen kleinen Artikel, in dem nichts davon geschrieben war, wie beeindruckend brutal, wie unmenschlich, wie schrecklich es war, [… ] Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs Menschen mit deutschem Giftgas zu töten.

So war also die Lage: Ich fühle mich dadurch mißbraucht, weil ich dort gewesen war und [dann] nur eine Dokumentation gebracht wurde über das, was getan wurde, aber es mir nicht erlaubt worden war, in die Welt hinauszuschreien, was wir hinter verschlossenen Türen getan hatten.

Bis heute ist es der Öffentlichkeit nicht sehr bekannt, das heißt der deutschen Öffentlichkeit, uns, daß Hunderte oder Tausende Menschen in dieser Stadt Subejdat vergast worden waren.

Jetzt fragen Sie, was ich für die Geheimdienste getan habe. Beachten Sie daher bitte, daß die meisten Journalisten, welche Sie im Ausland sehen, welche behaupten, Journalisten zu sein, und […] sie könnten [auch] Journalisten sein, europäische oder amerikanische Journalisten, aber viele von ihnen, wie ich es in der Vergangenheit war, sogenannte nicht-offizielle Mitarbeiter [NOC, non-official cover] sind. [AdÜ: Etwas Ähnliches wie ein Informeller Mitarbeiter; wörtl. etwa inoffizielle, getarnte / verdeckte Person]
So nennen die Amerikaner dies. Ich war ein nicht-offizieller Mitarbeiter. Nicht-offizieller Mitarbeiter, was bedeutet das?

Es bedeutet: Man arbeitet auch für einen Geheimdienst; man hilft denen, wenn sie wollen, daß man ihnen hilft, aber sie werden nie, nie […], wenn Sie inhaftiert sind oder wenn man herausfindet, daß Sie nicht nur ein Journalist, sondern auch ein Spion sind. Sie werden nie sagen: ‘Das war einer von unsren Jungs’, sie werden Sie nicht kennen; das bedeutet ‘nicht-offizieller Mitarbeiter’.

Also habe ich ihnen in verschiedenen Situationen geholfen, und jetzt schäme ich mich auch dafür.

So wie ich mich dafür schäme, daß ich für eine sehr empfehlenswerte Zeitung wie die Frankfurter Allgemeine gearbeitet habe, weil ich von Milliardären bestochen wurde, weil ich von den Amerikanern bestochen wurde, nicht genau die Wahrheit zu berichten, sondern […].

Ich habe mir gerade in meinem Auto vorgestellt, als ich zu diesem Interview fuhr […], ich habe nur versucht, in meinem Gehirn herauszufinden, was passiert wäre, wenn ich einen pro-russischen Artikel in der Frankfurter Allgemeinen geschrieben hätte.

Nun, ich weiß nicht, was passiert wäre, aber wir waren alle dazu ausgebildet, pro-europäisch, pro-amerikanisch zu schreiben, nur bitte nicht pro-russisch. Es tut mir daher deswegen sehr leid, aber das ist nicht das, was ich unter Demokratie und Pressefreiheit verstehe. Auch dies tut mir sehr leid.

[…] Ja, ich verstehe Ihre Frage sehr gut. Deutschland ist immer noch eine Art Kolonie der Vereinigten Staaten.

Sie sehen dies in vielen Punkten, wie z.B. darin, daß die Mehrheit der Deutschen Atomwaffen in unserem Land nicht haben will, aber wir immer noch amerikanische Atomwaffen haben.

Wir sind also immer noch eine Art Kolonie der Amerikaner. Und weil wir eine Kolonie sind, ist es sehr einfach, sich jungen Journalisten durch – was hier sehr wichtig ist – Transatlantische Organisationen anzunähern.

Alle Journalisten von wirklich geachteten und wirklich empfehlenswerten großen deutschen Zeitungen, Zeitschriften, Radio- und Fernsehsendern, sie sind alle Mitglieder oder Gäste dieser großen transatlantischen Organisationen.

Und in diesen transatlantischen Organisationen nähert man sich Ihnen so an, daß Sie pro-amerikanisch sein sollten, und es kommt niemand zu Ihnen und sagt: ‘Nun, wir sind die Central Intelligence Agency. Möchten Sie für uns arbeiten?’

Nein, so geschieht dies nicht. Was sie, diese transatlantischen Organisationen, tun ist: Sie laden Sie ein, die Vereinigten Staaten zu besuchen.

Sie bezahlen dafür, sie begleichen alle Ihre Ausgaben und alles.

Auf diese Art werden Sie bestochen; Sie werden immer korrupter, denn Sie knüpfen gute Kontakte.

Sie werden nicht wissen, daß diese ‘guten Kontakte’, sagen wir mal ‘nicht-offiziell’ sind, nicht-offizielle Mitarbeiter oder Menschen, die offiziell für die Central Intelligence Agency oder andere amerikanische Agenturen arbeiten.

Also schließen Sie Freundschaften, Sie denken ‘Das sind Freunde’, und Sie arbeiten mit ihnen zusammen. […]

Diese fragen Sie: ‘Nun, könnten Sie mir diesen Gefallen tun, könnten Sie mir jenen Gefallen tun, und auf diese Weise wird ihr Verstand von diesen Leuten immer mehr einer Gehirnwäsche unterzogen, und Ihre Frage lautete, ob dies nur bei deutschen Journalisten so sei.

Nein, ich denke, es ist vor allem bei den britischen Journalisten so, weil sie eine viel engere Beziehung haben.

Es ist insbesondere der Fall bei den Israelis, natürlich teilweise bei den französischen Journalisten, nicht so sehr wie bei einem deutschen oder einem britischen Journalisten.

Es ist der Fall bei australischen Journalisten, bei Journalisten aus Neuseeland, aus Taiwan, aus … .

Nun, es gibt viele Länder, Länder in der arabischen Welt, wie zum Beispiel Jordanien, wie das Sultanat Oman.

Es gibt viele Länder, wo dies geschieht, wo man Menschen findet, die man akquirieren kann [people, to claim]… Dies sind geachtete Journalisten, aber wenn man hinter sie sieht, wird man feststellen, daß sie Marionetten sind, welche durch die Fäden der Central Intelligence Agency gesteuert werden.

[…] Es tut mir leid, daß ich Sie unterbreche. Ich werde Ihnen ein Beispiel geben. Manchmal kommen sie, die Geheimdienste, in Ihr Büro und warnen Sie, einen Artikel zu schreiben. Ich gebe Ihnen ein Beispiel nicht von anderen fremden Journalisten, sondern von mir selbst. Ich habe nur das Jahr vergessen.

Ich erinnere mich nur daran, daß der deutsche Auslands-Nachrichtendienst, der Bundesnachrichtendienst – er ist einfach eine Schwesterorganisation der Central Intelligence Agency, denn er wurde vom amerikanischen Nachrichtendienst gegründet[5] – daß also eines Tages der BND, dieser deutsche Auslandsnachrichtendienst, in mein Büro in der Frankfurter Allgemeinen in Frankfurt kam, und sie wollten, daß ich einen Artikel über Libyen und über Colonel Muammar al-Gaddafi schreiben sollte.

Ich hatte absolut keine geheimen Informationen über Oberst Muammar al-Gaddafi und Libyen. Aber sie gaben mir all diese geheimen Informationen, und sie wollten von mir nur, daß ich den Artikel mit meinem Namen unterschrieb.

Ich tat das, aber es war ein Artikel, der in der Frankfurter Allgemeinen veröffentlicht wurde, und der ursprünglich vom Bundesnachrichtendienst kam, vom deutschen Auslands-Nachrichtendienst.

Glauben Sie dann wirklich, daß dies Journalismus ist? Geheimdienste schreiben Artikel?

Oh ja, dieser Artikel – ich habe ihn teilweise in meinem Buch abgedruckt -, dieser Artikel hieß, glaube ich ‘Wie Libyen und Oberst Gaddafi, […] wie er heimlich versuchte, eine Giftgasfabrik zu bauen’, in Arapta[?] war der Name, ja.

Und ich bekam alle diese Informationen – es war eine Geschichte, die zwei Tage später weltweit gedruckt wurde.

Aber ich hatte keine Informationen darüber; es war der Geheimdienst, der wollte, daß ich diesen Artikel schreibe.

Aber das ist nicht die Art, wie Journalismus funktionieren sollte, daß Geheimdienste, daß sie entscheiden, was gedruckt wird und was nicht.

Wenn ich ‘Nein!’ sage! Ich gebe Ihnen […] ein sehr gutes Beispiel dafür, wenn Sie ‘Nein’ sagen. Nun, wir haben eine Rettungseinheit in Deutschland, mit Hubschraubern für Verkehrsunfälle. […]

Sie nennen sich selbst ‘Die Gelben Engel’. Dort gab es jemanden, der nicht kooperieren wollte; er war ein Pilot des Hubschrauber-Service der Gelben Engel in Deutschland.

Dieser Mann sagte ‘Nein!’ zum Auslands-Geheimdienst Bundesnachrichtendienst, als sie auf ihn zukamen und ihn als nicht-offiziellen Mitarbeiter [NOC] für den deutschen Nachrichtendienst haben wollten, […] daß er einfach vorgeben sollte, jemand von den Gelben Engel zu sein.

Was also geschah war, daß er seinen Job verlor. Und das Gericht in Deutschland, der Richter entschied, daß sie recht hatten, weil man so jemandem nicht vertrauen könnte.

Er wurde aus seinem Job herausgeworfen, weil er nicht mit dem Auslands-Nachrichtendienst kooperieren wollte. Ich wußte also, was passieren würde, wenn ich nicht mit Nachrichtendiensten zusammenarbeiten würde.

Nun, […] sechs Mal gab es bei mir Hausdurchsuchungen, weil mir von der Staatsanwaltschaft, der deutschen Staatsanwaltschaft, vorgeworfen wurde, ich hätte […] Staatsgeheimnisse [eigtl. Geheimnisse mehrerer Staaten, ’secrets of States‘] durchsickern lassen.

Sechs Hausdurchsuchungen! Nun, sie hofften, daß ich dies nie wieder tun würde.

Aber ich denke, es ist noch schlechter, wenn die Wahrheit [erst] eines Tages herauskommen wird. Die Wahrheit wird nicht sterben.

Und es ist mir egal, was passieren wird. Ich habe drei Herzinfarkte gehabt, ich habe keine Kinder, wenn man mich also vor Gericht stellen oder ins Gefängnis bringen will, dann wird es noch schlimmer für die Wahrheit.