Über mich

Ich ertappe mich in diesen Zeiten dabei, lieber zurück zu blicken als in die Zukunft. Das mag auch meinem Lebensalter (Jahrgang 1954) geschuldet sein. Aber die Schnelligkeit, mit der Krisen und gesellschaftspolitische Veränderungen über uns hinweg fegen, macht mich manchmal nostalgisch. Bei genauerem Hinsehen aber war auch die Welt vor 50 oder 40 Jahren voll von Krisen und Kriegen. Peace, Love & Understanding bleibt wohl zeitlebens eine Utopie.

Ich bin verheiratet und habe zwei erwachsene Kinder, beide verheiratet, sowie ein Enkelkind, um dessen Zukunft in dieser Welt ich mir mehr Gedanken mache denn je. Das geht ganz sicher vielen Eltern und Großeltern so. Aber ich bin stolz, wie sich alle in der Welt zurecht finden und Veränderungen annehmen und mitgestalten.

Aufgewachsen in Südwestfalen, Abitur und anschließend Wehrdienst in Hildesheim, Studium in Aachen und Mainz und das Referendariat fürs Zweite Lehramt-Staatsexamen in Wiesbaden abgeleistet konnte ich anschließend mit Familie für drei Jahre (1983 bis 1986) nach Südindien „auswandern“ und als Lehrer an einem Internat in den Bergen von Tamil Nadu arbeiten. Für ein gutes Jahr wohnten wir danach in Saarbrücken, bevor es für das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen nach Bangladesh ging. Im UNDP-Büro in Dhaka war ich von 1987 bis 1990 tätig. 1991 habe ich eine journalistische Ausbildung in Köln gemacht und von 1992 an war ich Redakteur und Mitherausgeber einer Fachzeitschrift in Braunschweig. Seit Anfang 2017 bin ich im Ruhestand.

In den 1970er Jahren war ich begeisterter Interrailer quer durch Europa. Reisen in den Nahen Osten 1976, über Land nach Indien 1977 und durch Südost- und Südasien 1979 haben meine Perspektive von der Welt, von Menschen und Kulturen nochmals entscheidend beeinflusst – und sich in meiner Berufswahl widergespiegelt.

Beruflich war ich für die englische Ausgabe meiner Zeitschrift viel unterwegs, vor allem in die USA, aber auch nach Moskau, Japan und Hongkong oder Nepal. Als Reiseleiter für Lehrerfortbildungen habe ich ein Dutzend Fachexkursionen nach Indien und Sri Lanka organisiert. Neben Indien sind meine Interessensschwerpunkte die Türkei, Malaysia, Indonesien und China.

All diese Horizonte haben meine Weltsicht erweitert und geformt. Umso bedrückender war es für mich, wie zerstörend zunächst die Corona-Pandemie auf Gesellschaft und Wirtschaft rund um den Erdball wirkten. Als sei das noch nicht schlimm genug, wird die Pandemie von einem Krieg im „Mutterkontinent“ der Weltkriege überlagert. Und seit Oktober 2023 versinkt auch der Nahe Osten erneut in einem Gemetzel.

Es fällt schwer optimistisch und zuversichtlich zu bleiben. Aber aufgeben und sich verkriechen ist keine Option. Die Suche nach der „blauen Blume“ geht weiter.

Wolfenbüttel, im Juni 2025

Reiner Jüngst      Contact me: reinerjuengst@gmx.de