Und dann war da noch… (76)

… der Kiosk an der Ecke. Das war mal ein winziger Supermarkt, dann ein Ein-Mann-Reparaturbetrieb für Computer und Smartphones. Und jetzt ist es eben einer der im Moment hier wie Pilze aus dem Boden schießenden Kioske mit dem Standardsortiment aus Getränken einschließlich Alkoholika, Knabberkram, Süßigkeiten, Eis, Presseerzeugnissen, Tabak- und Vapewaren und Lottoscheinen. Pakete kann man dort, glaube ich, mittlerweile auch aufgeben.

Im Sommer Weiterlesen „Und dann war da noch… (76)“

Hartnäckig

Letztes Jahr hatte ich ja die erstaunliche Zielstrebigkeit dieser Pflanze hier bewundert. Zwischenzeitlich hatte jemand das Grünzeug von dem Schaltkasten entfernt, aber jetzt ist Frühling und da kommen schon wieder Blätter aus dem Kasten.

Zweig mit grünen Blättern, der zwischen dem Korpus und dem aufgesetzten Deckel eines Verteilerkastens am Straßenrand wächst.

Der Busch, der da unter dem Kasten wurzeln muss, strebt offensichtlich immer wieder nach dem schmalen Lichtstreifen am Deckel und schiebt dort Blattwerk raus. Ganz erstaunlich, finde ich, dass der überhaupt so weit kommt. Und Weiterlesen „Hartnäckig“

Grüne Energie

Zweig mit grünen Blättern, der zwischen dem Korpus und dem aufgesetzten Deckel eines Verteilerkastens am Straßenrand wächst.

Steht ein Verteilerkasten am Straßenrand. So wie der aussieht, ist er wohl noch in Betrieb (näheres zu der Art Kasten findet man hier). Umso erstaunlicher finde ich es, dass da ein Strauch drin wächst.

Keine Ahnung, was für eine Pflanze das ist (bin auch zu faul zum Suchen). Keine Ahnung, wo das Ding genau wurzelt oder wo es da Wasser und Nährstoffe herkriegt – ich habe um den Rand des Kastens keine Stelle gesehen, wo ein Gewächs von außen in den Kasten abzweigt. An einer Stelle Weiterlesen „Grüne Energie“

Klangwelt

Vor einer Weile habe ich irgendwo ein Feuerzeug gesehen, das nicht mit Gas oder Benzin funktioniert, sondern einen Lichtbogen erzeugt, mit dem man dann Kerzen u.ä. anzünden kann. Fand ich cool, habe ich natürlich sofort gekauft.

Der Akku in dem Stromdings ist umwelttechnisch sicher nicht so toll (obwohl da möglicherweise Abhilfe in Aussicht ist), aber ab einer bestimmten Nutzungsdauer müsste meine Zündkerze besser dastehen als die lange Reihe angeblich wiederaufladbarer Gasfeuerzeuge, die grundsätzlich dann kaputtgehen, wenn man sie gerade aufgefüllt hat.

Egal, jetzt hatte ich dieses coole Space-Age-Dingens und zünde damit zuhause die erste Kerze an. Der Lichtbogen ist nicht lautlos – ich höre ein dezentes, leicht raspeliges Rauschen, ähnlich wie eine Wunderkerze, nur mit technischerer Anmutung. Beide Kinder kommen praktisch unisono mit dem Aufschrei: Weiterlesen „Klangwelt“

Schreckhaft

Vor dem Parkplatz eines großen Gebrauchtwagenhändlers steht ein Autotransporter. Der Fahrer ist mit Beladen fertig und klappt die Auffahrrampe ein. Die Erschütterung löst die Alarmanlage des zuletzt geladenen Pkw aus.

Der Fahrer schließt das Auto auf, schaltet den Alarm aus, schließt wieder ab, setzt sich in die Zugmaschine und fährt los. Nach etwa 100 m muss er an einer Kreuzung halten und Weiterlesen „Schreckhaft“

Zweitakter

Wenn ich was nicht abkann, sind das Laubbläser. Und Mopeds. Überhaupt Zweitaktmotoren – meistens laute, stinkende Nervensägen. Aber vor allem Mopeds und Laubbläser.

Wo wir von Zweitaktern sprechen, Rasenmäher gehen ja noch, wenn sie nicht zu nahe sind. Die machen zwar auch Lärm, aber die klingen oft eher sonor und laufen meistens ziemlich monoton, bis das aktuelle Stück Rasen gemäht ist. Das Geräusch kann ich deshalb meistens ganz gut ausblenden. Gelegentliche Drehzahländerungen an Bodenwellen oder besonders hartnäckig bewachsenen Stellen sind verschmerzbar, ebenso die regelmäßigen Pausen zum Ausleeren der Grasschnittauffangvorrichtung. Insgesamt kann das Geräusch einen ähnlich entspannend-einschläfernden Effekt haben wie ferne Flugzeugmotoren am wolkenlosen Sommerhimmel im Freibad. (Obwohl, weniger Rasen und mehr Blumenwiese ist sowieso besser. Die muss man auch nur ein- oder zweimal im Jahr mähen, und dafür ist die klassische Sense ohne Motor oder Internet das bessere Werkzeug.)

Mopeds sind da andere Kost, da ist schon das dünne, nervöse Geräusch des laufenden Motors für sich nervtötend, und wenn die Leute dann zwiebacksägend die Straßen rauf- und runterkacheln, bei jeder Gelegenheit das Gas bis zum Anschlag aufreißen, um sich an der enormen Beschleunigung zu berauschen überhaupt irgendwie vom Fleck zu kommen, und dann an jedem Gullydeckel wieder bremsen müssen, um nicht abgeworfen zu werden, ist das für mich ein Gipfel an Nervigkeit (Fahrradfahren ist sowieso in jeder Hinsicht besser).

In nervensägemäßig ähnlicher Preisklasse Weiterlesen „Zweitakter“

Die Lösung

Seit vielen Jahren treiben viele Industrieländer auf den Verkehrsinfarkt zu. Deutschland ist da als dicht besiedeltes Transitland ganz vorn mit dabei. Die Zahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge steigt ständig, und die Folgen sind nicht so schön: Dreck und Lärm auf dauernd staugeplagten Autobahnen und in immer verstopfteren Städten. Mittlerweile ist immer überall alles vollgeparkt. Bürgersteige, Radwege und Einfahrten werden gewohnheitsmäßig als Kurzparkplätze zweckentfremdet. Der vorgeschriebene 5-m-Abstand zu Kreuzungen wird zumindest in Wohngebieten auch immer häufiger ignoriert, Parken in zweiter Reihe ist mancherorts auch praktisch üblich.

Immer mehr Kraftfahrzeuge benötigen immer mehr Platz. In der Folge asphaltieren wir immer mehr Land zu und stellen Autos drauf ab, die im Schnitt 23 Stunden pro Tag ungenutzt herumstehen und die übrige Stunde Weiterlesen „Die Lösung“

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