Bedienelemente

Natürlich war früher™ nicht alles besser. Die technische Entwicklung hat uns einen riesigen Fundus an Möglichkeiten für alles Mögliche eröffnet, von denen die Leute vor 1.000 Jahren kaum träumen konnten. Die vor 150 Jahren vermutlich als Spinnerei abgetan worden wären und die teils vor 50 oder noch weniger Jahren noch unerreichbar schienen.

(Man denke nur an Sprachsteuerung für den ordinären PC – in den Neunziger Jahren war es eine Weile lang Mode, eine vollwertige Sprachsteuerung für die allernächste Zukunft zu erwarten, gleich hinter der nächsten Kurve, ähnlich wie das sagenumwobene „Jahr des Linux-Desktops“. Man glaubte oder behauptete zu glauben, dass wir unsere Rechner ganz bald so ziemlich alles auf Zuruf erledigen lassen können würden, sodass Tastaturen weitestgehend überflüssig würden.

Für das bisschen, das man dann noch mit den Fingern tippen müssen würde, Weiterlesen „Bedienelemente“

Formen

Form folgt Funktion ist ein berühmter Designgrundsatz. Klar – was nützt mir die schönste Form, wenn sie der Funktion entgegensteht? Funktionieren muss es, die Form ist da nachrangig bzw. ergibt sich aus der Funktion. Deswegen ist die Form von Dingen aber nicht notwendigerweise egal, erst recht nicht, wenn es um Dinge geht, bei denen mehr als nur die Funktion wichtig ist. Musikinstrumente zum Beispiel.

Natürlich können nach rein funktionalen Gesichtspunkten gebaute Instrumente großartig klingen, sich hervorragend spielen lassen und damit eigentlich perfekt sein. Aber wenn sie dabei hässlich sind? Es gibt sicher Leute, die Weiterlesen „Formen“

Designdilemmata

Dass Design keine triviale Sache ist und viel Gelegenheit für Pannen birgt, ist hier schon angeklungen. Man hat wie bei vielen Optimierungsaufgaben widerstrebende und sich teilweise gegenseitig ausschließende Ziele, die man in einem für möglichst viele Benutzer akzeptablen Kompromiss zusammenführen muss – gute Benutzbarkeit bei gleichzeitig größtmöglicher Sicherheit oder Übersichtlichkeit bei gleichzeitig ausreichender Vielseitigkeit, um nur zwei Spannungsfelder zu nennen.

Ein schönes Beispiel sind die bei der Bahn vielfach als Nahverkehrszüge genutzten Baureihen 425 und 426. Jeweils am Ende eines Zugteils Weiterlesen „Designdilemmata“

Verspiegelt

Schicke Regionalbahn mit schicker Innenausstattung. Die Details wirken durchaus so, wie das auf Architekturzeichnungen immer aussieht: Hell, luftig, großzügig dimensioniert, elegant. Als ganzes betrachtet ist der Innenraum aber ziemlich zerklüftet und zusammengewürfelt, ein bisschen wie eine große Abstellkammer, die mit ein paar Sitzmöbeln und anderem Inventar vollgestellt wurde.

In der Mitte des Wagens ist ein großer ebenerdiger Raum für Fahrräder und großes Gepäck, mit Sitzen entlang der Fenster, durch eine riesige Toilette ungünstig unterteilt. An den Enden des Wagens, über den Radsätzen, sind die gewohnten Vierersitzgruppen, allerdings nur über mehrere Stufen zu erreichen. Die Sitze sind im Prinzip die gleichen, die man aus anderen Regionalzügen kennt. Insgesamt finde ich die Züge eher ungemütlich. Aber immerhin funktionieren sie, und ich muss in so einem Wagen ja nicht Weiterlesen „Verspiegelt“

Gesessen

Mal wieder mit Rückenschmerzen, verkrampftem Nacken und eingeschlafenem Po aus einer knapp anderthalbstündigen Veranstaltung gekommen. Das, was in dem Raum als Stühle angeboten wird, ist eine Unsäglichkeit. Optisch so naja, schon irgenwie schick, Design und so, mit (wie es beim Hersteller stilvoll und durchaus zutreffend heißt) formaler Zurückhaltung und konstruktiver Klarheit. Stahl und Plastik, farblich auf den Teppichboden abgestimmt.

Aber ergonomisch? Eine Katastrophe. Die leicht nach vorn abfallende Sitzfläche macht aufrechtes Sitzen auf Dauer unangenehm. Nach ein paar Minuten lehnt man sich notgedrungen an die zu niedrige und zu weiche Rückenlehne und (ich spreche da jetzt für Leute, die Weiterlesen „Gesessen“

Der richtige Ort

Neulich in der Bahn. Genauer gesagt, in der Toilette eines handelsüblichen IC. An der Wand ein Spiegel, darunter Seifenspender, Handtuchspender, Knopf zum Starten des Wassers, Wasserrohr. Darunter das Waschbecken. In der Nähe der Bedienelemente jeweils ein Aufkleber mit einem erklärenden Piktogramm. Soweit so gut, alles wie gewohnt. Tausendmal gesehen:

zugtoilette

Wenn man aber nicht mit den Augen sehen kann? Für diesen Fall hat die Bahn die Piktogramme sinnvollerweise um Braillebeschriftungen ergänzt:

Da steht dann wie zu erwarten Seife, Kein Trinkwasser und Handtücher drauf, sodass auch Blinde wissen, was es da gibt. Der Knopf zum Einschalten des Wassers trägt zwar ein Piktogramm, aber kurioserweise keine Braille-Beschriftung. Dass man dort das Wasser einschaltet, muss man raten, wenn man nicht visuell sieht. Aber gut, was soll es da schon anderes geben als einen Wassereinschaltknopf?

Was mich an den Beschriftungen stutzig macht Weiterlesen „Der richtige Ort“

Geschmacklosigkeiten mit Stil

Es gibt viel zu viel langweiliges, spießiges Zubehör für den Haushalt. Das fängt bei den Möbeln an. Die können pseudovolkstümlich in Eiche-rustikal-Optik daherkommen, nichtmehrganzdesignermodern in Ikeakiefer oder pseudohypermodern in Stahl und Glas. Passend dazu hat man dann retro-kitschig oder minimalistisch-postmodern gestaltete Elektrogeräte wie Waffeleisen, Toaster, Mixer usw.

Dazu von der Oma geerbte Räuchermännchen in Form eines lodentragenden Oberförsters. Oder altmodisch-dekorativ als zähnebleckende Soldaten getarnte Nussknacker, die man dann sehr hübsch im Fenster stehen haben kann. Alternativ gibt es Nussknacker, die aussehen wie Zangen oder wie Geräte, mit denen man zu festsitzende Flaschendeckel aufkriegt. Sehr funktional natürlich, aber auch irgendwie uncool.

Meine Frau schlägt jetzt vor, Nussknacker in Form von Totenschädeln zu bauen. Aufklappen, Nuss zwischen die Zähne, Weiterlesen „Geschmacklosigkeiten mit Stil“

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten