Sonntagsbild 08.03.2026

Mit Schneeglöckchen und zwei zarten Zweigen eines Strauchs aus meinem Garten beginnt bei mir der Stubenfrühling. Ich kaufe keine Tulpen, keine Narzissen, keine Primeln, ich warte auf die ersten Blüten im Garten und rundrum. Auch entferne ich noch nicht das Herbstlaub aus meinen Beeten, dazu sind die Nächte noch zu kalt und die Sonne am Tag zu warm. Schon fehlt der Regen. Das Laub schützt die Erde vor dem Austrocknen und die Kleinstlebewesen darunter. Dennoch gab es ein bisschen was zu tun in der letzten Woche, Sträucher wollten beschnitten werden und die Stauden abgeschnitten, viele dünne Äste der Trauerweide wollten zusammengerecht werden. Nun kann ich langsam ans Säen denken, die Topfpflanzen brauchen neue Erde und größere Töpfe.

Aber jetzt ist Sonntag und der Sonntag ist nur zum Stromern und für die Entspannung da.

Morgen, am Montag, werde ich streiken, auch wenn es mit einem bundesweiten Streik von Frauen nicht klappen wird. Wirklich schade, aber ich habe es mir schon von Anfang an gedacht.

Euch wünsche ich einen entspannten Sonntag mit freudigen Momenten.

Jetzt (2)

Jetzt klemmt unser Internet und ich kann nur über Hotspot hier herein. Leider haben sich unser Vermieter vor 2 Jahren für eine Starlink-Antenne entschieden, die gerade Störungen hat. Ob es am Krieg liegt wissen wir natürlich nicht, denkbar aber wäre es.

Jetzt ist alles Eis geschmolzen und natürlich auch der Schnee. Der Temperatursprung war heftig und mein Körper hatte zu kämpfen. Und nicht nur meiner.

Jetzt ist in mir die Schere noch größer als schon, hier meine persönlichen Freuden, dort die Kriege der Welt, ein viel zu warmer Februar – der wärmste seit Wetteraufzeichnungen – und eine rückwärts gewandte Politik in unserem Land, die mich erzürnt und gleichzeitig ohnmächtig macht.

Jetzt scheint die Sonne von einem wolkenlosen Himmel und eigentlich müsste mich das erfreuen, tut es aber nicht. Ich sorge mich.

Jetzt ist nicht die Zeit sich ausschließlich in die persönliche Wohlfühlecke zu verziehen.

Jetzt gilt aber auch mein Wunsch, dass ihr und ich bitte heiter bleiben. Trotz allem!

Sonntagsbild 22.02.2026

 

Es ist früh am Morgen – Ich sehe mich im Garten – Der Wind ist kräftig – Später gibt es kalten Kakao und Streuselkuchen.

Wie immer euer Sonntag ist, ob mit oder ohne Streuselkuchen, ob mit oder ohne Wind, ob im Garten oder woanders, ob am frühen Morgen oder später, möge er friedlich sein.

Frauenbilder 11

Mein Projekt der ‚Frauenbilder‘ ist meine Art mich mit all den Ungeheuerlichkeiten gegen Frauen hier, jetzt und heute auseinanderzusetzen, diese zu verarbeiten. Die Epstein-Files sind ein Teil des Ganzen. Frauen sind in den Augen der Männer (ja, ich weiß, nicht ALLER Männer) Ware, Objekte, Dienerinnen, Eigentum. Das muss endlich aufhören!

Gewalt hat viele Gesichter.

Sonntagsbild 15.02.2026

Winterimpressionen 2025-26

Der Winter dauert heuer lang. Er begann schon im November und ist noch immer da. Mal mit Schnee, mal mit Frost, mal mit milderen Temperaturen, dann wieder eisekalt. Seit ein paar Wochen leider auch fast nahtlos ohne Sonne. Da mag ich nicht fotografieren oder nur sehr selten.

Wie in jedem Jahr im Februar spüre ich schon ein leises Drängeln und höre es gleichzeitig flüstern: Geduld.

Ich wünsche euch einen ruhigen und friedlichen Sonntag.

Jetzt (1)

‚Jetzt‘ – das ist der Augenblick, der – gerade gedacht – schon weitergezogen ist, ein Fluss von Moment zu Moment, von jetzt zu jetzt.

Wann immer ich mich dem ‚Jetzt‘ öffne, beginnt es mit den Ohren. Bevor ich tiefer ins Spüren gleite, höre ich die Töne des gerade wirkenden Augenblicks.

Jetzt tickt die Stubenuhr, gurrt eine Taube im Garten, rauscht etwas im Innen. Es rauscht immerzu, ich höre aber nur selten hin. So bleibt der Tinitus klein.

Jetzt sitze ich am Küchentisch, der Stift gleitet mit kleinen, leisen Geräuschen zwischendurch von Wort zu Wort. Nur wenn ich einen Punkt mache oder ein Komma setze, ist er zu hören.

Jetzt ist der alltägliche Balanceakt zwischen der Welt und mir, zwischen Ängsten, Bedenken, Träumen und Freude, die mit mir Hand in Hand geht. Sie schenkt mir Resilienz.

Jetzt ist nur ein kleiner Weg zu dir hin und der Vorfreude auf unser nächstes Telefonat.

Jetzt sind leise Mahnungen der im Kopf verankerten To-Dos.

Jetzt ist der Griff zum Becher mit dem frisch ausgepressten Blutorangensaft plus Holunderblütensirup. So hole ich mir duftende Frühsommertage in den vernebelten, regnerischen Februartag.

Jetzt zeigen immer mehr Schneeglöckchen ihre weißen, noch fest verschlossen Blütenköpfchen im Garten.

Jetzt ist eine Wippe von leicht zu schwer, zu leicht, zu schwer, zu leicht, zu …

Wenn ich so im Augenblick verweile, meinem Atem lausche, die Gedanken ziehen lasse, wie Wolken im Wind, sinke ich tief und tiefer, öffnet sich ein Raum ohne Grenzen, ist Nichts, nur Raum und Stille. Manchmal gelingt es.

Jetzt ist auch eine leise Unruhe und Ungeduld, die ich bezähme. Wie jeden Februar höre ich Tomte Tummetott sagen: ‚Nur Geduld ihr Lieben, es ist noch immer Frühling geworden.‘

Jetzt also werde ich noch etwas verweilen und der stetigen Entfaltung zuschauen. Jetzt gibt es noch nichts im Garten zu tun.

Die letzte Runde im Karussell

LiebeLieber Du,

Ich nehme Abschied vom Karussell, von ‚Liebelieber Du‘. Es ist ein Spezielles mit dem Du, mit dir, ein Spezielles mit dem Liebelieber. Etwas hat sich gewandelt. Ich habe mich tiefer in mich hinein gewandelt. Dort, in der Tiefe, finde ich eine angenehme Stille, jenseits von Verlangen, Begierden und Hader.

In dem gerade vergangenen Herbst und dem noch anhaltenden Winter habe ich das Faulsein gelernt. Das, was nach außen hin wie Faulsein wirkt, aber nichts anderes als Verweilen ist. So viele Jahre war ich geschäftig, rannte, als hätte ich wirklich etwas zu verlieren (gehabt).

Jetzt ist der Moment. Februar: Imbolc oder auch Maria Lichtmess genannt sind schon vorbei, das zunehmende Licht habe ich gewürdigt. Und ich habe geschaut, was denn in diesem Jahr vertieft werden möchte. Das bleibt geheim.

Ich bin dankbar über die stille Starre, die frostige Winterlandschaft, die nicht drängelt, die nichts will, die da ist – still und weit.

Dich werde ich im Frühling in deinem Land besuchen. Einmal wieder werde ich über eine Grenze fahren – in deine Welt. Ein bisschen Zukunft wohnt im Jetzt. Ein bisschen Vergangenheit auch. Das ist kein Widerspruch, es scheint nur so. Wie überhaupt so Vieles nur scheint, aber nicht ist oder ist, aber so getan wird als wäre es nicht.

Jetzt, das sind auch Abgründe der menschlichen Gier, der Selbstsucht, der Entsolidarisierung von Mensch zu Mensch zu allen Lebewesen. Da soll ich nicht weinen?

Von mir ist eine Schale abgefallen. Locker war sie schon lange. Es hat mich Mut gekostet sie nicht länger festzuhalten. Ich stehe etwas nackter in der Welt.

Selbstverständlich dreht sich das Karussell weiter von Winter zu Frühling, zu Sommer, zu Herbst, zu Winter. Selbstverständlich bleiben du und ich im Austausch und genau so selbstverständlich geht dieses Projekt zuende.

Das neue heißt ‚Jetzt‘ – mit einer Prise Zukunft und einer Prise Vergangenheit, wenn es denn ‚jetzt‘ so sein sollte. Auf ein Neues. Das Feuer-Pferd schnaubt schon am Horizont.

Sonntagsbild 11.01.2026

Still und starr liegt der See …

Nicht an Weihnachten lag er still und starr, aber Anfang Januar. Um genau zu sein am 06.01. als ich notfallmäßig zu meiner Zahnärztin am See musste – mein Provisorium war locker geworden. Neuer Kleber, Provisorium wieder rein und gut war’s. Aber dieser Blick … Ich sagte es hier und dort ja schon, an einem See würde ich sehr gerne wohnen. Ich liebe die Stille der Seen, ihre Unaufgeregtheiten, ihre Tiefe, ihre Weite, ihre Vögel.

Schon Mitte der Woche muss ich in den Schwarzwald fahren, ich hoffe auf freie Bahn. Aber wer weiß das schon in dieser Zeit, in diesem Land, wo immer weniger zu funktionieren scheint.

Viel lieber aber würde ich noch eine Weile die Stille des Winters genießen, die Innenreise, die kleinen Gänge über knirschenden Schnee, die gemütlichen Stunden mit Buch oder Film, manchmal auch mit dem Schreibheft, die Stunden in der Küche, wo ich schnibbel und köchel und einfach für alles Zeit und Muße da ist.

Mir scheint der Welt ist die Stille abhanden gekommen. Der Winter kennt keine Eile. Der Winter ist die Zeit der kleinen, vorsichtigen Schritte, der langen Blicke über das Weiß der Leere, des Naschens von den Sommer- und Herbsternten. In unserer Zeit, in unserer Welt aber muss weiterhin rumgehetzt, Ängste geschürt und Kriege entfacht werden.

Euch wünsche ich trotzallem einen friedlichen Sonntag, ob in der warmen Stube oder unterwegs.

‚Bleibt Mensch‘ – Margot Friedländer

Sonntagsbild 14.12.2025

In sieben Tagen ist Wintersonnenwende. Schon wird es am Abend etwas später dunkler, aber am Morgen geht die Sonne noch etwas später auf als am Tag zuvor. Fern jedes Weihnachtsrummels verbringe ich ruhige Tage, weil ich es so will.

Möge euer 3. Adventsonntag friedlich sein.