Our Hospitality
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Watched 04 Oct 2024

1001 Filme, die ich gesehen haben möchte, ehe ich 50 werde
(in chronologischer Reihenfolge)
∆ Kapitel 17
∆ 1. Geburtstagssichtung

Verflixte Gastfreundschaft
Our Hospitality
USA 1923
R.: Buster Keaton, Jack G. Blystone
75 Min.

Zwei verfeindete Familie bekämpfen sich bis aufs Blut. Der Prolog des Films zeigt uns die Verbissenheit und Unausweichlichkeit, mit der sie ihre Fehde aneinander ausfechten. Brutal schießen sich die beiden Väter nieder. Die Weichen für ein dramatisches Historienepos sind gestellt.
Oder etwas nicht?
Auftritt Buster Keaton. Der junge Slapstick-Komiker ist 1923 schon kein Unbekannter mehr. Verflixte Gastfreundschaft ist nach mehreren Kurzfilmen sein zweiter Spielfilm, jedoch hatte Drei Zeitalter (1923) noch keine konsistente Handlung. Grundgedanke von Keatons Begriff des Komischen ist nämlich seine Einbettung in eine nachvollziehbare Geschichte. Die Gags müssen möglich sein. Liegen sie außerhalb des Glaubwürdigen, könne das Publikum der Geschichte nicht mehr folgen.

Diesen Grundsatz befeuert natürlich der dramatische Prolog von Verflixte Gastfreundschaft, bildet das Fundament für eine Komödie, die auch (oder gerade deswegen) hundert Jahre später noch funktioniert. Denn sie sagt: es steht etwas auf dem Spiel. Hier wird es Konsequenzen geben. Das Lachen also auch als Ventil zur Entspannung.
Die knisternde Spannung zwischen der Fehde, durch die die Familie Candield Keatons William MacKay tot sehen möchte und der Tatsache, dass sie ihm durch das Gesetz der Gastfreundschaft in ihrem Haus nichts antun dürfen, sorgt für unglaublich witzige, da stoisch kalt gespielte oder hervorragend getaktete Momente. Gerade die mittlere Hälfte des Films, die diese Prämisse ausschöpft ist pures Kinogold.

Dass Keaton Perfektionist war, sieht man nicht nur an der Präzision seines Slapsticks. Auch die akribisch korrekte Ausstattung des mittleren 19. Jahrhunderts und die aufwendige Stuntarbeit, die er ohne Double selbst gespielt hat sind Teil seiner Vision des Glaubhaften. Die Absurdität ruht im Realismus.
Wohlwissend, dass Keaton am Ende selbst am Seil über dem Wasserfall baumelt, zeigt uns: dieser Mann ist bereit alles für einen guten Witz zu opfern.


Noch 984 Filme.
Noch exakt 11 Jahre!

{Gesamtspieldauer: 1.791 Minuten}


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