The Smiling Madame Beudet
★★★★

Watched 28 Jul 2024

1001 Filme, die ich gesehen haben möchte, ehe ich 50 werde
(in chronologischer Reihenfolge)

∆ Kapitel 11

Madame Beudets sonniges Lächeln
La souriante Madame Beudet
Frankreich 1923
R.: Germaine Dulac
38 Min.

Dass Feminismus bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Ding war, beweist der kurze Film Madame Beudets sonniges Lächeln der französischen Regisseruin Germaine Dulac. Hier beschreibt sie in eher psychologischen Bildern das triste Eheleben titelgebender Madame Beudet, die unter der patriarchalen Hand ihres Gatten leidet und sich in Tagträume flüchtet. Wo ihr Gesicht im Alltag starr bleibt, kann sie dort lächeln.

Monsieur Beudet ist keinesfalls ein Tyrann. Er ist wohl eher das Symbol des alltäglichen Ehemans seiner Zeit. Der Eskapismus seiner Frau ist trotz allem gerechtfertigt. Allein das ist ein frühes feministisches Statement.
Was Madame Beudets sonniges Lächeln aber so stark macht, ist seine Inszenierung. Abgesehen davon, dass der Film sich, relativ untypisch, einer konkreten Handlung verweigert und eher Stationen im Alltag des Ehepaars zeigt, filmt Dulac die Figuren aus der subjektiven Sicht von Madame Beudets. Ihr Mann wird oft in Großaufnahmen mit groteskem Lächeln oder als eine Art Hampelmann gezeigt.
Zwar basiert die Geschichte auf einem Bühnenstück, jedoch greift Dulac tief in die Trickkiste des Filmemachens, arbeitet ganz geschickt mit extrem gut gesetzten Überblendungen um Madame Beudets Tagträume zu visualisieren. Das macht Madame Beudets sonniges Lächeln zu einem frühen Experimentalfilm, in einer Zeit, in der konkrete, oft monumentale Geschichten das Kino dominierten.


Noch 990 Filme.
Noch 11 Jahre, 2 Monate, 7 Tage

{Gesamtspieldauer: 1.294 Minuten}


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