Tycio 🎞️’s review published on Letterboxd:
1001 Filme, die ich gesehen haben möchte, ehe ich 50 werde
(in chronologischer Reihenfolge)
∆ Kapitel 10
Der Fuhrmann des Todes
Körkarlen
Schweden 1921
R.: Victor Sjöström
107 Min.
Es scheint so, als hätte Victor Sjöström mit Der Fuhrmann des Todes die Blaupause des schwedischen Films geschaffen. Zumindest wird diese markante europäische Tristesse beim amerikanischen Publikum gerne stereotyp für das schwere ausländische Kino gesehen. Später geprägt von Ingmar Bergmann, aber Ingmar Bergmann selbst maßgeblich geprägt von Victor Sjöström.
Sjöström schafft es nicht nur einen tricktechnisch maßstabsetzenden Film zu drehen (indem er durch geschickte Überblendungen die Darsteller wie Geister in die reale Welt montiert), sondern auch einen, der bis heute nichts an seiner Spannung und Intensität eingebüßt hat. Inhaltlich scheut er sich nicht seine dramatische Geschichte mit metaphysischen Elementen aufzuladen und niedrigschwellig an Erzählkonventionen zu rütteln. (Hier gibt es sogar in der Rückblende eine Rückblende.)
Der Fuhrmann des Todes hat trotz seiner superben historischen Ausstattung etwas Zeitloses, wirkt nie belehrend oder gar lächerlich, sondern stellt auf eine poetische Weise die Zerrissenheit des menschlichen Geistes und die Frage nach Schuld und Ohnmacht ins Zentrum.
Noch 991 Filme.
Noch 11 Jahre, 2 Monate, 14 Tage
{Gesamtspieldauer: 1.256 Minuten}
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