Es lebe die Möglichkeit der klassen- und staatenlosen Weltgemeinschaft!

  • Vertiefende Ergänzung zu unserem Text „Für die globale Vernetzung von revolutionären AnarchistInnen und antileninistischen KommunistInnen!“

    Vorwort

    In dem oben genannten Text stellte die AST ihre „Diskussionsgrundlage für einen inhaltlichen Minimalkonsens einer globalen Föderation von revolutionären AnarchistInnen und antileninistischen KommunistInnen“ in elf Punkten vor. Während der beginnenden Diskussion kamen wir zur Einsicht, dass Punkt 1 Für die revolutionäre Aufhebung der Warenproduktion und 2 Für die revolutionäre Zerschlagung aller Staaten dringend vertieft und ergänzt werden müssen.

    Diese vertiefende Ergänzung nehmen wir hiermit vor. Wir stellen die genannten Punkte 1 und 2 mit den Veränderungen dar – wobei wir letztere in Kursiv setzen.

    Antipolitisch-Sozialrevolutionäre Tendenz (AST)

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  • 3. Als gelebter Widerspruch

    SozialrevolutionärInnen in nichtrevolutionären Zeiten verkörpern einen dialektischen Widerspruch. Er besteht aus dem revolutionären Bewusstsein von objektiv nicht revolutionär sein könnenden Subjekten. Bewusstsein ist in der Regel bewusstes Sein. Wirkliches revolutionäres Bewusstsein kann also nur das bewusste Sein der Revolution sein. SozialrevolutionärInnen sind in nichtrevolutionären Zeiten zahlenmäßig so schwach, dass sie keine Revolution machen können. Nur die Mehrheit des Proletariats und der progressiven kleinbürgerlichen Lohnabhängigen können diese Revolution machen. Dagegen ist das revolutionäre Bewusstsein in nichtrevolutionären Zeiten die Subjektivität von Menschen, die eine soziale Revolution anstreben. Doch die soziale Revolution ist keine objektive Gesetzmäßigkeit, sondern lediglich eine materiell verwurzelte Möglichkeit. Revolutionäres Bewusstsein in nichtrevolutionären Zeiten strebt also etwas an, was vielleicht niemals zur materiellen Gewalt wird. Das ist der härteste Ausdruck des dialektischen Widerspruches, welches revolutionäres Bewusstsein in nichtrevolutionären Zeiten darstellt. Er muss von SozialrevolutionärInnen ausgehalten werden.

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  • Öcalans Kapitulation

    Der Marxismus-Leninismus vertritt auch die Ideologie, dass der Nationalismus „unterdrückter Nationen“ etwas „Fortschrittliches“ darstellen soll. Doch Nationen sind sozialreaktionäre politische Zwangsgemeinschaften aus Kapital und Lohnarbeit. Verkörpert wird die Nation durch den Nationalstaat. „Unterdrückte Nationen“ waren und sind nach dieser Ideologie entweder besondere Kultur- und Sprachgemeinschaften innerhalb von Nationalstaaten oder die Bevölkerungen von Ländern, die von fremden Kolonialismen/Imperialismen beherrscht werden. Nationen sind Realkonstrukte der kapitalistischen Politik.

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  • Der deutsche Imperialismus

    Dieses Flugblatt wurde am 1. Mai 2025 bei der DGB-Demo in München verteilt.

    Kampfpanzer des Typs Leopard 2 auf der Paradestraße in Vilnius, Litauen, 25. November 2023.

    Der deutsche Imperialismus im zweiten Kalten Krieg gegen Russland

    Die imperialistische Ostexpansion von EU und NATO, bei der osteuropäische Nationen Mitglieder dieser Bündnisse wurden, richtete sich gegen den russländischen Imperialismus. Der kollektive Westen stieß tief in die Interessensphäre des einstigen sowjetischen und heutigen russländischen Imperialismus vor. Bei der Ukraine sagte Moskau 2013 eindeutig und entschieden Njet.

    Die Ukraine war kulturell-mental gespalten. Während sich im Westen des Landes der ukrainische Nationalismus entfaltete und eher prowestlich geprägt war und ist, war der Osten eher prorussisch. Die Ukraine lavierte lange zwischen dem westlichen und dem russischen Imperialismus. Das war ab 2013 nicht mehr möglich, weil sowohl der kollektive Westen als auch Russland die Ukraine im jeweils alleinigen Einflussgebiet haben wollte. Die EU strebte ein Assoziationsabkommen mit der Ukraine an, was Moskau durch Druckaufbau vorübergehend verhinderte. Im November 2013 lehnte der damalige ukrainische Präsident Janukowitsch das Assoziationsabkommen mit der EU ab. Daraufhin entfaltete sich auf dem Maidan eine reaktionäre Protestbewegung, die auch vom westlichen Imperialismus massiv unterstützt wurde. Die Maidan-Bewegung hatte einen prowestlich-demokratischen und einen ultranationalistisch-faschistischen Flügel. Letzterer wurde immer stärker zur militanten Avantgarde der reaktionären Bewegung.

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  • Der DGB, Die Linke und das BSW: Subjekte des deutschen Imperialismus

    Dieses Flugblatt wurde am 1. Mai 2025 bei der DGB-Demo in München verteilt.

    Fahimi, Ramelow und Wagenknecht

    Der DGB

    Der DGB ist der Hausgewerkschaftsbund des deutschen Imperialismus. In der Ukraine führt der deutsche Imperialismus als Teil von EU und NATO einen Stellvertreterkrieg gegen den russländischen Imperialismus – mit Hilfe vom DGB und der IG Metall. Was ist aus klassenkämpferisch-revolutionärer Perspektive notwendig? Dass die Lohnabhängigen Russlands, von Belarus, der Ukraine, der EU und der NATO durch einen unbefristeten branchenübergreifenden Massenstreik das Gemetzel der kapitalistischen Staaten beenden! Doch die Lohnabhängigen sind überall zu stark in die jeweiligen Nationen, diese politischen Zwangsgemeinschaften aus Kapital und Lohnarbeit, integriert. Die großen Gewerkschaftsapparate unterstützten das Gemetzel in der Ukraine und den Wirtschaftskrieg auf der Seite ihres jeweiligen Staates.

    In der BRD suchte der DGB selbstverständlich im Wirtschaftskrieg gegen Russland den Schulterschluss mit Kapital und Staat. Er unterstützte die Wirtschaftssanktionen des deutschen Imperialismus gegen Moskau, die selbstverständlich auch das Proletariat in Russland und Deutschland trafen. Auch die Bonzen der IG Metall unterstützten zusammen mit dem Kapitalverband Bund der Deutschen Industrie (BDI) am 1. März 2022 durch eine gemeinsame Erklärung den Wirtschaftskrieg gegen Russland, unter dessen Folgen – erhöhte Lebensmittel- und Energiepreise – die Lohnabhängigen der ganzen Welt litten.

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  • 2. Aktive und bewusste Teilnahme am Klassenkampf

    SozialrevolutionärInnen streben auch in nichtrevolutionären Zeiten die bewusste und aktive Teilnahme am Klassenkampf an, aber nicht um sich an dessen reproduktiven Grenzen opportunistisch anzupassen, sondern mit dabei zu halfen, dass diese vielleicht irgendwann mal gesprengt werden.

    Die Gesamtorganisation, also die Föderation der sozialrevolutionären Gruppen und Einzelmitglieder, stellt keine reproduktiv-sozialreformistischen Forderungen des Klassenkampfes auf. Genauso wenig, wie dies all jene Gruppen und Einzelmitglieder tun, die nicht direkt an den kapitalistischen Ausbeutungsplätzen aktiv sind. Und dies aus zwei Gründen: Erstens ist es Sache des klassenkämpferischen Proletariats selbst, seine Forderungen zu stellen und zweitens ist es Aufgabe der SozialrevolutionärInnen dazu beizutragen, dass der Klassenkampf seine reproduktiven Grenzen sprengt. Es ist der reproduktive Klassenkampf selbst und die institutionalisierte ArbeiterInnenbewegung die diese Forderungen im Rahmen des Kapitalismus aufstellen. Dazu braucht es nicht die Föderation und die Ortsgruppen der SozialrevolutionärInnen.

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  • IV. SozialrevolutionärInnen in nichtrevolutionären Zeiten

    1. Die Organisation der SozialrevolutionärInnen

    Um Missverständnisse zu vermeiden: In diesem Kapitel geht es nicht um die revolutionäre Klassenkampforganisation – die sich möglicherweise in und mit der Revolution entwickeln kann (siehe Kapitel V.3). Hier geht es um die Organisation der SozialrevolutionärInnen in nichtrevolutionären Zeiten. Die Funktion der revolutionären Klassenkampforganisation ist es, die Revolution zu machen, die Aufgabe der Organisation der SozialrevolutionärInnen in nichtrevolutionären Situationen ist es, die Möglichkeit der Revolution praktisch-geistig vorzubereiten.

    Es gehört zu den Gepflogenheiten sowohl von MarxistInnen-LeninistInnen/TrotzkistInnen als auch von AnarchosyndikalistInnen, in ihrer Praxis und Ideologieproduktion die Unterschiede zwischen der möglichen revolutionären Klassenkampforganisation und der heute notwendigen Organisation der SozialrevolutionärInnen in nichtrevolutionären Zeiten zu verwischen. Sie streben bereits in nichtrevolutionären Zeiten den Aufbau von „revolutionären Parteien“ oder „revolutionären Gewerkschaften“ an, die sie als Klassenkampforganisationen verstehen. Der systematische „Fehler“ des Marxismus-Leninismus/Trotzkismus und Anarchosyndikalismus in der Organisationsfrage ergibt sich aus zwei Tatsachen. Erstens sind Parteien und Gewerkschaften keine revolutionären Organisationen, sondern bürgerlich-bürokratische Gebilde der institutionalisierten ArbeiterInnenbewegung, die nur den Kapitalismus reproduzieren können. Parteien und Gewerkschaften sind strukturell sozialreformistisch und damit latent konterrevolutionär, wie die Geschichte und Gegenwart von „revolutionären“ Parteien und Gewerkschaften bewies und beweist. Zweitens kann die wirkliche revolutionäre Klassenkampforganisation nicht mechanisch in nichtrevolutionären Zeiten aufgebaut werden.

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  • Die IG Metall bei VW

    Dieses Flugblatt wurde am 15. März 2025 bei dem Aktionstag der IG Metall in Hannover verteilt.

    Die kapitalistische Ausbeutung der Lohnarbeit

    Unsere Ausbeutung besteht darin, dass wir Lohnabhängigen mehr Geld produzieren, als wir als Lohn ausgezahlt bekommen. Unsere Arbeitszeit ist durch eine unsichtbare Grenze geteilt. In der selbstreproduktiven Arbeitszeit produzieren wir eine neue Geldsumme – neben der Übertragung der Produktionsmittelkosten auf das neu entstehende Produkt –, die unserem Lohn entspricht. In der Mehrarbeitszeit produzieren wir den Mehrwert, den sich die kapitalistischen Unternehmen aneignen. Arbeit findet im Kapitalismus in der Regel nur dann statt, wenn aus ihr genug Profit herausgepresst werden kann.

    Die IG Metall – Co-Managerin der kapitalistischen Ausbeutung

    Gewerkschaften können grundsätzlich nur die kapitalistische Ausbeutung der Lohnarbeit – durch Erkämpfung höherer Löhne, kürzerer Arbeitszeiten und geringerer Arbeitsintensität – abmildern, aber eben nicht überwinden. Sie führen einen Klassenkampf innerhalb des Kapitalismus. Gewerkschaften können und wollen keinen revolutionären Kampf gegen den Kapitalismus führen. In nichtrevolutionären Zeiten strebt nur eine kleine Minderheit der Lohnabhängigen bewusst eine soziale Revolution an.

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  • Auf wessen Seite steht die IG Metall?

    Dieses Flugblatt wurde am 15. März 2025 bei dem Aktionstag der IG Metall in Hannover verteilt.

    IG Metall: Co-Managerin von Rüstungskapital und Staat

    Die IG-Metall ist die Co-Managerin des deutschen Rüstungskapitals. Und damit eine Gewährleisterin einer reibungslosen Produktion des Mordwerkzeuges, womit der deutsche Staat sich selbst und seine Verbündeten – unter anderem Israel und die Ukraine – aufrüstet.

    Der deutsche Imperialismus rüstet massiv auf – mit der Unterstützung des bürgerlich-bürokratischen Apparates der IG Metall. Dabei wird auch nichtmilitärische Produktion auf die von Mordwerkzeug umgestellt. Zum Beispiel in Görlitz. Dort wird der Waggonbau auf Panzerproduktion umgestellt. Der IG-Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen, Dirk Schulze, sagte zu dieser Umstellung der Produktion: „Sicherlich sind nicht alle glücklich über die Umstellung auf eine Fertigung von Wehrtechnik. Das kann ich verstehen. Unbestreitbar aber ist, dass wir – leider – in diesen Zeiten diese Produktion benötigen.“

    Ein bewusstes Rumgeeiere in einer Klassenfrage: Für wen ist Rüstungsproduktion notwendig? Und auf wessen Kosten wird sie produziert und angewendet? Nun, die Rüstungsproduktion ist notwendig für den kapitalistischen Staat Deutschland, der mit dem Mordwerkzeug indirekte Kriege führt – indem er es an die befreundeten Kriegsnationen Israel und Ukraine schickt – und sich auf potenziellen direkten Krieg vorbereitet. Und für die Rüstungsunternehmen, die mit der Produktion und dem Verkauf der Tötungsmittel ihren Profit machen, ist diese selbstverständlich auch notwendig.

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  • 9. Die Antipolitisch-Sozialrevolutionäre Tendenz

    Das sozialrevolutionäre Netzwerk von Einzelprojekten, das im Jahre 2022 sich den Namen Antipolitisch-Sozialrevolutionäre Tendenz (AST) gab und diese Plattform veröffentlichte, hatte davor bereits eine zwei Jahrzehnte währende Geschichte.

    Im Jahre 1999 trennten sich die miteinander befreundeten Genossen Red Devil aus Lübeck und Nelke aus Bad Salzungen (Thüringen) endgültig von der trotzkistischen Politideologie und entwickelten sich Richtung Rätekommunismus. Red Devil und Nelke hatten auch Kontakt zu Cajo Brendel, der nicht nur in ihrer Erinnerung weiterlebt.

    In Lübeck entwickelte sich Revolution Times/Bibliothek des Widerstandes – wobei es Revolution Times schon vorher als rotes Skinheadfanzine gab. In der Bibliothek des Widerstandes erschienen zwischen 2000 und 2010 insgesamt 13 Broschüren. Unter anderem: 17 Juni 1953 – Arbeiteraufstand oder Konterrevolution? (August 2000), Die Kronstadt-Rebellion. Alle Macht den Sowjets, nicht den Parteien! (Januar 2001), Auschwitz als Alibi. Kritik des bürgerlichen Antifaschismus (Januar 2001), Frankreich 1968: Rebellion im Herzen der Bestie (Januar 2002), Zur Kritik der Arbeiterbewegung, des Marxismus und der Linken (März 2004) und Die Demokratie ist die Diktatur des Kapitals – Eine kommunistische Kritik der Demokratie (2009). Sehr verdienstvoll war auch die Herausgabe der Dokumente der Revolutionären Kommunisten Deutschlands unter dem Titel „Gegen den Strom!“ (Januar 2008) und die Wiederveröffentlichung des Textes von Accion Proletaria Spanien 1936/37. Der Mythos der „anarchistischen Kollektive (In: Red Devil (Hg.), Widerworte – Gegen die kapitalistische Verfasstheit der Gesellschaft. Historische Texte, Lübeck Februar 2010).

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