Aachener Untergrund Kultur

27. März 2010

PROVINZ DISKOS IM AACHENER UMLAND – "Wir wollen Bauern tanzen sehen!"

Filed under: Aachen bizarr, Aachen in den 80ern, Clubszene AC — Allo Pach @ 10:37 am

Schöne Analyse des Disko- und Clubbestandes im Aachener Umland. Herr kilowatt bereiste 1988 für den Klenkes sämtliche Tanz-Einrichtungen im Landkreis.—
Sehr gern erinnere ich mich persönlich ans „Palm Beach“ in Roetgen (…was haben wir gelacht, Herr Kleber!) und ans Point in Konzen, da musste man wirklich vorsichtig sein, wen man anguckte. Auch in Eschweiler bin ich immer wieder gern eingekehrt (so ca. alle 2 Jahre).
Ich vermisse aber im Bericht das Octagon/Eschweiler! (…oder gab es das ’88 noch/gerade nicht?)
Dank an kilowatt.

24. März 2010

NEON KITS – Fragmente

Filed under: New wave in Aachen, Punk in Aachen — karl pach @ 7:23 am
Aachens erste Punkband die NEON KITS – Folge 1 des bisher zusammengetragenen Materials. Oben das offizielle Gruppenfoto welches als Vorlage für das bereits gepostete Plakat diente. Folgend der qualifizierte Kommentar unseres Lesers „zoom hain rollo“ , welcher die Geschichte der Combo ausleuchtet:
Die Neon Kits waren die erste Punk-Band in und um Aachen und begannen im April 1978.
Gründungsmitglieder und Besetzung (Plakat v.l.n.r.):
Suzie Make Up – guitar
T.V. Neon – guitar
Mike the Rat – drum kit
Johnny Frost – vox & words
C.I.F. London – bass & vox
Das erste Konzert fand statt am 5. Mai 1979 in Erwin´s berühmt berüchtigtem Trinkerheim „Türmchen“ zusammen mit der holländischen Punk-Truppe „The Spoilers“. Es folgten Gigs im Theatersal der Mensa, Grundhaus, Basement & Stollwerk – Köln, in einem stillgelegten Kino in der Eifel etc.!
Angefangen als Anarcho-Punk-Band (Slogan: „Anarchie im Deutschen Reich“) flossen durch den vermehrten Einsatz von Keyboards immer mehr Wave-Elemente in die Musik ein. Dieser Umstand, der Weggang von Frontmann Frost, sowie die glücklose Suche nach einem neuen Sänger ließen die Band im November 1980 auseinanderbrechen. Die unterschiedlichen Ansichten der Mitglieder über das weitere Vorgehen in der Musik: kommerziell contra experimentell gaben den Rest.
Der kommerzielle Teil der Kits mit Suzie und Neon formierte sich zum Wave-Pop-Duo „V2“; Molotov und der letzte Sänger Macky Misser gründeten mit anderen Musikern die Experimental-Band „Der Verdacht“, die übrigens bis heute existiert sowie später die Deutsch-Rock-Kapelle „Sport im Westen“!
Der angekündigte Auftritt in Burtscheid wurde verschoben und fand im Türmchen statt. Die frommen Burtscheider befürchteten wohl Ausschreitungen oder so. Vom Türmchen Auftritt existieren noch Fotos, leider nur als bescheidener Abzug der Negative (oh Cryftz hilf!). Absolut stylish Band und Publikum, klassisch der Polizeieinsatz während des Konzerts.
Fortsetzung folgt (hoffentlich)…

21. März 2010

XY (Öcher Supergroups)

Filed under: Aachen in den 80ern, Aachener Bands, Aachener Musikszene — Allo Pach @ 6:59 pm

Schon immer dachte man in Aachen global (siehe Jürgen). Auch im Musikbiz wollte man sich nicht nur mit Provinzruhm abfinden und so taten sich Ende der 80er einige gestandene Musiker von erfolgreichen AC Bands (Ex, Joystick, Apotheke) zusammen, um eine neue Aachener Supergruppe für den internationalen Markt ins Leben zu rufen:
XY (Ex Waj)
Uff!
Man gab sich futuristisch, naja, und machte das Band Konzept an Raumpatrouille Orion fest.
Natürlich würde man noch viel von ihnen hören, denn sie hatten ja ein Video (Wow!)- und das wurde auch gespielt (naja, auf Tele 5).
„Der Videoeinsatz wird in der BRD leider nicht so gefeatured wie in den USA oder Großbritannien“ meint Sänger Ralph. Klar.
Irgendwie erinnere ich mich an die Maxi (CD?). Schon mal in der Hand gehabt…Hat die vielleicht irgendwer? Oder gar das Video?
(Dank an kilowatt für den Klenkes Artikel)

16. März 2010

ALLO PACH finanzierte den AC Untergrund

Filed under: Aachener Label, Allo Pach — karl pach @ 1:36 pm
Die Finanzquellen Aachener Untergrundproduktionen liegen weitgehend im Dunkeln. Obiges Kommisionsabkommen aber dokumentiert eindeutig den Geldfluss unseres beliebten Handelsunternehmens an ein Aachener Kassettenlabel. Denkwürdig sind die Verkaufspreise der Kassetten. Bis zu 12 DM war doch recht happig. Erinnert sich noch jemand an Allos Kassettenstand? Habe die neblige Erinnerung daß dieser rechts des Aufgangs zur Hifi-Abteilung war. Dort waren zumindest die Aachenstämmigen Produktionen mal verregalt.

14. März 2010

ZUR GOLDENEN KETTE

Filed under: Lokale in Aachen — babula @ 8:32 pm

Eines der schönsten innerstädtischen Lokale meiner Teeniezeit (und leicht darüber hinaus), zumindest der kleine aber feine Biergarten im Sommer.Aber auch die auf der Postkarte gut zu sehende „Wartezone bis ein Tisch frei wird“, war beispielsweise das Anlaufziel Nr. 1 an Fettdonnerstag und Rosenmontag. Vielleicht weil’s so eng war…

Falls noch irgendjemand ein Foto von dem Biergarten haben sollte, gerne auch mit Pfiffi oder Freund/Freundin oder Oma kann (nein muss!) er das gerne hier zur Verfügung stellen oder an den Höchstbietenden hierm Blog versteigern. Mein Erstgebot ist sicher.

Für WALFISCH-Fotos gehe ich auch an mein Erspartes.

Leider ist mein Erinnerungsvermögen stark getrübt, was beispielsweise die Qualität der Speisen anging. Ich meine mich aber entsinnen zu können, dass man eigentlich immer, lieber die Friesenstube Ecke Elisabethstrasse ansteuerte, wenn es um kulinarische Feinheiten zum attraktiven Preis ging.

Beide Fotos scheinen mir aber eher aus den frühen 60er Jahren zu sein, da ich den „Wartebereich“ nicht ganz so spartanisch in Erinnerung habe. Als die „Kette“, wie das Lokal im Schulschwänzerjargon genannt wurde, die Pforten schloß, übernahmen nach einiger„Leerstandzeit glaube ich“, die pseudonaturproduktschwafelnden Betreiber des Spielwareneinzelhandels Villa Kunterbunt die Räume und gestalteten die Räumlichkeiten nach ihren betriebswirtschaftlichen Belangen, um bis heute ihre (meiner Meinung nach) überteuerten Produkte feilzubieten.

Und dann noch etwas Historisches: Wie im Aachener Geschichtsverein nachzulesen ist, bezog sich der Name „Goldenen Kette“ auf Begebenheiten im 13. Jahrhundert, als die berittenen Steuereintreibritter im Rahmen des Sühnevertrages um den erschlagenen Grafen von Jülich, vom Fischmarkt aus zum Markt galoppiert kamen, um die widerspenstigen und protestierenden Aachener Bürger (oder einen kleinen Teil davon) niederzumähen. Man spannte dort (goldene?) Ketten knapp über den Boden, so dass die Pferde stolperten, die Reiter stürzten um dann von den Öchern entsprechend bedient zu werden.

SONIC YOUTH – Mensa 1987

Filed under: Aachen in den 80ern, Konzerte in Aachen — Allo Pach @ 7:34 pm


Sonic Youth auf dem Höhepunkt ihres Schaffens („Evol“ und „Sister“ -und eben nicht: „Daydream nation“, wenn man mich fragt) in der Kaiserstadt. War das ’87? Wahrscheinlich…
Jedenfalls hab ich das Konzert als sehr intensiv (also: laut?!) in Erinnerung…
Wie immer: Fotos, Kommentare, Tapes, Erlebnisberichte willkommen!

Vielen Dank an Blog-Leser Stefan E., der ad hoc einige Fotos geschickt hat:
„…das Konzert fand übrigens am 28.06.87 statt und nicht im Februar, 3 Wochen später spielten die nämlich nochmal auf dem Pukkelpop Festival zusammen mit Big Black .. es gibt auch nen qualitativ recht guten live Mitschnitt des Mensa Konzerts…“

REED, JABS, ROWENTA – Apoplexia 1973

Filed under: Avantgarde in Aachen, Jeansrecords — karl pach @ 5:59 pm

Ein besonders abartiges Konzept für eine Produktion legten die Aachener Avantgardisten Gregor Jabs und Frank Rowenta vor. Ein altes Tonband mit Patientenbefragungen aus dem Jahr 1973 diente als Grundlage des Werks. Die Aufnahmen entstanden in den alten Klinischen Anstalten, zu ihrem Zustand befragt wurden Schlaganfallpatienten. Vermischt mit diversen weiteren Lärmbeispielen schickten Sie das Material an den amerikanischen Labelbetreiber und zeitweiligem Nurse with Wound Mitglied Stan Reed. Dieser manschte das ganze zu eben dieser abenteuerlichen Mixtur zusammen welche als Gemeinschaftsproduktion seines Labels Psychform mit dem Aachener Jeansrecords Label als „Apoplexia 1973“ veröffentlicht wurde. Auf der Webseite des Jeansrecords Labels finden sich dazu mehrere Rezensionen. In Rücksichtnahme auf die aktuelle Verfügbarkeit der Produktion, hier als Appetithäppchen nur die ersten beiden Stücke. Einer der Künstler hat allerdings, exclusiv für diesen Blog, ein noch unveröffentlichtes Patienteninterview zur Verfügung gestellt. Den Fans sehr konkreter Musik zur Freude…

Track 1: http://www.megaupload.com/?d=KBHT45UI
Track 2: http://www.megaupload.com/?d=NWMA7M6E
Patienteninterview: http://www.megaupload.com/?d=PWKWHVFE

7. März 2010

ULRICH PETERS – Orgelportrait

Filed under: DAC, Grufties — karl pach @ 9:07 am
Ein besinnliches Werk liefert hier, der mir völlig unbekannte, Ulrich Peters ab. Der stylish daherkommende Künstler orgelte die Stücke in Sankt Adalbert runter, dem heutigen Fixerklo über dem Kaiserplatz. Besinnliche Musik für die „white Gothic“ Gemeinde. 1983 bei DAC erschienen.

seite 1: http://www.megaupload.com/?d=7ML8BWLR
seite 2: http://www.megaupload.com/?d=ASP8UCI0

27. Februar 2010

ALLO PACH 1987

Filed under: Aachen in den 80ern, Allo Pach, Plattengeschäfte in Aachen — Allo Pach @ 12:29 pm


…gab es 1987 eigentlich schon Saturn o.ä. in der Stadt?
Jedenfalls präsentiert sich diese Anzeige aus dem Jahre 1987 ganz so, als wäre Allo zu diesem Zeitpunkt noch die klare Nr. 1 in Aachen.
Hat man eigentlich intern die Kunden über all die Jahrzehnte gezählt?
Und wer war der Glückliche, der an diesem Tage (langer Samstag?) die dufte Überraschung überreicht bekam?
Wie immer bleiben Fragen offen…
(Dank an Jörg Z.)

20. Februar 2010

WALFISCH – Alte Aachener Brauerei und Veranstaltungsstätte

Eine der ältesten Aachener Brauereien, gegründet 1490 war bis 1969 in der Pontstrasse 99 aktiv. Der Brauerei vorgelagert war die Gaststätte Walfisch und der Eingang befand sich eigentlich fast genau da, wo sich bis vor einem knappen Jahr der Eingang des PERA (siehe Bild) befand. Der Walfisch war nicht nur der sonntägliche Treffpunkt zigarrenrauchender Frühschoppengänger ab 50 aufwärts, sondern während der Woche zur Mittagszeit auch Anlaufpunkt hungriger Studenten, denn es gab dort eine preiswerte gutbürgerliche Küche.

Nach Durchschreiten des Lokals gelangte man in einen kleinen Saal, der meist am Wochenende geöffnet wurde um zusätzliche Kundschaft unterzubringen. Am Ende dieses Saales aber befand sich eine verschlossene Schiebetür, die nach dem Öffnen einen zusätzlichen, ziemlich großen Saal offen legte. Dort fanden in den 50er und 60er Jahren neben den obligatorischen Karnevalssitzungen (u.a. der Oecher Börjerwehr und der Fidelen Freunde) und großen Weihnachtsfeiern mit Nikolaus, Hans Muff und vielen vor Angst zitternden Kindern (zu der Zeit war man diesbezüglich noch nicht zimperlich), auch allerlei Versammlungen meist nichtpolitischer Art und internationale Briefmarken –und Münzauktionen statt. In regelmäßiger Unregelmäßigkeit gab es auch Musikveranstaltungen der eher volkstümlichen Art. Der in den späten 50er Jahren sehr beliebte LOU VAN BURG soll einige Male dort gastiert haben.

Links, einen kleinen korridorähnlichen Gang an den Sälen vorbei ,gelangte man dann durch eine schwere Türe auf das Brauereigelände. Ein großes Tor, geöffnet zur Auslieferung des Gerstensaftes befand sich im Marienbongard, an der Toreinfahrt, neben dem vor Ewigkeiten geschlossenen und der natürlichen Zersetzung anheimfallenden Lokal PUB DAVOR. Woher ich das alles weiß? Tja…aus einer Wirtshausfamilie stammend, waren meine Eltern Mitte der 60er Jahre für 2-3 Jahre Pächter des Walfisches, bevor sie dann das Gartenrestaurant FONTANA (jetziges Restaurant Ronheider Stuben) am Ronheider Berg übernommen haben.

Die Erinnerungen meiner Mutter an den Walfisch sind leider nur noch rudimentärer Natur, aber das bisher Gesagte, entspricht mit ziemlicher Sicherheit de n damaligen Zuständen. Inhaber der Brauerei war von 1876-1922 Franz Hamacher und ab 1922 die Hamacher KG. Das Walfischbräu selber soll wohl ein sehr eigenwilliges Bier gewesen sein, dass vor allem die DEGRAA- Trinker, die ja bekanntlich sehr alt wurden, mieden. Andere Aachener Bierkenner schworen auf das Walfischbier und eine nicht unerhebliche Menge von Stammgästen genoss dieses Bier üblicherweise mit „einem Kurzen“ (Korn), das gute alte Männergedeck, in der Region auch gerne „Köppelchen“ genannt. Es wurde auch ein Flaschenbier für den Export abgefüllt. Um Lücken in meinen frühesten Kindheitserinnerungen zu füllen, würde ich mir wirklich SEHR wünschen, noch irgendwelche Zusatzinformationen (Fotos wären natürlich der Oberhammer) über den WALFISCH zu bekommen.

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