Aachener Untergrund Kultur

18. Februar 2010

NEURAL Artikel "Underground music blogs"

Filed under: Uncategorized — karl pach @ 6:57 am
In der Printausgabe des kommenden NEURAL Magazins wird ein Artikel des Medienwissenschaftlers Florian Cramer mit dem Titel „A Kind Rewind – Underground music blogs and the rebirth of cassette tape music“ erscheinen. Einen kompletten Absatz widmet der Autor unserem Aachener Untergrund Blog. Mit freundlicher Genehmigung des Autors habe ich die große Freude, den uns betreffenden Absatz, hier vorab veröffentlichen zu dürfen:


A Kind Rewind – Underground music blogs and the rebirth of cassette tape music
by Florian Cramer

As with the original analog cassettes, this would not only be the loss or transformation of musical practices, but also of a social culture. No longer forgotten music, for example, receives substantial contributions by other experts of the Dutch underground experimental music scene, some of whom met at Tape Treff. A peculiar case of a collective psychoarcheology of a local culture can be found on the blog “Aachener Untergrund” allopach.blogspot.com. Launched in summer 2009 by two pseudonymous authors who seem to be associated to the former label DOM Records of the group HNAS, it initially followed the standard tape blog format and resurrected 1980s audio cassettes and fanzines produced in the Western German town Aachen, including those of the obscure but brilliant Dada-absurdist project Neros tanzende Elektropäpste. Shortly after, the blog gained collective momentum. It thrives on the enthusiasm of a growing group of contributors who not only reconstruct the town’s musical underground history, but also perished hippie record shops and electro stores, strange fast food restaurants, 1970s SciFi architectural cafés, locally produced grotesque carnival song seven inches, b-movie theaters, public toilets, semi-famous heavy metal bands, once-controversial high school hangouts, in short “underground” in its broadest yet most literal sense. It remains to be seen how intrinsically such social dynamics are tied, as a recherche des temps perdu, to tangible artifacts and memories. Future underground archeologies might just as just well develop nostalgia for earlier quirks of the Web. There is, no doubt, a massive cultural movement towards pre-digital media technologies, in a time where the Internet is more and more perceived as the corporate machine that has perverted the notions of sharing, community and participation. Today, a festival or an art school program called analog media would safely attract more people than its “new media” equivalent – but with the twist that the former is framed by the latter. We are, indeed, reading the Cassette Mythos on the screen.

Meinen herzlichsten Dank dafür lieber Florian!

17. Februar 2010

MUSIKLADEN – Kleiner Nachtrag

Filed under: Aachen bizarr, Plattengeschäfte in Aachen — babula @ 9:14 pm

Habe leider kein Foto des Ladens und traue mich nicht eins von seiner Homepage zu kopieren. ALLO hat das Mysterium Jürgen ja bereits mit Bravour durchleuchtet, doch seien noch kurze Ergänzungen und persönliche Erlebnisse von mir gestattet.

Ich hatte manchmal die Gabe etwas aus Jürgen, einem Kerl von einem Mann, rauszukitzeln. Dies war beileibe nicht einfach. Vor allem wollte ich immer wissen, WER denn Belfast von Boney M für 23 Mark kauft, und da er beispielsweise Rivers Of Babylon 17 mal in allen möglichen Zuständen, also von Cover druckfrisch bis Schnurrbart gemalt und Augen ausgestochen, ebenfalls alle für 23 Mark verkauft und nicht erst mal die ersten 15 für sagen wir 5 Mark und die letzten beiden für 23 Mark? Die zwar leicht veränderten, aber sinngemäß immer gleichen Antworten lauteten in etwa so: „…irgendwann kommt ein Japaner und kauft das…“ oder „…ich hab hier Kunden aus der ganzen Welt, die kommen rübergeflogen….“ oder „ist doch egal…irgendwann verkauf ich es.“ oder sogar „Ich brauch nix zu verkaufen….“

Auf eine Anmerkung von mir, dass in einer Hülle die falsche Platte steckt, erhielt ich zur Antwort, das sei egal, der Kunde probiert ja auch im Kaufhof eine Hose zuerst an (was immer das bedeuten soll…. )??!!??
Ganz toll war auch die Antwort, wo denn die SOUL Singles stehen. Antwort: „Da oben, wo BLACK PEOPLES draufsteht! „Das Harte und gleichzeitig Traurige daran ist, dass Black Peoples zufälligerweise auch noch einen entfernten Sinn ergibt.

Schön war auch die Ecke mit den Samplern (nun ja..Ecke, ich habe ganze Ladenlokale gesehen, die waren kleiner als DIESE Ecke). Nur der allerletzte Dreck. Da Jürgen dies wohl in abgeschwächter Form haufig zu hören bekam, wich er -und das ist mehr als bemerkenswert- von seinem, von Allo glänzend beschriebenen, Preissystem ab und verkaufte alle Sampler zumindest ab 1999 oder so für 6 Euro(!) das Stück. Auf meine Anmerkung, das selbst dies doch VIEL zu teuer sein, erhielt ich die fachmännische Antwort: SAMPLERS (man beachte das S) verkaufen sich immer. Toll war auch die Aussage so um 2002 rum, dass die Zukunft im Internet liegt.

Einmal kam ein GOTIKER in den Laden (der übrigens fast immer leer war, wenn ich da war) und fragte nach einem Sisters of Mercy Bootleg und bekam zur Antwort , dass gestern (!!) jemand da war und ALLE gekauft hat. Ich schaute dann später mal unter S nach und fand jede Menge Sisters Boots. Also tatsächlich lieber nix verkaufen als irgendwas tun zu müssen.

Erstaunlicherweise konnte ich dennoch hin und wieder etwas finden. Ich erinnere mich an den Kauf einer seltenen Postpunk-Single von den Mudhutters (total falsch wegsortiert), die ich für 25 Mark oder so ergattern konnte.

Einmal kam ich kurz vor Ladenschluß in den Laden und wurde nicht, wie sonst üblich, direkt des Ladens verwiesen, mit der Bemerkung, man schließe gleich (also in etwa 30 Minuten oder so), sondern Jürgen war bester Laune (offensichtlich neue Ballerrekorde aufgestellt oder den ganzen Tag die Bude voller Japaner gehabt) und hatte eine Platte von Peter Alexander (glaube ich) oder so aufgelegt und sang dabei phasenweise gut gelaunt mit. Ich blieb ein bisschen, lobte sein Preissystem und zog gegen 19.15 Uhr (!!!) verwirrt von dannen.

Dennoch, eins muss man trotz allem Unverständnis neidlos anerkennen. Europas grösster Plattenladen? existiert jetzt mehr als 20 Jahre und Jürgen hat sich wahrscheinlich dort nicht kaputt gearbeitet, sondern hatte viel Ruhe und Gelassenheit, die er auch –und jetzt vollkommen ironiefrei- ausstrahlte. Innerlich vermutlich gefestigter als viele seiner Besucher und/oder Lästerer. Einen unzufriedenen Eindruck hat er auf mich auch selten gemacht (es sei denn man wollte Platten anhören oder so). In diesem Sinne…leben und leben lassen.

NEROS TANZENDE ELEKTROPÄPSTE – Die hohe Kunst des Schwitzens

Filed under: Cassetten AC, Reinfall Tapes — karl pach @ 7:22 am
1983 als RC018 bei meinem Lieblingslabel „Reinfall Tapes“ rausgekommen. Die vierte und leider letzte Veröffentlichung der aachener Dada-Ndw Absurdisten. Intimitäten der Combo liegen für mich noch ein wenig im Dunkeln. Die Geschichte dahinter werde ich in folgenden Postings hoffentlich entsprechend ausleuchten können.
Gruß an Florian, hoffe der Post hilft…

Seite 1: http://www.megaupload.com/?d=440DRWNT

Seite2: http://www.megaupload.com/?d=NIKXWXAQ

13. Februar 2010

JÜRGENS MUSIKLADEN – LADEN WIDER ALLE MARKTGESETZE

Filed under: Aachen bizarr, Aachener Schallplattenläden — Allo Pach @ 10:43 am

EINFÜHRUNG

Was haben wir gelacht, was haben wir geweint!
Jürgens Musikladen („Europas größter 2nd Hand Plattenladen?“) verdient wirklich den Titel:
AACHENS (Europas ha ha ha) BIZARRSTER PLATTENLADEN.
Hier schien/scheint es einen marktwirtschaftsfreien Geschäftsraum zu geben, in dem die Preisfindung nichts mit Angebot und Nachfrage oder gar Qualität zu tun hat, sondern einzig mit dem wundersamen Willen des Betreibers (und dem Kapital seines Geldgebers, der diesen betriebwirtschaftlichen Unsinn seit 30 Jahren aus unbekannten Gründen finanziert).
Hier kostete die Boney M. Single (Zustand: EGAL!) auch gerne mal 23,- DM!
„Wie kann so etwas funktionieren?“, fragt sich der Leser/Kunde? Jedes andere Geschäft hätte binnen kürzester Zeit längst pleite gemacht.
Nicht so Jürgens Musikladen, denn er ist wahrlich ein
LADEN WIDER ALLE MARKTGESETZE!
Wie kommt das?

HISTORIE

Um ansatzweise zu verstehen, wie das alles so geschehen konnte, muß die Recherche in den frühen 80ern beginnen, als Jürgen einen Blumenladen in der oberen Jakobstrasse betrieb.
Wahrscheinlich ob der verderblichen Ware Blumen hatte der Besitzer wohl die Idee, das Geschäft ca. 1982 in einen 2nd Hand Schallplattenladen zu verwandeln (Liebe zur Musik kann es sicher nicht gewesen sein, wenn man an die vielen abschätzigen Bemerkungen des Inhabers zum Thema denkt…).
Jedenfalls war eine der ersten „brillianten Ideen“, nun den Kunden Blumen im Tausch(!) gegen ihre 2nd Hand Platten anzubieten (s. Flyer/Poster).

DAS KONZEPT

Einige Zeit ging das wohl so und man konnte im Laden neben Blumen auch Schallplatten kaufen.
Was jetzt noch fehlte war eine Standortverbesserung- und die kam mit dem Umzug in die Schützenstrasse 23, wo auch schon vorher ein Plattenladen (Discoshop) ansässig war.
Ein klarer Marktvorteil!
Nun brauchte man nur noch ein brilliantes Marketing Konzept, um sich von allen anderen schnöden Geschäften der Branche abzuheben. Dazu mußte man nur global denken.
Während andere vielleicht die „Größte Plattenauswahl der Stadt“ anboten, ging Jürgens Musikladen aufs Ganze: „Europas größter Plattenladen?“, mit pfiffigem Fragezeichen, war die glänzende Lösung.
Desweiteren mußte ein Preiskonzept her, das sich gewaschen hat. Dabei machte man sich zunutze, dass man eigentlich gar keine Kunden im Laden haben wollte, denn die waren nur lästig und stellten gar Fragen.
Jürgen machte aus der Not eine Tugend und erfand: Das einzigartige Grundpreis/Jahre System. Leider war es uns Laien über all die Jahre nicht vergönnt, dieses hochgeistige Konstrukt wirklich in all seiner Pracht zu begreifen und wir haben oft Stunden vor den Informationsplakaten verbracht, immer bemüht Jürgen und sein Genie zu verstehen.
Auch sämtliche (lästige) Rückfragen an den Ladenchef haben uns nie wirklich in die Lage versetzt, dieses geniale Machwerk zu begreifen. Aber immerhin hielt es wohl Kauf-Interessenten davon ab, etwas zu erstehen oder gar (urgh) wiederzukommen.
Trotzdem versuche ich hier nach bestem Wissen das Preisgefüge von J.M. zu erläutern:
Zunächst war der Zustand des Vinyls/Covers für die Preisfindung absolut SCHEISSEGAL, ob mint oder nur noch als Frisbee zu gebrauchen, völlig uninteressant, was soll der Zustand einer Ware mit ihrem Preis zu tun haben? Gar nichts!
Klar war Jürgen aber, dass es Singles und Lps gab. Diese mußten (natürlich!) verschiedene Preise haben, die sogenannten Grundpreise: DM 5,- für die Singles und DM 10,- für die LPs (für CDs galt so etwas erstaunlicherweise aber nicht…).
Dann kam es (natürlich!) darauf an, wie alt die Platten waren, je älter desto teurer (logisch!), pro Jahr berechnete man DM 1,-. Natürlich galt das gleichermaßen für Originale wie auch für Nachpressungen, da gab es (selbstverständlich!) keinen Unterschied, wieso auch?!
Also: kaufte man bei Jürgens Musikladen 1996 eine total verkratzte Single, sagen wir: Rivers of Babylon von Boney M. (erschienen: 1978), ergab das folgenden Endpreis: DM 5,- (Grundpreis) plus DM 18,- (18 mal DM 1,-, da die Platte 18 Jahre alt ist) also schlußendlich DM 23,-
Zudem gab es noch ein weiteres „Punkte System“ (farbige Punkte aufgebracht auf den Plattenhüllen), welches das Preisgefüge noch weiter (nach welchen Kriterien noch mal?) komplizierte.
Diesen speziellen Punktekram habe ich leider bis heute nicht verstanden, deshalb kann ich nicht mehr dazu schreiben (ich kenne auch niemand, der das je verstanden hat…).
Solche Spitzenangebote lockten natürlich die Kunden in Scharen, da ja niemand auf die Idee kam, die gleiche Single auf einem x-beliebigen Flohmarkt in sicher besserem Zustand für 10 Pfennig zu erwerben…
Konnte Jürgen zu Beginn noch die wenigen interessanteren Platten des Ladens zu einem hohen Preis an den Mann bringen (und glaubte sich mit seinem System natürlich bestätigt), so sah er sich schon binnen kürzester Zeit nur noch auf einem riesigen Haufen unverkäuflichen hochpreisigen Mülls sitzen- und darauf sitzt er bis heute…
Um dem Kundenandrang weiter zu begegnen und diesen zu drosseln, erfand Jürgen zusätzlich noch eine Art Strafgeld für das Anhören (wieso durfte man das dann überhaupt?) der Tonträger im Geschäft. Ein Geniestreich!
Diese Gebühr betrug 50 Pfennig pro Plattenseite(!), getreu dem Gesamtkonzept war es egal, ob man eine Single, LP (günstiger) oder CD (hat nur eine Seite= besonders günstig) anhören wollte.
Großzügigerweise wurde dem Kunden diese Gebühr aber beim Kauf der Platte vergütet, eine sehr kundenfreundliche Geste (Rückkehr zur sozialen Marktwirtschaft? Lücke im System?)
Gerüchten zufolge hatte diese Gebühr auch etwas mit der Gema zu tun, die gerne auch bei Plattengeschäften ihre Gebühren eintreibt (anders bei Blumengeschäften).

FUTURE IS CALLING

Mit diesem Klassekonzept hat sich das Fachgeschäft bis heute gehalten, nur die Ware in der Auslage ist mit der Zeit etwas vergilbt (Patina für die Japaner, die ja oft „rübergeflogen kommen“, um bei J.M. einzukaufen).
Verbessert hat man aber noch die Kundenabwehr, unter dem Vorwand: „Das Internet ist die Zukunft“ hat man die Besuchszeiten (hihi) weiter drastisch reduziert:

Heutzutage ist der Laden nur noch Mo-Fr von (voraussichtlich) 13h-14h geöffnet und dann auch nur, um im Internet gekaufte Ware abzuholen. Richtig fitte Internet-User (Web 2.0) machen das ja NUR so: Ware im Internet bestellt und flott im Laden abgeholt, so einfach funktioniert die Cyberwelt, dazu muß man natürlich global denken (können).
Alternativ werden die Platten zwischen 13h und 14h zugeschickt (sicher eine ganz besonders interessante Info für den Käufer).
Auch ein toller Service ist die weltweite(!) Verschickung der erstandenen Ware.
Die Webseite ist Tag und Nacht geöffnet (was ja im Internet ja noch recht selten ist). Jürgens Musikladen ist eben immer einen Schritt voraus!

IM REICH DES WIDERSINNIGEN (INTERMEZZO)

Erstaunt war (der hartnäckige, verbliebene) Kunde dann im Jahre 2003, als Jürgens Musikladen plötzlich und unerwartet auf die SCHLECHTE KONJUNKTUR reagierte und die Preise um 30% senkte.
Was war passiert, dass man 20 Jahre nach Geschäfts-Eröffnung nun erstmals auf den MARKT reagierte? Warum? Wieso? Niemand weiß es, aber an diesem Beispiel wird sehr schön ersichtlich, dass das widersprüchlich-obskure Geschäftskonzept (welches ja stets mit gleichbleibendem Starrsinn gegen jegliche Kritik verteidigt wurde) wirklich frei von jeder Logik ist.

MYSTERIUM UND QUALEN (EPILOG)

Am Ende fragt man sich natürlich: „Was soll das alles? Wofür? Warum? Wem bringt das alles was? Das kann doch alles nicht sein, oder?“
Ich habe schon Freunde im/am Laden verzweifeln sehen. Weinend oder rot vor Wut verließen sie das Geschäft.
Ich aber sage euch:
Quält euch nicht länger!
Es gibt diesen Laden damit man sich genau diese Fragen stellt und sich an diesen abarbeitet.
„Liste der Sampler=auch=V.A.“ (Weltformel!)

11. Februar 2010

SWITCH (aus dem Nähkästchen des Paul Mono)

Kleine Historie der Aachener Band SWITCH, ein tiefer Einblick in die Aachener Musikerszene der frühen 70er (vielen Dank an Paul)…
Paul Mono:
„Im Jahr 1973 spielte ich in einer ziemlich inkonsistenten Band, d.h. mit ständig wechselnden Mitgliedern, names „Emphysis“, von der letztlich ein Kern von vier Leuten übrig blieb, nämlich Berthold Koerver am Schlagzeug, Dieter Hartmann an der Gitarre, ein Bassist namens „Mecki“ und ich als Sänger. Obwohl wir in dieser Formation sogar öffentliche Auftritte hatten, war anscheinend niemand mit dem Projekt so richtig zufrieden.
Zu diesem Zeitpunkt arbeitete ich im Amsterdam Record Shop, wo eines Tages ein „junger Mann“ (naja, ein bißchen älter als ich) erschien, der mich fragte, ob ich in Aachen oder Umgebung eventuell eine Rockband kennen würde, die einen Gitarristen/Sänger brauchen könnte, er sei neu in der Stadt und suche entsprechenden Anschluß. Da nun ohnehin klar war, daß „Emphysis“ in der bestehenden Form nicht weitermachen würde (vor allem nicht mit mir), gab ich ihm die Adresse eines der Bandmitglieder, und wie ich einige Zeit später vernahm, hatte man sich schnell geeinigt. Der „junge Mann“ war übrigens 26 Jahre alt und hieß Wendelin Haverkamp. Die nächste grundlegende Aktion war dann erstmal der Umbau der Band und die Umbenennung in „Ganymed“. Mitglieder waren nun außer Wendelin Haverkamp die drei oben genannten Akteure von „Emphysis“, allerdings wechselte Mecki zur Orgel. Als Bassist kam Helmut Jorga (besser bekannt als „Yogi“) hinzu. Desweiteren wurden noch – hoffentlich hab ich das jetzt richtig in Erinnerung – Wolfgang Herff (Violine) und ein Trompeter (beide aus Übach-Palenberg) rekrutiert. In dieser Besetzung hat „Ganymed“ eine ganze Weile gespielt und auch einiges an Auftritten absolviert. Irgendwann (vermutlich 1975) hatte sich dann aber diese Band erledigt, und der Asche entstiegen Wendelin Haverkamp, der einen weiteren Gitarristen mit Namen Uli Pesch mitbrachte, Berthold Koerver, der weiterhin trommelte und auch Yogi gehörte zu den Überlebenden.
Möglicherweise gab es auch noch einen fünften Musiker, aber darauf kann ich mich momentan nicht sicher festlegen. Wie auch immer, zunächst folgte die fällige Umbenennung, diesmal in „Heartrock“. Diese Band hat dann auch eine ganze Weile existiert, ganz sicher bis zum Herbst 1976, als sie einen Auftritt im HOT in Herzogenrath hatte, mit mir als Vorprogramm. Ab hier sollte nun eigentlich jemand anders die Geschichte weiter erzählen, weil mir die Faktenlage nur sehr bruchstückhaft bekannt ist. Auf jeden Fall ist aus „Heartrock“ eines Tages „Switch“ geworden, wie gewöhnlich mit einer Umbesetzung und so weist die 1980 (von Rainer Rutow – Tonstudio West)aufgenommene Single folgende Musiker aus: W.Haverkamp (voc, git), B.Koerver (dr), C.Mann (b, voc), U.Pesch (git) und J.Hektor (git), letzterer offenbar ein Gastmusiker für die Plattenaufnahme, auf dem Cover sind nämlich nur die vier vorgenannten abgebildet. Wann sich aber nun auch „Switch“ aufgelöst hat, vermag ich beim besten Willen nicht zu sagen. Vermutlich „kurze Zeit“ nach Erscheinen der Single (?), na jedenfalls ist das doch eine alte Tradition …………… ;-)))“

Hier gibt es die Single zu hören:
http://www.mediafire.com/?toz1vzzmykq

10. Februar 2010

KRAM (aka SAGALINDA NOTKO) 1971

…aus dem Paul Mono Archiv (Dank an Paul) hier Musikaufnahmen, die noch nie jemand zu Ohren bekommen hat außer den daran beteiligten Spielmännern.
Es sind Probeaufnahmen von Pauls Band „Kram“, auch bekannt als „Sagalinda Notko“, aus dem Jahr 1971. Authentischer Underground – Probeörtlichkeit war ein 4 Meter hoher Kellerraum – ist hier zu hören, wie er von tausenden Bands seinerzeit gespielt wurde…
Tracks 1 bis 7 sind ein einziges Stück (als „Kram Song“ in die Geschichte eingegangen), die Unterteilung wurde nur aus praktischen Gründen gemacht. Das gleiche gilt für den „Flute Song“.
Mehr davon, Paul!

http://www.sendspace.com/file/fb1c08

7. Februar 2010

BIER BAR – Die Untersuchung

Filed under: Bier Bar — karl pach @ 9:17 am
Das Thema Bier Bar verdient eine tiefergehende Untersuchung. Die Lokalität an sich sowie das städtebauliche Umfeld sind stellvertretend für Zeitenwenden und die bitteren Veränderungen die Aachen durchgemacht hat. Dokumente aus den 70er Jahren, der eigentlichen Bier Bar Zeit, konnte ich noch nicht auftreiben. Aber Frau Knops, die Besitzerin der betreffenden Immobilie, hat mir freundlicherweise Zugang zu ihrem Fotoalbum gewährt. Die Tatsache das die heutige Peterstraße beinahe nur halbsoviele Hausnummern aufweist wie vor 1959 läßt bereits schlimmes befürchten. Das tolle Konzept die aachener Innenstadt mit Individualverkehr zu fluten bedeutete den Untergang der alten Peterstraße. Herr Knops klagte bis 1959 vergeblich um den Erhalt seiner Häuser.
Die Peterstraße wurde ab der Heinrichsallee (Kölntor) 13 Meter zurückgebaut. Wo später die Bier Bar ihre Tür (Zapfhähne! Schenkel?) öffnete waren in früherer Zeit die legendären aachener Pferdeschlachter beheimatet.
Geschlachtet wurden die Rösser im Hinterhof.Gänse und anderes Getier sind leider nicht mehr auf dem Gelände zu finden. Als Kleinod ist aber das alte Schlachthaus erhalten geblieben. Es dient heute als Schuppen oder so. Der Pferdekopf unter dem linken Fenster hängt heute noch da.

6. Februar 2010

>HUMAN LEAGUE Audimax 1980

Filed under: Audimax, Konzerte in Aachen — Allo Pach @ 11:50 pm

Erwartet hatte ich vier Elektronik-Freaks hinter ihren Synthies, stattdessen gab es nun aber die poppige Version der Band (mit 2 Sängerinnen) zu sehen, denn im Oktober ’80 hatten Ian Craig Marsh und Martyn Ware Human League verlassen und Philip Oakey hatte die Band „umgestaltet“, um den vertraglichen Verpflichtungen der anstehenden Europatour gerecht zu werden. Die „neue“ Band spielte ein Programm mit Stücken von „Reproduction“ und „Travelogue“, an „Boys and girls“ kann ich mich auch erinnern, „Dare“ allerdings war noch nicht in Sicht.
Trotzdem war es ein nettes Konzert! Gab es eine Vorgruppe?
Human League sollen auch schon früher in Aachen gespielt haben, hat jemand Infos?

>P 5

Filed under: Aachen in den 80ern, Aachener Untergrund, Clubszene AC — Allo Pach @ 2:25 pm

Das P 5 in der Peterstrasse war in den Mitt-80ern für einige Jahre der Treffpunkt für die „schwarze Szene“.
Gerade dies hat mich damals davon abgehalten, dort des öfteren einzukehren.
Erinnern kann ich mich aber gut an ein (recht lahmes) Konzert von Portion Control ca. 1987.
Sicher gibt es Blogleser, die dufte Geschichten zum P 5 erzählen können…,
z. B.: wann hat der Club eröffnet/wann geschlossen?
Vielen Dank an Jörg Z. für das Foto der Getränkekarte!

5. Februar 2010

DRAGNET RECORDS – Aachens bester Plattenladen (1990-1998)

DRAGNET RECORDS öffnete Anfang September 1990 seine Pforten in der Aureliusstrasse in Aachen. Zunächst präsentierte sich der Laden als reiner Collector’s Shop, d.h.: man verkaufte fast nur rare, gesuchte Scheiben, was die Aachener Käuferschaft in 2 Lager spaltete: Die einen mochten den Laden nicht, ob der hohen (zumeist aber angemessenen) Preise, sie empfanden Dragnet als „elitär“. Andere (ich z.B.) verbrachten dort ihre Samstagvormittage (Ladenschluß war ja noch 14h), vom Personal bestens versorgt mit Keksen und Kaffee und Raritäten.
Auf jeden Fall hatte die Kaiserstadt (und Umgebung inkl. Köln) solch einen speziellen Laden noch nicht gesehen.
Durch eine Repertoire-Erweiterung um Indie/Gothic/Industrial Neuware und deren sehr günstigen Preise, sowie regelmäßigen, umfangreichen Mailorderkatalogen mauserte sich DRAGNET sehr bald zur NRWs erster Adresse in Sachen Schallplatten/CDs. Dies lockte natürlich ein breites -auch auswärtiges- Publikum in den Laden, was oft freitags und samstags zu leichtem Gedränge führte.
Als Dankeschön feierte man jährliche „Jubiläumspartys“ mit satten Preisnachlässen, Sekt und Salzstangen ohne Ende. Wahrlich goldene Zeiten…
Neben dem Laden gab es noch weitere Aktivitäten:
Bereits im Frühjahr 1991 erschienen die ersten Vinyl/CD Produktionen auf dem hauseigenen Label DRAGNET, sowie auf DRADOMEL, einer Kollaboration von DRAGNET und DOM ELCHKLANG und man veröffentlichte ab 1995 auf dem via ROUGH TRADE vertriebenen Indielabel SCOUT RELEASES einige sehr erfolgreiche CDs (The Fall, Mekons, Handsome family etc.).
Ebenso organisierten die Dragnet-Macher rund um Aachen Konzerte (EA 80, Legendary pink dots, Rausch, Jack or jive, etc.).
Schließlich betrieb man ab 1996 einen Tonträger Export-Großhandel (TARGET EXPORT) in der Weststrasse in AC (bis 2008) und das Panteon CD-Preßwerk in Alsdorf.
Diesen arbeitsintensiven Beanspruchungen fielen dann leider der Laden (1998) und später auch die Label zum Opfer.
Aber für alle nostalgisch veranlagten Dragnet-Fans gibt es nun einen angemessenen Trost:
Die Dragnet Betreiber, sowie ehemalige Mitarbeiter, haben ein eigenes Blog eröffnet, mit schönen Fotos, Devotionalien und Erinnerungen rund um Aachens besten Plattenladen und alle anderen Dragnet-Aktivitäten:
http://scoutreleases.blogspot.com/
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