Aachener Untergrund Kultur

13. Mai 2010

FREIES RADIO AACHEN 3 1983

Filed under: Freies Radio Aachen — karl pach @ 7:47 am
So ziemlich die Endphase unseres beliebten Piratensenders dokumentiert diese Kassette. 3 Jahre trutzten die freien Radiomacher der Staatsgewalt, dann besiedelten halblegale und entsprechend weichgespülte Sender wie Radio Distel vorübergehend den Aether. Heute dürfen wir Hitradio und co hören…

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7. Mai 2010

ULRICH PETERS – Vol. 2 (Konzert-Erlebnisse)

Filed under: Aachener Komponisten, Groupies, Grufties — Allo Pach @ 11:12 am

Bei meiner Recherche zu Ulrich Peters (siehe Karl Pachs Blogeintrag) bekam ich unerwartete Hilfe von meiner Cousine Elke.
Sie war wohl weiland großer Fan von „Ulli“ und konnte mir neben obigem Scan auch noch eine kleine Geschichte zum Peters Konzert offerieren:

„Ja, so erinnert man sich. Beim Durchblättern alter Chorordner fand ich diesen Handzettel und begann sofort in Erinnerungen zu schwelgen.
Ulrich Peters. Der Ulli, wie wir ihn alle scherzhaft nannten. Und jedes Mädchen aus unserer kleinen Fan-Gemeinschaft war ein wenig verliebt.
Es war ein harter Winter, damals ’96. Schneematsch auf den Straßen, kalt und schmutzig. Die Fahrbahn glatt und nur die Hauptstraßen notdürtig geräumt. Wie Giesela ihren Vater damals überredete, uns vier von Stolberg-Atsch bis nach Maastricht zu fahren und wieder abzuholen, weiß ich bis heute nicht und sie hat es auch nie verraten. Aber ihr Vater erriet wohl schon an ihrer Bitte, dass es für uns alle quasi um Leben und Tod ging. Also brachte er uns in seinem kleinen grünen Fiesta nach Maastricht. Die Sommerreifen und die defekte Heizung konnten unsere Vorfreude nicht trüben und unsere Gedanken waren voller Wärme für unseren Ulli.
Wir hatten hart gespart, um uns die Eintrittskarten leisten zu können. An der Grenze mußten wir noch DM in Gulden tauschen.
Tinchen mußte an der Abendkasse dann die Karten kaufen, weil sie leicht stotterte. Gott sei Dank bekamen wir auch wegen Giselas Rollstuhl alle ermäßigte Preise. Und so saßen wir auch in der ersten Reihe.
Holland ist schon behindertengerechter als Deutschland. Das muss man einfach sagen.
Unter großem Beifall betrat Herr Leenders mit dem kleinen Madrigalchor die Bühne. Auch ein kleiner Chor kann große Stimmung verbreiten.
Die Werke von Pärt hatten es uns besonders angetan. Und wir waren ganz berauscht von solch wunderbaren Klängen.
Aber dann kam das Highlight des Abends: Ulli.
Und wie er improvisierte und variierte, wie er gekonnt Spannung erzeugte und wieder löste, wie er mit unseren Gefühlen Achterbahn fuhr. Einfach großartig! Anne war so gerührt, dass sie ihre Freudentränen nicht mehr halten konnte, aber auch für mich war das Konzert mehr als ergreifend. Wie er die Orgel tastete, liebkoste, ja zärtlich streichelte, da dachte wohl jede von uns vieren, errötend und erregt, er orgele nur für sie allein. Viel zu schnell kam das Ende. Ulli hielt ja nie viel von Zugaben.
Vor der Kirche wartete Giselas Vater und brachte uns trotz der widrigen Verkehrsverhältnisse und vorgerückter Stunde sicher nach Hause.
Und während ich auf der Rückbank zwischen Anni und Tinchen erbärmlich fror, dachte ich immer wieder verzückt, wie es wohl sein würde, Elke Peters zu heißen. Ob er die Orgel auch auf unserer Hochzeit spielen würde? Ob der kleine Madrigalchor zu diesem Festtag singen wollte?
Und ich wußte, jede der anderen drei schwelgte in ähnlichen Träumereien…

Elke P.“

Vielen Dank an Elke!

2. Mai 2010

JANITOR OF LUNACY

Filed under: Rock in Aachen — karl pach @ 10:22 am
Im Jahr 1986 hatte ich das Vergnügen im Jugendheim Scheibenstraße einem Konzert der Aachener Band „Janitor Of Lunacy“ zu beizuwohnen. Der stimmungsvolle Abend ist mir in guter Erinnerung geblieben und somit Grund der Bandgeschichte nachzugehen. Mit Hilfe von Herrn Dubois konnten 2 alte Kassetten exhumiert werden. Das offenbar im Proberaum oder so entstandene Tape zum abgebildeten Artwork kann via Link (unten) runtergeladen werden. Die Geschichte zur Combo nun aus Herrn Dubois Erinnerung:
Gegründet wurde die Band Janitor Of Lunacy 1985-86 aus einem losem Dunstkreis von Leuten, die sich teils vom Anne-Frank in Laurensberg, teils aus anderen Schule, kannten. Es waren einige schwer disziplinierbare Mehrfachschulwechsler darunter, die schon hier und da rausgeflogen waren. Zuerst nannten wir uns „Logen Session Band“, was das anfängliche Fehlen jeglichen Anspruchs dokumentiert, aber wir einigten uns bald auf Janitor of Lunacy, nach einem Song von Nico. Unser größte gemeinsame Nenner war in Sachen Musikgeschmack eindeutig The Velvet Underground und Nico, auch wenn man das vielleicht nicht so gut raushört. Sänger waren Anja Kühn und ich selbst. Die meisten Texte stammen von Anja, die die Songtexte schon fertig parat hatte da sie so eine Art privates Poesiealbum geführt hatte. Sie kannte auch harte Leute. Ich war der zweite Sänger und habe dann irgendwann auch noch 2-3 Songs geschrieben. Den Text zum Song Endless Seas hatten wir auf dem Boden im Proberaum gefunden. Wir konnten ihn (bis heute) keinem Autor zuordnen. Ich vermutete immer, er sei eine Hinterlassenschaft vom „Friseur“, der den Proberaum vorher bewohnt hatte und leider nicht mehr unter uns weilte. Anja hatte ihn gut gekannt. Anfangs hatten wir eine Weil lang in der Garage vom Ritchie, einem älteren Dröhni aus Haaren, geprobt, aber er ging uns auf die Neven weil er immer seine komischen Bluesnummern mit uns singen wollte. Wie unschwer zu hören ist, war unser Leadguitarrist großer Sisters of Mercy-Fan. Unser Bassit ebenso. Damals dachten wir uns nichts dabei, einfach komplette Riffs der Sisters für unsere Mucke zu verwenden. Kannte eh kaum ein Schwein.
Nach spätestens 2 Jahren lösten wir uns wegen infantiler Streitereien auf, wie es so oft passiert. Schade.Mitglieder der Band waren:

Thomas Hirsch: Bass
Marc Löbel: Lead Guitar
Anja Kühn: Lead Vocals
Stephan „Fossi“ Waldorf: Road Manager
Mathias Dubois: Rythm Guitar, Lead Vocals
Jan Schneider: Drums

Fossi starb letztes Jahr. Rest in Peace!

Studiotape: http://www.megaupload.com/?d=Z1PF4B8Z

1. Mai 2010

HONEYMOON KILLERS – LIVE IM UKW 1982

Filed under: Clubszene AC, Konzerte in Aachen, Kultstätten in AC — babula @ 10:00 am

Ein weiteres UKW Live-Ereignis vom 13. April 1982. Erschienen bei Boot-Tapes (?), operierend vom Boxgraben 116 aus.Knapp 60 Minuten Livemusik mit einer Auswahl der besten Stücke ihrer hervorragenden auf Crammed Disc erschienen LP „Les tueurs de la lune de miel“ von 1981. Leider kommt der Sound nicht so gut rüber (auch wenn auf dem Tape TOP-SOUND steht). Ich weiß aber sicher, dass die Sängerin Veronique Vincent optisch um so besser rüberkam.

Auch hier sind die Gesprächsfetzen zwischen den Stücken und vor allem Vor der ersten Zugabe wieder prickelnd. Natürlich nur, wenn man Aachener ist, das Nachtleben zu jener Zeit kannte und das „Gefühl zur Zeit“ fragmentarisch zusammenwuseln will.

Das Tape endet übrigens während der 3. Zugabe.

http://www.divshare.com/flash/playlist?myId=11037665-f85

http://www.divshare.com/flash/playlist?myId=11037666-883

29. April 2010

DISCOTHEK MANHATTEN/TROPICANA

Filed under: Aachener Kneipen, Aachener Musikszene, Discos AC — Allo Pach @ 5:59 pm


Bei meiner Recherche zu dem, von Babula eingestellten, Blogbeitrag „Tropicana – Disko ’72“ stieß ich auf obiges Streichholzbriefchen.
Natürlich bringt uns das auch nicht viel weiter, wirft eher noch mehr Fragen auf:
Hieß das Teil erst „Manhatten“ (wirklich mit „e“???) und später dann „Tropicana“ oder umgekehrt?
Irgendwer muß doch schon mal da drin gewesen sein…

24. April 2010

SATURN – Eröffnung in der Franzstrasse 06.07.1991

Filed under: Aachener Schallplattenläden — Allo Pach @ 12:57 pm

So, nun ist auch geklärt, wann der Saturn in der Franzstrasse eröffnet hat:

AACHENER PLATTENLÄDEN – kleiner Leitfaden 1987

Kleine Übersicht der Bad Aachener Schallplattengeschäfte im Jahre 1987.
Vielen Dank an kilowatt, der diesen Artikel damals für den Klenkes schrieb.
War jemand mal im Musikladen Eschweiler? Hab ich was verpasst?

16. April 2010

AACHENER POPFESTIVAL 1970 – Nachschlag

Filed under: Aachen in den 70ern, Aachener Musikszene, Gammler — Allo Pach @ 6:19 pm

Hallo Gammler!
Hier noch mehr Fotos vom Pop-Festival im Reiterstadion, Soers, 10.-12. Juli 1970, vielleicht erkennt sich ja der ein oder andere Hippie wieder und kann berichten.
Vielleicht taucht auch endlich Film- oder wenigstens Audiomaterial (außer Deep purple, Pink Floyd und Free) auf. Das WDR Archiv jedenfalls sagt, es gäbe nix…
(Text und Fotos: Presseamt Aachen 1970)

„Einen Versuch stellte das Pop-Festival in Aachen dar:

mehrere Tage hatten junge Leute aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien auf dem Gelände des Turnierplatzes Hausrecht.

Mit dem Ziel, in ihrer eigenen Welt, nach eigenen Gesetzen und Möglichkeiten
Outsidertum zu demonstrieren, waren sie zu tausenden gekommen, wie überall, wo ein rühriges Management der Jugend bei Beat- und Popmusik angenehme ‚Weltflucht‘ verspricht.

Die Aachener Veranstaltung warf erneut die Frage auf, wo die Möglichkeiten der Realisierung eigener Vorstellungen der Jugend von Freizeit, Begegnung und Selbstäußerung beginnen und enden.

Der freiheitliche Raum für die junge Generation sollte indes in jedem Falle so großzügig wie möglich abgesteckt werden.“

14. April 2010

NEUBAUTEN IM UKW 1982

Filed under: Aachener Kneipen, Konzerte in Aachen, Kultstätten in AC — babula @ 8:27 am


Der ortskundige Produzent und Walkman-Aufnahmeleiter dieses Tondokuments schreibt folgende kleine Anmerkung in das Kassettenfaltblatt: „Eine ca. 30minütige Untergangs-Apokalypse bei der im UKW in Aachen die Jalousien zerstört wurden. Den Kommentar dazu hört ihr im Hintergrund.“

In der Tat hört man so einige wirkliche Zeitgeistkommentare diverser Zuhörer und Konzertgäste (…die Leute setzen noch ihre Ideen in die Tat um…), die – zumindest aus heutiger Sicht – vermutlich von weitaus wertvollerem Gehalt sind, als die Musik der Neubauten.

Wer sich auf diesem Tape wiedererkennt, möchte dies bitte in einem kurzen oder gerne längeren Kommentar kundtun. Vor allem interessiert mich, welches Glas denn da hätte brechen sollen?

Das Tape beginnt mit einer eindrucksvollen Lärmorgie von FRIEDER BUTZMANN. Auf Seite 2 der Kassette gibt es nach ca. 2Min20 einen ganz kurzen Break und ab da gibt’s Probleme mit dem rechten Kanal; dennoch, ein durchaus hörenswertes Relikt.
Kaum zu glauben, dass dies alles schon knapp 30 Jahre her ist !?

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12. April 2010

NEROS TANZENDE ELEKTROPÄPSTE – Ein Wiedersehen

Filed under: Aachener Musikszene, Reinfall Tapes — karl pach @ 6:08 am
SO das ist der 150. Beitrag in diesem Blog. Als wir (die Pachs) mit dem Blog anfingen, konnten wir uns nicht vorstellen, was wir lostreten würden. Dass mir aktive und/oder ehemals aktive Aachener Schaffende bereitwillig zur Seite stehen oder gar ihre Werke zur Verfügung stellen ,ehrt mich und ist Treibstoff fürs weitermachen. Kartonweises abwerfen von Kassetten oder denkwürdige Besäufnisse sind Geschenke, für die ich mehr als dankbar bin. Die mittlerweile gewonnene Detailkenntnis über vergangenes Geschehen könnte ein Buch füllen.Beim 150. Posting muß natürlich was ganz besonderes kommen. Knapp 30 Jahre nach ihrer letzten Kassettenproduktion hatte ich die Ehre mit „Neros tanzende Elektropäpste“ einen bunten Abend zu verbringen. Enk und Rolf Merx zu treffen ist ein schwieriges Unterfangen. Enk ist üblicherweise nicht mehr in Europa anzutreffen und Rolf zog es flußwärts.
Ursprüngliche Intention war die beiden zu interviewen. Meine persönliche Befangenheit (großer Fan!), sowie die heitere Stimmung bei der Zusammenkunft machten da aber einen Strich durch die Rechnung. Dafür konnten Fakten zu Werden und Werk zusammengetragen werden.

Die Neros produzierten von 1981 bis 1983 4 Kassetten beim Reinfall Label. Enk und Rolf lernten sich bei der Bundeswehr kennen. Enk spielte ursprünglich als Bassist bei „Rückstand“, Rolf als Gitarrist bei „Der Verdacht“. Enks Abnabelung von Rückstand begleiteten 2 Kassetten als „Abnorm“, welche er zusammen mit dem Rückstand Gitarristen bespielte, ebenfalls bei Reinfall Tapes erschienen und hier bereits gepostet.

Enk dazu:
ABNORM waren der Rückstand-Gitarrist Dieter „Jah“ Wagner und ich, sonst hat niemand sich beteiligt. Die Sache lief auch nur ein knappes Jahr, da nach dem vermeindlichen Ende von Rückstand, Silvio & Co. probten dann noch eine Weile mit einem anderen Bassisten, sind aber nie wieder aufgetreten, mein Kontakt zu den übrigen Beteiligten, so auch Dieter Wagner, abriß. Abnorm war ein Projekt, bei dem ich mit Korg MS 20, Casio VL10 (einer Art singendem Rechenschieber, der aber ganz brauchbar klang), der MFB-Rythmusmaschine und dem MFB-Sequencer im Verbund mit einem Bandechogerät und einigen „Tretminen“ allerlei Basteleien anstellte und Wagner Gitarre bzw. manchmal auch Schlagzeug spielte. Man könnte sagen, Abnorm war das direkte Vorläuferprojekt zu den Neros, so wie „Östens Mästare“ deren Ausklang darstellte. Ich bin nach dem Wechsel von der Uni Köln nach Heidelberg 1983 dann immer seltener in Aachen/Würselen gewesen und habe nach einer Musikpause erst wieder 1985 mit Bass und zwei Korg-Rythmusmaschinen angefangen, etwas zu machen. In Pretoria, zusammen mit Gunnar und Pera Schillings (ex-Verdacht) und Leuten vor Ort.

Rückstand hatten seinerzeit einige, auch überregionale Auftritte, wollten aber die eher konventionelle New Wave Schiene bedienen. Die Kernbesetzung der Neros unterstützte bei der ersten Kassette Alfons Jansen. Alfons war ein Elektronikbastler, der mit selbstgebautem Krachequipment unterstützte. Ab der 2. Kassette ersetzte Jürgen Neukirchen den Alfons, welcher mehr in Richtung Klaus Schulze wollte. Nach der letzten Neros Kassette folgte noch eine Kooperation mit Axl Grumbach unter dem Namen „Ostens Mastere“.

Enk dazu:
Der Ausgangspunkt zu „Östens Mästare“, so fällt mir gerade noch ein, waren ein paar Sessions in einem Probekeller in der Antoniusstraße, wo eine der Verdacht-Subgruppen probte und wir durch Rolf mit hinein konnten. Ein oder zwei Mal war dabei Axel Grumbach mit von der Partie. Ich erinnere mich, dass eine erste Version von „Die heilige Kraft des Sozialismus“ dort, im Keller des Puffs, entstand: ein treffender Ort. Später haben wir zuhause bei Axel weiter aufgenommen, woraus dann die Kassette „Elefanter pa taget“ entstand.

Proberaum im Puff – muß der Himmel sein…

Enk abschließend:
Der Kontakt zu Rolf riß dann bis Ende 1989 ab, und ich habe zwischendurch (1986-87) in Heidelberg mit einem Organisten eine Art Shriekback-Versatzmusik gemacht, allerdings mit DaDa-Texten. Was aber auch der Zahn der Zeit verschlungen hat.

Angeblich existiert „Der Verdacht“ ja noch, vielleicht muß nur jemand mal beim Trommler klingeln…

Neros tanzende Elektropäpste Kassettografie:

1981
Wer schön sein will, muß leiden
RC011

1982
Portrait einer Legende
RC015

1982
Hamsterfunk aus der Landesanstalt
RC016

1983
Die hohe Kunst des Schwitzens
RC019

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