„Leben wir längst in einem Land, in dem Herkunft und familiärer Hintergrund stärker über Zukunftschancen entscheiden als individuelle Leistung und Einsatz?“
Gestern Abend habe ich zufällig eine Doku auf 3sat entdeckt, die ich euch gerne empfehlen möchte. Sie zeigt eindrücklich, was bei uns in Sachen Bildung schief läuft und letztlich „vor allem aber von der Idee, wieder etwas Gemeinsames entwickeln zu müssen, eine Gesellschaft, in der nicht die Herkunft die Zukunft bestimmt“.
„Herkunft klebt wie Scheiße am Schuh“, sagt Marlen, aufgewachsen als Arbeiterkind in Bautzen. Dabei war das Versprechen der alten Bundesrepublik: Man kann alles werden, wenn man sich anstrengt. Doch das gilt nicht mehr. Ist die Klasse in Deutschland also von Geburt an festgeschrieben?
In Deutschland dauert es einer Studie zufolge sechs Generationen, um von Armut in die Mittelschicht aufzusteigen – in Dänemark geht das innerhalb von zwei Generationen.
Frauen und Männer zwischen 27 und 41 Jahren reflektieren im Film ihre Lebensgeschichten, ihre Last der sozialen Herkunft, die falschen und richtigen Abbiegepunkte für einen sozialen Aufstieg. Marlen Hobrack, Natalya Nepomnyashcha, Scott Wempe, Jörg Theobald, Stephanie zu Guttenberg und Cawa Younosi erzählen von Stolz und Scham, von Geldnot und Reichtum, von Herkunft und Zukunft, von Aufwachsen und Aufstieg in diesem Deutschland – zwischen englischem Edelcollege und Schulverweigerung, zwischen Wut und Bundesverdienstkreuzverleihung, zwischen der Arroganz von Gymnasiallehrern und dem Lehrermangel der „Restschulen“, zwischen Erbschuld, Vermögen und finanzieller Not – vor allem aber von der Idee, wieder etwas Gemeinsames entwickeln zu müssen, eine Gesellschaft, in der nicht die Herkunft die Zukunft bestimmt.
Die Doku ist noch bis 28.05.2026 in der Mediathek abrufbar: https://www.3sat.de/gesellschaft/politik-und-gesellschaft/das-falsche-versprechen-vom-aufstieg-102.html
Schreibt mir gerne eure Gedanken und Ideen dazu 🙂Danke für euer Interesse und eure Aufmerksamkeit. Ich freue mich auf eure Kommentare, herzliche Grüße, Annette








