Das COSO-Framework für interne Kontrollen
3. April 2025
Das COSO-Framework für interne Kontrollen
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Die erwartete Ausfallhäufigkeit (EDF) ist eine wichtige Kennzahl, die bei der Minderung von Kreditrisiken berücksichtigt werden muss. Sie wird häufig in vielen Formeln zur Vorhersage zukünftiger Kreditrisiken und Ausfallraten verwendet.
Der Begriff „erwartete Ausfallhäufigkeit“ (EDF) bezieht sich eigentlich auf das KMV-Modell, das von der Ratingagentur Moody’s entwickelt wurde. Das Modell wird auch KMV-Modell genannt, da es die Initialen der drei Forscher darstellt, die das Modell entwickelt haben, nämlich: Kealhofer, McQuown und VasicekIn diesem Artikel erfahren Sie, was das Modell der erwarteten Ausfallhäufigkeit (EDF) ist und wie es Unternehmen hilft, bessere Entscheidungen im Kreditrisikomanagement zu treffen.
Die erwartete Ausfallhäufigkeit (EDF) ist eine Methode zur Messung der Wahrscheinlichkeit, dass das Unternehmen seinen Schulden nicht nachkommt.Für die Zwecke dieses Modells wird ein Zahlungsausfall als der Punkt definiert, an dem der Marktwert aller Vermögenswerte des Unternehmens unter den ausstehenden Wert der zu begleichenden Schulden fällt. Dies steht im Gegensatz zu den anderen Kreditrisikomodellen, bei denen ein Unternehmen als zahlungsunfähig gilt, wenn es nicht über genügend Geld verfügt, um die planmäßigen Zins- oder Tilgungszahlungen zu leisten.
Die Ergebnisse der Modelle zur erwarteten Ausfallhäufigkeit (EDF) sind zeitspezifisch. Der am häufigsten verwendete Zeitraum beträgt ein Jahr. Es ist jedoch nicht ungewöhnlich, dieses Modell mit einem Zeithorizont von bis zu fünf Jahren zu verwenden.
Aus der obigen Definition des Modells der erwarteten Ausfallhäufigkeit (EDF) lassen sich die drei Komponenten des Modells relativ einfach erraten. Die drei Komponenten werden im Folgenden erläutert:
Der aktuelle Marktwert der Vermögenswerte wird anhand der Marktkapitalisierung der Aktien des börsennotierten Unternehmens geschätzt. Börsenwerte können jedoch relativ schnell schwanken. Aus diesem Grund wird bei der Berechnung des Marktwerts der Vermögenswerte des Unternehmens ein Durchschnittswert verwendet. Aus diesem Grund eignet sich das Modell der erwarteten Ausfallhäufigkeit (EDF) am besten für börsennotierte Unternehmen, da die Schätzung des fairen Marktwerts von Unternehmen in Privatbesitz schwierig sein kann und jede Bewertungszahl subjektiv, voreingenommen und diskussionswürdig sein kann.
Die dem Modell der erwarteten Ausfallhäufigkeit (EDF) zugrunde liegende Annahme besteht darin, dass das Eigenkapital des Unternehmens als Kaufoption auf die Schulden des Unternehmens betrachtet werden kann. Aus diesem Grund wird das Black-Scholes-Modell, ein Modell zur Preisgestaltung von Optionen, verwendet, um den Wert des Unternehmensvermögens anhand des Eigenkapitalwerts als Input zu bestimmen.
Das Modell der erwarteten Ausfallhäufigkeit (EDF) berücksichtigt nicht nur den Marktwert des Unternehmens. Es berücksichtigt auch, wie stabil dieser Marktwert ist. Dadurch kann das Modell vorübergehend überhöhte Werte aussortieren, die beispielsweise durch Börsenblasen entstehen können. Ziel ist es, ein Gefühl für die dauerhafte Bewertung des Unternehmens zu bekommen.
Das Modell der erwarteten Ausfallhäufigkeit (EDF) verwendet die einfachste Kennzahl zur Bestimmung der Volatilität des Marktwerts. Diese Kennzahl wird als Standardabweichung bezeichnet. Die Annahme ist, dass ein Unternehmen mit hoher Volatilität seines Marktwerts wahrscheinlicher in Zahlungsverzug gerät.
Der Ausfallpunkt ist der minimale erwartete Wert des Gesamtvermögens eines Unternehmens, um Zins- und Tilgungszahlungen nicht zu verpassen. Wir sehen also, dass der Ausfallpunkt tatsächlich eine Funktion der Schulden eines Unternehmens ist.
Das Modell der erwarteten Ausfallhäufigkeit (EDF) berechnet den Ausfallzeitpunkt grundsätzlich als Summe aus 100 % der kurzfristigen Verbindlichkeiten und 50 % der langfristigen Verbindlichkeiten. Der Anteil der langfristigen Schulden wird von Analysten häufig geändert. Der Anteil der kurzfristigen Schulden bleibt jedoch konstant bei 100 %.
Je höher die Schulden, desto höher die zu leistenden Zahlungen und damit auch die Ausfallwahrscheinlichkeit. Aus diesem Grund ist eine einheitliche Definition des Ausfallzeitpunkts schwierig, da dieser Wert unternehmensspezifisch ist. Auch die erwartete Ausfallhäufigkeit (EDF) vereinfacht die Berechnung zu stark. So wird beispielsweise nicht berücksichtigt, dass unterschiedliche Schulden unterschiedliche Laufzeiten haben. Stattdessen wird davon ausgegangen, dass alle Schulden gleichzeitig fällig werden.
Das Modell der erwarteten Ausfallhäufigkeit (EDF) wird verwendet, um die sogenannte Distanz zum Ausfall zu berechnen. Dies ist eine gängige Kennzahl, die dafür bekannt ist, die Ausfallwahrscheinlichkeit genau vorherzusagen.
Die Distanz zum Ausfall wird einfach ermittelt, indem das Nettovermögen des Unternehmens durch seine eigene Volatilität geteilt wird. Beide Werte werden aus Marktdaten abgeleitet und gelten daher als bessere Alternative zu anderen theoretischen Modellen.
Unter dem Strich ist das Modell der erwarteten Ausfallhäufigkeit (EDF) ein wichtiger Pfeil im Köcher eines jeden Kreditanalysten. Es ist wichtig, die Ergebnisse dieses Modells zu kennen und vollständig zu verstehen, bevor eine Entscheidung über die Minderung des Kreditrisikos einer Gegenpartei getroffen wird.
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