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Die vom bdo in 2006 ins Leben gerufene Initiative, die jetzt offiziell unter der Schirmherrschaft des Verkehrsministers Patrick Schnieder steht, fördert die Sicherheit unserer Kinder im Straßenverkehr. Denn es ist mehr als wichtig, dass Kinder das notwendige Bewusstsein für Gefahrensituationen haben, um sich im Alltag, auf dem Schulweg, in der Freizeit oder auch auf Klassenfahrten sicher und eigenständig bewegen zu können.

Anlässlich der Übernahme der Schirmherrschaft lud Patrick Schnieder am 21. Januar 2026 gemeinsam mit dem bdo 24 Kinder einer zweiten Klasse einer Berliner Grundschule ins Bundesministerium für Verkehr ein. In einer lebhaften Fragerunde erzählten die Kinder von ihrem Schulweg und teilten ihre Ideen für einen sicheren, kindgerechten Verkehr der Zukunft. Ein besonderer Moment, der zeigte, wie viel Freude Verkehrserziehung und der direkte Austausch mit dem Verkehrsminister machen können.

Mit der Initiative unterstützen bdo und Landesverbände bereits seit vielen Jahren die Mobilitätserziehung von Schülerinnen und Schülern in Deutschland und bieten umfangreiche Informationen zum Thema „Bus und Sicherheit“.

10 Goldene Regeln - Sicherer Schulweg

Verkehrserziehung beginnt bereits im Elternhaus. Erziehende sind in dieser Hinsicht das wichtigste Vorbild für ihre Kinder. Was Eltern vorleben, empfinden Kinder als richtig und wichtig. Wenn folgerichtig alle Erziehungsberechtigten dies im Hinterkopf behalten, werden Kinder bestens als Verkehrsteilnehmende vorbereitet. Nur durch das Zusammenspiel von Schule, Omnibusunternehmen, Eltern ist Verkehrserziehung nachhaltig.

Einen BUSSTOP-Stundenplan für die Kinder mit den 10 Goldenen Regeln können Sie bei Bedarf bei Ihrem Landesverband bestellen. Hier geht es zur Übersicht der Landesverbände. 

Noch eine Bitte an die Eltern

Es wäre hilfreich, wenn Sie den Schulweg mit Ihrem Kind öfters gemeinsam üben, so lernt es am schnellsten, sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen. Falls es zwingend notwendig ist, Ihr Kind mit dem Auto zur Schule zu bringen, parken Sie bitte nicht in zweiter Reihe oder an Bushaltestellen – auch nicht kurz zum Aussteigen lassen! Dies ist gefährlich und deshalb auch verboten. Es behindert die Busse und die Sicht, wodurch ein- und aussteigende Kinder unnötig gefährdet werden. Bitte warten Sie auch nicht gegenüber der Bushaltestelle. Dies verlockt Ihre Kinder, ohne sich umzusehen, vor oder hinter dem Bus über die Straße zu rennen!

Mit Selma Sicher unterwegs – Dein Schulweg mit dem Bus

Im neuen Animationsfilm begleitet Schulwegexpertin Selma Sicher Kinder auf ihrem täglichen Weg mit dem Bus und zeigt einfühlsam, worauf sie achten sollten, um sicher in der Schule anzukommen. Der Film steht ausdrücklich zum Download und zur Weitergabe bereit – denn die Sicherheit unserer Kinder im Straßenverkehr geht uns alle an und verdient unsere volle Aufmerksamkeit. Hier geht es zum Download.

Verkehrserziehung – sicherer Schulweg

Die Einschulung wird von vielen Kindern mit Spannung erwartet. Doch der neue Lebensabschnitt birgt auch Gefahren. Kinder nehmen ihre Umgebung anders wahr als Erwachsene. Sie können gefährliche Situationen weniger gut einschätzen. Wer zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, wird automatisch zum Verkehrsteilnehmer. Im Rahmen der Verkehrserziehung werden Kinder für den täglichen Schulweg und mögliche Gefahrenquellen sensibilisiert. Schulbusse gelten als sichere Verkehrsmittel. Der Fokus liegt bei der Vermeidung von Unfällen beim Ein- und Aussteigen, dem Überqueren der Fahrbahn oder dem Warten an der Haltestelle.

Verkehrserziehung als Teil des Lehrplans

Lernen Kinder, wie sie sich im Straßenverkehr allein zurechtfinden, erlangen sie ein hohes Maß an Selbstständigkeit und Mobilität. Bereits im Kindergarten wird mit der Verkehrserziehung begonnen. Spätestens in der Grundschule wird die Verkehrserziehung offiziell zum Lernstoff. Wie der Unterricht im Detail aussieht, können die einzelnen Bundesländer selbst festlegen, denn aufgrund des Föderalismus gibt es keine komplett einheitlichen Vorgaben.

Verkehrserziehung steht nicht gesondert auf dem Stundenplan. Das Thema wird fachübergreifend behandelt. So finden im Rahmen von Projekttagen Ausflüge auf Verkehrsübungsplätze statt oder Schulbusse sind vor Ort. Häufig werden die Aktionstage von Polizisten oder Mitarbeitern der Verkehrswacht begleitet.

Eltern als Verkehrserzieher

Eine wichtige Rolle bei der Verkehrserziehung der Kinder spielt das Elternhaus. Eltern sollten sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sein und sich stets an die Verkehrsregeln halten. Dies betrifft nicht nur das Verhalten als Kraftfahrer, sondern auch deren Rolle als Fußgänger. Überqueren Eltern eine Ampel bei „rot“ besteht die Gefahr, dass auch die Kinder dieses Fehlverhalten nachahmen und sich damit in eine lebensgefährliche Situation begeben.

Tipp: Eltern sollten zusammen mit ihren Kindern einen sicheren Schulweg festlegen und sie darauf hinweisen, sich an die Route zu halten, auch wenn es vielleicht eine kürzere, aber weniger sichere Strecke gibt.

Sicher unterwegs mit dem Schulbus

Die Verkehrserziehung schließt auch den sicheren Schulweg mit dem Schulbus ein.

Dabei gilt es, wichtige Verhaltensregeln zu berücksichtigen:
·       Verhalten an der Haltestelle
·       sicheres Ein- und Aussteigen
·       Verhalten im Schulbus
·       Sicherheit durch Sichtbarkeit

An der Haltestelle sollten die Kleinen ruhig abwarten, bis der Schulbus kommt. Rennen, spielen und toben können zur Unfallquelle werden. Ganz wichtig ist ein Mindestabstand zum Bordstein von mindestens einem Meter.

Beim Einsteigen sollte nicht gedrängelt werden. Die Kinder sollten sich in einer Reihe anstellen und langsam nacheinander den Bus betreten. Beim Aussteigen gilt ein ähnliches Verhalten. Die Straße sollte erst überquert werden, wenn der Schulbus die Haltestelle verlassen hat.

Im Bus sollten die Kinder möglichst einen Sitzplatz einnehmen. Die Schultasche ist abzunehmen und unter dem Sitz zu platzieren. Wenn vorhanden, sind die Sicherheitsgurte zu nutzen. Im Bus zu stehen ist zu vermeiden, sofern das Angebot an Sitzplätzen ausreicht. Müssen Kinder im Bus stehen, sind sie darauf hinzuweisen, sich gut festzuhalten.

Im Winter herrscht oft noch Dunkelheit, wenn der Schulbus vorfährt. Hier kann der Sicherheitsfaktor durch helle oder reflektierende Kleidung erhöht werden. Auch durch helle Schultaschen mit zusätzlichen Reflektoren werden die Kleinen besser gesehen.

Sicherer Schulweg mit dem Schulbus – Eltern in der Pflicht

Werden Kinder mit dem Schulbus befördert, sollten sich Eltern nicht allein auf diese Tatsache verlassen, sondern den Schulweg im Vorfeld mit dem Kind genau besprechen. So sollte der Weg zur Bushaltestelle geübt werden. Erwähnen Sie mögliche Gefahrensituationen und erklären Sie dem Kind das entsprechende Verhalten.

Tipp: Bringen Sie Ihr Kind mit dem Auto zum Schulbus, parken Sie niemals in zweiter Reihe, um das Kind aussteigen zu lassen. Dadurch werden Kinder in Gefahr gebracht und der Bus blockiert.

Steht der Schulbus an der Haltestelle und hat die Warnblinkanlage betätigt, herrscht in der Regel Überholverbot. Dies gilt auch für den Gegenverkehr, wenn sich dieser auf der gleichen Straße befindet.

Die wichtigsten Regeln für den sicheren Schulweg mit dem Bus zusammengefasst:
·       Überqueren von stark frequentierten Straßen nur an Ampeln, Mittelinseln oder anderen sicheren Stellen vornehmen.
·       An der Haltestelle nicht rennen, raufen und drängeln.
·       Ausreichend Abstand zum Fahrbahnrand halten.
·       Bustüren nicht berühren, bevor sie sich geöffnet haben.
·       Sitzplätze ausnutzen
·       Sicherheitsgurte anlegen
·       Straße nach dem Aussteigen erst nach Abfahrt des Busses überqueren.

Sicherheit und Schulweg

Untersuchungen bestätigen kontinuierlich, dass Busse zu den sichersten Verkehrsmitteln gehören. Im Jahr 2024 verunglückten lediglich rund 2,3 % aller im Straßenverkehr geschädigten Kinder in einem Bus. Der Großteil der Unfälle entfällt auf die Beförderung im Pkw oder auf das Fahrrad. Ein Blick auf die langfristige Statistik unterstreicht dieses Sicherheitsniveau: Zwischen 2000 und 2024 kamen in Deutschland insgesamt 2.628 Kinder im Straßenverkehr ums Leben. Davon waren lediglich zwölf als Insassen in einem Bus unterwegs. Damit bleibt der Bus statistisch gesehen das sicherste Mittel für den Schulweg. (Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), 2026) 

Eltern können einiges dafür tun, um die Sicherheit der Schulbus-Nutzung weiter zu erhöhen:
·       Lage der Haltestelle zur Wohnung prüfen.
·       Strecke zum Schulbus festlegen (kurze Wege, wenig Gefahren)
·       Fahrzeiten checken (stressfreie Erreichbarkeit zu Schulbeginn und Unterrichtsende)

Vielerorts sind zusätzlich Schulbusbegleiter im Einsatz. Diese unterstützen dabei, das Ein- und Aussteigen an den Haltestellen sicher zu gestalten und beaufsichtigen die Kinder auch während der Fahrt, sodass der Busfahrer entlastet wird und sich vollumfänglich auf seine Fahraufgabe konzentrieren kann.  

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Vielen Dank an den VFR Verlag für Rechtsjournalismus für diesen Aufklärungsartikel mit Video .