
Sein Schnee fällt nicht
vom Himmel, nur er ist weit gereist.
Er kennt die Welt, gebietet über Elemente. Auch in
seinem Arbeitszimmer. Holz ist vor Schreck Papier geworden.
Es türmt sich auf zu hohen Wechten. Und jede seiner Flocken, ein
verstümmelter Kristall, so weit entfernt von Perfektion wie sein Bestreben,
alle Winter gleich zu machen. Wo bleibt dabei die Schönheit, Mann, wie sie
nur der Fall ausformt? Der tiefe Fall durch Wolkenschichten, der Kristalle
wachsen lässt, sich immer mehr verzweigen lässt, tauen lässt und wieder
neu verschmelzen lässt, bis die Schwerkraft endlich siegt. Landung, lautlos,
im Spalier aus Schneekanonen, während seine Pistenraupen sofort
ein Depot anlegen. So eifersüchtig hütet er Kristalle, wissend,
dass sie Zungen lieben, rosarote Menschenzungen —
Was für ein Schmelzen!
Lord Snow, 2020/21 Foto: Snow guns by Milkare via istockphoto.com
Der Text bezieht sich auf die in weiten Teilen der Alpen übliche Beschneiungspraxis (hierzulande ab dem 1. Oktober).

Sein Schnee fällt
nicht vom Himmel, nur er ist
weit gereist. Er kennt die Welt, befiehlt den
Elementen; Auch in seinem Arbeitszimmer. Holz ist
vor Schreck Papier geworden. Es türmt sich auf zu hohen
Wechten. Und jede seiner Flocken, ein verstümmelter Kristall, so weit entfernt von Perfektion wie sein Streben alle Winter gleich zu machen; Wo bleibt dabei die Schönheit, Mann, wie sie nur der Fall aus-formt? Der tiefe Fall durch Wolkenschichten, der Kristalle wachsen lässt, sich immer mehr verzweigen lässt und tauen lässt und wieder neu verschmelzen lässt, bis die Schwerkraft endlich siegt. Landung, lautlos;
im Spalier aus Schneekanonen, während seine Pistenraupen sofort
ein Depot anlegen. So eifersüchtig hütet er Kristalle; wissend
dass sie Zungen lieben, rosarote Menschenzungen —
Was für ein Schmelzen!
Lord Snow, 2020/21 Foto: Snow guns by Milkare via istockphoto.com
Der Text bezieht sich auf die in weiten Teilen der Alpen übliche Beschneiungspraxis (hierzulande ab dem 1. Oktober).

Sein Schnee fällt nicht vom Himmel, nur er ist weit gereist. Er kennt die Welt, gebietet über Elemente. Auch in seinem Arbeitszimmer. Holz ist vor Schreck Papier geworden, türmt sich auf zu hohen Wechten. Und jeder seiner Flocken, ein verstümmelter Kristall, so weit entfernt von Perfektion, wie sein Bestreben alle Winter gleich zu machen. Wo bleibt dabei die Schönheit, Mann, wie sie nur der Fall ausformt? Der tiefe Fall durch Wolkenschichten, der Kristalle wachsen lässt, sich immer mehr verzweigen lässt, tauen lässt und wieder neu verschmelzen lässt, bis die Schwerkraft endlich siegt. Landung, lautlos. Im Spalier aus Schneekanonen, während seine Pistenraupen sofort ein Depot anlegen. So eifersüchtig hütet er Kristalle, wissend dass sie Zungen lieben, rosarote Menschenzungen —
Was für ein Schmelzen!
Lord Snow, 2020/21
Foto: Snow guns by Milkare via istockphoto.com
Der Text bezieht sich auf die in weiten Teilen der Alpen übliche Beschneiungspraxis (hierzulande ab dem 1. Oktober).
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